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Veröffentlicht am 28.05.2020

Vater Panda und Sohn

Pandatage
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Pandatage erzählt die tragische Geschichte von Danny und seinem 11-jährigen Sohn Will, die lernen müssen ohne Ehefrau Liz bzw. Mutter auszukommen. Trotz des schweren Verlustes und weiterer Schicksalsschläge ...

Pandatage erzählt die tragische Geschichte von Danny und seinem 11-jährigen Sohn Will, die lernen müssen ohne Ehefrau Liz bzw. Mutter auszukommen. Trotz des schweren Verlustes und weiterer Schicksalsschläge erzählt der Autor mit leichter Hand und einer Prise Humor von deren täglichen Über-Leben. Sehr emotional wird geschildert, wie die Beiden ihre Trauer überwinden und zu einem Team zusammenwachsen.

Danny ist sehr früh Vater geworden und hat immer viel gearbeitet, um für den Lebensunterhalt zu sorgen. Als seine Frau tödlich verunglückt, steht er plötzlich allein mit Allem da. Sein Sohn hat den Unfall miterlebt und ist verstummt. Danny verliert seine Arbeit und der Verlust der Wohnung droht aufgrund von Mietschulden.
Er sucht nach neuen Möglichkeiten und kauft ein Pandakostüm, um sich als Tanzbär zu verdingen. Leider ist er auch darin nicht wirklich gut. („Soll ich einen Krankenwagen rufen…? …heißt das du hast gerade keinen Anfall…“)
Als Will den Panda im Park trifft, beginnt er mit diesem zu sprechen, denn er weiß nicht, dass sein Vater in dem Kostüm steckt.

Die rund 380 Seiten lassen sich gut lesen, der Schreibstil ist angenehm und locker. Das Buch ist schön gestaltet mit einem recht schlichten Cover, das mir gut gefällt. Es gibt sogar ein farblich passendes Lesebändchen. Die einzelnen Kapitel beginnen immer mit einem kleinen Pandamotiv.

Neben Danny und Will kommen noch viele Nebenfiguren vor, die ebenso liebevoll beschrieben wurden, wie die Hauptdarsteller der Geschichte. Die meisten wichtigen Personen sind hier tatsächlich vielschichtig angelegt. Da ist ein toller Lehrer, den man allzu gerne auch für seien Kinder hätte, eine zynische Tänzerin, die Danny Unterricht gibt und sich seiner annimmt und Ivan, Dannys Kollege und Freund.
Die Unterstützung, die Danny und Will durch diese Personen erhalten sind sehr warmherzig. So schaffen es die Beiden sich endlich richtig kennenzulernen und gemeinsam den Alltag zu bestehen, nach und nach können sie die Trauer überwinden, die Depression hinter sich lassen und gewinnen an Hoffnung und Selbstvertrauen. Besonders für Will ist das wichtig, da er in der Schule gemobbt wird.
So schneidet der Autor mehrere schwierige Themen an und zeigt, wie durch Freundschaft und Mut geholfen werden kann, das Ganze immer wieder aufgelockert durch Situationskomik und Humor, wo es denn passt.
Die Geschichte hat mir bis auf das Ende mit dem Vermieter sehr gut gefallen.
Dennoch insgesamt eine schöne emotionale warmherzige Geschichte, die auch nach Beendigung des Buches noch einen Nachhall hat.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.05.2020

Huldas letzter Fall

DUNKEL
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Hulda Hermannsdóttir, Kommissarin bei der Polizei Reykjavík, steht ein paar Monate vor ihrer Pensionierung, als ihr Chef ihr plötzlich ihr Büro benötigt. Sie soll möglichst heute noch in den Ruhestand ...

Hulda Hermannsdóttir, Kommissarin bei der Polizei Reykjavík, steht ein paar Monate vor ihrer Pensionierung, als ihr Chef ihr plötzlich ihr Büro benötigt. Sie soll möglichst heute noch in den Ruhestand gehen, um für einen jungen vielversprechenden Kollegen Platz zu machen. Hulda kann sich mit dem Ruhestand nicht anfreunden und kämpft um 2 Wochen und einen Fall ihrer Wahl. Hulda ist eine gestandene und eigentlich erfolgreiche Polizistin, aber sie wurde beruflich von der männerdominierten Hierarchie immer übergangen. Ihr Mann und ihre Tochter sind verstorben, Hulda wirkt auf die Kollegen wie eine verbitterte Frau.
In ihren letzten Tagen bei der Polizei möchte sie den Tod einer jungen Russin, der ein Jahr zurückliegt, aufklären. Der ermittelnde Beamte konnte als Liebling des Chefs eine schlampige Arbeit riskieren, schließlich ging es „nur“ um eine Asylantin. Sehr schnell findet sie einige Anhaltspunkte, an denen sie anknüpfen kann.
Unterbrochen wird diese Kriminalgeschichte durch die Bezüge zu Huldas letztem Fall, den sie wegen des vorzeitigen Ruhestandes unabgeschlossen abgeben musste. Aber auch durch zeitlich zurückliegende Einblendungen, um eine junge Mutter, die um ihr Kind kämpft und ein Paar, das einen Ausflug in das winterliche Hinterland macht.
Während Hulda versucht den aktuellen Fall zu lösen, sucht sie gleichzeitig nach einem neuen Platz für ihr zukünftiges Leben, indem sie Kontakt zu einem Wanderfreund aufbaut. Aber auch ihre jüngste Familiengeschichte scheint sie zunehmend zu beschäftigen.

Es handelt sich hier um einen Trilogieauftakt, der ungewöhnlicher Weise mit Huldas letzten Fall beginnt. Wie der Autor nun auf vorangegangene Fälle eingehen möchte und wie er die Bände miteinander verknüpft, erwarte ich gespannt. Nach einem etwas gestelztem Anfang, den mich nur meine Vorliebe für Island durchhalten ließ, hat mich das Buch doch sehr fesseln können. Zunehmend kam es zu neuen Wendungen und Entwicklungen, die man so nicht vorhersehen konnte. Huldas Charakter hat sich im Laufe des Buches als vielschichtig und interessant dargestellt. Ihr Lebensumfeld hat es ihr zu keiner Zeit leicht gemacht, einige Entwicklungen und Entscheidungen werden so im Laufe der Geschichte verständlich. Der Titel stellt einen guten Bezug zum Inhalt her, der sich erst bei der Lektüre erschließt.
Gelungener Auftakt mit Luft nach oben.




  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.05.2020

Gartenmitbewohner gesucht

Meise mag Melisse
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Elke Schwarzer stellt in ihrem Buch viele verschiedene Pflanzen vor und die heimischen Tiere, denen diese Pflanzen als Lebensraum oder Nahrungsquelle dienen. So hat man die Möglichkeit mit einer gezielten ...

Elke Schwarzer stellt in ihrem Buch viele verschiedene Pflanzen vor und die heimischen Tiere, denen diese Pflanzen als Lebensraum oder Nahrungsquelle dienen. So hat man die Möglichkeit mit einer gezielten Bepflanzung bestimmte Tiere erfolgreich in den eigenen Garten zu locken. Das Buch ist wunderschön aufgemacht und mit tollen Fotos zu den Tieren und Pflanzen ausgestattet. Zur Übersicht ist in der Kopfzeile jeder linken Seite nochmal das jeweilige Seitenthema genannt, so kann man auch beim schnellen Durchlaufenlassen der Seiten gezielt etwas finden.

Das Buch ist in fünf Kapitel: Ein Garten für Tiere, Lockmittel für Lieblingstiere (Eichhörnchen und Vögel), Lockmittel für Käfer, Schmetterlinge und Co, Lockmittel für Schwebfliegen, Projekte für Tiere und einen Serviceteil aufgeteilt.
Die Tiere werden jeweils mit Steckbrief und Fotos vorgestellt, dann werden die bevorzugten Pflanzen des Tieres beschrieben und es gibt noch Tipps zu den Sorten bzw. Alternativen zur Sorte.
Blaumeisen mögen wie der Titel schon verrät Melisse, aber auch Bergminze, Fenchel, Lavendel und Salbei. Alles Pflanzen, die ich bereits im Garten habe, daher erfreue ich mich bereits einer großen Schar dieser Gattung.
Ich finde es sehr faszinieren, zu lesen, wie unterschiedlich die Vorlieben der einzelnen Tiere sind.
Die Seiten rund um die Insekten fand ich besonders interessant, ich wusste bisher nicht, dass es soviel Sorten Bienen gibt. Die Pflanzentipps werde ich bei der Anlage unseres geplanten Insektengartens berücksichtigen.
Im Projektteil finden sich Bauanleitung für Igel- und Insektenhäuser, diverse Nisthilfen aber auch Basteltipps für Ohrwümerheime.
Der Serviceteil enthält Bezugsquellen und Tipps zum Weiterlesen.

Ein sehr gelungenes Buch, das ich sicher noch oft gerne zur Hand nehmen werde. Allein die tollen Fotos laden immer wieder zum entspannten Betrachten ein. Die Aufmachung lässt einen schnell das Gesuchte finden. Ein rundum tolles Buch, das hilft den eigenen Garten zu einem Naturerlebnisort zu machen, nebenbei kann man auf einfache Weise etwas für die Artenvielfalt der Heimat tun.
Ein tolles Sachbuch, mit geballter Wissensladung, dessen Fotos man aber auch zur Entspannung einfach nur genießen kann.

  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 16.05.2020

Selbstfindung mit Humor

Carpe diem
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In Autumn Cornwells „Carpe Diem“ geht es um die 16-jährige Vassar, die ihr Leben ambitioniert durchgeplant hat: Nach dem besten Schulabschluss und Auszeichnungen an der Eliteuniversität Vassar will sie ...

In Autumn Cornwells „Carpe Diem“ geht es um die 16-jährige Vassar, die ihr Leben ambitioniert durchgeplant hat: Nach dem besten Schulabschluss und Auszeichnungen an der Eliteuniversität Vassar will sie promovieren und mit 25 ihren Traummann heiraten sowie den Pulitzer Preis verliehen bekommen. Doch als ihre Großmutter ihre Eltern erpresst, damit Vassar in den Sommerferien mit ihre auf eine Südostasienreise gehen soll, wird ihr bisher so geregeltes Leben zum ersten Mal auf den Kopf gestellt. Mit zehn Koffern und aufblasbarem Toilettensitz ausgestattet macht sich Vassar auf die Reise und erkennt bald, dass nicht alles im Leben planbar ist…

Carpe Diem ist ein witziger Roman, der zeigt, dass nicht das ganze Leben planbar ist und man manchmal einfach das Ungeplante genießen sollte.
Vassar ist ein sehr sympathischer Hauptcharakter, der einem schnell ans Herz wächst. Zwar hat sie die besten Noten in der Schule, doch im echten Leben und vor allem im Dschungel kommt sie trotzdem nicht so gut klar, was immer wieder für lustige Momente sorgt.
Ihre flippige Großmutter und der malaysische Cowboy Hanks, in den Vassar sich verliebt, sorgen ebenfalls für Unterhaltung. Alle Charaktere sind vielseitig und sympathisch gestaltet und machen eine Entwicklung durch.

Der Schreibstil lässt sich gut lesen und das Familiengeheimnis, das Vassar auf ihrer Reise endlich enthüllt wird, sorgt für einen spannenden Höhepunkt!

Außerdem ist es toll, etwas über die asiatischen Länder und die Orte zu erfahren, zu denen die drei Protagonisten reisen. Der Roman ist sowohl für Jugendliche in Vassars Alter als auch für Erwachsene unterhaltsam.

Insgesamt ein lustiger und herzerwärmender Roman, den bestimmt noch einmal lesen werde und empfehlen kann.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.05.2020

Naja

Der Wald, vier Fragen, das Leben und ich, Von einer Begegnung, die alles veränderte
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Das kleine Büchlein ist niedlich und liebevoll gestaltet, die 120 Seiten hat man fix gelesen. Leider habe ich den Inhalt auch fix ad acta gelegt. Das Buch ist ein Dialog zwischen zwei Frauen, wobei die ...

Das kleine Büchlein ist niedlich und liebevoll gestaltet, die 120 Seiten hat man fix gelesen. Leider habe ich den Inhalt auch fix ad acta gelegt. Das Buch ist ein Dialog zwischen zwei Frauen, wobei die ältere Frau der Jüngeren Denkanstöße liefert und ihr Fragen stellt, damit diese an ihrem Leben und ihrer Einstellung arbeiten kann. Das Ganze kommt mir sehr konstruiert und flach vor. Hier bekommt man keine neuen Impulse, um im Alltag achtsamer zu werden, die Anregungen sind flach und nichtsagend. Jeder normale Mensch kommt von selber auf solche Ideen, vor allem sollte man das von einer jungen privilegierten Frau wie hier beschrieben erwarten. Da das Buch beim dtv erschienen ist und optisch zu den Büchern von John Strelecky passt und diese Autorin als Stress und Burnout Beraterin arbeitet hatte ich hier wohl zu viel erwartet. Schade

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere