Cover-Bild Mit anderen Augen
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19,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Diogenes
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 22.04.2026
  • ISBN: 9783257616156
Jane Tara

Mit anderen Augen

Tanja Handels (Übersetzer)

Tilda Finch glaubt, sie sieht nicht richtig: Mit einem Mal ist ihr kleiner Finger verschwunden. Es folgen die Nase und das Ohr. Sie wird unsichtbar werden, sagt ihre Ärztin, doch das will Tilda auf keinen Fall zulassen. Schließlich hat sie eine Menge, wofür es sich lohnt, sichtbar zu bleiben: ihre wunderbaren Töchter, ein erfolgreiches Business und fantastische Freundinnen. Tilda nimmt all ihren Mut zusammen und beginnt, sich selbst mit anderen Augen zu sehen.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.05.2026

PAULA, halt den Rand!

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Jenseits der fünfzig steht man als Frau eine harte Zeit durch. Nicht nur die Wechseljahre, die uns zu schaffen machen, nein, es ändert sich unsere Wahrnehmung, unser Körpergefühl, aber, noch wichtiger: ...

Jenseits der fünfzig steht man als Frau eine harte Zeit durch. Nicht nur die Wechseljahre, die uns zu schaffen machen, nein, es ändert sich unsere Wahrnehmung, unser Körpergefühl, aber, noch wichtiger: wie die Mitmenschen - hauptsächlich Männer und manchmal auch jüngere Frauen (was meckert die Alte?) - uns wahrnehmen, ändert sich auch.
Peu a peu werden wir unsichtbar. Nicht mal der frechste Bauarbeiter schickt uns noch einen müden Pfiff hinterher. Ab und zu und dann immer häufiger stehen aber junge Leute in der U-Bahn auf und bieten uns ihren Sitz an. Deprimierend!

In diesem Buch wehrt sich die Frau dagegen. Sie beschließt, sichtbar zu bleiben und ihren Platz zu behaupten. Tilde überdenkt ihr Selbstwertgefühl und baut eine neue Beziehung zu sich selbst auf. Das Lesen hat mich dazu gebracht, auch über mich selbst nachzudenken, mein Ich zu hinterfragen.

Dies ist eines jener Bücher, das ohne Actionszenen, ohne heiße Liebesszenen auskommt. Filigrane Zwischentöne, allmähliche Entfaltung der Gedanken und der Charaktere zeugen von der großen Sensibilität der Autorin. Das Buch ist unaufdringlich aber spricht uns Frauen an der Grenze zur Unsichtbarkeit sehr an.

Männer jenseits der 50 haben es leichter. Sie drehen noch einmal richtig auf: nach der Scheidung muss eine Trophy-Wife á la Melania her, ein schnittiger Sportwagen, der Passat tut es nicht mehr. Die Männer laufen nun Marathon, lernen tauchen, surfen, beherrschen den Surf-Kite, machen den Segelschein und so weiter. Kosmetische Behandlungen, Haartransplantationen oder Toupet, Fettabsaugen, alles da. Und sie sind sichtbar.

Jane Taras Rezept gegen diese schreckliche Krankheit, die nur und ausschließlich Frauen befällt, ist, sich selbst zu behaupten, anderen Frauen zu helfen, wieder sichtbar zu werden oder sie aus toxischen Beziehungen zu befreien. Uneigennützige Hilfe, Meditieren, sich hinaus in die Gesellschaft wagen, bringen Tilda und ihren Mitstreiterinnen aus der Selbsthilfegruppe, die Sichtbarkeit zurück.

Ihr Exmann, Tom, hatte sie Zeit ihrer Ehe immer klein gemacht, ihre Pläne belächelt, nichts für Gut befunden, was sie tat. Obwohl ihre Firma die ganze Familie ernährt hat, als Tom arbeitslos war, Anerkennung fand sie nie. Nun hat Tom eine neue Geliebte und Tilda erkennt das gleiche Muster im Verhalten Toms, das er auch mit ihr an den Tag gelegt hat. Und genau wie Tilda am Anfang es getan hat, nimmt auch die neue Partnerin alles für bare Münze, was Tom sagt, macht sich klein, um ihn umso größer erscheinen zu lassen. Die Geschichte wiederholt sich.

Tilda hat nun ein anderes Standing im Leben, sie hat einen Freundeskreis, auf den sie vertrauen kann, sie zu unterstützen und ja, sie hat jetzt auch einen Geliebten, dem sie all ihre Probleme und Sorgen anvertrauen kann, der sich an ihrer teilweisen Unsichtbarkeit nicht stört. OK, vielleicht ist es hilfreich, dass Martin blind ist. Trotzdem ein erfolgreicher Geschäftsmann, Musiker und Wellen Surfer.
Am Ende wird alles gut. Tilda wird wieder komplett sichtbar, ihre Partnerschaft mit Martin vertieft sich, er scheint intuitiv zu erfassen, was sie gerade braucht. Gibt es solche Männer überhaupt?

Tilda gelingt es, PAULA in ihre Schranken zu weisen, Paula wird sie von nun an nicht mehr nur kritisch hinterfragen und herabsetzen, sondern sich konstruktiv an ihrem Leben beteiligen. Doch wer ist PAULA? PAULA ist das Akronym für “Programm Aller Unhinterfragt Langzeit-Automatismen”, Tildas innerer Miesepeter, ihr Schweinehund, der sie in die Depression hineinzieht. PAULA hat all ihre negativen Erfahrungen seit der Kindheit wie ein Supercomputer gespeichert und präsentiert sie Tilda, sobald eine neue negative Erfahrung naht. Und eben diese PAULA lernt nun Tilda im Zaum zu halten und zu reduzieren.
Ich wünschte, ich könnte das auch!

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Veröffentlicht am 10.05.2026

Wichtiges Thema cool aufgearbeitet

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Ich finds super cool und interessant, dass es immer mehr (feministische) Bücher gibt, die relevante und aktuelle Themen, die vor allem Frauen betreffen, aufgreifen und zu wahnsinnig coolen Geschichten ...

Ich finds super cool und interessant, dass es immer mehr (feministische) Bücher gibt, die relevante und aktuelle Themen, die vor allem Frauen betreffen, aufgreifen und zu wahnsinnig coolen Geschichten verstricken. Denn die Prämisse, dass Frauen ab einem gewissen Alter Gefahr laufen an Unsichtbarkeit zu erkranken, hört sich ja erstmal skurril und geradezu abwegig an. Aber wenn man mal genauer drüber nachdenkt- ist dann da nicht vielleicht etwas Wahres dran? Und sind Frauen nicht auch vorher schon in gewissen Situationen „unsichtbar“?!

Ich fand es total cool wie es in dem Buch nicht nur um die Rolle der Frau in der gesellschaftlichen Wahrnehmung und der Wahrnehmung durch Männer geht, sondern viel auch um Selbstwahrnehmung, Selbstwertschätzung und darum auch mal gutmütig mit sich selbst zu sein.

Tilda war für mich eine sehr nahbare Protagonistin- Tochter, Mutter, Freundin, (Ex-)Ehefrau, aber auch Karrierefrau, Frau mit Dating-Frust. Tilda hat viele Facetten, die sie dreidimensional und authentisch machen. Und dadurch konnte ich mit ihr gut mitfühlen.

Das Buch hat so einen leicht pseudowissenschaftlichen Touch an sich, was die Erkrankung der Unsichtbarkeit und deren Behandlungsmethoden angeht. Das finde ich einerseits total genial und gleichzeitig erschreckend, eben weil es dadurch so realistisch wirkt. Auf jeden Fall ein cooles Stilmittel hier.

Die Geschichte hat so eine Sogwirkung an dich, dass ich einfach immer weiterlesen wollte. Fands richtig stark

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Veröffentlicht am 05.05.2026

Tolles Buch

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Zum Inhalt:
Tilde, erfolgreiche Geschäftsfrau, Mutter von erwachsenen Zwillingen ist zweiundfünfzig als sie plötzlich bemerkt, dass ihr kleiner Finger nicht mehr da ist und es soll nicht das letzte sein, ...

Zum Inhalt:
Tilde, erfolgreiche Geschäftsfrau, Mutter von erwachsenen Zwillingen ist zweiundfünfzig als sie plötzlich bemerkt, dass ihr kleiner Finger nicht mehr da ist und es soll nicht das letzte sein, was verschwindet. Ihre Ärztin diagnostiziert die Erkrankung Unsichtbarkeit, wenig erforscht und nicht heilbar. Aber damit will Tilda sich eigentlich nicht zufrieden geben.
Meine Meinung:
Das Buch hat schon was echt humoriges in der Art und Weise wie es geschrieben ist, aber auch sehr viel wahres in Petto. Denn gerade wenn die Wechseljahre beginnen, haben viele Frauen wirklich das Gefühl unsichtbar zu sein, natürlich nicht wie hier im Buch mit tatsächlich nicht mehr sichtbaren Körperteilen, aber eben von der Gesellschaft oder ihrem Partner. Deshalb gefiel mir dieses Buch auch ungeheuer gut, denn es appelliert zunächst erstmal daran, dass man sich selbst sehen muss. Findet man sich selbst nicht gut, wie könnten es dann andere tun? Mit viel Humor geschrieben, fand ich das Buch richtig gut.
Fazit:
Tolles Buch

Veröffentlicht am 22.04.2026

Das Phänomen der Unsichtbarkeit

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"Mit anderen Augen" von Jane Tara ist ein Buch, das mich absolut fasziniert hat!

Als Tilda am Rechner sitzt, glaubt sie ihren Augen nicht zu trauen: Ihr kleiner Finger ist verschwunden, sie kann ihn fühlen, ...

"Mit anderen Augen" von Jane Tara ist ein Buch, das mich absolut fasziniert hat!

Als Tilda am Rechner sitzt, glaubt sie ihren Augen nicht zu trauen: Ihr kleiner Finger ist verschwunden, sie kann ihn fühlen, aber nicht mehr sehen. Kurze Zeit später ist ein Ohr nicht mehr zu sehen, danach ihre Nase. Sie geht zu ihrer Ärztin und bekommt die Diagnose Unsichtbarkeit und eine nicht gerade aufmunternde Prognose. Bei Frauen jenseits der 50 wäre dieses Phänomen weit verbreitet und auch nicht heilbar. Tilda geht zu einer Selbsthilfegruppe, die anderen Teilnehmerinnen reduzieren sich aber auf Jammern und Hoffnungslosigkeit. Tilda will ihre Unsichtbarkeit bekämpfen und begibt sich auf eine Reise zu sich selbst.

Ich habe mir noch nie in einem Buch so viele Stellen markiert wie in diesem. Jedes einzelne der insgesamt 66 Kapitel ist mit einem Zitat von den unterschiedlichsten Menschen aus unterschiedlichen Zeiten überschrieben, eines besser als das andere! Trotz der zum Teil sehr humorigen Schreibweise versteht es Jane Tara viel tiefer zu gehen. Ich war mit Tilda geschockt, verzweifelt, aber auch wütend. Ich konnte sie auf ihrem Weg begleiten und ihre Auseinandersetzung mit ihrer PAULA verfolgen . PAULA ist das Unterbewusstsein, einer Datenbank aus Informationen, die im Lauf des Lebens gesammelt wurden. PAULA ist anstrengend und nimmt alles wörtlich! Jane Tara zeigt auf, dass Frauen sich selbst und ihre Meinung ernst nehmen sollen, sich selbst so zu akzeptieren wie sie sind und aus festgelegten Mustern auszubrechen. Obwohl im Roman viel Weisheit enthalten ist, wird er nie langweilig und ist spannend zu lesen.

Tara hat einen Roman geschrieben, der inspiriert! Frauen können verhindern im Alter ab 50 unsichtbar zu werden, die innere Einstellung zu sich selbst muss allerdings passen. Es lohnt sich durchaus, sich mit der eigenen PAULA auseinanderzusetzen.

Mir wird dieser Roman lange im Gedächtnis bleiben und ich werde sicher noch mehrmals hineinlesen. Ein Roman, der mich fasziniert hat und den ich sehr gerne empfehle, besonders an Frauen jenseits der 50! Überzeugte 5 Sterne für dieses großartige Werk, für mich ein weiteres Jahreshighlight!

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Veröffentlicht am 17.04.2026

Sichtbar bleiben

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Dieser Roman ist eine starke Allegorie für die Sichtbarkeit von Frauen im Alltag. Spätestens mit den Wechseljahren werden Frauen nicht mehr gesehen. Unter anderem durch die vielen gesellschaftlichen Rollen, ...

Dieser Roman ist eine starke Allegorie für die Sichtbarkeit von Frauen im Alltag. Spätestens mit den Wechseljahren werden Frauen nicht mehr gesehen. Unter anderem durch die vielen gesellschaftlichen Rollen, die Frauen erfüllen, beginnen viele auch zu diesem Zeitpunkt sich selbst nicht mehr zu sehen. Genau so geht es Tilda, deren Finger als erstes unsichtbar wird - direkt gefolgt von der Diagnose „Unsichtbarkeit“. Dieses Buch könnte nun wehleidig und voller Selbstmitleid sein, aber so ist Tilda nicht. Die erfolgreiche Geschäftsfrau, Mutter und Fotografin wird von ihrer Familie und ihren Freundinnen unterstützt, macht sich aber vor allem selbst stark für den Kampf gegen diese unerforschte Krankheit.
Jane Tara übt eine pointierte Gesellschaftskritik, zeigt aber auch vor allem Frauen, die durch die gegenseitige Unterstützung stark sind; Frauen, die sich gegenseitig sehen und sichtbar machen. Ein schöner Roman, der auf sehr vielen Ebenen gelesen werden kann.

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