Wo sind die Träume geblieben
Wir in zehn Jahren
Jessica Stanley gelingt mit ‘Wir in zehn Jahren‘ein nachdenklich stimmender Roman, der die Höhen und Tiefen einer Beziehung über ein Jahrzehnt hinweg einfängt.
London 2013: Coralie 29 Jahre alt, ist ...
Jessica Stanley gelingt mit ‘Wir in zehn Jahren‘ein nachdenklich stimmender Roman, der die Höhen und Tiefen einer Beziehung über ein Jahrzehnt hinweg einfängt.
London 2013: Coralie 29 Jahre alt, ist gerade erst von Sydney nach London umgezogen. Sie ist Werbetexterin und plant neben ihrem Beruf einen Roman zu schreiben. Coralie rettet im Londoner Victoria Park ein vierjähriges Mädchen aus einem Teich. So lernt sie den geschiedenen Politikjournalisten Adam kennen, dem Vater der aufgeweckten Zora. Die beiden verlieben sich ineinander. Es gibt ein klassisches Happy End. Und auch ich war verliebt in diesen Mann. Er war einfach zum Knutschen. Er ließ sich so viel einfallen, um Coralie zu gefallen. An diesem Punkt enden in der Regel die Geschichten.
Falsch, hier fängt die Geschichte erst richtig an, das gemeinsame Leben – mit all den Freuden, Herausforderungen und Brüchen. Auch die Weltlage wird nicht ausgespart, der Brexit, die Pandemie. Während Adams berufliche Karriere steil bergauf führt, hält ihn Coralie den Rücken frei. Sie kümmert sich um Haushalt und Kinder und verliert sich dabei und ihre Träume. Die kräftezehrenden alltäglichen Belastungen fressen die Seele auf.
Die Autorin beschreibt sehr realistisch das Leben dieser Beziehung. Die Protagonisten erscheinen authentisch. Dennoch konnte mich das Buch nicht fesseln.