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Veröffentlicht am 05.01.2026

Typischer zweiter Band mit Durchhänger

The Things Gods Break – Schattenverführt
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Achtung Spoiler! Wer Band 1 nicht gelesen hat, bitte nicht weiterlesen!

Nachdem Lyra das Crucible gewonnen und Hades zum König der Götter gemacht hat, wollten die beiden mithilfe der Büchse der Pandora ...

Achtung Spoiler! Wer Band 1 nicht gelesen hat, bitte nicht weiterlesen!

Nachdem Lyra das Crucible gewonnen und Hades zum König der Götter gemacht hat, wollten die beiden mithilfe der Büchse der Pandora endlich Persephone aus der Unterwelt befreien. Doch irgendetwas lief schief, und so findet sich Lyra plötzlich im Tartaros wieder. Nun ist auch sie gefangen im düstersten Teil der Unterwelt, und das ausgerechnet mit den üblen Titanen.

Und als wären die teilweise grausamen Prüfungen des Crucible nicht schon nervenaufreibend genug gewesen, muss Lyra feststellen, dass es tatsächlich einen Weg aus dem Tartaros zu geben scheint, doch dazu muss sie sieben Schlösser knacken und damit erneut sieben Prüfungen bestehen. Dieses Mal an ihrer Seite: Boone. Und die Titanen. Denn die scheinen nicht so brutal zu sein, wie von ihnen behauptet wird – oder doch?
Überhaupt ist dies das Leitmotiv dieses Bandes: Wer oder was ist was es scheint? Oder ist alles ganz anders? Oder eventuell wann anders? Und wem kann Lyra dann überhaupt noch vertrauen?

Die Komposition des Plots ist wahnsinnig raffiniert und erfordert beim Lesen stets höchste Konzentration. Allerdings musste ich feststellen, dass sich das Stilmittel schnell abnutzt. Ab einem gewissen Punkt herrschte nur noch Verwirrung, und diese Verwirrung zur Maxime zu erklären, machte die Lektüre äußerst mühsam. Für meinen Geschmack hätte man von dem über 700 Seiten umfassenden Buch locker 300 Seiten kürzen dürfen. So wurde es leider zäh, und das im ersten Band so euphorische Lesevergnügen flachte für mich mächtig ab. Erst auf den letzten 100 Seiten wurde es wieder richtig, richtig gut.

Für mich ein typischer zweiter Band mit Durchhänger, ehe es im dritten Band hoffentlich wieder fulminant weitergeht.

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Veröffentlicht am 05.01.2026

Frecher Ratgeber mit Humor

Und Tschüss!
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Ommmm – wie oft müssen wir im Alltag unser inneres Yoga anwerfen, während wir von Besserwissern, Nervensägen oder Mitleidsjunkies umringt sind. Ich liebe es, wie Heike Abidi die unterschiedlichen Typen, ...

Ommmm – wie oft müssen wir im Alltag unser inneres Yoga anwerfen, während wir von Besserwissern, Nervensägen oder Mitleidsjunkies umringt sind. Ich liebe es, wie Heike Abidi die unterschiedlichen Typen, die uns im alltäglichen Leben, aber auch auf Social Media begegnen, auf den Punkt bringt. Im ersten Moment klingt diese Kategorisierung natürlich ein wenig fies, aber dahinter steckt doch ein wichtiger Gedanke: Der Selbstschutz. Denn oft genug fühlen wir selbst uns schlecht, nur weil andere sich schlecht benehmen.

In kurzen und sehr ansprechend aufbereiteten Kapiteln werden die einzelnen Typen und Situationen pointiert und dennoch erschreckend lebensnah vorgestellt. Dazu erhalten wir Anleitungen und Checklisten an die Hand, wie man reagieren und solche exzessiven Dummbabbler an die Leine legen oder noch besser aus seinem Leben kicken kann.

Beim Lesen habe ich oft geschmunzelt. Oft genug ist mir das Lachen aber bitter im Halse stecken geblieben, denn sind wir mal ehrlich: Schwierige Menschen können einem das Leben wirklich zur Hölle machen. Mir haben die Denkanstöße, Analysen und Strategien tatsächlich wertvolle Impulse geschenkt und ich spreche gerne eine Leseempfehlung aus für diesen kurzweiligen, aber dennoch tiefgehenden und klugen Ratgeber.

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Veröffentlicht am 26.12.2025

Nein

Hazel sagt Nein
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Es ist der erste Schultag des Abschlussjahres an ihrer neuen Highschool und Hazel wird zum Direktor beordert. Der macht ihr ein unmoralisches Angebot: Er garantiert ihr einen guten Abschluss und Zugang ...

Es ist der erste Schultag des Abschlussjahres an ihrer neuen Highschool und Hazel wird zum Direktor beordert. Der macht ihr ein unmoralisches Angebot: Er garantiert ihr einen guten Abschluss und Zugang zu ihrem Wunschcollege, wenn Hazel mit ihm schläft. Das macht er übrigens jedes Jahr so. Nach Momenten der Schockstarre sagt Hazel Nein und ergreift die Flucht.

Mit dieser Ausgangslage setzt Hazel eine Kettenreaktion in Gang und der Roman schildert die unabsehbaren Folgen, die dieses kleine, aber so bedeutsame Wort auslöst.
Die Coming-of-Age-Story beschränkt sich dabei keineswegs auf die Titelheldin, sondern nimmt ihre ganze Familie und ihr soziales Umfeld unter die Lupe und begleitet diese exemplarisch im Umgang mit den Demütigungen und der Katastrophe, die über sie hereinbrechen. Beleuchtet werden zahlreiche Aspekte des beengten Umfelds der Kleinstadt in Maine, der medialen Zwänge und der me-too-Bewegung, allerdings nicht in sezierender, analysierender Form, sondern eingebunden in einer romanhaften Sozialstudie und damit nicht so tief wie in einem Essay, aber in unterhaltender und dennoch packender Form. Diese ermöglicht, sich in die einzelnen Figuren zu versetzen und die Nöte, Ängste und Motivationen nachzufühlen. Da wären die Eltern, die selbst nicht wirklich im Leben angekommen sind, der Bruder, der jugendlich impulsiv handelt. Und vor allem Hazel, die von Selbstzweifeln so zerfressen ist, dass es beinahe schmerzt.

Ich fand die Handlungsführung dramaturgisch äußerst geschickt geführt. Wir durchleben Hazels schlimmste Stunden, erreichen mit ihr den absoluten Tiefpunkt und völliges Erstarren in Lethargie, ehe es eine wundersame Wendung gibt. Ja, diese mutet beinahe ein wenig märchenhaft an und wird zur Parabel, wenn es um die Frage des Wertes von Ruhm und Bekanntheit geht. Am Ende wirkt dieser Roman jedoch vor allem bekräftigend und stärkend und erhält daher von mir eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 23.12.2025

Vier Debütantinnen und eine Leiche

Deadly Little Scandals
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Sawyer lebt weiterhin bei ihrer Tante und ihrer Großmutter. Nach den gelüfteten Geheimnissen am Ende von Band 1 will sie noch mehr über die Vergangenheit und den Schwangerschaftspakt herausfinden. Währenddessen ...

Sawyer lebt weiterhin bei ihrer Tante und ihrer Großmutter. Nach den gelüfteten Geheimnissen am Ende von Band 1 will sie noch mehr über die Vergangenheit und den Schwangerschaftspakt herausfinden. Währenddessen werden die vier Mädchen als neue Mitglieder von den White Gloves nominiert, einer Geheimgesellschaft für Studienanfängerinnen. Doch bei einem dieser Treffen wird ein Schädel gefunden, der zu einer seit 25Jahren Toten gehört.

Der Schreibstil gefiel mir wieder sehr, da die Geschichte mit Tempo, Emotionen und auch viel Humor geschrieben ist.

Zusätzlich zu Sawyers Perspektive gibt es ab und zu Kapitel über den Sommer vor 25 Jahren. So steigert sich immer mehr die Spannung, bis dann endlich die große Enthüllung kommt.
Ich mochte die Storyline, doch leider war mir doch auch zu viel hin und her mit den Verwandtschaftsverhältnissen. Es wurden die ganze Zeit neue Theorien aufgestellt, wer mit wem verwandt ist, doch diese wurden dann schon nach ein paar Kapiteln widerlegt.

Insgesamt hat mir das Buch bzw. die Dilogie aber sehr gut gefallen und ich gebe eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 23.12.2025

Ja mit Sternchen

Slow Dance
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Freundschaft und Liebe liegen oft ganz nah beieinander, die Grenzen verschwimmen und sind für Außenstehende und schon gar nicht für die Involvierten klar erkennbar.

So ergeht es auch Shiloh und Carey. ...

Freundschaft und Liebe liegen oft ganz nah beieinander, die Grenzen verschwimmen und sind für Außenstehende und schon gar nicht für die Involvierten klar erkennbar.

So ergeht es auch Shiloh und Carey. Über viele Jahre hinweg tänzeln die beiden umeinander herum in einem Slow Dance. Dieser Begriff bezeichnet passenderweise nicht nur einen langsamen Tanz, sondern steht umgangssprachlich auch für Engtanz oder Stehblues und spiegelt damit ganz wunderbar das einzigartige Verhältnis von Shiloh und Carey wider.

Die Geschichte beginnt mit einem Wiedersehen auf einer Hochzeit nach vielen Jahren und nimmt sich Zeit, in Rückblenden auf die gemeinsame Vergangenheit zurückzublicken, so dass sich ganz allmählich ein rundes und sattes Bild der Charaktere und ihres Verhältnisses zueinander ergibt. Dabei ist die Story zwar langsam, aber niemals langweilig erzählt, und es lohnt sich, sich auf dieses gemächliche Tempo einzulassen und in diesem Rhythmus mitzuwiegen. Hervorragend geschildert fand ich auch das soziale Umfeld von Shiloh und Carey und ihren Familien. Diese sind ganz klar im White Trash angesiedelt, und da gibt es für die Protas gleichermaßen wie uns Lesende einiges auszuhalten.

Mich konnte diese einfühlsam erzählte Geschichte über jede Sekunde mitnehmen und berühren und ich spreche gerne eine Leseempfehlung aus.

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