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Veröffentlicht am 02.04.2026

Das alles ist Thailand

Baedeker Reiseführer Thailand
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Was der Reiseführer zu bieten hat, ist in der Buchbeschreibung bereits gut zu lesen. Darum von mir ein paar persönliche Anmerkungen: Ich kenne Thailand nur von Erzählungen einer Freundin, die das Land ...

Was der Reiseführer zu bieten hat, ist in der Buchbeschreibung bereits gut zu lesen. Darum von mir ein paar persönliche Anmerkungen: Ich kenne Thailand nur von Erzählungen einer Freundin, die das Land bereist und lieben gelernt hat. Da sind viele Bilder entstanden und der Wunsch, mehr über das Land zu erfahren. Mit dem Baedeker bin ich gut beraten.
Nachdem ich im Abschnitt „Das ist Thailand“ erste besondere Informationen bekomme, beschäftige ich mich mit den „Touren“, die mich auf unterschiedlichen Strecken durchs Land führen, mir die Lage der Orte zeigen und mir die Orientierung erleichtern.
Es macht mir großen Spaß, mich durch die „Ziele von A bis Z“ zu „arbeiten“, indem ich mich einzelnen Orten widme, die ich nach Lust und Laune auswähle.
Den Namen Baedeker kenne ich bereits mein Leben lang – kein Wunder, gibt es den Reiseführer doch tatsächlich schon seit fast 200 Jahren!
Ich freue mich darauf, Thailand mit Baedeker noch für lange Zeit weiter zu erkunden. Die Beschreibungen lesen sich interessant, sind informativ und lehrreich.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Der Fluch der Ahnen

Die Stimmen der Nacht
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Auf das Buch, das zum Teil in Lagos spielt, bin ich aufmerksam geworden, weil ich im Rahmen des Weltgebetstags Informationen zu Land und Leuten in Nigeria gesammelt habe. Darum ist mir der Einstieg in ...

Auf das Buch, das zum Teil in Lagos spielt, bin ich aufmerksam geworden, weil ich im Rahmen des Weltgebetstags Informationen zu Land und Leuten in Nigeria gesammelt habe. Darum ist mir der Einstieg in die Geschichte, die nicht ganz einfach geschrieben und auch nicht leicht zu verstehen ist, vielleicht nicht so schwergefallen wie Leser*innen, die das Land wenig oder gar nicht kennen.
„Die Stimmen der Nacht“ gehören zu Margaret, die Christin, aber gleichzeitig immer noch tief mit ihren kulturellen Wurzeln verbunden ist. Ihre Geschichte hat auf mich eine große Faszination ausgeübt. Auf der einen Seite ist Margaret eine intelligente Frau mit großem Selbstbewusstsein, auf der anderen Seite scheint sie ängstlich und hilflos.
Welche Verbindung gibt es zwischen Margarets Familie und Ben, der zwar in London aufgewachsen ist, aber eine nigerianische Großmutter hat? Was verbindet die beiden, nachdem sie sich 1960 kennenlernen, und was trennt sie?
Tochi Eze hat einen Debütroman geschrieben, der mich gefesselt und nicht losgelassen hat. Gekonnt schwenkt sie zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her und lässt keine Langeweile aufkommen. Einzig die Zuordnung der vielen Personen mit den ungewohnten Namen machen das Lesen vor allem am Anfang nicht einfach und fordern hohe Aufmerksamkeit. Da hätte ich mir ein Glossar gewünscht. Aber vielleicht hätte das etwas von der Spannung genommen.
Für mich ein Lesehighlight, das ich gerne allen empfehle, die etwas über Menschen aus einem anderen und vielleicht fremden Land erfahren möchten.

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Veröffentlicht am 23.03.2026

Besonderheiten und Gefühle

Das Ende vom Lied
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Es gibt Besonderheiten, die ich an Büchern meistens nicht mag. Dazu gehören Schachtelsätze und namenlose Protagonisten. In diesem Buch lese ich Sätze, die nur aus wenigen Worten, aber auch welche, die ...

Es gibt Besonderheiten, die ich an Büchern meistens nicht mag. Dazu gehören Schachtelsätze und namenlose Protagonisten. In diesem Buch lese ich Sätze, die nur aus wenigen Worten, aber auch welche, die aus mehreren Zeilen bestehen, ohne dass es mich stört. Dass der Junge als Hauptprotagonist namenlos bleibt, ist nur kurz etwas befremdlich. Schon bald habe ich das Gefühl, ihn dadurch so deutlich zu sehen, als würde ich ihn kennen. Alles klingt so realistisch, dass ich das Gefühl habe, der Autor Michael Wildenhain würde vieles seiner eigenen Geschichte in die des Jungen einfließen lassen.
Die Zeit wird sehr gut eingefangen. Ich kann mich problemlos in die Vergangenheit zurückversetzen, dabei zwar nicht alles verstehen, aber doch an vieles erinnern. Begriffe, die inzwischen aus dem Sprachgebrauch fast gänzlich verschwunden sind, die aber in die damalige Zeit passen, begegnen mir.
Am besten gefällt mir, wie das Leben aus der Sicht des Jungen erzählt wird. Im Gegensatz zu dem Jungen werden die Aufenthaltsorte mit Namen und Details von Straßen und Plätzen genau beschrieben.
Eine besondere Bedeutung haben Gerüche, auch solche, die keinesfalls als Düfte bezeichnet werden können, die aber eine Rolle spielen und mir das Gefühl geben, dass sie beim Lesen teilweise in der Luft hängen. Noch mehr Unangenehmes finde ich in den Grausamkeiten, mit denen ich konfrontiert werde. Einiges ist nicht leicht zu ertragen.
Beim Schreiben meiner Eindrücke merke ich, dass ich inhaltlich wenig verrate, aber viele Gedanken über Sinne und Gefühle sich bei mir starkmachen.
Ich habe zu dem Buch eine besondere Bindung entwickelt und gebe gern eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 14.03.2026

Anstrengend, aber lohnenswert

Alma
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Die Geschichte führt aus der Gegenwart in die Siebzigerjahre in Triest. Dort ist Alma aufgewachsen. Ihre Großeltern mütterlicherseits gehörten zum Geschlecht der Habsburger. So wundert es nicht, dass sie ...

Die Geschichte führt aus der Gegenwart in die Siebzigerjahre in Triest. Dort ist Alma aufgewachsen. Ihre Großeltern mütterlicherseits gehörten zum Geschlecht der Habsburger. So wundert es nicht, dass sie gegen die Verbindung ihrer Tochter waren - mit einem „Grenzgänger aus dem Osten, der immer wieder nach Jugoslawien verschwindet“. Inzwischen ist Alma über fünfzig und kehrt nach vielen Jahren und dem Tod ihres Vaters noch einmal in ihre Heimat zurück.

Ich habe weder genau gewusst, wie weit im Osten Italiens Triest zu finden ist, noch habe ich bisher etwas darüber gelesen, wie die damaligen Ereignisse zur Veränderung im ehemaligen Jugoslawien geführt haben.

Mit dem Buch sehe ich mich vor großen Herausforderungen. Das hat nicht nur mit der Historie zu tun, sondern mit dem nicht einfachen Schreibstil. Ohne irgendwelche Anzeichen wechselt das Geschehen häufig von der Gegenwart in die Vergangenheit und wieder zurück. Dazu kommt, dass Orte nicht namentlich, sondern eher nach ihrer Lage benannt werden.

In meine Überlegungen, ob mir das Buch mit der eigentümlichen Schreibweise gefällt oder nicht, wandern meine Gedanken zu Alma, zu der ich keine besondere Bindung knüpfen konnte, die sich aber wahrscheinlich genauso verloren und hilflos fühlt wie ich.

Wie muss es ihr ergangen sein? Ihre Großeltern durfte sie zwar besuchen, sie waren lieb zu ihr, wollten aber von ihrem Vater nichts wissen. Ihr Vater mochte sie, hat sich mit ihr beschäftigt – wenn er da war. Warum er nie etwas über sich oder über seine Arbeit erzählte, aber immer wieder so plötzlich verschwand, wie er wiederkam, das blieb sein Geheimnis und war für Alma nur schwer zu verstehen.

Trotz der Schwere und dem wenigen Wissen über die politischen Hintergründe hat mir Almas Geschichte gefallen, weil ich dabei lernen konnte. Dafür habe ich zwar zusätzlich meinen Atlas gebraucht, um die Schauplätze von damals im Vergleich zu heute besser kennenzulernen, aber es hat sich gelohnt.

Eine Karte auf den Umschlaginnenseiten wäre für mich von großem Vorteil gewesen.

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Veröffentlicht am 09.03.2026

Sowas von keine Ahnung

Kalt wie die Luft
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So wie die kalte und raue Landschaft nördlich des Polarkreises in der Kleinstadt Bodø, so empfinde ich die gesamte Stimmung. Ich fühle mich wohl, auch wenn gerade die 19-jährige Iselin Hanssen nicht von ...

So wie die kalte und raue Landschaft nördlich des Polarkreises in der Kleinstadt Bodø, so empfinde ich die gesamte Stimmung. Ich fühle mich wohl, auch wenn gerade die 19-jährige Iselin Hanssen nicht von ihrer Joggingtour nach Hause zurückgekehrt ist.
Es sind viele Menschen, die zu Beginn vorgestellt werden, allen voran Kriminalkommissar Jakob Weber und seine neue Kollegin Noora, die von Oslo nach Bodø versetzt wurde. Ich wünsche mir, dass die beiden ein tolles Gespann werden.
Zunächst hat mich die Spannung noch nicht ergriffen, der Schreibstil ist eher ruhig, aber keineswegs langweilig. Dann verschwindet eine weitere Frau und ein Cold Case wird damit in Verbindung gebracht.
Viele Menschen, viele Verdächtige, Spekulationen – und zwischendurch immer wieder Texte in Kursivschrift. Haben sie mit dem Cold Case zu tun? Oder kommt hier der Täter zu Wort?
In relativ kurzen Kapiteln stehen wechselnde Protagonisten im Vordergrund, es wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Ohne irgendeine Idee im Blick auf den Täter lese ich gebannt bis zum Schluss, um dann zu erkennen, dass ich wirklich überhaupt keine Ahnung hatte. Gut gemacht!
Einige Fragen sind noch da. Ob wohl der Folgeband Aufschluss gibt?
Ich habe mich gut unterhalten gefühlt und gebe gern eine Leseempfehlung.

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