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Veröffentlicht am 10.06.2026

Wo sind die Träume geblieben

Wir in zehn Jahren
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Jessica Stanley gelingt mit ‘Wir in zehn Jahren‘ein nachdenklich stimmender Roman, der die Höhen und Tiefen einer Beziehung über ein Jahrzehnt hinweg einfängt.

London 2013: Coralie 29 Jahre alt, ist ...


Jessica Stanley gelingt mit ‘Wir in zehn Jahren‘ein nachdenklich stimmender Roman, der die Höhen und Tiefen einer Beziehung über ein Jahrzehnt hinweg einfängt.

London 2013: Coralie 29 Jahre alt, ist gerade erst von Sydney nach London umgezogen. Sie ist Werbetexterin und plant neben ihrem Beruf einen Roman zu schreiben. Coralie rettet im Londoner Victoria Park ein vierjähriges Mädchen aus einem Teich. So lernt sie den geschiedenen Politikjournalisten Adam kennen, dem Vater der aufgeweckten Zora. Die beiden verlieben sich ineinander. Es gibt ein klassisches Happy End. Und auch ich war verliebt in diesen Mann. Er war einfach zum Knutschen. Er ließ sich so viel einfallen, um Coralie zu gefallen. An diesem Punkt enden in der Regel die Geschichten.

Falsch, hier fängt die Geschichte erst richtig an, das gemeinsame Leben – mit all den Freuden, Herausforderungen und Brüchen. Auch die Weltlage wird nicht ausgespart, der Brexit, die Pandemie. Während Adams berufliche Karriere steil bergauf führt, hält ihn Coralie den Rücken frei. Sie kümmert sich um Haushalt und Kinder und verliert sich dabei und ihre Träume. Die kräftezehrenden alltäglichen Belastungen fressen die Seele auf.

Die Autorin beschreibt sehr realistisch das Leben dieser Beziehung. Die Protagonisten erscheinen authentisch. Dennoch konnte mich das Buch nicht fesseln.

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Veröffentlicht am 04.06.2026

Er muss es sein

Ein unheimlich guter Mensch
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Lillian und Henry haben eine gute Zeit miteinander, besonders im Bett. Nur wünscht sich Lillian sehnlichst, dass Henry sich verliebt und aus ihrer »Situationship« eine richtige Beziehung wird. Doch Henry ...


Lillian und Henry haben eine gute Zeit miteinander, besonders im Bett. Nur wünscht sich Lillian sehnlichst, dass Henry sich verliebt und aus ihrer »Situationship« eine richtige Beziehung wird. Doch Henry beendet die Beziehung, Lilian ist fassungslos. Nach einer betrunkenen Nacht, einem YouTube Zauber und einer gehörigen Portion verletztem Stolz findet sich Lillian plötzlich als Hauptverdächtige in einem Mordfall wieder – Henry ist tot. Statt sich zurückzuziehen, beginnt sie auf eigene Faust zu ermitteln und hinterlässt dabei überall Chaos.

‚Ein unheimlich guter Mensch‘ ist eine Mischung aus Krimi Elementen, Millennial Roman und psychologischem Charakterporträt. Die Autorin schreibt aus der Ich-Perspektive. Ihre Protagonistin muss man mögen, ich mochte sie nicht. Für mich ist Lillian nicht chaotisch, sie ist berechnend, manipulativ, und besitzt keinerlei Empathie. Ihre Freundin möchte ich nicht sein. Der Humor kam bei mir leider nicht an. Die Bettszenen waren sehr, sehr grenzwertig.
Liebe und echte Verbundenheit konnte ich in diesem Roman nicht entdecken, auch keine Freundschaft, die das Wort verdient hätte. Anscheinend ist bei Lillian schon als Kind was falsch gelaufen. Okay, man schiebt ja gerne alles auf eine verkorkste Kindheit, aber vermutlich gibt es auch Menschen bei denen der Narzissmus in den Genen liegt.

Fazit: Leider ein Fehlgriff. Kein Roman, der mir Spaß gemacht hätte.

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Veröffentlicht am 26.05.2026

Wellen

Die Ozeanschwimmerin
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‚Die Ozeanschwimmerin‘ ist ein emotional kraftvoller Roman über Trauer, Selbstfindung und Heilung, der Mut macht und inspiriert.

Im Zentrum steht Sophie, die nach dem tragischen Verlust ihres Mannes ...


‚Die Ozeanschwimmerin‘ ist ein emotional kraftvoller Roman über Trauer, Selbstfindung und Heilung, der Mut macht und inspiriert.

Im Zentrum steht Sophie, die nach dem tragischen Verlust ihres Mannes und ihres Sohnes bei einem Bootsunglück in eine tiefe seelische Leere fällt. Nur im Wasser spürt sie noch einen Funken Leben. Sie bewirbt sich auf zureden ihres Chefs um das Sabbatical Jahr, das ihre Firma jährlich für einen seiner Mitarbeit ausschreibt. Sie will die Ocean’s Seven Challenge meistern – sieben der härtesten Meerengen der Welt innerhalb eines Jahres durchschwimmen.

Charlotte Tarnowski nimmt uns mit auf eine spannende Reise. Sie schreibt sprachgewaltig und mitreißend und zu keiner Sekunde langweilig. Wir spüren das Meer, die heftigen Wellen, die Kraft die es erfordert unbeirrbar gegen Strömungen und Elemente anzukämpfen. Sophies eisernen Willen, es zu schaffen, aber auch ihre Trauer um ihren verstorbenen Mann und ihren Sohn sind absolut authentisch beschrieben. Ich habe meine eigene Trauer an verschiedenen Stellen wieder erkannt, denn auch mein geliebter Mann ist im vorigen Jahr verstorben.

Die Protagonisten sind glaubhaft gezeichnet. So unterschiedlich die Charaktere auch sind. Jeder von ihnen kämpft mit eigenen Problemen und doch werden sie mit der Zeit ein unschlagbares Team.

Die Autorin zeigt, dass es sich lohnt weiter zu schwimmen, in jeder Lebenssituation. Auch wenn die Wellen hochschlagen und man glaubt unterzugehen.

Charlotte Tarnowski schreibt hier unter einem neuen Pseudonym. So ist ‚Die Ozeanschwimmerin‘ praktisch ihr Debüt in der Sparte ernsthafter Roman. Eigentlich heißt die Autorin Carin Müller. Als Charlotte McGregor mit ihren Schottlandromanen war sie mir bereits bekannt. Weitere Pseudonyme sind Charlotte Taylor und C.C. Ravenmiller. Die Autorin schreibt sehr vielfältig, so steht jedes Pseudonym für eine andere Sparte.

Fazit: Meine absolute Leseempfehlung. Ein Lese-Highlight 2026.

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Veröffentlicht am 25.05.2026

Brennpunkt Côte d’Azur

Léon und die Frau im blauen Kleid
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Das starke Setting der Côte d’Azur bietet den perfekten Rahmen für Commissaire Léon de Cavallier. Denn hier lebt die High Society und auch der adlige Commissaire zählt zu den Reichen und Schönen. ‚Léon ...


Das starke Setting der Côte d’Azur bietet den perfekten Rahmen für Commissaire Léon de Cavallier. Denn hier lebt die High Society und auch der adlige Commissaire zählt zu den Reichen und Schönen. ‚Léon und die Frau im blauen Kleid’ bildet den Auftakt zu einer neuen Krimireihe.

Dem egozentrischen Commissaire Léon de Cavallier wird die toughe Ermittlerin aus der Pariser Banlieue Nadia Bentaleb als neue Kollegin zur Seite gestellt. Die Gegensätze zwischen den beiden könnten nicht größer sein. Und doch müssen sie gemeinsam ermitteln. Ihr erster Fall ist die Leiche einer jungen Frau in einem blauen Kleid, die an die Strandpromenade von Nizza gespült wurde.

Alexander Oetker hat mit Commissaire Léon de Cavallier und Nadia Bentaleb ein tolles Ermittlerpaar geschaffen. Der adlige Snob mit seinem Ferrari und seinen Luxusallüren ging mir anfangs gewaltig gegen den Strich. Eigentlich möchte man ihm den Mittelfinger zeigen. Nadia hingegen mochte ich sofort. Sie bringt einschlägige Erfahrungen in sensiblen Vierteln mit und hat selbst einen Migrationshintergrund.

Das Côte d’Azur-Feeling hat der Autor bildhaft vor meinen Augen entstehen lassen. Ich spürte sie Sonne auf der Haut, sah die Luxusyachten, Palmen, die elegant gekleideten Menschen, die mondänen Restaurants. Alexander Oetkers Sprache ist leicht und gut lesbar. Die Dynamik zwischen beiden Hauptprotagonisten sorgt für Spannung, Reibung und Humor.

Ganz ehrlich, mich hat der Krimi total begeistert. Ein außergewöhnlicher Krimi, spannend bis zum Schluss. Ich freue mich bereits auf den nächsten Fall mit diesen Top-Ermittlern.

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Veröffentlicht am 11.05.2026

Die Tote im Liegestuhl

Vier Minuten Stille - Und dann kam der Sturm
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Mit »Vier Minuten Stille« legt die Autorin Chris Warnat ist bereits den zweiten Band der Wase-Rahini-Reihe vor.

Auf einem Festival lernt Rahel Josh kennen, im nächsten Moment wird sie von einem Mann ...



Mit »Vier Minuten Stille« legt die Autorin Chris Warnat ist bereits den zweiten Band der Wase-Rahini-Reihe vor.

Auf einem Festival lernt Rahel Josh kennen, im nächsten Moment wird sie von einem Mann bedroht. Er schien mal Teil ihres Lebens gewesen zu sein. Sie flieht, bevor auch die heranziehende Gewitterfront am Horizont hereinbricht.

Jahre später wird Rahel in ihrem Garten tot aufgefunden, nackt in einem roten Liegestuhl, von einer dünnen Schneedecke bedeckt. Auf den Kopf trägt sie eine enganliegende Mütze. Und ihre Tochter Louca ist verschwunden. Die Frage ist, haben beide Ereignisse miteinander zu tun?

Die Autorin schreibt sehr detailgetreu, was die Spannung etwas ausbremst. Den Ermittler Wase Rahimi hat sie authentisch gezeichnet, auch seine Kollegin Emma Paulsen stand mir deutlich vor Augen. Verwirrend fand ich eine Szene in der von einem anderen Fall gesprochen wurde. Ich habe sogar zurückgeblättert, weil ich dachte, ich hätte was überlesen. Ich hatte mitunter das Gefühl, mit fehlt es an Vorwissen. Da wäre es vielleicht gut gewesen, den 1. Band zu kennen.

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