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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.06.2026

Was zählt im Leben wirklich?

Die Mitternachtsreise
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„...Damals stellte sich die Zufriedenheit von selber ein. Sie durchströmte die beiden wie ein Fluss, und sie dachten, es werde immer so bleiben, dieser Strom werde niemals versiegen, und sie mussten sich ...

„...Damals stellte sich die Zufriedenheit von selber ein. Sie durchströmte die beiden wie ein Fluss, und sie dachten, es werde immer so bleiben, dieser Strom werde niemals versiegen, und sie mussten sich keinen Gedanken über seinen Ursprung machen noch die Mühe, das Wasser zu schöpfen und zu trinken…“

Wilbur und Maggie sind auf ihrer Hochzeitsreise in Venedig. Es sind unbeschwerte Tage.
Der Autor hat einen bewegenden Roman geschrieben. Der Schriftstil ist fein ausgearbeitet und gespickt mit einer Menge an passenden Metapher.
Mittlerweile sind 52 Jahre vergangen. Wilbur geht in den Garten seines Hauses und bricht dort zusammen. Der Arzt kann kurze Zeit später im Krankenhaus nur noch den Tod feststellen.
Nur für Wilbur stellt sich das anders dar. Er fühlte sich zwar verändert, aber lebendig. Plötzlich wird er aufgefordert, in einen Zug einzusteigen. Er wird ihn an den verschiedenen Stationen seines Lebens vorbeifahren. Seine Begleiterin und Reiseleiterin ist Agnes, die Buchhändlerin, deren Laden er einst übernommen hat.

„...Ich bin hier, um dich durch dein Leben zu führen, das Leben, das du gerade gelebt hast…“

Manche Lebenssituationen sieht Wilbur nur durch das Zugfenster, An anderen Stellen muss er aussteigen. Dabei kommt ihm die eine oder andere Erkenntnis.

„...Aber man kann nicht acht Jahrzehnte leben, ohne zu merken, dass letztlich jeder Mensch verschiedene Seiten hat. Oder dass es in jedem Mensch etwas gibt, dass der äußeren Wahrnehmung zuwiderläuft…“

Schnell begreift er, warum der Zug an manchen Stellen hält. Und er stellt sich zunehmend die Frage, wann er hätte anders handeln müssen, wann er falsch abgebogen ist oder die Weichen falsch gestellt hat.

„...Es gibt Tage im Leben, die einfach vergehen, ohne dass man sich je wieder an sie erinnert. Und dann gibt es Tage, die einem so ans Herz gewachsen oder so wichtig sind, dass sie schon alles in sich tragen, was danach kommt…“

Am liebsten würde er seinem früheren Ich Ratschläge geben, wie er sich zu verhalten hat. Für die Zugreise aber gibt es drei Regeln. Deren Quintessenz ist es, dass die Vergangenheit nicht verändert werden darf. Wird ihm trotzdem eine Lösung einfallen?

Veröffentlicht am 27.06.2026

Bewegende Gschichte

Der Sommer, der uns blieb
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„...So schnell ihre Worte ihm ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hatten, so schnell hatte es sein Vergessen wieder geschluckt…“

Britta besucht ihren Vater. Die zunehmende Demenz fordert eine Entscheidung. ...

„...So schnell ihre Worte ihm ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hatten, so schnell hatte es sein Vergessen wieder geschluckt…“

Britta besucht ihren Vater. Die zunehmende Demenz fordert eine Entscheidung. Es wird nicht die einzige sein.
Die Autorin hat einen bewegenden Roman geschrieben. Der Schriftstil ist fein ausgearbeitet. Er gibt der Geschichte Tiefe.
Einst waren Pia, Britta und Martin befreundet. Dann aber ist Pia von jetzt auf gleich verschwunden. Es gab kein Abschiedswort. Pia charakterisiert sich selbst so:

„...Sie empfand kein großartiges Bedürfnis nach Nähe zu anderen Menschen, war sich selbst genug. Beziehungen brachten nur Kummer und machten verletzlich…“

Mittlerweile sind 20 Jahre vergangen. Pia ist in ihren Heimatort zurückgekehrt. Sie bringt Antworten zur damaligen Trennung. Wie werden Britta und Martin reagieren?
Der Roman beschreibt eine unbeschwerte Kindheit und Jugend. Klar gab es Probleme in den Elternhäusern, doch die Drei waren sich genug. Die Probleme betrafen insbesondere Martin.

„...Die Frau, die ihm das Leben geschenkt hatte, war kalt wie Eis. Er fror in ihrer Nähe und war gleichzeitig Butter in ihren Händen…“

Es handelt sich um einen leisen Roman. Die Unterschiedlichkeit der Protagonisten wird deutlich herausgearbeitet. Gleichzeitig werden ich mit ihren aktuellen Sorgen konfrontiert. Pia war Fotografin. Ihr Beruf führte sie rund um die Welt. Jetzt aber bleibt ihr nicht mehr viel Zeit, offene Fragen zu klären. Es geht um Schuld und Vergebung, um toxische Familienbeziehungen und um die Frage, ob eine Freundschaft auch nach Jahren der Trennung noch trägt.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 23.06.2026

Schöne Vorlesegeschichten

Wieso? Weshalb? Warum? Meine Vorlesegeschichten, Band 4 - Was entdecken wir auf dem Bauernhof?
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„...Die Familie Kadi fährt zum Bauernhof Finke. Dort, in der Region Mommelberg, haben sie vor ein paar Jahren schon einmal die Sommerferien verbracht…“

Die Autorin hat ein abwechslungsreiches und informatives ...

„...Die Familie Kadi fährt zum Bauernhof Finke. Dort, in der Region Mommelberg, haben sie vor ein paar Jahren schon einmal die Sommerferien verbracht…“

Die Autorin hat ein abwechslungsreiches und informatives Kinderbuch geschrieben. Es sind Vorlesegeschichten aus der Reihe Wieso?Weshalb? Warum?. Sie werden ab 4 Jahren empfohlen. Der Empfehlung schließe ich mich an. Doch die kurzen Geschichten in großer Schrift mit klar gegliederten Absätzen eignen sich auch für Erstleser. Die Inhalte sind kindgerecht und leicht verständlich.
Zu Beginn werden in Wort und Bild die Mitglieder der beteiligten Familien und in einer Art Luftaufnahme der Ort Mommelbeck vorgestellt.
Der Hof Finke ist eine Biobauernhof. Charlie Kadi und sein Bruder Tino leben mit ihren Eltern in der Großstadt. Deshalb ist vieles auf dem Lande für sie neu.
Sie lernen einiges über die Aufzucht der Schweine, erfahren, wozu manche Kräuter gut sind, sammeln Hühnereier und besuchen einen Tunnel für Gemüse, um nur ein Paar Themen zu nennen.
Das Buch ist farbenfroh und realistisch illustriert. Die häufig halbseitigen Bilder passen perfekt zum Thema. Sie sind liebevoll gestaltet und enthalten viele kleine Details.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es bekommt eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 20.06.2026

Raffiniert gestrickter Krimi

Weinfluch
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„...In der Vitrine hinter mir sehen Sie den ältesten in einer Flasche enthaltenen Wein nördlich der Alpen…“

Doch als sich André umdreht, steht dort eine Flasche Riesling, die eindeutig nicht aus der Römerzeit ...

