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Veröffentlicht am 01.04.2026

Die Einsamkeit von Muckle Flugga

Der letzte Leuchtturm
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Muckle Flugga, eine Shetland-Insel, ist ein abgelegener, einsamer Ort. Hier verläuft ein Tag wie der andere. Auf der Insel leben nur Ouse und sein Vater, der Leuchtturmwärter, die kaum miteinander reden. ...

Muckle Flugga, eine Shetland-Insel, ist ein abgelegener, einsamer Ort. Hier verläuft ein Tag wie der andere. Auf der Insel leben nur Ouse und sein Vater, der Leuchtturmwärter, die kaum miteinander reden. Daher zieht sich Ouse oft in sein Atelier zurück, wo er mit dem Geist von Robert Louis Stevenson redet. Doch dann kommt Firth, ein Autor aus Edinburgh, auf die Insel und freundet sich mit Ouse an. Dadurch gibt es eine besondere Dynamik unter den Personen und die Geschichte nimmt ihren Lauf.

Der Autor Michael Pedersen hat eine wunderbare Art sich auszudrücken. Die Sprache ist poetisch und bildhaft. Handlungsmässig geschieht nicht allzu viel. Man muss sich also auf diesen ruhigen Roman einlassen können. Die Insel und die raue Natur sind sehr gut beschrieben.

Ouse ist ein sensibler, künstlerisch begabter Mensch, der mangels anderer Kontakte den Geist von Stevenson als Freund auserkoren hat und ihm sein Innerstes anvertraut. Eigentlich träumt er davon, diese Insel zu verlassen, doch er kann seinen Vater nicht alleine zurücklassen. Sein Vater ist ein hartherziger, grantiger Mensch, der mit sich selbst nicht im Reinen ist. Er erwartet, das Ouse später in seine Fußstapfen tritt und Leuchtturmwärter wird und zieht überhaupt nicht in Betracht, dass sein Sohn vielleicht ein eigenes Leben irgendwo anders führen möchte. Beide trauern um die Frau beziehungsweise die Mutter, die viel zu früh von ihnen gegangen ist, aber jeder trauert für sich. Doch als der erfolglose und schwermütige Autor Firth auf die Insel kommt und sich mit Ouse anfreundet, gerät etwas in Bewegung und es kommt zu Spannungen zwischen dem Leuchtturmwärter und Firth. Doch es liegt an Ouse, wie es weitergehen soll. Er muss eine Entscheidung treffen.

Ein ruhiger und atmosphärischer Roman, der wort- und bildgewaltig erzählt ist, aber vom Leser auch Aufmerksamkeit verlangt. Mir hat das Buch gefallen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.03.2026

Wo sind die verschwundenen Frauen?

Die Ärztin – Gefährlicher Besuch
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Gynäkologin Dr. Eva Mares hat die Ereignisse von vor einem Jahr noch lange nicht verarbeitet, was sich auch auf das Familienleben ausgewirkt hat. Da steht eines Nachts eine Hochschwangere mit ihrem Vater ...

Gynäkologin Dr. Eva Mares hat die Ereignisse von vor einem Jahr noch lange nicht verarbeitet, was sich auch auf das Familienleben ausgewirkt hat. Da steht eines Nachts eine Hochschwangere mit ihrem Vater vor der Tür. Trotz Bedenken öffnet Eva und kümmert sich um die junge Frau. Da aber keine ernsthaften Probleme vorliegen, soll Nina am nächsten Tag in die Klinik zu einer genaueren Untersuchung kommen. Später findet Eva einen Hilferuf auf dem Spiegel im Gästebad. Doch dann sind die beiden verschwunden und Eva wendet sich an die Polizei. Die ist mit einem Vermisstenfall beschäftigt und Eva versucht auf eigene Faust etwas herauszufinden.
Dieses Buch ist der zweite Band aus der Reihe um die Gynäkologin Dr. Eva Mares. Auch wenn dieser Fall in sich abgeschlossen ist, wäre es sinnvoll, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Da ich den Vorgängerband nicht gelesen habe, fehlten mir doch einige Informationen, die für ein besseres Verständnis gesorgt hätten.
Erzählt wird die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven, die kurzen Kapitel sind entsprechend betitelt. Die Kapitel der geheimnisvollen „Sie“ waren ziemlich bewegend.
Die Gynäkologin Eva ist total ausgelaugt, aber sie ist auch eine engagierte und mitfühlende Ärztin. Daher öffnet sie auch die Tür für die hochschwangere Nina und ihren Vater. Eva war mir sehr sympathisch, aber alle anderen Personen blieben für mich ein wenig blass.
Es geht in diesem Buch um häusliche Gewalt. Für mich ist schwer nachzuvollziehen, dass manche Männer sich nur stark fühlen, wenn sie Gewalt anwenden, und dass Frauen dafür immer wieder Entschuldigungen finden. Es muss erschreckend sein, nicht zu wissen, wann der nächste Ausbruch kommt und immer Angst zu haben. Die Emotionen, die bei diesem Thema eigentlich aufkommen müssten, konnte ich beim Lesen aber nicht fühlen.
Mit der Zeit verknüpfen sich die unterschiedlichen Handlungsstränge und alles löst sich schlüssig auf.
Eine spannende Geschichte zu einem wichtigen Thema. Allerdings ist bei der Umsetzung noch Luft nach oben.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 27.03.2026

Eine intensive und authentische Familiengeschichte

Alle glücklich
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Bei der Familie Holtstein ist alles in Ordnung und alle sind glücklich. So scheint es jedenfalls nach außen, aber unter der Oberfläche brodelt es. Nina hat ihr Studium abgebrochen, weil sie schwanger wurde ...

Bei der Familie Holtstein ist alles in Ordnung und alle sind glücklich. So scheint es jedenfalls nach außen, aber unter der Oberfläche brodelt es. Nina hat ihr Studium abgebrochen, weil sie schwanger wurde und ist nun für die Familie da. Halbtags arbeitet sie noch als MTA. Alexander ist als Oberarzt beruflich sehr eingespannt und sieht sich als Versorger der Familie. In dieser Rolle wünscht er sich Anerkennung für seine Leistung. Nina ist zum ersten Mal verliebt und ordnet sich ihrem Freund unter. Ben dagegen hatte noch nie eine Freundin; er verlässt kaum sein Zimmer und verliert sich in seiner Gaming-Welt.

Vielleicht wäre es so noch lange weitergegangen und jeder von ihnen wäre noch unzufriedener geworden. Doch dann freundet sich Nina mit Anastasia an und geht mehr ihren eigenen Interessen nach, und es passiert etwas Furchtbares, so dass vieles dadurch an die Oberfläche kommt.

Erzählt wird die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven, so dass wir von jedem erfahren, was ihn belastet und welche Vorstellungen er hat. Doch statt darüber zu reden, welche Wünsche und Erwartungen man hat, hütet jeder seinen Groll in sich. Die Familienmitglieder sind authentisch dargestellt. So konnte ich nachvollziehen, dass Nina Anerkennung dafür haben möchte, was sie für die Familie leistet. Dass Alexander sich oft überfordert fühlt, auch das konnte ich sehen. Die Kinder haben ihre jugendlichen Probleme und müssen ihren Weg noch finden, aber ihnen fehlt der Halt in der Familie. Auch wenn ich verstanden habe, was in ihnen vorgeht, so habe ich doch nicht jede Handlung gut gefunden.

Es war spannend zu verfolgen, wie es mit der Familie weitergeht. Werden sie noch weiter auseinanderdriften oder werden sie einen neuen Weg für ihr Familienleben finden?

Dieser Roman liest sich gut und flüssig und regt zum Nachdenken an. Mir hat er gut gefallen.

  • Einzelne Kategorien
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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.03.2026

Was ist „normal“?

Sie wollen uns erzählen
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Ozzy ist neun Jahre alt und anders als andere Kinder. Er hat ADHS und daher läuft es in der Schule nicht so glatt. Nun hat er einen Brief der Lehrerin für seine Mutter in der Tasche, denn es ist etwas ...

Ozzy ist neun Jahre alt und anders als andere Kinder. Er hat ADHS und daher läuft es in der Schule nicht so glatt. Nun hat er einen Brief der Lehrerin für seine Mutter in der Tasche, denn es ist etwas passiert. Oz hofft, das irgendetwas geschieht, das seine Mutter Ann ablenkt. Als er nach Hause kommt, ist wirklich etwas eingetroffen. Seine Oma Zilly ist weg.

Die Autorin Birgit Birnbach erzählt diese Geschichte sehr einfühlsam, aber auch so sprunghaft, wie sich Oz und seine Mutter verhalten. Das macht es authentisch, aber auch nicht ganz leicht beim Lesen. Man muss schon konzentriert bleiben.

Ann liebt ihren Sohn und kann sich in ihn einfühlen, da auch sie betroffen ist. Aber das macht es trotzdem nicht leicht für sie, zumal sie alleinerziehend ist. Sie bekommt das Leben der beiden nur schwer geregelt. Als Ann Kind war, wurden sie und ihre Schwester Nell in dem kleinen Dorf als sonderbar betrachtet. Immer wieder eckte Ann an, doch irgendwann hat sie ihren Weg gefunden, auch wenn sie immer noch mit ihren Problemen kämpft. Oft explodiert sie und Oz weiß damit nicht so recht umzugehen und nun muss er seiner Mutter von dem Schlimmen berichten, was in der Schule passiert.

Es ist schwer, wenn die Menschen auf das Anderssein mit Unverständnis reagieren und wenn das Leben immer wieder chaotisch verläuft. Ann versucht ihren Sohn zu schützen, doch sie ist auch total überfordert. Ich konnte gut mit den beiden mitfühlen.

Mit hat dieser einfühlsam erzählte Roman gut gefallen.

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Veröffentlicht am 20.03.2026

Ein packender Krimi

Dein ist die Sühne
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Theresas Vater wurde vor zwanzig Jahren in einer Halloweennacht erschossen aufgefunden. Alles deutete damals auf einen Raubmord hin. Das lässt Theresa keine Ruhe. Als sie einen kryptischen Hinweis erhält, ...

Theresas Vater wurde vor zwanzig Jahren in einer Halloweennacht erschossen aufgefunden. Alles deutete damals auf einen Raubmord hin. Das lässt Theresa keine Ruhe. Als sie einen kryptischen Hinweis erhält, will sie nun endlich wissen, was wirklich geschah. Sie bittet das LKA den Fall noch einmal aufzunehmen. Aber für die ist der Fall abgeschlossen. Inspektorin Dorothea Keusch ermittelt trotzdem. Doch dann passiert ein Mord im beschaulichen Kufstein.

Dieser Krimi ist der vierte Band aus der Reihe „„Dorothea Keusch ermittelt“. Die Autorin Maria Höfle hat einen flüssigen und packenden Schreibstil. Auch der Handlungsort Kufstein ist sehr gut beschrieben. Der Krimi ist spannend und die Atmosphäre ein wenig düster.

Dorothea Keusch ist eine sympathische Ermittlerin, bei der es privat nicht gut läuft. Sie möchte ihre Fälle lösen und Gerechtigkeit walten lassen, daher nimmt sie sich dieses ungelösten Cold Case an, auch wenn ihre Vorgesetzte und ihr Kollege Konstantin Schmitt das abgelehnt haben. Das bereut sie aber schon bald, als ein Mord geschieht und sie erkennt, dass es besser gewesen wäre, nicht in der Vergangenheit herumzustochern.

Bis zum Schluss war ich mir nicht sicher, wer der Täter ist.

Mir hat dieser spannende Krimi gut gefallen.

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