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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.07.2026

Konnte mich nicht ganz überzeugen ...

The Artist
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Mit „The Artist“ erzählt die Autorin eine Geschichte um die junge Ettie, ihren berühmten malenden Onkel und den Journalisten Joseph Adelaide der sein Glück kaum fassen kann, in die Provence zu den beiden ...

Mit „The Artist“ erzählt die Autorin eine Geschichte um die junge Ettie, ihren berühmten malenden Onkel und den Journalisten Joseph Adelaide der sein Glück kaum fassen kann, in die Provence zu den beiden eingeladen worden zu sein. Eigentlich will er ja über Tartuffe schreiben, doch rasch merkt er, dass dieses Privileg an einer Kondition festgemacht ist: er soll für den Künstler Model sitzen. Während er in die Welt der Künste einzutauchen versucht, wird ihm schnell klar, dass diese schillernde Fassade auch ihre dunklen Schattenseiten hat, die ihn immer wieder aufs Neue erschrecken. Was hat es mit dieser Onkel-Nichte Konstellation auf sich? Wer wird schlussendlich als Gewinner dastehen?

Der Roman punktet mit einer stimmungsvollen Atmosphäre und einer schönen, ruhigen Sprache, die die beiden Hörbuchsprecher Lennart Hillmann und Sabrina Scherer großartig hervorheben. Besonders die Beschreibungen der Kunstwelt und die Fragen nach Inspiration, Originalität und den Machtverhältnissen zwischen Künstler und Umfeld sind interessant. Allerdings bleibt die Handlung über weite Strecken sehr langsam. Viele Szenen wirken ausgedehnt, ohne die Geschichte entscheidend voranzubringen, wodurch der Spannungsbogen häufig abflacht.

Auch die Figuren konnten mich nicht vollständig überzeugen. Obwohl sie gut gezeichnet sind, blieben sie emotional etwas auf Distanz, sodass ich nur schwer eine echte Verbindung zu ihnen aufbauen konnte. Das Ende greift die zentralen Themen zwar stimmig auf, hinterlässt aber insgesamt weniger Eindruck, als ich mir erhofft hatte. Somit ist es für mich schwierig, den allgemeinem Hype um das Buch nachzuvollziehen. Mir fehlten leider etwas mehr Dynamik und emotionale Tiefe, weshalb ich diesmal nur drei von fünf Sternen vergebe.

Veröffentlicht am 06.07.2026

Wichtige Themen geschickt verpackt in einem rasanten Thriller ... großartig!

Wer blind vertraut
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Es wird mal wieder heftig für die Psychotherapeutin Lily Brown, die diesmal gleich mit zwei Fällen konfrontiert, die sie nicht mehr loslassen. Die schüchterne und ziemlich verstört wirkende Mary-Ann sucht ...

Es wird mal wieder heftig für die Psychotherapeutin Lily Brown, die diesmal gleich mit zwei Fällen konfrontiert, die sie nicht mehr loslassen. Die schüchterne und ziemlich verstört wirkende Mary-Ann sucht verzweifelt nach ihrer Tochter Laura, die seit fast drei Jahren verschwunden ist. Gleichzeitig bittet eine andere Patientin sie um Hilfe, nachdem sie einem skrupellosen Heiratsschwindler zum Opfer gefallen ist. Je tiefer Lily gräbt, desto deutlicher wird, dass hinter beiden Fällen weit mehr steckt, als zunächst vermutet – und schon bald bringt ihre Suche nicht nur die Wahrheit ans Licht, sondern auch sie selbst in höchste Gefahr …

Mich hat das Buch – wie auch die zwei Vorgängerbände - von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. In ihrem neuesten Werk Wer blind vertraut versteht es die Autorin mal wieder meisterhaft, psychologische Tiefe mit packender Spannung zu verbinden. Die hervorragend konstruierte Handlung, gepaart mit lebendig und authentisch wirkenden Charakteren übten eine wahre Sogwirkung auf mich aus. Durch die wechselnden Verdachtsmomente, die mich stets auf Neue in die Irre führten, musste ich immer „nur noch ein Kapitel“ lesen, das Buch ließ sich wirklich nur schwer zur Seite legen.

Besonders beeindruckt hat mich, wie einfühlsam die Autorin Themen wie Depression, Manipulation und emotionale Abhängigkeit behandelt, ohne dass die Spannung jemals nachlässt. Man merkt einfach, dass sie selbst vom Fach ist und sich somit in viele Themenfelder reindenken kann. Ein wenig schockiert ließ mich das Nachwort zurück, in dem Tessa Duncan aufführt, an welchen echten Verbrechen sie sich ein wenig orientiert hat. Unglaublich, was für eine kriminelle Energie in manchen Menschen steckt, die sie schließlich gnadenlos in die Tat umsetzen!

Das Finale ist schlüssig, emotional und absolut packend. Für mich ist Wer blind vertraut der bisher stärkste Band der Canterbury-Reihe. Eine uneingeschränkte Leseempfehlung für alle, die psychologisch ausgefeilte Krimis mit starken Figuren und überraschenden Auflösungen lieben – absolut verdiente fünf von fünf möglichen Sternen! Ich hoffe sehr, eine Fortsetzung ist geplant …

Veröffentlicht am 27.06.2026

Das Leben ist nicht immer einfach und fair ...

Rosen im Asphalt
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Als treuer Fan der Bücher von Felicitas Fuchs, vielen von euch natürlich auch als Carla Berling bekannt, war ihr neuester Roman „Rosen im Asphalt“ für mich natürlich ein absolutes Muss!

Auch in diesem ...

Als treuer Fan der Bücher von Felicitas Fuchs, vielen von euch natürlich auch als Carla Berling bekannt, war ihr neuester Roman „Rosen im Asphalt“ für mich natürlich ein absolutes Muss!

Auch in diesem Werk präsentiert die beliebte Autorin ihren Lesern mal wieder einen bewegenden Roman, der auf wahren Tatsachen beruht. Diesmal geht es um eine besondere Freundschaft zwischen Linda und Irmi, deren Lebenswege unterschiedlicher kaum sein könnten. Während Irmi zwar keine materielle Not leidet, widerfährt ihr jedoch eine emotionale Vernachlässigung, die ihresgleichen sucht. Linda hingegen wächst in Armut auf, hat keinerlei familiären Halt und wird zwischen Heimen und Pflegefamilien hin und her geschubst. Die Geschichte reicht von den 50er Jahren bis ins neue Jahrtausend und spiegelt neben den allgemeinen Ereignissen, die die Welt zu bieten hat, wunderbar und sehr authentisch die Ängste aber auch Hoffnungen der beiden unterschiedlichen Freundinnen wider.

Während das Leben der Protagonistinnen Linda und Irmi gut dargestellt ist, hätte ich mir manchmal ein wenig mehr Fokus auf den interessanten Nebenfiguren gewünscht. Vermutlich hätte das aber den Rahmen gesprengt und zu sehr vom Hauptthema abgelenkt. Ich habe dieses Buch – wie auch die vorhergehenden Bücher der Autorin – mit großem Interesse gelesen und konnte gut eintauchen in die Geschichte. Von mir gibt es deshalb von Herzen kommende vier wohlverdiente Sterne verbunden mit einer überzeugten Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 27.06.2026

Wo sind all die Männer hin ... wo sind sie geblieben?

Das Geheimnis der Frauen
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Auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen erzählt die talentierte Autorin Sonja Roos eine berührende Familiengeschichte rund um Lulu in der Gegenwart und Hanni in der Vergangenheit. Sie ist bekannt für starke ...

Auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen erzählt die talentierte Autorin Sonja Roos eine berührende Familiengeschichte rund um Lulu in der Gegenwart und Hanni in der Vergangenheit. Sie ist bekannt für starke Frauenfiguren in ihren Romanen und hiermit punktet sie auch in ihrem neuesten Werk „Das Geheimnis der Frauen“.

Lulus Karriere auf Sylt endet mit einem großen Knall und sie kehrt in ihre Heimat im Westerwald zurück, wo ihre Eltern den Dorfkrug führen. Die Gaststätte ist mittlerweile sehr in die Jahre gekommen und eine Belastung für die Eltern und den Großvater Max. Schnell beginnt sich dazu eine Idee in Lulus Kopf zu formen. Doch dann macht ihr der Fund eines Stapels alter Briefe zunächst einen Strich durch die Rechnung. Sie führen sie zurück in die Zeit des Zweiten Weltkriegs als das kleine Dorf auf einmal ohne Männer dastand, denn die waren im Krieg und keiner wusste, ob sie je zurückkommen würden. Da kommen Hanni und ihre Schwester Grete ins Spiel, zwei weitere Protagonistinnen, die sich gegen gesellschaftliche Erwartungen behaupten und ihren eigenen Weg finden müssen …

In dieser Geschichte überzeugt die Autorin mit ihrem flüssigen Schreibstil und einer stimmungsvollen Atmosphäre, die besonders in den Abschnitten der Vergangenheit sehr ausgeprägt sind. Die Wechsel zwischen den Zeitebenen sind gelungen und tragen harmonisch zur allmählichen Entfaltung der Geschichte bei. Wie so oft bei dieser Art von Romanen hat mir auch diesmal die Vergangenheit noch einen Ticken besser gefallen. Die Gegenwart war für mich manchmal ein wenig zu vorhersehbar und ich fand, dass nicht alle Nebenfiguren die verdiente Tiefe erhielten. Dennoch bleibt die Geschichte bis zum Schluss mehr als lesenswert und bekommt von mir dicke und wohlverdiente vier funkelnde Sterne verbunden mit einer klaren Leseempfehlung. Sonja Roos ist für mich mittlerweile ein absoluter Garant für spannende Unterhaltung!

Veröffentlicht am 20.06.2026

Leo und die drei Vögel aus der Hansastraße ...

Pina fällt aus
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In „Pina fällt aus” erzählt die Autorin Vera Zischke die Geschichte von Pina und ihrem autistischen Sohn, die verständlicherweise immer wiederkehrend mehr als eine Hürde im täglichen Leben überwinden müssen. ...

In „Pina fällt aus” erzählt die Autorin Vera Zischke die Geschichte von Pina und ihrem autistischen Sohn, die verständlicherweise immer wiederkehrend mehr als eine Hürde im täglichen Leben überwinden müssen. Leo lebt in seiner eigenen Welt und braucht seine Routine wie die Luft zum Atmen. Die Schüssel mit den Frosted Flakes muss immer auf dem gleichen Punkt auf der Tischdecke stehen, das Licht im Kühlschrank ist immer an und der Bus bringt ihn jeden Morgen zur gleichen Zeit in seine Behindertenwerkstatt. Leo will Busfahrer werden, doch dann kommt von jetzt auf gleich seine kleine Welt ins Wanken, denn Pina bricht auf offener Straße zusammen und fällt erstmal aus.

Nun ist guter Rat teuer, denn Pina und Leo hatten eigentlich nur einander und das war – zumindest aus Leos Sicht – auch genug. Er liebt seine Mutsch und damit gut. Nach und nach jedoch kriechen notgedrungenerweise die drei nachbarschaftlichen Parteien aus ihren Löchern. Auch sie sind ein sonderbares Trio mit jeweils eigenen Problemen, doch auf einmal wachsen sie über sich hinaus und bieten Leo eine Gemeinschaft, die ihresgleichen sucht!

Was für eine Geschichte, die sich erst langsam aber dann immer rasanter entwickelt, so dass ich das Buch gar nicht mehr zur Seite legen wollte. Die liebevoll gezeichneten Charaktere wuchsen mir schnell ans Herz und die Geschichte ist so real und authentisch gezeichnet, dass ich gar nicht anders konnte als mitzufiebern. Die Autorin schafft es, sowohl nachdenkliche als auch herzerwärmende Momente zu schaffen, die lange in Erinnerung bleiben und macht in ihrem Roman deutlich, wie wertvoll Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung sein können.

Von mir gibt es von Herzen kommende volle fünf Sterne mit einer klaren Leseempfehlung. Dieses Buch hat mehr als ein Lächeln auf mein Gesicht gezeichnet!