Starke Frauen
Der Club der Unbeugsamen„...Auf dem Papier heiße ich Margot, aber für gewöhnlich werde ich Meg genannt. Ich bin wie gesagt seit 2 Geburtstagen hier…“
So stellt sich die 11jährige Meg vor, die im Waisenhaus in Oxford in Mississippi ...
„...Auf dem Papier heiße ich Margot, aber für gewöhnlich werde ich Meg genannt. Ich bin wie gesagt seit 2 Geburtstagen hier…“
So stellt sich die 11jährige Meg vor, die im Waisenhaus in Oxford in Mississippi lebt. Mrs. Garnett, die Leiterin des Waisenhauses, hat sich für das Mädchen die eine oder andere Schikane ausgedacht.
Die Autorin hat einen inhaltsreichen historischen Roman geschrieben, der im Jahre 1933 angesiedelt ist. Die Geschichte wird mal aus der Perspektive von Meg, mal aus der von Birdie erzählt. Der Schriftstil ist fein ausgearbeitet, verliert sich aber gern in zu vielen Einzelheiten.
Die 24jährige Birdie lebt mit Mutter und Großmutter zusammen. Sie spüren die Folgen der Wirtschaftskrise. Deshalb wird Birdie zu ihrer Schwester Frances geschickt, um diese um finanzielle Unterstützung zu bitte. Dort ist Birdie bereit, im Waisenhaus die Buchführung in Ordnung zu bringen. Dabei lernt sie Meg kennen. Birdie setzt sich gekonnt über Mrs. Garnetts Anweisungen weg, um den Mädchen zu helfen.
„...Ihr Wahlspruch ist, manchmal ist es besser, nachher um Verzeihung zu bitten als vorher um Erlaubnis….“
Dann spitzt sich die Situation zu. Meg wird adoptiert. Frances und ihre Schwiegermutter müssen feststellen, dass Rory, der Ehemann, verschwunden ist, und sie mit Schulden sitzenlassen hat. Gleichzeitig taucht Charlie auf, Megs Mutter, die eine harte Zeit hinter sich hat.
Der Roman schildert auf vielfältige Art, was die Wirtschaftskrise für alle Teile der Bevölkerung bedeutet hat. Deutlich wird aber auch, dass einige die Situation für ihre ganz persönlichen Pläne ausnutzen. Zu letzteren gehört Mrs. Garnett. Diese sieht sich als moralische Instanz im Lande. Es gilt nur ihre Meinung.
Charlie weiß, was sie will, nämlich ihre Tochter zurück. Dazu ist ihr jedes Mittel recht. Sie wei0, dass sie Geld braucht. Sie kann Frances und ihre Schwiegermutter überreden, nach Rory zu suche Dann macht sie Birdie einen ungewöhnlichen Vorschlag. Die sträubt sich erst, weiß aber, dass sie keine andere Chance hat. Kurz danach stößt Virginia zu ihnen, die als Krankenschwester arbeitet, aber davon träumt, im nächsten Semester mit dem Medizinstudium zu beginnen. Die selbstbewusste Frau macht Birdie klar, was wichtig ist.
„...Die anderen haben nicht zu entscheiden, was Ihnen zusteht. Sie sollten selbst das Leben führen, was Sie führen wollen…“
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es arbeitet ein schwieriges Kapitel der amerikanischen Geschichte auf. Nicht nur unterschwellig geht es um Zwangssterilisierung von Frauen und den Umgang mit Homosexualität der Männer. Auch die Abgrenzung zwischen Weißen und Farbigen ist Thema.