Trügerische Sicherheit
Nach ihrer dramatischen Affäre haben sich Johanna und ihr Mann Sven, ein Norweger, ein neues Leben in Oslo aufgebaut. Aufmerksam verfolgt Johanna die Ereignisse in Deutschland mit bangem Herzen, hat sie ...
Nach ihrer dramatischen Affäre haben sich Johanna und ihr Mann Sven, ein Norweger, ein neues Leben in Oslo aufgebaut. Aufmerksam verfolgt Johanna die Ereignisse in Deutschland mit bangem Herzen, hat sie doch dort gute Freunde und ihren Vater zurücklassen müssen. Sowohl sie als auch ihr Bruder mussten Hals über Kopf vor den Nazis aus Deutschland fliehen. Als es aus politischen Gründen erforderlich wird, dass ihr Bruder, ehemaliger SPD - Abgeordneter, nach Deutschland zurückkehrt, übernimmt Johanna den Auftrag für ihn aus Sicherheitsgründen.
In Deutschland verschlechtern sich die Verhältnisse rapide. Andersdenkende und Juden werden zusehends zu Freiwild. Um so fester ist Johanna entschlossen, ihre beste Freundin Ruth aus dem KZ zu befreien. Die Aktion entwickelt sich zu einem echten Husarenstück und fordert schwere Opfer. Zurück in Norwegen ist die scheinbare Sicherheit trügerisch , denn die Nazis besetzen Norwegen. Nun wird Johanna erneut zur Gejagten durch die Nazischergen.
Der 2. Band führt Johannas Geschichte mit einer kurzen Unterbrechung weiter. An einigen Stellen ist die Kenntnis des 1. Bandes hilfreich, aber nicht unbedingt erforderlich. Was mir besonders gut gefallen hat, Johanna ist Beobachterin und Betroffene zugleich. Das ergibt eine gewisse Distanz, als sie die Stimmung in Berlin beschreibt oder die Ereignisse der Reichskristallnacht dokumentiert. Die Atmosphäre , die dadurch entsteht, ist um so beklemmender. Sehr bewegend fand ich die Rettungsaktion für Ruth und gleichzeitig gab es hier auch Humor, denn ich fühlte mich an den Hauptmann von Köpenick erinnert.
Für mich waren die Ereignisse zurück in Norwegen besonders dramatisch und voller Emotionen. Man kann sich gar nicht vorstellen, was es für die Geflüchteten aus Nazideutschland bedeutet haben muss, alles erneut zu verlieren und sich auf eine ungewisse Flucht zu begeben. Gerade durch die nüchterne Sprache , aber mit eindrücklichen Bildern, wurde das sehr gut dargestellt. Solche Geschehnisse brauchen in meinen Augen keine pathetische Sprache. Das wäre für mich unangemessen. Dennoch ist es ein gelungener Unterhaltungsroman, der berührt.