Profilbild von Europeantravelgirl

Europeantravelgirl

Lesejury Star
offline

Europeantravelgirl ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Europeantravelgirl über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.01.2026

Eingesperrt auf Hegemony Manor

The Blackgate Invitation
0

Die Zwillinge Ruby und Wren arbeiten eigentlich nur auf einem Markt, um sich Geld fürs College zu verdienen. Doch dann macht ihnen die ältere Frau Marsyas ein unschlagbares Angebot: sie sollen sich gegen ...

Die Zwillinge Ruby und Wren arbeiten eigentlich nur auf einem Markt, um sich Geld fürs College zu verdienen. Doch dann macht ihnen die ältere Frau Marsyas ein unschlagbares Angebot: sie sollen sich gegen eine hohe Bezahlung einen Abend lang als deren Enkel Lavinia und Kaysa ausgeben. Natürlich nehmen die beiden an und tauchen ein paar Tage später in eleganter Abendkleidung vor Hegemony Manor auf. Dann entdecken die beiden, dass das in Wahrheit ein wichtiges Treffen von Hexen ist! Doch die mächtigste davon wird ermordet, Marsyas verschwindet und ein tödliches Spiel beginnt, für das sie in 3 Tagen magische Relikte finden müssen, da sie sonst für immer auf dem Grundstück gefangen sind. Und als ob das schon nicht genug wäre, müssen sie auch noch ihre wahre Identität geheim halten.

Das Buch beginnt sehr spannend und schön geschrieben. Dies ändert leider im Laufe des Buches, da es dann hauptsächlich noch aus Dialogen besteht. Mir hat die Geschichte zunächst sehr gut gefallen, doch leider haben mich später gewisse Dinge enttäuscht, etwa dass man zum Beispiel bei den Rätseln gar nicht wirklich miträtseln konnte, sondern diese sehr spezifisch waren, so dass man die Lösung nicht einmal erahnen konnte.

Durch die zwei Perspektiven von Ruby und Auden hat man aber mehr von den verschiedenen Perspektiven- Mensch und Hexer- erfahren und es hat die ganze Story vielschichtiger gemacht.

Das Buch scheint für eine Zielgruppe geschrieben sein die ich zuerst als mittleres Teenageralter eingeschätzt habe, also 14-15 Jahre. Doch dann kamen zum Teil auch brutalere Szenen, oder es wurden einfach gewaltsame Dinge erwähnt, weswegen ich jetzt nicht sicher bin, wer die wirkliche Zielgruppe ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.01.2026

Hochspannung und bedrohliche Atmosphäre

Das Internat
0

An Halloween stirbt ein Mädchen am Turm im Wald. Sie war Schülerin des nahen Internats und ist auffallend kostümiert und drapiert und erinnert in entsetzlicher Weise an die Horrorgeschichte von Sally in ...

An Halloween stirbt ein Mädchen am Turm im Wald. Sie war Schülerin des nahen Internats und ist auffallend kostümiert und drapiert und erinnert in entsetzlicher Weise an die Horrorgeschichte von Sally in the wood. Schnell ist klar, dass ein Mörder frei herumläuft.
So brutal die Ausgangslage klingt, handelt es sich dennoch nicht um einen reißerischen oder blutrünstigen Thriller, sondern die Stärke der Geschichte liegt in der beklemmenden Atmosphäre und im Spannungsbogen, der bis zum Zerreißen gespannt wird. Ich habe beim Lesen wirklich mitgefiebert. Dazu hielt die Story immer wieder Überraschungen parat, mit denen ich so gar nicht gerechnet habe.

Hauptsächlich dreht es sich um die drei Hauptcharaktere Ellie und ihre geschiedenen Eltern Ben und Rachel. Erzählt wird meistens aus der Sicht von Ben als ermittelndem Polizisten und Rachel als Psychologin des Internats, das auch ihre Tochter Ellie besucht. Obwohl es im Roman eigentlich um eine Gruppe von Jugendlichen geht, gewinnt die Erzählung durch die Sicht von Ben und Rachel eine erwachsene Perspektive. Hilfreich war auch die Karte in der Innenklappe.

Insgesamt hat mich der Thriller gefesselt und begeistert. Nur bei der Auflösung hätte ich mir ein bisschen mehr gewünscht. Das Ende konnte mit dem restlichen Buch leider nicht mithalten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.01.2026

Typischer zweiter Band mit Durchhänger

The Things Gods Break – Schattenverführt
0

Achtung Spoiler! Wer Band 1 nicht gelesen hat, bitte nicht weiterlesen!

Nachdem Lyra das Crucible gewonnen und Hades zum König der Götter gemacht hat, wollten die beiden mithilfe der Büchse der Pandora ...

Achtung Spoiler! Wer Band 1 nicht gelesen hat, bitte nicht weiterlesen!

Nachdem Lyra das Crucible gewonnen und Hades zum König der Götter gemacht hat, wollten die beiden mithilfe der Büchse der Pandora endlich Persephone aus der Unterwelt befreien. Doch irgendetwas lief schief, und so findet sich Lyra plötzlich im Tartaros wieder. Nun ist auch sie gefangen im düstersten Teil der Unterwelt, und das ausgerechnet mit den üblen Titanen.

Und als wären die teilweise grausamen Prüfungen des Crucible nicht schon nervenaufreibend genug gewesen, muss Lyra feststellen, dass es tatsächlich einen Weg aus dem Tartaros zu geben scheint, doch dazu muss sie sieben Schlösser knacken und damit erneut sieben Prüfungen bestehen. Dieses Mal an ihrer Seite: Boone. Und die Titanen. Denn die scheinen nicht so brutal zu sein, wie von ihnen behauptet wird – oder doch?
Überhaupt ist dies das Leitmotiv dieses Bandes: Wer oder was ist was es scheint? Oder ist alles ganz anders? Oder eventuell wann anders? Und wem kann Lyra dann überhaupt noch vertrauen?

Die Komposition des Plots ist wahnsinnig raffiniert und erfordert beim Lesen stets höchste Konzentration. Allerdings musste ich feststellen, dass sich das Stilmittel schnell abnutzt. Ab einem gewissen Punkt herrschte nur noch Verwirrung, und diese Verwirrung zur Maxime zu erklären, machte die Lektüre äußerst mühsam. Für meinen Geschmack hätte man von dem über 700 Seiten umfassenden Buch locker 300 Seiten kürzen dürfen. So wurde es leider zäh, und das im ersten Band so euphorische Lesevergnügen flachte für mich mächtig ab. Erst auf den letzten 100 Seiten wurde es wieder richtig, richtig gut.

Für mich ein typischer zweiter Band mit Durchhänger, ehe es im dritten Band hoffentlich wieder fulminant weitergeht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.01.2026

Frecher Ratgeber mit Humor

Und Tschüss!
0

Ommmm – wie oft müssen wir im Alltag unser inneres Yoga anwerfen, während wir von Besserwissern, Nervensägen oder Mitleidsjunkies umringt sind. Ich liebe es, wie Heike Abidi die unterschiedlichen Typen, ...

Ommmm – wie oft müssen wir im Alltag unser inneres Yoga anwerfen, während wir von Besserwissern, Nervensägen oder Mitleidsjunkies umringt sind. Ich liebe es, wie Heike Abidi die unterschiedlichen Typen, die uns im alltäglichen Leben, aber auch auf Social Media begegnen, auf den Punkt bringt. Im ersten Moment klingt diese Kategorisierung natürlich ein wenig fies, aber dahinter steckt doch ein wichtiger Gedanke: Der Selbstschutz. Denn oft genug fühlen wir selbst uns schlecht, nur weil andere sich schlecht benehmen.

In kurzen und sehr ansprechend aufbereiteten Kapiteln werden die einzelnen Typen und Situationen pointiert und dennoch erschreckend lebensnah vorgestellt. Dazu erhalten wir Anleitungen und Checklisten an die Hand, wie man reagieren und solche exzessiven Dummbabbler an die Leine legen oder noch besser aus seinem Leben kicken kann.

Beim Lesen habe ich oft geschmunzelt. Oft genug ist mir das Lachen aber bitter im Halse stecken geblieben, denn sind wir mal ehrlich: Schwierige Menschen können einem das Leben wirklich zur Hölle machen. Mir haben die Denkanstöße, Analysen und Strategien tatsächlich wertvolle Impulse geschenkt und ich spreche gerne eine Leseempfehlung aus für diesen kurzweiligen, aber dennoch tiefgehenden und klugen Ratgeber.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 26.12.2025

Nein

Hazel sagt Nein
0

Es ist der erste Schultag des Abschlussjahres an ihrer neuen Highschool und Hazel wird zum Direktor beordert. Der macht ihr ein unmoralisches Angebot: Er garantiert ihr einen guten Abschluss und Zugang ...

Es ist der erste Schultag des Abschlussjahres an ihrer neuen Highschool und Hazel wird zum Direktor beordert. Der macht ihr ein unmoralisches Angebot: Er garantiert ihr einen guten Abschluss und Zugang zu ihrem Wunschcollege, wenn Hazel mit ihm schläft. Das macht er übrigens jedes Jahr so. Nach Momenten der Schockstarre sagt Hazel Nein und ergreift die Flucht.

Mit dieser Ausgangslage setzt Hazel eine Kettenreaktion in Gang und der Roman schildert die unabsehbaren Folgen, die dieses kleine, aber so bedeutsame Wort auslöst.
Die Coming-of-Age-Story beschränkt sich dabei keineswegs auf die Titelheldin, sondern nimmt ihre ganze Familie und ihr soziales Umfeld unter die Lupe und begleitet diese exemplarisch im Umgang mit den Demütigungen und der Katastrophe, die über sie hereinbrechen. Beleuchtet werden zahlreiche Aspekte des beengten Umfelds der Kleinstadt in Maine, der medialen Zwänge und der me-too-Bewegung, allerdings nicht in sezierender, analysierender Form, sondern eingebunden in einer romanhaften Sozialstudie und damit nicht so tief wie in einem Essay, aber in unterhaltender und dennoch packender Form. Diese ermöglicht, sich in die einzelnen Figuren zu versetzen und die Nöte, Ängste und Motivationen nachzufühlen. Da wären die Eltern, die selbst nicht wirklich im Leben angekommen sind, der Bruder, der jugendlich impulsiv handelt. Und vor allem Hazel, die von Selbstzweifeln so zerfressen ist, dass es beinahe schmerzt.

Ich fand die Handlungsführung dramaturgisch äußerst geschickt geführt. Wir durchleben Hazels schlimmste Stunden, erreichen mit ihr den absoluten Tiefpunkt und völliges Erstarren in Lethargie, ehe es eine wundersame Wendung gibt. Ja, diese mutet beinahe ein wenig märchenhaft an und wird zur Parabel, wenn es um die Frage des Wertes von Ruhm und Bekanntheit geht. Am Ende wirkt dieser Roman jedoch vor allem bekräftigend und stärkend und erhält daher von mir eine klare Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere