Cover-Bild Half His Age
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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Blumenbar
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 331
  • Ersterscheinung: 13.01.2026
  • ISBN: 9783351051464
Jennette McCurdy

Half His Age

Roman
Olivia Kuderewski (Übersetzer)

Von der Autorin des New York Times Nr. 1-Bestsellers »I’m Glad My Mom Died« – laut, unverblümt und urkomisch!

Waldo ist gierig. Notgeil. Direkt. Naiv. Weise. Impulsiv. Einsam. Wütend. Stark. Verletzt. Clever. Sie will so unendlich viel, und das, was sie am meisten will, ist: Mr. Korgy, ihren Lehrer für kreatives Schreiben, mit Frau und Kind, mit der Hypothek und den Rechnungen, mit den toten Träumen, der verblassten Attraktivität und dem immer größer werdenden Bäuchlein. Sie weiß nicht, warum sie ihn will. Ist es seine Leidenschaft? Seine Lebenserfahrung? Die Tatsache, dass er Bücher und Filme und Dinge kennt, die sie nicht kennt? Oder ist es etwas noch Reineres, etwas, das in ihrer unwahrscheinlichen Verbindung liegt, in ihrer Seelenverwandtschaft, in dem ähnlichen Filter, durch den sie beide die Welt um sich herum betrachten? Oder vielleicht reicht schon die Tatsache, dass er sie sieht? Wo es doch sonst niemand tut?

Ein witziger, trauriger und fesselnder Roman über Sex, Konsum, Klassenunterschiede, Begehren, Einsamkeit, das Internet, Wut, Intimität, Macht und die (oft völlig fehlgeleiteten) Kraftakte, die wir auf uns nehmen, um das zu bekommen, was wir wollen.

»Ein explosives Debüt [...] einfühlsam und scharfsinnig, herzzerreißend und aufrichtig.« Publishers Weekly über »I'm Glad My Mom Died«

» Half His Age ist ein düsterer, oft urkomischer und unbequemer Triumph« The Guardian

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.02.2026

Roh, skurril, meisterhaft

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Selten hat mich ein Adoleszenzroman so nachhaltig beeindruckt wie dieser. Für mich ist es einer der besten, die ich je gelesen habe. Schon in den ersten Kapiteln wird deutlich, worauf man sich als Leserin ...

Selten hat mich ein Adoleszenzroman so nachhaltig beeindruckt wie dieser. Für mich ist es einer der besten, die ich je gelesen habe. Schon in den ersten Kapiteln wird deutlich, worauf man sich als Leserin einlässt. Genau dort entscheidet sich vermutlich auch, ob man die weitere Geschichte mögen wird oder nicht.
Der Ton ist skurril, stellenweise obszön, oft humorvoll, dabei aber immer roh und ungefiltert ehrlich. Nichts wird beschönigt, nichts abgeschwächt. Genau das macht den Reiz dieses Romans aus. Der Schreibstil passt sich der Handlung so präzise an, dass Form und Inhalt nahezu miteinander verschmelzen. Man liest nicht nur über Waldo, man steckt in ihrem Kopf.

Besonders eindrücklich fand ich die Darstellung ihres fast schon manischen Wunsches, gefallen zu wollen. Dieser Wahn dringt immer wieder zwischen den Zeilen durch, mal leise, mal unangenehm deutlich. Es ist intensiv, manchmal schwer auszuhalten, aber gerade deshalb so authentisch.

Handlungstechnisch passiert für mein Empfinden gar nicht so viel im klassischen Sinn. Und doch konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Ich habe mich in den Zeilen verfangen und bin durch Gedanken, Beobachtungen und Gefühle getragen worden. Es liest sich wie ein Tagebuch, so intim und unmittelbar, dass man das Gefühl hat, direkt am Geschehen teilzunehmen, statt es nur von außen zu betrachten.
Mir ist bewusst, dass sowohl die Geschichte als auch die expliziten Beschreibungen viele Leser
innen abschrecken könnten. Dieses Buch will nicht gefallen und genau darin liegt seine Stärke. Für mich ist es ein geschriebenes Meisterwerk.

Veröffentlicht am 25.02.2026

Eine unbequeme, hochpräzise Charakterstudie und ein absoluter Banger

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Das war mein erstes Buch von Jennette McCurdy und es war ein absoluter Banger, ich kann es nicht anders sagen! Was für eine talentierte Autorin, die uns hier in ihrem literarischen Debüt eine schonungslos ...

Das war mein erstes Buch von Jennette McCurdy und es war ein absoluter Banger, ich kann es nicht anders sagen! Was für eine talentierte Autorin, die uns hier in ihrem literarischen Debüt eine schonungslos ehrliche und kluge Geschichte geschenkt hat.

Was vorab sicher wichtig ist zu wissen: McCurdys Sprache ist roh, provokant und teilweise vulgär, sie nimmt absolut kein Blatt vor den Mund. Ich habe damit keine Probleme und fand die Sprache einfach genial eingesetzt. Die Autorin engt ihre Protagonistin nicht ein, verweigert sich jeglicher moralischen Bewertung. Authentischer und nahbarer hätte sie die 17-jährige Waldo gar nicht schreiben können, ich hing von Anfang bis Ende an ihren Lippen.

Und dabei war ich vor der Lektüre noch skeptisch. Würde es eine weitere sexuell aufgeladene Erzählung über eine ihren Lehrer verführende Minderjährige werden? Oder eine Geschichte über Machtmissbrauch, die diesen aber nicht adäquat einordnet? Wenn das eure Sorgen sind, kann ich sie euch nehmen. McCurdy zentriert ganz klar die Protagonistin und schafft es makellos, ihr ein Profil zu geben, das über das einer Verführerin weit hinaus geht.

Waldo versucht die ganze Zeit, sich in der Welt zu verorten. So anstrengend Coming-of-Age-Geschichten auch manchmal sein können, ist diese hier durch McCurdys Sprachgewalt mitreißend und auf nachvollziehbare Weise schmerzvoll. Waldo bezeichnet sich selbst als „White Trash“, also als Mitglied der weißen Unterschicht. Ihre Mutter rutscht von einer in die nächste Abhängigkeit, stets zu mindestens problematischen und manchmal auch gewaltvollen Männern. Ihren Schmerz darüber sowie ihre innere Einsamkeit versucht die Heranwachsende nun zu stillen - mal über Konsum, mal über Männer.

Ihr deutlich älterer Lehrer Mr. Korgy wird schnell zum Objekt ihrer Begierde. Doch auch das ist deutlich weniger platt als es sich im ersten Moment vielleicht anhört. McCurdy schreibt so schonungslos offen, dass ich nachfühlen konnte, welche Hoffnungen Waldo in diese Affäre gesetzt hat - auch wenn ich sie für falsch halte. Und im Endeffekt ist die Anziehung auch von ganz viel Abneigung geprägt, was die relativ expliziten Sexszenen ziemlich unangenehm macht.

Aber das zeichnet diesen tollen Roman eben auch aus. Er steckt voller Ambivalenzen, die unser Leben nun einmal prägen. Ich weiß nicht, ob ich schon einmal eine so präzise Charakterstudie einer 17-Jährigen gelesen habe. „Half His Age“ will nicht gefallen, es will provozieren und gleichzeitig politisch relevant sein - und das gelingt ihm auch. Dies ist keine Erzählung über Liebe, Sex oder Beziehungen, sondern auf so vielen Ebenen eine Emanzipationsgeschichte, die ihresgleichen sucht - mit einem Ende, das seine Schlagkraft im Subtilen entfaltet.

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Veröffentlicht am 16.02.2026

Roh und pur

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Die 17-jährige Waldo kommt aus einfachen Verhältnissen und muss sehr viel Verantwortung für sich selbst übernehmen, weil ihre Mutter kaum da ist und die Typen in ihrem Leben priorisiert. Waldos ...

Die 17-jährige Waldo kommt aus einfachen Verhältnissen und muss sehr viel Verantwortung für sich selbst übernehmen, weil ihre Mutter kaum da ist und die Typen in ihrem Leben priorisiert. Waldos Freundin Franny ist streng religiös und regelgeleitet, weshalb sie für Waldos Inneres nur selten Verständnis aufbringt. Waldo ist einsam, stark, verletzt und sehnt sich nach Aufmerksamkeit und Geborgenheit.
Sie entwickelt eine Begierde für ihren Lehrer für kreatives Schreiben: Mr. Korgy ist über 40, hat Frau und Kind und ist als Lehrer für Waldo tabu. Doch ihr Begehren wird immer stärker, sie kämpft um seine Aufmerksamkeit und dann um Liebe.

Jennette McCurdy schreibt roh, ungeschönt und vulgär, was nach meinem Empfinden sehr gut zu Waldo, ihren Sehnsüchten und vor allem ihrem Begehren passt. Die Kapitel sind kurz und haben auf mich eine regelrechte Sogwirkung entwickelt, da ich unbedingt mehr über Waldos Gedanken, ihr Handeln und die Entwicklung zwischen ihr und Mr. Korgy erfahren wollte. Das Ende war absehbar und ist meiner Meinung nach auch ein sehr gut gewähltes und für die Geschichte passendes Ende. Den Weg dorthin habe ich sehr gern und teilweise angespannt verfolgt. Auch die expliziten Szenen fand ich im Ton und in der Art der Darstellung passend gewählt.
Ein roher, authentischer Roman über Einsamkeit, Identitätsfindung, Vernachlässigung, Sehnsüchten, Klassenunterschieden und das Erwachsenwerden mit unsicheren Rahmenbedingungen.

Veröffentlicht am 11.02.2026

„Begehren ist keine Liebe, aber manchmal das Einzige, was bleibt.“

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„Half His Age“ ist laut, roh und gnadenlos ehrlich. Jennette McCurdy erzählt die Geschichte von Waldo, einer jungen Frau voller Widersprüche: gierig und verletzlich, wütend und sehnsüchtig, naiv und zugleich ...

„Half His Age“ ist laut, roh und gnadenlos ehrlich. Jennette McCurdy erzählt die Geschichte von Waldo, einer jungen Frau voller Widersprüche: gierig und verletzlich, wütend und sehnsüchtig, naiv und zugleich erschreckend klar. Waldo will viel – Aufmerksamkeit, Nähe, Bedeutung. Am meisten aber will sie ihren verheirateten Lehrer für kreatives Schreiben. Warum, weiß sie selbst nicht genau. Vielleicht, weil er sie sieht. Vielleicht, weil sie sich in ihm spiegelt. Vielleicht, weil Leere nach irgendetwas greifen muss.

McCurdy romantisiert nichts. Im Gegenteil: Sie legt Machtmissbrauch, Abhängigkeiten und Selbsttäuschungen schonungslos offen. Der Altersunterschied, das Begehren, die Intimität – all das wird nicht weichgezeichnet, sondern in seiner ganzen Unbequemlichkeit gezeigt. Explizit, derb, stellenweise obszön, aber nie selbstzweckhaft. Sex ist hier kein Versprechen von Nähe, sondern oft Ausdruck von Einsamkeit.

Waldo wächst mit einer emotional abwesenden Mutter auf und sucht Halt dort, wo sie ihn bekommt: in exzessivem Konsum, Fast Fashion, Make-up, Sexualität. Sie benennt diese Strategien selbst als das, was sie sind – Versuche, Selbstwert zu kaufen. Darin liegt eine große Stärke des Romans: Er spricht aus, was viele denken, oft unbewusst. Weibliche Wut, Scham, Begehren und Verletzlichkeit werden nicht geglättet, sondern zugelassen.

Die Prosa ist geradlinig, klar, frei von pseudo-intellektuellem Ballast. Der Ton wirkt so authentisch wie die Erzählerin selbst. „Half His Age“ ist weniger Handlung als Charakterstudie – ein unangenehm intimer Blick auf Einsamkeit, Klassenunterschiede, Identitätsfindung und toxische Dynamiken. Provokant, emotional aufwühlend und kompromisslos ehrlich. Ein Roman, der wehtut – und genau deshalb hängen bleibt.
💋💋💋💋💋 | 5

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Veröffentlicht am 03.02.2026

Fesselnd bis zum Schluss

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Waldo ist siebzehn, orientierungslos und auf der Suche nach Bedeutung. Zwischen einer emotional fordernden Mutter, innerer Leere und dem tiefen Wunsch, gesehen zu werden, gerät sie in eine Beziehung zu ...

Waldo ist siebzehn, orientierungslos und auf der Suche nach Bedeutung. Zwischen einer emotional fordernden Mutter, innerer Leere und dem tiefen Wunsch, gesehen zu werden, gerät sie in eine Beziehung zu ihrem deutlich älteren Lehrer. Was zunächst provokant wirkt, entwickelt sich schnell zu einer intensiven, verstörenden und erschreckend ehrlichen Auseinandersetzung mit Macht, Abhängigkeit und Selbstwahrnehmung.

Jennette McCurdy erzählt diese Geschichte nüchtern, direkt und ohne jede Romantisierung. Genau dieser klare, beinahe sachliche Ton macht das Buch so eindringlich. Nähe fühlt sich hier nicht warm an, sondern fragil, fehlgeleitet und gefährlich. Die Atmosphäre ist durchgehend angespannt und fesselnd.

Besonders herausragend ist die innere Perspektive von Waldo. Ihre Gedanken sind roh, widersprüchlich und schmerzhaft authentisch. McCurdy gelingt es, diese innere Zerrissenheit ohne erklärende Kommentare oder moralische Wertungen darzustellen und die Leser:innen ganz in diesem emotionalen Ausnahmezustand zu halten. Themen wie Selbstwert, Kontrolle, Konsum und familiäre Prägung fügen sich nahtlos in die Geschichte ein und verstärken ihre Wirkung.

Fazit:
Half His Age ist ein eindringlicher Roman, der keine einfachen Antworten gibt und genau dadurch so stark ist. Jennette McCurdy beweist erneut ein außergewöhnliches Gespür für psychologische Tiefe und unbequeme Wahrheiten.

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