Profilbild von YvonneTulpe

YvonneTulpe

Lesejury Profi
offline

YvonneTulpe ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit YvonneTulpe über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.06.2026

Wieder ein ruhiger und bildhafter Wohlfühlroman mit Slow-burn-Liebesgeschichte

Himmelsee – Wo der Wind von Liebe erzählt (Himmelsee 2)
0

Himmelsee ist schon ein beschaulicher Ort an der Ostsee. Im zweiten Teil war es ein Stück wie heimkommen. Dieses Mal begleitet der Leser Astrid, eine junge Buchhändlerin mit eigener kleiner Buchhandlung. ...

Himmelsee ist schon ein beschaulicher Ort an der Ostsee. Im zweiten Teil war es ein Stück wie heimkommen. Dieses Mal begleitet der Leser Astrid, eine junge Buchhändlerin mit eigener kleiner Buchhandlung. Sie ist alleinstehend, ihre frühere große Liebe Filip ist in New York und sie hat sich sehr gut alleine eingerichtet. In ihre Buchhandlung kommt fast jeden Tag ein attraktiver Mann, der sich immer ein anspruchsvolles Buch kauft. Ihre Neugierde ist geweckt und sie kommen ins Gespräch. Thore und Astrid kommen sich nach und nach in Gesprächen näher, als Astrid entdeckt, dass es sich um einen sehr erfolgreichen Bestsellerautor handelt, der in Himmelsee versucht seine andauernde Schreibblockade zu überwinden. Und dann taucht plötzlich wieder Filip in Astrid‘s Leben auf. Was wird Astrid tun?

Tanja Janz hat mich wieder ans Meer gebracht. Durch ihre sehr ruhige, bildhafte Erzählweise hat sie es tatsächlich geschafft mich abends nach einem stressigen Tag wieder herunterzubringen. Ich habe richtig gemerkt, wie es mich selbst ruhiger gemacht hat. Toll. Die Liebesgeschichte entwickelt sich sehr langsam, aber schön. Drumherum gibt es natürlich auch noch so einiges von Himmelsee zu entdecken und auch von dessen kleinen und großen Einwohnern. Es hat Spaß gemacht in Gedanken dort hin zu reisen. Ein wirklich schöner Wohlfühlroman mit nicht kitschiger Liebesgeschichte, den ich gerne für schöne Urlaubstage oder einfach nur zum Wegträumen empfehle. Er kann ohne Kenntnisse des ersten Teiles sehr gut gelesen werden, da keine Vorkenntnisse vorausgesetzt werden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.06.2026

Agentenjagd auf japanische Goldverstecke

Tokyo Lily. Auf der Jagd nach Hirohitos Gold
0

Der Agentenkrimi spielt in der Nachkriegszeit. Der Leser begleitet die junge Japanologin Mirabell nach Japan, wo sie einen unsagbar kostbaren Helm gegen ein sehr wertvolles Bild eintauschen soll. Sie kommt ...

Der Agentenkrimi spielt in der Nachkriegszeit. Der Leser begleitet die junge Japanologin Mirabell nach Japan, wo sie einen unsagbar kostbaren Helm gegen ein sehr wertvolles Bild eintauschen soll. Sie kommt auch gut in Japan an, hier soll ihr ein Herr Gassan an die Seite gestellt werden, damit sie sicher in Japan unterwegs ist. Bei der Übergabe des Helms stellt sich jedoch heraus, dass dieser nicht mehr in der Kiste ist und dann geht alles Schlag auf Schlag. Mirabell wird entführt und es stellt sich nach und nach heraus, dass es ganz unterschiedliche Interessenten auf versteckte Goldlager in Japan abgesehen haben. Dieser Helm und eine andere junge Frau sind der Schlüssel hierzu. Mirabell gerät in einen Strudel, der sich immer schneller dreht und ist Gasson wirklich Gasson?

Der Autor hat einen fesselnden Agentenkrimi geschrieben. Dadurch, dass er in Japan in der Nachkriegszeit spielt, erhält der Leser einen besonderen Einblick in diese Zeit und deren Politik. Es hat Spaß gemacht dem zu folgen, vor allem war mir vieles so nicht bekannt. Der Autor führt auch in einem Nachwort und Quellenangaben über seine Recherchen aus. Ich habe gestaunt, was man zwischenzeitlich über die Interessen der USA und auch anderer Staaten herausgefunden hat. Durch die flüssige Sprache und das gute Tempo der Erzählung habe ich den Roman in einem Rutsch durchgelesen. Ich empfehle ihn daher gerne Lesern, die temporeiche Agentengeschichten mögen, zudem auch historisch an Japan interessiert sind.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.06.2026

Eine Familiengeschichte voller Geheimnisse

Dem Himmel entgegen
0

Auch dieser Roman von Katja Maybach hat mir wieder sehr gefallen. Dieses Mal begleitet der Leser drei Frauen im Jahr 1963. Die 70 jährige Heloise ist die Mutter von Emmanuelle und Isabelle. Sie lebt alleine ...

Auch dieser Roman von Katja Maybach hat mir wieder sehr gefallen. Dieses Mal begleitet der Leser drei Frauen im Jahr 1963. Die 70 jährige Heloise ist die Mutter von Emmanuelle und Isabelle. Sie lebt alleine in Nancy, während die 50jährige Emmanuelle erfolgreiche Modedesignerin in Paris ist, geschieden und kinderlos. Ihre um 20 Jahre jüngere Schwester lebt in Hamburg als Stewardess und träumt davon nicht nur kleine Maschinen privat zu fliegen, sondern Pilotin zu sein. Schließlich ist sie die Tochter des berühmten Piloten Lambert und liebt daher die Fliegerei schon seit Kindheitstagen. Allerdings hat sie keine Möglichkeiten Pilotin zu werden, schließlich ist das in dieser Zeit ein typischer Männerberuf. Dann lernt sie auf einer Party Julian David Kröger kennen, der sie fördern möchte. Es stellt sich heraus, dass er ihre Schwester Emanuelle in der Jugend sehr gut gekannt hat und auch von ihrem Vater gefördert wurde. Und hier beginnt auch der Roman in Rückblenden die Geschichte der drei Frauen ab dem Jahr 1932 zu erzählen. Helloise ist seinerzeit mit ihrem Mann nach Argentinien ausgewandert und hat dort Isabelle bekommen, während Emanuelle als junge Erwachsene zu ihrer Tante nach Frankreich ging. Aber warum ist sie nicht mit ihren Eltern nach Argentinien gegangen?
Jede Frau hat ihre Geheimnisse in der Vergangenheit und in der Gegenwart. Jede sehnt sich neben dem beruflichen Erfolg auch nach Liebe und hier hält das Leben doch so einiges für die Protagonistinnen bereit. Das verwebt die Autorin zu einer spannenden und emotionalen Geschichte, die mich sehr in ihren Bann gezogen hat. Ich konnte dieser sehr gut folgen, trotz der unterschiedlichen Handlungsstränge, die aber immer klar in ihrem Aufbau waren. Insgesamt handelt der Roman auch weniger von der Fliegerei, es geht zwar auch darum, aber sehr vieles dreht sich natürlich um das große Familiengeheimnis. Dieses war für mich eigentlich recht schnell klar, aber das hat mir beim Lesen nichts ausgemacht, denn drumherum gab es auch noch so einiges, was mich noch überraschen konnte. Schön waren auch die Liebesbande, die ebenfalls eine Rolle spielen. Das war etwas für‘s Gemüt und hat mich auch berührt. Alle Geheimnisse sind am Ende gelüftet und ich habe den Roman mit einem guten Gefühl beendet. Wer Familiengeheimnisse mag, dem empfehle ich gerne diesen schönen, emotionalen Roman.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.06.2026

Was für eine emotionale und gefühlvolle Geschichte auf zwei Zeitebenen

Die Meerglas-Schwestern
0

Die Autorin nimmt den Leser in dem Auftaktroman zu einer neuen Familiensage mit nach Schottland. Dort erfährt der Leser von einem angeblichen Fluch der auf der Familie Blackmore seit den 30er Jahren lastet. ...

Die Autorin nimmt den Leser in dem Auftaktroman zu einer neuen Familiensage mit nach Schottland. Dort erfährt der Leser von einem angeblichen Fluch der auf der Familie Blackmore seit den 30er Jahren lastet. Der Familienvater Charles Blackmore hat auf der Landzunge Rhuba Clachan auf der Halbinsel 4 massive Steine umstoßen lassen, damit er in dem neuen hochmodernen Haus einen ungestörten Blick auf die Landschaft und das Meer hat. Diese Steine sollen aber der Sage nach nicht angetastet werden und verflucht gewesen sein. Und hier beginnt die Geschichte um die 4 Töchter Blackmore. Die älteste Tochter Iris macht sich nach einem Schicksalsschlag auf nach Ceylon, um ihren Onkel Ralph ausfindig zu machen, damit er ihr und ihren Schwestern hilft. Die Reise per Schiff wird zu einem Abenteuer. Gleichzeitig erfährt der Leser in weiteren zwei Handlungssträngen im Jetzt von Roz, die sich magisch von einem Bild angezogen füllt, das die 4 Steine auf Schottland abbildet. Sie ist gerade von Australien nach London gekommen. In einem weiteren Handlungsstrang wird Finn, der Rechtsanwalt vorgestellt, der die Erben des Familientrusts der Blackmores ausfindig machen sollen. Roz macht sich auf den Weg nach Schottland, um mehr über die Steine zu erfahren, während Iris ihrem Ziel in Ceylon näher kommt. Diese Handlungsstränge im Jetzt werden genauso geschickt miteinander verwoben, wie auch die in der Vergangenheit von Iris und im Jetzt von Roz. Das fühlt sich als Leser alles sehr leicht und gekonnt an. Ich bin geradezu in diese Geschichte abgetaucht. Auch wenn der Anfang mich noch nicht ganz so gefesselt hatte, spätestens als die Reise von Iris losging, war es um mich geschehen. Ich wollte in jeder freien Minute weiterlesen und dem Familiengeheimnis auf die Spur kommen. Auch die Liebe spielt bei Roz und Iris eine Rolle, was sehr schön von der Autorin beschrieben wurde. Die Protagonistinnen sind durchweg sympathisch und am Ende hat mich der Roman so bewegt, dass ich auch die ein oder andere Träne zerdrückt habe. Mich hat aber ganz besonders begeistert, dass ich beide Zeitebenen sehr spannend fand, was bei mir bei Büchern auf zwei Zeitebenen selten der Fall ist. Zumeist finde ich die Vergangenheit interessanter. Hier hat mir aber auch die Gegenwart sehr viel Lesefreude gebracht und ich fand sie beide gleich toll. Nachdem die letzte Seite gelesen war, hätte ich direkt mit dem nächsten Teil beginnen können. Jetzt muss ich voller Ungeduld auf den Fortgang der 4 Schwestern warten. Ich kann das Buch wärmstens empfehlen, für mich war es ein Jahreshighlight.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.06.2026

Gelungener Auftakt einer neuen Auswanderersaga ins raue Goldgräber- Kanada

Tanz der Ahornblätter
0

Die Geschichte startet in 1861. Vivian aus adligem Hause, zurück aus Paris, wo sie viele Balletstunden genommen hat und sich dabei in ihren Lehrer Jean-Luc verliebt hatte, ist nun zurück auf ihrem Landgut ...

Die Geschichte startet in 1861. Vivian aus adligem Hause, zurück aus Paris, wo sie viele Balletstunden genommen hat und sich dabei in ihren Lehrer Jean-Luc verliebt hatte, ist nun zurück auf ihrem Landgut und verliebt sich jetzt in den Stallburschen Ross. Dieser wird daraufhin entlassen und fasst den Plan nach Kanada auf die neuen Goldgräberfelder auszuwandern. Es gibt eine anwerbende Auswanderergesellschaft, die die Reise komplett organisiert haben. Vivian gelingt die Flucht mit Ross und schon bald sitzt sie auf dem Auswandererschiff. Hier lernt sie Coleen kennen, eine Frau aus ärmlichen Verhältnissen, die das harte Leben bereits kennen gelernt hat. Vivian geht an die Dinge eher unbedarft ran, war sie bisher auch sehr behütet. Und es kommt, wie es kommen muss, die Auswanderergesellschaft hat den Auswanderern zu viel versprochen und so müssen sich Vivian und Ross in Kanada allein auf den Weg machen und das sind hier sehr weite. Dabei lernen sie nicht nur das raue Kanada kennen, sondern auch die indigene Bevölkerung. In einem weiteren Handlungsstrang wird die Geschichte von Jean-Luc erzählt, der zunächst in Paris an der Oper tanzt, später aber fliehen muss, da er als junger Mann von Bonaparte als Kanonenfutter eingezogen wird und nicht dazu in den Krieg ziehen will. Und auch sein Weg führt ihn schließlich nach Übersee.

Ich kenne Sarah Lark seit ihrem ersten Buch vor ca. 20 Jahren und habe auch die neueren unter ihrem Pseudonym Christina Rey gelesen. Mit ihrem ersten Buch nahm sie den Leser mit nach Australien, deshalb war ich auch so auf diesen Band gespannt, ob die Geschichte mich ähnlich wie damals begeistern kann. Und auch dieser erste Teil der neuen Saga hat mir wirklich gut gefallen. Die bildhaften Beschreibungen der Landschaft, der damaligen Lebensumstände bei den Goldgräbern, die der indigenen Bevölkerung, aber auch in den aufstrebenden Städten haben mich sehr gefesselt. Vivian macht auch eine Entwicklung durch, allerdings empfand ich sie manchmal als sprunghaft. Nun gut, solche Menschen gibt es natürlich und das hat ja auch was spannendes in einem Buch. Besonders gut hat mir aber der Handlungsstrang um Jean-Luc gefallen, ich mochte ihn und seine Erlebnisse einfach. Natürlich spitzt sich alles in dem Buch so zu, dass ich dahin fieberte, ob und wie sich Vivian und Jean-Luc begegnen. Da möchte ich auch nicht zuviel verraten. Was mich allerdings ein wenig enttäuschte war, dass die Erzählungen insgesamt rund um die Liebe und die Gefühle eher weniger Raum eingenommen hat. Da hätte ich mir mehr gewünscht, denn eigentlich lief ja alles darauf für mich hinaus. Dennoch hat mich Sarah Lark mit diesem ersten Teil sehr gut unterhalten. Wer Auswanderergeschichten mag, der wird hier voll auf seine Kosten kommen. Ich empfehle den Roman daher sehr gerne weiter.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere