Cover-Bild Der Fährmann
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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Droemer
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: historischer Roman
  • Genre: keine Angabe / keine Angabe
  • Seitenzahl: 384
  • Ersterscheinung: 02.03.2026
  • ISBN: 9783426566282
Regina Denk

Der Fährmann

Roman | Freundschaft und Neid, Liebe und Schuld – und eine Gemeinschaft, die der Nationalismus entzweit

»Sagen Sie alle Verabredungen ab! Sie werden in diesem Roman versinken.« Bestsellerautorin Ruth-Maria Thomas – der neue Roman von Regina Denk!

Regina Denks Roman »Der Fährmann« erzählt ein atmosphärisch düsteres Familiendrama an der deutsch-österreichischen Grenze zur Zeit des 1. Weltkriegs.

Hohenwart und Siegering, Anfang des 20. Jahrhunderts: Als Fährmann muss Hannes Winkler dem Brauch folgen, sich keine Frau zu nehmen. Denn sollte sein gefährlicher Beruf sein Leben fordern, darf er keine bedürftigen Angehörigen zurücklassen. Hannes’ Herz gehört trotzdem schon lang seiner Jugendfreundin Elisabeth. Doch die ist Josef Steiner versprochen, dem Erben des größten Hofes am diesseitigen Ufer der Salzach. Das trifft nicht nur Hannes und Elisabeth hart, die seine Gefühle erwidert: Elisabeths beste Freundin Annemarie hatte sich Hoffnung auf eine Heirat mit Josef gemacht.

Während der 1. Weltkrieg die kleine Gemeinschaft diesseits und jenseits der Salzach in Österreich und Deutschland spaltet, gerät das Leben der vier jungen Leute in einen Strudel aus Gewalt, Aufbegehren und Schuld. Als schließlich ein Kind verschwindet, wird eine tödliche Spirale in Gang gesetzt.

Ein Spannender Roman mit Tiefgang, authentischen Figuren und sprachlicher Raffinesse:

Eindrucksvoll erweckt Regina Denk die beiden Dörfer an der Salzach zum Leben, die – verbunden durch den Fährmann – seit jeher eine Gemeinschaft bilden. Bis der aufkeimende Nationalismus den Frieden empfindlich stört. Bis ein Krieg ausbricht, der die Welt verändert.  Bis Freundschaft und Neid, Liebe und Schuld ein Drama in Gang setzen, das sich nicht mehr aufhalten lässt.

»Dunkel und märchenhaft kommt der neue Roman von Regina Denk daher. Mit ganz besonderem Ton zieht sie den Leser in die Orte ihrer Heimat, in längst vergangene Zeiten . Dort angekommen beschreibt sie ihre Figuren und deren tragische Geschichte so eindringlich, dass es schwer fällt, sich von ihnen zu trennen. Ich jedenfalls habe dieses Buch in einer Nacht durchgelesen.« Bestsellerautorin Eva Lohmann

Entdecken Sie auch Regina Denks hochgelobten und atmosphärischen Roman »Die Schwarzgeherin«: »Düster und stark.« Brigitte

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.05.2026

Ein sehr intensiver historischer Roman

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Die Salzach trennt die Orte Hohenwart und Siegering und doch sind die Bewohner miteinander verbunden. Um von einem Ufer zum anderen zu kommen, müssen sie mit der Fähre übersetzen. Der Beruf des Fährmanns ...

Die Salzach trennt die Orte Hohenwart und Siegering und doch sind die Bewohner miteinander verbunden. Um von einem Ufer zum anderen zu kommen, müssen sie mit der Fähre übersetzen. Der Beruf des Fährmanns ist gefährlich, daher darf er nicht heiraten, um keine bedürftige Familie zurückzulassen, falls ihm etwas passiert. Hannes Winkler hat den Beruf von seinem Onkel übernommen, denn als jüngster in der Familie hätte er sich sonst als Knecht verdingen müssen. Seit Kindertagen gehört sein Herz der Elisabeth Hofer, die dem Steiner Josef versprochen ist. Elisabeths Freundin, die Annemarie Stiegl von der Salzschenke, hatte sich Hoffnung gemacht, dass der Josef sie heiratet. Aber wie schon immer, bestimmen Tradition und die Männer das Schicksal der Menschen. Dann ziehen die Männer in den Krieg und die Frauen müssen schauen, wie sie zurechtkommen. Viele Männer kommen nicht wieder zurück und die, die zurückkommen, haben ihre Verletzungen davongetragen.

Die Autorin Regina Denk macht es dem Leser nicht leicht mit ihrem historischen Roman. Das Leben ist hart und grausam. Die Väter und Ehemänner bestimmen über die Geschicke der Familie und sorgen gewalttätig für Zucht und Ordnung. Die Frauen sind nichts wert und haben sich zu fügen. Der Hannes hat sich zu fügen, weil er der jüngste Sohn ist, die Elisabeth, weil sie vom Vater versprochen wurde und die Annemie, weil sie für das Auskommen der Wirtsfamilie mit geradestehen muss. Hannes hat sich geschworen, dass er sich nie etwas zuschulden kommen lassen wird und so hält er sich zurück, wo er hätte eingreifen sollen. Lisi erträgt ihr Schicksal bis es fast zu spät ist und Annemie findet einen Weg, sich ein Stück Freiheit zu verschaffen.

Eigentlich sollte man annehmen, dass unter diesen unsäglichen Bedingungen sich die Frauen solidarisieren, doch sie machen sich das Leben schwer, schauen weg und schweigen. So kann es geschehen, dass das Böse von einer Generation zur anderen weitergegeben wird und es zu einer tragischen Entwicklung kommt, die das Leben der Freunde verändern wird. Plötzlich wachsen Menschen über sich hinaus, von denen man es nicht erwartet hätte.

Die Sprache in diesem Roman ist passend zur Handlungszeit und die Atmosphäre düster und bedrückend, aber auch fesselnd. Es ist oft schwer zu ertragen, mit welcher Grausamkeit vorgegangen wird und alle wegsehen und entschuldigen.

Es ist ein wunderbarer atmosphärisch dichter, aufwühlender Roman mit vielschichtigen Charakteren. Meine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 16.05.2026

Zwischen Traditionen und dem Wunsch nach Selbstbestimmung

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„Der Fährmann“ von Regina Denk spielt Anfang des 20. Jahrhunderts an der deutsch-österreichischen Grenze, am Ufer der Salzach, und erzählt die Geschichte von Elisabeth, Annemarie und Hannes. Schon als ...

„Der Fährmann“ von Regina Denk spielt Anfang des 20. Jahrhunderts an der deutsch-österreichischen Grenze, am Ufer der Salzach, und erzählt die Geschichte von Elisabeth, Annemarie und Hannes. Schon als Kinder verbindet die drei eine enge Freundschaft, doch je älter sie werden, desto stärker bestimmen Traditionen, gesellschaftliche Zwänge und die harte Lebensrealität ihren Weg.

Elisabeth wird gegen ihren Willen mit dem wohlhabenden, aber brutalen Jungbauern Josef verheiratet. Annemarie muss im Wirtshaus ihrer Eltern arbeiten, während Hannes – wie es die Tradition verlangt – als Fährmann ungebunden bleiben soll. Dennoch spielt er im Leben beider Frauen eine besondere Rolle.

Der Roman zeigt eindringlich, wie wenig Selbstbestimmung Frauen damals hatten und wie sehr Gewalt, Abhängigkeit und gesellschaftlicher Druck ganze Leben geprägt haben.

Regina Denk schafft es dabei, ihre Figuren unglaublich lebendig zu zeichnen – manche wachsen einem sofort ans Herz, andere lösen regelrecht Wut aus.

Der Roman ist atmosphärisch dicht, düster und stellenweise kaum auszuhalten, gerade weil vieles davon bis heute nachwirkt. Die Geschichte wühlt auf, schmerzt, schenkt durch die Entwicklung von Annemarie und Leni aber auch Hoffnung.

Mich hat das Buch von der ersten bis zu der letzten Seite gefesselt und die Geschichte tief beeindruckt

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Veröffentlicht am 11.05.2026

Der Fluss, der alles mit sich reißt und keine Gnade kennt!

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Mit „Der Fährmann“ präsentiert die talentierte Autorin Regina Denk ihren Leserinnen und Lesern so viel mehr als „nur“ eine Geschichte rund um Hannes, den jungen Fährmann. Um den Fährmann, der nicht heiraten ...

Mit „Der Fährmann“ präsentiert die talentierte Autorin Regina Denk ihren Leserinnen und Lesern so viel mehr als „nur“ eine Geschichte rund um Hannes, den jungen Fährmann. Um den Fährmann, der nicht heiraten darf, damit seine Familie wegen seines gefährlichen Berufs nicht irgendwann allein dastehen muss, wodurch ein gemeinsames Leben mit seiner geliebten Elisabeth in unerreichbare Ferne rückt. So wird sie schnell an den Jungbauern Josef Steiner verschachert, den sie nicht liebt und der seinerseits auch nie lieben gelernt hat, sondern vom eigenen Vater mit viele Strenge und Schlägen erzogen wurde, die er ungebremst weitergibt. Eine Zweckehe, die in Grausamkeit fast nicht übertroffen werden kann. Auch die junge Annemarie, die damals, als sie noch Kinder waren, die Elisabeth, der Hannes und sie, das dritte Musketier der kleinen Gemeinschaft von Freunden ausmachte, wird verschachert, aber nicht an nur einen Mann, sondern an viele Menschen, die allesamt Gäste der heimischen Gastwirtschaft sind. „Die Gäste müssen zufrieden sein, die Kasse muss stimmen!“ Mit diesen oder ähnlichen Worten der Mutter im Nacken, muss sie oft mehr als ein Lächeln oder einen derben Schwerz über sich ergehen lassen. Während Hannes jeden Tag aufs Neue Menschen über die Salzach von Österreich nach Deutschland und zurückbringt und sein ihm auferlegtes Schicksal still erträgt, müssen die beiden Frauen jeden Tag wieder nicht nur seelische, sondern auch körperliche Leiden ertragen, die sie bald an ein gefährliches Limit bringen. Als der aufkommende Krieg dem Martyrium wenigstens ein bisschen Einhalt zu gebieten scheint, keimt ein kleines Pflänzchen der Hoffnung auf. Darf es wachsen, oder wird es gnadenlos wieder niedergetrampelt werden?

Regina Denk hat mit ihrem für mich zweiten Buch aus ihrer Feder eine bild- und sprachgewaltige Story erschaffen, die ihresgleichen sucht. Sie erzählt eine Geschichte, die mir als Leserin den Fluss und vor allem auch die Menschen der damaligen Zeit so nahebringt, als wäre ich nicht nur lesenderweise dabei, sondern auch körperlich anwesend. Ich konnte sie spüren, die rohe Gewalt, ich konnte ihn riechen, den faulen Atem aus den Männermündern und ich konnte sie hören, die polternden Schritte betrunkener Männer, die keine Liebe kennen und keine Liebe geben können. Die ihre Kinder auf die gleiche Weise erziehen, wie sie selbst erzogen wurden und somit die nächste Generation roher Männer heranziehen.

Das Bild, das die Autorin zeichnet, ist erschreckend und ließ mich oft innenhalten beim Lesen, um zwischendurch mal wieder im Hier und Jetzt aufzutauchen zu können. Dieses Buch wird mir noch lange in Erinnerung bleiben und somit möchte ich auch für dieses Leseerlebnis mit fünf uneingeschränkten Punkten die volle Punktzahl vergeben. Für mich ist der Roman ein Meisterwerk, das nachhallt. Danke dafür, liebe Regina!

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Veröffentlicht am 05.05.2026

Mitreißend, ehrlich mit einer besonderen Atmosphäre

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Hohenwart 1894 - Von jeher war es so, der Fluss nimmt, der Fluss gibt. Der Winkler Hannes entgeht nur knapp dem Tod, seit er in die Salzach fiel. Seit der Genesung verbindet ihn eine tiefe Freundschaft ...

Hohenwart 1894 - Von jeher war es so, der Fluss nimmt, der Fluss gibt. Der Winkler Hannes entgeht nur knapp dem Tod, seit er in die Salzach fiel. Seit der Genesung verbindet ihn eine tiefe Freundschaft mit der Hofer Elisabeth und der Wirtstochter Annemarie, der deutschen Seite des Flussufers. Nach seiner Genesung im Alter von 6 Jahren entscheidet das familiäre Schicksal über den Winkler-Sohn, er wird als 4. Sohn die Nachfolge seine Onkels als Fährmann antreten und bald bei diesem in die Lehre gehen. Als Fährmann heiratet man nicht, da es nicht Frau und Kinder geben soll, die bei einem Unglück um ihn trauern. Bereits im Alter von knapp 12 Jahren müssen die Kinder der Grenzregion arbeiten wie die Erwachsenen. Sei es auf dem Hof, im Wirtshaus oder als Fährmann. Auch wenn kaum noch Zeit bleibt, halten Hannes, Annemie und Lisi ihre Freundschaft so gut es geht aufrecht. Obwohl Hannes und Lisi sich zueinander hingezogen fühlen, darf keiner seine Gefühle offenbaren. Der Hofer Bauer hat bereits die Heirat von Lisi mit dem Steiner Josef arrangiert, so dass Geld zu Geld kommt mit zwei großen Höfen. Die Annemie hatte jedoch gehofft, dass der Josef sie heiratet, da er sich nur zu gern mit ihr erfreut. Mit der Heirat beginnt für die 4 jungen Leute ein Strudel aus Liebe, Neid, Gewalt und dramatischen Ereignissen, nochmals verstärkt durch die Einflüsse des 1. Weltkriegs.

Schon von der ersten Seite an erfasste mich eine enorme Bildgewalt und eine beklemmende, düstere Atmosphäre. Das Leben im deutsch-österreichischen Grenzgebiet ist für niemanden ein Zuckerschlecken. Von Kindesbeinen an wird der Alltag durch harte Arbeit, Entbehrungen und Gewalt geprägt. Kinder und Frauen werden mit Zug und Ordnung von den Familienoberhäuptern beherrscht. Während Hannes und Annemarie sich mit Stärke ihrem Leben stellen, hat die Elisabeth einen schweren Stand am Steiner Hof, wo sie wenig Beachtung und einen gewalttätigen Mann vorfindet.

Regina Denk schildert ohne beschönigende Worte ein Leben beherrscht von Gewalt, Überlebenskampf, der Suche nach Anerkennung und unglücklicher Liebe. Was bin ich dankbar, zu der Zeit nicht gelebt zu haben, immer an der Grenze zwischen Leben und Tod. Sprachlich ist Regina Denk eine perfekte Zeitreise in die Vergangenheit gelungen. Mit ihrer lebhaften und fesselnden Erzählweise habe ich nur so an den Zeilen gehangen und wollte das Buch nicht aus der Hand legen. Der Autorin ist mit DER FÄHRMANN ein literarisches Meisterwerk gelungen. Vielen Dank dafür.

Mein Fazit:
Düster, atmosphärisch und rasend, wie ein ungezügelter Fluss treibt die Autorin uns Leser durch ein deutsch-österreichisches Familiendrama zur Zeit des 1. Weltkrieges. Sprachlich herausragend fühlte ich mich in der Zeit versetzt und ganz nah bei den vielschichtigen Charakteren. Hoffnung und Bangen ließen mich oft die Luft anhalten. Ein wahres Meisterwerk.

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Veröffentlicht am 03.05.2026

Die Fehler der Vergangenheit und ihre Wiederholungsgefahr

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Ende des 19. Jahrhunderts werden vier Kinder geboren, deren Leben in den nächsten Jahren untrennbar miteinander verknüpft werden sollten, auf gute und auch schlechte Weise.
Das Buch ist anders als erwartet, ...

Ende des 19. Jahrhunderts werden vier Kinder geboren, deren Leben in den nächsten Jahren untrennbar miteinander verknüpft werden sollten, auf gute und auch schlechte Weise.
Das Buch ist anders als erwartet, aber hat mich dadurch sehr positiv überrascht. Statt nur über den Fährmann zu berichten, wird die Geschichte aus allen vier Perspektiven erzählt, über die Jahre hinweg. Dies hat den großen Vorteil, dass die Charaktere mehr Tiefe bekommen, man verschiedene Blickwinkel erhält und sich die Handlung auf die wichtigsten Ereignisse fokussiert.
Während ich sonst bei diesem Stilelement immer eine favorisierte Perspektive habe, hatte ich dieses Gefühl hier gar nicht, jeder Charakter hatte seinen eigenen Reiz, auch die inhaltlich schweren Kapitel waren doch irgendwie auch wichtig.
Dies soll auch vorweg gesagt werden, das Buch ist keine leichte Kost, Themen wie häusliche Gewalt, Missbrauch und Krieg sind allgegenwärtig und werden auch nicht beschönigt.
Gerade deswegen rüttelt es den Leser aber umso mehr wach, man ist emotional voll dabei und zieht unweigerlich auch öfters Parallelen und Vergleiche zu unserer heutigen Zeit.

Durch die Geschichte zieht sich so auch der Fluss, der schön und einladend aussieht, aber unter seiner Oberfläche Gefahren und Tod verbirgt, ähnlich wie das Buch selbst und einige der Charaktere.
Wir bekommen einen authentischen Einblick in das Leben der damaligen Zeit, in die Bauernhöfe, das Wirtshaus und in das Fährgeschäft. Der Schreibstil passt dabei super zu der Zeit und auch dem Handlungsort, was sich auch im Dialekt der Dialoge widerspiegelt.
Die Charaktere sind nicht eindimensional, sondern wir erleben Stück für Stück mit, warum ihr Leben so verläuft, welche Erlebnisse dazu geführt und ihre Persönlichkeit geprägt haben.
Lediglich manchmal erschienen mir manche von ihnen jedoch ein wenig Schwarz-Weiß, Gut und Böse waren teils sehr deutlich dargestellt.

Sehr gut dargestellt ist jedoch die Rolle der Frau zu der damaligen Zeit: Die Beziehungen der Mütter zu ihren Kindern, die Erwartungen an eine Ehefrau, die ständigen Vorurteile und Diskriminierungen wenn man aus der Rolle fällt, die Machtlosigkeit, die Freundschaften und (fehlende) weibliche Solidarität... das alles war sehr emotional zu lesen und hat auch heute noch Relevanz, genau wie das Plädoyer gegen den Krieg.
Manche Kleinigkeiten waren vielleicht ein wenig unrealistisch, aber überwiegend war dies nicht der Fall, sodass mich diese Ausnahmen auch nicht gestört haben.
Das Buch nimmt einen gefangen wie der Fluss, man gerät in einen Lesesog und kommt am Ende lebend heraus, aber emotional aufgewühlt und mit vielen Gedanken im Kopf.

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