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Veröffentlicht am 16.05.2026

Bleibt im Kopf

Fast Abend, immer noch hell
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Einige Jahre sind vergangen als Sylvia und ihre Freundesgruppe von der Uni zuletzt viel Zeit miteinander verbracht haben. An einem Haus am See, soll das für ein paar Tage nachgeholt werden. Alle leben ...

Einige Jahre sind vergangen als Sylvia und ihre Freundesgruppe von der Uni zuletzt viel Zeit miteinander verbracht haben. An einem Haus am See, soll das für ein paar Tage nachgeholt werden. Alle leben sehr unterschiedlich, haben verschiedene Lebensmodelle. Jetzt treffen sie aufeinander, philosophieren über das Leben, Queerness und ihr eigenes Glück. Spontan verkündet ein Paar, dass es heiraten möchte. Das wirft viele Fragen auf. Alte Gefühle sind wieder da, neue Gefühle kommen auf und alle hinterfragen sich: Lebe ich wirklich so, wie ich es möchte?

Ein atmosphärischer Roman über moderne Beziehungen, Freundschaft und Begehren. Leben die Menschen, die sich den gesellschaftlichen Normen beugen, wirklich besser? Braucht jeder Kinder, Haus und einen festen Partner? Oder sind diejenigen, die alternative Lebensformen gewählt haben, wirklich glücklich damit? Oder wollen sie nur nicht so sein wie alle? Die Stärke des Romans ist eindeutig die Stimmung. Die Gruppe verliert sich in Gesprächen, schwelgt in Erinnerungen und philosophiert. Doch unter der idyllischen Oberfläche brodelt es. Ungelöste Konflikte und Sehnsüchte gibt es genügend. Eine Anspannung schwingt immer mit. Zugang zu den Charakteren konnte ich nur schwer finden. Mehr Schein als Sein, pseudointellekte Menschen, die sich um sich selbst drehen. Das war für mich manchmal schwierig zu lesen. Ich hoffe doch sehr die Menschen in dem Alter sind nicht alle so. Die größte Freiheit ist für mich immer noch, selbstbestimmt zu leben. Ich denke das geht auch, ohne andere Menschen zu belügen oder zu verurteilen.

Ein klug beobachteter Roman über Menschen, die nach dem perfekten Lebensmodell streben aber auch nur unsicher sind, ob das jetzt so richtig ist. Definitiv ein Buch, dass im Kopf bleibt und ich euch gern empfehle.

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Veröffentlicht am 16.05.2026

Emotional

Hofsommer
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Doreen lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in München. Aufgewachsen ist sie auf dem Hof Fallera im Osten Deutschlands. Damals wollte sie unbedingt weg, sich ein eigenes Leben aufbauen. Jetzt kommt ...

Doreen lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in München. Aufgewachsen ist sie auf dem Hof Fallera im Osten Deutschlands. Damals wollte sie unbedingt weg, sich ein eigenes Leben aufbauen. Jetzt kommt sie zurück. Zurück zu ihren Großeltern, die beschlossen haben zu sterben. Die Großmutter ist schwer krank, hat keinen Lebenswillen mehr. Ihr Großvater möchte nicht ohne seine Frau sein, baut auch immer mehr ab. Doreen kehrt nicht nur in ihre Heimat zurück, sondern auch an einen Ort, der nie mehr so sein wird wie in ihrer Erinnerung.

Ein stiller Roman über Abschied, Selbstbestimmung und Heimat. Doreen ist hin- und hergerissen. Sie sehnt sich nach ihrer Kindheit auf dem Dorf. Hat sich aber auch in München ein Leben aufgebaut. Sie kann die Großeltern nicht verstehen, möchte nicht ohne sie sein und versucht verzweifelt sie umzustimmen.
Hanna Heim schreibt sehr atmosphärisch. Die Pferde, der Stall, der Geruch von Sommerregen, war für mich fast spürbar. Erzählt wird eher ruhig, ohne dramatische Wendungen. Einzig in den Dialogen wird die Sprache manchmal dramatischer. Die Beschreibungen des Pferdehofs sind fast schon zärtlich. Doreens emotionale Verbindung wird gerade dadurch sehr deutlich. Die Verbindung zwischen ostdeutscher und persönlicher Geschichte ist toll umgesetzt. Wandel, Verlust, Familie, Dorfgemeinschaft. Richtig stark. Ich bin in der DDR aufgewachsen, am Wochenende auf dem Dorf. Da kam mir einiges sehr bekannt vor. Der Wunsch nach dem selbstbestimmten Tod der Großeltern lässt sicher keinen Leser kalt und regt zum Nachdenken an. Manchmal bedeutet Liebe vielleicht auch Loslassen.

Ein intensiver und berührender Roman, der nachdenklich macht. Empfehle ich euch sehr gern weiter.

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Veröffentlicht am 15.05.2026

Toll

Widdersehen
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Die Schafherde kehrt zurück in ihre Heimat. Doch da hat sich einiges geändert. Was sind das für fremde Schafe und wo kommt der Zaun plötzlich her? Als Schäferin Rebecca nicht mehr zu ihrer Schafherde zurückkehrt, ...

Die Schafherde kehrt zurück in ihre Heimat. Doch da hat sich einiges geändert. Was sind das für fremde Schafe und wo kommt der Zaun plötzlich her? Als Schäferin Rebecca nicht mehr zu ihrer Schafherde zurückkehrt, vermuten die Schafe nichts Gutes. Dann finden sie auch noch einen Finger von einem Menschen. Was kann das alles bedeuten? Gemeinsam suchen sie nach Ideen um Rebecca wiederzufinden. Ganz schnell finden sie sich mitten in einem Familiendrama wieder. Doch diese Schafe, mit ihrer eigenen originellen Logik, ermitteln nach ihren eigenen Kriterien und können hier natürlich helfen.

Cozy Crime mit ganz viel Humor bekommt der Leser hier geboten. Die Schafe allein sind schon herrlich. Madouc, (eigentlich Ziege) ist noch Schaf auf Probe; Miss Marple mit ihrem messerscharfen Verstand; das verfressene Schaf Mopple und der ehemalige Leitwidder Ritchfield, der unerwartet seinen verschollenen Zwilling findet; sind mir am meisten ans Herz gewachsen. Eine herrlich verrückte Truppe ist das. Da war der Kriminalfall für mich eher nebensächlich. Mit ganz viel Herz wurden die Charaktere gezeichnet. Etwas skurril aber so liebevoll und warmherzig.
Erzählt wird humorvoll und sehr atmosphärisch. Viele Ereignisse werden aus Sicht der Schafe erzählt. Dadurch gibt es natürlich eine Menge Missverständnisse. Doch auch ernste Töne werden angeschlagen. Hinter vielen humorvollen Szenen stecken doch häufig gesellschaftliche Beobachtungen. Dadurch wirkt der Roman nie oberflächlich.

Insgesamt ein charmanter, eigenwilliger Roman, mit britischem Humor, der schon allein durch seine Charaktere überzeugt.

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Veröffentlicht am 15.05.2026

Melancholisch

Eine Liebe ohne Sommer
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Rosa verliebt sich Hals über Kopf in Nikolas. Recht schnell entsteht eine intensive Beziehung. Beide genießen die gemeinsame Zeit sehr, machen Zukunftspläne, haben Hoffnung auf eine langanhaltende, intensive ...

