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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.01.2026

Schonungslos, intensiv und berührend!

Im Leben nebenan
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"Im Leben nebenan" ist ein beeindruckendes Romandebüt, das ein schwieriges und zum Teil tabubehaftetes Thema ins Visier nimmt: die Zerrissenheit der Frauen, die sich in ihrer Mutterrolle nicht unbedingt ...

"Im Leben nebenan" ist ein beeindruckendes Romandebüt, das ein schwieriges und zum Teil tabubehaftetes Thema ins Visier nimmt: die Zerrissenheit der Frauen, die sich in ihrer Mutterrolle nicht unbedingt wiederfinden! Der Schmerz von Antonia, der fehlende emotionale Zugang zu ihrem Baby, das Unverständnis ihrer Umgebung - all das war eine große Portion Ehrlichkeit in der Darstellung der Mutterrolle, von der wir überwiegend nur die Sonnenseite präsentiert bekommen.
Das Konzept, das dem Roman zugrunde lag - der Vergleich zwischen zwei Lebensentwürfen derselben Frau - war unglaublich spannend und trug sicherlich bei vielen Lesern dazu bei, alles genauer zu betrachten und die herrschenden Vorurteile gegen bestimmte Entscheidungen zu überdenken.
Die Sprache war klar und wirkte neutral. Der Leser wurde nicht manipuliert, sich auf eine Seite zu stellen und für eins der Lebenskonzepte zu entscheiden. Kein Gegeneinander, kein Entweder - Oder, sondern ein Verständnis füreinander. Dies ist vor allem der sensiblen und emphatischen Erzählweise zu verdanken.
Das Buch ist keine leichte Lektüre, u.a. im Hinblick auf den unerfüllten Kinderwunsch von Toni und die Distanziertheit, die Antonia ihrem Baby gegenüber an den Tag legt. Nichtdestotrotzt brauchen wir Bücher wie diese, um ein ehrliches Bild der Mutterschaft zu zeichnen.
"Im Leben nebenan" ist schonungslos, intensiv, aber auch sehr berührend!

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Veröffentlicht am 15.01.2026

Das Leben in zwei Welten.

Trag das Feuer weiter
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„Trag das Feuer weiter“ von Leila Slimani ist der Abschluss einer Familiensaga, in der es vor allem um Mia geht, die in Paris als Schriftstellerin lebt. Sie reist nach Marokko, in das Land ihrer Kindheit ...

„Trag das Feuer weiter“ von Leila Slimani ist der Abschluss einer Familiensaga, in der es vor allem um Mia geht, die in Paris als Schriftstellerin lebt. Sie reist nach Marokko, in das Land ihrer Kindheit und rekonstruiert die Geschichte ihrer Eltern und Großeltern, um herauszufinden, was sie ausmacht. Denn obwohl sie in Frankreich ihre Definition von Freiheit leben kann, fragt sie sich immer wieder, wo sie hingehört. In dem Roman geht es um das Leben zwischen zwei Welten, die Suche nach Identität und um die Selbstverwirklichung. Mia fühlt sich in Marokko fremd, hat aber auch in Frankreich mit Vorurteilen zu kämpfen.

Der Leser wird im Laufe des Buches in verschiedene Zeiten versetzt und Zeuge von einzigartigen Geschichten, die sich über drei Generationen hinweg erstrecken.

Ich mochte die philosophischen Aspekte des Buches, das Kreisen um die Fragen nach Zugehörigkeit, Freiheit und Integration. Gut fand ich auch, so viele starke Frauen in einem Buch vereint zu sehen, die alle auf ihre Art, ihrem selbst bestimmten Weg folgen, ihr Feuer weitertragen.

Die Geschichte lebt von inneren Konflikten der Protagonisten, die sehr nachvollziehbar dargestellt wurden. Der Autorin ist hoch anzurechnen, dass sie offen über die Schattenseiten des Lebens in Marokko geschrieben und ihr Heimatland nicht als Paradies verklärt hat. Ihre Erzählungen wirkten authentisch, tiefgründig und waren an vielen Stellen sehr bewegend.

Man braucht durchaus ein wenig Zeit, um mit den Figuren warm zu werden, wenn man, wie ich mit dem dritten Teil der Trilogie startet. Nichtdestotrotzt bekamen die Protagonisten mit der Zeit auch klare Konturen und wurden einem dank dem ruhigen, reflektierten Schreibstil vertraut. Das Buch hat mich auf jeden Fall neugierig auf die zwei vorherigen Bände gemacht, da die Geschichten so vielschichtig sind, dass man noch mehr in sie eintauchen möchte.

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Veröffentlicht am 03.10.2025

Schnell, einfach, abwechslungsreich!

Hensslers Schnelle Nummer - morgens, mittags, abends
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„Henssler schnelle Nummer“ ist ein sehr gutes, inspirierendes und qualitativ hochwertiges Kochbuch. Es enthält über 100 Rezepte fürs Frühstück, Mittag- und Abendessen. Das Besondere an den Rezepten ist, ...

„Henssler schnelle Nummer“ ist ein sehr gutes, inspirierendes und qualitativ hochwertiges Kochbuch. Es enthält über 100 Rezepte fürs Frühstück, Mittag- und Abendessen. Das Besondere an den Rezepten ist, dass sie abwechslungsreich, unkompliziert und schnell zuzubereiten sind. Sie lassen sich gut in den Alltag integrieren, fürs Wochenende kann man sich auch exquisite, feinere Gerichte aussuchen. Manchmal erscheinen die Gerichte sogar zu einfach, aber durch die besondere Kombi der Zutaten bekommen die Klassiker einen besonderen Touch. Ich mochte auch sehr, dass die meisten Rezepte nur wenige, leicht erhältliche Zutaten hatten. Bisher habe ich 12 Rezepte aus dem Buch ausprobiert und war bei keinem einzigen enttäuscht. Im Gegenteil: es war jedes Mal ein Geschmackserlebnis und machte mich und meine Familie glücklich. Selbst das Durchblättern des Buches war und ist immer noch eine Freude, weil die Fotos so gelungen sind, dass man noch mehr Lust aufs Kochen bekommt.

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Veröffentlicht am 30.08.2025

Neuanfang

Das glückliche Leben
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„Das glückliche Leben“ war eins meiner Urlaubsbücher. Ich kannte bereits zwei Romane des Autors und hoffte auf eine große Dosis französischer Leichtigkeit in einem Unterhaltungsroman verpackt.

Die Geschichte ...

„Das glückliche Leben“ war eins meiner Urlaubsbücher. Ich kannte bereits zwei Romane des Autors und hoffte auf eine große Dosis französischer Leichtigkeit in einem Unterhaltungsroman verpackt.

Die Geschichte rund um die beiden Hauptfiguren Éric und Amélie hat mir auf jeden Fall vergnügliche und gleichzeitig nachdenkliche Lesestunden beschert. Vor allem im Hinblick auf die Neuausrichtung des Lebens und den Lebenssinn gab sie mir einige Denkanstöße.

Éric und Amélie, beide Anfang 40, ehemalige Schulfreunde, arbeiten eine Weile zusammen, bis Eric während einer Dienstreise nach Korea alles über den Haufen wirft und sein Leben von Grund auf umkrempelt. Schuld daran ist ein koreanisches Ritual, dem er sich unterzieht und bei dem er seine eigene Beerdigung durchlebt. Das lässt ihn plötzlich seine Prioritäten anders setzen, weil er spürt worauf es im Leben ankommt. Nach einer kurzen Auszeit importiert er die Idee nach Frankreich und wagt einen Neuanfang. Wir erleben auch Amélies Höhen und Tiefen, ihre Gefühlslage und den tiefen Schmerz der Desillusionierung.

Obwohl sich der Roman tiefgründigen und existenziellen Themen widmet, liest er sich leicht und wirkt nicht bedrückend. Die Beschäftigung mit der Endlichkeit des Lebens weckt bei Éric und Amélie die Lebensfreude, lässt sie proaktiv handeln und ihr Glück in die Hand nehmen. Der Optimismus der beiden Protagonisten ist ein großer Mehrwert für den Leser, der vielleicht auch sein Leben überdenkt und hier durchs Schlüsselloch zusehen kann, wie andere ihre Probleme meistern.

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