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Veröffentlicht am 19.04.2026

Urlaub ohne Entspannung, aber mit viel Spannung

Meeresdunkel
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Die Finca Casa de la Vora, Haus am Rande, ist das Urlaubsziel von Henrike und ihrer Familie. Henrike träumt seit Jahren davon hier wieder einmal Urlaub zu machen, im Gegensatz von Ehemann Hans. Der hasst ...

Die Finca Casa de la Vora, Haus am Rande, ist das Urlaubsziel von Henrike und ihrer Familie. Henrike träumt seit Jahren davon hier wieder einmal Urlaub zu machen, im Gegensatz von Ehemann Hans. Der hasst seine Kindheitserinnerungen an dieses ganz am Ende der Klippen gelegene Ferienhaus. Die ohnehin schon schlechte Stimmung wird noch damit getoppt, dass kurz nach ihrer abendlichen Anreise auch noch eine dreiköpfige Familie im Ferienhaus eintrifft, der dieses Objekt ebenfalls vermietet wurde…
Geschickt entspinnt der Autor ein Zusammenspiel von Geheimnissen, Bedrohungen, Fanatismus und Intrigen, was mich spannend unterhalten hat. Mir hat Juri, der mit acht Jahren in seiner abgegriffenen rosa Babypuppe seinen engsten Vertrauten sieht, am besten gefallen. Stets im Dialog mit Hedwig, wirkt er sehr altklug und lebenstauglicher als sein Vater.
Da kein Ersatzquartier zur Verfügung steht und die in die Jahre gekommene Villa genügend Platz hat, arrangieren sich sie beiden Familien. Als dann aber ein heftiger Sturm sie ans Haus fesselt, sie von der Außenwelt abgeschnitten sind, kommt es zu immer mehr Spannungen in der Gruppe. Denn so fremd sind sich einige davon gar nicht. Für mich war das sehr gut entwickelt. Wobei ich die Abschnitte mit Effi und Hank, die erst nach 1/3 des Buchs beginnen, am Anfang als eher losgelöst und nicht zuordenbar empfunden habe. Erst wesentlich später ergab sich der Zusammenhang. Insgesamt gebe ich 4 Lese-Sterne für diesen spannenden Thriller.

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Veröffentlicht am 19.04.2026

wunderbarer Lesestoff

Das Bettelmädchen
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Schwester Henny ist 1906 die erste weibliche Polizeiassistentin in Deutschland. Ein Job für den sie brennt, der ihr aber auch viel abverlangt. Denn sie will mehr als nur die Anstandsdame bei der ärztlichen ...

Schwester Henny ist 1906 die erste weibliche Polizeiassistentin in Deutschland. Ein Job für den sie brennt, der ihr aber auch viel abverlangt. Denn sie will mehr als nur die Anstandsdame bei der ärztlichen Untersuchung der Frauen auf Geschlechtskrankheiten sein. Henny sieht hinter die Kulissen, will nicht nur klarstellen, dass diese Frauen sich erst durch Männer infiziert haben und es die Männer sind, die diese Krankheit auch in ihre Familien bringen. Denn bisher sieht der Paragraf 361 Absatz 6 nur die Bestrafung der Frauen vor. Gleichzeitig sieht Henny aber auch das Elend der unehelichen Kinder, deren Mütter gesellschaftlich geächtet und viele von ihnen einem grausamen Schicksal entgegensehen. So auch das Bettelmädchen Sophie, dessen Zuhälter sie zwingt, unter Vortäuschung von Versehrtheit, das Mitleid der Mitmenschen zu erwecken oder auch diese zu bestehlen. Das stellt aber erst den Anfang ihres traurigen in der Abwärtsspirale befindlichen Lebens dar.
Im Buch halten sich die Schilderungen um Hennys schwierigen Stand im Job, ihren Visionen und ihrem Kampf für mehr Frauenrechte die Waage mit den Ausführungen, wie Sophies Leben weitergeht. Das Mädchen hat mir unwahrscheinlich leidgetan. Gleichzeitig hat es aber auch vermittelt, wie wichtig Hennys Kampf für die Rechte der Frauen ist. Der Autorin gelingt es sehr eindringlich zu schildern, welche Widerstände auf Hennys Vorschläge treffen. Schlimmer noch, je mehr sie sich für die Frauen einsetzt, um so mehr steht sie im Focus der Kritik bei ihren Chefs. Aber es gab damals noch andere Ungerechtigkeiten gegenüber Frauen. Ich hatte bisher nie davon gehört, dass Kellnerinnen keinen Lohn erhielten. Für sie war das Trinkgeld die Bezahlung.
Eines habe ich beim Lesen gemerkt: wie intensiv Helene Winter sich mit der Materie im Vorfeld befasst haben muss. Mich hat dieser erste Teil auf jeden Fall überzeugt und darum gibt’s von mir 5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Schein, Sein – einfach verwirrend

Die Psychopathin - Wer manipuliert dich wirklich?
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Karolin Boger hatte bisher kein einfaches Leben. Seit sie klein ist, musste sie sich um ihre depressive Schwester Jenny kümmern, nun auch noch um deren 13jährige Tochter. Beruflich hat sie ihren Platz ...

