Ein düsterer, emotional dichter Roman
„Der Fährmann“ spielt zwischen 1900 und 1915 an der Grenze zwischen Deutschland und Österreich.
Lisi und Annemarie waren als Kinder unzertrennlich, später gesellte sich Hannes zu ihnen, woraus eine lebenslange ...
„Der Fährmann“ spielt zwischen 1900 und 1915 an der Grenze zwischen Deutschland und Österreich.
Lisi und Annemarie waren als Kinder unzertrennlich, später gesellte sich Hannes zu ihnen, woraus eine lebenslange Verbundenheit entstand.
Lisis sechzehntes Lebensjahr markiert das Ende ihrer unbeschwerten Kindheit, als sie aus wirtschaftlichen Gründen mit Josef verlobt wird. Die Hochzeit und der Einzug in seinen Hof bringen jedoch schnell die bittere Realität ans Licht: Josef ist ein gewalttätiger Mann, der seinen Frust an Lisi auslässt.
Auch Annemaries Leben ist von Widrigkeiten geprägt. Als Wirtstochter ist sie darauf trainiert, den Männern zu gefallen, was sie zunächst freiwillig, später gezwungenermaßen zur Geliebten eines verheirateten Mannes macht.
Hannes hingegen ist dazu bestimmt, Fährmann zu werden, ein Beruf, der ihm die Möglichkeit verwehrt, eine Familie zu gründen, da die Gefahr zu groß ist, sie zurückzulassen.
Mehr will ich Euch nicht verraten, wie es weitergeht, müsst Ihr selbst herausfinden.
Der Roman wird aus den Perspektiven der einzelnen Figuren erzählt, was der Geschichte eine bemerkenswerte Tiefe verleiht. Die Gewalt wird nicht beschönigt, sondern in ihrer ganzen Brutalität dargestellt, was dem Leser ein tiefes Verständnis für die Protagonisten und die damalige Zeit ermöglicht. Zwischen all dem Leid gibt es jedoch auch Momente des Zusammenhalts und der Freundschaft, die dem Leser Trost spenden.
Regina Denks Roman ist ein düsteres, emotional dichtes Werk, das die damalige Zeit lebendig werden lässt und den Leser tief in die Geschichte eintauchen und mitfühlen lässt.
Ich habe das Buch sehr gern gelesen und kann es allen empfehlen, die eine Mischung aus Heimatroman und Alpenkrimi, wie beispielsweise “Das finstere Tal”, schätzen.