Tilda Finch glaubt, sie sieht nicht richtig: Mit einem Mal ist ihr kleiner Finger verschwunden. Es folgen die Nase und das Ohr. Sie wird unsichtbar werden, sagt ihre Ärztin, doch das will Tilda auf keinen Fall zulassen. Schließlich hat sie eine Menge, wofür es sich lohnt, sichtbar zu bleiben: ihre wunderbaren Töchter, ein erfolgreiches Business und fantastische Freundinnen. Tilda nimmt all ihren Mut zusammen und beginnt, sich selbst mit anderen Augen zu sehen.
Dieses Buch ist etwas ganz Besonderes. In dieser Art habe ich jedenfalls noch kein Buch gelesen. Anfangs fand ich die Situation doch etwas irritierend. Nachdem ich mich aber darauf eingelassen ...
Dieses Buch ist etwas ganz Besonderes. In dieser Art habe ich jedenfalls noch kein Buch gelesen. Anfangs fand ich die Situation doch etwas irritierend. Nachdem ich mich aber darauf eingelassen habe, und das Buch als "modernes Märchen" angesehen hatte ging es gut.
Tilda Finch entdeckt eines Tages, dass ein Finger von ihr verschwunden ist. Es folgen darauf auch weitere Körperteile. Sie konsultiert ihre Ärztin, die ihr alles bestätigt und ihr sagt, dass sie an Unsichtbarkeit leidet. Obwohl Tilda vorher noch nie davon gehört hatte, gibt es dennoch in ihrer Nähe eine Selbsthilfegruppe mit Frauen die unter der gleichen Erkrankung leiden.
Tilda ist eigentlich eine Karrierefrau und leitet eine eigene Firma. Die Unsichtbarkeit macht ihr dabei und in ihrem Privatleben schwer zu schaffen. Sie ist aber eine Powerfrau und begibt sich auf die Suche nach der Ursache der Erkrankung.
Durch eine interessante Art wird man an vielen Stellen bei dieser Erzählung ins nachdenken gebracht. Trotz der skurrilen und beängstigenden Situation von Tilda gibt es aber auch an vielen Stellen etwas zu lachen.
Wer sich gerne auf eine andere Art von Erzählung einlassen will, der ist hier richtig!
Tilda Finch ist 52 Jahre alt, als sie eine bestürzende Diagnose erhält: sie wird unsichtbar. Nach Ansicht der Schulmedizin und ihrer Ärztin ist morbus invisibilis progredient und unheilbar. Sie befällt ...
Tilda Finch ist 52 Jahre alt, als sie eine bestürzende Diagnose erhält: sie wird unsichtbar. Nach Ansicht der Schulmedizin und ihrer Ärztin ist morbus invisibilis progredient und unheilbar. Sie befällt Frauen mit zunehmendem Alter und kann zu ihrem völligen Verschwinden führen. Die Gesellschaft nimmt dieses Leiden nicht wahr und die Forschung der Pharmaindustrie beschäftigt sich nicht damit. Wie kann das sein? Und muss sich Tilda wirklich in ein unabwendbares Schicksal fügen?
Nein, Tilda fügt sich nicht! Sie ist eine Frau, deren Leben man als privilegiert bezeichnen kann. Interessanterweise hat dies einige meiner Mitleserinnen gestört, so als ob ein Leben im Wohlstand und mit einem wunderbaren Umfeld automatisch vor Krankheiten schützen würde. Hat Tilda das Recht dazu, unsichtbar zu werden? Ich denke, dass gerade ihre gesellschaftliche Situation es ihr ermöglicht, sich intensiv mit dieser Diagnose auseinanderzusetzen. Es wäre ein völlig anderes Buch, wenn ihr nicht all die Möglichkeiten offen stehen würden, die sie schlussendlich nutzt. Und es wäre wirklich sehr schade, wenn wir als Leserinnen ihr dabei nicht über die Schulter gucken könnten.
Im ersten Moment ist Tilda bestürzt und betäubt sich mit Alkohol, scharrt ihre Freundinnen um sich und versucht zugleich, diese Krankheit zu verbergen. Doch dann setzt sie sich mehr und mehr mit der Unsichtbarkeit und möglichen Therapien auseinander. Sie besucht eine Selbsthilfegruppe, geht zu einer Therapeutin mit einem alternativen Heilungsansatz, nutzt Apps zur Meditation und meldet sich zu einem Schweige- und Meditations-Retreat an. Was sich nach einem schwermütigen Depressionsroman anhört, ist in Wirklichkeit voller Lebendigkeit. Das liegt sicherlich an der sehr sympathischen Tilda, die wunderbar authentisch gezeichnet wird. Wir begleiten sie durch emotionale Höhen und Tiefen, durchleben Schmerzhaftes ebenso wie Lebensfreude und Liebe. Und es liegt an dem wunderbaren Humor, mit dem die australische Autorin Jane Tara ihre Heldin ausgestattet hat. Tara geht wertschätzend und einfühlsam mit ihren Protagonistinnen um. Niemand wird vorgeführt. Man mag der Autorin vorwerfen, dass sie zu viele Klischees bedient und manche Passagen nach einem Ratgeber klingen. Aber dadurch ermöglicht sie es den Leserinnen, sich mit ihrer eigenen Selbstwahrnehmung über den spielerischen Vergleich zu Tilda auseinanderzusetzen. Manches ist eine literarische Therapiestunde, aber immer schwingt eine Leichtigkeit mit, die uns davor bewahrt in Düsternis zu versinken. Denn Tilda tut das auch nicht.
MIT ANDEREN AUGEN ist kein Psychoratgeber, keine Kampfschrift des Feminismus und manchmal ist das auch gar nicht erforderlich. Ich kann die Kritik nachvollziehen, dass Tara benachteiligende Strukturen individualisiert. Aber manchmal ist ein Unterhaltungsroman auch einfach nur ein Unterhaltungsroman. Schön, wenn er dabei auch noch Frauen unterstützt, sich selbst zu stärken. Und auch eine zugegebenermaßen überkandidelte Liebesgeschichte kann ich der Autorin verzeihen. Das Buch hat einfach andere Stärken.
Ich sage das nicht oft über Bücher, aber dieses werde ich sicherlich bald noch einmal lesen. Ich vergebe 5/5 Sternen ⭐⭐⭐⭐⭐.
Das Buch „Mit anderen Augen“ von Jane Tara ist ein eindringliches Plädoyer für Selbstliebe und Selbstwert.
Tilda Finch ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau. Mit ihrer Firma This Is A Sign verkauft sie motivierende ...
Das Buch „Mit anderen Augen“ von Jane Tara ist ein eindringliches Plädoyer für Selbstliebe und Selbstwert.
Tilda Finch ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau. Mit ihrer Firma This Is A Sign verkauft sie motivierende Werbeartikel und inspirierende Memes. Doch eines Tages macht sie eine verstörende Entdeckung. Ihr kleiner Finger ist verschwunden. Bei einem Arztbesuch erfährt sie schließlich die erschütternde Diagnose. Sie leidet an der unheilbaren Krankheit „Unsichtbarkeit“, die in vier Phasen verläuft.
Zunächst bricht für Tilda eine Welt zusammen. Doch ihre Freundin Leith setzt alle Hebel in Bewegung und verschafft ihr einen Termin bei Selma, einer Therapeutin, die selbst einst an dieser Krankheit litt, geheilt wurde und nun anderen Betroffenen hilft. Für Tilda beginnt damit eine herausfordernde Reise zu sich selbst, hinaus aus ihrer Komfortzone und hinein in die Auseinandersetzung mit ihren eigenen Ängsten, negativen Glaubenssätzen und ihrem mangelnden Selbstwertgefühl. Nur wenn sie lernt, sich selbst anzunehmen und zu lieben, hat sie eine Chance auf Heilung.
Die von ihrer Ärztin empfohlene Selbsthilfegruppe erweist sich dabei allerdings eher als wenig hilfreich. Umso schöner ist es, Tilda auf ihrem Weg mit all seinen Höhen und Tiefen zu begleiten. Die Geschichte ist zugleich warmherzig, humorvoll und berührend erzählt. Besonders die humorvollen Szenen sorgen dafür, dass das Buch trotz seiner ernsten Themen nie zu schwer wirkt.
Mich hat die Geschichte sehr inspiriert, und ich konnte viele positive Gedanken daraus für mich selbst mitnehmen. Auch die metaphorische Darstellung der „Unsichtbarkeit“ fand ich äußerst gelungen und nachvollziehbar. Denn tatsächlich erleben viele Frauen ab einem gewissen Alter, dass sie beruflich oder gesellschaftlich zunehmend übersehen oder nicht mehr als Frauen wahrgenommen werden.
Für mich ist dieses Buch ein absolutes Lesevergnügen mit einer wichtigen Botschaft und viel Tiefgang, daher gibt es von mir eine klare Leseempfehlung.
Als Tilda Finch auf ihre Hand schaut, traut sie ihren Augen nicht. Ihr kleiner Finger ist verschwunden. Und dabei bleibt es nicht; auch die Nase und das Ohr verschwindet. Ihre Ärztin diagnostiziert die ...
Als Tilda Finch auf ihre Hand schaut, traut sie ihren Augen nicht. Ihr kleiner Finger ist verschwunden. Und dabei bleibt es nicht; auch die Nase und das Ohr verschwindet. Ihre Ärztin diagnostiziert die Krankheit „Unsichtbarkeit“, die vor allem Frauen im mittleren Alter betrifft und noch nicht wirklich erforscht ist. Für Tilda steht fest, dass sie alles versuchen wird, um wieder gesund zu werden. Auch wenn ihr die Ärztin keine Hoffnung macht. Aber Tilda weiß, dass ihre beiden Töchter, ihr erfolgreiches Business und ihre fantastischen Freundinnen es wert sind zu kämpfen. Tilda nimmt den Kampf auf und beginnt sich selbst mit anderen Augen zu sehen.
Das Buch „Mit anderen Augen“ von der australischen Autorin Jane Tara spricht ein Thema an, welches in unserer Gesellschaft durchaus an der Tagesordnung ist. Ab einem gewissen Alter werden Schauspielerinnen nicht mehr so oft engagiert, werden Frauen bei Beförderungen übergangen oder in Alltagssituationen nicht mehr so stark eingebunden. Von daher ist das Buch durchaus gesellschaftskritisch zu sehen.
Die Geschichte liest sich sehr leicht, teils ironisch und auf jeden Fall sehr warmherzig. Tilda hat wunderbare Freundinnen, die sie in ihrem Tun unterstützen und ihr Halt geben. Mir gefällt vor allem die Botschaft der Geschichte. Das Wichtigste ist, dass man sich selbst liebt!
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es macht deutlich, wir sehr uns die innere Stimme beeinflussen kann. Das kann man nicht verhindern, aber man kann durchaus selbst entscheiden, ob sie einen glücklich oder unglücklich macht.
Ein Buch, dass sich wunderbar als Geschenk eignet!
Die aus Australien stammende Autorin Jane Tara hat ihren bemerkenswerten Roman “Mit anderen Augen” über die Bedeutung der reiferen Frau in der Gesellschaft vorgelegt. Schon auf dem gelungenen Hardcover ...
Die aus Australien stammende Autorin Jane Tara hat ihren bemerkenswerten Roman “Mit anderen Augen” über die Bedeutung der reiferen Frau in der Gesellschaft vorgelegt. Schon auf dem gelungenen Hardcover kann man die Intention des Buches erkennen, das Frauen, egal welchen Alters, dazu ermutigen will, vor den Vorhang zu treten.
Tilda ist zweiundfünfzig, betreibt eine eigene Firma, die Motivationssprüche auf diverse Artikel wie beispielsweise Kaffeetassen druckt. Sie hat erwachsene Zwillingstöchter und wunderbare Freundinnen. Aber sie hat keinen Partner, ihr Ehemann hat sie für eine jüngere Frau verlassen. Als Tilda eines Tages bemerkt, dass ihre Körperteile sukzessive verschwinden, erhält sie die Diagnose “Unsichtbarkeit”, nicht heilbar! Doch Tilda nimmt Hilfe in Anspruch, eine berühmte Therapeutin verspricht Genesung. Dazu muss Tilda sich klar werden über ihr Selbstbild und ihre negativen Gedanken, die sie ständig begleiten. In einer Selbsthilfegruppe- denn sehr viele Frauen sind auch von Tildas Krankheitsbild betroffen- fühlt sich Tilda nicht wohl, Meditation und Schweigen scheinen einen Weg zu weisen. Und ihr Jugendtraum, Porträts zu fotografieren, tritt wieder in den Vordergrund.
Auch ein attraktiver Mann, der ihre Makel nicht bemerkt, zeigt Interesse an Tilda. Unsichtbarkeit, ein Schicksal?
Jane Tara bettet die Geschichte von Tilda in eine allgemeine Analyse des Lebens von Frauen, die das gebärfähige Alter hinter sich haben. Sind sie deswegen weniger begehrenswert? Werden sie tatsächlich nicht mehr gesehen, vor allem von den Männern? Stellen sie für die Gesellschaft keine Bereicherung mehr dar, vielleicht sogar eine Last?
All diese Fragen verwebt die Autorin mit Tildas Leidensweg. Vielleicht mag es irritieren, dass die Autorin hier als Protagonistin eine Frau wählt, die in komfortablen Verhältnissen lebt, über viele Sozialkontakte verfügt und ökonomisch keine Probleme hat. Dennoch ist die Annahme richtig, dass dieses Gefühl des Verschwindens, des nicht wahrgenommen Werdens, jede Frau, ganz unabhängig von ihrer Situation, betreffen kann. Oft ist die Unsichtbarkeit eine Folge von Traumata in der Kindheit, die Muster für die Partnerwahl im späteren Leben geprägt haben und die Frauen gelehrt haben, dass sie Konflikten am ehesten aus dem Weg gehen, wenn sie so unbemerkt wie möglich bleiben. Auch negative Gedankenspiralen zerstören den Selbstwert. Für Tilda scheinen die Hinwendung zur Selbstliebe und Meditation ein Heilmittel zu sein. Hier verallgemeinert die Autorin nicht, sondern zeigt Wege auf, die aus einer scheinbar aussichtslosen Situation, wenn man sich selbst aus dem Blick verloren hat, herausführen können.
Natürlich hilft Tilda auch die Liebesgeschichte, die Jane Tara gekonnt in das Geschehen einbaut. In diesem Zusammenhang mögen sich die Lesenden fragen, ob von Bedeutung ist, dass der Mann, Patrick, superreich, attraktiv und empathisch ist. Wird nicht zu sehr die Außensicht betont? Genau hier liegt aber Patricks Defizit, diese Sicht des Äußeren ist ihm verwehrt.
“Mit anderen Augen” greift ernste gesellschaftliche Entwicklungen auf, dennoch besticht das Buch immer wieder mit subtilem Humor. In klarer Sprache führt die Autorin durch ein Frauenleben, das zu kippen droht, dennoch fehlt es dem Buch nicht an Spannung und Zuversicht. Damit bietet der Roman in großen Linien soziologische Befunde über den Bedeutungsverlust von Weiblichkeit, jedoch führt er beschwingt, aber gelassen durch ein schwieriges Thema. So bietet “Mit anderen Augen” vieles, was gute Literatur erfüllen soll: Der Roman ermöglicht Diskussion und kritische Betrachtung, er regt an, dem Geschehen in eigenen Gedanken nachzuspüren. “Mit anderen Augen” ist ein empfehlenswertes Buch, das nicht nur Frauen lesen sollten.