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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.05.2026

langatmige Liebesgeschichte

Weißer Sommer
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Théo arbeitet bei seinem Vater als Steinmetz, möchte aber eigentlich Künstler sein und Skulpturen erschaffen. Alma studiert Journalismus, möchte aber eigentlich ebenfalls Künstlerin sein und malen. Die ...

Théo arbeitet bei seinem Vater als Steinmetz, möchte aber eigentlich Künstler sein und Skulpturen erschaffen. Alma studiert Journalismus, möchte aber eigentlich ebenfalls Künstlerin sein und malen. Die Beiden lernen sich kennen, als Almas Eltern von Théos Vater einen Grabstein kaufen. Dörfliches Frankreich trifft auf deutsche Großstadt, liebevoller Vater trifft auf kalte Familienstrukturen, einfache Verhältnisse auf Gutbürgertum. Trotzdem verlieben sich Alma und Théo ineinander, vielleicht weil Beide irgendwie einsam und emotional unreif sind. Alma überredet Théo mit nach München zu kommen, um dort Architektur zu studieren. Kaum ist Théo jedoch in München angekommen, wechselt seine Freundin nach Paris und wundert sich, warum Théo nicht glücklich mit ihrer Entscheidung ist. Alma will vor allem eins – sich selbst verwirklichen, ihre Jugend genießen, Dinge tun. Was völlig ok ist aber dann erwarte doch nicht von Deinem Freund, dass er ewig auf dich wartet und sei entsetzt, wenn er dann endlich eigene Pläne macht. Théo hat allerdings etwas Selbstzerstörerisches an sich und allein in Berlin, entwurzelt und unsicher, kommt das zum Vorschein – Théo bricht sein Praktikum ab, geht feiern, nimmt Drogen. Nun sitzen beide in Almas Haus in Frankreich und überlegen, wie und ob es mit ihrer Beziehung weitergehen soll. Alma sinniert ewig lange über Théos Verschlossenheit, will ihn reizen und dazu bewegen, ihr seine Liebe zu versichern. Dabei hat sie bereits Pläne, die Théo ein weiteres Mal ausschließen.
Ich mochte beide Protagonisten nicht. Beide haben familienbedingte Trennungsängste und halten deshalb an diesem Urlaubsflirt fest. Leider konnte mich auch der Sprachstil nicht überzeugen. Lauter weitschweifende Gedanken und viele Adjektiven plustern die Geschichte auf. Vielleicht hätte mir das Buch mit Mitte/Ende 20 besser gefallen.

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Veröffentlicht am 18.05.2026

Das perjekte Popcorn

Laute Nächte
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Das perfekte Popcorn kann nur Kenny machen. Mit genau der richtigen Zuckermenge. Popcorn als perfekter Begleiter für großes Kino. Und genau das ist auch das Buch – großes Kino! Anne Freytag hat mich auch ...

Das perfekte Popcorn kann nur Kenny machen. Mit genau der richtigen Zuckermenge. Popcorn als perfekter Begleiter für großes Kino. Und genau das ist auch das Buch – großes Kino! Anne Freytag hat mich auch mit dieser Geschichte restlos überzeugt, diese Frau kann einfach schreiben!
Kenni war gerade mit der Schule fertig und wollte gemeinsam mit seiner Freundin Jasmin auf große Abenteuertour gehen. Dafür haben sie in unzähligen Stunden Arbeit einen alten Camper ausgebaut. Der steht jetzt eingelagert in München denn Jasmin verunglückt tödlich. Kenni zerbricht an diesem Tod fast, er weiß überhaupt nicht mehr wohin mit sich selbst. Und wer Trauer schon einmal selbst erlebt hat, fühlt all das zwischen den Zeilen. Schließlich verlässt Kenni Vater und Bruder und zieht in eine WG in Wien. Diese WG fühlt sich nach einem Zuhause an, gesellig, lebendig aber auch tiefgründig. Ich habe die Mitbewohner geliebt, vor allem Paul! Ihre Gespräche, die Musik, den Kater. Der übrig geblieben ist, genau wie Kenni.
Ich habe den Jungen sofort ins Herz geschlossen, seine Trauer, seine Verzweiflung aber auch sein Zweifeln ging mir richtig tief unter die Haut. Der reduzierte Stil hat einen großen Teil dazu beigetragen, es gibt keine großen Gesten sondern wahrhafte und kluge Dialoge, die manchmal witzig sind, manchmal traurig. Die Figuren sind vielschichtig und trotz der Emotionalität wird es nie kitschig.
„Laute Nächte“ ist ein Buch über Freundschaft, Familie, Erwachsenwerden und … Trauer. Für mich war es ein großes Highlight.

