Cover-Bild Laute Nächte
(4)
  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
18,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Kampa Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 22.04.2026
  • ISBN: 9783311706434
Anne Freytag

Laute Nächte

Eine Klingel mit vier Namen: Paul hat das Tennisspielen aufgegeben und nichts Neues angefangen. Elif redet dauernd, fragt, nervt, lacht, als würde sie einen schon ewig kennen. Julia ist so leise, dass man nicht weiß, ob sie zu Hause ist. Und Kenni? Er weiß selbst nicht, was er in Wien will. Er musste einfach weg. Von den Leuten, die in ihm den Typen sehen, der er war, bevor er der wurde, dessen Freundin bei einem Autounfall gestorben ist. Ihre letzte Reise, ohne ihn. Obwohl sie doch einen Sommer lang Frankreich entdecken wollten. Wider Erwarten wird die WG für Kenni zur neuen Heimat. Das Leben geht einfach weiter. Auch die geplante Reise findet statt – mit Elif auf dem Beifahrersitz, was keine gute Idee ist. Zehn Jahre später, Kenni steht am Anfang seiner Karriere als Maler, treffen die vier sich in Zürich wieder. Es wird eine lange, laute Nacht, die lauter Fragen aufwirft. Erst zurück in Wien, aus Kenni ist inzwischen ein renommierter Künstler in den Vierzigern geworden, beginnt mit einem kurzen Gespräch ein Nachmittag, ein Abend, ein Anfang …

Weitere Formate

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.06.2026

Ein großartiger Roman über Verlust und das Weitermachen!

0

- B U C H - T I P P -

Wenn mich jemand fragen würde, was ein Buch braucht, um in meinen Augen ein Highlight zu sein, dann würde ich viele Dinge aufzählen, die in „LAUTE NÄCHTE“ von Ann Freytag vorhanden ...

- B U C H - T I P P -

Wenn mich jemand fragen würde, was ein Buch braucht, um in meinen Augen ein Highlight zu sein, dann würde ich viele Dinge aufzählen, die in „LAUTE NÄCHTE“ von Ann Freytag vorhanden waren. ✨

Am Wichtigsten sind für mich die handelnden Figuren. Diese müssen miteinander und nicht nebeneinander agieren. Sie müssen sich weiterentwickeln anhand von Ereignissen und vor allem müssen sie eines sein: nahbar und vielschichtig.
In dem Roman von Anne Freytag hat sich die WG rund um Kenni, Paul, Elif, Julia und Harry beim Lesen sogar so echt angefühlt, als wären sie aus einer TV-Serie entsprungen. Zudem haben mir die Dynamiken und die entstandenen Beziehungen der Charaktere untereinander richtig gut gefallen.

Außerdem für mich bedeutend: die Handlungsorte, an welchen eine Geschichte spielt. Es müssen gar nicht zwingend viele unterschiedliche Orte sein, manchmal reicht ein authentisches Setting, um die Atmosphäre wohlig und heimelig zu umschreiben und mich in die Geschichte hineinzuversetzen. Bei Anne Freytag ist mit jedem neuen oder neuenalten Ort die Geschichte erweitert und abgerundet worden, was ich sehr mochte ☺️

Was ich weiterhin mag, sind gewisse Dynamiken, die durch Perspektivwechsel oder Zeitsprünge entstehen. Anne Freytag setzt in ihrem Roman auf Zeitsprünge und Ortswechsel, die gekonnt eingearbeitet sind, dem Buch Spannung verleihen und für mich die Geschichte zu einem besonderen Leseerlebnis gemacht haben. Dass die gesamte Geschichte aus Kennis Sicht erzählt wird, war für mich nicht störend, wobei ich gerne auch ein paar andere Blickwinkel auf das Gelesene erlebt hätte.

Was mir außerdem wichtig ist, sind ein gewisser Tiefgang und eine emotionale Bindung an die Figuren. Kennis Geschichte hat mich von Anfang an abgeholt. Ich mochte seine Art mit dem Verlust umzugehen, konnte seinen Gedanken, sein „altes“ Leben zu verlassen, absolut nachvollziehen und damit auch seinen Entschluss nach Wien zu ziehen. Je mehr im Laufe der Geschichte über die Beziehung mit Jasmin ans Licht kommt, umso mehr habe ich mit ihm und seinen Struggles mitgefühlt. Insbesondere die Innenansicht und damit die Einblicke in seine Gedanken, die man als Leser erhält, haben mich sehr berührt. Und auch wenn ich ihn manchmal gern geschüttelt hätte, dass er endlich ausspricht, was er fühlt, konnte ich seine Handlungen dadurch besser nachvollziehen. Aber auch die anderen Charaktere waren gut in die Geschichte integriert und für mich viel mehr als bloße Nebenfiguren. Selbst Julia, die als leise und fast unsichtbar beschrieben wird, hatte ihren Sinn in dem Roman und ohne ihre Anwesenheit, hätte was gefehlt, was die Geschichte abgerundet und verfeinert hat.

