Schicksale
So kalt die NachtInhalt: Eine grausame Mordserie erschüttert Köln. Die Opfer erleben einen qualvollen Tod, indem sie über Tage hinweg verdursten. Kommissarin Anna Melcher übernimmt die Ermittlungen. An ihrer Seite steht ...
Inhalt: Eine grausame Mordserie erschüttert Köln. Die Opfer erleben einen qualvollen Tod, indem sie über Tage hinweg verdursten. Kommissarin Anna Melcher übernimmt die Ermittlungen. An ihrer Seite steht mit Frieder Tann ein neuer Kollege, der kaum unterschiedlicher sein könnte.
Mein Leseeindruck: Marika Neitz war für mich im vergangenen Jahr mit „Das Forsthaus“ eine der großen Neuentdeckungen in der Krimiwelt. Umso gespannter habe ich auf ihre Neuerscheinung gewartet.
Mit Anna Melcher und Frieder Tann hat die Autorin ein Ermittlerduo geschaffen, das auf den ersten Blick kaum unterschiedlicher sein könnte und mir dennoch sofort ans Herz gewachsen ist. Anna ist beruflich und privat das pure Chaos. Sie kämpft mit Panikattacken und persönlichen Problemen, bleibt in den Ermittlungen aber hartnäckig, klug und gibt auch nach Rückschlägen nicht auf. Frieder dagegen ist das genaue Gegenteil. Er ist pedantisch, regelverliebt und im Umgang mit anderen Menschen unbeholfen. Doch gerade seine analytischen Fähigkeiten und sein feines Gespür für Zusammenhänge machen ihn zu einem wertvollen Ermittler. Die Dynamik zwischen den beiden hat mir unglaublich gut gefallen. Ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten sorgen nicht nur für spannende Reibungen, sondern bringen auch immer wieder humorvolle Momente.
Besonders beeindruckt haben mich die Rückblenden in die frühen 1980er-Jahre. Sie erzählen ein erschütterndes Familienschicksal, das mich emotional sehr mitgenommen hat. Einige Szenen gingen mir wirklich unter die Haut und haben mich lange beschäftigt. Gleichzeitig werfen diese Kapitel einen interessanten Blick auf die persönlichen Verhängnisse hinter Behördenversagen und zeigen eindrucksvoll, welche weitreichenden Folgen für alle Beteiligten entstehen können.
Auch der Fall selbst ist spannend konstruiert. Die bedrückende Atmosphäre zieht sich durch den gesamten Roman und durch geschickt gesetzte Wendungen bleibt die Spannung bis zum Schluss erhalten.
Fazit: Marika Neitz verbindet einen fesselnden Kriminalfall mit starken Figuren und einer emotionalen Geschichte, die noch lange nachhallt. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung und ich hoffe sehr, dass Anna Melcher und Frieder Tann bald in einem weiteren Fall ermitteln dürfen.