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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.07.2026

Viel mehr als nur der Große Wagen

Sterne finden ganz einfach
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In Sommernächten gibt es für mich kaum Schöneres als den Nachthimmel zu beobachten und nach Sternbildern abzusuchen. Da wir im Pfälzerwald wenig Lichtverschmutzung bei Nacht haben, kann man hier bei klarer ...

In Sommernächten gibt es für mich kaum Schöneres als den Nachthimmel zu beobachten und nach Sternbildern abzusuchen. Da wir im Pfälzerwald wenig Lichtverschmutzung bei Nacht haben, kann man hier bei klarer Sicht sogar die Milchstraße sehen. Aber ich habe auch schon Nächte in Dänemark oder gar im Monument Valley genutzt, um nach Sternbildern Ausschau zu halten.
Dieses Büchlein liefert zahlreiche Abbildungen der verschiedenen Sternbilder und Sterne, und zwar aufgeteilt in die jahreszeitlichen Himmelskarten und dann nochmal in Nord und Süd als Blickrichtung. Denn ja, z.B. das Sternbild Orion kann ich zwar erkennen, aber es erscheint bei uns nur in den Wintermonaten.
Einzelne Sternbilder sind herausgegriffen und erläutert, nämlich wie man sie findet, der mythologische Hintergrund und Facts zu Besonderheiten im jeweiligen Sternbild. Mir gefielen auf den Karten vor allem die Hinweise, wie man vom einen Sternbild zum nächsten findet. Das ist in der Praxis unheimlich hilfreich. Gearbeitet wird hier mit der Messmethode mit der eigenen Hand.
Teilweise fand ich die Karten aber ganz schön wimmelig; ich bin mir nicht sicher, ob damit eine Orientierung im Dunkeln geschafft werden kann. Denn natürlich muss man zum Nachschauen ein Leselicht benutzen und dann erst wieder die Augen an das Dunkel gewöhnen.
Insgesamt aber schön aufbereitet und unter dem Zusatz „Familie erlebt Natur“ vermarktet, was auch korrekt ist, denn Kinder allein wären mit diesem Buch und seiner Handhabung meines Erachtens überfordert. Dann lieber gemeinsam erkunden und entdecken.
Und eine Entdeckung gabs, die ich noch nicht kannte: Den „Weihnachtsbaumsternhaufen“! Den muss ich am Winterhimmel unbedingt ausfindig machen!

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Veröffentlicht am 22.07.2026

How to hide in plain sight

Unterwassertage – Wie man wieder sichtbar wird
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Achtung: Ich muss es gleich vorweg sagen, dies ist kein Wohlfühl-Sommerroman mit leichter Lovestory und einem schönen Wassercover. Wer Emma Noyes und vielleicht sogar ihren bewegenden Roman Guy´s Girl ...

Achtung: Ich muss es gleich vorweg sagen, dies ist kein Wohlfühl-Sommerroman mit leichter Lovestory und einem schönen Wassercover. Wer Emma Noyes und vielleicht sogar ihren bewegenden Roman Guy´s Girl kennt, erkennt schnell, dass sich hinter dem unbekümmert wirkenden Äußeren eine Geschichte voller Tiefgang verbirgt.
Genauso ist es mit Eliot. Von außen betrachtet ist sie die Jüngste einer Patchwork-Großfamilie, das Küken. Da wird gefrotzelt, gelacht und aktuell gemeinsam gefeiert.
Emma Noyes lässt uns aber in ihr Inneres blicken, und dieser Anblick ist beim Lesen manchmal kaum auszuhalten. Denn Eliot leidet unter einer Zwangsstörung. Nicht in der Art des ständigen Händewaschens. Nein, ihr Gehirn redet rund um die Uhr auf sie ein, redet ihr hässliche Dinge ein, lässt sie das Allerschlimmste von sich selbst glauben. Während Eliot nach außen still wirkt, tobt in ihrem Gehirn ein Shitstorm.
„Ich verband Glück nicht mit einem Gefühl der Fülle, sondern mit Leere. Mit Abwesenheit. Glück war für mich die Abwesenheit von Grübelei.“
Mir hat es beim Lesen mehr als einmal das Herz gebrochen, das Mädchen und später die junge Frau so an sich selbst leiden zu sehen. Ganz besonders, weil die Autorin offen damit umgeht, dass sie Ähnliches selbst erleidet und an einer solchen Zwangsstörung leidet. Ich war überwältigt von der Familienwucht, der Wucht von Eliots Grübelgedanken, und mehr als alles andere von der Hilflosigkeit und Ohnmacht. Es war eine sehr intensive, aufwühlende Lektüre, in der nur die eingeflochtene zarte Lovestory mit Manuel Stütze geboten hat. Manuel nimmt Eliot genau so an, wie sie eben ist, und das fühlte sich warm und tröstend an.
Mich hat dieser Roman gepackt, mir ins Herz gegriffen und mich zutiefst aufgewühlt, aber mir auch die Augen geöffnet. Große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 22.07.2026

Vanessas Gefühle

Been there, felt that
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Was hat mich zu diesem Buch greifen lassen?
Sowohl das ausdrucksstarke Coverbild als auch der Titel haben mich sofort angesprochen, vor allem jedoch der Disclaimer, der es anpreist für alle Frauen, die ...

Was hat mich zu diesem Buch greifen lassen?
Sowohl das ausdrucksstarke Coverbild als auch der Titel haben mich sofort angesprochen, vor allem jedoch der Disclaimer, der es anpreist für alle Frauen, die denken, sie wären allein mit ihren Gefühlen.

Was habe ich bekommen?
Zunächst einmal die Überraschung, dass es sich um ein Sachbuch und keinen Roman handelt. Und dann die Überraschung, dass es sich um kein Sachbuch, sondern im Grunde genommen die persönliche Welt und Sicht der Autorin handelt.
Ich kannte Vanessa Sielmann und ihren Blog vorher nicht und wurde nun Kapitel für Kapitel in ihre ganz eigenen Erfahrungen geworfen. Die Themen sind dabei breit gefächert von Intimität über Selfcare zu Sozialängsten und Selbstzweifeln. Der Sound klingt definitiv nicht nach Sachbuch, sondern so stelle ich mir Vanessa beim Erzählen in vertrauter Runde vor.

Bin ich zufrieden?
Es ist, wie gesagt, kein Sachbuch, sondern eher ein Lebensbericht. Ehrlich gesagt hätte ich mir ein bisschen weniger Persönliches und mehr Universelles gewünscht. Manches habe ich tatsächlich wiedererkannt und habe mich darin gefunden. Diese Stellen fand ich stark und hätte gerne noch mehr davon gelesen. Denn genau diese Passagen haben in mir das titelgebende Gefühl erweckt und mich genau diese starke Verbundenheit spüren lassen.

Sonst noch was?
Kurze Info an Vanessa: Orchideen passieren einem wirklich. Irgendwann hat man sie!

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Veröffentlicht am 30.06.2026

Meet-cute oder worst date?

Worst Date Ever (Knisternde RomCom von der erfolgreichen Autorin Kasie West)
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Schon der Prolog macht es klar: Hier knistert es nicht wenig zwischen Margot und ihrem Dating-App-Match Oliver. Dennoch läuft irgendwie alles schief, denn was hilft das heißeste Knistern, wenn das Date ...

Schon der Prolog macht es klar: Hier knistert es nicht wenig zwischen Margot und ihrem Dating-App-Match Oliver. Dennoch läuft irgendwie alles schief, denn was hilft das heißeste Knistern, wenn das Date das allerschlimmste Benehmen an den Tag legt?
Dennoch verlieren sich die beiden nie ganz aus den Augen, denn sämtliche Dating-Apps matchen Margot und Oliver hartnäckig. Bis sie sich eines Tages wieder über den Weg laufen.
Die witzige RomCom punktet mit Humor und frechen Sprüchen, versprüht aber auch jede Menge Prickeln zwischen den beiden Protas. Was mir jedoch eindeutig am besten gefiel, war Margots Job. Sie arbeitet nämlich in einer Literaturagentur. Leider für einen affigen Agenten, mit dem sie regelmäßig in die Kiste hüpft, aber der Job an sich und der Umgang mit Manuskripten und Autor:innen ist einfach klasse geschildert. Da war es pures Lesevergnügen, Margot endlich auf ihrem Weg der Befreiung und zur Selbständigkeit zu begleiten. Für Bookies sind die Einblicke in die Buchvermittlung natürlich ganz besonders spannend, aber vor allem sind sie perfekt in die Liebesgeschichte von Margot und Oliver eingewoben.
Humorvoll, prickelnd, spannende Charaktere und eine tolle Story – von mir gibt es eine Leseempfehlung für diese schöne RomCom!

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Veröffentlicht am 30.06.2026

Was würdest du für deinen Traum(job) tun?

(K)ein Date mit dir
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Diese Frage stellt sich für Janne, als sie ihr Wunschpraktikum an Land zieht und bei NordStyle anfangen darf, einem aufstrebenden YouTube Channel. Denn rasch stellt sich heraus, dass ihre Tätigkeit als ...

Diese Frage stellt sich für Janne, als sie ihr Wunschpraktikum an Land zieht und bei NordStyle anfangen darf, einem aufstrebenden YouTube Channel. Denn rasch stellt sich heraus, dass ihre Tätigkeit als Praktikantin eher schlicht gehalten ist. Da bietet sich ihr die riesige Chance, ein von ihr erdachtes Datingkonzept für NordStyle höchstpersönlich umzusetzen. Also wörtlich höchstpersönlich, denn Janne soll selbst Kandidatin spielen. Als einer der potenziellen Verehrer ausfällt und Janne mit ihrer Freundin Nele einen erfundenen Kandidaten aus dem Hut zaubert, der verdächtige Ähnlichkeit mit Jannes brummeligem Nachbarn Ben hat, verstricken sich die beiden immer mehr in ein Netz aus Improvisation und Schummelei. Dass Janne Ben mittlerweile richtig nett findet, macht die Angelegenheit noch komplizierter.
Hach, mich hat diese wunderbare Lovestory vom ersten Satz an abgeholt. Janne ist eine Heldin, mit der man sich identifizieren kann, und mir gefiel auch der realistische und aufschlussreiche Umgang im Roman mit ihrem Diabetes. Mit Ben ist sie ein echtes Match mit tollen Vibes, auch wenn die beiden selbst das nicht von Anfang an erkennen!
Das Setting in Lübeck war einzigartig schön. Nachdem ich erst im März dort war, machte mein Herz beim Lesen einige Hüpfer. Hüpfer machte allerdings auch mein Zwerchfell beim Lachen, denn die Geschichte steckt voller Situationskomik und herrlicher Sprüche, so dass ich mehr als einmal kichern musste.
Richtig gut in die Handlung integriert war auch das Thema Bloggen und Social Media voll kluger und zutreffender Beobachtungen der Autorin und mit Augenzwinkern humorvoll aufbereitet.
Insgesamt verbreitet die RomCom so schönes maritimes und sommerliches Flair, dass ich dieses perfekte Sommerbuch einfach allen ans Herz legen möchte.

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