Brückenschlag zwischen Japan und der Bretagne
Nachdem die Kamelieninsel-Reihe lange Zeit mein Favorit unter den Büchern der wunderbaren Tabea Bach war, hat sie sich mit der Kamelienhaus-Fortsetzung selbst den Rang abgelaufen. Bereits zum zweiten Mal ...
Nachdem die Kamelieninsel-Reihe lange Zeit mein Favorit unter den Büchern der wunderbaren Tabea Bach war, hat sie sich mit der Kamelienhaus-Fortsetzung selbst den Rang abgelaufen. Bereits zum zweiten Mal bin ich nun in eine Welt eingetaucht, in der sich mehrere Generationen voller Liebe dem Gewächs der Kamelien widmen.
Mutter Sylvia und Vater Maël (die Protas der ersten Staffel) halten die Stellung in der Bretagne, wo sich das mittlerweile etablierte Kosmetikunternehmen unerwarteter Konkurrenz ausgesetzt sieht. Derweil hat Tochter Lucy auf der japanischen Insel Soshima harte Kämpfe für die dortige Kamelienöl-Manufaktur auszufechten, um die es wirtschaftlich nicht zum Besten steht.
Der Roman umfasst eine wundervolle Fülle von Themen, die in einer Rezension gar nicht alle angesprochen werden können. Beim Lesen wirkt die Erzählung aber keinen einzigen Moment überfrachtet, sondern immer wieder staune ich über die Vielfalt der abgedeckten Bereiche: Da darf ich die wundersame Natur auf Soshima genießen, mich mit der Kultur dort vertraut machen, muss mich mit Lucy aber auch ganz realen Alltagsproblemen aus einem Unternehmen stellen. Zugleich beschenkt uns die Autorin mit nicht nur einer wunderschönen Liebesgeschichte, sondern gleich mehrere Herzen finden zueinander.
Dabei gibt Tabea Bach niemals die Fäden aus der Hand, sondern die Story ist im genau richtigen Erzähltempo aufgebaut, lässt schwelgen und vor Spannung die Luft anhalten, vermittelt große Gefühle genauso überzeugend wie actionreiche Szenen. Für mich ganz große Erzählkunst, die mich beim Lesen glatt vergessen hat lassen, dass Orte und Charaktere nur fiktiv sind.
Von mir gibt es eine Herzensempfehlung, und ich warte sehnsüchtig auf den Winterband, der schon im Herbst erscheinen wird.