Was vielleicht blöd klingt, aber der Wahrheit entspricht: Geschichten dürfen hart sein, denn das Leben ist auch manchmal. So auch bei Laute Nächte. Die Themen Trauer und Verlust werden nicht romantisiert oder irgendwie kleingemacht. Vielmehr wird durch deren Darstellung dem Roman eine nötige Schwere verliehen, die er braucht, um den Leser zu erreichen und zu binden. Diese Schwere wird durch warme, leisere Momente wieder ausgeglichen und sorgt dafür, dass das Gelesene noch lange nachwirkt. 💭

Zu guter letzt darf in meinen Augen eine gewisse Menge an Humor nicht fehlen, auch hier überzeugt Anne Freytag und lockert die sonst eher ruhigere und nachdenkliche Stimmung durch kleine, unerwartete Passagen etwas auf 🙃

Mein einziger Kritikpunkt: das offene Ende. Ich weiß, dass das natürlich Geschmacksache ist, aber ich hätte mir am Ende etwas „mehr“ gewünscht. Ich glaube so ein kleiner Blick in die Zukunft hätte der Geschichte ganz gut getan - und mir als Leser 😌

⭐️ Mein Fazit

Wow, in meinen Augen war das ein rundum gelungener Roman, der schwierige Themen mit einer gewissen Leichtigkeit vermittelt und mich insbesondere durch die feinfühlige Zeichnung der handelnden Figuren überzeugt hat!

Ein emotionaler und ehrlicher Roman über Trauer, Verlust und das Weitermachen, aber auch über Freundschaft & Liebe, der noch lange in mir nachwirken wird! 🫶

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.05.2026

Fünf Sterne

0

Dieses Buch hat mir ganz schön was abverlangt. Es war eine Reise zu dem Inneren von Kenni. In seine Gedanken, seine Gefühle, seinen Kopf. Und es wurde von Seite zu Seite immer intensiver.

Kenni zieht ...

Dieses Buch hat mir ganz schön was abverlangt. Es war eine Reise zu dem Inneren von Kenni. In seine Gedanken, seine Gefühle, seinen Kopf. Und es wurde von Seite zu Seite immer intensiver.

Kenni zieht nach Wien, als seine Freundin überraschend bei einem Autounfall verstirbt. Seine Welt zerbricht und er ist nicht mehr derselbe. Er schreibt sich bei einer Uni ein und zieht in die WG von Paul. Dieser war einst Tennisprofi, hat diese riesige Wohnung gekauft und vermietet sie nun an weitere Menschen unter. Darunter fallen auch noch Elif und Julia. Es beginnt eine Zeit, die für Kenni ganz besonders ist. Er findet Freunde, entdeckt sich wieder. Entwickelt Gefühle, die nicht sein dürfen.

Das Buch ist in mehrere Teile gegliedert, und wir begleiten Kenni in verschiedenen Abschnitten seines Lebens. Es ist geprägt von dem Verlust seiner Freundin Jasmin. Kurz vor ihrem Tod wollten die beiden eine Reise mit dem Camper machen. Jasmin hatte alles genau durchgeplant, hatte Routen bestimmt und Hotelzimmer ausgesucht. Diese geplante Reise geht Kenni nicht mehr aus dem Kopf, und es lässt ihn nicht zur Ruhe kommen. Also macht er diese Reise, aber mit einer anderen Person, und das führt dazu, dass er innerlich zerreißt.

Ich war einfach absolut gefesselt von dem Schreibstil der Autorin. Die Stimmungen und Gefühle waren so echt und authentisch, dass ich ganz oft schlucken musste. Es war nahbar und die Figuren unheimlich filigran gezeichnet. Ich konnte mir bildlich alles ganz genau vorstellen. Als würde ich die Personen bereits kennen. Es hat aber auch Ängste in mir ausgelöst, Verlustängste. Die zermürbenden Emotionen von Kenni waren greifbar und ich habe mich schnell in seine Situation hineinversetzen können. Die unterschiedlichen Ebenen des Erzählens haben mir unglaublich gut gefallen!

Großartiges Buch, unfassbar toll geschrieben.

⭐⭐⭐⭐⭐ | 5 Sternen

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.06.2026

Kein klassischer Anne-Freytag-Roman.

0

Handlungsüberblick:

Kennis Freundin starb bei einem Autounfall, bevor sie ihren Roadtrip nach Frankreich machen konnten. Auf der Suche nach einem Neuanfang zieht er in eine WG in Wien, in der er sich ...

Handlungsüberblick:

Kennis Freundin starb bei einem Autounfall, bevor sie ihren Roadtrip nach Frankreich machen konnten. Auf der Suche nach einem Neuanfang zieht er in eine WG in Wien, in der er sich schnell zuhause fühlt. Er träumt davon, Künstler zu werden und den geplanten Roadtrip für seine verstorbene Freundin nachzuholen. Ob ihm das gelingt?

Mein E-Book-Eindruck:

Das E-Book-Cover von »Laute Nächte« passt durch sein Gemälde-Design zu den übrigen beiden bisher im Campa-Verlag erschienenen Büchern »Blaues Wunder« und »Die Lügen, die wir uns erzählen«. Es vermittelte bei mir zunächst den Eindruck, dass die Protagonistin eine Frau sein müsste und passte daher in meinen Augen anfangs gar nicht zu dem Buch. Erst nach etwa der Hälfte der Handlung verstand ich, warum auf dem Cover ein Gemälde einer Frau dargestellt ist und um wen es sich bei der Frau handelt. Somit ist es ein Cover, das erst nach und nach seine Geheimnisse enthüllt.

Mein Leseeindruck:

Zunächst fiel es mir ziemlich schwer, mich in den Protagonisten einzufühlen, einfach, weil es ein heterosexueller Cis-Mann ist und ich lieber und öfter Bücher aus weiblichen oder queeren Perspektiven lese. Dass der Depressive ausgerechnet ein Künstler mit langen Haaren ist, fand ich etwas zu klischeehaft. Es hätte auch mal ein anderer Schlag Mann sein können, um mit den gängigen Vorurteilen aufzuräumen, auch, wenn ich die Welt der Kunst sehr faszinierend finde. Nichtsdestotrotz behandelt das Buch natürlich ein wichtiges Thema und kann möglicherweise Betroffenen helfen, sich weniger allein zu fühlen.

»Laute Nächte« ist keine einfache Lektüre. Durch den Roman zieht sich eine Schwere, die sich nur schwer aushalten lässt und die sich sehr schnell auf mich als Lesende übertrug, was dazu führte, dass ich das Buch einfach schnell beenden wollte und dabei immer hoffte, dass die Geschichte gut ausgehen würde.

Trotz der doch recht großen Anzahl an Bewohner*innen der WG fiel es mir sehr leicht, die Figuren auseinanderzuhalten, weil sie so unterschiedlich waren. Ich war beeindruckt, wie es Anne Freytag mit nur wenigen Worten gelang, greifbare Figuren zu erschaffen und sie gegeneinander abzugrenzen. Die verschiedenen Zeitebenen wirkten hingegen auf mich manchmal etwas verwirrend.

Roadtrips scheinen auf die Autorin eine besondere Faszination auszuüben, da sie neben diesem Roman bereits zwei Jugendbücher mit Roadtrips (»Mein bester letzter Sommer« und »Mein Leben basiert auf einer wahren Geschichte«) veröffentlicht hat. Dennoch bezweifle ich, dass Anne Freytag für »Laute Nächte« eine Recherchereise nach Frankreich unternommen hat. Von der Fahrt nach Frankreich hätte ich mir nämlich als großes Frankreich-Fangirl mehr Ortsbeschreibungen und Frankreichfeeling gewünscht. An manchen Stellen war der Roman für mich außerdem etwas zu vorhersehbar und ich vermisste den feministischen Aspekt, den ich von den übrigen Anne-Freytag-Büchern gewohnt bin. Hätte ich nicht gewusst, dass »Laute Nächte« eines ihrer Bücher ist, hätte ich das nicht vermutet. Auf der einen Seite spricht das natürlich für die Kreativität der Autorin, in Bezug auf das sich immer wieder neu zu erfinden, auf der anderen Seite hatte ich mir so sehr eine Lektüre ähnlich wie »Blaues Wunder« und »Die Lügen, die wir uns erzählen« gewünscht und war von dem Buch etwas enttäuscht.

Mein Eindruck vom Schreibstil:

Auch, wenn ich lieber poetischere Schreibstile lese, muss ich sagen, dass der etwas raue Schreibstil gut zu der männlichen Erzählstimme passte und sich flüssig las. Beim Lesen habe ich zumindest ein paar Lieblingsstellen markiert, so zum Beispiel die Formulierung "fast taub vor Herzschlag".

Mein Abschlussfazit:

»Laute Nächte« ist kein klassischer Anne-Freytag-Roman.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.04.2026

Leider flach

0

So richtig konnte ich mich nicht mit der Geschichte anfreunden. Ich habe eine Weile gebraucht, bis ich die Personen und vielen Namen zuordnen konnte. Die ganzen Sprünge in der Erzählung haben mich verwirrt.
Insgesamt ...

So richtig konnte ich mich nicht mit der Geschichte anfreunden. Ich habe eine Weile gebraucht, bis ich die Personen und vielen Namen zuordnen konnte. Die ganzen Sprünge in der Erzählung haben mich verwirrt.
Insgesamt ist es mir schwergefallen, mit dem Protagonisten mitzufühlen. Alles wirkt sehr distanziert, verschlossen und etwas stumpf.
Da ich wissen wollte, wie es weitergeht und ob unser Protagonist seine Reise noch antreten wird oder nicht, habe ich weitergehört. Zum Ende hin haben mir die Erzählungen, in denen unser Protagonist älter ist, etwas besser gefallen. Ich konnte seine Handlungen und Entscheidungen allerdings nicht wirklich nachvollziehen.
Der Hörbuchsprecher war wie der Protagonist: distanziert und monoton.
1.5*

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere