Zwischen Schönheit und Schuld
In Das schönste aller Leben schreibt Betty Boras von zwei Frauen aus unterschiedlichen Jahrhunderten, deren Leben durch das Banat und durch Erwartungen an Schönheit und Anpassung miteinander verbunden ...
In Das schönste aller Leben schreibt Betty Boras von zwei Frauen aus unterschiedlichen Jahrhunderten, deren Leben durch das Banat und durch Erwartungen an Schönheit und Anpassung miteinander verbunden sind. Während eine nach der Flucht nach Deutschland mit Schuldgefühlen kämpft, wird die andere im 18. Jahrhundert für ihre Schönheit zum Opfer gesellschaftlicher Machtstrukturen.
Mich hat schon der Anfang komplett gepackt. Diese ehrlichen und absolut schonungslosen Gedanken über Schönheit und gesellschaftlichen Druck – das ist intensiv und tut teilweise richtig weh beim Lesen. Der Schreibstil ist unglaublich klar. Keine unnötigen Ausschmückungen, sondern starke Bilder, die sofort eine Wirkung auf mich hatten.
Was mir besonders gefallen hat: Wie fein das Thema Schönheit, Schuld und der Blick der Gesellschaft verhandelt wird. Man wird total zum Nachdenken angeregt, für mich immer ein Zeichen, dass das Buch bei mir gut Wirkung zeigt.
Ein sehr eindrucksvoller Roman über Herkunft, Muttersein und die Frage, was ein „schönes Leben“ eigentlich bedeutet. Es ist überhaupt kein leichtes Buch zum Mal eben weg lesen, dafür aber um mal wieder richtig ins Nachdenken gebracht zu werden.