Not macht erfinderisch ...
Der Club der Unbeugsamen„Der Club der Unbeugsamen“ ist ein Buch, mit dem man sich ein bequemes Eckchen auf dem Sofa suchen sollte, denn mit seinen 850 Seiten ist es wahrlich kein Leichtgewicht. Mir hat die Reise ins Mississippi ...
„Der Club der Unbeugsamen“ ist ein Buch, mit dem man sich ein bequemes Eckchen auf dem Sofa suchen sollte, denn mit seinen 850 Seiten ist es wahrlich kein Leichtgewicht. Mir hat die Reise ins Mississippi der 1930er Jahre vom Sofa aus jedoch riesigen Spaß gemacht. Sie führte mich mitten rein in die Prohibition, von der sich jedoch längst nicht jeder abschrecken ließ. Im Gegenteil, so manchen schien sie erst recht in die Fänge der Alkoholsucht zu treiben! Die Protagonistinnen Meg, Birdie und Charlie jedoch lassen sich davon nicht beeindrucken. Meg, das gerade einmal elfjährige Waisenmädchen, das schon früh lernen muss, auf eigenen Beinen zu stehen, Birdie Calhoun, die mit ihrer direkten und unerschrockenen Art die Lügen der feinen Gesellschaft durchschaut, und Charlie, die mit dem Rücken zur Wand steht und trotzdem nicht aufgibt. Jede von ihnen hat ihr eigenes Päckchen zu tragen, und gerade diese unterschiedlichen Lebensgeschichten haben die Handlung für mich so besonders gemacht.
Ich fand es spannend, wie viel man nebenbei über das Leben und die gesellschaftlichen Verhältnisse dieser Zeit erfährt. Die Atmosphäre in Mississippi wird sehr lebendig vermittelt, und ich konnte mir die damalige Welt beim Lesen richtig gut vorstellen. Die Armut, die durch den Börsencrash entstanden war, die Rassentrennung und Diskriminierung und das Predigen der ewigen Moralapostel konnte man in jedem Buchkapitel spüren.
An der einen oder anderen Stelle war mir die Geschichte zwar etwas zu langatmig, aber ehrlich gesagt hat das meinem Leseerlebnis kaum etwas genommen. Für mich war letztlich jede Seite ihre Zeit wert. „Der Club der Unbeugsamen“ der bekannten Autorin Kathryn Stockett steht seinem Vorgänger „Die guten Geister“ in nichts nach. Lange mussten Kathryns Fans auf das neue Buch warten, doch … was soll ich sagen … ich finde, es hat sich gelohnt. Sie präsentiert uns einen atmosphärischen, bewegenden und zugleich unterhaltsamen historischen Roman, den ich sehr gerne gelesen habe und dem ich deshalb verdiente 4,5 von 5 möglichen Sternen gebe.