Karolin Boger hatte bisher kein einfaches Leben. Seit sie klein ist, musste sie sich um ihre depressive Schwester Jenny kümmern, nun auch noch um deren 13jährige Tochter. Beruflich hat sie ihren Platz gefunden – in der Schraubenfabrik. Als Leiterin genießt sie das Vertrauen des Firmenchefs. Und endlich hat sie auch den liebevollen Mann fürs Leben gefunden. Kleiner Makel – Christopfer ist noch verheiratet und die Scheidung läuft.
Doch immer mehr seltsame Dinge geschehen in Karos Umfeld. Scheunen brennen in unmittelbarer Umgebung, ein totes Kaninchen knallt gegen ihre Terassentür.
Die Autorin lässt den Leser an den Ängsten und Zweifeln von Karo teilnehmen. Hautnah ist zu erleben, wie sie immer ängstlicher, wie sie versucht sich zu wehren und dabei immer noch der Fels in der Brandung für ihre Schwester und ihre Nichte Ronja zu sein. Mir hat die Frau auf der einen Seite unwahrscheinlich leidgetan und auf der anderen habe ich sie dafür bewundert, wie sie sich zur Wehr setzt. Irgendwann hatte das aber fast etwas Manisches. Jeden in ihrem Umfeld misstraut sie. Ich fand es jedenfalls unwahrscheinlich spannend, wie Karo hier im Buch versucht ihr Leben in den Griff zu bekommen. Und das, ohne zu ahnen wer wirklich hinter allem steckt. Von mir gibt’s 5 Lese-Sterne, Leseempfehlung eingeschlossen.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

ein Haus, ein Team – toller Roman

Pina fällt aus
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Pina ist Mitte 40 und lebt mit ihrem 20jährigen Sohn Leo allein. Leo ist speziell und seine autistischen Züge oft eine Herausforderung. Hilfe hat Pina keine, denn einen Vater gibt es nicht. Als Pina beim ...

Pina ist Mitte 40 und lebt mit ihrem 20jährigen Sohn Leo allein. Leo ist speziell und seine autistischen Züge oft eine Herausforderung. Hilfe hat Pina keine, denn einen Vater gibt es nicht. Als Pina beim Einkaufen zusammenbricht und nicht nach den vereinbarten 1,5 Stunden Leo wieder bei Inge abholt, gerät das Leben aller Bewohner der Hansastraße 22 durcheinander…
Das Buch fand ich sehr kurzweilig. So wie die Bewohner des Mietshauses in der Hansastraße 22 beschrieben werden, wirkten sie auf mich sehr lebendig. Da gibt es die 16järige Zola, die die Schule abgebrochen hat, die Lehre gar nicht erst angetreten ist und die Nächte durchzockt. Dann den alleinlebenden Wojtek, der meist im Homeoffice arbeitet und unsterblich verliebt in eine Frau ist, die tausende Kilometer entfernt am kältesten Ort der Welt lebt. Nicht zu vergessen Inge, die 86jährige Witwe. Nach ihrem Sturz auf der Kellertreppe vor einem Jahr, hat sie nicht mehr die Wohnung verlassen, wartet nur noch auf den Tod.
Aber Leo braucht Hilfe, braucht sein geregeltes Leben. Nur leider kann Leo sich ihnen nicht mitteilen, jede Abweichung vom alltäglichen Ablauf setzt ihn unter Stress. Wie Leos Denken funktioniert, wie seine kleine Welt strukturiert sein muss, wissen die drei Mitbewohner leider nicht. Trotzdem stellen sie sich dieser Aufgabe und wachsen mit ihr. Sie erleben, wie glücklich es sie selbst macht, wenn auf Leos Gesicht ein lächeln erscheint und lernen seine Rituale kennen.
Für mich ist der Abschluss des Romans, als Inge am Ende klarstellt, dass die drei schrägen Vögel (Zitat aus Buch) trotz Pinas Genesung sich weiter um Leo kümmern werden, es aber nicht für Pina sondern für Leo tun, gelungen.
Ein wunderbarer Roman, den ich gerne weiterempfehle und der von mir 4 Lese-Sterne erhält.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

kam kaum Spannung auf

Bachelorette Party
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Annelieses Junggesellenabschied soll ein unvergessliches Erlebnis werden. Gemeinsam mit ihr wollen Mikaela, Natalie, Caroline, Lena und Theresa 4 Tage auf der unbewohnten kleinen Insel Isle Blind in dem ...

Annelieses Junggesellenabschied soll ein unvergessliches Erlebnis werden. Gemeinsam mit ihr wollen Mikaela, Natalie, Caroline, Lena und Theresa 4 Tage auf der unbewohnten kleinen Insel Isle Blind in dem neu erbauten Boutique-Hotel verbringen. Alles ist durchgeplant. Nur leider kommt alles ganz anders…
Hört sich spannend an und trotzdem konnte ich mich für den Thriller nicht erwärmen. Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt, was ich durchaus mag. Aber hier fühlte ich mich mit den Andeutungen auf das Unglück vor 10 Jahren und den aktuellen Ereignissen zu lange im Dunkeln gelassen. Gefühle, Gedanken, Zweifel der Hauptfigur Theresa wurden so ausgebreitet, dass Spannung kein Change hatte sich zu entwickeln. Wie das Leben der künftigen Braut und ihrer Freundinnen beschrieben wird, hat sie mir nicht unbedingt sympathisch erscheinen lassen. Auf keinen Fall wie beste Freundinnen, die einen Junggesellinnenabschied feiern. Irgendwie hatte jeder etwas zu verbergen, die Interessen lagen so weit auseinander, dass bei ihnen gar kein Wir-Gefühl aufkam.
Erst am Ende, als der Zusammenhang zwischen Vergangenheit und Gegenwart erkennbar wird, hat sich bei mir etwas Spannung aufgebaut. Aber der Weg dahin war sehr mühsam. Darum gebe ich auch nur 2,5 Lese-Sterne.

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