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Veröffentlicht am 07.05.2026

Erfolg ist nicht alles

Einatmen. Ausatmen.
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Marlene Buchholz steht kurz vor einem hart erarbeiteten Karrieresprung, sie soll Vorstandsvorsitzende der Aviola Group werden. Nur eine letzte kleine Hürde gilt es noch zu überwinden – ein Achtsamkeitsseminar ...

Marlene Buchholz steht kurz vor einem hart erarbeiteten Karrieresprung, sie soll Vorstandsvorsitzende der Aviola Group werden. Nur eine letzte kleine Hürde gilt es noch zu überwinden – ein Achtsamkeitsseminar in der brandenburgischen Pampa um Ihre Empathiefähigkeit und Sozialkompetenz zu schulen. Unwillig reist Marlene, die ihr Leben lang nur dem Leistungsgedanken gefolgt ist, und Freundschaften und Beziehungen eher für nebensächlich hält, in das „Umerziehungslager“. Ihr Mentor, Axel Grow, hat schon vielen Klienten dabei geholfen, ihre mentalen Stärken zu finden, allerdings steckt er momentan selbst in einer tiefen Krise. Auch wirtschaftlich läuft „die Acadamy“ nicht so gut und so kommt das Angebot von Marlenes Vorgesetzten, sämtliche Business-Coachings des Konzerns bei ihm abzuhalten, wenn er Marlene erfolgreich „hinbiegt“, gerade recht.
Erzählt wird die Geschichten aus abwechselnden Perspektiven von Marlene und Alex. Maxim Leo spielt dabei gewohnt mit den Emotionen des Lesers, mal ist es schreiend komisch, mal finden leise, traurige Töne ihren Weg in die Geschichte, die zum Nachdenken anregen. Der Schreibstil ist flüssig, sehr unterhaltsam und humorvoll. Ich mochte die Mischung aus der ironischen Marlene, die sich emotional so sehr abgrenzt und dem verständnisvollen Alex, der es allen recht machen will.
Natürlich ist es ist nicht besonders glaubhaft, dass eine einzige, noch dazu von außen aufgezwungene, Fortbildung zur kompletten Lebensveränderung führt. Und dennoch beschreibt Leo die Wandlung von Marlene glaubhaft. So spielt das Treffen mit dem Hausmeister, der Tiere Menschen vorzieht, eine größere Rolle für Marlenes innere Reise als all die Angebote der Acedamy. Ich mochte ihre Suche nach sich selbst und nach ihren Wurzeln. Wir haben in unserer Familiengeschichte ein ähnliches Schicksal wie bei Oma Inge, deshalb kann ich das Schweigen gut nachvollziehen. Auch das offene Ende finde ich richtig gut.
Fazit: Obwohl ich das Buch innerhalb von 2 Tagen weggelesen habe, wird es hängenbleiben. Ich habe mich bestens unterhalten.

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Veröffentlicht am 05.05.2026

Freundschaft, die bleibt

Der Sommer, der uns blieb
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Das aktuelle Buch aus dem Vani Verlag war für mich tatsächlich ein reiner Coverkauf, der Inhalt war zunächst nebensächlich, ich war und bin von der Aufmachung so begeistert, dass ich das Buch unbedingt ...

