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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.03.2026

Trauer ist mehr als Schmerz

TrostLabor
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Meine Welt ist zusammengebrochen als mein geliebter Mann verstarb. Auf Hendrik Linds Trauer-Community TrostHelden fand ich nicht nur Menschen. denen es ähnlich erging wie mir, sondern vor allem auch Trost ...


Meine Welt ist zusammengebrochen als mein geliebter Mann verstarb. Auf Hendrik Linds Trauer-Community TrostHelden fand ich nicht nur Menschen. denen es ähnlich erging wie mir, sondern vor allem auch Trost und Verbundenheit. Und hier ist nun Hendrik Linds Buch, eine Auswahl seiner einfühlsamen Aufsätze, eine Sammlung von 50 tröstenden und klugen Beiträgen.

Hendrik Lind schreibt verständnisvoll und sensibel, er versteht, was in uns Trauernden vorgeht, was wir fühlen, wenn das WIR plötzlich weggebrochen ist und wir hilflos nach einem ICH suchen, dass noch nicht da ist. Er weiß, wie sich ein gebrochenes Herz anfühlt, was Trauernde mit ihrem Umfeld erleben, wenn wir uns selbst nicht mehr verstehen, wenn nicht nur unsere Außenwelt, sondern auch unsere Innenwelt Kopf steht, wenn für mein ‚ich liebe dich‘ kein Empfänger mehr da ist. Er zeigt aber auch auf, dass sich für Trauernde neue Türen und Möglichkeiten öffnen, was für mich anfangs unvorstellbar war.

Das TrostLabor gibt Tipps, wie wir uns nicht selbst verlieren. Es macht Mut, das neue Leben, das sich niemand von uns ausgesucht hat, anzupacken. Ich kann es Trauernden nur wärmstens empfehlen. Ich habe mir gerade sein Vorgängerbuch bestellt‚Trosthelden helfen – Trauernde erzählen: Immer noch da – immer noch nah‘ und freue mich darauf.‘

Fazit: Ein sensibles, kluges und tröstendes Buch, das zeigt, dass Trauer nicht „überwunden“, sondern in das eigene Leben integriert werden kann. Ich kann es nur wärmstens empfehlen.




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Veröffentlicht am 20.03.2026

Geheimnisse

Real Americans
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Rachel Khongs Roman erzählt eine spannende Familiengeschichte die sich über mehrere Generationen erstreckt. ‚Real Americans‘ wird vom Verlag als New York Times-Bestseller beworben. Bereits mit ihrem Debütroman ...

Rachel Khongs Roman erzählt eine spannende Familiengeschichte die sich über mehrere Generationen erstreckt. ‚Real Americans‘ wird vom Verlag als New York Times-Bestseller beworben. Bereits mit ihrem Debütroman „Das Jahr, in dem Dad ein Steak bügelte“ feierte die asiatisch-amerikanische Schriftstellerin große Erfolge.

Die Geschichte entfaltet sich in drei ineinander verwobenen Perspektiven: Lily, einer jungen Frau, die in den 1990er-Jahren in den USA aufwächst, May, ihrer Mutter, die als Einwanderin mit den Erwartungen und Vorurteilen der neuen Heimat ringt, und Nick, dem Sohn, der in einer Zukunft lebt, in der genetische Optimierung Realität geworden ist.

Lily ist durch und durch Amerikanerin, obwohl ihre Eltern aus China kommen. Sie hat nie die kantonesische Sprache gelernt und so hat sie irgendwie das Gefühl weder zu den Asiaten noch zu den Amerikanern zu gehören. Doch als sie sich den reichen Matthew verliebt, scheint für sie das Glück perfekt. 21 Jahre später lebt Lilys Sohn Nick mit ihr auf einer abgelegenen Insel. Seine Fragen nach dem Vater bleiben unbeantwortet.

Besonders beeindruckend ist, wie der Roman persönliche Schicksale mit gesellschaftlichen Themen verknüpft: Fragen nach Herkunft, wissenschaftlichem Fortschritt und den subtilen Mechanismen von Privileg und Status. Khong lässt ihre Figuren in leisen, oft schmerzhaften Momenten die Brüche und Möglichkeiten des „amerikanischen Traums“ erfahren. Wir erfahren wie May, die Zeit unter Mao Zedong erlebte, das unermesslichem Leid, dass dieser Diktator über das Land und die Menschen Chinas gebrachte.

Ich habe diesen Roman gerne gelesen, die Sprache ist klar und zum Teil poetisch. Die Protagonisten sind authentisch gezeichnet, auch wenn es schwierige Charaktere sind und ich ihr Verhalten stellenweise nicht nachvollziehen konnte. Doch nach und nach erfährt man mehr von ihnen und bekommt eine Ahnung, warum und weshalb sie so handelten.

Fazit: ‚Real Americans‘ ist ein kluger, berührender Roman, jedoch mit einigen Längen.



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Veröffentlicht am 18.03.2026

Achtsamkeit und Mitgefühl

Einatmen. Ausatmen.
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Einatmen. Ausatmen. von Maxim Leo ist ein unterhaltsamer Roman zum Thema Achtsamkeit und Selbstfindung.

Marlene Buchholz, eine hochkompetente Führungskraft, jedoch emotional und menschlich eine Totalversagerin, ...



Einatmen. Ausatmen. von Maxim Leo ist ein unterhaltsamer Roman zum Thema Achtsamkeit und Selbstfindung.

Marlene Buchholz, eine hochkompetente Führungskraft, jedoch emotional und menschlich eine Totalversagerin, soll Vorstandsvorsitzende des Aviola -Konzerns werden. Von ihrem Vorgesetzten wird sie deshalb zu einem Achtsamkeitscoaching verdonnert. Nur widerstrebend fügt sie sich und fährt in das ‚Umerziehungslager‘ nach Brandenburg zum Schloss des berühmten Seelenflüsterers Alex Grow.

Doch auch dieser ist in einer schwierigen Lage. Er sieht in seiner Klientin die letzte Chance seine Academy vor dem Bankrott zu retten. Sollte es ihm gelingen, Marlene erfolgreich zu coachen, stellt ihm der Aviola-Konzern einen Großauftrag in Aussicht.

Maxim Leo schreibt leicht lesbar und dennoch pointiert mit einem feinen Gespür für menschliche Schwächen. Seine Protagonisten sind gut gezeichnet und glaubhaft. Marlene, die ruppige Karrierefrau und Alex, der Coach, der anderen Orientierung geben soll, während er selbst mit Orientierungslosigkeit kämpft. Auch die Nebenfiguren kommen authentisch rüber. Kerstin, eine Mitpatientin, mochte ich sehr. Sie sagt an einer Stelle: Die Traurigkeit lasse sich nicht wegtöpfern, nicht wegatmen, nicht wegwünschen, sie stecke in ihr, wie eine Fliege im Bernstein. Eine weitere kluge Frau ist Matthissens totkranke Mutter, die Marlene von der Liebe erzählt. Ich bin regelrecht dahingeschmolzen. Die Liebe ist das Wichtigste im Leben. Lieben und geliebt zu werden, nur darum geht es, den ganzen Rest kann man mehr oder weniger vergessen. Ich habe so viel erlebt. Ich hatte meinen Erich und die Kinder, mehr kann man vom lieben Gott nicht verlangen. Lieben und geliebt werden, das ist der einzige Reichtum, den wir haben. Und weißt du, was das Praktische ist? Die Liebe begleitet uns, wo wir auch hingehen. Besonders schön fand ich den Satz: Früher hat man sich in die Augen geschaut, und wenn das Herz warm wurde, dann hat man geheiratet.

Die Handlung ist zwar einfach gestrickt, dennoch voller Botschaften die zum Nachdenken anregen. Mich hat der Roman berührt, und genau das erwarte ich von einem Buch. Also volle Punktzahl.



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Veröffentlicht am 17.03.2026

Bildhaft mit Würze

Duden – Wer hat den Teufel an die Wand gemalt?
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Möchtest du wissen woher eine Redensart stammt? Das Nachschlagewerk „Duden – Wer hat den Teufel an die Wand gemalt?“ kann dir Aufschluss geben. Über 700 Redensarten sind in diesem Band versammelt und ...



Möchtest du wissen woher eine Redensart stammt? Das Nachschlagewerk „Duden – Wer hat den Teufel an die Wand gemalt?“ kann dir Aufschluss geben. Über 700 Redensarten sind in diesem Band versammelt und geben Auskunft nach Herkunft und Bedeutung. Eine Fundgrube für alle Sprachliebhaber und interessierte Alltagsleser. Zugegeben, bei einigen Redensarten ist der Ursprung nicht geklärt, da stochert auch die Sprachwissenschaft im Nebel. Manche Erklärungen haben mich wirklich überrascht.

Zum Teil geht der Ursprung der Redensarten weit zurück, kommt aus der Bibel oder ist in der Antike zu verorten. Viele Redensarten kommen aus dem Militär, der Politik, der Jagd, der Landwirtschaft, dem Handwerk. Besonders geflügelte Worte aus Literatur, der Oper und aus Filmen finden sich in Redensarten wieder. Und auch in unserer modernen Zeit werden Redewendungen geprägt. Man denke nur an Giovanni Trapattonis Ausbruch bei einem Interview: „Ich haben fertig!“

Insgesamt ist das Duden-Nachschlagewerk ein unterhaltsamer Schmöker. Es macht Spaß darin zu blättern nicht zuletzt des humorvollen Tones wegen.

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Veröffentlicht am 12.03.2026

Spannung bis zum Schluss

Warum sie sterben musste
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„Warum sie sterben musste“ ist der Auftakt einer spannenden psychologischen Kriminalreihe und gleichzeitig ist es erste Fall für das Ermittlerduo Dr. Ivo Beddenbrook und Cinzia Rix.
Die Geschichte beginnt ...



„Warum sie sterben musste“ ist der Auftakt einer spannenden psychologischen Kriminalreihe und gleichzeitig ist es erste Fall für das Ermittlerduo Dr. Ivo Beddenbrook und Cinzia Rix.
Die Geschichte beginnt mit dem Mord an der Abiturientin Carolin Hau während einer Sturmflut an der Ostsee. Als Täter gerät der Student Hendrik ins Visier der Ermittler. Doch Hendrik wird gewarnt und entzieht sich der Festnahme durch Flucht.

15 Jahre später gibt es erneut eine Sturmflut und wieder wird ein Mensch tot aufgefunden. Ein weiterer Mord. Die Ermittlung übernehmen Dr. Ivo Beddenbrook und die ehemalige Zielfahnderinn Cinzia Rix.

Linn Lornsens Erzählweise hat mich begeistert. Lange hatte ich keinen so fesselnden Krimi mehr gelesen. Ich habe die Seiten geradezu inhaliert. Besonders beeindruckend ist die feinfühlige Figurenzeichnung: Dr. Ivo Beddenbrook, der Ermittler, wirkt vielschichtig und menschlich, mit Ecken und Kanten, die ihn glaubwürdig machen. Auch seine neue Kollegin Cinzia Rix konnte bei mir Sympathiepunkte sammeln. Sie ist unschlagbar in ihrem Beruf, doch privat läuft nicht alles glatt. Interessant ist das viele Spuren in die Vergangenheit führen und zum Pferdehof der Familie Boyson.

Was hat der Selbstmord das alten Boyson mit den Morden zu tun? „Warum sie sterben musste“ überrascht mit vielen unvorhersehbaren Wendungen. Die Autorin verwebt geschickt persönliche Tragödien, gesellschaftliche Themen und klassische Ermittlungsarbeit.

Fazit: Ein packender psychologischer Krimi mit Atmosphäre und Tiefgang, der zum Miträtseln einlädt, mit hoch gehaltener Spannung bis zum Schluss.

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