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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.03.2026

Eine harte Ausbildung

Barfuß bei Luke
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„...Alle Tage gleich, alle Trainingseinheiten gleich, alle Outfits gleich, aller Umgang gleich…“

Mit diesen Worten charakterisiert Mikolay das Leben in dem Internat, wo nur eins gilt, im Ballett perfekt ...

„...Alle Tage gleich, alle Trainingseinheiten gleich, alle Outfits gleich, aller Umgang gleich…“

Mit diesen Worten charakterisiert Mikolay das Leben in dem Internat, wo nur eins gilt, im Ballett perfekt zu sein.
Die Autorin hat einen bewegenden Roman geschrieben. Im Mittelpunkt steht die Kunst, einmal als Ballett und einmal als Malerei.
Der Schriftstil ist fein ausgearbeitet. Er lässt Platz für die Emotionen der Protagonisten und ihre Beziehungen zueinander.
Mikolays stammt aus Polen. Als ihm sein Ballettlehrer nichts mehr beibringen konnte, vermittelt er ihn an ein Internat in Deutschland. Dort lernt er die ganze Härte des Systems kennen.

„...Ich sag euch mal was, ihr Loser: Ihr seid so weit davon entfernt, auf irgendeiner Bühne dieser Welt zu stehen und zu tanzen. So weit…“

Doch es geht nicht nur um psychische Probleme. Bei Rima hat Mikolay durch Zufall gesehen, welche Folgen der Tanz für ihre Füße hat.
Dann lernt Mikolay eines Tages über seinen Blog Luke kennen. Die beiden treffen sich. Luke ist Maler .Er möchte Mikolay zeichnen. Hier erlebt Mikolay, dass er so genommen wird, wie er ist. Luke lässt sich Zeit. Er probiert sich aus. Nicht jedes Bild muss gelingen. Für Mikolay bedeuten diese Stunden einen Ruhepunkt in seinem Alltag, der sonst von Pflicht geprägt ist, wo von ihm Respekt erwartet wird, Lob keine Rolle spielt und es die Liebe nicht gibt. Bei Luke hat Mikolay Zeit zum Nachdenken darüber, was er wirklich will.
Mikolay ist nicht der einzige, der die Lust am Tanzen verliert. Es wird schematisch, nur aneinander gereihte Bewegung. Das gilt auch für Rima. Wenn sie unbeobachtet ist, tanzt sie ganz anders. Dann ist die Leichtigkeit und das Spielerische wieder da.
Mikolay findet seinen Weg, andere geben die Kunst auf.
Das Buch verfügt über ein Glossar. Außerdem gibt die Autorin Antwort darauf, warum sie die Geschichte geschrieben hat.
Die Geschichte hat mich sehr bewegt.

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Veröffentlicht am 13.03.2026

Die verlorene Münze

Tante Emmas Münze
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„...Der Ort, an dem dies Geschichte spielt, ist nicht so weit entfernt, wie ihr vielleicht denkt. Kommt doch mal vorbei, dann seht ihr auf einem grünen Hügel ein kleines herziges Häuschen stehen…“

Mit ...

„...Der Ort, an dem dies Geschichte spielt, ist nicht so weit entfernt, wie ihr vielleicht denkt. Kommt doch mal vorbei, dann seht ihr auf einem grünen Hügel ein kleines herziges Häuschen stehen…“

Mit diesen Zeilen beginnt ein Kinderbuch, das auf ganz eigene Art ein biblisches Gleichnis erzählt.
Der Schriftstil ist kindgerecht und leicht lesbar. Die kurzen Texte eignen sich gut zum Vorlesen.
Im Mittelpunkt steht Tante Emma. Sie liebt ihren Garten, die Natur und die Tiere.
Tante Emma besitzt eine Münzsammlung, die sie jeden Tag betrachtet. Eines Tages aber stellte sie fest, dass eine der Münze fehlte. Sie durchsuchte die Wohnung, den Garten, den Hühnerstall und vieles andere. Sie fand alles Mögliche, nur die Münze fand sie nicht. Wo könnte sie noch sein?
Das Buch ist wunderschön illustriert. Die Bilder sind farbenfroh gestaltet, liebevoll gezeichnet und enthalten viele kleine Elemente. Sie gehen über 2/3 der Doppelseite. Daneben folgt der Text, der oben und unten ebenfalls mit kleinen Zeichnungen ergänzt wird.
Auf der letzten Doppelseite wendet sich die Autorin links persönlich an die Kinder, stellt ihnen Fragen und zitiert dann das Originalgleichnis aus der Bibel. Auf der rechten Seite stehen persönliche Worte an den erwachsenen Leser.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es erhält von mir eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 12.03.2026

Bewegende Familiengeschichte

Die Bücherfrauen von Listland. Der Duft des Strandhafers
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„...Mitte August war eine wundervolle Zeit auf Sylt: Um kurz vor sechs ging die Sonne auf und erst gegen neun Uhr abends unter. Es war meistens nicht so heiß…“

Die Journalistin Anna März ist zu Fenja ...

„...Mitte August war eine wundervolle Zeit auf Sylt: Um kurz vor sechs ging die Sonne auf und erst gegen neun Uhr abends unter. Es war meistens nicht so heiß…“

Die Journalistin Anna März ist zu Fenja Lorenzen zurückgekehrt. Sie will nicht nur deren Familiengeschichte erzählen, sondern auch deren verschwundene Schwester Martje finden, falls die noch lebt.
Es handelt sich um den zweiten Teil einer Dilogie. Obwohl ich den ersten Band nicht kannte, hatte ich kein Problem, der Handlung zu folgen. Wichtige Informationen waren enthalten.
Der Schriftstil ist gut ausgearbeitet. Er beschreibt das raue Flair an der Nordsee, aber auch das Leben der Menschen zu unterschiedlichen Zeiten. Ein Teil spielt im Heute und Jetzt, einer beginnt 1958. Dadurch weiß ich als Leser relativ schnell, wie sich Martjes Leben verändert hat.

„...Aber recht hast du! Wir brauchen keine Kerle, um uns gut zu fühlen und zufrieden zu sein. Für unser Glück und unser Auskommen sorgen wir schon selbst…“

Im Jahre 1958 sagt Inge diese Worte zu ihrer Freundin Martje, die gerade eine Ausbildung im Hotel macht. Doch kurze Zeit später trifft Martje auf Hark Hoyer, der ihr Leben gehörig durcheinander wirbelt. Dann ist nichts mehr wie vorher.
Hintergrund der Geschichte sind Ereignisse, die in der Kindheit von Martje und Fenja geschehen sind. Diese wirken heftig nach. Es geht um Vertrauen und Verlust. Als Martje ein Wort von Fenja in den falschen Hals bekommt, fällt sie eine Entscheidung, die sich später als fatal erweisen sollte.
Die Kernfrage, die sich wie ein roter Faden durch das Buch zieht, wird an einer Stelle so formuliert:

„...Wieso kann man einander nicht einfach vertrauen, die Wahrheit sagen und damit all die Fragen beantworten, die unbeantwortet in den Köpfen derjenigen herumgeistern, die nach Antworten suchen und sich unweigerlich irgendwann ihre eigenen zurechtspannen?…“

Gut wiedergegeben wird das Lebensgefühl Ende der fünfziger und zu Beginn der 60er Jahre. Der Umgang mit Drogen, die Friedensbewegung und Aussteiger aus dem normalen Leben spielen auch im Roman eine Rolle.
In der Gegenwart darf ich Anna bei ihrer Suche begleiten. Nicht jede Spur erweist sich als hilfreich. Doch sie ist hartnäckig.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es zeigt, wie stark uns die Vergangenheit prägt.

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Sehr schönes Kinderbuch

Mütze & Pfütze - Gemeinsam sind wir stark
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„...Mütze und Pfütze sind schon immer beste Freunde. Seit ich zurückdenken kann. Das weiß mittlerweile auch der Bauer. Er wundert sich schon gar nicht mehr, dass Mütze nicht bei der Schafherde grast, und ...

„...Mütze und Pfütze sind schon immer beste Freunde. Seit ich zurückdenken kann. Das weiß mittlerweile auch der Bauer. Er wundert sich schon gar nicht mehr, dass Mütze nicht bei der Schafherde grast, und Pfütze nicht bei seiner Schweineherde schmatzt…“

Mit diesen Zeilen beginnt ein humorvolles und tiefgründiges Kinderbuch, das mir richtig gut gefallen hat.
Der Schriftstil ist kindgerecht. Die Protagonisten erleben Dinge, die jedes Kind von sich kennt. Die Geschichten sind amüsant. Sie werden liebevoll erzählt. Es geht um Freundschaft, das Anderssein, Vergeben und Entschuldigen und den Umgang miteinander, um nur einige Themen anklingen zu lassen.
Das Besondere liegt darin, dass sich nach jedem Kapitel ein Teil anschließt, der sich an den Leser selbst wendet. Er beginnt mit einer Frage an jüngere Kids.

„...Bist du manchmal schlecht gelaunt?…“

Dann folgen zwei Hinweise, wie man damit umgehen könnte. Ein ähnlicher Text wird für ältere Kids formuliert. Dem schließt sich ein ganzseitiges Bild an, in dem ein Bibelvers mit Bibelstelle abgedruckt wurde. Dann kommt ein Mut-Tipp und der Vorschlag für eine Aktion.
Das Buch ist sehr schön illustriert. Die farbigen, liebevoll gezeichneten Bilder veranschaulichen die Handlung. Neben ganzseitigen Zeichnungen finden sich auch kleinere oberhalb oder unterhalb des Textes.
Als kleine Zugabe finden sich QR-Codes zu passenden Liedern oder kleinen Spielen.
Das Buch bekommt von mir eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 09.03.2026

Zuversichtlich durch das Leben gehen

Die Kraft des Trotzdem
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„...Ein Buch über Zuversicht also. Ein wichtiges Thema. Aber was ist Zuversicht überhaupt?…“

Mit diesen Zeilen beginnt das erste Kapitel, nachdem der Autor in Prolog dargelegt hat, wie er durch persönliches ...

„...Ein Buch über Zuversicht also. Ein wichtiges Thema. Aber was ist Zuversicht überhaupt?…“

Mit diesen Zeilen beginnt das erste Kapitel, nachdem der Autor in Prolog dargelegt hat, wie er durch persönliches Erleben zu dem Thema animiert wurde.
Der Schriftstil ist in großen Teilen sachlich, wird aber durch die Beschreibung von persönlichen Schicksalen aufgelockert. Die Darlegungen sind verständlich. Manche werden durch Bibelzitate vertieft. Dabei spricht der Autor bewusst auch Leser an, die bisher mit dem christlichen Glauben nichts am Hut hatten. Dazu kreiert er sein ganz persönliches Gottesbild. Er ist evangelischer Pfarrer.
In acht Kapitel hat der Autor seine Ausführungen unterteilt. Auch wenn das positive Denken sich wie ein roter Faden durch das Buch zieht, gibt es zu anderen Büchern des Genres deutliche Unterschiede.

„...Es kommt nicht in erster Linie darauf an, was uns widerfährt. Sondern darauf, wie wir damit umgehen…“

Der Autor rät in diesem Zusammenhang, realistisch zu bleiben. Das Leben ist nun einmal ein Wechsel zwischen Licht und Schatten. Er berührt das Thema aus theologischer, psychologischer und philosophischer Sicht. Wie ein Ereignis betrachtet wird, ist auch immer eine Folge der Perspektive. Wechselt man die, könnte es zu Lösungsansätzen kommen.
Im theologischen Teil geht es ihm um die Verbindung zwischen den Menschen und der Liebe als tragende Kraft, die durch Christus übermittelt und vorgelebt wurde. Es bleibt dem Leser überlassen, die Ausführungen mit seinen persönlichen Ansichten zu vergleichen und Schlussfolgerungen zu ziehen.
Positiv hervorzuheben sind die Experimente, die er ausführlich beschreibt. Es lohnt sich, sich dafür Zeit zu nehmen. Auch hier entscheide ich als Leser, was ich ausprobiere. Es sind Vorschläge, kein Muss.
Spannend fand ich den Teil, wo er beschreibt, wie wir durch vorwiegend negative Nachrichten manipuliert werden. Hier gilt es, bewusst Grenzen zu ziehen.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es gibt eine Menge an Anregungen, wie man mit den Widrigkeiten des Lebens umgehen kann und seine Zuversicht behält.

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