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Veröffentlicht am 03.02.2026

geht unter die Haut

Da, wo ich dich sehen kann
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Maja ist neun, als Frank, ihr Vater, im Zorn Mutter Emma umbringt. Für Maja beginnt ein neuer Alptraum. Als ihre Mutter noch lebte, musste sie immer wieder den Streit ihrer Eltern miterleben. Doch jetzt, ...

Maja ist neun, als Frank, ihr Vater, im Zorn Mutter Emma umbringt. Für Maja beginnt ein neuer Alptraum. Als ihre Mutter noch lebte, musste sie immer wieder den Streit ihrer Eltern miterleben. Doch jetzt, nach dem Tod der Mutter, macht sie sich Vorwürfe. Schließlich hat sie immer ihrem Vater beigestanden. Hätte sie ihre Mutter retten können, wenn sie sich nicht so verhalten hätte?
Ich habe das Buch sehr langsam gelesen, immer wieder beiseitegelegt. Es waren für mich einfach zu viele Emotionen, die da hochgekommen sind. Nicht weil ich ähnliches erlebt habe. Es sind die eindringlichen Ausführungen der Autorin, die mich ergriffen gemacht haben. Dabei fand ich es von Jasmin Schreiber sehr gut vermittelt, wie die kleine Maja mit ihren Alpträumen zu kämpfen hat. Maja spricht von Ranken, die sie zu ihrer Mutter in die Erde ziehen wollen und ihr dabei die Luft zum Atmen nehmen. Doch die Autorin fasst die Auswirkungen dieser Gewalttat noch viel weiter. Die Eltern von Emma, ihre beste Freundin Liv, alle wissen nicht, wie sie mit dem Verlust und vor allem mit der traumatisierten Maja umgehen sollen. Beide Großelternteile, väter- wie mütterlicherseits, wollen für Maja da sein und bringen das junge Mädchen damit in noch größere Bedrängnis. Mit den Zeichnungen von Maja, den Amtsschreiben um den Sorgerechtsstreit der Großeltern wird ein rundes Bild geschaffen. Was mir aber besonders gefallen hat, sind die schwarz grundierten Kapitel. Ich habe sie für mich „was wäre, wenn“ bezeichnet. Ein Gedankenspiel, das im Nachhinein das Verbrechen nicht verhindern kann. Von mir gibt’s 4 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 03.02.2026

wunderbarer Lesestoff

Die Begine und das dunkle Geheimnis
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Anna Ehinger ist trotz ihrer Heirat mit Lazarus, dem Siechenmeister, wieder für Beginen tätig. Sie soll die neue Novizin Luzia, die Tochter des Bürgermeisters, in die Kunst der Heilkräuter und -tränke ...

Anna Ehinger ist trotz ihrer Heirat mit Lazarus, dem Siechenmeister, wieder für Beginen tätig. Sie soll die neue Novizin Luzia, die Tochter des Bürgermeisters, in die Kunst der Heilkräuter und -tränke einweisen. Überhaupt ist Anna sehr umtriebig. Ihr Arbeitstag reicht von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Noch immer kümmert sie sich um Kranke und Arme. Aber dann wird die Witwe Senft, eine ihrer Patientinnen, tot in ihrem Bett aufgefunden. Mord oder Selbstmord? Schnell gerät Anna unter Verdacht, da sie der Witwe einen Trank verordnet hat, den sie selbst zubereitet hat…
Ich fand das Buch unwahrscheinlich kurzweilig und bin während des Lesens ins Mittelalter, genauer gesagt Ulm in Jahr 1416, abgetaucht. Durch die gezielte Wortwahl der Autorin, bei manchen Begriffen musste ich Google zu Rate ziehen, beschreibt sie die damalige Zeit sehr lebendig. Man merkt beim Lesen, wie tief sie mit dieser Zeit und dem damaligen Leben vertraut ist. Gleichzeitig ist es aber die Spannung, die mich gefesselt hat. Denn das Morden hört in Ulm nicht auf. Im Gegenteil, die Taten werden immer grausamer. Die Angst unter der Bevölkerung wächst. Man schreibt das Geschehen dem Nachtmahr zu. Der Hauptmann der Stadtwache ist sich sicher, dass sie es mit einem Dämon zu tun haben. Ob und wie es den Ulmern gelingt den Täter zu finden, sollte jeder selbst nachlesen, sehr spannende und kurzweilige Lesestunden eingeschlossen. Von mir gibt’s 5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 03.02.2026

spannender Fall mit streitbaren Charakteren

Schatten von Potsdam
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Auch diesen dritten Fall mit Paula Osterholz habe ich wieder als sehr spannend empfunden. Paula und ihr Kollege Henry Wullitzer werden zu einer Leiche an der Glienicker Brücke gerufen. Der Tote scheint ...

Auch diesen dritten Fall mit Paula Osterholz habe ich wieder als sehr spannend empfunden. Paula und ihr Kollege Henry Wullitzer werden zu einer Leiche an der Glienicker Brücke gerufen. Der Tote scheint von der Brücke gefallen zu sein. Oder wurde er gestoßen? Die Spuren verdichten den Verdacht, dass er gestoßen wurde.
Bei dem toten jungen Mann handelt es sich um Marinus Jaunich, Sohn sehr reicher und einflussreicher Eltern. Eltern, die Ihre Beziehungen spielen lassen, die sich in die Ermittlungen einmischen, sie blockieren und den beiden Ermittlern das Leben schwer machen.
Auch wenn der Leser von Anfang an weiß, was sich in der Nacht an der Glienicker Brücke zugetragen hat, habe ich den Krimi als sehr spannend empfunden. Denn es sind die agierenden Personen, die hier für die Spannung sorgen. Die Clique, der auch Marinus angehört hat, haben einer Mitschülerin das Leben zur Hölle gemacht. Sehr gut konnte ich nachvollziehen, wie zerrissen diese Jugendliche ist. Einmal durch das Mobbing, aber auch wegen der Verfehlungen ihres Vaters. Wen wundert es da, dass sie ihrem Vater gegenüber so respektlos auftritt, ist er in ihren Augen doch eine Enttäuschung.
In Rage gebracht haben mich die Arroganz und die Ignoranz der reichen Eltern, die Ermittlungen von Paula und Wullitzer regelrecht torpediert haben.
Die Ausführungen zu Paulas Vergangenheit fand ich hier im dritten Band nicht mehr so passend. Jetzt sollte damit in meinen Augen mal gut sein. Es sei denn, es kommt hier noch zu wirklich spannenden Verwicklungen.
Insgesamt habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt und gebe 4,5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 02.02.2026

extreme Spannung machen es zum Lesevergnügen

Stürmische Klippe
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Es ist nur ein Gefallen, den Liv ihrer Chefin Hilke Hasselbrecht gewährt, als diese sie um Mithilfe bei der Ausklärung des Mordanschlags an Armgart Zabrowski bittet. Hilke und Armgart sind Freundinnen, ...

