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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.03.2026

Zwei Frauenleben in den Bergen, einfühlsam, unaufgeregt und bildhaft erzählt

Im Jahr der Waldblüte
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Endlich ist er da, der neue Roman von Bettina Seidl. Ich war schon sehr gespannt. Er ist ein wenig anders, als die bisherigen Romane der Autorin, die ich alle ebenfalls verschlungen habe. Er handelt von ...

Endlich ist er da, der neue Roman von Bettina Seidl. Ich war schon sehr gespannt. Er ist ein wenig anders, als die bisherigen Romane der Autorin, die ich alle ebenfalls verschlungen habe. Er handelt von Babette und Burgi, erzählt im Hier und Jetzt sowie auch in Rückblenden ab 1940. Beide werden jeweils in einen Berghof hineingeboren und sind die dicksten Freundinnen. Während Babette jedoch den reichen Georg heiratet, läuft Burgi nach München davon, als sie von ihrem Vater an einen älteren Hofbesitzer verheiratet werden soll, den sie nicht liebt, der aber ein Stück Wald ihrem Vater dafür überschreiben würde. Und damit beginnen die unterschiedlichen Lebenswege der beiden Freundinnen. Während Babette am Ort bleibt und mit ihren Gefühlen zu ihrem alten Schulfreund Ludwig zu kämpfen hat, lebt Burgi in München ein großstädtisches aufregendes Leben. Und diese Lebenswege der beiden Freundinnen, die ihr Leben lang miteinander verbunden bleiben, verfolgt der Leser. Dabei erzählt Bettina Seidl sehr gefühlvoll und verwebt die beiden Geschichten und die Handlungsstränge im Jetzt und in der Vergangenheit geschickt, sehr bildhaft und erzählt diese auch sehr unaufgeregt. Ich habe öfters inne gehalten und fand die Beweggründe der einzelnen Protagonistinnen nachvollziehbar und gut beschrieben und konnte mich sehr gut in sie hineinversetzen, warum sie in bestimmten Situationen so gehandelt haben, wie sie es taten. Die Waldblüte ist dabei die Klammer, bei der einzelne große Veränderungen in Babettes Leben stattfinden und ich fand sie sehr schön beschrieben. Insgesamt ein sehr lesenswerter Roman, in den man als Leser für schöne Lesestunden in die Bergwelt abtauchen kann. Mir hat er sehr gefallen und ich empfehle ihn daher sehr gerne weiter.

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Veröffentlicht am 19.03.2026

Ein toller Auswandererroman voller unglaublicher Abenteuer

Poyais. Ein Land, das es nie gab
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Seitdem ich den Roman im Frühjahrsprogramm des Emons-Verlag gesehen habe, warte ich schon sehnsüchtig auf dessen Erscheinen. Ich fand den Buchklappentext so spannend und auch das Cover wunderschön. Und….wow, ...

Seitdem ich den Roman im Frühjahrsprogramm des Emons-Verlag gesehen habe, warte ich schon sehnsüchtig auf dessen Erscheinen. Ich fand den Buchklappentext so spannend und auch das Cover wunderschön. Und….wow, was für eine spannende Geschichte über ein Land, das ein General Gregor McGregor Siedlern im Jahr 1820 schmackhaft machte, ihnen ihre Ersparnisse abluchste und diese in einen möglichen Tod schickte, da das Land nicht, wie von ihm vorgegaukelt, bereits besiedelt war. Die Geschichte wird in mehreren Handlungssträngen erzählt. Zum einen wird die Geschichte von der reichen Bürgerstochter Julie erzählt, die sich in den Pferdeknecht Carl verliebt, der daraufhin von ihrem Vater entlassen wird. Carl beschließt daraufhin nach Poyais auszuwandern und Julie mitzunehmen, damit sie ein gemeinsames Leben trotz des Standesunterschieds führen können. Julie ist eine mutige junge Frau, widersetzt sich den Heiratswünschen ihres Vaters, entkommt dem Kloster, was ihre Alternative zur Heirat sein sollte und will mit Carl auswandern. Allerdings müssen beide auf getrennten Schiffen dort hinfahren. Die anderen Handlungsstränge erzählen von Liam und auch von Jeffrey, seinem Bruder, der Soldat in der Armee des Generals war und dessen Charakter und Werdegang ein Stück miterlebt hat. Hier erfährt der Leser dann auch hautnah nach und nach mehr von dem Charakter des Generals. Zunächst blieb für mich unklar, warum diese beiden unterschiedlichen Geschichten erzählt wurden, da sich hierzu aus dem Buchklappentext nichts ergibt. Sie werden später aber zusammengeführt, so dass sich ein abgerundetes Bild darstellt. Ich fand die Ankunft auf der Insel und das dortige Überleben super spannend und habe es mit fast angehaltenem Atem verfolgt. Was Julie, Carl, Liam und sein Bruder Jeffrey und auch all die anderen Protagonisten, die von der Autorin liebevoll in die Geschichte eingefügt wurden, alles erlebten, bleibt dem Leser vorbehalten. Für mich war es eine in sich stimmige, trotz der vielen Protagonisten, sehr gut erzählte Geschichte. Was mir besonders gefallen hat, war hier der bildhafte Erzählstil und auch das Verweben der gesamten Protagonisten, so einige kamen dann auch wieder vor, als ich damit gar nicht mehr gerechnet hatte. Eine rundherum gelungener Roman, den ich historisch interessierten Lesern, die gerne auch abenteuerliche Geschichten mögen, sehr empfehlen kann. Es sind viele abwechslungsreiche Lesestunden garantiert.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Ein Kriminalroman einmal ganz anders

Reigen in Triest
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Im 6.ten Teil der Bruno Zabini Reihe finden sich sechs Personen zu einer illustren Gruppe zusammen, um die Sommerfrische auf dem Landgut der Baronin Luise Callenhoff zu genießen. Zwischenzeitlich ist sie ...

Im 6.ten Teil der Bruno Zabini Reihe finden sich sechs Personen zu einer illustren Gruppe zusammen, um die Sommerfrische auf dem Landgut der Baronin Luise Callenhoff zu genießen. Zwischenzeitlich ist sie mit Bruno Zabini liiert und hat ihre Freunde Sergio und Fedora sowie das frisch verlobte Paar Carolina und Arthur zu sich eingeladen. Und hier beginnt tatsächlich ein Reigen, wie der Titel so zutreffend aussagt. Die Paare geben sich einigen vergnüglichen Tagen hin, mit Ausflügen, feinem Essen und erotischen Aktivitäten. Dabei werden sie jedoch beobachtet. Wer dieses ist und was dann alles folgt, das muss der Leser selbst herausfinden.

Ich fand die Sprache ganz wunderbar getroffen. Sie hat mich neben all den bildhaften Beschreibungen des Landhauses und seiner Umgebung wahrlich in die k.u.k.-Zeit versetzt. Was ich nicht erwartet hatte war, dass die Geschichte durchaus spicy ist. Sie beinhaltet zudem dann auch Kriminalelemente, jedoch steht die Geschichte um die Sommerfrischler, ihre persönlichen Beziehungen, Erwartungen ans Leben, im Vordergrund. Mir hat es gefallen. Vorkenntnisse aus den vorherigen Teilen braucht man nicht, ich bin ohne Vorkenntnisse sehr gut in die Geschichte gekommen. Der Autor macht genügend Ausführungen, so dass man die Beziehungen untereinander genau kennt. Wer einen Kriminalroman „einmal ganz anders als gewöhnt oder auch nur gedacht“ lesen möchte, der ist hier genau richtig. Ich empfehle den Roman sehr gerne weiter.

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Veröffentlicht am 06.03.2026

Rache und viele Intrigen bei den Fuggers

Im Auftrag der Fugger - Teufelsreigen
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Der Autor zieht einen direkt in diesen sehr spannenden historischen Roman hinein. Es liest sich von Anbeginn an sehr flüssig und fast wie ein Kriminalroman, denn Dempf versteht es Spannung aufzubauen und ...

Der Autor zieht einen direkt in diesen sehr spannenden historischen Roman hinein. Es liest sich von Anbeginn an sehr flüssig und fast wie ein Kriminalroman, denn Dempf versteht es Spannung aufzubauen und durch den Roman auch zu halten. Es passiert eigentlich immer etwas. In diesem zweiten Roman um Fugger, Afra und Herwart entspannt sich ein Bogen voller Anschläge, Gerüchte und Geheimnisse. Afra und Herwart kommen aus Venedig, in dem der Kontor Fuggers abgebrannt ist, nach Augsburg zurück. Es werden die Boten Fuggers umgebracht und die Kontoren von Fugger bedroht. Die Transporte sind unterwegs nicht mehr sicher und werden überfallen. Dies führt dazu, dass Fugger‘s Leumund stark leidet und keiner mehr Transporte für ihn übernehmen möchte. Hier spielt die Witwe eines vergifteten Konkurrenten eine Rolle und auch Zeno, der Erzfeind von Afra -hat er im vorherigen Band Afra‘s Mutter umgebracht- taucht auf und spielt ein undurchsichtiges Spiel mit den Beteiligten. Afra und Herwart stolpern in so einige Fallen und werden von Jacob Fugger mit der Lösung verschiedener Aufgaben betraut. Dieses liest sich dann auch sehr kurzweilig und hat mir Spaß bereitet. Auch wenn dabei Afra und Herwart so einige Male sehr unbedarft erscheinen und hier auch Fugger, den Hund und Namensvetter von Jacob Fugger, als Unterstützung brauchen. Trotz der vielen Romanseiten hat mich die viele Action durch den Roman getragen. Den Vorgängerband brauchte ich nicht zu kennen, Vorgängerwissen wird also nicht unbedingt benötigt, ich kam auch so gut durch das Buch. Besonders gefallen hat mir das Glossar am Ende des Buches und das Nachwort. Der Autor erzählt hier, welche Ereignisse überliefert sind und was seiner schriftstellerischen Freiheit entsprungen ist. Für mich ein gelungener Roman, den ich gerne historisch interessierten Leser empfehle, die viel Action mögen und in einen historischen Roman mit einer lebendigen Sprache eintauchen möchten.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Seltsame Dinge geschehen auf Neuwerk

Fünf Fremde
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Die Autorin hat hier einen rätselhaften, spannenden, in sich sehr verwobenen Roman geschrieben. Dieser spielt auf einer Insel in Deutschland, dem sehr kleinen Neuwerk, auf dem nur wenige Menschen leben. ...

Die Autorin hat hier einen rätselhaften, spannenden, in sich sehr verwobenen Roman geschrieben. Dieser spielt auf einer Insel in Deutschland, dem sehr kleinen Neuwerk, auf dem nur wenige Menschen leben. Bereits bei der Anreise auf der Fähre werden die Hauptprotagonisten vorgestellt. Es sind Annika, Mats, Charlotte, Sinja und Michelle. Sie alle wollen zur Insel, vordergründig aus den unterschiedlichsten Motiven, allerdings haben alle gemeinsam, dass sie ebenfalls schon im Sommer 1995 auf der Insel waren. Dort gab es eine grausige Begebenheit, Isa und Janosch sind aus dem Landschulheim in einer Nacht verschwunden, während Isa viele Tage später plötzlich völlig verstört wieder auftauchte und auch nachfolgend nicht in der Lage war ihr Schweigen zu brechen, was in diese Nacht geschehen ist. Und hier setzt die Geschichte auf zwei Zeitebenen an, in denen aus der Sicht der Hauptprotagonisten jeweils in relativ kurzen Kapiteln die Geschichte erzählt wird. Hierbei wird der Leser nicht nur auf viele verschiedene Spuren mitgenommen, sondern auch in die unterschiedlichen Gedanken und Motivationen der handelnden Personen…und jeder hat irgendetwas zu verbergen. Schnell wird für den Leser klar, da braut sich etwas zusammen. Und dieses im wahrsten Sinne, denn es gibt einen schweren Sturm, in dem sich die Dramatik nochmals zuspitzt. Insgesamt hat mich der Roman sehr gefesselt und auf die unterschiedlichsten Spuren geführt. Durchschauen konnte ich das ganze Gebilde nicht, es gab so einige Twists, mit denen ich absolut nicht gerechnet hatte. Ich habe viele Verdächtigte und Verdächtigungen im Kopf gehabt und mir öfters die Frage gestellt, hm, hat diese Person jetzt was mit dem Verschwinden zu tun. Erst am Ende wurden wirklich alle Fäden zusammengeführt. Das war sehr gekonnt gemacht und daher fesselte der Roman so sehr. Insgesamt kann ich diesen Thriller sehr weiterempfehlen, er blieb spannend bis zuletzt.

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