toxische Jugendfreundschaft
UltramarinErst war es nur Neugier, die mich bewogen hat das Buch zu Lesen. Aber nach einigen Kapiteln war es Begeisterung, die mich an das Buch gefesselt hat. Einblicke in die Freundschaft zwischen den reichen Arztkindern, ...
Erst war es nur Neugier, die mich bewogen hat das Buch zu Lesen. Aber nach einigen Kapiteln war es Begeisterung, die mich an das Buch gefesselt hat. Einblicke in die Freundschaft zwischen den reichen Arztkindern, Sophie und Rafael, mit dem aus armen Verhältnissen stammenden Lou, sind von der Autorin sehr gut veranschaulicht. Raf ist dominant, sicher auch nazistisch veranlagt. Demütigt die Menschen um sich, weist sie ab, beschimpft und benutzt sie, um sie im nächsten Moment wieder an sich zu reißen. Lou liebt Raf und kommt trotz der vielen Enttäuschungen immer wieder zu ihm zurück, dabei müsste er es doch besser wissen. Anfangs dachte ich noch Lou wäre ein Mädchen, aber bei diesem bisexuellen Namen und wie die Autorin diese Figur anfangs beschrieben hat, konnte man das durchaus vermuten. Überhaupt erschien es mir, dass diese Jugendlichen ihre Gefühle, ihre Macht und ihre Leidfähigkeit austesten, auch in sexueller Hinsicht. Allen voran Lou. Der fühlt sich klein neben Raf und wenn der ruft, kommt er wie ein braves Hündchen angelaufen. Mehrfach habe ich mich gefragt, wie er das all die Jahre ausgehalten hat und jedes Jahr wieder mit den Geschwistern in den Urlaub gefahren ist. Und warum macht Sophie, Rafaels kleine Schwester, dabei immer mit? Sehen die Geschwister in Lou eine billige, willige Haushälterin und die im Bedarfsfall auch für mehr zur Verfügung steht? Emotional haben mich diese Beschreibungen aufgewühlt. Doch dann fährt auf der letzten gemeinsamen Reise Sophie nicht mit, dafür aber ihre Freundin Nora. Was dann in dem dänischen Ferienhaus von Rafs Vater passiert, ist unglaublich. Ich kann das Buch zu 100% empfehlen und 5 Lese-Sterne sind voll verdient.