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Veröffentlicht am 07.06.2026

Was ist Traum, was ist Realität?

Home Before Dark
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Inhalt: 1967 verschwindet die junge Stína spurlos, als sie nach dem Besuch bei einer Freundin nach Hause läuft. Die Ermittlungen verlaufen im Sande und ihr Schicksal bleibt ungeklärt. Zehn Jahre später ...

Inhalt: 1967 verschwindet die junge Stína spurlos, als sie nach dem Besuch bei einer Freundin nach Hause läuft. Die Ermittlungen verlaufen im Sande und ihr Schicksal bleibt ungeklärt. Zehn Jahre später kehrt ihre Schwester Marsi in ihr Heimatdorf zurück und beginnt, die damaligen Ereignisse zu hinterfragen. Je tiefer sie gräbt, desto mehr Geheimnisse kommen ans Licht.

Mein Leseeindruck: Eva Björg Ægisdóttir kenne ich bereits von ihrer Reihe „Mörderisches Island“, die mir sehr gut gefällt. Auch hier konnte mich ihr Schreibstil wieder überzeugen. Er liest sich flüssig, ist atmosphärisch dicht und sorgt dafür, dass man nur so durch die Seiten fliegt. Besonders gefallen haben mir die Wechsel zwischen verschiedenen Perspektiven und Zeitebenen, die nach und nach ein immer vollständigeres Bild der Ereignisse entstehen lassen.

Auch Island als Handlungsort hat mich erneut begeistert. Die karge Landschaft, das kleine ländliche Heimatdorf und die bedrückende Atmosphäre im Elternhaus verleihen der Geschichte von Beginn an eine besondere Stimmung.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Marsi. Zum Jahrestag des Verschwindens ihrer Schwester kehrt sie nach Hause zurück und beginnt, Fragen zu stellen. Warum wurden bestimmte Spuren nicht verfolgt? Warum scheint niemand mehr über das Geschehene sprechen zu wollen? Gleichzeitig trägt auch Marsi ihre eigenen Geheimnisse mit sich herum. Dazu kommt, dass sie unter Schlaflosigkeit leidet und nicht immer klar zwischen Traum und Realität unterscheiden kann. Ihre Schuldgefühle und ihre innere Zerrissenheit machen sie für mich zu einer sehr menschlichen und glaubwürdigen Figur.

Im Laufe der Geschichte stößt Marsi auf zahlreiche Spuren und Hinweise. Allerdings werden diese nicht immer konsequent weiterverfolgt. Insgesamt wirkte die Spurensuche auf mich daher stellenweise etwas unstrukturiert. Auch die Spannung bleibt nicht durchgehend auf demselben hohen Niveau. Dennoch habe ich das Buch sehr gern gelesen, da mich die Atmosphäre und die Familiengeschichte fesseln konnten. Besonders interessant fand ich zudem, dass ich wieder etwas über einen weniger bekannten Aspekt der isländischen Geschichte erfahren habe.

Fazit: Für mich weniger ein klassischer Thriller als vielmehr eine psychologisch dichter Kriminalroman über Schuld, Erinnerung und familiäre Geheimnisse. Trotz kleiner Schwächen bei der Spurensuche hat mich die Mischung aus Familiengeheimnissen, nordischer Atmosphäre und psychologischer Tiefe gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 04.06.2026

Im Schatten des Schmuggels

Der Tod kennt verschwiegene Pfade
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Inhalt: Der Schmuggler Leopold Schilz wird in einem Wald bei Bitburg ermordet. Peters, Kriminalkommissar der neu gegründeten Polizei Rheinland-Pfalz, übernimmt die Ermittlungen und bittet den Dorfschmied ...

Inhalt: Der Schmuggler Leopold Schilz wird in einem Wald bei Bitburg ermordet. Peters, Kriminalkommissar der neu gegründeten Polizei Rheinland-Pfalz, übernimmt die Ermittlungen und bittet den Dorfschmied Karl Bermes, verdeckt in den Schmugglerkreisen Nachforschungen anzustellen.

Mein Leseeindruck: Mit dem zweiten Band kehren wir zurück zu Dorfschmied Karl Bermes nach Disselbach in die Eifel des Nachkriegsjahres 1947. Erneut gelingt es dem Autor, die Lebensrealität der Nachkriegszeit eindrucksvoll einzufangen. Mangel, Hunger, Tauschhandel und Schmuggel prägen den Alltag, während der Wiederaufbau, auch auf behördlicher Ebene, langsam beginnt. Das historische Setting wirkt auf mich überzeugend recherchiert und authentisch dargestellt.

Neben Karl und dem inzwischen deutlich sympathischer auftretenden Kommissar Peters begegnen wir auch weiteren bekannten Figuren aus dem ersten Band wieder. Dazu zählen die Lehrerin Fräulein Schneebach, der Bürgermeister und Pauline, die in einem Flüchtlingslager lebt. Bei Karl und Pauline hätte ich mir stellenweise gewünscht, ihnen einen kleinen Schubs in die richtige Richtung geben zu können.

