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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.05.2026

Eine Leseempfehlung!

OTTO fährt los – Eine Reise nach England
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In seiner aktuellen Reise begibt sich Zauberbus Otto gemeinsam mit seiner Ferienfamilie Papa Martin, Freda und Arthur nach England. Dort steigen noch Tante (Aunt) Lissy und deren Dackel Daisy ein.

Dass ...

In seiner aktuellen Reise begibt sich Zauberbus Otto gemeinsam mit seiner Ferienfamilie Papa Martin, Freda und Arthur nach England. Dort steigen noch Tante (Aunt) Lissy und deren Dackel Daisy ein.

Dass die Überfahrt nicht mittels Fähre erfolgt sondern durch den Eurotunnel, sorgt bei Otto für ein mulmiges Gefühl. So sehen die kleinen (und großen) Leser, dass auch der Tausendsassa Zauberbus Otto nicht ganz perfekt ist. Und angst haben ist schließlich keine Schwäche, sondern ein wichtiges Gefühl.

Die Reise durch England führt die Familie an vielen bekannten Wahrzeichen vorbei. Wie schon bei den Vorgängern ist die Reise mit Otto viel zu schnell vorbei.

Die Illustrationen von Stefanie sind abermals sehr gut gelungen. Mir gefällt das Grundkonzept der Bücherreihe von "Otto fährt los". Es gibt bereits vier andere Bücher über den Zauberbus, die jeweils einem europäischen Land bzw. einem beliebten Urlaubsziel in Europa gewidmet sind.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Reiseführer für abenteuerlustige Kinder 5 Sterne.

Veröffentlicht am 02.05.2026

Ein Dorf und seine Geheimnisse

Mittsommertod
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Die Sozialarbeiterin Ebba Lorenz hat gerade ihren Job verloren und braucht zudem eine Beziehungspause von ihrem Freund Andreas, der ihr in seiner Firma einen Job verschaffen will. Sie findet das übergriffig ...

Die Sozialarbeiterin Ebba Lorenz hat gerade ihren Job verloren und braucht zudem eine Beziehungspause von ihrem Freund Andreas, der ihr in seiner Firma einen Job verschaffen will. Sie findet das übergriffig und reist kurz entschlossen von Hamburg in das kleine schwedische Dorf Björkberg, um zum einen Abstand zu gewinnen und zum anderen das alte Haus ihrer Urgroßmutter zu renovieren.
Kaum angekommen, wird der Grundschullehrer erschossen aufgefunden. Ein Jagdunfall kann recht bald ausgeschlossen werden, weshalb Kriminalkommissar Ole Lund und sein Kollege Albin Nordwall Ermittlungen aufnehmen, die sie unter anderem in eine Seniorenresidenz führen. Ebba gilt im Gegensatz zu Ole als Einheimische und kommt so recht leicht (und manchmal auch ungewollt) mit den Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohnern ins Gespräch.
Als dann während des Mittsommerfestes eine zweite Leiche gefunden wird, scheint es einen Zusammenhang mit einem Doppelmord an zwei jungen Frauen zu geben, der sehr lange zurückliegt. Man hat damals einen 16-jährigen der Morde schuldig gesprochen, der nach der Verbüßung seiner Haft kurz wieder nach Björkberg zurückkehrt und plötzlich verschwunden ist. Ausgewandert sei er, so heißt es im Dorf. Doch stimmt das?
Und wer ist die geheimnisvolle Gestalt, die immer wieder unerwartet auftaucht und gleich wieder verschwindet?
Meine Meinung:

Dieser Krimi, der Auftakt zu einer neuen Reihe ist, beginnt eher gemächlich. Gemeinsam mit Ebba tauchen wir in die verschworene Gesellschaft in Björkberg ein. Viel Wald, bunte Häuser - so wie sich Touristen ein schwedisches Dorf eben vorstellen. Dennoch liegt eine eigentümliche Stimmung über Björkberg. Es scheint, als hätte die Bevölkerung etwas mehr zu verheimlichen als Familienzwistigkeiten oder Alkoholprobleme. Langsam, aber stetig nimmt die Spannung zu, bis sie eskaliert.

Die Charaktere sind sehr fein herausgearbeitet. Ole Lund, der nach dem Tod seiner Frau von der Großstadt aufs Land gezogen ist, muss man einfach mögen. Er ist nicht als Wunderwuzzi oder als Ekel beschrieben, sondern als Person, die vom Schicksal ein wenig gebeutelt worden ist. Schmunzeln musste ich über die Gerichtsmedizinerin Uma Draken, von der die meisten Polizisten nur als „Drachen“ sprechen. Ja, sie ein wenig spröde, aber sehr kompetent und gibt klare Richtlinien vor. Ebba hingegen braucht noch ein wenig Zeit, sich neu zu orientieren. Ob aus den Ole und Ebba etwas wird? Ich denke, die Fortsetzung wird es uns zeigen.

Die Autorin beschreibt die Mentalität der Menschen der Provinz Värmland, die durch Wetter und karge Landschaft geprägt sind, recht gut.

Fazit:

Obwohl mir schwedische Krimi manchmal zu depressiv sind, hat mir dieser recht gut gefallen, weshalb ich 4 Sterne vergebe.

Veröffentlicht am 01.05.2026

Eine Leseempfehlung

La vie en rose
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Hier werden Frankreich-Fans Ohren machen und staunen ....

Ähnlich wie Eric Pfeil mit seinen beiden Büchern („Azzurro“ und „Ciao, Amore, Ciao“) über Songs aus Italien und deren Musiker, hat Christoph Sator ...

Hier werden Frankreich-Fans Ohren machen und staunen ....

Ähnlich wie Eric Pfeil mit seinen beiden Büchern („Azzurro“ und „Ciao, Amore, Ciao“) über Songs aus Italien und deren Musiker, hat Christoph Sator versucht, mit seinen 100 Favoriten die breite musikalische Landschaft Frankreichs zu beschreiben. Die Auswahl ist natürlich (s)eine sehr Persönliche. Er hat dafür seine individuelle Play List bzw. Interpreten das Alphabet von „Aznavour“ bis „Zaz“ bemüht. Nicht immer strukturiert oder chronologisch reiht er von 1945 bis 2021 Chanson an Chanson . Anders als Pfeil, der auch Opernsänger Enrico Caruso in sein „Repertoire“ aufnimmt, bleibt Sator bei der leichten Muse, was aber weder als Kritik am Musikgenre noch an der vorgenommenen Auswahl verstanden werden soll, denn nicht alle Chansons verdienen das Prädikat „leicht“, viele sind vielmehr dunkelgraue Lieder (© Ludwig Hirsch).

Ob die ausgewählten hundert Songs mit meinen persönlichen Vorlieben übereinstimmt? Ehrlich gesagt mag ich die alten Chansons einer Edith Piaf oder Jules Dassin oder Charles Aznavour lieber als die Popkultur der 2000er.

Mit Dalidas „Paroles, Paroles“ verbinde ich immer mein Scheitern im Französischunterricht. Wir mussten (1976) den Text von der Kassette auf Papier bringen. Nun, ich habe damals leider nur einen gebrauchten und eiernden Kassettenrecorder besessen, der das mehrmals überspielte Band nun mit Ach und Krach (im wahrsten Sinne der Wortes) durch den Lautsprecher gebracht hat.

Ein paar Jahre später hat mir ein bis heute unbekannter Verehrer die Single „Je t’aime“ an die Wohnungstüre gehängt.

Schmunzeln musste ich über die vielen Anekdoten, die Sator über die Interpreten zu schildern weiß, sowie Frankreichs Abscheu (?) Fremdsprachen, vor allem Englisch, gegenüber. Das eine oder andere Klischee wird liebevoll bedient. L‘amour toujours - auch wenn selbige nur die Halbwertszeit eines kurzen Sommerurlaubs hat.

Fazit:

Gerne gebe ich dieser launigen Liebeserklärung an das musikalische Frankreich 5 Sterne.

Veröffentlicht am 01.05.2026

Eine Leseempfehlung

Bredouille
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In seinem Drang, allen helfen zu wollen, gerät der sympathische Bruno diesmal selbst in die Bredouille. Es scheint, als würde jemand versuchen, ihn zu desavouieren. Nun, der- oder diejenige hat nicht mit ...

In seinem Drang, allen helfen zu wollen, gerät der sympathische Bruno diesmal selbst in die Bredouille. Es scheint, als würde jemand versuchen, ihn zu desavouieren. Nun, der- oder diejenige hat nicht mit Brunos Netzwerk, das bis in den höchsten Gremien der französischen Regierung reicht, gerechnet - so viel sei an dieser Stelle verraten.

Auf einem abgelegenen Rastplatz entdeckt Bruno ein abgestelltes Fahrzeug mit einer toten Frau, Monique Duhamel. Obwohl alles auf einen Selbstmord hindeutet, hat Bruno das untrügliche Gefühl, an einem Suizid zweifeln zu müssen. Dieses Gefühl, etwas übersehen zu haben, beschäftigt auch Brunos Freundinnen, Fabiola, die Ärztin bei der Monique in Behandlung war, und die Richterin Annette, die Monique ebenfalls gekannt hat.

Während sich Bruno Moniques Leben durchleuchtet, gerät ein junger Rekrut der Polizeiakademie auf Abwege. Er ist korrupt und mit den sexuellen Übergriffen auf mehrere Frauen, darunter ist auch die Sekretärin des Bischofs, schlägt er dem Fass den Boden aus. Blöderweise ist er ein Neffe eines einflussreichen Generals, der seinem missratenen Verwandten die Stange hält. Wird der Rekrut zu Verantwortung gezogen werden können?

Beinahe gleichzeitig gerät Bruno in weitere Schwierigkeiten, als er versucht die Konflikte eines befreundeten Ehepaares zu schlichten. Dabei muss er wenig später erkennen, dass gut gemeint nicht automatisch gut bedeutet, vor allem wenn das allzu öffentlich passiert. Hier kann ihm Colette, die ihm als Verwaltungsassistentin zur Seite, aus der Bredouille helfen. Auch sonst erweist sich Colette als brillante Verbündete, hat sie doch selbst ein weit verzweigtes Netzwerk.

Meine Meinung:

Nach dem Bruno in seinem 18. Fall mit vereinten Kräften den diversen Bedrohungen entkommen ist, hat Autor Martin Walker beschlossen, seinem unbefriedigendem Privatleben einem Schubs zu geben. Was genau, müsst ihr selbst lesen. Schön, dass Bruno auch auf diesem Gebiet ein wenig erwachsen wird. Aber, es muss ja nicht alls perfekt sein. Vielleicht gelingt es Bruno ja, endlich eine passende Partnerin zu finden. Vermutlich werden dann Legionen von Frauen heiße Tränen vergießen. Vielleicht wird ja die eine oder andere aus Enttäuschung auch Rache nehmen? On verra!

Fazit:

Gerne gebe ich diesem 18. Fall, der neue Möglichkeiten für Bruno eröffnet, 5 Sterne.

Veröffentlicht am 01.05.2026

Eine klare Leseempfehlung!

Entscheidung in Spanien
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Der Beginn des Spanischen Bürgerkrieg am 17. Juli 1936 jährt heuer zum 90. Mal und ist kein Grund zum Feiern, sondern eher einer zum Innehalten, zumal diese blutigen Jahre und ihre nachfolgende Geschichte ...

Der Beginn des Spanischen Bürgerkrieg am 17. Juli 1936 jährt heuer zum 90. Mal und ist kein Grund zum Feiern, sondern eher einer zum Innehalten, zumal diese blutigen Jahre und ihre nachfolgende Geschichte noch nicht zur Gänze aufgearbeitet worden sind. Nach wie vor gibt es Familien, die nicht wissen, in welchem der noch unbekannten Massengräbern ihre Liebsten verscharrt oder wohin ihre Kinder verschleppt worden sind.

Mir ist zwar einiges über den Spanischen Bürgerkrieg bekannt, sei es aus Sachbüchern (Uwe Wittstock, Florian Illies et al.) oder sei es aus Biografien (Carlos Collado Seidel) oder historischen Romanen (Arturo Pérez-Reverte) doch dieses Buch von Paul Ingendaay erweitert mein Wissen beträchtlich.

Nach Vorspann und Prolog gliedert Paul Ingendaay sein Buch wie folgt in vier Kapitel, die den vier Kriegsjahren entsprechen und noch in weitere Unterkapitel unterteilt sind, die einzelne Ereignisse örtlich und zeitlich genau auflisten. Dabei werden Gräueltaten auf beiden Seiten nicht ausgespart.

Eins - 1936
Zwei - 1937
Drei - 1938
Vier - 1939

Das Buch endet mit einem Epilog, der sich mit Picassos monumentalem Bild „Guernica“ beschäftigt sowie einem Abspann, der die weiteren Lebensdaten zahlreichen Beteiligten auf beiden Seiten aufzählt. Ergänzt wird dieses umfassende Werk zum Spanischen Bürgerkrieg mit zahlreichen Fotos und Landkarten.

Der Autor verschweigt weder die abwartende Haltung Frankreichs und Großbritanniens noch Hitlers und Mussolinis Rollen bei der Unterstützung der Faschisten, die ihnen als Blaupause für den Zweiten Weltkrieg dient, den Hitler am 1. September 1939 beginnt.

Den Titel „Entscheidung in Spanien“ finde ich recht gut gewählt, den Untertitel „Der große Kampf der Literatur 1936 - 1939“ weniger. Ja, es haben zahlreiche Schriftsteller wie die Manns (mit Texten von der sicheren Schweiz aus) oder vor Ort mit Waffen, Ernest Hemingway, George Orwell, OrsonWells oder Simone Weil in den internationalen Brigaden gekämpft, doch auch Journalisten und Fotografen wie Robert Capa & Gerda Taro und Martha Gellhorn haben ihren Anteil.

Das Cover gefällt mir nicht wirklich, da es auf mich viel zu friedlich wirkt und der Tragödie keine Rechnung trägt. Hier hätte ich einen blutroten Hintergrund und eine zerbombte Stadt und/oder Flugzeuge besser gefunden. Ich denke, das wurde im Verlag diskutiert.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem interessanten Buch, das den Spanischen Bürgerkrieg von 1936 bis 1939, das ganz unüblich aus der Sicht der Verlierer betrachtet, 5 Sterne und eine Leseempfehlung.