Profilbild von girasole

girasole

Lesejury Star
offline

girasole ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit girasole über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.03.2026

SOKO Spielmann

Mensch töte Dich nicht!
0

Im Mai wird in Greetsiel die Meeresbiologin Fenne Jansen mit einem Fahrradschloß an einen Verankerungspfahl gefesselt gefunden. Auf dem Kopf trug sie eine Narrenkappe. Ihre Freundin, die Hauptkommissarin ...

Im Mai wird in Greetsiel die Meeresbiologin Fenne Jansen mit einem Fahrradschloß an einen Verankerungspfahl gefesselt gefunden. Auf dem Kopf trug sie eine Narrenkappe. Ihre Freundin, die Hauptkommissarin Tjalda Hoekstra kann sie zwar in letzter Minute retten, aber seither liegt sie im Koma.

Im September wird in Chur Sarah Bachmann tot an ein Windrad gelehnt und mit einer Narrenkappe auf dem Kopf gefunden. Giulia de Medici und die Profilerin Nadia Caminada bilden hier die Einsatzleitung. Nachdem die Forensikerin „Narrenkappe“ in die länderübergreifende Datenbank eingegeben hat, meldet sich Tjalda bei den Schweizer Kollegen und Giulia wird nach Greetsiel geschickt, um die Fälle abzugleichen und noch mehr Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten. Eine grenzüberschreitende SOKO Spielmann wird gegründet.

Es kommt zu einem dritten Mord. Ein Schweizer Lkw-Fahrer wird in Falkenberg, Nähe Bremen tot an eine Hauswand gelehnt, ebenfalls mit Narrenkappe, gefunden. Außerdem gibt es noch eine weitere Gemeinsamkeit – Stichwort Gesellschaftsspiele!

Und dann erlebt der Leser noch Alexander Grolimund kennen, einen fast schon depressiven Millionär, der nach einem neuen Lebensinhalt sucht.

Ein komplexes Unterfangen, das alles unter einen Hut zu bekommen und eine Lösung zu finden.


Für mich war es das erste Buch von Philipp Gurt, für Giulia de Medici bereits der vierte Fall. Die Kurzbeschreibung hat mich neugierig gemacht. Den Plot fand ich in dieser Form innovativ und in der Ausarbeitung hat der Autor eine emotionale Tiefe entstehen lassen. Giulia und Tjalda werden ausführlich charakterisiert. Sie sind sympathisch, tough, kämpferisch und ihre Zusammenarbeit ist erfolgreich, frei von jeglichen Zickereien und sie verbringen in der jeweils anderen Region auch private Zeit miteinander. Die dritte im Bunde ist Nadia, die ihnen mit ihrer Sichtweise als Profilerin zur Seite steht. Leider gerät das Trio dabei in äußerst gefährliche Situationen. Der dramatische Schluß und die Auflösung blieben bis zum Ende rätselhaft und sie konnten nicht erahnt werden.

Ich hatte spannende Lesestunden und empfehle diesen Thriller gerne weiter!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.03.2026

Lebenszeit - noch 5 Tage

Noch fünf Tage
0

Angefangen hat es mit einem exklusiven Silvestermenu, das die 45jährige Spitzenköchin Liselotte Castrop für ihre Arbeitgeberfamilie Harmans gekocht hat. Das Milliardär-Ehepaar Harman und ihre beiden Kinder ...

Angefangen hat es mit einem exklusiven Silvestermenu, das die 45jährige Spitzenköchin Liselotte Castrop für ihre Arbeitgeberfamilie Harmans gekocht hat. Das Milliardär-Ehepaar Harman und ihre beiden Kinder wurden mit Polonium210 vergiftet und Liselotte selbst landet mit Vergiftungserscheinungen im Krankenhaus. Aufgrund dessen, daß sie nur eine geringere Menge des Giftes zu sich genommen hat, geben ihr die Ärzte noch fünf Tage bis zu ihrem Ableben. Diese Zeit möchte sie vom Krankenbett aus unbedingt nutzen, um den oder die Täter ausfindig zu machen und die Zukunft für ihre 12jährige Tochter Cosima zu sichern. Vor allem möchte sie klären, wo und bei wem Cosima künftig leben soll und von welchem Geld. Wird Liselotte diese Vorhaben noch umsetzen können? Reicht die Zeit?

Um eine gewisse Spannung zu erzeugen, werden die Kapitel wie bei einem Countdown mit den Resttagen und den Uhrzeiten überschrieben. So ist der Leser stets im Bilde, wie lange Liselotte voraussichtlich noch am Leben ist. Auf der einen Seite wird ihr Krankenhausalltag geschildert mit Krankenschwester Esme, auf der anderen Seite erfährt man ihren beruflichen Werdegang und auch Details zu Familie Harman und ihren Freunden.


Der Klappentext hatte mich neugierig gemacht und dieser Thriller oder besser spannender Kriminalroman ließ sich flüssig lesen. Zu Liselotte hatte ich bis zum Ende ein distanziertes Verhältnis, mir fehlten bei ihr die Emotionen. Ihre Schilderungen waren eher sachlich gehalten. Meine Lieblingsfigur blieb bis zum Ende die Krankenschwester Esme, ihr liebevolles Kümmern um die Patientin und auch ihre Unterstützung bei der Recherche gefielen mir ausgesprochen gut. Das Eintauchen in dieses Milieu der Reichen war ok, allerdings das ständige Erwähnen von Markennamen war mir zu viel und unnötig. Das Cover finde ich passend zur Story und gut gewählt.

Ich hatte unterhaltsame Lesestunden, aber so richtig packen konnte mich das Buch nicht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.03.2026

Wieder ein spannendere Fall mit Emma Klar

Todesflut
0

Die Privatermittlerin Emma Klar aus Wismar erhält von Staatsanwältin Ulrike Steiner den Auftrag, die als Mörderin verurteilte Karina Pohl zu finden. Sie hat ihren Ex-Freund Stefan Mahler gestalkt, dann ...

Die Privatermittlerin Emma Klar aus Wismar erhält von Staatsanwältin Ulrike Steiner den Auftrag, die als Mörderin verurteilte Karina Pohl zu finden. Sie hat ihren Ex-Freund Stefan Mahler gestalkt, dann erstochen und ist jetzt aus dem Lübecker Gefängnis geflohen. Allerdings hatte sie nie Aussagen zur Tat gemacht. Das Bewegungsprofil paßte zum Mord, ebenso das Blut an ihrer Kleidung und die DNA, aber es gab keine Zeugen. Aktuell stellt sich die Frage, wer hat ihr bei der Flucht geholfen?

Wie bereits in den Vorgängerbänden erhält Emma tatkräftige IT-Unterstützung von Jörg Padorn. Um Karina zu finden, rollen sie den ganzen Fall nochmals auf. Sie erhoffen sich durch das Umfeld an Informationen zum Aufenthaltsort von Karina zu kommen. Nur plötzlich kommt ein Cold Case ins Visier der Ermittler. Vor 2 Jahren wurde die Leiche von Elisa Barth, genannt Elly im Lenorenwald entdeckt. Sie war eine Freundin von Karina und konnte die Sympathie zu Stefan nicht teilen, sie beäugte ihn eher kritisch. Vermutlich ist Elly einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen. Da Elly und Stefan eine gewisse Zeit in einem Unternehmen beschäftigt waren, wird dieses Umfeld zuerst unter die Lupe genommen.

Was das gesamte Ermittlerteam noch nicht ahnt, sie stechen in ein Wespennest ungeahnten Ausmaßes und am Ende sieht alles völlig anders aus.


Ich hatte schon einige Bände der Reihe gelesen und die Figuren waren mir bereits vertraut. Der Schreibstil läßt sich flüssig und spannend lesen. Auch in diesem Band konnte wieder die harmonische und effektive Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Abteilungen/Zuständigkeiten/Städten überzeugen. Die sympathische Emma hat mit Jörg Padorn und ihrem Partner Christoph Klausen zwei Vertraute an ihrer Seite, die sie unterstützen – egal zu welcher Tageszeit. Es fließt auch immer wieder das Trauma aus einem vorausgehenden Fall von Emma ein, mit dem sie immer noch zu kämpfen hat. Die Ermittlungen sind komplex, aber mitten in den Nachforschungen ergibt der Prolog Sinn und man kann ihn richtig einordnen.

Was in diesem Fall ausgraben wird, ist packend und realistisch beschrieben.
Diesen 10. Band empfehle ich gerne weiter.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.03.2026

Spannende Wahrheiten

Die Totenklägerin
0

Die Rechtsanwältin und Totenrednerin Matilda Rizzo kommt in ihren Heimatort in die Nähe von Passau zurück und bezieht das Häuschen ihrer verstorbenen Großmutter. Bei ihren Trauerreden steht sie stets auf ...

Die Rechtsanwältin und Totenrednerin Matilda Rizzo kommt in ihren Heimatort in die Nähe von Passau zurück und bezieht das Häuschen ihrer verstorbenen Großmutter. Bei ihren Trauerreden steht sie stets auf der Seite der Toten und läßt in ihren Reden auch oftmals unangenehme Wahrheiten für die Trauergemeinde einfließen. Die 12jährige Jackie bittet sie nun um ihre Hilfe, denn sie kann nicht an einen natürlichen Tod von Oma Resi glauben. Jackie hat durch ein offenes Fenster mitgehört, wie Oma Resi geweint hat und als nächstes mußte sie erfahren, daß sie verstorben ist. Im Folgenden verbeißen sich die beiden in die Nachforschungen und lassen nicht locker, bis sie die Wahrheit ans Tageslicht bringen.


Mit ihrem Debüt hat die Autorin für mich einen spannenden Krimi geschrieben, in welchem sie eine Trauerrednerin als Hauptfigur ausgewählt hat. Für mich eine Innovation, das gefiel mir. Der Plot ist gut konstruiert, das Buch läßt sich flüssig lesen und als Leser kann man sehr gut mit ermitteln und rätseln. Alle Figuren wurden facettenreich geschildert, ich habe auch gleich meine Sympathie- und Antipathiepunkte vergeben, die sich bis zum Ende nicht geändert haben. Sehr menschlich und realistisch wurde auch die Lebenssituation von Jackie geschildert und im dem Zusammenhang wurde auch die Vergangenheit von Matilda selbst mit eingewoben. Dieser Part war stark, sehr gut nachvollziehbar und berührend. Auch alle Nebenfiguren, wie z. B. die Töchter von Oma Resi, die Pflegerin Malika und die Freunde Uwe/Laszlo bekamen gebührenden Platz, sie wurden sehr gut und ausreichend charakterisiert. Für die Atmosphäre beschreibt die Autorin vortrefflich und bildhaft die Landschaft des Bayerischen Waldes sowie die Planzen- und Tierwelt. Es geht in diesem Krimi viel um Vergangenheiten, Wahrheiten, Schuld, das Lebensende und bietet viel Diskussionsstoff.

Das Cover findet ich sehr schön und passend gestaltet.

Ich empfehle diesen Krimi gerne weiter und würde mich über einen weiteren Band mit Matilda Rizzo freuen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.03.2026

Schwacher 15. Fall

Zorn – Die Akte Heinlein
0

Hauptkommissar Claudius Zorn geht mit seinem Dackel Dumbo Gassi als dieser eine abgetrennte Männerhand findet mit Baumrinde unter den Nägeln, zwei fehlenden Fingern, Schnittwunden an der Hand und DNA einer ...

Hauptkommissar Claudius Zorn geht mit seinem Dackel Dumbo Gassi als dieser eine abgetrennte Männerhand findet mit Baumrinde unter den Nägeln, zwei fehlenden Fingern, Schnittwunden an der Hand und DNA einer anderen Person. Auf einem Plateau im Stadtwald finden sich Fasern eines Nylonstricks mit dem das Opfer vermutlich an den Baum gefesselt war. Zorn und Schröder können durch eine Ausscheidungsdatenbank die Identität feststellen und kommen deshalb zum Mietshaus von Herrn Heinlein. Parallel dazu erlebt man den Tagesablauf und die Pläne, die Herr Heinlein aus dem Delikatessenladen schmiedet und ein kursiv gedruckter Strang beschäftigt sich mit einem Opfer, das unter Wahnvorstellungen leidet und um sein Leben bangt.



Positiv fand ich, daß der Leser als Einführung einen Abriß des Romans „Der nette Herr Heinlein und die Leiche im Keller“ bekommt. Ansonsten finde ich Thriller etwas hoch gegriffen, Kriminalroman hätte ich besser gefunden. Mir fehlte schlichtweg die Spannung. Da ich die Verfilmungen der Reihe mit Zorn und Schröder kenne, habe ich die beiden quasi vor Augen mit ihren sehr unterschiedlichen Charakteren und auch ihrem Geplänkel, das an ein altes Ehepaar erinnert. Allerdings war es mir im vorliegenden Fall too much. Teile des Buches haben mir gut gefallen, hier denke ich an die Zusammenarbeit von Herrn Heinlein mit Frau Glinski und Herrn Zatopek, manches war aber auch hier zu viel.

Ich war froh, als ich das Buch beendet hatte. Man merkt, so richtig überzeugen konnte mich dieser 15. Fall von Zorn und Schröder nicht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere