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Veröffentlicht am 16.05.2026

Verwilderte Wege, neue Anfänge

Brombeerblaue Tage
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Elisa, eine Landschaftsarchitektin aus Berlin, fährt nach Rügen, um sich um das Haus ihres Vaters zu kümmern, nachdem dieser ins Krankenhaus musste. Dort erwartet sie ein verwildertes Anwesen mit überwuchertem ...

Elisa, eine Landschaftsarchitektin aus Berlin, fährt nach Rügen, um sich um das Haus ihres Vaters zu kümmern, nachdem dieser ins Krankenhaus musste. Dort erwartet sie ein verwildertes Anwesen mit überwuchertem Garten, fehlendem Komfort und zahlreichen Erinnerungen an eine schwierige Vater-Tochter-Beziehung. Während sie beginnt, den Garten langsam wieder in Form zu bringen, entdeckt sie nicht nur ihre Liebe zu Pflanzen neu, sondern stößt auch auf verborgene Geschichten der Gegend und ihrer eigenen Familie.

„Brombeerblaue Tage“ von Simone Veenstra lässt sich richtig schön lesen. Mir haben besonders die Beschreibungen der Natur und die Atmosphäre des Landhausgartens gefallen. Die Geschichte ist ruhig erzählt, die Figuren sind sympathisch und die Handlung insgesamt stimmig.
Es ist ein kurzweiliges Buch, das mir richtig schöne, entspannte Lesestunden gebracht hat. Daher empfehle ich es sehr gerne weiter.

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Veröffentlicht am 13.05.2026

Eine Straße voller Leben

Die Straße
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„Die Straße“ von Robert Seethaler ist ein stiller, eindringlicher Roman über das Leben im Kleinen und darüber, wie viel sich hinter scheinbar alltäglichen Fassaden verbirgt.

Im Mittelpunkt steht keine ...

„Die Straße“ von Robert Seethaler ist ein stiller, eindringlicher Roman über das Leben im Kleinen und darüber, wie viel sich hinter scheinbar alltäglichen Fassaden verbirgt.

Im Mittelpunkt steht keine einzelne Hauptfigur, sondern eine ganze Straße.
Es geht um Menschen, deren Wege sich kreuzen, ohne dass sie sich wirklich kennenlernen, und deren Geschichten sich Stück für Stück zu einem größeren Bild verweben.
Und es geht um Einsamkeit, Sehnsucht, kleine Glücksmomente und verpasste Chancen, die hier dicht beieinander liegen.

Robert Seethaler erzählt das alles mit seiner typischen Klarheit und Zurückhaltung. Gerade diese reduzierte Sprache macht die Figuren so nahbar und die Beobachtungen so intensiv. Vieles passiert leise und wirkt gerade deshalb lange nach.

Ich bin begeistert. Das war wieder ein großartiger Roman.
Sehr empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 07.05.2026

Ein Hotel zum Wohlfühlen

Das kleine Hotel am Getreidemarkt
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„Das kleine Hotel am Getreidemarkt“ von Gerda Stauner ist wie ein Sehnsuchtsort zwischen zwei Buchdeckeln. Ein Ort voller Wärme, Geborgenheit und Magie. Ein Hotel, in das man beim Lesen selbst gern einchecken ...

„Das kleine Hotel am Getreidemarkt“ von Gerda Stauner ist wie ein Sehnsuchtsort zwischen zwei Buchdeckeln. Ein Ort voller Wärme, Geborgenheit und Magie. Ein Hotel, in das man beim Lesen selbst gern einchecken würde.

Hier treffen ganz unterschiedliche Menschen aufeinander: Gäste, die Abenteuer suchen, Ruhe brauchen oder einfach nur einen Platz zum Ankommen. Gerade diese Vielfalt macht den Reiz der Geschichte aus. Jede Figur bringt ihre eigene Geschichte mit, und man begleitet sie abwechselnd, was das Lesen angenehm lebendig und abwechslungsreich macht.

Doch nicht alles bleibt so ruhig und harmonisch. Als jemand von außerhalb in Marilles Welt tritt, zeigt sich schnell, dass nicht alle dieser Offenheit mit Verständnis begegnen und das Miteinander wird auf die Probe gestellt. Gerade dann wird deutlich, wie wichtig Freundschaft und Menschlichkeit sind.

Ich mochte besonders diese leise, warme Art zu erzählen. Der Roman liest sich sehr angenehm und leicht, ohne dabei oberflächlich zu sein. Am Ende bleibt vor allem ein Gefühl von Zusammenhalt und Hoffnung.
Eine leichte, berührende Geschichte, die ein warmes Gefühl hinterlässt.
Und irgendwie spürt man beim Lesen, dass viel Herzblut drinsteckt. Kein Wunder, wenn man weiß, dass die Autorin selbst einmal ein kleines Hotel in Regensburg geführt hat.

Mir hat es wirklich Spaß gemacht, und daher empfehle ich das Buch gerne weiter.

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Veröffentlicht am 01.05.2026

Wurzeln in der Fremde

Ein Ort, der bleibt
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Der Roman erzählt von der Entstehung des Botanischen Gartens in Istanbul und verbindet die Schicksale einer deutschen Exilfamilie, einer türkischen Wissenschaftlerin und einer jungen Frau in der Gegenwart.

Die ...

Der Roman erzählt von der Entstehung des Botanischen Gartens in Istanbul und verbindet die Schicksale einer deutschen Exilfamilie, einer türkischen Wissenschaftlerin und einer jungen Frau in der Gegenwart.

Die Geschichte hat mich schnell in ihren Bann gezogen. Die Verbindung aus historischer Realität und fiktiver Handlung ist sehr gelungen und wirkt durchgehend glaubwürdig und lebendig erzählt.

Besonders spannend fand ich die Geschichte rund um den Botanischen Garten in Istanbul und die Menschen, die ihn geprägt haben. Die Schicksale der Figuren sowohl der historischen als auch der fiktiven sind fein miteinander verwoben und geben der Handlung Tiefe, ohne überladen zu wirken.

Der Schreibstil ist atmosphärisch und bildhaft, wodurch die Zeit- und Ortswechsel sehr gut nachvollziehbar sind. Auch die Gegenwartsebene fügt sich stimmig ein und schafft eine interessante Verbindung zur heutigen Perspektive auf das historische Erbe.

Insgesamt ein sehr berührender und klug erzählter Roman, der Wissen vermittelt und gleichzeitig emotional bewegt.

Absolut empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 18.04.2026

Neuanfang auf dem Land

Statt aus dem Fenster zu schauen
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„Statt aus dem Fenster zu schauen“ und sich am PC mit Exceltabellen zu langweilen, klickt die Studentin Sophie auf „Senden“. Mit diesem Klick hat sie ein altes Haus auf dem Land im Osten Deutschlands gekauft.

Und ...

„Statt aus dem Fenster zu schauen“ und sich am PC mit Exceltabellen zu langweilen, klickt die Studentin Sophie auf „Senden“. Mit diesem Klick hat sie ein altes Haus auf dem Land im Osten Deutschlands gekauft.

Und nun? Sophie bricht aus ihrem bisherigen Leben aus und reist in die Provinz, um ihr so günstig erworbenes Haus zu begutachten. Es beginnt eine Zeit mit Höhen und Tiefen.

Anna Katharina Scheidemantel hat mich mit diesem Roman sehr gut unterhalten. Ich konnte beim Lesen wunderbar abschalten und bin richtig in die Geschichte eingetaucht. Besonders die ruhige, entschleunigte Atmosphäre hat mir sehr gefallen. Man merkt beim Lesen richtig, wie sich alles ein bisschen verlangsamt.

Gleichzeitig lädt das Buch zum Nachdenken ein über die eigenen Erwartungen und darüber, was passiert, wenn man wie Sophie einfach mal aus dem Alltag ausbricht und neue Wege geht. Gerade diese Mischung aus leisen, nachdenklichen Momenten und kleinen, amüsanten Szenen fand ich sehr gelungen.

Ich mochte auch, wie authentisch Sophies Entwicklung dargestellt wird. Nicht alles läuft glatt, vieles ist unsicher, aber genau das macht es so nahbar.

Insgesamt ein Buch, das sich perfekt eignet, um abzutauchen, den Kopf freizubekommen und gleichzeitig ein bisschen über das eigene Leben nachzudenken.

Hat mir richtig gut gefallen, sodass ich es sehr gerne weiterempfehle.

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