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Veröffentlicht am 17.03.2026

toxische Jugendfreundschaft

Ultramarin
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Erst war es nur Neugier, die mich bewogen hat das Buch zu Lesen. Aber nach einigen Kapiteln war es Begeisterung, die mich an das Buch gefesselt hat. Einblicke in die Freundschaft zwischen den reichen Arztkindern, ...

Erst war es nur Neugier, die mich bewogen hat das Buch zu Lesen. Aber nach einigen Kapiteln war es Begeisterung, die mich an das Buch gefesselt hat. Einblicke in die Freundschaft zwischen den reichen Arztkindern, Sophie und Rafael, mit dem aus armen Verhältnissen stammenden Lou, sind von der Autorin sehr gut veranschaulicht. Raf ist dominant, sicher auch nazistisch veranlagt. Demütigt die Menschen um sich, weist sie ab, beschimpft und benutzt sie, um sie im nächsten Moment wieder an sich zu reißen. Lou liebt Raf und kommt trotz der vielen Enttäuschungen immer wieder zu ihm zurück, dabei müsste er es doch besser wissen. Anfangs dachte ich noch Lou wäre ein Mädchen, aber bei diesem bisexuellen Namen und wie die Autorin diese Figur anfangs beschrieben hat, konnte man das durchaus vermuten. Überhaupt erschien es mir, dass diese Jugendlichen ihre Gefühle, ihre Macht und ihre Leidfähigkeit austesten, auch in sexueller Hinsicht. Allen voran Lou. Der fühlt sich klein neben Raf und wenn der ruft, kommt er wie ein braves Hündchen angelaufen. Mehrfach habe ich mich gefragt, wie er das all die Jahre ausgehalten hat und jedes Jahr wieder mit den Geschwistern in den Urlaub gefahren ist. Und warum macht Sophie, Rafaels kleine Schwester, dabei immer mit? Sehen die Geschwister in Lou eine billige, willige Haushälterin und die im Bedarfsfall auch für mehr zur Verfügung steht? Emotional haben mich diese Beschreibungen aufgewühlt. Doch dann fährt auf der letzten gemeinsamen Reise Sophie nicht mit, dafür aber ihre Freundin Nora. Was dann in dem dänischen Ferienhaus von Rafs Vater passiert, ist unglaublich. Ich kann das Buch zu 100% empfehlen und 5 Lese-Sterne sind voll verdient.

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Veröffentlicht am 13.03.2026

spannungsgetriebene Lesezeit

Splitterschreie
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In diesen recht dünnen Buch hält der Autor vier Thriller die es in sich haben für den Leser bereit. Ich kann für mich sagen, dass ich das Buch verschlungen habe. Gleich nach den ersten Seiten der einzelnen ...

In diesen recht dünnen Buch hält der Autor vier Thriller die es in sich haben für den Leser bereit. Ich kann für mich sagen, dass ich das Buch verschlungen habe. Gleich nach den ersten Seiten der einzelnen Thriller, war ich in den jeweiligen Handlungen abgetaucht. Habe mit den Figuren gelitten, habe gebangt und wurde jedes Mal vom Autor eines Besseren belehrt. Durch die vielfachen Dialoge, die Offenlegung der Gedanken der Protagonisten, war das Lesen sehr abwechslungsreich. Und doch hatte ich an keiner Stelle einen Plan dafür, wie die Auflösung aussehen wird. Ich fand das sehr spannend und bin dem Autor dankbar, dass er mich so hinters Licht geführt hat. Hatte ich doch dadurch sehr kurzweilige Lesestunden.
Ich möchte nicht spoilern und gehe daher nicht näher auf die einzelnen Teile ein. Jeder Einzelne ist lesenswert. Nur so viel für alle Thriller-Freunde: der Griff zum Buch lohnt sich. Von mir gibt’s 5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 13.03.2026

nette Geschichte, deren Dramatik ausbaufähig ist

Die Bücherfrauen von Listland. Der Duft des Strandhafers
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Bei diesem Roman handelt es sich um sehr gefühlvolles und naturbezogenes Buch. Im Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit wird die Geschichte der beiden Schwestern Martje und Fenja Pauls erzählt. ...

Bei diesem Roman handelt es sich um sehr gefühlvolles und naturbezogenes Buch. Im Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit wird die Geschichte der beiden Schwestern Martje und Fenja Pauls erzählt. Es war für mich unterhaltsam mitzuerleben, wie die Mitglieder der Familie Pauls, nach Jahrzehnten der Trennung und ohne Nachricht dazwischen hier im Roman wieder zueinander finden.
Dabei hat die Autorin im Roman mit ihrem Wissen um Geschichte und Mythen der Region brilliert. An manchen Stellen war mir das etwas zu viel. Hat es in meinen Augen doch von der eigentlichen Handlung, ja man kann schon von einem Drama sprechen, zu sehr abgelenkt. Dadurch konnte ich beim Lesen leider nur mäßig Spannung verspüren.
Dabei ist der Lebensweg der beiden Schwestern, die Jahrzehnte getrennt waren doch sehr interessant. Der Leser erfährt viel von der Natur und den Widrigkeiten im Leben auf den Inseln. Sogar überlieferte Geschichten zu den Inseln werden im kursiv gedruckten Kapiteln erzählt. Jedoch ging das meiner Meinung nach zu Lasten der Beschreibung der Gründe für den Groll zwischen Fenja und Martje. Schließlich waren sich die beiden in den ersten Jahren ihrer Kindheit so nahe. Bis dann der Vater mit Fenja von der Insel verschwunden ist. Von mir gibt’s daher auch nur 3 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 12.03.2026

Romy kann sich auf Bauchgefühl verlassen

Rügenmord
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Romy Beccare und ihr Team sollen den Mörder des in einer Scheune verbrannten Buchhalters aufklären. Kein leichter Fall, denn Tom Kappler um den es sich bei der Brandleiche handelt, hat ein recht undurchschaubares ...

Romy Beccare und ihr Team sollen den Mörder des in einer Scheune verbrannten Buchhalters aufklären. Kein leichter Fall, denn Tom Kappler um den es sich bei der Brandleiche handelt, hat ein recht undurchschaubares Leben geführt. Vielfach hat er Aufträge als Auftragsbuchhalter übernommen, aber viel wichtiger waren ihm die Musik, das Feien fröhlicher Partys. Obendrein fühlte er sich zu Männern hingezogen, was nicht überall gut ankam. Geld stand bei ihm nie im Vordergrund. So stellt es sich für Romy dar. Aber warum zieht Tom, der sich ein Leben in Berlin aufgebaut hat, wieder in seine alte Heimat zurück? Nur wegen seiner hilfsbedürftigen Mutter?
Auch in diesem 15. Band der Romy Beccare-Reihe gibt es wieder übergreifende Zusammenarbeit zwischen BKA, LKA und den Kollegen in Schwerin. Nett fand ich es, dass sogar Emma Klar eine kleine Rolle zukam. Aber was die Ermittler am Anfang an Hinweisen für Wirtschafts- und Drogenkriminalität gedeutet haben, lässt Romy nicht als Motiv für den Mord an Tom Kappler gelten. Ihr Bauchgefühl sagt ihr, dass da ein anderer Grund vorliegen muss. Und dafür habe ich sie bewundert, denn sie liegt damit vollkommen richtig. Allerdings müssen sie den Fall noch einmal ganz von vorn aufrollen, was mir nicht unbedingt Spannung gebracht hat, da es zu vielen Wiederholungen und wenig neuen Erkenntnissen kam. Auf jeden Fall finde Gregor Reymann, vor dessen ruppiger Art und nicht vorhandener Zurückhaltung immer gewarnt wird, gar nicht schlecht. Die Zusammenarbeit mit Romy klappt in meinen Augen gut und manchmal muss man einen Zeugen oder Beschuldigten ein wenig aus der Reserve locken. Dafür ist Reymann der Richtige. Ich mag ihn.
Insgesamt gibt’s von mir 4 Lesse-Sterne.

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Veröffentlicht am 06.03.2026

exzellent charakterisierte Figuren

Einatmen. Ausatmen.
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Marlene ist ein Erfolgsmensch, Effizienz und berufliches Weiterkommen sind ihr einziger Lebensinhalt. Das Zwischenmenschliche bleibt dabei auf der Strecke. So bringen sie leichte Denkanstöße von Alex Graw, ...

Marlene ist ein Erfolgsmensch, Effizienz und berufliches Weiterkommen sind ihr einziger Lebensinhalt. Das Zwischenmenschliche bleibt dabei auf der Strecke. So bringen sie leichte Denkanstöße von Alex Graw, dem Coach ihres von Vorstand aufgedrückten Achtsamkeitsseminars, gleich am ersten Tag aus dem Gleichgewicht. Sie flieht aus der Diskussion, denn an ihren Kern, ihre Gefühle lässt sie niemanden heran. Im Buch spricht der Autor von äußerem und inneren Erfolg. Der äußere, das sind die Zahlen, die Ergebnisse. Das beherrscht Marlene uneingeschränkt. Beim inneren soll man sich fragen, wie geht es mir damit, was macht das mit mir? Aber genau diese Fragen lässt Marlene nicht zu, sie bleiben unbeantwortet. Ganz allmählig und ohne Druck von außen lernt auch Marlene in sich hineinzuhören. Die ländliche Gegend, die Nähe zur Natur sind einfach dafür geschaffen. Marlene, jahrelang kopfgesteuert, fängt hier im Brandenburgischen an aus dem Bauch heraus zu agieren. Manchmal, ohne dass sie lange darüber nachdenkt. Unaufdringliche Helfer auf diesem Weg sind die offenherzige Kerstin und der Hausmeister, der seine krebskranke Mutter pflegt.
Am Anfang des Buchs habe ich sehr viel Ähnlichkeit zwischen Marlenes und meinem Verhalten festgestellt. Bin ich wirklich so schlimm, waren meine Gedanken. Irgendwie hat mich das nachdenklich gestimmt. Aber was Marlene schafft …..
Wie der Autor die unterschiedlichen Charaktere, den stillen Hausmeister, die 14jährige Umweltaktivistin, die von zu Hause weggelaufen ist, und natürlich Marlene, deren einziger Lebensplan beruflicher Erfolg ist, in diesem Buch als sehr unterhaltsame aber auch zum Nachdenken anregende Geschichte verbindet, hat mir sehr gut gefallen. Sie hat mich beim Lesen zur Selbstreflektion gebracht. Von mir gibt’s 4 Lese-Sterne.

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