Erinnerungen an eine verheimlichte Verwandte
Die verheimlichte GroßmutterDie Familie Mühlberger aus Reit im Winkel ist weit verzweigt, viele Kinder zu haben, war vor dem ersten Weltkrieg üblich. Erst nach dem Tod des Großvaters stößt Helene auf ein Holzkreuz mit dem ihr unbekannten ...
Die Familie Mühlberger aus Reit im Winkel ist weit verzweigt, viele Kinder zu haben, war vor dem ersten Weltkrieg üblich. Erst nach dem Tod des Großvaters stößt Helene auf ein Holzkreuz mit dem ihr unbekannten Namen Therese Mühlberger. Die Nachforschungen zu dieser ihr unbekannten Frau kann man hier nachlesen.
Therese Mühlberger wurde 1898 geboren. Sie ist nach Beendigung der Schule nicht als Magd auf einen großen Hof gegangen, wie es dort für Mädchen wie sie üblich war, sondern ging als Hausmädchen in ein Krankenhaus in der Stadt. Später wurde sie Hebamme und übte diesen Beruf in der alten Heimat gerne aus. Doch dann erfuhr ihr Leben einige Schicksalsschläge, sie wurde krank und dies war in der mittlerweile hereingebrochenen NS-Zeit ein Makel, der tragisch verlaufen konnte.
Das Buch erzählt in einfacher Sprache von der Geschichte der Mühlbergers, insbesondere von Therese. Das Buch lässt sich gut vorlesen und kann durch die große Schrift auch gut von Menschen mit Sehschwäche gelesen werden. Der Stil ist teils etwas holprig und distanziert, konnte mich aber noch gut im Buch halten.
Die Geschichte endet - wie so viele aus dieser Zeit - leider tragisch. Es war interessant zu lesen, was alles noch herausgefunden werden konnte. Das Schweigen, das in dieser Zeit und danach oft vorherrschte, wurde durch die vehementen Nachfragen und Recherchen gebrochen. Sicherlich heilsam für die Familie, die eigene Geschichte aufzuarbeiten, aber auch wichtig für die Allgemeinheit, um zu mahnen, dass so etwas nie wieder geschehen darf. Die Gräuel des NS-Regimes gegenüber Kranken und Hilflosen sollten niemals vergessen werden.