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Veröffentlicht am 09.06.2026

Suche nach Juli

Weil sie lügt
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Anna ist verzweifelt. Ihre Schwester Juli ist verschwunden, seitdem scheint die Welt aus den Angeln gehoben zu sein. Alle sind traurig, doch dies können sie gar nicht verarbeiten, denn die Polizei hält ...

Anna ist verzweifelt. Ihre Schwester Juli ist verschwunden, seitdem scheint die Welt aus den Angeln gehoben zu sein. Alle sind traurig, doch dies können sie gar nicht verarbeiten, denn die Polizei hält den Vater für schuldig. Während er monatelang im Gefängnis auf das Ende der Untersuchungen wartet, versinkt die labile Mutter immer mehr in ihren Depressionen. Der kleine Bruder braucht Halt und Betreuung, das findet er nur bei Anna, die zudem plötzlich Geld für die Familie verdienen muss. Die Familie wird öffentlich geächtet und ausgeschlossen, Anna will sich damit nicht abfinden und versucht den wahren Täter und auch ihre Schwester zu finden. Währenddessen rollt die Polizei den Fall noch einmal von Anfang an auf und nimmt auch Anna ins Visier.
Während Anna an vielen Fronten kämpft, erfahren wir auch viel über die Ermittlungsarbeit. Die Geschichte wird abwechselnd aus Annas Sicht und aus der der Polizistin Katharina erzählt. Diese Perspektivwechsel machen den Krimi spannend und unterhaltsam. Im Hörbuch lesen Rebecca Veil und Elke Appelt die Kapitel der Frauen im Wechsel vor. Beiden gelingt es sehr gut die unterschiedlichen Stimmungen zu transportieren.
Durch neue Figuren und ungeahnte Wendungen gibt es immer neue Verdachtsmomente und schließlich ein Finale, das überraschen kann.
Ich habe das kurzweilige Hörbuch sehr gerne gehört. Einen Punkt ziehe wegen des Endes ab, das zwar schlüssig aber doch etwas unwahrscheinlich wirkte. Der Spannung hat dies aber nicht geschadet.

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Veröffentlicht am 29.05.2026

Tauchgang in den Alltag

Deep Dive im Alltag
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Die Autorin hat sich von Alltagssituationen inspirieren lassen und diese mit Bibelworten verbunden. Machmal hilft so ein neuer Blick auf Alltägliches und der Fokus verschiebt sich. Ihre Erkenntnisse hat ...

Die Autorin hat sich von Alltagssituationen inspirieren lassen und diese mit Bibelworten verbunden. Machmal hilft so ein neuer Blick auf Alltägliches und der Fokus verschiebt sich. Ihre Erkenntnisse hat sie in 40 Andachten/ Motivationsquellen/ Auszeiten verarbeitet, die alle ähnlich aufgebaut sind. Nach der Überschrift mit dem Thema folgt eine Bibelstelle, die Gedanken der Autorin dazu und ein passendes Gebet. Danach gibt es die Rubrik "Ganz praktisch", in der man Hinweise findet, bzw. etwas zum Nachdenken, in wie weit man von dem Gelesenen etwas in das eigene Leben mitnehmen kann. Ein fünf-Wort Gebet ist stets der Abschluss.

Mir gefiel besonders gut, dass die Themen dem Familienalltag der Autorin entstammen. In vielen kleinen Dingen habe ich uns wiedererkannt, sei es die Hetze, die sich manchmal einstellt und einem nicht mehr von der Seite weicht oder eine kleine Unbedachtheit und der Familienfrieden löst sich in Luft auf und die Schwierigkeiten, die in Neuanfängen liegen, wie klein oder groß diese auch sein mögen.

Die Autorin regt zu einem neuen Blickwinkel an, der teils humorvoll daherkommt, dazu etwas Achtsamkeit und die Besonderheiten aus dem Alltag aufgreift, die schnell mal untergehen. Eine schöne Mischung, die mit christlichen Worten sinnvoll unterlegt ist.

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Veröffentlicht am 27.05.2026

Bonhoeffers Gedichte aus dem Gefängnis

Gebete, Gedichte und Gedanken aus dem Gefängnis
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Dietrich Bonhoeffer hat seine Leidenszeit im Gefängnis kreativ verarbeitet. Er konnte sein Schicksal als von Gott gegeben ansehen, und verbitterte nicht. Zu dieser Einstellung ist er jedoch erst nach und ...

Dietrich Bonhoeffer hat seine Leidenszeit im Gefängnis kreativ verarbeitet. Er konnte sein Schicksal als von Gott gegeben ansehen, und verbitterte nicht. Zu dieser Einstellung ist er jedoch erst nach und nach gelangt, das war schon ein Stück Arbeit, dass sich in seinen Werken wieder findet. Bonhoeffers Werk ist über Deutschland hinaus bekannt, insbesondere sein Gedicht: „von guten Mächten, wunderbar geborgen“ ist als Liedtext mit verschiedenen Melodien und in vielen Sprachen aus unterschiedlichen Konfessionen nicht mehr wegzudenken.
Seine Haltung gegenüber dem Unrechtsstaat hat auch die Widerstandsbewegung gegen das Apartheidregime in Südafrika und das Engagement der Solidarnosc in Polen inspiriert. Seine Worte sind auch heute noch eine Mahnung von Gewicht.

Dieses Buch ist in viele kurze Kapitel eingeteilt, in denen teils ein einzelnes Gedicht mit Erläuterung zu finden ist oder auch eine Zusammenfassung von Gebeten oder Gedichten, jeweils auch mit Ergänzungen.
Die Texte regen zum Nachdenken an und sind teils keine leichte Kost. Für mich ein Buch, das ich gerne mal zur Hand nehme, um etwas daran zu lesen. Ein Buch, das man immer mal wieder zur Hand nehmen kann und nicht am Stück liest..

Ein bewegendes Stück Zeitgeschichte, das auch heute noch aktuelle Bezüge hat.

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Veröffentlicht am 21.05.2026

Zwangspause

Pause
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Lena Kupke erzählt hier die Geschichte von Hanna aus Berlin, die in Magdeburg zusammenbricht und in die Notaufnahme kommt. Ihr Lebensgefährte hat keine Zeit und Lust, sie abzuholen, so landet sie bei ihren ...

Lena Kupke erzählt hier die Geschichte von Hanna aus Berlin, die in Magdeburg zusammenbricht und in die Notaufnahme kommt. Ihr Lebensgefährte hat keine Zeit und Lust, sie abzuholen, so landet sie bei ihren Eltern im Kinderzimmer in Lüneburg, wo sie auch aufgewachsen ist. Dort ist sie eigentlich ein bisschen übrig und möchte gerne wieder nach Hause, doch ihr Körper spielt einfach nicht mit. Immer wieder hat sie Panikattacken und Weinkrämpfe.
Das Leben im Elternhaus katapultiert sie wieder zurück in die Kindheit, viele alte Muster sind plötzlich wieder da. Hannas Körper verlangt eine Pause und sie muss dem nachgeben. Sie hat Zeit nachzudenken und vieles zu hinterfragen. Ihre Eltern und die Schwester sind nicht wirklich herzlich, wobei man nicht weiß, ob das schon immer so war, oder sie mit dieser Situation auch überfordert sind.
Wir erleben den Alltag mit dieser Familie, die sich ausschweigt und nicht auf Spurensuche geht, was mit Hanna geschehen ist, oder wie man ihr wirklich helfen kann. Eine Nachbarin und ein neuer, einfühlsamer Freund einer Dating App schaffen es aber zu Hanna durchzudringen. Bei diesen Menschen kann sie das Unaussprechliche endlich in Worte fassen, dies geschieht, ohne dass man dies mitlesen kann. Hannas Probleme werden während des ganzen Buches nur angedeutet. Lange habe ich etwas damit gehadert. Warum dies nicht wirklich auf den Punkt gebracht wird, sondern es ausschließlich bei Andeutungen bleibt. Letztendlich ist dieses Schweigen aber konsequent, denn Hannas Problem wird in unserer Gesellschaft gerne verschwiegen. Derartige Verluste können Frauen alleine bewältigen, Neuversuche starten oder sich einfach nicht so anstellen.
Hanna versucht bei ihrem Arzt Hilfe für die Bewältigung ihrer Verluste zu bekommen. Als die Familie durch den Tod eines Angehörigen einen gemeinsamen Verlust erleidet, brechen einige Verhärtung auf.
Die Autorin hat die Problematik gut aufgegriffen und erzählt. Durch verschiedene Wendung gelingt es, ihr Dynamik in die Familie zu bringen und Verhärtung aufzubrechen. Sie zeigt auf, dass solche Anfänge schmerzhaft sind und einen Weg bedeuten.
Lena Kupke hat ihr Buch selbst eingelesen, das ist ihr gut gelungen.

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Veröffentlicht am 21.05.2026

Nach starkem Anfang leider abgedriftet

Mit anderen Augen
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Als Tilda Finch bemerkt, dass ihr kleiner Finger verschwunden ist, ist sie ratlos, aber auch überrascht und verängstigt. Ihre Ärztin stellt die Diagnose Unsichtbarkeit. Eine weit verbreitete Krankheit ...

Als Tilda Finch bemerkt, dass ihr kleiner Finger verschwunden ist, ist sie ratlos, aber auch überrascht und verängstigt. Ihre Ärztin stellt die Diagnose Unsichtbarkeit. Eine weit verbreitete Krankheit bei Frauen in den Wechseljahren, es kann stagnieren, langsam oder schnell fortschreiten. Zu Tildas Finger gesellen sich leider noch die Nase und das Ohr, kurz darauf weitere Körperteile. Laut der Ärztin ist diese Krankheit unheilbar, Tildas Freundinnen, wollen das nicht wahrhaben und organisieren eine umstrittene Therapeutin, neben der ärztlich empfohlenen Selbsthilfegruppe. Tilda macht überall sehr unterschiedliche Erfahrungen.
Mir hat sehr gut gefallen, wie hier mit den Begriffen gespielt wird. Tilda gesteht ein, sich selbst schon seit Jahren aus den Augen verloren zu haben. Dass ältere Frauen oft unsichtbar sind, sich unsichtbar fühlen oder übersehen werden, kommt in unserer Gesellschaft häufig vor. Diese Unsichtbarkeitskrankheit als Metapher zu verwenden, ist im ersten Teil des Buches sehr gut geglückt.
Obwohl Tilda eine erfolgreiche Geschäftsfrau ist und zwei tolle Kinder hat, besitzt sie kaum SelbstwertGefühl. Die einzelnen Begebenheiten und Begegnungen zeigen dies auf einfühlsame und häufig auch humorvolle Art.
Tilda kann trotz der heftigen Diagnose noch etwas Humor bewahren und gut mit der Situation umgehen. Sie hat viele, sehr gute Freundinnen und starke Töchter, die sie unterstützen, zudem eine gesicherte wirtschaftliche Situation. Diese privilegierte Ausgangslage dürften nicht viele Frauen, die eine heftige Diagnose trifft, haben. Dennoch gefiel mir die Geschichte und Situation am Anfang des Buches gut. Die kurzen, eingängig geschriebenen Kapitel, die von passenden Zitaten eingeleitet, teils begleitet wurden, habe ich gerne gelesen.

Im zweiten Drittel hat mich die Geschichte jedoch verloren, über die Therapeutin wurden sehr interessante Ansätze vermittelt, mit denen Tilda gut arbeitete. Aber die Geschichte rutschte zunehmend ab in ein Lifestyle Ratgeber und wurde immer plakativer. Die Romanze, die am Anfang schön zu lesen war, wurde zu platt, das happy end war einfach zu viel. Hier hätte ich mir etwas anderes gewünscht, dieses Ende wirkte sogar gar nicht glaubhaft und passend zu dem Beginn.

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