»Nichts wollte ich lieber, als diese Zeit für immer zu vergessen.«
Wie geht man mit Schuld um, die man verspürt, obwohl man eigentlich nur im Sinne der Menschlichkeit gehandelt hat und den Ausgang der eigenen Tat nicht vorhersehen konnte und so auch gar nicht gewollt ...
Wie geht man mit Schuld um, die man verspürt, obwohl man eigentlich nur im Sinne der Menschlichkeit gehandelt hat und den Ausgang der eigenen Tat nicht vorhersehen konnte und so auch gar nicht gewollt hätte?
Als die zuerst namenlose ältere Frau nach der Wiedervereinigung einen Brief von ihrer Rentenversicherung bekommt, um Auskunft über die Beschäftigungsverhältnisse ihrer frühen Jahre zu erlangen, scheint nun – Jahrzehnte später – alles ans Licht zu kommen. Als Konsequenz beschließt sie, ihre eigene, wirkliche Geschichte aufzuschreiben und den Deckmantel der Lügen, unter dem sie so lange gelebt hat, abzulegen.
Zugleich ist da noch Lene, die sich in Joop de Jong verliebt. Eine Liebe die nicht sein darf. Sie wird nach Ratingen geschickt, wartet nach einigen Briefwechseln und Besuchen von Joop auf eine weitere Nachricht und lässt sich enttäuscht darüber auf einen anderen Mann ein und wird schwanger. Schon früh merkt sie, dass ihr Sohn Leo anders ist und für Vieles länger braucht. Als ihm jedoch die Diagnose des „erworbenen Schwachsinns“ diagnostiziert wird, kann sie es nicht fassen.
Durch Leo treffen die beiden Frauen aufeinander und Lene riskiert ihr Leben für das von Noras Sohn.
Damit sind die Handlungsstränge nur gewissermaßen angerissen.
Anfangs fängt der Roman noch langsam an, doch merkt man schnell, dass Nora etwas Unheilvolles bevorsteht. Ihre eigene Vergangenheit, die sie vergessen wollte und mit der sie nun doch noch einmal konfrontiert wird.
Dieser Roman erzählt von Freundschaft und Liebe in dunklen Zeiten des Hasses und der Unterdrückung, klärt über verschiedenste Geschehnisse auf und das, indem sie drei wahre Berichte von Zeitzeuginnen fiktionalisiert in ihren Roman verwebt.
Mechtild Borrmanns Romane – nicht nur dieser – erinnern an Geschehnisse, die so furchtbar sind, dass wir sie nie, niemals vergessen dürfen und genau diese Erinnerungen schafft sie mit ihren Büchern lebendig zu halten. Somit sind ihre Bücher keineswegs Unterhaltungsliteratur, sondern ein Stück Zeitgeschichte.