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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.06.2026

Bewegende Gechichte

Gretas Männer
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„...Und nun erkläre mir mal bitte, wieso du die Geburtstagsanzeige überhaupt in die Zeitung hast setzen lassen? Es war ja wohl klar, dass sie sie lesen würde und dann mit so einer lächerlichen Aktion antworten ...

„...Und nun erkläre mir mal bitte, wieso du die Geburtstagsanzeige überhaupt in die Zeitung hast setzen lassen? Es war ja wohl klar, dass sie sie lesen würde und dann mit so einer lächerlichen Aktion antworten würde!…“

Marie ist sauer auf ihre Tochter Lilo. Auf die Anzeige hin war ein Brief von ihrer Großmutter an die Urenkelin Greta gekommen. Doch das Band zwischen Marie und ihrer Mutter ist schon lange zerrissen. Auf Lolas Fragen nach dem Warum aber gab es nie Antworten.
Die Autorin hat eine bewegende Lebensgeschichte geschrieben. Die Handlung wird in zwei Zeitsträngen erzählt. Der eine spielt in der Gegenwart, der andere beinhaltet unter anderem Gretas Erinnerungen, die sie aufgeschrieben hat. Der Schriftstil ist fein ausgearbeitet.

„...In der Familie wurde über die Großmutter nur gesprochen, wenn man entweder auf Streit aus war oder angetrunken…“

Lilo besucht ihre Großmutter, die mittlerweile 87 Jahre alt ist. Sie trifft auf eine geistig rege alte Dame, die sich liebevoll um ihren dementen Mann kümmert.
Nach und nach liest sie ihrer Enkelin ihre Lebensgeschichte vor. Ein Gedanke bewegt sie besonders.

„…Aber was kann die Erinnerung schon ins rechte Licht rücken? Ist die Erinnerung nicht das subjektivste Gut? Auf die Erinnerung ist kein Verlass…“

Vor mir entsteht das Bild einer Frau, die ihre Chancen im Leben genutzt hat. Sie hat aber auch gesehen, wo ihre Hilfe nötig war. Über Gretas Leben möchte ich mich hier nicht äußern. Das muss man als Leser auf sich wirken lassen.
Da Marie sich nach wie vor weigert, über den Bruch mit der Mutter zu sprechen, nimmt sich Lolas Vater die Zeit, Lola zu berichten, was er von Marie weiß. Hier zeigt sich, wie sehr persönliche Erinnerungen gefärbt sind. Zuvor aber hat er mit seiner Frau Klartext gesprochen.
Als Marie dann doch zum Pflegeheim geht, trifft sei auf einen alten Mann. Der vermittelt ihr seine Sicht auf das Leben.

„...Dinge tun? Mit sechsundachtzig? Die Dinge, die ich noch tun kann, habe ich schon tausendmal gemacht. Dinge sind interessant, wenn man sie zum ersten Mal tut…“

Marie steht auf und geht, ohne Greta getroffen zu haben.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 07.06.2026

Schöne Alltagsgeschichten mit biblischen Bezug

Der dreibeinige Esel
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„...Simon antwortete nicht. Er öffnete nur die Hand. Darin liegt der Esel, den Heinrich geschnitzt hat. Aber – der Esel hatte nur noch drei Beine…“

Das Zitat gehört zur Titelgeschichte. Eigentlich sollte ...

„...Simon antwortete nicht. Er öffnete nur die Hand. Darin liegt der Esel, den Heinrich geschnitzt hat. Aber – der Esel hatte nur noch drei Beine…“

Das Zitat gehört zur Titelgeschichte. Eigentlich sollte Simon die Finger vom Schnitzmesser des Opas lassen. Er wollte ja nur probieren und dann war das Bein des Esels weg. Der dreibeinige Esel wird trotzdem an die Krippe gestellt. Heinrich erklärt seinem Enkel an diesem Beispiel, dass wir auch mit unseren Unvollkommenheiten zum Heiland kommen können.
Auch die anderen zehn Kurzgeschichten sind aus dem täglichen Leben genommen. Ihr Schriftstil ist leicht verständlich. Er lässt sich flott lesen. Dafür sorgt ebenfalls die angenehme Schriftgröße.
In der ersten Geschichte wird Gerlinde von einer Gewinnmitteilung überrascht. Doch als sie das Kleingedruckte liest, wird ihr klar, was wirklich dahinter steckt. Im Gespräch mit dem Enkel wird das vertieft.

