Profilbild von YvonneTulpe

YvonneTulpe

Lesejury Profi
offline

YvonneTulpe ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit YvonneTulpe über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.04.2026

Johanna‘s Geschichte in Norwegen und im politischen Untergrund geht weiter

Sturmtage
0

Mit ihrem 2.Teil der Trilogie nimmt uns die Autorin direkt zu Beginn mit nach Norwegen. Im Prolog ist Johanna eine ältere Frau und besucht das Haus, in dem sie mit Moritz ihre Liebeszeit verbracht hat ...

Mit ihrem 2.Teil der Trilogie nimmt uns die Autorin direkt zu Beginn mit nach Norwegen. Im Prolog ist Johanna eine ältere Frau und besucht das Haus, in dem sie mit Moritz ihre Liebeszeit verbracht hat und sie findet ihre alten Zeichnungen, die sie damals gefertigt hat. Das ist sehr geschickt gemacht, denn damit wird dem Leser nochmals eine kurze Einführung in die damaligen Verbindungen und Zustände gegeben, so dass man sich wieder sehr gut erinnert und der dann wieder in der Vergangenheit stattfindenden Geschichte sehr gut folgen kann. Johanna, Sven und die kleine Tochter leben in Norwegen. Die Ereignisse in Deutschland spitzen sich zu und Karl-Georg will nach Deutschland für eine Zeit zurückgehen, um im politischen Untergrund zu arbeiten und hat die Hoffnung, die Sozialdemokraten und Kommunisten im Kampf gegen die Nazis zu einen. Johanna findet dieses aber viel zu riskant für ihren Bruder, den in Berlin durch seine politische Karriere als Sozialdemokrat viel zu viele Leute kennen. Also geht sie. In Berlin zurück, findet sie dann auch eine Spur über den Aufenthaltsort von Ruth, ihrer besten Freundin, die von den Nazis vor einiger Zeit inhaftiert worden ist. Sie versucht ihr zu helfen und damit gerät ihr eigenes Leben aus den Fugen, dem der Leser dann mit Spannung folgt.

Auch der 2.Teil hat mir wieder gut gefallen. Auch wenn er zwischendurch durch die für mich an manchen Stellen eher ausschweifende politische Darstellung a Tempo verloren hat, ging es dann aber auch immer wieder spannend weiter. Vielleicht war das auch eher bei mir der Fall, da ich bereits sehr gute Kenntnisse in den historischen Abläufen und den Ereignissen in der Zeit des Nationalsozialismus habe und für Leser, die hier noch mehr erfahren möchten, ist dieses bestimmt sehr informativ und sie empfinden dieses ganz anders. Sobald aber wieder die Geschichte Johanna weiter begleitet hat, nahm es wieder deutlich an Fahrt auf. Hierbei hat mir die Flucht nach Schweden viele Einblicke durch die bildhaften Beschreibungen beispw. der Landschaft und der dortigen politischen Lage gebracht. Auch sonst gab es so einige Überraschungen, mit denen ich überhaupt nicht gerechnet habe. Mit dem Epilog hat mich die Autorin dann auch sehr gespannt auf den Fortgang der Geschichte und den dritten Teil zurückgelassen. Jetzt muss ich mich gedulden, bis dieser im Herbst erscheint. Gerne empfehle ich auch die Fortsetzung von „Sturmtage“ wieder allen historisch begeisterten Lesern weiter.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.03.2026

Ein toller Wohlfühlroman mit Schmunzelgarantie und auch Tiefgang

Willkommen in Deerhusen. Scheitern mit Seeblick
0

Begeistert von dem wunderschönen Buchcover habe ich zu diesem Buch gegriffen und mich hat die Autorin (eigentlich sind es zwei) mit diesem Wohlfühlroman voll verzaubert. Ich würde jetzt gerne sofort nach ...

