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fredhel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.06.2018

Etwas zu schnulzig

Morgen ist es Liebe
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"Morgen ist es Liebe" von Monika Maifeld ist ein typischer Heile-Welt-Roman. Die schöne, junge Ärztin Alexandra verunglückt auf dem Heimweg und wird von einem Unbekannten aus dem brennenden Wrack gezogen. ...

"Morgen ist es Liebe" von Monika Maifeld ist ein typischer Heile-Welt-Roman. Die schöne, junge Ärztin Alexandra verunglückt auf dem Heimweg und wird von einem Unbekannten aus dem brennenden Wrack gezogen. Der Retter wollte sich eigentlich umbringen und setzt nun alles daran, seinen Abschiedsbrief, der mittlerweile zu Alexandras Sachen geraten ist, zurückzuerhalten. Der Leser spürt natürlich sofort das geheimnisvolle Knistern zwischen den beiden, gegen das sie sich lange erfolgreich sträuben. Dann gibt es noch den erfolgreichen Exfreund, der seinen Nebenbuhler bekämpft, ausserdem einen Alkoholiker, der vom Weg abgekommen ist, einen bärbeissigen Polizisten, eine herzensgute Witwe mit einem fröhlichen kleinen Hund.....kurz: unter dem Zauber einer schneereichen Weihnachtszeit reiht sich in diesem Buch ein vorhersehbares Klischee an das andere.
Der Schreibstil der Autorin liest sich recht angenehm und manchmal braucht man ja auch eine rosa Wolke um vom Alltag entspannen zu können. Mir persönlich war der Plot zu flach, aber wer mal richtig entspannt abschalten möchte, trifft mit diesem Roman keine schlecht Wahl.

Veröffentlicht am 31.10.2017

Nachlese halten

Scythe – Die Hüter des Todes
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Das Jahr, in dem "Scythe" von Neal Shusterman spielt, ist nicht mehr zu benennen, denn irgendwann hat man mit der Berechnung aufgehört, nachdem der Supercomputer THUNDERHEAD die Leitung über das Wohlergehen ...

Das Jahr, in dem "Scythe" von Neal Shusterman spielt, ist nicht mehr zu benennen, denn irgendwann hat man mit der Berechnung aufgehört, nachdem der Supercomputer THUNDERHEAD die Leitung über das Wohlergehen der Welt übernommen hat. Hunger, Krieg und Terror sind Vergangenheit, ebenso die Sterblichkeit. Um einer Überbevölkerung entgegenzuwirken, gibt es die Kaste der Scythen, die nach einer strengen Ausbildung samt Abschlussprüfung den Tod zu auserwählten Menschen bringen. Leider verfällt der Sittenkodex in einigen Scythengruppierungen und die Situation eskaliert, als zwei Jugendliche gleichzeitig von einem angesehenen Scythen als Lehrlinge angenommen werden. Es läuft auf einen Wettstreit auf Leben und Tod hinaus.
Zwischen dem normalen Handlungsstrang findet sich als Kapiteltrennung immer eine Seite aus dem Tagebuch eines der beteiligten Scythen. Zuerst haben mich diese trockenen Sequenzen etwas gestört, aber nach und nach wurden sie mir immer wichtiger für das Verständnis der allgemeinen Situation.
"Scythe" ist kein kompliziertes Buch. Es gibt im Prinzip nur den einen Handlungsstrang und es gibt auch wenig zwischen den Zeilen zu lesen. Interessant ist für mich die Vorstellung, wie sich eine Welt darstellt, in der es keinen Tod mehr gibt, keine Krankheit, kein Alter....irgendwie wirkt alles übersättigt und sinnentleert, wenn auch die Menschen dieser perfekten Welt es wahrscheinlich anders sehen. Nur die Scythen beenden diesen paradiesischen Zustand, aber die Wahrscheinlichkeit, ausgesucht zu werden, ist relativ gering.
Mich hat diese Dystopie sehr angesprochen. Einerseits ist der Erzählstil eher spröde, nur vereinzelt gibt es einige spannende Kampfszenen, aber dennoch will man wissen, wie sich die beiden Lehrlinge entwickeln werden und auch ob die Klasse der Scythen zu ihrem ursprünglichen Ehrenkodex zurückfinden kann. Am Ende bleiben keine Fragen offen, aber dennoch ist die Aussicht auf den zweiten Teil der Trilogie verlockend.

Veröffentlicht am 03.02.2017

Künstler

Nebeltod
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In "Nebeltod" von Nina Ohlandt ermittelt Hauptkommissar John Benthien von der Flensburger Kripo zum dritten Mal für die Krimileser, für mich ist es die erste Begegnung mit ihm. Ich bin angenehm überrascht: ...

In "Nebeltod" von Nina Ohlandt ermittelt Hauptkommissar John Benthien von der Flensburger Kripo zum dritten Mal für die Krimileser, für mich ist es die erste Begegnung mit ihm. Ich bin angenehm überrascht: der Schauplatz auf den nordfriesischen Inseln und rund um Flensburg kommt authentisch rüber, und Benthien mit seinen Kollegen ist eine durchweg sympathische Truppe, in der jeder einzelne zählt und durch seine spezielle Eigenart punkten kann. Nur der neue Kollege aus Hannover entpuppt sich als unerwarteter Bremsklotz. Er ist nicht teamfähig, nicht kollegial, nicht einsichtig, sondern einfach nur ein sturer Kerl. Mal schauen, ob Frau Ohlandt und Kommissar Benthien ihn in den nächsten Folgen gebändigt kriegen.
Die Handlung splittet sich in mehrere Stränge auf. Ein gewaltsamer Mord, ein Pferderipper und ein Schuss auf einen Geländewagen, diese drei Verbrechen werden unter den Mitarbeitern aufgeteilt. Als Leser kann man alle Spuren mitverfolgen. Die Menschen werden sehr lebendig dargestellt. Man verteilt sofort Sympathiepunkte und spekuliert, wer zu den Bösen gehört. Hier macht das Lesen einfach auf jeder Seite Spass. Es wird nicht langweilig, obwohl es ein recht umfangreicher Roman ist. Besonders gut gefallen haben mir die geheimnisvollen Vorgänge in Johns Ferienhaus. Auch wenn das Rätsel gelöst ist, bin ich gespannt, ob in den nächsten Folgen nochmals darauf eingegangen wird.
Ein spannendes Buch mit mehreren Handlungssträngen, die sinnvoll ineinander greifen, erhält von mir grundsätzlich die volle Punktzahl und wird weiterempfohlen.

Veröffentlicht am 21.05.2019

Oberflächlich

Die Blätter der Eiche
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"Die Blätter der Eiche" ist der zweite Band einer Trilogie über drei Londoner Geheimbünde, die um die Vorherrschaft ringen. Jedes Jahr werden junge begabte Studenten ausgewählt und schweren Prüfungen unterzogen. ...

"Die Blätter der Eiche" ist der zweite Band einer Trilogie über drei Londoner Geheimbünde, die um die Vorherrschaft ringen. Jedes Jahr werden junge begabte Studenten ausgewählt und schweren Prüfungen unterzogen. Wer sie besteht, verpflichtet sein Leben auf seinen Geheimbund. Den jungen Leuten ist nicht klar, dass die Anführer nur nach grenzenloser Macht streben und ihre Mitglieder nach Gutdünken einsetzen, um durch Erpressung, körperliche Repressalien, ja sogar durch Mord, ihre eigennützigen Ziele zu erzwingen.

Die Studentin Nola ist irgendwie in die ganze Szene hineingerutscht, obwohl sie nichts damit zu tun haben will. Man erpresst sie mit dem Leben ihres Bruders, damit sie ein schwieriges Rätsel für den Bund der Adler löst. An ihrer Seite stehen Shane und Blue, die anfänglich noch voll hinter den Zielen der Adler stehen.

Während sie Zeile für Zeile das Rätsel dechiffrieren, erkennen auch sie allmählich die dunklen Machenschaften.

Mir hat dieses Buch nicht gefallen, weil es vieles vereinfacht darstellt. Es gelingt der Autorin nicht so recht, Spannung aufzubauen. Das ganz Setting ist unrealistisch, es wird zuviel gekämpft und die Charaktere bleiben für mich blass.

Veröffentlicht am 21.05.2019

Zwischen Glauben und Wahn

Sündenkammer
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Das kleine linksrheinische Städtchen Zons bildet hier den Schauplatz von gleich zwei Kriminalfällen in weit auseinander liegenden Zeitebenen.
Im Jahr 1500 n.Chr. werden innerhalb weniger Tage mehrere ...

Das kleine linksrheinische Städtchen Zons bildet hier den Schauplatz von gleich zwei Kriminalfällen in weit auseinander liegenden Zeitebenen.
Im Jahr 1500 n.Chr. werden innerhalb weniger Tage mehrere Klosternovizen ermordet. Der Stadtsoldat Bastian Mühlenberg darf mit der Erlaubnis des Abts innerhalb der Kostermauern ermitteln. Unter dem Deckmantel der Frömmigkeit tun sich wahre Abgründe auf, doch Bastian schafft es, eine Spur zu finden. Dieser Erzählstrang ist eigentlich spannender als die Gegenwart, was vielleicht durch die eindringlichen Schilderungen des kargen Lebens in dieser Zeit bewirkt wird. Viele junge Männer treibt die blanke Not in die Klöster. Hier gibt es praktisch eine Rundumversorgung, während sie auf der Straße täglich ums Überleben kämpfen müßten. Doch der Preis ist hoch: Verzicht auf persönliche Entfaltung und der Willkür der Ordenbrüder ausgeliefert zu sein.
Auch in der Gegenwart treibt ein Serienmörder sein Unwesen. Menschen werden auf Scheiterhaufen verbrannt und die Polizei erhält Pakete mit Sexspielzeug. Kommissar Oliver Bergmann ermittelt in einer obskuren satanistischen Gruppierung, die auch die Freundin seiner Verlobten bedroht.
Zwischen dieser Anna in der Gegenwart und Bastian in der Vergangenheit gibt es ein tiefes, unerklärliches Band der Liebe, das sich immer wieder durch Träume und Visionen zeigt.

Vielleicht will die Autorin so eine mystische Verbindung zwischen den beiden Zeitebenen schaffen, aber ich finde es nur verwirrend und unglaubhaft.

Ich hab den Roman als Hörbuch gehört. Der Sprecher Erich Wittenberg ist eine ausgezeichnete Wahl. Mit seiner Stimme moduliert er gekonnt die Gefühlslage der Akteure und es wirkt auch so, als wären es verschiedene Personen.

"Sündenkammer" ist auf eine Art recht unterhaltsam, aber so richtig konnte der Funke nicht überspringen.