Es ist nur ein Gefallen, den Liv ihrer Chefin Hilke Hasselbrecht gewährt, als diese sie um Mithilfe bei der Ausklärung des Mordanschlags an Armgart Zabrowski bittet. Hilke und Armgart sind Freundinnen, auch wenn man das im weiteren Geschehen kaum glauben kann. Einige Gäste aus Politik und Wirtschaft sind nach Armgarts Geburtstagsfeier, ihrem 60., noch für interne Beratungen in ihrer Villa in Rantum geblieben. Könnte einer der Gäste hinter dem Anschlag stecken? Oder einer ihrer Angestellten? Mir gefällt es, wie die Autorin immer neue, undurchschaubare Figuren ins Spiel bringt. Das trieb bei mir die Spannung in die Höhe. Es sind anfangs sehr viele Personen in diesem Krimi mit denen der Leser Bekanntschaft macht. Trotzdem fand ich es nicht schwer hier den Überblick zu behalten und schnell in die Handlung einzusteigen. Die Gastgeberin, Armgart Zabrowski, ehemalige Richterin und heute in der Politik aktiv, hat meine Emotionen zum Wallen gebracht. So herablassend, dominant und verletzend wie sie auftritt, konnte ich kaum verstehen, wie Hilke Hasselbrecht sie als Freundin bezeichnen kann. Den Mordanschlag spielt sie herunter, die geheimen Gespräche sind wichtiger. Die Themen dürfen nicht nach außen dringen. Die Personenschützer sind auch keine Hilfe bei der Aufklärung. Bei ihren Beobachtungen und Recherchen bemerkt Liv immer mehr kleine und größere Auffälligkeiten beim Personal und den Beratungsteilnehmer, die jedoch keine klaren Schlüsse zulassen, was mir aber unwahrscheinlich Spannung gebracht hat.
Wie die Autorin die Heftigkeit des Orkans, der auf Sylt trifft beschreibt, empfand ich als sehr lebendig beschrieben. Den möchte man nicht ausgesetzt sein.
Schlussendlich kann ich diesen Teil allen Krimiliebhabern uneingeschränkt empfehlen. Interessante Charaktere, viele Verdachtsmomente und emotionale Verwicklungen machen ihn zum Lesevergnügen pur. Von mir gibt’s 5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 22.01.2026

riskanter Plan – geht er auf?

Der Pakt der Verräter
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Noch immer wütet der aussichtlose Krieg und noch immer verlieren viele Soldaten dabei ihr Leben. Nun trifft es auch einen vom Gut Falkenbach.
Die Gründerväter, Paul Friedrich von Falkenbach und Wilhelm ...

Noch immer wütet der aussichtlose Krieg und noch immer verlieren viele Soldaten dabei ihr Leben. Nun trifft es auch einen vom Gut Falkenbach.
Die Gründerväter, Paul Friedrich von Falkenbach und Wilhelm Lehmann, sehen nur noch einen Weg – sie müssen Hitler stoppen, eliminieren. Aber jeder der beiden will einen anderen Weg gehen, um das zu erreichen. Beide Wege sind riskant und für keinen gibt es die Garantie des Gelingens. Auch Ferdinands Verantwortung im Arbeitslager wird mit viel Argwohn beobachtet. SS-Mann Alfred Breuer hat dazu sogar Spione auf das Gelände des Gutes eingeschleust. Zudem weiß Ferdinand noch immer nicht, ob er dem im Lager eingesetzten SS-Hauptsturmführer Viktor Sander trauen kann. Und auch von seiner Noch-Ehefrau Elisabeth geht nach ihrer Trennung eine starke Bedrohung aus. Es ist und bleibt also weiterhin spannend, ob und wie die Familie und die Freunde um Paul-Friedrich diese schlimme Zeit meistern oder scheitern werden.
Zwei Bemerkungen noch zur stilistischen Umsetzung durch die Autorin:
Ich fand es so genial wie zutreffend Hitler und seine Machtausübung mit dem Eichenprozessionsspinner zu vergleichen. Die Menschen einengend, ihnen die Luft zum Atmen nehmend, so wie der Eiche durch den Schädling die Luft und Lebenskraft geraubt wird. Toller Vergleich.
Die Stelle im 13. Band als Alfred Breuer in Büro seine Liste der Verfehlungen der Familien Falkenbach und Lehmann durchgeht fand ich toll. Das wieder zu lesen hat meine Erinnerungen, was auf dem Gut schon alles passiert ist, wieder aufflammen lassen. Unglaublich, dass das bisher alles so mehr oder minder gut ausgegangen ist. Bleibt abzuwarten, ob das nun auch auf Paul-Friedrichs Plan, der Zusammenarbeit mit dem britischen Geheimdienst, zutrifft. Von mir gibt’s 5 Lese-Sterne und ich freue mich schon auf die Fortsetzung im Sommer.

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