Das aktuelle Buch aus dem Vani Verlag war für mich tatsächlich ein reiner Coverkauf, der Inhalt war zunächst nebensächlich, ich war und bin von der Aufmachung so begeistert, dass ich das Buch unbedingt haben musste. Hier wurde ganze Arbeit geleistet! Vom Einband über den Farbschnitt, der wunderschönen Überraschung im Buchinneren bis hin zum Lesebändchen wurde das Buch perfekt zu einem kleinen Kunstwerk gestaltet. Die Sprüche und Weisheiten, die jedes Kapitel einleiten, haben mir sehr gut gefallen. Die Geschichte über die Freundschaft von 3 Freunden hat mich größtenteils überzeugt und hat mich an meine eigene Jugend erinnert.
Zum Inhalt:
Pia, Britta und Martin sind Nachbarskinder und vertraute Freunde in ihrer Kindheit und Jugend bis im Sommer nach Abschluss der Schule etwas passiert, dass die Drei auseinandertreibt. Zwanzig Jahre später passiert erneut etwas Unvorhersehbares und die Drei bekommen eine neue Chance für ihre Freundschaft.
Meine Meinung:
Mit dem wunderschönen und außergewöhnlichen Cover kann die Geschichte nicht ganz mithalten. Ich mochte die behandelten Themen Freundschaft, Schuld, Entscheidungen, das Überdenken des eingeschlagenen Lebensweges und das Umgehen mit unheilbarer Krankheit. Auch der leise Schreibstil und die kurzen Kapitel haben gut zur Geschichte gepasst.
Pias Krankheit hat mich sehr berührt, aber es hätte noch so viele weitere Momente gegeben, wo man uns Leser gefühlsmäßig auf die Achterbahn hätte schicken können. Leider bleiben die Protagonisten allesamt ein bisschen farblos. Vor allem Martin, der unter seiner dominanten Mutter leidet, hätte ich so sehr gewünscht, dass er es schafft, mal eine richtige Distanz zwischen sich und ihr zu schaffen. Durch die fehlende Spannung bleibt alles ein bisschen flach. Die Geschichte ist solide geschrieben aber hält keine Überraschungen bereit.

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Ein Roman voller Trauer – doch ohne spürbares Herzklopfen

Unter Wasser
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Leider war für mich „Unter Wasser“ nur mittelmäßig. Dabei wollte ich das Buch schon aufgrund seines wunderschönen Covers unbedingt haben! Auch die Story über ein kleines Mädchen, das mit ihrem Vater nach ...

Leider war für mich „Unter Wasser“ nur mittelmäßig. Dabei wollte ich das Buch schon aufgrund seines wunderschönen Covers unbedingt haben! Auch die Story über ein kleines Mädchen, das mit ihrem Vater nach dem Tod der Mutter nach Thailand zieht und dort in Arielle eine Freundin fürs Leben findet, die ihr aber bei dem Tsunami von 2004, einer der verheerendsten Umweltkatastrophen der jüngeren Geschichte, wieder genommen wurde, hat mich magisch angezogen.
Jetzt musste ich die Geschichte erst einmal ein wenig sacken lassen, bevor ich meine Rezension schreiben konnte, um herauszufinden, was in mir bleibt.
Der Roman ist von Trauer durchdrungen, er fängt den ganz besonderen Schmerz um den Verlust einer Freundin ein, eine Beziehung, die unsere Gesellschaft auch heute noch als zweitrangig betrachtet. Und obwohl ich auf jeder Seite von dem Verlust lese, konnte ich sie doch nicht spüren.
Eventuell waren die zweit Zeitebenen das Problem. Die Handlung erstreckt sich über 8 Jahre und wechselt zwischen Thailand und New York, wo Marissa heute lebt, normalerweise lese ich sehr gern über verschiedene Zeitebenen hinweg. Hier jedoch hätte ich mir gewünscht, länger in einem Handlungsstrang verweilen zu können, die Zeitsprünge kamen mir zu abrupt. Mir fiel es oft schwer, Marissas anhaltende Trauer wirklich nachzuvollziehen. Mir ist bewusst, dass Trauer nicht linear verläuft und oft in Wellen kommt, doch die Intensität des Traumas und der Trauer, die Marissa in der Gegenwart empfindet, wirkte manchmal unverhältnismäßig im Vergleich zu der vergangenen Zeit. Die Freundschaft wirkte auf mich steril. Ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, dass sich die Beziehung öffnet, dass ich die Atmosphäre zwischen den Mädchen spüren kann aber da war nichts außer Worte. Auch die Trauer des Vaters wirkte unausgereift. Dabei hätte auch sie viel mehr Raum in der Geschichte verdient.
Die Schilderungen Thailands, des Lebens auf der Insel und der reichen Artenvielfalt ihrer Ozeane waren ein Lesegenuss und machen Lust das direkt zu erleben. Insbesondere die Meeresbewohner hatten es mir angetan. Der Ozean und seine Ökosysteme spiegeln die Instabilität wieder, die sich durch die ganze Geschichte zieht. Das hat wirklich gut funktioniert.
Ich habe diesen Roman beim Lesen bewundert, aber ich konnte leider nicht die emotionale Wucht spüren, die ich mir gewünscht habe.
Ich zolle Menon große Anerkennung für ihren Debütroman und denke, dass viele andere ihn genießen werden, aber konnte ihn leider nicht vollends genießen.

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