Bewegende Gechichte
Gretas Männer„...Und nun erkläre mir mal bitte, wieso du die Geburtstagsanzeige überhaupt in die Zeitung hast setzen lassen? Es war ja wohl klar, dass sie sie lesen würde und dann mit so einer lächerlichen Aktion antworten ...
„...Und nun erkläre mir mal bitte, wieso du die Geburtstagsanzeige überhaupt in die Zeitung hast setzen lassen? Es war ja wohl klar, dass sie sie lesen würde und dann mit so einer lächerlichen Aktion antworten würde!…“
Marie ist sauer auf ihre Tochter Lilo. Auf die Anzeige hin war ein Brief von ihrer Großmutter an die Urenkelin Greta gekommen. Doch das Band zwischen Marie und ihrer Mutter ist schon lange zerrissen. Auf Lolas Fragen nach dem Warum aber gab es nie Antworten.
Die Autorin hat eine bewegende Lebensgeschichte geschrieben. Die Handlung wird in zwei Zeitsträngen erzählt. Der eine spielt in der Gegenwart, der andere beinhaltet unter anderem Gretas Erinnerungen, die sie aufgeschrieben hat. Der Schriftstil ist fein ausgearbeitet.
„...In der Familie wurde über die Großmutter nur gesprochen, wenn man entweder auf Streit aus war oder angetrunken…“
Lilo besucht ihre Großmutter, die mittlerweile 87 Jahre alt ist. Sie trifft auf eine geistig rege alte Dame, die sich liebevoll um ihren dementen Mann kümmert.
Nach und nach liest sie ihrer Enkelin ihre Lebensgeschichte vor. Ein Gedanke bewegt sie besonders.
„…Aber was kann die Erinnerung schon ins rechte Licht rücken? Ist die Erinnerung nicht das subjektivste Gut? Auf die Erinnerung ist kein Verlass…“
Vor mir entsteht das Bild einer Frau, die ihre Chancen im Leben genutzt hat. Sie hat aber auch gesehen, wo ihre Hilfe nötig war. Über Gretas Leben möchte ich mich hier nicht äußern. Das muss man als Leser auf sich wirken lassen.
Da Marie sich nach wie vor weigert, über den Bruch mit der Mutter zu sprechen, nimmt sich Lolas Vater die Zeit, Lola zu berichten, was er von Marie weiß. Hier zeigt sich, wie sehr persönliche Erinnerungen gefärbt sind. Zuvor aber hat er mit seiner Frau Klartext gesprochen.
Als Marie dann doch zum Pflegeheim geht, trifft sei auf einen alten Mann. Der vermittelt ihr seine Sicht auf das Leben.
„...Dinge tun? Mit sechsundachtzig? Die Dinge, die ich noch tun kann, habe ich schon tausendmal gemacht. Dinge sind interessant, wenn man sie zum ersten Mal tut…“
Marie steht auf und geht, ohne Greta getroffen zu haben.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen.