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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.05.2026

Fesselnd, wer ist Jäger wer ist Gejagter

Nebelbeute
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Mila Weiss, eigentlich Teil der Gruppe 4, einer Spezialeinheit, die sich mit Serientätern befasst, ist in alleiniger Mission unterwegs. Sie möchte ein Phantom aus ihrer Vergangenheit stellen, ihren Widersacher ...

Mila Weiss, eigentlich Teil der Gruppe 4, einer Spezialeinheit, die sich mit Serientätern befasst, ist in alleiniger Mission unterwegs. Sie möchte ein Phantom aus ihrer Vergangenheit stellen, ihren Widersacher Johannes Toblach. Dafür verschlägt es sie in ein abgelegenes Bergdorf, doch hier ist es nicht sehr ruhig und beschaulich. Bald wird ein Wanderer am Waldrand ermordet und speziell inszeniert. Die Dorfgemeinschaft ist verschlossen, doch rasch kommt es zu weiterer Unruhe und auch Mila verschwindet schließlich. Die Kollegen der Gruppe 4 machen sich auf die Suche nach ihr, doch Mila scheint wirklich spurlos verschwunden zu sein.

Das Buch ist der dritte Band von Benjamin Cors um die Ermittler der Gruppe 4, und greift den Widersacher Johann Toblach aus dem Vorgängerband Aschesommer wieder auf. Grundsätzlich lässt sich aber dieser Band auch sehr gut ohne Vorkenntnisse lesen, da man vom Autor schrittweise gut ins Bild gesetzt wird. Man versteht auch so rasch Motivation und Beweggründe und was die Ermittler antreibt.

Für mich flogen die Seiten nur so dahin, da ich wirklich in den Bann des Buches gezogen wurde. Der Einstieg erfolgt durch einen kurzen Epilog, der schon ahnen lässt, dass es für eine Frau – wie man ab Mitte des Buches weiß Mia - sehr haarig werden könnte. Doch rasch verfolgt man der Geschichte chronologischer, als Mila sich auf den Weg in die Berge macht. Ein abgelegenes Dorf, deren Bewohner doch eher verschlossen sind und Mila in ihren Fragen wenig entgegenkommen. So manch ein verschrobener Charakter taucht auf. Damit ist man schon schnell am Grübeln und in der düsteren Atmosphäre gefangen. Auch wenn so manche Ermittlung langwierig erscheint, wird dies durch die vielen unvorhersehbaren Wendungen aufgewogen.

Für mich ein sehr empfehlenswerter Thriller, beklemmend und fesselnd, wie er sein soll. Ich werde definitiv noch die zwei Vorgängerbände der Reihe lesen und hoffe auf eine Fortsetzung der Reihe um die Gruppe 4.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.05.2026

Ein schönes Buch über Hektik, Stress und die kleinen Momente

Eilig, so unglaublich eilig!
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Ein Buch über einen kleinen Hasen, der es wie der Titel schon verrät, sehr eilig hat. Er flitzt, er rennt durch die Stadt und die Situationen. Kopflos verläuft er sich und ist länger unterwegs als so mancher ...

Ein Buch über einen kleinen Hasen, der es wie der Titel schon verrät, sehr eilig hat. Er flitzt, er rennt durch die Stadt und die Situationen. Kopflos verläuft er sich und ist länger unterwegs als so mancher Freund, auch wenn er immer in Eile ist. Und zur Verwunderung des Hasen können ihm die Freunde auch noch erzählen an welchen schönen Orten sie vorbeikamen, während der Hase sich an nichts erinnern kann.

Trotz all dem Tempo, das der Titel vermuten lässt, ist das Buch selbst doch eher so gestaltet, dass man zur Ruhe kommt durch die liebevollen Zeichnungen. Farbenfroh, aber nicht grell und überladen, widmet sich jede Seite einer neuen Szene der rastlosen Suche. Schon allein die Wahl der Farben – viel Grün für die Natur - hat auch auf den Vorleser eine beruhigende Wirkung.

Die Textlänge ist passend gewählt und greift die Illustrationen gut auf. Auch das Thema Eile vergisst man im Laufe des Buches sicher nicht.

Ein wirklich schönes Buch, das nicht nur den kleinen Betrachtern zeigt, dass man es manchmal gerne etwas ruhiger gestalten sollte, da man doch so manche schöne Situation verpasst.

Veröffentlicht am 01.05.2026

abgeschottet auf einer Cold Case Insel

Bachelorette Party
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Anneliese heiratet, somit trifft sich ihr Kreis bester Freundinnen zu einem Junggesellinenabschied auf einer abgelegenen schwedischen Schäreninsel. Das neu errichtete Yogaretreat soll dabei Kulisse für ...

Anneliese heiratet, somit trifft sich ihr Kreis bester Freundinnen zu einem Junggesellinenabschied auf einer abgelegenen schwedischen Schäreninsel. Das neu errichtete Yogaretreat soll dabei Kulisse für ein wundervolles Wochenende sein. Doch so idyllisch die Insel auch ist, so sehr birgt die Region ein dunkles Geheimnis, verschwand doch vor zehn Jahren in dieser Gegend eine Gruppe von vier Freundinnen spurlos. Tessa, ehemalige Truecrime Podcasterin kennt im Gegensatz zu den anderen Frauen die Geschichte und ist sogleich alarmiert, als das Rettungsboot plötzlich auf dem offenen Meer treibt, obwohl es sicher vertäut war. An diesem Wochenende brechen auch so manches alte Geheimnisse hervor und schließlich findet man auch noch eine Leiche. Tessa ist alarmiert.

Nach einem Prolog der Einblick in die Situation von vor zehn Jahren liefert, taucht man durch den Blickwinkel von Tessa in die Geschichte ein. Kurze Kapitel und ein leichtfüßiger Schreibstil lassen einen leicht durch das Buch kommen. Ab und an werden weitere Rückblicke in die Ereignisse um das Verschwinden der jungen Frauen eingeknüpft. Auch Tessas eigene Vergangenheit wird eingearbeitet.

Für mich ein sehr spannender Roman, der vor allem durch die Tatsache getragen wird, dass sich die Gruppe Frauen auf einer kleinen Insel befindet und rasch jede Möglichkeit zur Flucht wegfällt. Auch die Geheimnisse aus der Vergangenheit der verschiedenen Teilnehmerinnen des Wochenendes und die teilweise dargelegte Feindseligkeit tragen die düstere Stimmung. Die Dynamik zwischen den einzelnen Frauen ist doch sehr eigen und man merkt, dass sich vor allem Tessa immer unter Druck fühlt und genötigt sich zu verteidigen, ist ihr bisheriger Lebensentwurf doch sehr gegensätzlich zu dem der anderen. Wer actionreiche Szenen erwartet, wird jedoch eher enttäuscht werden.

Für mich jedoch ein Thriller, den ich nicht aus der Hand legen konnte, da die beklemmende Stimmung wirklich übersprang.

Veröffentlicht am 01.05.2026

Überall warten Herausforderungen - beruflich wie privat

Die Krabbenfischerin – Das Erbe der Küste
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Für Runa Hansen ändert sich das Leben schlagartig. Während sie bisher mit ihrem 17jährigen Sohn Finn auf einem Hausboot in Hamburg lebt und als Betriebsleiterin in einem Fischhandel arbeitet, ändert sich ...

Für Runa Hansen ändert sich das Leben schlagartig. Während sie bisher mit ihrem 17jährigen Sohn Finn auf einem Hausboot in Hamburg lebt und als Betriebsleiterin in einem Fischhandel arbeitet, ändert sich zu Hause auf dem Familienbetrieb an der Nordseeküste alles. Ihr älterer Bruder Peer, der den Familienbetrieb gemeinsam mit dem Vater Hauke leitet, verunglückt auf dem Krabbenkutter. Schon rasch nach der Beerdigung, bei der die gesamte Familie und der Ort zusammenkommt, zeigt sich, dass die Zukunft des Familienunternehmens ungewiss ist. Auch Konflikte und Vorwürfe aus der Vergangenheit kommen wieder ans Tageslicht. Wie wird Runa sich entscheiden für ihre bisherige Karriere oder den Ort ihrer Herkunft.

Ein Roman, der sich um Familienprobleme dreht, aber auch gut die Situation der Krabbenfischer ins Auge fasst.

Der Schreibstil ist fesselnd, wechseln sich doch die Schicksale und Probleme der Familienmitglieder mit gut geschilderten Beschreibungen der Nordseegegen ab. Man lernt die schöne Gegend und verschiedene Bräuche der Region kennen und hat auch die Gelegenheit so manchen Satz in Plattdeutsch zu lernen. Danke hierbei für das kleine Glossar am Ende. Doch rasch auch erkennt man, dass das Leben an der Nordsee nicht nur idyllisch ist, speziell wenn man im Krabbenfang aktiv ist. Man merkt wie sehr die Familien und Betriebe von Wetter und dem Glück einen großen Fang einzubringen abhängig ist. Die Arbeit ist anstrengend und die wirtschaftliche Lage durchwegs unsicher. Etwas das mir bisher nicht so bewusst war und ich aus dem Buch mitnehmen werde.

Die Charaktere sind stark und eigen, so mancher mit einem ordentlichen Dickkopf ausgestattet. Dennoch haben sie das Herz am richtigen Fleck und stehen füreinander ein. Obwohl ich so manche Entscheidung vielleicht nicht nachvollziehen konnte, fand ich die Charaktere authentisch und fieberte mit wie es ihnen gelingen würde ihre Vergangenheit zu überwinden.

Für mich war der Roman ein wunderbare Gelegenheit in eine gänzlich andere Region einzutauchen und eine Vorschau auf den nächsten Urlaub zu bekommen.

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Veröffentlicht am 28.04.2026

Geheimnisse, Schuld und Mord

Das letzte Buch von Marceau Miller
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Marceau Miller ist ein bekannter und erfolgreicher Autor. Kurz nach Veröffentlichung seines neuesten Buches, am Tag nach der Veröffentlichungsparty im Haus der Millers am Genfersee verschwindet er spurlos. ...

Marceau Miller ist ein bekannter und erfolgreicher Autor. Kurz nach Veröffentlichung seines neuesten Buches, am Tag nach der Veröffentlichungsparty im Haus der Millers am Genfersee verschwindet er spurlos. Wie man rasch erfährt, stürzt er beim Klettern in den Tod. Die Polizei spricht von einem Unfall, seine Frau Sarah glaubt dem nicht. Sarah versinkt in Tauer, Wut und dem Gefühl, dass es eben kein Unfall war. Auch bekommt Sarah einen Brief zugestellt, geschrieben von ihrem Mann Marceau selbst, adressiert an Sarah und gemeinsame Freunde, in dem von Geld und einem letzten Manuskript die Rede ist, das diverse Rätsel der Vergangenheit in Marceaus Leben erklären soll. Doch wo ist es zu finden. Hängt alles mit dem Verschwinden von Marceaus Schwester Jade vor vielen Jahren zusammen.

Mit dem Prolog steigt man rasch in die Geschichte ein- Marceau Miller wie er nach einem Angriff durch eine Person abstürzt, erzählt durch Marceau Miller selbst. Im Folgenden erleben wir den Roman hauptsächlich erzählt durch den Blickwinkel seiner Ehefrau-Sarah. Von der unbeschwerten Zeit in den Tagen vor dem Verschwinden, bis zum Tod und den anschließenden Ermittlungen folgt man vor allem Sarahs Gemütszustand. Aber auch Karen und die eingefügten Manuskriptseiten, und damit die Perspektive von Marceau selbst, treiben die Handlung weiter.

Sarah ist von Schmerz gezeichnet und schafft den Alltag als solches nicht mehr. Doch sie ist gleichzeitig getrieben durch den Gedanken die Wahrheit über den Tod Marceaus und dessen Vergangenheit herauszufinden. Lösung soll dafür das Manuskript liefern. Trauer, Wut und Unverständnis waren für mich sehr verständlich, jedoch hadere ich mit der Tatsache wie sehr sie ihre eigenen Kinder aus dem Leben ausschließt. Verständlich hingegen sind all die Brüche und Vertrauensverluste, die sie gegenüber alten Wegbegleitern im Laufe der Geschichte fühlt.

Nicht alles an diesem Roman verläuft gradlinig, hat manche Länge und so manchmal zweifelt man an Sarahs Geisteszustand und ob nicht so manches nur in ihrer Fantasie stattfindet. Jedoch war die Auflösung schlüssig für mich, und das Grundthema so verständlich.

Für mich war der Roman definitiv lesenswert, auch auf Grund der Tatsache, dass der Autor selbst in die Figur des Marceau Millers schlüpft. Eine interessante Verknüpfung einer spannenden literarischen Idee mit Elementen eines Krimis wenn nicht sogar psychologischen Thrillers.

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