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Veröffentlicht am 18.04.2026

Glauben in harter Zeit

Uns trägt die Hoffnung
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„...Ein Gedanke schob sich in den Vordergrund. Spürte Flocki vielleicht eine Gefahr? Tiere schienen im Gegensatz zu Menschen besondere Antennen für kommendes Unheil zu haben…“

Lotte ist im Februar 1945 ...

„...Ein Gedanke schob sich in den Vordergrund. Spürte Flocki vielleicht eine Gefahr? Tiere schienen im Gegensatz zu Menschen besondere Antennen für kommendes Unheil zu haben…“

Lotte ist im Februar 1945 in Dresden unterwegs. Flocki entwischt ihr immer wieder. Das ist sie von dem Hund nicht gewohnt.
Die Autorin hat eine spannende und gut recherchierte Fortsetzung ihrer historischen Romantrilogie um eine Dresdner Unternehmerfamilie geschrieben.
Der Schriftstil ist fein ausgearbeitet. Die Verhältnisse in Dresden im Jahre 1945 werden gut wiedergegeben.
Im Mittelpunkt steht die nächste Generation. Das sind vor allem Lotte, die Tochter von Frieda und Herrmann, und Eva, die Tochter von Elisabeth und Karl.
Bei der Bombardierung Dresdens verliert die 19jährige Lotte und ihre Familie das Zuhause. Sie kommen bei ihre Tante Ilse in der Villa unter. Doch nach der Besetzung Dresdens durch die Rote Armee wird Ilse enteignet, da Alfred bei der SS war.
Die Fabrik existiert als Ruine. Otto Kaiser und seine Familie wollen sie wieder aufbauen. Dabei ist insbesondere Lotte sehr erfindungsreich. Die junge Frau ist technisch begabt und hat ein Blick dafür, aus welchen Überresten des Krieges sich etwas Neues machen lässt. Nebenbei muss man für das tägliche Essen sorgen.

„...Lotte erblickte löchrige Strümpfe, gefundene Putzlumpen als Schals, versengte Pelzmäntel, ascheverschmierte Stiefel. Die Dresdner feine Gesellschaft, heruntergekommen zu einer langen Schlange frierender Menschen…“

Lotte beginnt, ihr Leben in den letzten Jahren zu reflektieren. Hat ihr Großvater Otto recht, der all seine Hoffnung auf Gott gesetzt und nie aufgegeben hat? Otto hat die Bombardierung überlebt. Doch seine Frau ist seitdem verschwunden. Trotzdem ist er anderen ein Vorbild.

„...Was wir gerade sehen, ist die Bosheit der Menschen und die Auswirkung der Sünde. Ich kann nicht behaupten, in meinem Leben immer gut und richtig gehandelt zu haben. Aber der Krieg ist der Gipfel der Bosheit…“

Dann lernt Lotte Alexei Petrow kennen, einen russischen Leutnant. Er hat eine russische Bibel in der Tasche und ist auf der Suche nach Gott. Seine Leute hat er im Griff. Er setzt ihnen deutliche Grenzen.
Als besonderes Stilmittel arbeitet die Autorin mit Rückblenden. So erfahre ich, was einzelnen Familienmitgliedern während der Kriegszeit widerfahren ist. Das macht die Wut von Eva verständlich, die sich und ihre Mutter von der Familie allein gelassen fühlte, nachdem ihr Vater eingezogen wurde.
Auch Emma war plötzlich von einen Tag auf den anderen verschwunden. Dafür hatte sie einen guten Grund. Sie resümiert:

„...Der Wert eines Menschen bestimmt sich niemals durch seinen Nutzen, seine Rasse, sein Geschlecht, wie klein oder groß er auch ist, sondern allein dadurch, dass Gott ihn gemacht hat…“

Die Geschichte wird ergänzt durch den Stammbaum der Familie und eine Karte von Dresden nach der Bombardierung sowie durch Informationen über historische Hintergründe und historische Personen.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es zeigt die Kraft des Glaubens in schwieriger Zeit und thematisiert in intensiven Gesprächen und Gedanken das Problem der Vergebung.

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Veröffentlicht am 17.04.2026

Wenn die Wahrheit anden Tag tritt ...

Weil wir nichts wussten
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„...Wer sein Herkunft nicht kennt, hat keine Vergangenheit, da ist niemand, der einem sagen kann, wer man war und woher man kam. Es ist, als wäre man nie ganz vollständig…“

So geht es einer jungen Frau ...