Rosa verliebt sich Hals über Kopf in Nikolas. Recht schnell entsteht eine intensive Beziehung. Beide genießen die gemeinsame Zeit sehr, machen Zukunftspläne, haben Hoffnung auf eine langanhaltende, intensive Liebe. Leider ist ihr Glück nicht von Dauer. Nikolas hat einen Hang zu Kamikaze-Aktionen und stirbt bei einem Unfall. Rosa trauert. Aber wie trauern, wenn man nur so ein kurzes gemeinsames Leben hatte? So richtig gut kannte sie ihn doch gar nicht. Rosa forscht nach und wird fündig. Sie spricht mit Menschen aus seiner Vergangenheit und kommt ihm so immer näher. Und eine Frage bleibt. Hat sie sich in ein Bild von Nikolas verliebt oder war ihre Liebe wirklich so tief und echt, wie sie anfangs gedacht hat.

Eine berührende Liebesgeschichte über Trauer und Verlust. Aber auch über die Frage, wie gut wir wirklich einen Menschen kennen. Der Roman beginnt locker und leicht. Hat mich fast an ein Romance Buch erinnert. Der charmante Nikolas trifft auf Rosa und erobert schnell ihr Herz. Recht schnell schlägt die Story allerdings um. Nikolas stirbt und Rosa bleibt zurück, mit vielen Fragen. Wer war Nikolas eigentlich? Wie sind seine Freunde? Der Schreibstil ist leicht und humorvoll, hat trotzdem Tiefe. Und genau dieses Zusammenspiel macht das Buch auch aus. Hier wird nichts idealisiert. Die vielen Fragen und die Unsicherheiten ganz am Anfang einer Beziehung wurden hier auch beschrieben. Gerade Rosa wirkte auf mich unheimlich lebendig und nahbar. Ihre Unsicherheiten und die vielen Fragen, die anstrengende Schwiegermutter. Passte alles richtig gut. Nachvollziehen konnte ich sie nicht immer, aber da ist einfach auch jeder Mensch anders. Und in so einer Situation ist einfach auch nichts richtig oder falsch. Mich lässt der Roman zufrieden, aber auch melancholisch zurück. Das Leben steckt voller Überraschungen. Leider liegen Freude und Leid manchmal recht nah beieinander. Aber wer weiß schon was das Leben noch so bringt. Schon morgen könnte alles anders sein. Und vielleicht gerade deshalb, eine Hommage ans Leben, mit all seinen Tücken und Schönheiten.

Eine Liebesgeschichte ohne Happy End, dafür mit viel Tiefgang. Empfehle ich euch sehr gern weiter.

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Veröffentlicht am 06.05.2026

Toll

Die Geschichte der Hexen und magischen Frauen
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Die Geschichte der Hexen. Klingt spannend oder?

In diesem Buch findet der Leser nicht nur historische Fakten, sondern auch eine tolle Zeitleiste und Legenden rund um die Welt. Hexenwissen gibt’s auch ...

Die Geschichte der Hexen. Klingt spannend oder?

In diesem Buch findet der Leser nicht nur historische Fakten, sondern auch eine tolle Zeitleiste und Legenden rund um die Welt. Hexenwissen gibt’s auch gleich dazu. Liebeszauber und Tränke und magische Pflanzen zum Beispiel. Wir werden mit zahlreichen Hexen bekannt gemacht. So lernen wir die Hexen aus den Märchen kennen, aber auch Circe, Jeanne D’Arc und Medea.

Besonders spannend war für mich der Abschnitt über die Hexenverfolgung und die Hexenprozesse. Da konnte ich noch ein paar Wissenslücken schließen. Warum wurden diese Frauen eigentlich wegen Hexerei angeklagt ? Das Buch erklärt und liefert interessante Einblicke.

Gegliedert ist das Buch in folgende Kapitel: Hexen-Wissen; Die Ursprünge; Religion, Mythen und Magie; Eine Welt voller Unruhen; Eine neue Zeit. Das Buch ist ganz wunderbar gestaltet. Tolle Illustrationen und spannende Informationen gibt es hier jede Menge.

Geeignet ist das Buch für Leser ab 10 Jahren. Allerdings ist es für jeden Erwachsenen, der sich für dieses Thema interessiert , eine große Bereicherung. Ich bin Fan und spreche eine große Empfehlung aus.

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