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Veröffentlicht am 22.02.2024

Packender Plot

Mörderfinder – Stimme der Angst
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Auf der Beerdigung seines Mentors Prof. Bormann trifft Max Bischoff auf eine Doppelgängerin seiner ermordeten Freundin Jenny. Sie gleicht ihr nicht nur im Äußeren, sondern auch ihre Gesten erinnern ihn ...

Auf der Beerdigung seines Mentors Prof. Bormann trifft Max Bischoff auf eine Doppelgängerin seiner ermordeten Freundin Jenny. Sie gleicht ihr nicht nur im Äußeren, sondern auch ihre Gesten erinnern ihn augenblicklich an sie. Das reißt alte Wunden bei ihm auf, denn Max fühlt sich schuldig an deren Tod. Die Unbekannte stellt sich als Dominique Klauber vor und die beiden sind sich gleich sympathisch. Allerdings hat Dominique einen eifersüchtigen und gewalttätigen Freund. Als sie von ihm zusammengeschlagen wird, ruft Dominique in ihrer Verzweiflung und Angst bei Max an und bittet ihn um Beistand. Zeitgleich verschwinden zwei Personen im direkten, persönlichen Umfeld von Max. Als Helfer in der Not erinnert sich Max an Dr. Marvin Wagner, Psychologe, Schriftenexperte und der Paradiesvogel vom letzten Fall und ihn bittet er um Unterstützung. Werden sie es schaffen, die Verschwundenen zu finden? Und kann Max Dominique dauerhaft helfen und wie wird es mit der Doppelgängerin weitergehen?


Ich bin seit dem ersten Band ein Fan dieser Reihe. Positiv finde ich, daß der Verlag, beim Cover dem einmal gewählten Stil treu geblieben ist. Arno Strobel schreibt hier ab Seite 1 bis zum Ende rasant und fesselnd, so daß man definitiv durchs Buch fliegt. Der Plot war gut konstruiert, wobei man als Krimileser manches durchaus erahnen konnte. Die bekannten Figuren werden weiter entwickelt. Max und Kriminalrätin Eslem Keskin werden wohl nie Freunde werden. Der sympathische Marvin beteiligt sich wieder aktiv und das gefiel mir sehr gut. Vor allem seine treffenden Sätze lockern die harte Ermittlungsarbeit etwas auf. Die vertrauensvolle und engagierte Zusammenarbeit verbindet Marvin und Max jetzt so, daß sie es endlich schaffen, sich zu duzen. Max begibt sich persönlich auch in größte Gefahr, erkennt endlich seine wahre Liebe und am Ende gibt es grundlegende Veränderungen in der ganzen Konstellation, so daß man als Leser jetzt schon gespannt sein darf, was der Autor als nächstes plant.

Auch dieser vierte Fall bekommt von mir eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 16.02.2024

Wieder ein spannender Fall auf Rügen

Wintermord
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Im Jasmund wird eine männliche Leiche an einem Baum gelehnt gefunden. Offensichtlich wurde er von hinten mit einem stumpfen Gegenstand erschlagen. Es handelt sich um den 20jährigen Studenten Benjamin Koller. ...

Im Jasmund wird eine männliche Leiche an einem Baum gelehnt gefunden. Offensichtlich wurde er von hinten mit einem stumpfen Gegenstand erschlagen. Es handelt sich um den 20jährigen Studenten Benjamin Koller. Die Familie wurde im letzten Jahr wahrlich gebeutelt. Erst starb die Mutter bei einem Autounfall, der Vater beging daraufhin Suizid und nun der Tod von Benjamin. Der 18jährige Bruder Jakob muß das alles verarbeiten und schafft dabei sogar noch ein 1er Abi.

Romy Beccare und ihre Kollegen steigen in die Ermittlungen ein. Wer tötete den jungen Mann? Was war das für ein Autounfall der Mutter? Eigentlich scheint alles klar und die Akten werden geschlossen. Aber in einem Cold Case findet Kollege Finn Maurer eine Zeugenaussage Kollers und ein Journalist spielt den Ermittlern Unterlagen zu. Diese Fakten werfen ein neues Licht auf die Vorfälle. Alles wird nochmal aufgerollt und nimmt damit plötzlich ganz andere Ausmaße an.



Ich lese die Regio-Krimis der Autorin sehr gerne. Sie schreibt flüssig, spannend, bildhaft und die Atmosphäre der Ostsee ist spürbar. Dieses Mal war mir der Fall zu schnell abgehandelt und ich hatte meine Zweifel, ob hier der wahre Täter gefunden wurde. Dann nach den neuen Informationen begann ein wahres Verwirrspiel, Fragen, Anschuldigungen, Ungeheuerlichkeiten und plötzlich Fragezeichen ohne Ende. Die Figuren von Jan und Romy samt ihrem Privatleben kennt man schon, sie wurden weiter ausgebaut. Sehr gefreut habe ich mich über das Wiedersehen mit der sympathischen Ruth Kranold und ihrer Mitbewohnerin Ina. Speziell der clevere Finn hat mit seinen Entdeckungen sehr viel ausgelöst und bewirkt, er gefiel mit sehr gut.

Wer die Krimis der Autorin bisher gerne gelesen hat, dem wird auch dieser Band wieder gefallen. Ich fühlte mich bestens unterhalten und von mir gibt es eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 15.02.2024

Solider Paris-Krimi

Der tote Bäcker vom Montmartre
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Der preisgekrönte Baguette-Bäcker von Paris, Francois Beauvais liegt tot in seiner Backstube. Gefunden hat ihn die Frau seines Neffen, Natalie. Sie betreiben in der Nähe eine Patisserie. Francois hatte ...

Der preisgekrönte Baguette-Bäcker von Paris, Francois Beauvais liegt tot in seiner Backstube. Gefunden hat ihn die Frau seines Neffen, Natalie. Sie betreiben in der Nähe eine Patisserie. Francois hatte nur einen Feind, den Zweitplazierten beim Baguette-Wettbewerb – Baptiste Buffet. Bei dessen Aussagen gibt es einige Ungereimtheiten, so daß er verhaftet wird. Aber war er es tatsächlich? Commissaire Geneviève Morel und ihr Team ermitteln, wobei die Zweifel an dem Täter immer größer werden. Am Ende können sie den Fall natürlich lösen.

Es handelt sich um den ersten Band einer neuen Reihe. Die Konstellation reiche Commissaire mit reicher, aber krimineller Familie im Hintergrund war eine neue Idee, die mir gut gefiel. Geneviève sieht toll aus, ist clever, kämpferisch, hat sich von der Familie etwas distanziert, indem sie zur Polizei ging, genießt aber im Endeffekt schon den Reichtum und die Annehmlichkeiten, die damit verbunden sind. Vor allem ihre Großmutter, Mamsie genannt, wohnt mit ihr in einem Haus und durch sie bekommt sie auch an zweifelhafte Infos. In diesem Fall zapft sie auch die Kontakte ihres Bruders in Südfrankreich an und begibt sich dadurch im Alleingang in eine Situation, in der sie als Hero hervorgeht. Das zusammen entspringt schon mehr einem Märchen. Ihre Mitarbeiterin Lunette entwickelt sich vom Mäuschen zur toughen, wertvollen Mitarbeiterin, die sie stets mit Recherchen auf dem laufenden hält.

Dieser Cozy-Krimi läßt sich flüssig und unterhaltsam lesen.

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Veröffentlicht am 15.02.2024

Ein Lese-Highlight zu Beginn des Jahres

Demon Copperhead
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Der Ich-Erzähler Demon Copperhead beginnt die Geschichte mit seiner Geburt in einem Trailer in Virginia und man folgt ihm durch eine harte und steinige Jugend, geprägt von Armut in einer wirtschaftlich ...

Der Ich-Erzähler Demon Copperhead beginnt die Geschichte mit seiner Geburt in einem Trailer in Virginia und man folgt ihm durch eine harte und steinige Jugend, geprägt von Armut in einer wirtschaftlich hoffnungslosen Gegend. Sein Vater ist schon vor seiner Geburt gestorben und seine Junkie-Teenie-Mutter stirbt früh, der gewalttätige Stiefvater interessiert sich nicht für ihn. Deshalb wird er durch verschiedene Pflegefamilien geschleust und es wird jedes Mal eher schlimmer als besser. Er muß selbst als Kind bereits hart arbeiten und hungern, aber er hat einen unbändigen Lebenswillen und Freunde in einer ähnlichen Lage an der Seite. Durch die Behörden bzw. das Jugendamt erfährt er keine Unterstützung. Und dann gibt es doch jemanden, der es gut mit ihm meint und er kommt in den Haushalt von Coach Winfield. Hier fühlt er sich quasi wie im Schlaraffenland. Es ist die beste Zeit seines Lebens und er hat Erfolg im Sport, wird vom Waisenkind zum Footballstar, lernt die erste Liebe und – es bleibt wieder nicht aus - die Drogen kennen. Aber auch dort ziehen irgendwann dunkle Wolken auf, woran er nicht unschuldig ist. Aber er hat auch noch ein anderes Talent, mit dem er nun durchstartet. Die Autorin beschreibt dieses Auf und Ab im Leben von Demon realistisch, berührend und auch bewunderswert, mit welcher Stärke und auch einem gewissen Optimismus er sein Leben meistert und nicht aufgibt.



Durch den Podcast Eat.Read.Sleep wurde ich auf die Autorin aufmerksam. Dort wurde die Giftholzbibel besprochen. Nachdem ich diese begeistert gelesen habe und von ihrem neuen Buch erfahren habe, war es für mich klar, daß ich dieses sofort lesen wollte. Und ich muß sagen, mit dieser Neuerscheinung hat sie mich absolut überzeugt.

Der Schreibstil ist fesselnd und dieser Schmöker war leider viel zu schnell gelesen. Von diesen über 800 Seiten war keine einzige überflüssig oder hatte Längen. Ein amerikanischer Gesellschaftsroman, der jetzt schon ein heißer Anwärter auf das Buch des Jahres 2024 für mich ist.

Von mir eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 08.02.2024

Mörderisches Island zum Dritten

Verborgen
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Schauplatz Island – Akranes
Bei einem Brand in einem Einfamilienhaus wird die Leiche des 20jährigen Sohnes der Familie Marinó Finnson gefunden. Wie sich herausstellt, war er aller Wahrscheinlichkeit nach ...

Schauplatz Island – Akranes
Bei einem Brand in einem Einfamilienhaus wird die Leiche des 20jährigen Sohnes der Familie Marinó Finnson gefunden. Wie sich herausstellt, war er aller Wahrscheinlichkeit nach schon vor dem Brand tot, dieser diente nur zur Verschleierung. In seinem Blut werden große Mengen von Schlafmittel und auch Alkohol gefunden. Seine Eltern waren zu diesem Zeitpunkt in einem Hotel, die Zwillingsschwester bei ihrem Freund. Bei der Finanzkrise 2008 hatten die Eltern mit Immobilien viel Geld verdient und sich deshalb auch viele Feinde bzw. Neider gemacht. Marinó und seine Clique hatten am Abend eine Party gefeiert, war hier vielleicht der Auslöser für die Taten zu suchen? Kriminalkommissar Saevar und seine Kollegin Elma ermitteln zunächst im engen Umfeld von Marinó. Und dann kommt es zum nächsten Leichenfund. Im Gartenschuppen von Marinós Elternhaus wird die Leiche des Au-pair-Mädchens Lise gefunden. Was ist womöglich bei dieser Party aus den Fugen geraten?


Auch dieser 3. Band ist spannend geschrieben und der Plot ist komplex. Die Autorin beschreibt die Ermittlungsarbeit sehr detailliert und realistisch. Sie legt die Schwächen der Figuren offen bzw. die Geheimnisse, die unter der Oberfläche brodeln und der Fall nimmt immer größere Dimensionen ein. Für etwas Abwechslung sorgen die Einschübe um das Privatleben von Chef Hördurs, sowie der Ermittler Saever und Elma. Das Duo bleibt auch in diesem Fall sympathisch. Als Leser ist man bei der Recherchearbeit voll dabei, folgt falschen Fährten und man kann mit rätseln. Gleichzeitig hat man das Gefühl, daß nichts vorwärts geht. Die Perspektivwechsel halten die Spannung oben und man will unbedingt wissen, was wirklich passiert war. Das Cover paßt perfekt zu den Vorgängerbänden.

Ich hatte unterhaltsame Lesestunden mit diesem 3. Band. Er gefiel mir wieder sehr gut und ich empfehle ihn gerne weiter!

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