„...In der Vitrine hinter mir sehen Sie den ältesten in einer Flasche enthaltenen Wein nördlich der Alpen…“

Doch als sich André umdreht, steht dort eine Flasche Riesling, die eindeutig nicht aus der Römerzeit ist.
Der Autor hat erneut einen fesselnden und komplexen Krimi geschrieben. Der Schriftstil sorgt für den hohen Spannungsbogen. Kurze Kapitel und schnell wechselnde Handlungsorte befeuern das Geschehen.
Während sich André noch überlegt, was mit dem Wein passiert ist, steht Kriminalhauptkommissar Frank Achill am Rheinufer vor einer Wasserleiche. Schnell wird deutlich, dass die Fälle zusammengehören. Frank wird zum Leiter einer Soko berufen. Da die Flasche Wein eigentlich nach Wien ausgeliehen werden sollte und auf dem Transport verschwunden ist, muss er sich auch noch mit einem Vertreter des dortigen Museums und deren Versicherung herumschlagen. Als seine Kollegin ihn vor der Teambesprechung nach einer Präsentation fragt, reagiert er sauer.

„...“Diesen Scheiß brauch ich nicht.“ Er sah, wie sich Sorgenfalten auf Berlings Stirn bildeten. „Du weißt aber schon, dass sie darauf warten?“ „Ist mir doch egal. Ich bin Ermittler und kein Showmaster.“…“

Auch die Zusammenarbeit mit Köhler vom Raub erweist sich als schwierig. Außerdem zeigt sich, dass die Täter den Ermittlern immer einen Schritt voraus sind. Sie bestimmen, wo es lang geht. Hinzu kommt, dass die Versicherung das Heft des Handelns in der Hand hat. Die Ermittler werden zu ausführenden Personen deklassiert. Im entscheidenden Moment erscheint noch ein Oberstleutnant vom Landeskriminalamt Wien. Frank weiß nicht mehr, wo ihm der Kopf steht.

„...Nun war es also soweit, man jubelte ihm den nächsten Klugscheißer unter, der alles besser wusste, in Deckung blieb und nach Belieben Giftpfeile auf ihn abfeuerte…“

Frank hatte André gebeten, gewisse Dinge für ihn zu recherchieren. Der stürzt sich mit Feuereifer in die Arbeit und entwickelt später eine ganz eigene Theorie. Die aber sollte sich als richtig erweisen.
Der Krimi hat mir sehr gut gefallen. Er ist komplex gestrickt und ermöglicht trotzdem ein Mitdenken.

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Veröffentlicht am 18.06.2026

Tolles Kinderbuch

Petronella Apfelmus - Verhext und festgeklebt. Jubiläums-Ausgabe
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„...Patronella Apfelmus traute ihren Augen nicht. Energisch nahm sie ihr goldenes Piratenfernrohr von ihrem linken Auge und poliete die Linse mit dem Zipfel ihres Ärmels…“

Damit hatte sie nicht gerechnet. ...

„...Patronella Apfelmus traute ihren Augen nicht. Energisch nahm sie ihr goldenes Piratenfernrohr von ihrem linken Auge und poliete die Linse mit dem Zipfel ihres Ärmels…“

Damit hatte sie nicht gerechnet. In die alte Mühle zogen neue Bewohner. Sie brauchte einen Plan, um sie zu vertreiben.
Die Autorin hat ein humorvolles Kinderbuch geschrieben. Der Schriftstil ist kindgerecht, lieicht verständlich und voller Phantasie.
Petronella lässt sich eine Menge einfallen. Doch die Zwillinge Luis und Lea erkunden fleißig weiter den Garten, der zur Mühle gehört.
Petronella leibt diesen Garten. Er ist voller Leben. Sie selbst wohnt in der Krone eines Apfelbaumes.

„...Uralte Apfelsorten hatten hinter seinen Zäunen überlebt. Hier wwuchsen Herbstprinz, Winterrenette oder der Altländer Pfannkuchenapfel…“

Eines Tages lässt Petronella ihre Strickleiter hängen. Schneller als sie gucken kann, sind die Zwillinge vor ihrer Tür. Petronella stellt fest, dass die beiden anders sind als erwartet. Sie achten die Natur und sind für Überraschungen offen.
Petronella freundet sich mit ihnen an. Zusammen erleben sie eine Menge.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen.

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