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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.06.2026

Spannende Fragen des Strafrechts unterhaltsam beleuchtet

Feine Risse
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Eva Herbergen , Strafverteidigerin und ihr Ehemann Peter sind in einem Alter, in dem man beginnt , sich aus dem Berufsleben zurückzuziehen. Eva übernimmt nur noch vereinzelt Fälle, an denen sie mich teilhaben ...

Eva Herbergen , Strafverteidigerin und ihr Ehemann Peter sind in einem Alter, in dem man beginnt , sich aus dem Berufsleben zurückzuziehen. Eva übernimmt nur noch vereinzelt Fälle, an denen sie mich teilhaben lässt. So reiht sich Episode an Episode und jedes Mal wird ein besonderer Aspekt des Strafrechts in den Vordergrund gestellt. Das beginnt mit einem Fall, in dem ein Kind durch einen alkoholisierten Fahrer ums Leben kommt über einen tödlichen Unfall bei einer geführten Bergtour bis hin zu der Entführung eines Unternehmersohnes , dessen Entführer beharrlich schweigt. Ich fand es interessant, Evas Gedankengängen zu folgen und was sie unternimmt, um ihren Mandanten zu helfen. Dabei hält sie sich stets an die Regeln. Gut fand ich, dass auch die Opferseite eine Stimme hat. Jeder Fall bietet Anlass zur Diskussion und gibt Einblicke in menschliche Abgründe.

Der rote Faden im Buch ist die innige Beziehung des Paares und ein Geheimnis aus Peters Vergangenheit. Mein persönliches Highlight waren Evas und Peters Gespräche über die Veränderungen, die das Alter mit sich bringt, wie sich Wahrnehmung und persönliche Bedürfnisse verändern. Vielleicht lag es daran, dass es nah an meiner Lebenswirklichkeit ist.

Der Roman hat mich mit seiner Erzählweise überrascht, die ich als passend und gut gewählt empfunden habe . Dabei war er unterhaltsam und stimmt auf angenehme Weise nachdenklich.

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Veröffentlicht am 08.06.2026

Welchen Preis bist Du bereit, für Deinen Traum zu zaheln ?

She’s a Star!
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Jessamyn weiß seit sie 19 ist, dass sie bald ein großer Musicalstar sein wird. Nun ist sie 26 und arbeitet als Platzanweiserin in einem Theater. Aber sie lebt weiter ihren Traum. Dafür hat sie sich mit ...

Jessamyn weiß seit sie 19 ist, dass sie bald ein großer Musicalstar sein wird. Nun ist sie 26 und arbeitet als Platzanweiserin in einem Theater. Aber sie lebt weiter ihren Traum. Dafür hat sie sich mit ihrem Vater überworfen, sich mit Männern eingelassen und Geld für Gesangsstunden ausgegeben, das sie eigentlich nicht hat. Nun sieht sie ihre Stunde gekommen, denn das Theater plant die Inszenierung des Musicals Sound of Music Die Hauptrolle der Maria ist ihr auf den Leib geschrieben. Das wird ihr Durchbruch ! Statt auf der Bühne findet sich Jessamyn in der Rolle der Betreuerin der Kinderdarsteller wieder. Und sie ist sicher, das muss ein Missverständnis , eine Intrige sein und sie wird sich ihre Chance nicht nehmen lassen.

Die Autorin lässt Jessamyn ihre Geschichte selbst erzählen und so erhalte ich tiefe Einblicke in ihre Gedankenwelt und wie sie ihre Umwelt wahrnimmt. Ich glaube, ich habe noch nie einen Roman gelesen, in dem mir die Hauptperson so unsympathisch war wie hier. Jessamyn lebt in ihrer eigenen Welt, deren Mittelpunkt und einzige Quelle des Glanzes sie selbst ist. An ihren Mitmenschen lässt sie kein gutes Haar, wenn sie sie als Konkurrenz wahrnimmt, was sie eigentlich bei allen tut. Andere manipuliert sie, wenn sie sich einen Nutzen davon verspricht. Empathie ist ein Fremdwort für sie. So verwundert es nicht, dass sie keine wirklichen Freunde hat.

Ich war zuerst fasziniert von dieser verstörenden Persönlichkeit, dann abgestoßen, fassungslos, wütend und entsetzt. Erst gegen Ende regt sich bei mir etwas Mitleid und ein Anflug von Verständnis. Ich bin nicht einmal sicher, ob mich das Buch gut unterhalten hat. Musss wohl aber so sein, denn ich konnte nicht aufhören zu lesen. Die Geschichte war so völlig außerhalb meiner eigenen Lebenswirklichkeit . Das Ende musste zwangsläufig so kommen.

Was mich aber zeitweise gestört hat, Jessamyns Sichtweise wird in meinen Augen zu oft wiederholt. Das ergab für mich zwischendurch ein Gefühl von Langeweile, bis ein neuer Aspekt sichtbar wurde.

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Veröffentlicht am 30.05.2026

Tödlicher Reitunfall

Vino, Mord und Bella Italia! Folge 9: Der letzte Ausritt
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Anna ist voller Vorfreude, denn ihr bester Freund Malte kommt endlich zu Besuch. Zuvor besucht sie zusammen mit Tameo den Reiterhof La Selva, weil Tameo ihr unbedingt die Pferde zeigen will. Dort wird ...

Anna ist voller Vorfreude, denn ihr bester Freund Malte kommt endlich zu Besuch. Zuvor besucht sie zusammen mit Tameo den Reiterhof La Selva, weil Tameo ihr unbedingt die Pferde zeigen will. Dort wird Anna Zeugin eines unangenehmen Auftritts des arroganten Lorenzo, der kurz darauf tot ist. Und so findet sich Malte nach seiner Ankunft plötzlich als undercover Agent auf dem Reiterhof wieder, denn die Mitarbeiter und die Inhaberin sind alle verdächtig und lügen offensichtlich. Besondere Brisanz erhält der Fall, weil Tameos Onkel Cristiano zu den Hauptverdächtigen zählt. Eine Katastrophe für den liebenswerten Tameo, die einem schier das Herz bricht. Die Ergreifung des Täters gelingt nur durch einen veritablen Teufelsritt, der einem den Atem stocken lässt. Erneut kann mich das Autorenduo durch einen spannenden und ungewöhnlichen Fall überraschen und fesseln. Auch fand ich die Ermittlungen dieses Mal besonders emotional. Das beginnt mit einer ungewohnt romantischen Beschreibung des Reiterhofes. Gefreut habe ich mich über Maltes Besuch, der mit der Hoffnung verbunden ist, dass er sich entschließt, in Fontenaia zu bleiben. Tameo, den ich aufrichtig ins Herz geschlossen habe, hat für einige Taschentuchmomente gesorgt. Die Ereignisse, die zur Festnahme des Täters führen, haben meinen Blutdruck in die Höhe getrieben. Was mir sehr gut gefällt, sind die Konstanten, die in keiner Folge fehlen dürfen. Deshalb war die Freude groß, dass das Buch wieder mit einem verdienten und versöhnlichen Fest endet. Die Reihe macht jedes Mal mehr Spaß und überrascht mit nicht alltäglichen Fällen.

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Veröffentlicht am 26.05.2026

Unterhaltsam, bissig und humorvoll

Wiener Wedding Killer
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Gut, dass ich schon verheiratet bin, denn nach dieser Lektüre hätte ich es mich sicher nochmals überlegt. Mir war nicht bewusst, wie lebensgefährlich Heiraten sein kann. Das beginnt schon mit der Auswahl ...

Gut, dass ich schon verheiratet bin, denn nach dieser Lektüre hätte ich es mich sicher nochmals überlegt. Mir war nicht bewusst, wie lebensgefährlich Heiraten sein kann. Das beginnt schon mit der Auswahl des jeweiligen Partners. Rachsüchtige Schwägerinnen, kriminelle Verwandtschaft, Verlobte, die eine fragwürdige Vergangenheit haben oder irgendwie zwischen die feindlichen Linien geraten sind, das alles habe ich nie bedacht. Da ist ein aus dem Ruder laufender Junggesellenabschied schon fast ein heiteres Erlebnis.

Die einzelnen Geschichten sind bissig auf den Punkt und bedienen auf humorvolle Weise Klischees. Wenn auch nicht immer ganz korrekt, konnte ich bestens darüber lachen . Ich war verblüfft, welche Wege das Schicksal gehen kann und wurde bei der Suche nach den Tätern sehr gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 24.05.2026

Berührende Geschichte über mutige Frauen und Freundschaft

Der Club der Unbeugsamen
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Die elfjährige Meg wird von ihrer Mutter Charlie allein zurückgelassen und Tage später ins Waisenhaus von Oxford, Mississippi gebracht, das von Garnett Pittman geleitet wird. Garnet ist eine bigotte, verbitterte, ...

Die elfjährige Meg wird von ihrer Mutter Charlie allein zurückgelassen und Tage später ins Waisenhaus von Oxford, Mississippi gebracht, das von Garnett Pittman geleitet wird. Garnet ist eine bigotte, verbitterte, heuchlerische, herzlose Frau, die Meg mit unerklärbaren Hass verfolgt und dem Mädchen das Leben zur Hölle macht.

Birdie lebt mit Mutter und Oma in einem kleinen Kaff im Mississippi- Delta. Sie ist die einzige, die ein wenig Geld verdient, aber nicht genug, um die Familie auf Dauer vor der drohenden Zwangsversteuerung des Hauses zu bewahren. Birdies Schwester Frances, die reich geheiratet hat und in Oxford wohnt, ist ihre letzte Rettung. Birdie macht sich auf, sie um Geld zu bitten.

Mit Birdies Ankunft in Oxford beginnt eine so berührende und dabei fesselnde und oft auch humorvolle Geschichte, dass ich gar nicht mehr mit Lesen aufhören wollte.

Meine Lieblingsfiguren waren ganz klar Birdie und Meg. Birdie ist eine herzensgute Person ohne großes Selbstbewusstsein. Immer stand sie im Schatten ihrer schönen und umschwärmten Schwester Frances. Frances war eine der Personen, die mich rasend gemacht hat mit ihrer Ignoranz und Überheblichkeit. Birdie versucht alles, um sie vor unliebsamen Wahrheiten zu beschützen. Selbst als Birdie mit ihren unkonventionellen Methoden , Geld für das Überleben aller ihr am Herzen liegenden Personen, riskiert, ins Gefängnis zu kommen, straft Frances sie mit Verachtung. Denn auch bei Frances ist das Geld knapp und der Ruin scheint unausweichlich. Durch die unerwarteten Herausforderung, möglichst schnell und viel Geld zu verdienen, gewinnt Birdie an Selbstbewusstsein.

Meg gehört zu den Menschen, die Birdie retten will. Meg ist trotz der schlimmen seelischen Verletzungen immer noch voller Optimismus, dass man sie einfach lieben muss. Meine Hassfigur war Garnett , an der ich beim besten Willen nichts gutes entdecken konnte.

Eingebettet ist die Handlung in die Wirtschaftskrise in den 30iger Jahren im Süden der USA, die viele Farmer in den Ruin getrieben hat. Die Auswirkungen wurden sehr anschaulich dargestellt und bilden die Erklärung von vielem, was heute zum Glück undenkbar ist. Für mich erschütternd und Anlass für unbändige Wut, war der verächtliche Umgang mit den Frauen, besonders wenn sie arm waren oder nicht reine Weiße. Sie waren Menschen zweiter Klasse und wurden oft als schwachsinnig diffamiert. Auch das wird sehr anschaulich thematisiert.

Bei aller Dramatik und Schrecken endet der Roman zu meiner Freude hoffnungsvoll. Für mich war es ein tolles Leseerlebnis, das mich berührt und aufs beste unterhalten hat.

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