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Veröffentlicht am 27.02.2026

Mutige Frauen

Die Engel von Berlin
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„...Ich erzähle sie dir. Vielleicht weißt du dann auch wieder, wie stark du bist, wie stark jede Frau ist. Und das wir immer versuchen sollten, die Welt ein wenig besser zu machen…“

Die Geschichte beginnt ...

„...Ich erzähle sie dir. Vielleicht weißt du dann auch wieder, wie stark du bist, wie stark jede Frau ist. Und das wir immer versuchen sollten, die Welt ein wenig besser zu machen…“

Die Geschichte beginnt 2022, wo Martha ihre Tochter Laura aus einem Tief herausholen will. Deshalb erzählt sie ihr die Geschichte ihrer Großmutter.
Der Schriftstil ist gut ausgearbeitet. Das bedeutet auch, dass die zwischenmenschlichen und die gesellschaftlichen Probleme auf den Punkt gebracht werden. Das Buch zeugt von einer umfangreichen Recherche.
Im Jahre 1931 treffen sich Annegret und Martha in einem Lager der Pfadfinder in Berlin. Zwischen den beiden jungen Frauen entwickelt sich eine schöne Freundschaft. Martha ist aus London angereist. Als begeisterte Fotografin nimmt sie viele Bilder von Berlin auf . Dazu gehören auch die Eindrücke von den aufkommenden Nationalsozialismus. Erste Diskussionen zwischen den jungen Frauen kommen schnell auf den Punkt.

„...Wir Pfadfinderinnen lehren die Kinder seit Jahrzehnten Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft….“

Unter den Kindern ist Fanny. Das jüdische Mädchen hat vor kurzem erst ihre Mutter verloren. Sie fühlt sich in der Gemeinschaft wohl.
Martha muss zurück nach London. Die Freundinnen bleiben brieflich verbunden. Nach der Reichspogromnacht setzt sich Martha dafür ein, dass jüdische Kinder nach Großbritannien kommen können. Sie bringt Fanny bei ihrer verheirateten Schwester unter.
Währenddessen ist Annegret in Berlin hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu ihrem Mann und dessen politischer Einstellung. Bei ihren Arbeitskolleginnen nimmt sie kein Blatt vor den Mund.

„...Überhaupt sollten sich Frauen mehr für Politik interessieren. Denn wir sind nachher die Leidtragenden…“

Annegrets Einsatz hat Folgen. 1945 kehrt Martha nach Berlin zurück. Was wird sie vorfinden?
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Die Autorin setzt damit all denen ein Denkmal, die ähnlich gehandelt haben.

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Veröffentlicht am 27.02.2026

Ein Blick in die Zukunft aus biblischer Sicht

Wenn die Zeit erfüllt ist
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„...Wir werden nicht jünger. Der Tod ist unausweichlich, Er ereilt Junge und Alte, Reiche und Arme, Bescheidene und Dekadente, Könige und einfache Leute. Sollte die Frage nach dem Ziel unserer Lebensreise ...

„...Wir werden nicht jünger. Der Tod ist unausweichlich, Er ereilt Junge und Alte, Reiche und Arme, Bescheidene und Dekadente, Könige und einfache Leute. Sollte die Frage nach dem Ziel unserer Lebensreise da nicht an erster Stelle stehen?…“

Genau dieser Frage widmet sich der Autor in diesem Buch. Dabei stützt er sich auf die Propheten des Alten Testaments, Aussagen aus dem Matthäus – Evangelium und die Offenbarung. Ausgangspunkt ist eine himmlische Zeittafel, die mit der Schöpfung beginnt.
Der Schriftstil ist, wie gewohnt, leicht lesbar. Der Autor bringt Geschichten aus dem Leben, die zum Thema passen, und verwendet immer wieder Bibelzitate, um seine Gedanken zu belegen.
Mir ist bewusst, dass der Blick in die Zukunft aus verschiedenen Perspektiven geschehen kann. Ich habe schon etliche Bücher des Autors gelesen, möchte aber nicht verschweigen, dass ich bei diesem Thema einiges anders sehe. Da das meine sehr persönliche Meinung betrifft, werde ich dazu keine konkreten Anmerkungen machen. Trotzdem sind die Ausführungen spannend. Sie regen zum Nachdenken und zum Überdenken der eigenen Position an.

„...Jeder Mensch beginnt als eine Idee Gottes. Für jedes einzelne Leben hat Gott sich eine Zukunft überlegt, die schöner ist als alles, was wir uns ausdenken können…“

Dieser Gedanke ist der Ausgangspunkt für die Ausführungen. Davon ausgehend erläutert der Autor die einzelnen Punkte seiner Zeitachse. Die möchte ich nicht näher ausführen. Es bleibt den zukünftigen Leser vorbehalten, sich damit zu beschäftigen. Letzter Punkt der Zeitachse ist das Erscheinen des himmlischen Jerusalem.
Dem folgt ein Nachwort und Bonusmaterial zu den Bibeltexten. Anschließend gibt es zu jedem Kapitel eine kurze Zusammenfassung der wesentlichen Aussagen, der Fragen zum persönlichen Verständnis und zum Weiterdenken folgen. Eine Anmerkung gibt Anregungen, bevor kursiv ein kurzes Gebet angeboten wird.
Das Buch hat mir gut gefallen.