„...Wer sein Herkunft nicht kennt, hat keine Vergangenheit, da ist niemand, der einem sagen kann, wer man war und woher man kam. Es ist, als wäre man nie ganz vollständig…“

So geht es einer jungen Frau in dem Buch, deren wirklichen Namen ich nicht erfahre. Ab und an wird sie Lisa genannt. Den Name hätte ihr der Vater gegeben.
Der Autor hat eine bewegende Familiengeschichte geschrieben. Der Schriftstil ist gut ausgearbeitet. Er bringt die Probleme auf den Punkt und sorgt für eine latente innere Spannung.
Lukas ist Journalist. Tagtäglich erlebt er, dass die Welt in Unruhe ist. Er braucht eine Pause. Bevor er sich um sein neues Haus kümmert, kehrt er nochmals in seinen Heimatort zurück.
Lukas` Familie besitzt ein Juweliergeschäft. Das ist nun in der Hand seines älteren Bruders Leopold. Schnell wird deutlich, dass in der Familie die Mutter alle Fäden in der Hand hatte. Sie hatte das Geschäft mit in die Ehe gebracht und bestimmte, wo es lang geht. Deshalb hat Leopold nun Probleme damit, dass sich seine Mutter zurückzieht. Das ist ungewöhnlich.
Sehr schnell wird klar, wie viel Wert die Mutter trotz allem auf Tradition legt. Leopold hat sich damit eingerichtet, Lukas ist ausgebrochen. Doch auch er kennt dunkle Zeiten, wo er sich fragt, ob sein Weg der Richtige war. Außerdem sind seit dem Selbstmord des Vaters noch Fragen offen.
In einem zweiten Handlungsstrang sucht eine junge Frau nach ihren Wurzeln. Sie lebt bei drei Pflegefamilien. Bitter war, dass ihre zweite Pflegemutter starb und ihr Mann daran zerbrach. Dort hatte sich das Kind aufgehoben gefühlt. Dann aber, bei der dritten Familie, kam es heftig.

„...Die Jahre dort hatte sie wie in einem Warteraum verbracht, von dem sie nicht wusste, ob sie je den Ausgang finden würde. Ein unendlich langer Aufenthalt, ein Mensch, abgestellt wie ein Gegenstand, ein elternloses Mädchen, allein gelassen…“

Lange bleibe ich als Leser im Unklarem, woher die junge Frau plötzlich weiß, wo sie nach ihren Wurzeln suchen muss.
Für Lukas ist die Zeit im Elternhaus auch eine Zeit der Selbstreflektion. Er fragt sich, wohin er im Leben will und wie viel ihm Judith, eine Freundin, wirklich bedeutet.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es zeigt, dass sich Familiengeheimnisse nicht ewig verstecken lassen. Es ist auch eine Geschichte von Schuld, die bedingt war durch Feigheit des Vaters und durch die Tatsache, dass die Meinung der Öffentlichkeit der Mutter wichtiger war als das Wohl eines Kindes.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Humorvolle Geschichten

Glücksmomente
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„...Glücksmomente finden sich überall, von Montag bis Freitag im normalen Alltagswahnsinn. Das Glück ist da, es will nur von uns aufgespürt werden…“

Mit diesen Worten lädt mich der Autor in sein Büchlein ...

„...Glücksmomente finden sich überall, von Montag bis Freitag im normalen Alltagswahnsinn. Das Glück ist da, es will nur von uns aufgespürt werden…“

Mit diesen Worten lädt mich der Autor in sein Büchlein ein. Darin hat er Geschichten gesammelt, die ungewöhnliche Momente des Alltags festhalten. Der Schriftstil ist leicht und locker und lässt sich flott lesen. Häufig schimmert ein feiner Humor durch. Auffallend sind dabei immer wieder kurze Sätze, die das Gesagte gekonnt komprimieren. Nehmen wir als Beispiel eine Szene beim Augenarzt.

Ehrlich: Erst kratze die Diagnose an meinem Ego. Wie? Schlecht lesen? Getrübter Blick? Knick in der Optik? Unscharf? Sehhilfe? Doch nicht ich! ...“

Die Geschichte sind an keine Zeit gebunden. Es sind Erinnerungen aus der Kindheit, die nachwirken, die Erlebnisse mit den eigenen Kindern oder Erfahrungen in Beruf und Partnerschaft. Der Autor ist schon weit in Deutschland herumgekommen. Auch das spiegelt sich in seinen Erzählungen wieder. Sein Optimismus, der in den Erzählungen steckt, strahlt auf den Leser aus.
In vielen Geschichten werden die Erkenntnisse, die das Erlebte beinhalten, mit Bibelversen, in kursiv gesetzt, unterstrichen.
Das Büchlein hat mir sehr gut gefallen. Es zaubert häufig ein Lächeln aufs Gesicht, steckt voller Hoffnung und macht Mut, Gottes Wirken in den kleinen Glücksmomenten des Alltags zu suchen und zu erkennen.

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Veröffentlicht am 11.04.2026

Ein Urlaub voller Überraschungen

Andere nennen es Urlaub
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„...Sie hatte nie im Luxus gelebt. Für Luis und sie reichte es immer so, dass sie auf nichts verzichten mussten…“

Netti ist alleinerziehende Mutter. Neben ihren Job als Schauspielerin gibt sie Kurse. ...

„...Sie hatte nie im Luxus gelebt. Für Luis und sie reichte es immer so, dass sie auf nichts verzichten mussten…“

Netti ist alleinerziehende Mutter. Neben ihren Job als Schauspielerin gibt sie Kurse. Außerdem arbeitet sie in einem Callcenter. Da aber wurde ihr gerade gekündigt. Die Arbeit macht nun eine KI. Außerdem fordert das Finanzamt eine Steuernachzahlung.
Die Autorin hat einen humorvollen Roman geschrieben. Was als amüsante Urlaubsgeschichte beginnt, erweist sich bald als komplexe Familiengeschichte. Der Schriftstil ist leicht und locker.
Netti braucht eine Pause. Deshalb kommt ihr das Angebot der Frau aus der Reiseagentur gerade recht. Ihr Neffe würde sie mit nach Triest nehmen. Dort könne sie in deren Wohnung ziehen und nach dem Rechten sehen.
Doch ihr 18jähriger Sohn hat andere Pläne. Da kommt ihre Schwester Ellen auf die Idee, dass sie ja ihren Vater Bruno mit auf die Reise nehmen könne. Er könnte in Triest seinen 80. Geburtstag feiern. Bruno ist hell begeistert.
Weniger begeistert ist Netti von ihrem Fahrer Giorgio. Er wirkt leicht genervt.

„...Netti versucht, ihn beruflich einzuordnen, denn seine Hände sehen nicht nach Autoschrauber aus. Hoffentlich ist er kein Lehrer, die wissen immer alles besser und haben auf alles eine Antwort…“

Netti hat zwar ihr Leben im Griff, ringt aber um Anerkennung des Vaters. Der lässt sich seit dem Tode seiner Frau ziemlich gehen. Netti hat nie die Achtung erhalten, die er ihrer Schwester Ellen zukommen lässt. Es war die Mutter, die Nettis berufliche Ambitionen unterstützt hat.
Die Reise erweist sich anfangs als amüsant. Dafür sorgen schon Brunos Kommentare. In Triest angekommen, zeigt sich, dass Bruno all die Orte aufsuchen möchte, die er damals auf der Hochzeitsreise mit seiner Frau besucht hat. Netti ahnt nicht, welche Überraschungen auf sie warten.
Das Buch hart mir sehr gut gefallen. Die Autorin zeigt, wie wenig die Kinder manchmal über ihre Eltern wissen. Außerdem ist es nie zu spät zu einem Neuanfang.

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Veröffentlicht am 10.04.2026

Spannend und abwechslungsreich

Gärten, Gift und kalte Rache
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...Wie friedlich die Welt doch sein konnte, dachte ich gerade, als Emma zu brüllen begann. Der Vogel hielt abrupt den Schnabel, der Zauber des Augenblicks verpuffte…“

Emma ist Paulines Nachbarin. Sie ...

...Wie friedlich die Welt doch sein konnte, dachte ich gerade, als Emma zu brüllen begann. Der Vogel hielt abrupt den Schnabel, der Zauber des Augenblicks verpuffte…“

Emma ist Paulines Nachbarin. Sie legt sich gerade mit einem Naturschützer an. Pauline kann ihn beruhigen.

„...Emma bellt, aber sie beißt nicht. Und wenn sie um sich schlägt, dann höchstens mit Worten…“

Die Autorin hat einen abwechslungsreichen Krimi geschrieben. Der Schriftstil ist fein ausgearbeitet. Er arbeitet gekonnt mit Vergleichen, steckt voller Ironie und zeigt ab und an eine Prise schwarzen Humor.
Beim Umgraben des Dorfangers finden die Frauen die Gebeine eines toten Hundes. Doch es sollte noch schlimmer kommen. Vor Paulines Haus liegt einige Tage später plötzlich ein Toter. Es ist Erich Kofler, der Revierjäger. Natürlich verdächtigt Hauptkommissar Hartmann sofort Pauline. Die will das nicht auf sich sitzen lassen und ermittelt mit ihrer besten Freundin Berta selbst. Paulines spitze Zunge bringt es wieder mal auf den Punkt, als sie den Arzt charakterisiert, der von Giftmord ausgeht.

„...Erfahrener Experte, dass ich nicht lachte. Die Trefferquote unseres Landarztes lag ähnlich hoch wie die eines Wetterfrosches…“

Natürlich blühen Klatsch und Tratsch im Dorf. Das nimmt noch zu, als es einen weiteren Toten gibt. Die Ermittlungen kommen nicht so recht voran, zumal Pauline auch private Probleme hat. Ihr Mann ist aus der Reha zurück und hat sich ziemlich verändert. Seine alten Hobbys interessieren ihn nicht mehr. Das lässt Pauline keine Ruhe. Ihr Kopfkino rotiert.
Sehr gut gefällt mir, dass ich an vielen Stellen über Pflanzen und ihre Gifte, aber auch über die Geschichte der Giftmorde informiert werde. Gleichzeitig lerne ich an Paulines Seite das Einmaleins der Gartenarbeit kennen.
Ab und an sind von der ehemaligen . Lehrerin auch systemkritische Worte zu hören.

„... Konsequent inkonsequent, so ließ sich unser Zeitgeist am besten beschreiben. Damit kam man besser durchs Leben als mit Haltung, Anstand und Moral…“

Im Anhang des Buches gibt es nochmals ausführlich Informationen über die Pflanzen, die nhier als Mordcocktail genutzt wurden.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Ermittlung und Wissensvermittlung passen perfekt zusammen.

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