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Veröffentlicht am 22.05.2026

Gianni und die Erfindung der Tiefkühlpizza ...

Nostalgia Siciliana
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Mit „Nostalgia Siciliana“ finde ich mich auf einmal mitten auf Sizilien wieder, werde von der Sonne geblendet und kann die duftenden Zitronenbäume förmlich riechen. Da ich selbst mit meinem Mann vor noch ...

Mit „Nostalgia Siciliana“ finde ich mich auf einmal mitten auf Sizilien wieder, werde von der Sonne geblendet und kann die duftenden Zitronenbäume förmlich riechen. Da ich selbst mit meinem Mann vor noch gar nicht langer Zeit eine Rundreise durch diesen wunderbaren Flecken Erde unternommen habe, brauchte ich beim Hören eigentlich nur die Augen schließen und schon war ich dort. Doch den jungen Gianni, dessen Eltern für ihn bestimmt haben, dass er der Kirche dienen soll, hält nicht mehr dort. Neugierig geworden durch die Erzählungen eines jungen deutschen Ehepaars wagt er den Schritt und kehrt heimlich seiner Heimat den Rücken, um sein Glück als Gastarbeiter im kalten Deutschland zu versuchen. Als seine Tochter Tita viele Jahre nach seinem Tod in Deutschland den Anruf erhält, dass sie auf Sizilien ein kleines Haus geerbt hat, wagt sie selbst die Reise zurück in ein Land, das sie so lange nicht mehr gesehen hatte. In Rückblicken erfahren wir von Vater Giannis Werdegang als „Tiefkühlpizza König“ in Deutschland und auf der Gegenwartsebene erleben wir Titas inneren Kampf mit sich selbst. Soll sie bleiben oder zurück nach Deutschland? Schon bald stellt sie sich die Frage, wo eigentlich ihre Heimat ist und wo die ihres Vaters war …

Ich gestehe, mir haben die Szenen, die Giannis Leben erst als junger und schließlich als verheirateter Geschäftsmann beleuchteten, am besten gefallen. Hier habe ich deutlich seine Zerrissenheit gespürt, die oft in ihm gewütet haben muss. Tita hingegen bleibt für mich ein wenig blass und ihre Auftritte haben sich für mich oft etwas gezogen. Alles in allem ist „Nostalgia Siciliana“ aber eine runde Geschichte, die – wie ich aus dem Nachwort erfuhr – tatsächlich, wenn auch in abgewandelter Form, auf der Geschichte der eigenen Familie der Autorin basiert. Bei mir werden es für die Bewertung diesmal vier sonnige Sterne verbunden mit einer Leseempfehlung an alle, die auch mal wieder süditalienische Sonne auf der Haut spüren wollen.

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Veröffentlicht am 22.05.2026

Die Hoffnung stirbt zuletzt ...

Alte Hoffnung, neue Wege
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Und wieder einmal hat mir die bekannte Autorin Petra Durst-Benning mit ihrer kleinen Köchin Fabienne die Fahrzeit im Auto versüßt und wieder ist mir oft das Wasser im Mund zusammengelaufen. Auch dieser ...

Und wieder einmal hat mir die bekannte Autorin Petra Durst-Benning mit ihrer kleinen Köchin Fabienne die Fahrzeit im Auto versüßt und wieder ist mir oft das Wasser im Mund zusammengelaufen. Auch dieser zweite Band der Trilogie „Alte Hoffnung, neue Wege“ konnte mich wieder überzeugen.
Ich war überrascht, wie schnell es ging, mich wieder in Fabiennes Welt zurechtzufinden, obwohl doch einige Bücher und Hörbücher dazwischen lagen. Inzwischen ist sie mit Yves, ihrem besten Freund, verheiratet und träumt noch immer den gleichen Traum: ein eigenes Restaurant zu eröffnen. Doch noch immer steht man einer Frau als Köchin kritisch gegenüber, lediglich der talentierte Küchenchef Noé gibt ihr eine Chance. Es geht eine mysteriöse Anziehungskraft von ihm aus und so sehr sich Fabienne anfangs auch dagegen sträubt, sie verliebt sich unsterblich in ihn und entzweit sich damit nicht nur von ihrem Ehemann, sondern auch vom Rest der Familie, die über diesen Ehebruch empört ist. Auch ihre ungleiche Freundin Stéphanie findet den Weg zurück in Fabiennes Leben doch über allem steht natürlich noch immer die unerschütterliche Hoffnung, ihren kleinen Sohn Victor wiederzufinden, der als kleines Kind vor ihren Augen entführt wurde. Wird Fabienne diesmal endlich wieder Glück erfahren dürfen im Leben?
Meine hohen Erwartungen, die ich an diesen zweiten Teil hatte, haben sich mal wieder auf wunderbare Weise erfüllt. Sicher liegt es auch an der angenehmen Stimme Svenja Pages‘, dich mich schon oft Hörbuch technisch begleiten durfte. Die Einblicke in die damalige Gastronomie mit ihren herrlichen französischen Rezepten taten ihr Übriges und so möchte ich auch diesmal wieder fünf duftende Sterne verteilen. Den dritten und somit leider letzten Teil habe ich mir eben schon bestellt und freue mich heute schon auf die Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 22.05.2026

Konnte mich leider nicht überzeugen ...

Mit der Flut
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Von Hamburg aus reist der junge Paul 1923 als blinder Passagier an Bord eines Auswandererschiffs nach Amerika. Wie es der Zufall will, lernt dort Antonina und ihre sizilianische Familie kennen. Die Beiden ...

Von Hamburg aus reist der junge Paul 1923 als blinder Passagier an Bord eines Auswandererschiffs nach Amerika. Wie es der Zufall will, lernt dort Antonina und ihre sizilianische Familie kennen. Die Beiden verlieben sich ineinander, wobei Antonias Liebe tiefer zu wurzeln scheint als Pauls. So hat seine Mutter dann auch ein recht leichtes Spiel, als sie ihn mit dem Versprechen zurück nach Deutschland lockt, ihn bei der Erfüllung seines größten Traums, Arzt zu werden, zu unterstützen. Im Jahr 1937 macht Paul sich auf den Weg in eine ungewisse Zukunft, die die Liebe des jungen Paars auf ein harte Probe stellt.

Basierend auf dem Lebensweg ihres Großonkels erzählt die Autorin Agnes Krup hier eine deutsch/amerikanisch/italienische Geschichte, die mich anhand des Klappentextes und des wunderschönen Covers magisch angezogen hatte, hatte mich doch ihr Buch „Sommergäste“ ziemlich gut abgeholt. Leider wurde ich diesmal enttäuscht. Ich fand die Figur des Pauls so dermaßen unsympathisch, dass er mir immer schwerer fiel, hier am Ball bleiben zu können.

Ich kann diesmal deshalb für mich persönlich nur drei von fünf Sternen vergeben und verzichte auf eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 22.05.2026

Eine bewegende Reise in die Vergangenheit ...

Das Bernsteincollier
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Nachdem ich von dem neuesten Buch der Autorin „Töchter der verlorenen Heimat“ so begeistert war, begann ich ein wenig zu recherchieren und stieß dabei auf „Das Bernsteincollier“ (Band 1 von 4 ihrer bewegenden ...

Nachdem ich von dem neuesten Buch der Autorin „Töchter der verlorenen Heimat“ so begeistert war, begann ich ein wenig zu recherchieren und stieß dabei auf „Das Bernsteincollier“ (Band 1 von 4 ihrer bewegenden Familiengeschichten). Und genau so schnell wie bei erstgenanntem Buch war ich wieder eingetaucht in eine spannende Spurensuche in die Vergangenheit.

Diesmal treffe ich in der Gegenwart auf Inga, Magnus und ihre Mutter Pernilla, die dem totgeweihten Kalle inzwischen nicht mehr von der Seite weichen. Er hat nicht mehr lange zu leben, doch seine Geschichte ist noch nicht auserzählt. Er verbirgt ein Geheimnis, vor dessen Aufklärung er sich gleichzeitig zu fürchten scheint und doch der Entdeckung entgegenfiebert. Spontan macht sich Enkelin Inga nach dem Fund eines wunderbaren Bernsteincolliers auf den Weg in das frühere Königsberg in Ostpreußen, wo ihr Opa seine Wurzeln zu haben scheint. In Begleitung des sehr kundigen Reiseführer Andrej, dem sie vor Ort über den Weg läuft, beginnt sie ihre Recherche, doch das Geheimnis scheint so schnell nicht aufgedeckt zu wollen …

Der Schreibstil ist – wie von der Autorin gewohnt - angenehm flüssig und ich wollte das Buch gar nicht mehr zur Seite legen. Ihr kennt das Gefühl, wenn man einfach noch schnell ein Kapitel lesen möchte aus dem dann zehn werden und man deshalb morgens gerädert im Büro ankommt? Sehr gut gefallen hat mir die fundierte Recherchearbeit von Eva, die dem Roman die nötige Tiefe gibt, die er verdient.

Ich möchte das Buch an dieser Stelle unbedingt weiterempfehlen und vergebe sehr gerne mit fünf Sternen die volle Punktzahl.

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Veröffentlicht am 21.05.2026

Der Kreis schließt sich mit diesem dritten Band ...

Vielleicht können wir glücklich sein
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Mit „Vielleicht können wir glücklich sein“ schließt sich der Kreis rund um Klara und ihre Familie aber auch um die Gegenwart, in der Klaras Enkelin Isabell versucht die Vergangenheit ihrer Großmutter aufzuarbeiten. ...

Mit „Vielleicht können wir glücklich sein“ schließt sich der Kreis rund um Klara und ihre Familie aber auch um die Gegenwart, in der Klaras Enkelin Isabell versucht die Vergangenheit ihrer Großmutter aufzuarbeiten. Was für einen Schatz ihr ihre Oma hinterlassen hat, wird ihr schnell klar, als sie die vielen Kassetten findet, auf denen Klara ihre Lebenserinnerungen gesprochen hat, die Alexa Hennig von Lange auch schon in den ersten beiden Bänden der Trilogie in Teilen verarbeitet hat.

Doch auch ein Brief findet sich schließlich, in dem ihr Großvater Täve seiner Frau berichtet, dass er die angenommene jüdische Tochter Tolla in einem Treck in Richtung Konzentrationslager sah. Gepeinigt von Schuldgefühlen versucht Klara sich selbst und ihre vier Kinder durch den Krieg zu bringen …

Dass die im Buch beschriebenen Ereignisse auf wahren Begebenheiten beruhen und das Leben der Großmutter der Autorin beschreiben, machte die Geschichte für mich als Leserin noch viel intensiver als sie sowieso schon war. Die Ereignisse erklären wiederum ganz wunderbar, warum Klara schließlich zu der recht unnahbaren, fast gefühlskalt wirkenden Frau wurde, die sie nach dem Krieg war.

Der ruhige Schreibstil wirkt eindringlich, ohne belehrend zu sein wofür ich gerne diesmal gerne vier Sterne und eine Leseempfehlung vergebe. Eine sehr bewegende Lebensgeschichte!

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