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Veröffentlicht am 26.02.2026

Die KI und unsere Zukunft

Morgen wird es anders sein
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„...Sprache, sie wurde durch künstliche Intelligenz manipulierbar. Aber, was war der Mensch ohne Sprache? Worte ohne Hallraum. Sprach, ohne Worte, undenkbar…“

Der Archäologe Sven wollte eigentlich ein ...

„...Sprache, sie wurde durch künstliche Intelligenz manipulierbar. Aber, was war der Mensch ohne Sprache? Worte ohne Hallraum. Sprach, ohne Worte, undenkbar…“

Der Archäologe Sven wollte eigentlich ein paar ruhige Tage in der Natur genießen. Doch dann trifft er auf Joko. Der lädt ihn an sein Lagerfeuer ein. Sein Thema ist die künstliche Intelligenz. Es waren nur drei Worte, aus denen die KI eine Geschichte gebastelt hat.
Der Autor hat einen spannenden Roman geschrieben. Der Schriftstil fordert Aufmerksamkeit, denn die Handlung wechselt häufig zwischen der Realität und der virtuellen Welt. Gleichzeitig werden neben der KI weitere aktuelle Themen beleuchtet wie thermische Kraftwerke und intelligente Stromregler.
Joko bietet Sven an, ihn ein Erlebnis in der virtuellen Welt zu vermitteln. Der lässt sich darauf ein. Schnell wird klar, dass die KI von seinem Verhalten in diesem Spiel lernt. Gut ausgearbeitete Gespräche zwischen Joko und Sven streifen die Kernprobleme, um die es geht.

„...Die Evolution ist ein Prozess, der zu dem Gehirn geführt hat, das wir heute besitzen. Wenn aber alle Natur ein Prozess ist, ist sicher auch alles Erleben und Denken des Menschen ein Prozess, den wir noch besser verstehen müssen…“

Immer wieder wird dabei der Aufbau und die Funktionsweise des menschlichen Gehirn thematisiert. Es ist seine Plastizität, um die es geht.

„...Zeit und Raum sind im menschlichen Gehirn untrennbar miteinander verbunden…“

Und genau solche Prozesse soll die KI nachbilden. Dazu muss man ihr Möglichkeiten zum Lernen bieten.
Die angebotenen virtuellen Welten orientieren sich an der Erfahrungswelt, aber auch den Wünschen von Sven. Die Erlebnisse sind spannend und abwechslungsreich. Sie geschehen in unterschiedlichen Gebieten der Erde und zu verschiedenen Zeitpunkten. Nicht zu unterschätzen ist ihr Suchtpotential.
Als Sven in Frankfurt zurück ist, wird er genötigt, die Besuche in der virtuellen Welt fortzusetzen. Mittlerweile aber weiß er um die Folgen. Also sucht er Wege, das System zu überlisten. Hier nimmt der Spannungsbogen erheblich zu.
Die technischen Seiten der Themen werden allgemeinverständlich und nachvollziehbar dargestellt. Gleichzeitig werden Schwachstellen moderner Technik offengelegt.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es zeigt ein Spiel mit Möglichkeiten, denen wir uns ziemlich schnell nähern. Deshalb mahnt es auch, darüber nachzudenken, was wir tun müssen, damit wir sie beherrschen.

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Veröffentlicht am 26.02.2026

Eine leise Geschichte

Mathilde und Marie
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„...Es ist so: Im Großen und Ganzen ähnelt unser aller Leben einem Puzzle mit unbekannten Motiv, wobei die Anzahl der Teile von Mensch zu Mensch variiert…“

Die Studentin Marie hat Paris verlassen. Sie ...

„...Es ist so: Im Großen und Ganzen ähnelt unser aller Leben einem Puzzle mit unbekannten Motiv, wobei die Anzahl der Teile von Mensch zu Mensch variiert…“

Die Studentin Marie hat Paris verlassen. Sie braucht eine Auszeit und Ruhe. Im Zug trifft sie die Isländerin Jónina. Obige Worte stammen von ihr.
Der Autor hat einen berührenden Gegenwartsroman geschrieben. Der Schriftstil ist fein ausgearbeitet. Im Mittelpunkt stehen das Leben in und mit der Natur und die Macht der Bücher.
Marie hat noch kein Ziel. Jónina ahnt, was der jungen Frau gut tut. Sie bietet ihr an, sie in ihr Dorf zu begleiten.

„...Manchmal lohnt es sich, einem Impuls zu folgen. Du musst nur tief in dich hineinhorchen, liebe Marie….“

Der kleine belgische Ort, in dem die 60jährige Jólina lebt, ist ein Bücherdorf. Es gibt mehr als eine handvoll Bücherläden. Einer gehört Jólina. Dafür gibt es aber keinen Supermarkt. Auch das Internet steht nur an einer Stelle für eine Stunde zu Verfügung.

„...Hier im Dorf wird die Zeit als Freund und nicht als Gegner empfunden. Bei uns im Dorf geht es nicht darum, möglichst viele Dinge in immer kürzerer Zeit zu erledigen…“

Marie ringt kurz mit sich, dann bleibt sie. Während ihr alle freundlich begegnen, fällt ihr eine Frau auf, die jeden Kontakt vermeidet. Es ist Mathilde.
Mathilde schreibt Tagebuch. Darin wird deutlich, wie sich ihre Einstellung zu Marie ändert. Anfangs wollte sie, dass diese so schnell wie möglich wieder verschwindet. Dann aber erkennt sie, dass die junge Frau dem Ort gut tut. Beide kommen sich näher. Es ist ihre Vergangenheit, die sie verbindet.
Sehr anschaulich wird die Umgebung beschrieben.

„...Der Morgentau lag schwer auf den Gräsern und Farnen der Weide und hielt alles Grün ab einer gewissen Länge in der Horizontalen. Gleichzeitig brachen die winzigen durchsichtigen Kügelchen das frühe Licht des Tages….“

Nach und nach erfahre ich die Schicksale der wichtigsten Protagonisten. Dadurch wird deutlich, warum sie so sind, wie sie sind. Außerdem erlebe ich, wie sich das Dorf ändert. Es wird lebendiger, ohne seine Besonderheiten aufzugeben.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es stellt das Zwischenmenschliche in den Mittelpunkt und erzählt eine leise Geschichte.

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Veröffentlicht am 25.02.2026

Spannender historischer Krimi

Im Schatten der Ruinen
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„...Berlin roch nach verbranntem Torf. Nach Kohleofen. Nach Holzfeuer. Der Geruch strömte aus den Schornsteinen, die wie Spargel in den Ruinenfeldern standen…“

Wir schreiben den Dezember 1947. Die wenigen ...

„...Berlin roch nach verbranntem Torf. Nach Kohleofen. Nach Holzfeuer. Der Geruch strömte aus den Schornsteinen, die wie Spargel in den Ruinenfeldern standen…“

Wir schreiben den Dezember 1947. Die wenigen Sätze zeigen eine Seite des Berlins der Nachkriegszeit.
Der Autor hat einen fesselnden Krimi geschrieben. Der Schriftstil gibt die Verhältnisse sehr genau wieder und sorgt für den hohen Spannungsbogen.
Am Rande des Berliner Tiergartens befinden sich Captain Matthew Wallet und Lieutnant Frank Hurst. Sie beobachten den Schwarzmarkt. Mehr können die beiden Amerikaner nicht tun.
Sehr exakt wird beschrieben, wie die Szene funktioniert. Frank erklärt das so:

„...Selbst wenn wir den Verteiler in dem Moment festnehmen, in dem er sich aus dem Vorrat bedient, wird er behaupten, dass er die Ware gefunden hat. Wir können ihm nichts nachweisen. Verteiler sind die unterste Führungsebene im kriminellen Netzwerk…“

Als es zur Razzia kommt, verfolgt Matthew einen der Jungen. Zwar entkommt der ihm, doch Matthew findet seine Adresse heraus. Er bietet den 12jährigen Heiner Feldmann an, als Informant für ihn zu arbeiten.
Bei einem Einsatz erlebt Matthew von seinem Beobachtungsposten aus, wie eine Schmugglerbande vollständig ausgelöscht wird. Er soll nun die Bandenkriminalität endgültig bekämpfen. Bald aber stellt sich heraus, dass der neue Spieler im Revier aus Mitgliedern einer ehemaligen Spezialeinheit der Wehrmacht besteht.
Ich darf auch in das Alltagsleben in Berlin in seiner Vielschichtigkeit eintauchen. Während ein großer Teil der Bevölkerung um das tägliche Brot kämpft, gibt es schon wieder Musikveranstaltungen mit anschließenden Partys. Doch nicht alles ist so, wie es scheint.

„...Lotti kling verteilt in jeder Show hundert Sitzplätze an Bedürftige. […] Damit sie wenigstens ein paar Stunden auf andere Gedanken kommen. Dazu gibt es Butterbrote…“

Matthew Wallet muss bald feststellen, dass seine Ermittlungen stets ins Leere laufen. Da scheint jemand die Gegenseite kontinuierlich mit Informationen zu versorgen. Gleichzeitig nehmen die Anschläge auf sein eigenes Leben zu. Außerdem ist Heiner seit einiger Zeit verschwunden.
Gut beschrieben wird, wie schwierig sich die Zusammenarbeit der Siegermächte gestaltet. Jeder hat nur in seinem eigenen Sektor die nötige Kompetenz, um gegen Verbrecher vorzugehen. Eine Task Force soll Abhilfe schaffen.
Am Beispiel von Klara Feldmann erfahre ich, wie schwierig es ist nachzuweisen, dass man nicht in das Tun des Regimes verstrickt war. Der Beschuldigte muss Zeugen bringen, die ihn entlasten.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es ist vielschichtig und abwechslungsreich und gibt einen guten Einblick in die Zeitverhältnisse.

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