Gleichzeitig bereichern neue Charaktere wie der Polizeianwärter Eddi die Geschichte. Besonders gelungen finde ich, dass alle Figuren glaubwürdig, lebendig und nahbar wirken.

Die Ermittlungen kommen zunächst nur langsam voran. Der Drahtzieher im Hintergrund bleibt undurchschaubar und schon bald wird deutlich, dass hinter dem Mord weit mehr steckt als zunächst vermutet. Ich habe bis zum Schluss eifrig mitgerätselt. Das spannende Finale und die schlüssige Auflösung konnten mich schließlich voll überzeugen.

Fazit: Ein gelungener historischer Krimi, der nicht nur mit einer interessanten Kriminalhandlung, sondern vor allem mit seinem atmosphärisch dichten und authentischen Nachkriegssetting überzeugt.

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Veröffentlicht am 04.06.2026

Zwei Körper, ein Chaos

Mein Sommer als Hund
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Inhalt: Liv freut sich riesig auf den Urlaub mit ihrer Mama, deren neuem Freund Torsten, dessen Kindern – und vor allem dessen Hund Fido. Den hat Liv besonders in ihr Herz geschlossen. Doch auf der Fähre ...

Inhalt: Liv freut sich riesig auf den Urlaub mit ihrer Mama, deren neuem Freund Torsten, dessen Kindern – und vor allem dessen Hund Fido. Den hat Liv besonders in ihr Herz geschlossen. Doch auf der Fähre nach Elba geschieht etwas Unglaubliches: Liv und Fido tauschen ihre Körper! Das sorgt für jede Menge Chaos und unvergessliche Turbulenzen.

Unser Leseeindruck: Das Buch ist die perfekte Sommerlektüre und weckt sofort die Sehnsucht nach Sonne, Strand, Meer und einer großen Portion Eis. Und das noch kombiniert mit einer wunderbaren Hundegeschichte.

Liv haben wir vom ersten Moment an ins Herz geschlossen. Sie liebt Hunde genauso sehr wie wir und besonders Fido hat es ihr angetan. Gleichzeitig macht sie sich Sorgen, denn sie spürt, dass es zwischen ihrer Mama und Torsten nicht mehr so harmonisch läuft wie früher. Sollte ihre Beziehung scheitern, würde Liv auch Fido verlieren – ein Gedanke, der ihr das Herz bricht. Deshalb setzt sie alles daran, dass der Urlaub ein voller Erfolg wird.

Doch als Liv und Fido plötzlich die Körper tauschen, gerät der Plan eines perfekten Urlaubs gehörig durcheinander. Denn ein Hund im Körper eines Menschen hält sich nun einmal nicht unbedingt an gesellschaftliche Regeln. Da wird fremdes Eis abgeschleckt, es mangelt an Tischmanieren und auch sonst sorgt Fido für allerlei peinliche und urkomische Situationen. Diese Szenen haben uns immer wieder zum Lachen gebracht und machen einen großen Teil des Charmes der Geschichte aus.

Neben dem Humor bietet das Buch aber auch viele gefühlvolle Momente. Es erzählt einfühlsam von der besonderen Freundschaft zwischen Mensch und Tier, vom Zusammenleben in einer Patchwork-Familie und davon, dass man seinen Liebsten manchmal wichtige Dinge verschweigt, obwohl Offenheit oft der bessere Weg wäre.

Abgerundet wird die Geschichte durch den wunderbar flüssigen Schreibstil von Anna Ludwig, ein wunderschönes sommerliches Cover und die liebevollen Illustrationen von Marina Halak. Besonders Fido ist dabei einfach unglaublich bezaubernd dargestellt.

Fazit: Eine herzerwärmende, lustige und sommerliche Geschichte über Freundschaft, Familie und die besondere Verbindung zwischen Mensch und Hund. Ein absolutes Wohlfühlbuch für die Ferienzeit. Und Fanta trinken wir in Gegenwart unseres Hundes künftig lieber nur noch mit Vorsicht.

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Veröffentlicht am 04.06.2026

Hinter perfekten Fassaden

Waldnacht
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Inhalt: Eine junge Mutter wird in einer Villa in einem wohlhabenden Stockholmer Vorort erschossen aufgefunden. Die Ermittlungen übernimmt Kommissarin Sakka Pienni. Doch wer könnte ein Motiv haben, eine ...

Inhalt: Eine junge Mutter wird in einer Villa in einem wohlhabenden Stockholmer Vorort erschossen aufgefunden. Die Ermittlungen übernimmt Kommissarin Sakka Pienni. Doch wer könnte ein Motiv haben, eine Frau zu töten, die nach außen hin ein perfektes Leben führte und scheinbar keine Feinde hatte?

Mein Leseeindruck: Die Reihe um Charlie Lager von Lina Bengtsdotter lese ich sehr gerne. Deshalb war ich neugierig auf ihre neue Krimireihe und wollte unbedingt die Ermittlerin Sakka Pienni kennenlernen.

Sakka ist eine außergewöhnliche und vielschichtige Protagonistin. Als Samin wird sie von ihrer Herkunft geprägt, zugleich beeinflussen ihre manische Depression, ihre Synästhesie und traumatische Kindheitserinnerungen ihre Wahrnehmung und ihr Handeln. Sie gibt sich nicht mit einfachen Antworten zufrieden, sondern geht den Dingen beharrlich auf den Grund, auch wenn sie dadurch immer wieder mit ihren Kollegen aneinandergerät.

Auch der Schreibstil der Autorin hat mich erneut überzeugt. Flüssig und atmosphärisch führt er durch die Handlung. Rückblicke in die Vergangenheit sorgen dafür, dass sich die Hintergründe des Falls Stück für Stück erschließen. Gleichzeitig wirft der Roman einen interessanten Blick hinter die Fassaden einer vermeintlich perfekten Welt aus Luxusimmobilien, Privatclubs und exklusiven Internaten, hinter denen sich zahlreiche Geheimnisse verbergen.

Der Krimi lebt vor allem von sorgfältiger und analytischer Ermittlungsarbeit und setzt weniger auf Action oder spektakuläre Wendungen. Das hat mich gut unterhalten, auch wenn ich relativ früh eine Vermutung zur Auflösung hatte, die sich letztlich bestätigt hat.

Fazit: Ein atmosphärischer Kriminalroman mit einer ungewöhnlichen Ermittlerin und einem interessanten Blick auf die Abgründe hinter perfekten Fassaden. Wer charakterstarke Figuren und klassische Ermittlungsarbeit schätzt, wird mit diesem Reihenauftakt gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 31.05.2026

Wie schnell kann ein Leben zerbrechen?

Solange ein Streichholz brennt
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Inhalt: Bohm lebt auf der Straße. An seiner Seite sind nur sein Hund Fox und ein Brief, den er nicht öffnen möchte. Alina arbeitet als Fernsehjournalistin und steht kurz vor dem Verlust ihres Jobs. Eine ...

Inhalt: Bohm lebt auf der Straße. An seiner Seite sind nur sein Hund Fox und ein Brief, den er nicht öffnen möchte. Alina arbeitet als Fernsehjournalistin und steht kurz vor dem Verlust ihres Jobs. Eine Reportage über das Leben obdachloser Menschen soll ihre letzte Chance sein. So kreuzen sich die Wege von Alina und Bohm und schon bald entsteht zwischen ihnen eine Verbindung, mit der keiner von beiden gerechnet hat.

Mein Leseeindruck: Mit Bohm und Alina lernen wir zwei Menschen kennen, die auf den ersten Blick kaum unterschiedlicher sein könnten. Bohm ist obdachlos und versucht oftmals mithilfe von Alkohol und Medikamenten, die Schatten seiner Vergangenheit zu verdrängen. Alina hingegen ist ehrgeizig, engagiert und möchte beruflich vorankommen. Doch auch hinter ihrer Fassade verbergen sich Ängste, Unsicherheiten und die Sorge, den eigenen Ansprüchen nicht gerecht zu werden.

Durch die Reportage kommen die beiden einander näher und von Beginn an spürt man, dass sie etwas verbindet. Doch kann eine Beziehung zwischen zwei Menschen funktionieren, deren Lebenswelten so weit auseinanderliegen?

Christian Huber erzählt diese Geschichte in ruhigen, einfühlsamen Worten und schafft dabei Figuren, die authentisch wirken und weit mehr sind als einfache Klischees. Besonders Bohm hat mich berührt. Sein Schmerz, seine Schuldgefühle und seine innere Zerrissenheit sind greifbar und machen deutlich, wie schnell ein Leben aus der Bahn geraten kann.

Gleichzeitig zeigt der Autor immer wieder auf, wie unsere Gesellschaft Menschen behandelt, die nicht in das gewohnte Bild passen. Durch Bohms Erfahrungen werden wir angeregt, über den eigenen Blick auf Obdachlose und andere gesellschaftliche Außenseiter nachzudenken und zu lernen, den Mensch und nicht seine Hülle zu sehen.

Warum Bohm letztlich auf der Straße gelandet ist, erfahren wir erst gegen Ende des Buches. Und genau hier blieb bei mir ein kleiner Kritikpunkt zurück. Ich konnte seine Verzweiflung nachvollziehen und hatte großes Mitgefühl für ihn. Gleichzeitig haben mir ein wenig die kritische Auseinandersetzung mit seinen Entscheidungen und ein tieferer Perspektivwechsel an dieser Stelle gefehlt.

Fazit: Ein bewegender Roman über Schuld, Verlust und die Frage, wie schnell ein Mensch alles verlieren kann. Gleichzeitig erzählt das Buch von Hoffnung, Menschlichkeit und der Möglichkeit eines Neuanfangs. Besonders die authentischen Figuren und die emotionale Atmosphäre konnten mich überzeugen, auch wenn mir an manchen Stellen eine differenziertere Betrachtung der Geschehnisse gefehlt hat.

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