Zwei Frauenleben in den Bergen, einfühlsam, unaufgeregt und bildhaft erzählt
Im Jahr der WaldblüteEndlich ist er da, der neue Roman von Bettina Seidl. Ich war schon sehr gespannt. Er ist ein wenig anders, als die bisherigen Romane der Autorin, die ich alle ebenfalls verschlungen habe. Er handelt von ...
Endlich ist er da, der neue Roman von Bettina Seidl. Ich war schon sehr gespannt. Er ist ein wenig anders, als die bisherigen Romane der Autorin, die ich alle ebenfalls verschlungen habe. Er handelt von Babette und Burgi, erzählt im Hier und Jetzt sowie auch in Rückblenden ab 1940. Beide werden jeweils in einen Berghof hineingeboren und sind die dicksten Freundinnen. Während Babette jedoch den reichen Georg heiratet, läuft Burgi nach München davon, als sie von ihrem Vater an einen älteren Hofbesitzer verheiratet werden soll, den sie nicht liebt, der aber ein Stück Wald ihrem Vater dafür überschreiben würde. Und damit beginnen die unterschiedlichen Lebenswege der beiden Freundinnen. Während Babette am Ort bleibt und mit ihren Gefühlen zu ihrem alten Schulfreund Ludwig zu kämpfen hat, lebt Burgi in München ein großstädtisches aufregendes Leben. Und diese Lebenswege der beiden Freundinnen, die ihr Leben lang miteinander verbunden bleiben, verfolgt der Leser. Dabei erzählt Bettina Seidl sehr gefühlvoll und verwebt die beiden Geschichten und die Handlungsstränge im Jetzt und in der Vergangenheit geschickt, sehr bildhaft und erzählt diese auch sehr unaufgeregt. Ich habe öfters inne gehalten und fand die Beweggründe der einzelnen Protagonistinnen nachvollziehbar und gut beschrieben und konnte mich sehr gut in sie hineinversetzen, warum sie in bestimmten Situationen so gehandelt haben, wie sie es taten. Die Waldblüte ist dabei die Klammer, bei der einzelne große Veränderungen in Babettes Leben stattfinden und ich fand sie sehr schön beschrieben. Insgesamt ein sehr lesenswerter Roman, in den man als Leser für schöne Lesestunden in die Bergwelt abtauchen kann. Mir hat er sehr gefallen und ich empfehle ihn daher sehr gerne weiter.