Profilbild von engineerwife

engineerwife

Lesejury Star
offline

engineerwife ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit engineerwife über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.08.2026

Not macht erfinderisch ...

Der Club der Unbeugsamen
0

„Der Club der Unbeugsamen“ ist ein Buch, mit dem man sich ein bequemes Eckchen auf dem Sofa suchen sollte, denn mit seinen 850 Seiten ist es wahrlich kein Leichtgewicht. Mir hat die Reise ins Mississippi ...

„Der Club der Unbeugsamen“ ist ein Buch, mit dem man sich ein bequemes Eckchen auf dem Sofa suchen sollte, denn mit seinen 850 Seiten ist es wahrlich kein Leichtgewicht. Mir hat die Reise ins Mississippi der 1930er Jahre vom Sofa aus jedoch riesigen Spaß gemacht. Sie führte mich mitten rein in die Prohibition, von der sich jedoch längst nicht jeder abschrecken ließ. Im Gegenteil, so manchen schien sie erst recht in die Fänge der Alkoholsucht zu treiben! Die Protagonistinnen Meg, Birdie und Charlie jedoch lassen sich davon nicht beeindrucken. Meg, das gerade einmal elfjährige Waisenmädchen, das schon früh lernen muss, auf eigenen Beinen zu stehen, Birdie Calhoun, die mit ihrer direkten und unerschrockenen Art die Lügen der feinen Gesellschaft durchschaut, und Charlie, die mit dem Rücken zur Wand steht und trotzdem nicht aufgibt. Jede von ihnen hat ihr eigenes Päckchen zu tragen, und gerade diese unterschiedlichen Lebensgeschichten haben die Handlung für mich so besonders gemacht.

Ich fand es spannend, wie viel man nebenbei über das Leben und die gesellschaftlichen Verhältnisse dieser Zeit erfährt. Die Atmosphäre in Mississippi wird sehr lebendig vermittelt, und ich konnte mir die damalige Welt beim Lesen richtig gut vorstellen. Die Armut, die durch den Börsencrash entstanden war, die Rassentrennung und Diskriminierung und das Predigen der ewigen Moralapostel konnte man in jedem Buchkapitel spüren.

An der einen oder anderen Stelle war mir die Geschichte zwar etwas zu langatmig, aber ehrlich gesagt hat das meinem Leseerlebnis kaum etwas genommen. Für mich war letztlich jede Seite ihre Zeit wert. „Der Club der Unbeugsamen“ der bekannten Autorin Kathryn Stockett steht seinem Vorgänger „Die guten Geister“ in nichts nach. Lange mussten Kathryns Fans auf das neue Buch warten, doch … was soll ich sagen … ich finde, es hat sich gelohnt. Sie präsentiert uns einen atmosphärischen, bewegenden und zugleich unterhaltsamen historischen Roman, den ich sehr gerne gelesen habe und dem ich deshalb verdiente 4,5 von 5 möglichen Sternen gebe.

Veröffentlicht am 18.08.2026

Ein Stück Geschichte, das mich persönlich berührt hat ...

Sonnenberg
0

Im Mittelpunkt des neuen Romans von Brigitte Glaser stehen die Freundinnen Johanna und Luzie, die Mitte der 1970er-Jahre gemeinsam in Freiburg studieren und in einer WG leben. Während Luzie nach einer ...

Im Mittelpunkt des neuen Romans von Brigitte Glaser stehen die Freundinnen Johanna und Luzie, die Mitte der 1970er-Jahre gemeinsam in Freiburg studieren und in einer WG leben. Während Luzie nach einer längeren Reise aus Marokko zurückkehrt, auf die sie eigentlich gemeinsam mit ihrer Freundin Luzie gehen wollte, verändert sich Johannas Leben durch den Tod ihres Vaters grundlegend. Sie muss ihr Studium aufgeben und neben der Übernahme des elterlichen Winzerbetriebs am Kaiserstuhl auch noch ihr kleines Töchterchen Betty allein großziehen. Als sie sich schließlich dem Widerstand gegen das geplante Kernkraftwerk in Wyhl anschließt, geraten nicht nur ihre eigenen Vorstellungen vom Leben, sondern auch Freundschaften und gesellschaftliche Rollen ins Wanken.

Mit „Sonnenberg“ hat Brigitte Glaser ein sehr interessantes und spannendes Buch über eine Zeit geschrieben, die mich persönlich besonders berührt hat. Im Jahr 1975, in dem dieses Buch spielt, war ich erst zwölf Jahre alt und damit eigentlich noch zu jung, um die politischen Zusammenhänge wirklich zu verstehen. Aber vieles von dem, was damals passierte, ist mir im Gedächtnis geblieben, denn diese Proteste gegen den Bau von AKWs zog sich ja noch Jahre hin und auch ich rutschte damals ab und zu in diese Kreise rein. Beim Zuhören wurden dadurch viele Erinnerungen wieder lebendig und versetzten mich zurück in eine aufrührerische und aufregende Zeit.

Ein spannender, bewegender und gleichzeitig sehr persönlicher Roman über starke Frauen, Freundschaft und eine Zeit des Aufbruchs und der Veränderung. Von mir gibt es dafür sehr verdiente fünf Sterne verbunden mit einem ganz herzlichen Dank an die Autorin, dass sie diese Erinnerungen nochmals in mir geweckt hat.

Veröffentlicht am 02.08.2026

Großartig recherchiert und spannend geschrieben ...

Die geheime Mission
0

Immer, wenn ich ein Buch des Autors Titus Müller in den Händen halte, kann ich mir sicher sein, bestens unterhalten zu werden. Genauso ging es mir auch mit seinem neuesten Werk „Die geheime Mission“, dem ...

Immer, wenn ich ein Buch des Autors Titus Müller in den Händen halte, kann ich mir sicher sein, bestens unterhalten zu werden. Genauso ging es mir auch mit seinem neuesten Werk „Die geheime Mission“, dem ersten Band einer Dilogie rund um die junge Nela, deren geschiedene Eltern beschlossen haben, entgegengesetzte Wege zu gehen. Während die Mutter als überzeugte Kommunistin in der Sowjetischen Besatzungszone lebt, hat sich der Vater für ein Leben als CIA-Agent entschieden. Größer können die Unterschiede kaum sein und so ist auch Nela hin und her gerissen zwischen Vater und Mutter.

Um sie herum überschlagen sich die Ereignisse um die Berlin-Blockade und der allseits gefürchtete Kalte Krieg nimmt beharrlich seinen Lauf. Wie wird sich Nela am Ende entscheiden, wird sie überhaupt eine Wahl haben?

Mal wieder hat Titus Müller mit „Die geheime Mission“ ein Buch geschaffen, dass ich schwer zur Seite legen konnte. Durch seine fantastische Recherchearbeit und viel Liebe zum Detail schafft er ein Meisterwerk, das Fiktion und wahre Begebenheiten zu einem bewegenden Roman verstrickt. So anschaulich beschreibt er die Charaktere und auch die Ereignisse, dass man beim Lesen fast meint, das Dröhnen der „Rosinenbomber“ am Himmel zu hören. Wieder einmal habe ich viel gelernt ohne mich belehrt gefühlt zu haben. Im Gegenteil – der stets aufrecht erhaltene Spannungsbogen machte das Buch zu einem echten Leseerlebnis. Gerne empfehle ich das Buch all denjenigen, die historische und vor allem auch Spionage Romane lieben und freue mich natürlich heute schon auf den Folgeband und ein Wiedersehen mit Nela. Aber halt … da war noch was … natürlich vergebe ich von Herzen kommende und überzeugte dicke fünf Sterne! Vielen Dank, lieber Titus!

Veröffentlicht am 02.08.2026

Fünf Sterne für Cora und Onnen!

Sturmland
0

She did it again!

Mit "Sturmland" hat die bekannte und beliebte Autorin Miriam Georg mal wieder eine Geschichte geschaffen, die mich komplett in seinen Bann gezogen hat. Im Mittelpunkt stehen Cora und ...

She did it again!

Mit "Sturmland" hat die bekannte und beliebte Autorin Miriam Georg mal wieder eine Geschichte geschaffen, die mich komplett in seinen Bann gezogen hat. Im Mittelpunkt stehen Cora und Onnen, zwei starke und vielschichtige Figuren, deren Wege sich in einer Zeit voller Herausforderungen und gesellschaftlicher Umbrüche kreuzen. Beide versuchen sich auf ihre ganz eigene Art vor dem wahren Leben zu verstecken und tragen mehr als ein Geheimnis in sich. Ist es das, was diese beiden unterschiedlichen Charaktere verbindet und schließlich aneinander schweißt? Doch wie lange können sie die Augen schließen und hoffen, dass alles gut gehen wird? "Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt alles an das Licht der Sonnen!" Diesen Spruch hat schon vor viele Jahren meine Oma geprägt ...

Die Geschichte hat mich emotional sehr berührt und ich habe bis zum Schluss mit ihnen mit gefiebert. Aber auch die realen Elemente rund um den Roman haben mich beeindruckt ... die Anfänge der Seenotrettung, der Beginn der Strandbäder und natürlich das wilde Meer, das ich förmlich riechen konnte.

Da es sich bei "Sturmland" um den ersten Band einer Dilogie handelt, lässt mich die Autorin mit einem Cliffhanger im wahrsten Sinne des Wortes hängen. Nun freue ich mich natürlich doppelt auf den nächsten Teil, der wohl dieses Jahr noch erscheinen soll.

Die Geschichte, vorgetragen von der talentierten Hörbuchsprecherin Tanja Fornaro, war so fesselnd, dass ich jede Gelegenheit genutzt habe, weiterzuhören. Hierfür vergebe ich von Herzen kommende fünf von fünf Sternen!

Veröffentlicht am 02.08.2026

Gute Idee, aber nicht ganz meins ...

Verlorene Schäfchen
0

Ich hatte mich auf das Buch "Verlorene Schäfchen" gefreut, weil es doch einigen in meinem "Buchbekanntenkreis" sehr gut gefallen hatte und die Geschichte interessante Themen wie Selbstfindung, Beziehungen ...

Ich hatte mich auf das Buch "Verlorene Schäfchen" gefreut, weil es doch einigen in meinem "Buchbekanntenkreis" sehr gut gefallen hatte und die Geschichte interessante Themen wie Selbstfindung, Beziehungen und die Suche nach dem eigenen Platz im Leben behandelt. Der Einstieg fiel mir leicht, und der Schreibstil von Madeline Cash ist angenehm und flüssig.

Trotzdem hat mich das Buch insgesamt leider nicht ganz überzeugt. Einige Figuren fand ich sympathisch, aber ich konnte keine wirklich tiefe Verbindung zu ihnen aufbauen. Auch die Handlung zog sich für meinen Geschmack an manchen Stellen etwas, sodass ich zwischendurch das Gefühl hatte, dass nicht viel passiert. Ich hatte mir mehr beißenden Humor vorgestellt, der hier leider meiner Meinung nach zu kurz kam. Ich fand die Geschichte doch ziemlich konstruiert.

Die Grundidee hat mir gut gefallen, und es gab auch einige berührende Momente. Insgesamt hat mir jedoch etwas gefehlt, um mich wirklich mitzureißen. Deshalb vergebe ich 3 von 5 Sternen – ein solides Buch, das sich gut lesen lässt, mich aber emotional nicht vollständig erreichen konnte. Dennoch behalte ich die Autorin im Hinterkopf und bleibe gespannt, wie es nach ihrem Debütroman weitergehen wird.