Begeistert von dem wunderschönen Buchcover habe ich zu diesem Buch gegriffen und mich hat die Autorin (eigentlich sind es zwei) mit diesem Wohlfühlroman voll verzaubert. Ich würde jetzt gerne sofort nach Deerhusen reisen. Die Familie Duvall, Sebastian Wirtschaftsmogul, Isabell Ehefrau und Charitylady, die beiden Kinder Socialmedia- Infuenzerin (Clara) und erfolgreicher Anwalt (Lucas), leben in Prunk und Protz in der Münchener High Society. Doch diese Fassade stürzt ein, als Sebastian wegen Betruges und Steuerhinterziehung verhaftet, die Villa in München von Paparazzi belagert wird, die Kreditkarten alle gesperrt sind und kein Geld mehr da ist. Da erinnert sich Lucas, dass seine Mutter doch aus dem im Norden liegenden Deerhusen stammt und dort Eigentümerin des mit ihrer Schwester geerbten Einfamilienhauses ist. Dort könne man doch erst einmal unterschlüpfen. Das ist aber Isabell, die in Wirklichkeit Tomke heißt, mehr als peinlich, ist sie doch vor mehr als 25 Jahren aus dem Kaff abgehauen und hat alle Brücken abgebrochen. Und was dann alles passiert und wie alle Familienmitglieder auf das Leben in Deerhusen reagieren, davon erzählt der Roman. Wie die verwöhnten und nicht ans Arbeiten gewöhnten Familienmitglieder plötzlich auf sich gestellt und sich in einer durchschnittlichen Pension bei der Schwester von Isabell wiederfinden, das ist schon kurios. Ich habe schon lange nicht mehr so einen schönen und ehrlichen, mich so oft zum Schmunzeln verleitenden Roman gelesen, der dabei aber auch zum Nachdenken anregt, worauf es im Leben tatsächlich ankommt. Die Autorin versteht es, ohne dass es lächerlich oder abgehoben wirkt, von den Erwartungen und dem bisherigen Leben, aber auch dem nun folgenden zu erzählen. Dieses wird auf eine so lustige und erzählerisch flüssige, bildhafte und auch gefühlvolle Art und Weise gemacht, dass ich am Ende das Buch mit einem tiefen Lächeln zugeklappt habe, hoffend, dass es einen Nachfolgeroman gibt und ich weiteres aus dem Leben der von mir tatsächlich schon liebgewonnenen Personen erfahren darf. Eine ganz große Leseempfehlung für einen Roman, der viele schöne Lesestunden mit Schmunzelgarantie und Wohlfühlfaktor bereitet und dabei auch zum Nachdenken anregt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.03.2026

Ein zauberhaftes Wiedersehen in Japan und der Bretagne

Wiedersehen im Kamelienhaus
0

Ich bin noch ganz verzaubert nach den letzten Seiten des Buches. War das wieder schön. Es hat sich angefühlt wie nach Hause kommen. Auch in diesem zweiten Teil werden die Kamelienhäuser in Japan und der ...

Ich bin noch ganz verzaubert nach den letzten Seiten des Buches. War das wieder schön. Es hat sich angefühlt wie nach Hause kommen. Auch in diesem zweiten Teil werden die Kamelienhäuser in Japan und der Bretagne besucht. Lucy hat sich in Japan eingelebt, muss sich jedoch auf der Insel Soshima beweisen. Das ist nicht so leicht, denn der Bankchef, bei dem sie einen Kredit für das Kamelienhaus aufgenommen hat, erwartet viel von ihr. Die bisherigen Personalentlassungen sind für ihn nicht genug, er setzt Lucy kurze Fristen und gibt ihr den Rat, dass sie sich unbeliebt machen muss, wenn sie bestehen will. Das ist für Lucy, die ein herzensguter Mensch ist, natürlich ein Gräuel und so zermartert sie sich den Kopf, wie es weiter geht. Und das nicht nur in Bezug auf die Arbeit, sondern auch mit Finn. Sie schicken sich Fotos mit Brücken, aber reicht das, um sich wiederzufinden? Auch in der Bretagne gibt es viel zu tun. So kämpft auch Sylvia um‘s Überleben ihres Kamelienhauses. In Finn’s Vater hat sie einen Konkurrenten, der ihr die Kunden abwirbt. Aber Sylvia gibt nicht auf und entwickelt neue Strategien. Und natürlich geht es auch in der Liebesgeschichte um Lili weiter.

Tabea Bach hat wieder einen wunderbaren Wohlfühlroman geschrieben. Dieser zweite Teil hat neben wunderschönen Liebesmomenten, und tollen Landschaftsbeschreibungen auch ein gewisses Maß an Dramatik eingeflochten. Das fand ich wirklich spannend gestaltet und sehr authentisch. Die Personen sind hervorragend ausgearbeitet, als Leser folgt man ihren Gedanken und alles greift so schön ineinander. Soshima vor dem geistigen Auge entstehen zu lassen, nur durch die Beschreibungen, ist wunderbar gelungen. Auch dieses Mal erfährt man wieder so einiges über die japanische Kultur, was mir hier ganz besonders gefallen hat, denn es wird dem Leser ganz natürlich nahe gebracht und ist immer genau ausgewogen. Auch die traditionelle Kleidung konnte ich mir sehr gut vorstellen. Was ich sehr toll fand, war der kurze Besuch der Hauptprotagonisten aus der Rosenholzvilla. Das war eine gelungene Überraschung.Was mir auch gefallen hat, waren die Kapitel aus Sylvia‘s Tagebuch. Hier bekommt der Leser zwischendurch immer einen kurzen Einblick, was in der Bretagne passiert.

Insgesamt hat mir der Roman sehr viel Spaß gemacht und ich muss sagen, er hat mir noch besser gefallen als der erste Teil. Für mich tatsächlich ein Lesehighlight. Ich kann den Roman daher uneingeschränkt weiterempfehlen, jedoch sollte man den ersten Teil gelesen haben. Zwar würde man den zweiten Teil auch so verstehen, da die Autorin Erklärungen gibt und auch ein Personenregister und Glossar vorhanden ist, aber es wäre nicht wie nach Hause kommen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.03.2026

Und wieder hat mich Luca Ventura überzeugt

Giftige Blüten
0

Ich habe mich schon sehr auf das neue Buch gefreut und war schon sehr gespannt, womit sich die beiden Polizisten Rizzi und Cirillo dieses Mal beschäftigen werden. Und so beginnt auch dieser siebte Teil ...

Ich habe mich schon sehr auf das neue Buch gefreut und war schon sehr gespannt, womit sich die beiden Polizisten Rizzi und Cirillo dieses Mal beschäftigen werden. Und so beginnt auch dieser siebte Teil der Reihe wieder sehr spannend. Die junge Lina ist Praktikantin als Parfümeurin in dem weltbekannten Unternehmen der Elena Moretti, die das einzigartige Parfüm „Unisex“ herausgebracht hat. Sie wandert weit abseits im Parcours Astarita, auf der Spur einer seltenen Orchidee. Und hier geschieht das Unfassbare, sie kommt zu Tode. Genickbruch wird diagnostiziert und Rizzi und Cirillo fangen an zu ermitteln, denn ins Krankenhaus wurde sie von Zeno auf den Händen tragend gebracht. Dieser teilt mit er sei ihr Verlobter, unfassbar, denn Zeno und sein Bruder sind undurchsichtig und passen so gar nicht zu Lina, u.a. als drogenhandelnd bekannt und Touristenführer mit ihrem Schiff. Die beiden Polizisten werden also hellhörig.

Und so beginnt Luca Ventura den Krimi zu entfalten. Spuren gibt es wieder sehr viele und in ganz unterschiedliche Richtungen. Auch geht es wieder nach Neapel zur dortigen Polizei, ebenso wie in die Welt der Parfümeure. Auch die Herstellung von Parfüm wird ein wenig erklärt, was ich sehr faszinierend fand. Aber ebenso haben mich neben den schönen Beschreibungen der Insel mit ihrer wundervollen Natur und der Stadt auch wieder die persönlichen Seiten der beiden Polizisten interessiert. Dieses Mal wird ein wenig mehr von Rizzi und seiner Familie erzählt, was toll war. Zudem mag ich Rizzi‘s Charakter und die Unterstützung seiner Frau in der Politik. Da kann ich nur sagen: weiter so Rizzi und Gina. Insgesamt ein toller Fall, der durch seine vielseitigen Spuren und Verstrickungen, nicht nur spannend, sondern auch Spaß beim Miträtseln gemacht hat. Auf den Täter bin ich nicht gekommen und die Auflösung hat mich zufrieden den Roman beenden lassen. Ich kann auch den neuen Fall von Luca Ventura sehr empfehlen, insbesondere an Leser, die neben schönen Landschafts- und Personenbeschreibungen auch einen Krimi, der spannend, aber eher in einem langsameren Tempo, jedoch immer fortschreitend daher kommt, lesen möchten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.03.2026

Zwei Frauenleben in den Bergen, einfühlsam, unaufgeregt und bildhaft erzählt

Im Jahr der Waldblüte
0

Endlich ist er da, der neue Roman von Bettina Seidl. Ich war schon sehr gespannt. Er ist ein wenig anders, als die bisherigen Romane der Autorin, die ich alle ebenfalls verschlungen habe. Er handelt von ...

Endlich ist er da, der neue Roman von Bettina Seidl. Ich war schon sehr gespannt. Er ist ein wenig anders, als die bisherigen Romane der Autorin, die ich alle ebenfalls verschlungen habe. Er handelt von Babette und Burgi, erzählt im Hier und Jetzt sowie auch in Rückblenden ab 1940. Beide werden jeweils in einen Berghof hineingeboren und sind die dicksten Freundinnen. Während Babette jedoch den reichen Georg heiratet, läuft Burgi nach München davon, als sie von ihrem Vater an einen älteren Hofbesitzer verheiratet werden soll, den sie nicht liebt, der aber ein Stück Wald ihrem Vater dafür überschreiben würde. Und damit beginnen die unterschiedlichen Lebenswege der beiden Freundinnen. Während Babette am Ort bleibt und mit ihren Gefühlen zu ihrem alten Schulfreund Ludwig zu kämpfen hat, lebt Burgi in München ein großstädtisches aufregendes Leben. Und diese Lebenswege der beiden Freundinnen, die ihr Leben lang miteinander verbunden bleiben, verfolgt der Leser. Dabei erzählt Bettina Seidl sehr gefühlvoll und verwebt die beiden Geschichten und die Handlungsstränge im Jetzt und in der Vergangenheit geschickt, sehr bildhaft und erzählt diese auch sehr unaufgeregt. Ich habe öfters inne gehalten und fand die Beweggründe der einzelnen Protagonistinnen nachvollziehbar und gut beschrieben und konnte mich sehr gut in sie hineinversetzen, warum sie in bestimmten Situationen so gehandelt haben, wie sie es taten. Die Waldblüte ist dabei die Klammer, bei der einzelne große Veränderungen in Babettes Leben stattfinden und ich fand sie sehr schön beschrieben. Insgesamt ein sehr lesenswerter Roman, in den man als Leser für schöne Lesestunden in die Bergwelt abtauchen kann. Mir hat er sehr gefallen und ich empfehle ihn daher sehr gerne weiter.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere