Szenen einer Ehe
Ein Versuch, meine Liebe zu ordnenDa ich mich in derselben Situation wie die Autorin befinde, auch mein Mann ist kürzlich erst verstorben, war ich sehr gespannt auf den Lebensrückblick von Christien Brinkgreve.
Doch ich erkenne keine ...
Da ich mich in derselben Situation wie die Autorin befinde, auch mein Mann ist kürzlich erst verstorben, war ich sehr gespannt auf den Lebensrückblick von Christien Brinkgreve.
Doch ich erkenne keine Gemeinsamkeiten. Ich spüre in ihren Zeilen nur wenig Schmerz und auch Liebe und Wärme, sowie große Gefühle kommen in ihren Rückschauen zu kurz. Okay, Christien Brinkgreves Ehe war so. Das Einzige was sie bei der Beerdigung über ihren Mann hätte sagen können: Du hast es uns wirklich nicht leicht gemacht aber wir haben dich trotzdem geliebt.
Christin Brinkgreve versucht nach dem Tod innere und äußere Ordnung in ihr Leben zu bringen. Im Haus haben sich mit den Jahren Unmengen an unnötigen Dingen angesammelt, dadurch ist es zu einem Ort geworden, an dem man sich nicht mehr gerne aufhält. Das Auf- und Ausräumen ist nun ihre erste große Aufgabe.
Gleichzeitig blickt sie zurück auf ihr Leben, ihre Ehe, ihre Rolle in der Familie und in der Welt. Was bleibt von den gemeinsamen Jahrzehnten? Wer war sie in der Beziehung, wer ist sie ohne sie? Und wie kann es sein, dass sie sich als selbstbestimmte Frau zwischen Liebe und fremden Erwartungen verloren hat? Und da frage ich mich wirklich, wie kann das einer so klugen und eigenständigen Frau passieren. Warum trennt man sich nicht, wenn einem die Ehe nicht guttut, wenn man die Lieblosigkeit des Mannes zu spüren bekommt. Es mag ja Frauen geben, die alles erdulden, die abhängig von ihren Männern sind, aber eine emeritierte Soziologie-Professorin?
Leider konnte ich mich mit der Autorin überhaupt nicht identifizieren. „Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen“ war für mich eher eine Enttäuschung. Vielleicht bin ich auch mit falschen Erwartungen an diese Lektüre herangegangen.