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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.04.2026

Wenn die Wahrheit anden Tag tritt ...

Weil wir nichts wussten
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„...Wer sein Herkunft nicht kennt, hat keine Vergangenheit, da ist niemand, der einem sagen kann, wer man war und woher man kam. Es ist, als wäre man nie ganz vollständig…“

So geht es einer jungen Frau ...

„...Wer sein Herkunft nicht kennt, hat keine Vergangenheit, da ist niemand, der einem sagen kann, wer man war und woher man kam. Es ist, als wäre man nie ganz vollständig…“

So geht es einer jungen Frau in dem Buch, deren wirklichen Namen ich nicht erfahre. Ab und an wird sie Lisa genannt. Den Name hätte ihr der Vater gegeben.
Der Autor hat eine bewegende Familiengeschichte geschrieben. Der Schriftstil ist gut ausgearbeitet. Er bringt die Probleme auf den Punkt und sorgt für eine latente innere Spannung.
Lukas ist Journalist. Tagtäglich erlebt er, dass die Welt in Unruhe ist. Er braucht eine Pause. Bevor er sich um sein neues Haus kümmert, kehrt er nochmals in seinen Heimatort zurück.
Lukas` Familie besitzt ein Juweliergeschäft. Das ist nun in der Hand seines älteren Bruders Leopold. Schnell wird deutlich, dass in der Familie die Mutter alle Fäden in der Hand hatte. Sie hatte das Geschäft mit in die Ehe gebracht und bestimmte, wo es lang geht. Deshalb hat Leopold nun Probleme damit, dass sich seine Mutter zurückzieht. Das ist ungewöhnlich.
Sehr schnell wird klar, wie viel Wert die Mutter trotz allem auf Tradition legt. Leopold hat sich damit eingerichtet, Lukas ist ausgebrochen. Doch auch er kennt dunkle Zeiten, wo er sich fragt, ob sein Weg der Richtige war. Außerdem sind seit dem Selbstmord des Vaters noch Fragen offen.
In einem zweiten Handlungsstrang sucht eine junge Frau nach ihren Wurzeln. Sie lebt bei drei Pflegefamilien. Bitter war, dass ihre zweite Pflegemutter starb und ihr Mann daran zerbrach. Dort hatte sich das Kind aufgehoben gefühlt. Dann aber, bei der dritten Familie, kam es heftig.

„...Die Jahre dort hatte sie wie in einem Warteraum verbracht, von dem sie nicht wusste, ob sie je den Ausgang finden würde. Ein unendlich langer Aufenthalt, ein Mensch, abgestellt wie ein Gegenstand, ein elternloses Mädchen, allein gelassen…“

Lange bleibe ich als Leser im Unklarem, woher die junge Frau plötzlich weiß, wo sie nach ihren Wurzeln suchen muss.
Für Lukas ist die Zeit im Elternhaus auch eine Zeit der Selbstreflektion. Er fragt sich, wohin er im Leben will und wie viel ihm Judith, eine Freundin, wirklich bedeutet.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es zeigt, dass sich Familiengeheimnisse nicht ewig verstecken lassen. Es ist auch eine Geschichte von Schuld, die bedingt war durch Feigheit des Vaters und durch die Tatsache, dass die Meinung der Öffentlichkeit der Mutter wichtiger war als das Wohl eines Kindes.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Humorvolle Geschichten

Glücksmomente
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„...Glücksmomente finden sich überall, von Montag bis Freitag im normalen Alltagswahnsinn. Das Glück ist da, es will nur von uns aufgespürt werden…“

Mit diesen Worten lädt mich der Autor in sein Büchlein ...

„...Glücksmomente finden sich überall, von Montag bis Freitag im normalen Alltagswahnsinn. Das Glück ist da, es will nur von uns aufgespürt werden…“

Mit diesen Worten lädt mich der Autor in sein Büchlein ein. Darin hat er Geschichten gesammelt, die ungewöhnliche Momente des Alltags festhalten. Der Schriftstil ist leicht und locker und lässt sich flott lesen. Häufig schimmert ein feiner Humor durch. Auffallend sind dabei immer wieder kurze Sätze, die das Gesagte gekonnt komprimieren. Nehmen wir als Beispiel eine Szene beim Augenarzt.

Ehrlich: Erst kratze die Diagnose an meinem Ego. Wie? Schlecht lesen? Getrübter Blick? Knick in der Optik? Unscharf? Sehhilfe? Doch nicht ich! ...“

Die Geschichte sind an keine Zeit gebunden. Es sind Erinnerungen aus der Kindheit, die nachwirken, die Erlebnisse mit den eigenen Kindern oder Erfahrungen in Beruf und Partnerschaft. Der Autor ist schon weit in Deutschland herumgekommen. Auch das spiegelt sich in seinen Erzählungen wieder. Sein Optimismus, der in den Erzählungen steckt, strahlt auf den Leser aus.
In vielen Geschichten werden die Erkenntnisse, die das Erlebte beinhalten, mit Bibelversen, in kursiv gesetzt, unterstrichen.
Das Büchlein hat mir sehr gut gefallen. Es zaubert häufig ein Lächeln aufs Gesicht, steckt voller Hoffnung und macht Mut, Gottes Wirken in den kleinen Glücksmomenten des Alltags zu suchen und zu erkennen.

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Veröffentlicht am 11.04.2026

Ein Urlaub voller Überraschungen

Andere nennen es Urlaub
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„...Sie hatte nie im Luxus gelebt. Für Luis und sie reichte es immer so, dass sie auf nichts verzichten mussten…“

Netti ist alleinerziehende Mutter. Neben ihren Job als Schauspielerin gibt sie Kurse. ...

„...Sie hatte nie im Luxus gelebt. Für Luis und sie reichte es immer so, dass sie auf nichts verzichten mussten…“

Netti ist alleinerziehende Mutter. Neben ihren Job als Schauspielerin gibt sie Kurse. Außerdem arbeitet sie in einem Callcenter. Da aber wurde ihr gerade gekündigt. Die Arbeit macht nun eine KI. Außerdem fordert das Finanzamt eine Steuernachzahlung.
Die Autorin hat einen humorvollen Roman geschrieben. Was als amüsante Urlaubsgeschichte beginnt, erweist sich bald als komplexe Familiengeschichte. Der Schriftstil ist leicht und locker.
Netti braucht eine Pause. Deshalb kommt ihr das Angebot der Frau aus der Reiseagentur gerade recht. Ihr Neffe würde sie mit nach Triest nehmen. Dort könne sie in deren Wohnung ziehen und nach dem Rechten sehen.
Doch ihr 18jähriger Sohn hat andere Pläne. Da kommt ihre Schwester Ellen auf die Idee, dass sie ja ihren Vater Bruno mit auf die Reise nehmen könne. Er könnte in Triest seinen 80. Geburtstag feiern. Bruno ist hell begeistert.
Weniger begeistert ist Netti von ihrem Fahrer Giorgio. Er wirkt leicht genervt.

„...Netti versucht, ihn beruflich einzuordnen, denn seine Hände sehen nicht nach Autoschrauber aus. Hoffentlich ist er kein Lehrer, die wissen immer alles besser und haben auf alles eine Antwort…“

Netti hat zwar ihr Leben im Griff, ringt aber um Anerkennung des Vaters. Der lässt sich seit dem Tode seiner Frau ziemlich gehen. Netti hat nie die Achtung erhalten, die er ihrer Schwester Ellen zukommen lässt. Es war die Mutter, die Nettis berufliche Ambitionen unterstützt hat.
Die Reise erweist sich anfangs als amüsant. Dafür sorgen schon Brunos Kommentare. In Triest angekommen, zeigt sich, dass Bruno all die Orte aufsuchen möchte, die er damals auf der Hochzeitsreise mit seiner Frau besucht hat. Netti ahnt nicht, welche Überraschungen auf sie warten.
Das Buch hart mir sehr gut gefallen. Die Autorin zeigt, wie wenig die Kinder manchmal über ihre Eltern wissen. Außerdem ist es nie zu spät zu einem Neuanfang.

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Veröffentlicht am 10.04.2026

Spannend und abwechslungsreich

Gärten, Gift und kalte Rache
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...Wie friedlich die Welt doch sein konnte, dachte ich gerade, als Emma zu brüllen begann. Der Vogel hielt abrupt den Schnabel, der Zauber des Augenblicks verpuffte…“

Emma ist Paulines Nachbarin. Sie ...

...Wie friedlich die Welt doch sein konnte, dachte ich gerade, als Emma zu brüllen begann. Der Vogel hielt abrupt den Schnabel, der Zauber des Augenblicks verpuffte…“

Emma ist Paulines Nachbarin. Sie legt sich gerade mit einem Naturschützer an. Pauline kann ihn beruhigen.

„...Emma bellt, aber sie beißt nicht. Und wenn sie um sich schlägt, dann höchstens mit Worten…“

Die Autorin hat einen abwechslungsreichen Krimi geschrieben. Der Schriftstil ist fein ausgearbeitet. Er arbeitet gekonnt mit Vergleichen, steckt voller Ironie und zeigt ab und an eine Prise schwarzen Humor.
Beim Umgraben des Dorfangers finden die Frauen die Gebeine eines toten Hundes. Doch es sollte noch schlimmer kommen. Vor Paulines Haus liegt einige Tage später plötzlich ein Toter. Es ist Erich Kofler, der Revierjäger. Natürlich verdächtigt Hauptkommissar Hartmann sofort Pauline. Die will das nicht auf sich sitzen lassen und ermittelt mit ihrer besten Freundin Berta selbst. Paulines spitze Zunge bringt es wieder mal auf den Punkt, als sie den Arzt charakterisiert, der von Giftmord ausgeht.

„...Erfahrener Experte, dass ich nicht lachte. Die Trefferquote unseres Landarztes lag ähnlich hoch wie die eines Wetterfrosches…“

Natürlich blühen Klatsch und Tratsch im Dorf. Das nimmt noch zu, als es einen weiteren Toten gibt. Die Ermittlungen kommen nicht so recht voran, zumal Pauline auch private Probleme hat. Ihr Mann ist aus der Reha zurück und hat sich ziemlich verändert. Seine alten Hobbys interessieren ihn nicht mehr. Das lässt Pauline keine Ruhe. Ihr Kopfkino rotiert.
Sehr gut gefällt mir, dass ich an vielen Stellen über Pflanzen und ihre Gifte, aber auch über die Geschichte der Giftmorde informiert werde. Gleichzeitig lerne ich an Paulines Seite das Einmaleins der Gartenarbeit kennen.
Ab und an sind von der ehemaligen . Lehrerin auch systemkritische Worte zu hören.

„... Konsequent inkonsequent, so ließ sich unser Zeitgeist am besten beschreiben. Damit kam man besser durchs Leben als mit Haltung, Anstand und Moral…“

Im Anhang des Buches gibt es nochmals ausführlich Informationen über die Pflanzen, die nhier als Mordcocktail genutzt wurden.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Ermittlung und Wissensvermittlung passen perfekt zusammen.

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Veröffentlicht am 10.04.2026

Bewegende Geschichte

Unless you trust
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„...Ja, die Zukunft kann wirklich gut werden, dachte sie und spürte das nervöse Kribbeln in ihrer Magengegend, das sich immer dann breitmachte, wenn sie von diesen lieben Menschen umgeben war, die mittlerweile ...

„...Ja, die Zukunft kann wirklich gut werden, dachte sie und spürte das nervöse Kribbeln in ihrer Magengegend, das sich immer dann breitmachte, wenn sie von diesen lieben Menschen umgeben war, die mittlerweile ihre neue kleine Welt bildeten…“

Miri hat ihre Volleyballkarriere hinter sich gelassen und will sich in Malaga ein neues Leben aufbauen. Obige Gedanken kommen ihr bei Carlys Geburtstag. Carly ist diejenige, die immer ein offenes Ohr für Miri hat.
Die Autorin hat einen bewegenden Jugendroman geschrieben. Er spiegelt das Auf und Ab des Lebens wieder und schließt zeitnah an Teil 1 an. Hier ist es günstig, wenn man den Vorgängerband kennt. Der Schriftstil ist leicht verständlich und lässt sich flott lesen.
Miri bringt sich mit ihrem Hobby in einer Flüchtlingseinrichtung ein. Sie spielt mit den Kindern Volleyball. Deshalb trifft es sie hart, als sie erfährt, das die kleine Yara mit ihrer syrischen Familie nicht bleiben darf. Miri möchte ihr helfen. Doch die Chancen stehen schlecht.
Noch aber sucht Miri ihren eigenen Weg im Leben. Immer wieder kommen ihr Zweifel.

„...War es die richtige Entscheidung, all dem den Rücken zu kehren? Wird es auf die Dauer ausreichen, mit ein paar Kindern zu spielen, nachdem ich so kurz davor war in die Welt der ganz Großen einzutauchen? Was, wenn ich es irgendwann bereue?…“

Auch das zarte Pflänzchen Glauben muss noch wachsen. In vielen ist sich Miri unsicher. Dann erscheint ihre Cousine Anabell, um ein halbes Jahr in Malaga zu studieren. Sie zieht in Miris WG und sorgt für Belebung. Partys und Alkohol gehören dazu. Miri lässt sich mitreißen.
Als es auch noch zu Missverständnissen mit ihrem Freund Max kommt, steht ihr Leben auf dem Kopf.
Nach einer Flutkatastrophe arbeiten beide im betroffenen Gebiet. Hier gibt es Gelegenheit zu ernsthaften Gesprächen. Als es haarig wird, brechen bei Miri alte Wunden wieder auf. Es ist Max´ Glaube, der sie die Hoffnung nicht verlieren lässt.
Gerade im letzten Teil des Buches wird deutlich, wie Miri um ihren Glauben ringt. Glauben hat mit Vertrauen zu tun und genau das fällt Miri nicht leicht. Hier ist es Carly, die sie immer wieder aufbaut.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es spiegelt die Problem der jugendlichen Leser, die auf der Suche nach dem eigenen Weg sind. Es zeigt, dass es auch heute noch Wunder gibt und sich manchmal Wege öffnen, mit denen man nicht gerechnet hat.

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