„...Menschen lügen mich an – aber Gott niemals! In der Bibel steht, dass er mir sogar das ewige Leben schenkt…“

Diese beiden Beispiele mögen zum Inhalt genügen. Jede Erzählung hat einen Bezug zu biblischen Inhalten. Dabei wirkt der nie aufgesetzt, sondern ergibt sich im Laufe der Handlung. Das Buch wird zwar für Senioren empfohlen, kann aber auch jüngeren Menschen eine Menge sagen.
Die Geschichten haben mir sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 06.06.2026

Sehr spannend

Heller Sand und dunkler Tod
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„...Eine Hand presste sich auf seinen Mund. Er spürte ihre Kälte durch den dünnen Gummihandschuh und schrie auf. Der Druck verstärkte sich…“

Wenige Minuten später ist Lars tot. Der Arzt geht von einem ...

„...Eine Hand presste sich auf seinen Mund. Er spürte ihre Kälte durch den dünnen Gummihandschuh und schrie auf. Der Druck verstärkte sich…“

Wenige Minuten später ist Lars tot. Der Arzt geht von einem Herzstillstand infolge der Lähmung aus.
Die Autorin hat einen fesselnden Krimi geschrieben. Der Schriftstil sorgt für den hohen Spannungsbogen. Dabei wird gekonnt mit der Psyche der Protagonisten gespielt.
Nach dem Mord geht die Handlung neun Monate zurück. Kriminalkommissar Dominik Dormeyer hatte auf Norderney nach 35 Jahren seine Jugendliebe Kim wiedergefunden. Die aber ist mit Lars verheiratet. Der Hotelbesitzer ist nach einem Unfall querschnittsgelähmt.
Als sich Irene, Lars` Pflegerin, an die Polizei wendet, weil ihr ein Detail am Krankenlager von Lars aufgefallen war, wird dessen Tod neu untersucht. Plötzlich steht der Mordverdacht im Raum und Kim gehört zu den Verdächtigen. Der Fall landet bei Frieso Mömmen, einem Schulfreund von Dominik. Der ist für seine Gründlichkeit bekannt. Ihn interessiert nicht nur Lars` Tod, sondern er untersucht auch den damaligen Unfall., denn es wurde nie geklärt, wie er passiert ist. Lars konnte sich an die letzten Minuten davor nicht erinnern.
Die Autorin legt eine Menge an Spuren. Es scheint, als sei Kim untergetaucht. Dominik kennt allerdings die dunkle Seite von Kim. Auch vor 35 Jahren hat sie plötzlich jeden Kontakt zu ihm abgebrochen. Sollte sich das wiederholen?
Vor mir als Leser entsteht eine komplexes Netzwerk aus Beziehungen. Es ist schwierig zu unterscheiden, was Wahrheit und was Lüge ist. Das erhöht die Spannung weiter.
Dann wird nach einer Sturmnacht auf Norderney eine Leiche gefunden. Plötzlich erscheint vieles in einem völlig anderem Licht.
Der Krimi hat mir sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 06.06.2026

Manchmal hilft nur Eigeninitiative

Die Glorreichen 77. Rache kennt keinen Ruhestand
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„...Seit er vor einigen Tagen begonnen hatte, die Zielperson zu beobachten, war der breit gebaute, weißhaarige Mann noch bei jedem Wetter mit seinem Dackel zu einem Spaziergang im Volkspark Friedrichshain ...

„...Seit er vor einigen Tagen begonnen hatte, die Zielperson zu beobachten, war der breit gebaute, weißhaarige Mann noch bei jedem Wetter mit seinem Dackel zu einem Spaziergang im Volkspark Friedrichshain aufgebrochen…“

Derjenige, der dem Mann folgt, ist der Profikiller Jo Brenner. Doch dieses Mal wird er seinen Auftrag nicht ausfüllen. Er kann keinen Mensch unter den Augen eines Dackels erschießen. Für Jo heißt das allerdings, dass er untertauchen muss, denn nun steht er selbst auf der Abschussliste seines Auftraggebers.
Das Autorenpaar hat eine ungewöhnlichen Krimi geschrieben. Die Geschichte ist spannend, aber auch sehr amüsant. Manche Szenen sind gekonnt zugespitzt- Der Schriftstil und die kurzen Kapitel unterstützen das Genre.
Jo bucht sich in der Seniorenresidenz Leonardo als Joachim Schreiber ein. Dort gibt es aber gerade gravierende Probleme, denn der neue Besitzer will die Miete rückwirkend um einen horrenden Beitrag erhöhen. Das können sich die meisten aber nicht leisten. Außerdem soll Renate, die Hausdame, entlassen werden. Gezielte Drohungen unterstützen die Forderung.
Nach und nach lerne ich die Bewohner mit ihren Eigenheiten kennen. Auf Grund der Sachlage ist die Situation angespannt. Schnell wird klar, dass fast alle zusammenhalten. Gemeinsam wollen sie ihren Standpunkt durchsetzen. Zu den Bewohner gehört auch Polizeidirektor a. D. Klaus Meyrhoff. Der glaubt zu erkennen, wer Joachim ist. Er macht ihm ein Angebot, dass dieser nicht ablehnen kann. Er soll helfen, die Geschäftsleitung loszuwerden. Dann wird sein Geheimnis gewahrt.
Ab und an werden gesellschaftskritische oder aktuelle Töne angeschlagen.

„… Die wirklich Erfolgreichen hängten ihren Reichtum nicht an die große Glocke, schon gar nicht in den sogenannten sozialen Medien, wo Normalsterbliche sich mühten, ihr kleines Leben als etwas Besonderes darzustellen...“

Es amüsant zu lesen, wie die Bewohner ihr Vorgehen planen. Dabei kommen ihnen nicht nur die schauspielerischen Fähigkeiten einer der Ihren zugute. Natürlich läuft nicht alles wie geplant. Es gibt einige überraschende Wendungen.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 05.06.2026

Spannend

Lavendel-Jagd
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„...Er muss mir die Geldbörse aus der Tasche gezogen haben, als ich an dem Stand des Afrikaners da vorn war. Mein Geld und all meine Ausweise sind weg…“

Der Österreicher Kurt Steinkönig wendet sich an ...

„...Er muss mir die Geldbörse aus der Tasche gezogen haben, als ich an dem Stand des Afrikaners da vorn war. Mein Geld und all meine Ausweise sind weg…“

Der Österreicher Kurt Steinkönig wendet sich an Kommissarin Lilou. Der Mann gehört zu den Teilnehmern des Street–Art-Festivals in Carprentras, ist aber von Beruf Tierarzt.
Die Autorin hat erneut einen spannenden Krimi geschrieben. Der Schriftstil ist gut ausgearbeitet. Er bringt das Flair des Südens in Frankreich in vielen schönen Bildern rüber, sorgt für einen hohen Spannungsbogen und lässt Raum für Lilous Privatleben.
Wenige Stunden, nachdem sich Lilou um den Österreicher gekümmert hat, wird sie zu einer Leiche gerufen. Dort erwartet sie eine Überraschung. Der Tote hat Steinkönigs Papiere in der Tasche.

„...Womöglich ist der Tierarzt der Täter. Er hinterlässt seine Papiere bei der Leiche und bringt am nächsten Morgen den Diebstahl zur Anzeige. Ein besseres Alibi gibt es doch gar nicht…“

Lilou hält das nicht für möglich. Sie ist sich sicher, dass Steinkönig die Wahrheit gesagt hat. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse. Lilou hat alle Hände voll zu tun. Dabei ist in wenigen Tagen ihrer Hochzeit.

„...Der Tag war so gut wie vorbei, und sie hatte das ungute Gefühl, keinen Schritt weitergekommen zu sein. Anstatt einer Lösung ihres Falles gab es immer mehr lose Enden, immer mehr Indizien, ohne dass sich daraus ein Bild zusammensetzte…“

Dummerweise wartet auch die Schneiderin, dass Lilou ihr Hochzeitskleid anprobiert, damit sie daran letzte Änderungen vornehmen kann. Natürlich passt der Termin nicht in Lilous Zeitplan.
Auch Lilous Chef steht momentan neben sich, wobei keinen den Grund dafür kennt. Er organisiert eine Profilerin, die überraschend schnell zu einem Urteil kommt.
Damit scheint der Fall gelöst und Lilous Hochzeit steht nichts mehr im Wege. Es wäre zu schön, wenn alles so einfach wäre. Die größte Überraschung wartet noch.
Der Krimi hat mich sehr gut unterhalten. Schade, dass es der letzte aus der Reihe ist. Ich war gern in der Provence.

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