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Veröffentlicht am 28.05.2026

Ein Sommer, der alles entscheidet

Weißer Sommer
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Der Roman Weißer Sommer von Eva Pramschüfer erzählt die Liebesgeschichte zwischen dem Franzosen Théo und der Deutschen Alma. Alma verbrachte ihre Sommer im Haus ihrer Großeltern bei Marseille. Dort begegnet ...

Der Roman Weißer Sommer von Eva Pramschüfer erzählt die Liebesgeschichte zwischen dem Franzosen Théo und der Deutschen Alma. Alma verbrachte ihre Sommer im Haus ihrer Großeltern bei Marseille. Dort begegnet sie Théo, der im Steinmetzbetrieb seines Vaters arbeitet – ausgerechnet in dem Moment, als ihre Familie nach dem Tod des Großvaters einen Grabstein aussucht. Zwischen den beiden entsteht sofort eine spürbare Anziehung.

Später zieht Théo zu Alma nach München, um zu studieren. Doch schnell wird deutlich, dass Liebe allein nicht ausreicht, um ihre Beziehung zu tragen. Ihre Beziehung zueinander wirkt dabei stellenweise fast kindlich, eher wie bei sehr jungen Menschen als bei einem Paar Mitte zwanzig.

Schließlich verabreden sich die beiden für einen weiteren Sommer im Haus von Almas Großeltern in Frankreich. Dort wollen sie herausfinden, ob es sich lohnt, an ihrer Beziehung festzuhalten oder ob sie sich besser trennen sollten. Die Versuche, einander näherzukommen und die entstandene Distanz zu überwinden, erscheinen jedoch zunehmend schwierig.

Besonders überzeugt hat mich der sprachliche Stil der Autorin. Auch wenn auf der Handlungsebene nicht viel passiert, gelingt es Pramschüfer, die Erinnerungen und die gemeinsame Vergangenheit der Protagonisten sehr anschaulich und atmosphärisch zu schildern.

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Veröffentlicht am 28.05.2026

Die Farben eines Lebens – Schamis erzählerisches Mosaik

Das Mosaik der Frauen
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Rafik Schamis neuer Roman „Das Mosaik der Frauen“ handelt von Nadim Suri und seiner von Frauen geprägten Lebensgeschichte.

Zu Beginn lernen wir den Syrer Said kennen, der 1971 nach Deutschland kommt. ...

Rafik Schamis neuer Roman „Das Mosaik der Frauen“ handelt von Nadim Suri und seiner von Frauen geprägten Lebensgeschichte.

Zu Beginn lernen wir den Syrer Said kennen, der 1971 nach Deutschland kommt. Als Schriftsteller ist er im deutschsprachigen Raum jedoch nur mit seinen arabischsprachigen Erzählungen erfolgreich. Um seinen Lebensunterhalt zu sichern, arbeitet er zusätzlich als Dolmetscher – eine Tätigkeit, die ihm sein Freund, der Arzt Klaus Rosenbaum, vermittelt. Auf diese Weise begegnet er schließlich Nadim Suri, einem außergewöhnlichen Patienten. Bevor dieser stirbt, möchte er Said seine Lebensgeschichte erzählen. Es ist eine Geschichte, in der die Frauen seines Lebens eine zentrale Rolle spielen.

Rafik Schami überzeugt mit seiner bildhaften und poetischen Sprache, die sich zugleich angenehm flüssig lesen lässt. Themen wie Flucht und politische Unterdrückung, die viele seiner Werke prägen, werden durch Anekdoten und persönliche Erzählungen aufgelockert. Dadurch wirken sie trotz ihrer Schwere nie erdrückend oder deprimierend.

Nach und nach setzt sich das Mosaik von Nadims Leben zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen. Der Leser begleitet ihn durch Trauer und Schmerz, erlebt aber auch seine unerschütterliche Hoffnung und seine positive Sicht auf das Leben. Die Figuren sind lebendig und eindrucksvoll gezeichnet, sodass man sich ihnen nahe fühlt und ihren Lebensweg mit großer Anteilnahme verfolgt, ohne dass die Handlung jemals an Spannung verliert.

Mit diesem Roman beweist Rafik Schami einmal mehr, dass er der Meister des Erzählens ist.

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Veröffentlicht am 28.05.2026

Ein Haus voller Erinnerungen

Brombeerblaue Tage
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Der Roman Brombeerblaue Tage von Simone Veenstra erzählt von Elisas hektischem Alltag als selbstständige Landschaftsarchitektin, zugleich aber auch von ihrer Kindheit und dem verrütteten Verhältnis zu ...

Der Roman Brombeerblaue Tage von Simone Veenstra erzählt von Elisas hektischem Alltag als selbstständige Landschaftsarchitektin, zugleich aber auch von ihrer Kindheit und dem verrütteten Verhältnis zu ihrem Vater. Als Henk sie bittet, während seines Krankenhausaufenthalts auf sein Haus auf Rügen aufzupassen, ahnt Elisa nicht, worauf sie sich einlässt: Das Haus ist stark verfallen, es gibt weder fließendes Wasser noch Internet. Ausgerechnet das, worauf sie für ihre ständige Erreichbarkeit im Beruf angewiesen ist.

Durch diese ungewohnte Situation wird ihr Alltag plötzlich entschleunigt. Gleichzeitig kämpft Elisa mit Panikattacken und schmerzhaften Erinnerungen an ihre Kindheit und ihre Großmutter Johanna. Begleitet wird sie dabei von Henks Hund sowie den hilfsbereiten Nachbarn Marion und Per.
Als sie dann hinter der Tapete und aufgeklebter Zeitung ein Wandgemälde findet, welches sie Stück für Stück freilegt, kommt auch noch Spannung hinzu.

Der Roman hat mich sehr berührt. Aufgrund des Covers und des eher leicht klingenden Titels hatte ich zunächst eine kitschige Geschichte erwartet, wurde jedoch positiv überrascht. Stattdessen erzählt Simone Veenstra eine tiefgründige und emotionale Geschichte, die trotz ernster und schmerzhafter Themen angenehm leicht zu lesen ist und immer wieder auch humorvolle Momente bereithält. Von mir gibt es für diesen Roman eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 28.05.2026

Eine Liebe, die nachwirkt

Eine Liebe ohne Sommer
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Der Roman „Eine Liebe ohne Sommer“ von Timothy Paul ist intelligent, gefühlvoll und atmosphärisch geschrieben. Besonders beeindruckend ist, wie authentisch der Autor die weibliche Hauptfigur Rosa darstellt ...

Der Roman „Eine Liebe ohne Sommer“ von Timothy Paul ist intelligent, gefühlvoll und atmosphärisch geschrieben. Besonders beeindruckend ist, wie authentisch der Autor die weibliche Hauptfigur Rosa darstellt und ihre Gedanken und Emotionen nachvollziehbar einfängt. Erzählt aus Rosas Perspektive, wirkt die Geschichte dadurch sehr nahbar und emotional intensiv.

Rosa begegnet Nikolas zufällig im Treppenhaus, in dem auch seine Mutter wohnt. Aus dieser spontanen Begegnung entwickelt sich schnell eine Liebesgeschichte voller Anziehung, aber auch Unsicherheit. Für Rosa fühlt sich die Beziehung oft wie eine On-off-Beziehung an, da Nikolas für sie nicht immer erreichbar ist und sie selbst an sich zweifelt. Auch andere Dinge erscheinen merkwürdig: Obwohl Nikolas ständig von seinem besten Freund Martin erzählt, lernt Rosa ihn während der gesamten Beziehung nie persönlich kennen.

Nikolas ist eine besondere und zugleich rätselhafte Figur. Er ist außergewöhnlich attraktiv, arbeitete früher als Unterwäschemodel, muss allerdings nicht mehr für Geld arbeiten und lebt ein freies, abenteuerlustiges Leben. Gerade diese Rastlosigkeit und seine Suche nach Intensität führen schließlich zu seinem tragischen Tod. Danach beginnt Rosa sich zu fragen, ob Nikolas vielleicht ihre große Liebe hätte werden können. Auf der Suche nach Antworten versucht sie, seiner Vergangenheit näherzukommen und seine Familie sowie Freunde kennenzulernen.

Der Roman erzählt eine außergewöhnliche und berührende Geschichte, die sich trotz ihres Umfangs sehr flüssig lesen lässt. Durch die spannende Handlung und die emotionalen Wendungen entwickelt sich das Buch schnell zu einem echten Pageturner. Obwohl auch traurige und melancholische Themen eine wichtige Rolle spielen, bleibt die Geschichte insgesamt vor allem wegen ihrer Emotionalität positiv in Erinnerung.

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Veröffentlicht am 28.05.2026

Gefühlvoller Roman mit britischem Zeitgeist

Wir in zehn Jahren
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Der Roman „Wir in zehn Jahren“ von Jessica Stanley beginnt angenehm leicht und humorvoll, entwickelt im Laufe der Geschichte jedoch zunehmend mehr Tiefgang und ernstere Themen. Coralie und Adam lernen ...

Der Roman „Wir in zehn Jahren“ von Jessica Stanley beginnt angenehm leicht und humorvoll, entwickelt im Laufe der Geschichte jedoch zunehmend mehr Tiefgang und ernstere Themen. Coralie und Adam lernen sich unter dramatischen Umständen kennen, als Coralie seine Tochter Zora vor dem Ertrinken rettet. Zwischen den beiden entsteht sofort eine besondere Verbindung – fast wie Liebe auf den ersten Blick. Tatsächlich werden sie ein Paar und später zu einer Patchworkfamilie, die zwar oft chaotisch, gerade dadurch aber sehr authentisch und lebensnah dargestellt ist.

Als Leser erhält man außerdem viele Einblicke in die britische Politik, da Adam als Journalist und Podcaster in diesem Bereich arbeitet. Mit Themen wie dem Brexit und Boris Johnson mag das für britische Leser besonders interessant und prägend sein, für mich persönlich war dieser politische Schwerpunkt jedoch stellenweise etwas zu präsent und weniger spannend.

Das Familienthema hingegen ist sehr gelungen umgesetzt. Man begleitet Coralie durch zwei Schwangerschaften und erlebt ihre Gedanken und Gefühle sehr nah mit. Irritierend fand ich allerdings, dass mehrfach beschrieben wird, wie sie während der Schwangerschaft Alkohol trinkt. Für mich wirkte das unnötig und schwer nachvollziehbar. Vielleicht wird dieses Thema in Großbritannien anders wahrgenommen oder weniger kritisch gesehen, doch ich persönlich fand diese Darstellung eher befremdlich.

Sprachlich ist der Roman flüssig, bildhaft und angenehm zu lesen. Die Geschichte wirkt oft berührend und zart erzählt, auch wenn der politische Anteil für meinen Geschmack etwas kürzer hätte ausfallen dürfen.

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