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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.05.2021

Ein unbekannter Meister

Venezianische Verwicklungen
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Mit dem Hörbuch taucht man ab in die wunderschöne Lagunenstadt Venedig. Die Autorin versteht es gut, die Atmosphäre der verwinkelten Gässchen, der alten Kirchen und der bekannten Brücken einzufangen. Dies ...

Mit dem Hörbuch taucht man ab in die wunderschöne Lagunenstadt Venedig. Die Autorin versteht es gut, die Atmosphäre der verwinkelten Gässchen, der alten Kirchen und der bekannten Brücken einzufangen. Dies ist der Hintergrund für brutale Anschläge und Morde. Es geht um ein bisher unbekanntes Bild von Picasso, das sich irgendwo in Venedig befindet. Ein gewalttätiger Schwerverbrecher soll das Bild für einen einflussreichen Kunstsammler heranschaffen. Dafür geht er buchstäblich über Leichen. Der Commissario Luca Brassoni ist auf den Fall angesetzt. Sein kompliziertes Liebesleben ist ein Nebenschauplatz.
Trotz der Morde empfinde ich die Handlung als sehr ruhig, erst ganz zuletzt gibt es ein actionreiches Ende.
An einen Donna-Leon-Krimi kann "Venezianische Verwicklungen" nicht heranreichen. Dennoch ist es eine angenehme Lektüre, die den Leser ins wunderschöne Venedig abtauchen lässt. Ein paar Kleinigkeiten sind mir nicht ganz logisch vorgekommen und es gab auch etwas zu viel Zufall. Für den Sprecher konnte ich mich nicht so begeistern. Mir ist seine Aussprache zu sachlich und emotionslos. Deswegen einen leichten Punktabzug.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.05.2021

Mord bei der Queen

Tod im Buckingham Palast
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Das wunderschöne Cover soll den Leser schon vorab in die Sphären des Buckingham-Palast entführen. In diesem gediegenen Ambiente stirbt ein Lakai der Königin. Ein mit ihm befreundetes Hausmädchen, Jane ...

Das wunderschöne Cover soll den Leser schon vorab in die Sphären des Buckingham-Palast entführen. In diesem gediegenen Ambiente stirbt ein Lakai der Königin. Ein mit ihm befreundetes Hausmädchen, Jane Bee aus Kanada, mag nicht an einen Suizid glauben. So beginnt sie mit ihren eigenen Nachforschungen, die insgeheim von ihrer Majestät, der Königin, gefördert werden.
Dieses Buch hat mich stark an das kürzlich erschienene "Das Windsor-Komplott" von S J Bennett erinnert. Vielleicht liegt es an dem Vergleich, der "Tod im Buckingham Palast" in meinen Augen dagegen abfallen lässt. Viele Passagen werden mit den gleichförmigen Aufgaben des Hausmädchens verplempert. Auch wenn Jane Bee eine ganz nette Person ist, so bleiben doch sie und auch die anderen Charaktere blass und nichtssagend. Die Krimihandlung an sich ist ebenfalls spannungsarm, nur das Setting im Buckingham-Palast ist mal etwas außergewöhnlich.
Als Liebhaber von englischen Cosy-Krimis war ich jedenfalls etwas enttäuscht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.05.2021

Haus des Grauens

GIRL A
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Alexandra Gracie ist eine junge Frau, die von ihrer im Gefängnis verstorbenen Mutter als Testamentsvollstreckerin eingesetzt wird. Alexandra möchte das Haus ihrer Kindheit als Begegnungsstätte für viele ...

Alexandra Gracie ist eine junge Frau, die von ihrer im Gefängnis verstorbenen Mutter als Testamentsvollstreckerin eingesetzt wird. Alexandra möchte das Haus ihrer Kindheit als Begegnungsstätte für viele Menschen umwandeln. Dieses Haus ist für sie und ihre Geschwister tatsächlich ein Ort des Grauens gewesen. Die Kinder waren bis zu ihrer Rettung verwahrlost in ihren Betten festgekettet. Zum Glück kamen sie anschließend alle in unterschiedliche Pflegefamilien, wo sie halbwegs normal aufwachsen konnten.

Die Nutzung dieses Hauses kann nur durch einen einstimmigen Beschluss der Kinder bestimmt werden und so besucht Alexandra Gracie ihre Geschwister reihum. Jedes Kapitel ist einem anderen Kind gewidmet, beinhaltet Rückblenden auf die schreckliche Kindheit und leuchtet die Gegenwart aus.

So entsteht nachträglich ein Soziogramm der gesamten Familie.

Von der Idee her hätte das ein fesselnder Plot werden können, doch die Autorin versteht es nicht, den Zuhörer an ihre Protagonisten zu fesseln. Viel zu distanziert werden alle Geschehnisse berichtet. Selbst Alexandra wird nicht zu einem Sympathieträger.
Mir persönlich ist dieses hochemotionale Thema viel zu trocken erzählt. Es baut sich kein Spannungsbogen auf. Die Erwartungen, die der Klappentext weckt, können leider nicht erfüllt werden.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.05.2021

Alt, aber clever

Der Donnerstagsmordclub
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In einer idyllischen Seniorenresidenz können gut betuchte ältere Herrschaften äußerst komfortabel ihren Lebensabend verbringen. Es gibt viele Unterhaltungsangebote, aber ein ganz besonderer kleiner Kreis ...

In einer idyllischen Seniorenresidenz können gut betuchte ältere Herrschaften äußerst komfortabel ihren Lebensabend verbringen. Es gibt viele Unterhaltungsangebote, aber ein ganz besonderer kleiner Kreis hat sich der Auflösung alter Kriminalfälle verschrieben. Seine Mitglieder sind geistig noch völlig intakt, auch wenn die Gelenk murren. Außerdem verfügen sie über Beziehungen, die sie spielen lassen können, um an Informationen zu kommen. Als nun ein Mord fast vor der Haustür passiert, ist das wie ein Geschenk des Himmels. Mit Charme und Schläue wickeln sie die örtliche Polizei um den kleinen Finger und tragen maßgeblich zur Aufklärung bei. Sie haben dabei erstaunliche Tricks auf Lager.

Die Hobbydetektive sind schon etwas speziell, sozusagen altersschrullig, doch sehr sympathisch. Ihre Gebrechlichkeit und ihre Vergesslichkeit tragen sie mit heiterer Gelassenheit. Damit sorgen sie oft für ein Schmunzeln beim Leser. Der Autor schafft es mit seinem britischen Humor, das Alter auf die Schippe zu nehmen, ohne die Personen lächerlich zu machen.
Die Mordermittlung schreitet nur gemächlich voran, aber das Augenmerk liegt auch auf der gesamten Atmosphäre in dieser vornehmen Residenz und auf den großen und kleinen Geheimnissen ihrer Bewohner.
Mir hat dieses Buch ausgesprochen gut gefallen. Der Klappentext hat gehalten, was er versprochen hat. Wer feinsinnigen britischen Humor mag, der liegt hier genau richtig.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.05.2021

Agententhriller

Geiger
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Im Wesentlichen folgt dieser Thriller zwei Handlungssträngen:

Agneta erschießt ihren Ehemann Stellan nach über 40 Jahren Ehe und ist von da an auf der Flucht. Sie muss ihr Lebenswerk vollenden.

Sara ...

Im Wesentlichen folgt dieser Thriller zwei Handlungssträngen:

Agneta erschießt ihren Ehemann Stellan nach über 40 Jahren Ehe und ist von da an auf der Flucht. Sie muss ihr Lebenswerk vollenden.

Sara Nowak ist eine engagierte Polizistin bei der Sittenpolizei. Sie übt ihren Beruf mit übertriebener Gewalt aus. Engstirnig verfolgt sie jede Art von Sexismus, sei er noch so geringfügig. Sie mischt sich in die Mordermittlung ein, weil sie in ihrer Kindheit engen Kontakt mit Stellan und Agneta hatte, und nun mit ihrem Insiderwissen zur Aufklärung beitragen möchte.
Sara ist auch die Erste, die erkennt, dass der Fall eine ungeheure politische Dimension hat, die noch weit in die Phasen des Kalten Krieges zurückreicht und nun ganz akut die Sicherheit in Europa bedroht.

Die Familienverhältnisse sowie Episoden aus der Vergangenheit sind auf ihre Art spannend zu lesen.
Doch die Teile, die sich auf die Agententätigkeit beziehen, verkommen schnell zu recht trockenem Politikwissen. Auch die Rolle, die Agneta im ganzen Szenario spielt, bleibt lange undurchschaubar und sehr kompliziert.

In meinen Augen sind es Saras Entdeckungen, die den Spannungsbogen aufrecht halten. Allerdings hat mir Saras kompromissloser, brutaler Charakter überhaupt nicht gefallen. Auch sonst gibt es keine Sympathieträger in dieser Geschichte.

Insgesamt konnte mich "Geiger" nicht hundertprozentig überzeugen. Über weite Strecken ist mir der Plot mit zu viel Fakten überhäuft, und die Agenten (egal von welcher Seite) finde ich unglaubhaft.
Nur die geniale Grundidee des Thrillers lässt mich den Gesamteindruck auf 4 Lesesterne aufrunden.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere