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Veröffentlicht am 17.02.2021

Augustus - ein bemerkenswerter Herrscher

Augustus und die verlorene Republik
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Mit „Augustus und die verlorene Republik“ ist es Maria Regina Kaiser wieder einmal gelungen, mir einen großen Mann der Weltgeschichte auf sehr unterhaltsame Weise näherzubringen. Einen hohen Anteil daran ...

Mit „Augustus und die verlorene Republik“ ist es Maria Regina Kaiser wieder einmal gelungen, mir einen großen Mann der Weltgeschichte auf sehr unterhaltsame Weise näherzubringen. Einen hohen Anteil daran hat der Sklave Xanthos, Vorleser bei Augustus, den die Autorin einen wichtigen Teil Geschichte aus seiner Sicht und seinem Erleben erzählen lässt.
Xanthos will die Geheimnisse seines Herrschers ergründen. Er erzählt einfach, humorvoll und spannend. Ich glaube, dass es ihm mit seiner liebenswerten Art gelingt, nicht nur mich, die Seniorin, zu begeistern, sondern dass er auch junge Erwachsene und Kinder zu fesseln weiß. Einfache Illustrationen von Heribert Schulmeyer bilden eine tolle Ergänzung zu der lockeren Geschichte.
Am Ende eines jeden Kapitels gibt es einen übersichtlich gestalteten informativen Sachteil. Den Schluss des Buches bilden ein umfangreiches Glossar sowie eine anschauliche Tafel mit Zeitangaben und Namensänderungen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.02.2021

Humorvoll, aber nicht fesselnd

Das Windsor-Komplott
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Scheinbar ist es keine neue Eigenschaft der Queen, heimlich zu ermitteln, sondern eine alte Leidenschaft. „Das Windsor Komplott“ ist jedoch der erste Fall und der erste Band einer Cosy-Crime-Reihe, den ...

Scheinbar ist es keine neue Eigenschaft der Queen, heimlich zu ermitteln, sondern eine alte Leidenschaft. „Das Windsor Komplott“ ist jedoch der erste Fall und der erste Band einer Cosy-Crime-Reihe, den die Autorin S J Bennett geschrieben hat.

Während einer Feier auf Schloss Windsor kommt ein russischer Pianist „unter ausgesprochen peinlichen Umständen“ ums Leben, so ist aus der Buchbeschreibung zu erfahren. Das ist natürlich eine pikante Geschichte und es ist verständlich, dass die Queen darauf bedacht ist, nichts darüber nach außen dringen zu lassen.
Es ist vielleicht nicht der richtige Ausdruck, wenn es um einen Mord geht, aber ich muss trotzdem sagen: Ich habe mich königlich amüsiert über die Beschreibung, wie das Mordopfer aufgefunden wurde. Aufregung pur! – was unter den gegebenen Umständen mehr als verständlich ist.
Auch wenn ich mir zu Beginn der Geschichte ein wenig wie ein „Spanner“ vorgekommen bin, weil es ja schon ungewöhnlich ist, der Queen so nahe zu kommen, hat mir gerade der Anfang gut gefallen. Dazu beigetragen hat wohl in erster Linie Rozie, die engste Vertraute der Queen in Sachen detektivischer Ermittlungen. Rozie ist taff, mutig, sie übernimmt furchtlos und voller Selbstvertrauen alle Aufträge der Queen, ohne großartig Fragen zu stellen.
Leider hat die anfängliche Begeisterung nicht angehalten, denn ich hatte manchmal den Eindruck, dass die Aufklärung des Falls immer mehr in den Hintergrund gerät. Es kamen unglaublich viele Personen ins Spiel, die ich teilweise gar nicht mehr zuordnen konnte, die Kreise erweiterten sich ständig und irgendwie ging es einfach nicht voran, sondern es zog sich wie ein Kaugummi. Das ganze „Drumherum“ der königlichen Umgebung war sehr witzig, aber das allein reichte mir nicht.
Ich bleibe am Ende mit gemischten Gefühlen zurück, habe mich ganz gut unterhalten und auch den versteckten britischen Humor gespürt – doch insgesamt hat mich die Geschichte leider nicht gepackt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.02.2021

Es kommt auf die Sekunde an

2047 - Ein Blick in die Ewigkeit
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„2047 – Ein Blick in die Ewigkeit“ ist der letzte Teil der Time-Travel-Girl-Trilogie von Susanne Wittpennig, erschienen im Verlag fontis.

Endlich sollte es wohl klappen! Lisa ist als Zeitreisende unterwegs ...

„2047 – Ein Blick in die Ewigkeit“ ist der letzte Teil der Time-Travel-Girl-Trilogie von Susanne Wittpennig, erschienen im Verlag fontis.

Endlich sollte es wohl klappen! Lisa ist als Zeitreisende unterwegs in ihr Zuhause im Jahr 1989. Doch stattdessen landet sie noch weiter in der Zukunft: im Jahr 2047. Mit dabei ist auch Kyle. Für ihn sind es etwa 30 Jahre voraus und für Lisa sogar fast 60 Jahre. Klar, dass sie aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommen!

Lisa ist immer noch Teenager, als sie im Jahr 2047 ankommt. Mir fällt es nicht schwer mitzufühlen, wie es ihr ergangen sein muss, als sie erkennt, dass ihre Freunde Momo, Zac und Britta inzwischen alt geworden sind. Aber die Freundschaft hält immer noch an und die drei versuchen alles, um Lisa und Kyle in ihre eigenen Zeiten zurückzuführen. Einfacher wird es nicht, denn auch Professor Ash hat seine Macht in andere Hände gegeben, und es gilt viele unvorhergesehene Situationen und Probleme zu meistern.

Ich bin fasziniert davon, dass eine Geschichte, die in drei Bänden mehr als 1800 Seiten(!) umfasst, mich wirklich bis zum Schluss gefangen hält. Und nicht nur das: Ich staune über die Gedanken und Ideen der Autorin, mit der sie das Leben mit all seinen Möglichkeiten und auch Unmöglichkeiten im Jahr 2047 beschreibt – und vor allen Dingen: wie sie mich so gepackt hat, dass weder ich das Buch noch das Buch mich loslassen konnte.

Es war mitten in der Nacht, als ich es endlich geschafft und das Buch bis zum Ende gelesen hatte. Zu viele Fragen hatten mich beschäftigt und mir keine Ruhe gelassen, wie es wohl sein könnte, wenn Lisa wieder zurück in ihrem Zuhause wäre – und ob sie überhaupt jemals wieder ankommen würde.

Susanne Wittpennig ist es gelungen, mich zu überraschen und mich vollauf zufriedenzustellen. Auf alle Fragen hatte sie Antworten, mit denen ich gut umgehen kann. Besonders freue ich mich, dass auch der christliche Aspekt Berücksichtigung gefunden hat, denn dass der sich mit einem Roman, der von so viel Fiktion geprägt ist, verbinden lässt, das hätte ich nicht vermutet. Auch das ist großartig gelungen!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.02.2021

Gelegenheit macht Diebe

Ich weiß jetzt, was ich will
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Gisela und Katrin, beide über 60 und Freundinnen, Gisela ist verheiratet, Katrin seit etwa einem Jahr verwitwet, doch fest entschlossen, sich noch einmal auf eine neue Beziehung einzulassen. Irgendwie ...

Gisela und Katrin, beide über 60 und Freundinnen, Gisela ist verheiratet, Katrin seit etwa einem Jahr verwitwet, doch fest entschlossen, sich noch einmal auf eine neue Beziehung einzulassen. Irgendwie kann das, was das Leben ihr bisher geboten hat, noch nicht alles gewesen sein. Doch es ist gar nicht so einfach, jemanden kennenzulernen – vielleicht hilft eine Annonce?

Was sich alles entwickeln kann, wenn eine Freundin versucht, der anderen zu helfen, das erzählt Ingrid Metz-Neun in ihrem Büchlein „Ich weiß jetzt was ich will“. Es ist eine Geschichte, wie sie nur das Leben schreibt: mit Hoffnungen und Wünschen, mit Herz und Schmerz und mit der Erkenntnis, dass das Gute oft so nahe liegt.

Mir gefällt die Geschichte mit dem leichten, lebendigen Schreibstil. Für mich ist sie eine, die man einfach mal so zwischendurch lesen kann – davon gibt es gar nicht so viele. Gefreut habe ich mich über den Anhang, in dem die Autorin ihre Freude am Kochen zeigt und auch einige ihrer Rezepte verrät.

Schon Udo Jürgens wusste in einem seiner Lieder zu berichten „Ich weiß, was ich will“. Und weil der Songtext sehr gut zu der kleinen Geschichte passt, hat Ingrid Metz-Neun ihn aufgenommen, er ist am Ende des Buches nachzulesen.

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Veröffentlicht am 24.01.2021

Kampf um Recht und Gerechtigkeit

Krone der Welt
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„Ein großer Historischer Roman über den Ausbau Amsterdams zur Weltmetropole, über Liebe und Hass und den Drang, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.“

Dieser Satz aus der Buchbeschreibung zu „Krone ...


„Ein großer Historischer Roman über den Ausbau Amsterdams zur Weltmetropole, über Liebe und Hass und den Drang, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.“

Dieser Satz aus der Buchbeschreibung zu „Krone der Welt“ von Sabine Weiß hat mich neugierig gemacht auf die Geschichte der Niederlande und insbesondere auf das Werden Amsterdams. Es hat sich herausgestellt, dass die Neugier gut und das Buch ein echter Glücksgriff war.
Die Autorin versteht es gekonnt, mich mit ihrem fundierten Fachwissen zu begeistern und mit hineinzunehmen in die Geschichte um die Machtkämpfe der Engländer und Spanier um Leute, Land und Meer. Auch gerade kleinere Streitigkeiten im Namen der Religion werden sehr gut verständlich und anschaulich erzählt.
Im Mittelpunkt der Geschichte, die im Jahr 1585 beginnt, steht eine Familie, die ihre Heimat Antwerpen verlassen muss. Allein kommen die drei Kinder in Amsterdam an und müssen erst einmal ins Waisenhaus. Vincent möchte eines Tages Architekt werden, sein jüngerer Bruder träumt von Abenteuern auf See und die kleine Schwester Betje liebt die Arbeit in Küche und Haushalt. In all den Kriegswirren ist es gerade für Waisenkinder nicht leicht, sich zu behaupten. Immer wieder werden ihnen Steine in den Weg gelegt und sie müssen doppelt und dreifach kämpfen, um vielleicht dasselbe zu erreichen, was jemand „aus guter Familie“ ohne große Anstrengung bekommt, einfach aufgrund seines Namens oder seiner Herkunft. Da musste ich so manches Mal schlucken und erkennen, wie ungerecht es zugeht auf dem Weg nach Recht und Gerechtigkeit.
Sehr hilfreich war für mich die historische Landkarte der Niederlande um 1600 auf den Innenseiten des Covers, wo ich mit einem Griff immer wieder schnell Orientierung finden konnte, ebenso das Personenverzeichnis gleich zu Anfang, wo ich bei Fragen auf einen Blick erkennen konnte, wer zu welcher Gruppe gehört und ob es sich um historische oder um fiktive Personen handelt.
Ein toller und lehrreicher historischer Roman, eingepackt in eine unglaublich fesselnde Geschichte! Sehr gern empfehle ich das Buch weiter.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
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