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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.05.2026

Gefährliche Sommerromanze

Die Touristin
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„Die Touristin“ von Jess Ryder ist eine ideale Urlaubslektüre, die mich gut unterhalten hat. Die Geschichte wird geschickt auf zwei Zeitebenen und aus zwei Perspektiven erzählt: In den 80ern erleben wir ...

„Die Touristin“ von Jess Ryder ist eine ideale Urlaubslektüre, die mich gut unterhalten hat. Die Geschichte wird geschickt auf zwei Zeitebenen und aus zwei Perspektiven erzählt: In den 80ern erleben wir Estelle, die sich auf der griechischen Insel Inios in den Kellner Niko verliebt – eine Sommerliebe, die scheinbar dramatisch endet. In der Gegenwart entdeckt ihre Tochter Juno zufällig durch alte Postkarten die wahre Identität ihres Vaters. Trotz aller Warnungen vor dem einflussreichen Inselclan begibt sie sich auf Spurensuche nach Inios und muss am eigenen Leib erfahren, wie gefährlich das ist. Der Schreibstil ist angenehm flüssig, allerdings plätschert die Handlung lange wie eine leichte Sommerstory dahin. Die Spannung ist eher mittelmäßig und zieht erst gegen Ende richtig dramatisch an. Ein großes Lob geht an die Hörbuchsprecherin: Ihre leicht kratzige, freche Stimme passt perfekt zum Charakter der eigensinnigen Juno. Insgesamt eine nette, atmosphärische Geschichte, für die ich gerne 4 Sterne vergebe.

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Veröffentlicht am 18.05.2026

Tsunami

Unter Wasser
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Das Cover dieses Romans ist wunderschön und zieht einen gedanklich staunend unter die Wasseroberfläche. Ebenso staunend machen die Schilderungen der Tauchgänge der Hauptfigur Marissa. Sie hat früh ihre ...

Das Cover dieses Romans ist wunderschön und zieht einen gedanklich staunend unter die Wasseroberfläche. Ebenso staunend machen die Schilderungen der Tauchgänge der Hauptfigur Marissa. Sie hat früh ihre Mutter verloren und verbringt ihre Jugend in Thailand. Ihre beste Freundin ist Arielle, die sie tragischerweise beim Tsunami im Jahr 2004 verliert.
Die Handlung springt zwischen den Jahren 2004 und 2012 hin und her. Im Jahr 2012 erlebt Marissa einen Hurrikan in New York, der erneut ein traumatisches Erlebnis darstellt. Zusätzlich erhält man Einblicke in Marissas Traumwelt. Das alles wirkt oft verwirrend sowie überfordernd und man wird als Leser nicht warm mit Marissa.
Viel dazu trägt Merle Wasmuth, die Sprecherin des Hörbuchs, bei, die sehr korrekt und distanziert liest. Allerdings kann sie die thailändischen Einschübe perfekt aussprechen, was sicher auf ihre in Indonesien verbrachte Jugend zurückzuführen ist. Bis auf die Unterwasserbeschreibungen konnte mich das Buch leider nicht erreichen, auch wenn es sehr schöne Szenen über die Mädchenfreundschaft gab. Insgesamt ein Roman mit starken Bildern, der mich emotional aber distanziert zurückgelassen hat.

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Veröffentlicht am 17.05.2026

Charmanter Sylt-Krimi zwischen Cosy Crime und Thriller

Sylter Neid
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Im Mittelpunkt steht Kari Blom, die sich eigentlich in Elternzeit befindet. Dennoch lässt sie sich auf einen Undercover-Einsatz in einer Sylter Klinik ein, in der Medikamente gestohlen werden. Richtig ...

Im Mittelpunkt steht Kari Blom, die sich eigentlich in Elternzeit befindet. Dennoch lässt sie sich auf einen Undercover-Einsatz in einer Sylter Klinik ein, in der Medikamente gestohlen werden. Richtig turbulent wird es, als ihre bekannten "Häkelomis" auf eigene Faust ermitteln, dabei gehörig über das Ziel hinausschießen und sich selbst in akute Lebensgefahr bringen. Im Verlauf der Geschichte gerät sogar Karis Baby in eine sehr bedrohliche Situation.

Die Handlung ist stellenweise wirklich total unrealistisch konstruiert. Dennoch muss ich sagen, dass die Geschichte einen ganz eigenen Charme besitzt, dem man sich schwer entziehen kann. Es fällt allerdings schwer, das Buch einem festen Genre zuzuordnen. Einerseits bringt es viele Elemente eines typischen "Cosy Crime" mit, andererseits ist es für dieses Genre stellenweise dann doch deutlich zu blutig und brutal. Es ist wohl eher ein interessantes Zwischending.

Ein besonderes Lob verdient die Sprecherin Chris Nonnast. Ihr lebendiger Vortrag passt hervorragend zur Geschichte und trägt sehr dazu bei, dass man gerne am Ball bleibt.

Mein Fazit: Ein unkonventioneller, manchmal überzogener, aber sehr charmanter Sylt-Krimi. Dank der guten Sprecherin ein empfehlenswertes Hörvergnügen für alle, die eine Mischung aus Wohlfühlkrimi und Spannung mögen.

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Veröffentlicht am 15.05.2026

Vegas erster Fall

Vega Varg – Das Schweigen der Insel
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Ich habe „Das Schweigen der Insel“ von Hellberg gelesen und fand es insgesamt wirklich gelungen. Die Geschichte spielt auf Südkoster vor der schwedischen Küste, und die Inselatmosphäre wird gut eingefangen. ...

Ich habe „Das Schweigen der Insel“ von Hellberg gelesen und fand es insgesamt wirklich gelungen. Die Geschichte spielt auf Südkoster vor der schwedischen Küste, und die Inselatmosphäre wird gut eingefangen. Man hat den Wind und das Meer beim Lesen förmlich vor Augen.
Die Story beginnt damit, dass Touristen einen ermordeten jungen Mann finden. Diese Gruppe, vier ziemlich blasierte Immobilienmanager, bringt eine ganz eigene, teils anstrengende Dynamik mit sexuellen Verstrickungen in die Geschichte. Auf der anderen Seite steht die erfahrene Ermittlerin Vega Varg, die zusammen mit ihren Söhnen arbeitet.
Der zweite Handlungsstrang spielt in der Vergangenheit. Hier geht es um den rätselhaften Tod von Vegas Ehemann.

Die Grundspannung bleibt das ganze Buch über hoch, und es gibt viele unterschiedliche, interessante Charaktere.
Es bleibt sehr lange alles extrem rätselhaft, und gegen Ende kommt die Auflösung dann fast schon zu geballt. Es wird zwar alles logisch aufgeklärt, auch der Fall aus der Vergangenheit, aber die Ergebnisse werden einem als Leser in kurzer Abfolge so überstürzt präsentiert, dass man kaum Zeit zum Luftholen hat. Da hätte das Ende ausführlicher sein können.

Ein atmosphärisch starker Krimi mit interessanten Ermittlern und einem tollen Setting. Wer schwedische Krimis mag, sollte hier definitiv zugreifen!

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Veröffentlicht am 12.05.2026

Schwieriger Einstieg in eine eigenwillige Geschichte

Sie wollen uns erzählen
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Oswald eckt in der Schule ständig an, was vor allem an seiner ADHS Diagnose liegt. Zum Glück hat er mit Ann eine Mutter, die ihn nicht nur bedingungslos liebt, sondern ihn als selbst Betroffene auch wirklich ...

Oswald eckt in der Schule ständig an, was vor allem an seiner ADHS Diagnose liegt. Zum Glück hat er mit Ann eine Mutter, die ihn nicht nur bedingungslos liebt, sondern ihn als selbst Betroffene auch wirklich versteht. Ein Vorfall mit einem Kaninchen in der Schule bringt ihn jedoch in eine brenzlige Lage und lässt ihn in einem völlig falschen Licht dastehen. Aus Angst davor, seine Mutter zu enttäuschen, behält er das Ereignis erst einmal für sich. Die Aufregung um die verschwundene Oma verschafft ihm glücklicherweise eine Atempause. Am Ende ist es sogar Oswald, der durch seine unkonventionelle Denkweise die rettende Idee hat, um die Großmutter zu finden.

Mir fiel der Einstieg in diese Geschichte leider sehr schwer. Der Anfang konzentriert sich stark auf die Einführung in die Gedankenwelt der Charaktere, was zwar beim Verständnis hilft, aber durch einen sehr distanzierten und fast schon langweiligen Schreibstil erkauft wird. Es kam bei mir keine richtige Neugier auf die Personen oder den weiteren Handlungsverlauf auf. Erst in der zweiten Hälfte nimmt die Erzählung endlich Fahrt auf und das Lesen wird angenehmer. Dennoch konnte mich das Buch insgesamt nie richtig fesseln und ich stand mehrmals kurz davor, es einfach abzubrechen. Neben dem zähen Stil empfand ich zudem fast alle Charaktere als sehr merkwürdig. Während man sich in Oswald und Ann noch hineinversetzen konnte, blieben die anderen Figuren seltsam distanziert. Die Schwester Nell lebt als erfolglose Hippiebäuerin auf einem Aussteigerhof, die Oma ist dement und selbst der eigentlich fürsorgliche Nachbar wirkt sehr eigenartig.

Es bleibt am Ende ein Roman, der zwar wichtige Themen wie Neurodivergenz und familiären Zusammenhalt beleuchtet, mich aber auf emotionaler Ebene kaum erreichen konnte. Die guten Ansätze in der zweiten Hälfte können die zähe erste Phase und die Distanz zu den eigenwilligen Charakteren leider nicht ganz wettmachen. Für mich war es eine eher mühsame Lektüre, die ich nur mit viel Geduld beendet habe.

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