Platzhalter für Profilbild

Leseigel

Lesejury Profi
offline

Leseigel ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Leseigel über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.10.2019

Das Böse wohnt nebenan

Tagebuch meines Verschwindens
0

Ormberg, ein vergessener, trostloser Ort irgendwo in Schweden. Bei dem Versuch einen Cold Case - das Skelett eines kleinen Mädchens wurde vor Jahren dort im Wald gefunden - aufzuklären, verschwindet der ...

Ormberg, ein vergessener, trostloser Ort irgendwo in Schweden. Bei dem Versuch einen Cold Case - das Skelett eines kleinen Mädchens wurde vor Jahren dort im Wald gefunden - aufzuklären, verschwindet der ermittelnde Kriminalbeamte Peter. Seine Partnerin Hanne wird verletzt und völlig verstört aufgefunden. Sie kann sich an nichts erinnern. Bei der Suche nach Peter findet die Polizei die Leiche einer Frau. Hängen die Fälle zusammen ? Haben die Bewohner des nahe gelegenen Flüchtlingswohnheims damit zu tun ? Der 15jährige Jake könnte Licht ins Dunkel bringen, aber dann müsste er sein eigenes Geheimnis verraten.
Die Autorin lässt die Ereignisse abwechselnd durch die drei Hauptbeteiligten berichten, als dies sind die Polizistin Malin, der Junge Jake und die Profilerin Hanne. Das ist zu Beginn etwas mühsam, weil mir die Zusammenhänge nicht klar waren. Zugleich bietet es Raum für zahlreiche Spekulationen. Die Erzählweise ist unaufgeregt. Wer blutige Details erwartet, wird enttäuscht sein. Meine Lieblingspersonen waren Jake und Hanne. Ein wenig fühlte ich mich an den Film "Harald und Maude" erinnert. Jake entwickelt sich im Laufe des Buches vom schüchternen, gemobbten Sonderling zum Helden, der sich seinen Ängsten stellt. Hanne mit ihrem Gedächtnisverlust fand ich sehr anrührend. Der Schrecken des Krimis enthüllt sich schleichend, bis er eine Dimension annimmt, die ich so nicht erwartet habe. Die Erklärung für die Morde hat mich fassungslos gemacht und ein Gefühl der Übelkeit erregt. Leider bin ich davon überzeugt, dass sie durchaus realistisch ist. Wer sich für Krimis begeistert, die sich gemächlich entwickeln und eher subtil sind, wird vom Buch begeistert sein.

Veröffentlicht am 06.10.2019

Die Geschichte um Sophia und das geheimnisvolle Buch geht weiter

Die Handschrift des Teufels
0

Sophia hat den Magister Heinrich Fuchs geheiratet, da sie ihren ehemaligen Verlobten Niklas für tot hält und einen Vater für das Kind braucht, das sie erwartet. Obwohl Sophia und Heinrich weiterhin versuchen ...

Sophia hat den Magister Heinrich Fuchs geheiratet, da sie ihren ehemaligen Verlobten Niklas für tot hält und einen Vater für das Kind braucht, das sie erwartet. Obwohl Sophia und Heinrich weiterhin versuchen , das geheimnisvolle Buch zu entschlüsseln, scheint das Leben der beiden in ruhigeren Bahnen zu verlaufen. Doch der Schein trügt. Der Stadtschreiber Wolf Schumann betreibt im Hintergrund seine Intrigen, um in den Besitz des gelüfteten Buchgeheimnisses zu kommen.
Das vorliegende Buch ist die Fortsetzung von "Die Fallstricke des Teufels". Ich kenne diesen Band nicht, das hat aber mein Lesevergnügen nicht gestört. Die Autorin hat die notwendigen Informationen geschickt in die aktuelle
Handlung eingefügt. Die Geschichte ist sehr abwechslungsreich. Ständig passiert etwas, das den Handlungsverlauf ändert. Nebenbei werden geschichtliche Informationen wie über das Leben der Flößer gegeben, die ich sehr interessant fand .Im Mittelpunkt der Geschichte steht Sophia, die unbedingt das Rätsel um den Buchinhalt lösen will. Sie hofft, dass sich ein Mittel gegen die Pest darin verbirgt. Dafür ist sie auch bereit, ihr persönliches Glück zu opfern. Ihr Gegenspieler ist der intrigante Stadtschreiber Schumann, dem jedes Mittel recht ist, die Informationen aus dem Buch in seinen Besitz zu bekommen. Er verspricht sich ein Mittel, um ewig zu leben. Ich konnte Schumann von Herzen nicht leiden. Das Buch erzählt eine in sich abgeschlossene Geschichte. Dennoch bleiben einige Fragen offen und die Handlung bricht etwas unvermittelt ab. Das ist der Tatsache geschuldet, dass es eine Fortsetzung geben wird. Auf jeden Fall ist das Buch sehr schön zu lesen und ich hatte einige spannende und sehr unterhaltsame Lesestunden.

Veröffentlicht am 06.10.2019

Tod eines Musikers

Absoluternullpunkt
0

Maik de Wytt, Sänger einer Band, wird während eines Konzerts auf der Bühne getötet. Hauptkommissar Richard Tackert nimmt die Ermittlungen auf. Die Nachforschungen treten schnell auf der Stelle. Als Tackert ...

Maik de Wytt, Sänger einer Band, wird während eines Konzerts auf der Bühne getötet. Hauptkommissar Richard Tackert nimmt die Ermittlungen auf. Die Nachforschungen treten schnell auf der Stelle. Als Tackert einem neuen Ansatz nachgeht, schweigen die mutmaßlichen Zeugen oder sind nicht auffindbar. Nur so viel scheint sicher, dass Rache das Motiv ist.
Der Krimi hat mir ausgesprochen gut gefallen. Die Handlung war spannend und mit einigen überraschenden Wendungen versehen. Da das Geschehen aus Sicht des Ermittlerteams geschildert wird, konnte ich wunderbar mit rätseln. Zum Schluss wurde die Beweiskette schlüssig dargelegt und auch das Motiv hat mich überzeugt. Ich muss gestehen, mit dem Täter hatte ich allerdings nicht gerechnet. So war die Spannung bis zum Ende gegeben. Vollkommen begeistert war ich von Hauptkommissar Tackert. Die kurzen Einschübe seines Privatlebens trugen zu meiner Erheiterung bei und waren eine schöne Auflockerung zum spannenden Fall.
Das Buch ist in meinen Augen ein solider Krimi, der mit seinem Spannungsbogen gewürzt mit der richtigen Menge an Humor gut unterhält.

Veröffentlicht am 03.10.2019

Ein Serienmörder geht um unter norddeutschen Juristen

Die Blutspur der Justitia
0

Ein Mörder tötet scheinbar wahllos Rechtsanwälte, Richter und Staatsanwälte. Er drapiert die Leichen in Hünengräbern und heftet ihnen den juristischen Amtseid an. Die leitende Hauptkommissarin van Busche ...

Ein Mörder tötet scheinbar wahllos Rechtsanwälte, Richter und Staatsanwälte. Er drapiert die Leichen in Hünengräbern und heftet ihnen den juristischen Amtseid an. Die leitende Hauptkommissarin van Busche und ihre Kollegen stehen vor einem Rätsel. Es beginnt die ermüdende Ermittlungsarbeit. Der Erfolgsdruck ist hoch, rechnet man doch mit weiteren Opfern und die Presse heizt die Atmosphäre zusätzlich an.
Die Autoren erzählen die Geschichte auf drei verschiedenen Ebenen. Den größten Raum nimmt die Schilderung der Ermittlungsarbeit ein. Das fand ich spannend und ich konnte mich gut rein finden. Parallel dazu kommt der Täter zu Wort. Dieses Stilelement gefiel mir gut, weil es die Spannung erhöhte und Einblicke in die Gedankenwelt des Täters gab. Der dritte Handlungsstrang schildert Ereignisse um den Privatermittler Gromow, die vor 5 Jahren passiert sind. Dieser Teil trug eher zu meiner Verwirrung bei und ich konnte den Bezug zu den aktuellen Vorgängen nur bedingt erkennen. Da eine Vielzahl von Ermittlern agiert, war es mir nicht möglich, mich mit jemanden zu identifizieren , was ich persönlich schade finde, weil ich dann weniger in die Handlung eingebunden bin. Bei der Auflösung des Falles bin ich gespalten. Das Schicksal des Mörders hat mir gut gefallen. Die Person des Täters hat mich dagegen eher geärgert, da er in meinen Augen aus dem Nichts auftaucht. Mein Fazit fällt entsprechend teil, teils aus. Der Aufbau des Falles und die Ermittlungen haben mir gut gefallen. Das war spannend gemacht und gut zu lesen. Die Rückblicke in die Vergangenheit erscheinen mir überflüssig und haben für mich den Spannungsbogen unterbrochen. Beim Täter hätte ich mir eine Einbindung in die Handlung über seine Funktion als Mörder hinaus gewünscht.

Veröffentlicht am 03.10.2019

Vom Arme-Leute-Kind zur Kämpferin für soziale Gerechtigkeit

Die Hafenschwester (1)
0

Hamburg 1892. Die Cholera wütet in der Stadt. Martha, gerade 14 und Tochter eines Hafenarbeiters, verliert ihre jüngere Schwester und ihre Mutter durch die Epidemie. Der Vater ertränkt seinen Kummer in ...

Hamburg 1892. Die Cholera wütet in der Stadt. Martha, gerade 14 und Tochter eines Hafenarbeiters, verliert ihre jüngere Schwester und ihre Mutter durch die Epidemie. Der Vater ertränkt seinen Kummer in Alkohol. Nun muss Martha für sich und den jüngeren Bruder sorgen. Sie beginnt eine Tätigkeit als Hilfskrankenwärterin und schafft es durch ihren Fleiß und Intelligenz soziale Schranken zu überwinden und einen Ausbildungsplatz zur Krankenschwester zu bekommen. Entgegen herrschender Vorurteile und Anfeindungen von Kollegen absolviert Martha die Ausbildung mit Erfolg. Ihr weiterer Weg scheint vorgezeichnet. Wenn sie ihre soziale Herkunft vergessen könnte und wenn da nicht dieser junge Mann wäre, der ihr Herzklopfen bereitet.
Ich lese, um vom Alltag abzuschalten und möchte mich dabei gut unterhalten lassen. Und wenn ich dann noch meine Geschichtskenntnisse erweitern kann, ist mein Glück perfekt. Der Roman erfüllt meine Erwartungen an ein gutes Buch in jeder Beziehung. Choleraepidemie, Hafenarbeiteraufstand und die erbärmlichen sozialen Verhältnisse schildert die Autorin so anschaulich, dass ich das Gefühl hatte, ich sei mittendrin. Die Protagonistin Martha hatte ich von der ersten Seite an ins Herz geschlossen. Sie verkörpert perfekt ein junges Mädchen aus den unteren sozialen Schichten, die mit Herz, Verstand und ganz viel Mut ihren Lebenstraum verwirklicht. Ich habe mit ihr gelitten und war stolz auf ihre Erfolge.
Das Buch erhält von mir 5 Sterne plus und eine überzeugte, uneingeschränkte Leseempfehlung.