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Veröffentlicht am 08.06.2026

Nicht schlecht...

Supertoskana
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"Supertoskana" von Max Küng ist ein Roman, der mich zwiespältig zurückgelassen hat.

Ein Ehepaar lädt nach einigen Jahren, in denen sich eigentlich alle auseinandergelebt haben, zu einem Sommerurlaub in ...

"Supertoskana" von Max Küng ist ein Roman, der mich zwiespältig zurückgelassen hat.

Ein Ehepaar lädt nach einigen Jahren, in denen sich eigentlich alle auseinandergelebt haben, zu einem Sommerurlaub in die Toskana ein. Alle erwarten Toskana-Feeling, entspannte Tage, gutes Essen und guten Wein. Aber alle haben sich verändert. Der eine hat eine neue Partnerin, die zwischen Baby und und ihrem Social-Media-Account switcht, einer der Ehemänner lädt einen seltsamen Schriftsteller ein, Der dritte Ehemann kocht für alle und tritt finanziell in Vorlage. Die Urlauber gehen sich zunehmend mehr auf die Nerven und dann zieht auch noch Regen und Sturm auf.

Der Autor zeichnet seine sehr unterschiedlichen Charaktere sehr bildhaft und genau. Auch die Stimmung am Urlaubsort weit ab der Zivilisation hat er gut eingefangen. Trotz der sprachlich gut ausgefeilten Story konnte ich mit keinem der Charaktere warm werden. Irgendwie sind sie mir alle auf die Nerven gegangen, allen voran Chrissy, bei der das Wort Rücksicht offensichtlich nicht zum Sprachgebrauch gehört. Die Marotten jedes einzelnen Charakters sind präzise beschrieben, aber mögen muss man sie nicht. Wenigstens einen sympathischen Menschen hätte ich mir gewünscht. Weglegen wollte ich den Roman allerdings auch nicht, denn die zwischenmenschliche Spannung war immer greifbar und ich wollte schon wissen, wie dieser Urlaub endet. So wirklich weiß ich es allerdings immer noch nicht. Warum? Verrate ich hier nicht, das selbst erlesen werden....

Als Charakterstudie ist der Roman gut geeignet, die Lesenden finden sicherlich einen Charakter, den sie "kennen". Schräge Figuren, viel köstliches Essen (das keiner zu würdigen weiß)...

Für die sprachliche Ausarbeitung der Charaktere gebe ich gute drei Sterne. Bei der Leseempfehlung gibt es von mir ein "kommt drauf an", da ich nur Bücher empfehle, die ich genossen habe.

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Veröffentlicht am 04.06.2026

Spannend, aber am Ende für mich nicht befriedigend

Weil sie lügt
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Caroline Seibt hat mit "Weil sie lügt" einen Psychothriller geschrieben, der mich sofort gefesselt hat. Das Hörbuch wird gesprochen von Rebecca Veil und Elke Appelt.

Juli st verschwunden! Die Polizei ...

Caroline Seibt hat mit "Weil sie lügt" einen Psychothriller geschrieben, der mich sofort gefesselt hat. Das Hörbuch wird gesprochen von Rebecca Veil und Elke Appelt.

Juli st verschwunden! Die Polizei ist davon überzeugt, dass Julis Vater seine Tochter ermordet hat. Julis Mutter versinkt in Depressionen. Also muss Anna, die kleine Schwester von Juli sich um ihre Mutter und ihren kleinen Bruder kümmern. Sie ist entschlossen, den wahren Täter zu finden. Aber die Polizei glaubt ihr nicht.

Der Thriller wird abwechselnd aus zwei Perspektiven erzählt, was ich sowieso gerne mag. Wir begleiten Anna durch ihr Leben und ihre Gefühle, ihre Ermittlungen mit allen Höhen und Tiefen. Die zweite Perspektive ist die der Ermittlerin Katherina, die sich nicht nur mit dem Fall, sondern auch mit nervigen Kollegen herumschlagen muss. Der Thriller ist lebendig geschrieben, die Spannungskurve steigt langsam aber stetig. Den Thriller wegzulegen, ist mir schwer gefallen. Mein Lieblingscharakter waren allerdings nicht die Hauptprotagonistinnen, sondern der kleine Leon. Er leidet, unter dem Verlust seiner Schwester, den er noch gar nicht richtig begreifen kann und unter der kranken Mutter.

Die Autorin hat in ihrem Thriller einige Twists eingebaut, ich hatte viele Verdächtige im Blick. .. Vorübergehend! Aber: am Ende kam dann doch alles anders und für mich überraschend. Allerdings hat mich die Auflösung nicht ganz überzeugen können. Sie ist zwar nachvollziehbar, ,erschien mir dann aber doch etwas zu überspitzt und konstruiert. Das hat das vorangegangene Hörerlebnis für mich im Nachhinein geschmälert.

Die beiden Sprecherinnen sind gut! Ich hätte mir allerdings zwei Sprecherinnen gewünscht, die unterschiedlichere Stimmen haben. Für mich (vielleicht liegt es auch an meinen Kopfhörern?) klangen sie sehr ähnlich, ohne die Kapitelüberschriften wäre ich wohl das eine oder andere Mal durcheinander gekommen.

Trotzdem hat mich der Thriller bis zum Ende (siehe oben) gut unterhalten. Ich empfehle ihn gerne weiter und vergebe an dieser Stelle gute 3 Sterne!

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Veröffentlicht am 01.06.2026

Geschickt konstruiert

Tokyo
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"Tokyo" von Tokuro Nukui ist ein sehr geschickt konstruierter Thriller. Einmal drin im Geschehen, wollte ich ihn nicht mehr weglegen.

Der Thriller spielt im Jahr 1991. In Tokyo sind innerhalb kurzer ...

"Tokyo" von Tokuro Nukui ist ein sehr geschickt konstruierter Thriller. Einmal drin im Geschehen, wollte ich ihn nicht mehr weglegen.

Der Thriller spielt im Jahr 1991. In Tokyo sind innerhalb kurzer Zeit zwei Kindergartenkinder spurlos verschwunden. Eines der Mädchen wird tot aufgefunden. Kommissar Saeki und sein Dezernat stehen vor einem Rätsel. Während die Polizei noch rätselt, ob die Fälle der beiden Mädchen zusammenhängen, , verschwindet ein weiteres Kind. Ein Vater ,der sein Kind verloren hat und Trost in einer religiösen Glaubensgemeinschaft sucht, scheint mit den Fällen zu tun zu haben.

Wir lernen aus zwei Perspektiven die Hauptprotagonisten kennen. Da ist Matsumoto, der verzweifelte Vater, den wir in seiner Verzweiflung über den Verlust seiner Tochter begleiten. In einer merkwürdigen Religionsgemeinschaft mit Sektencharakter findet er Hoffnung. Die zweite Perspektive handelt von den Ermittlungen, insbesondere wird hier Kommissar Saeki beschrieben, der zu den sogenannten Karrierebeamten gehört. Das Dezernat ist geprägt von Feindseligkeiten zwischen Karrierebeamten und Nicht-Karrierebeamten, Beleidigungen sind an der Tagesordnung. Ob es diese Hierarchien in Japan wirklich gab oder gibt, kann ich nicht beurteilen und habe dazu auch nichts im Internet gefunden. Deutlich wird in diesem Thriller die Kultur Japans, das niemals Gefühle zeigen und nicht aus der Haut fahren. Mir tat Saeiki wirklich leid, ich hätte mich nicht zurückhalten können und hätte Contra gegeben. Beide Handlungsstränge sind jeder für sich spannend und ergänzen sich bestens.

Nukui beschreibt glaubwürdig, bildhaft, atmosphärisch und trotzdem ruhig. Sein Schreibstil ist lebendig, die einzelnen Kapitel nicht zu lang. Die Gefühlswelt der Charaktere wird nachvollziehbar geschildert, dabei steigt die Spannung kontinuierlich. Die Auflösung kam für mich unerwartet und hat mich total überrascht. Ich hatte mit viel gerechnet, damit nicht! Meine Vermutungen gingen in eine völlig andere Richtung. Perfekt!

Ein Problem hatte ich mit den vielen für mich manchmal ähnlich klingenden japanischen Namen. Nachdem ich mir dann aber eine Liste der Namen und den Funktionen der Personen angelegt hatte, war auch das kein Problem mehr.

Trotz der "Zusatzarbeit" bekommt der Thriller von mir verdiente 5 Sterne. Ich kann ihn auf jeden Fall weiterempfehlen, nicht nur an Freunde asiatischer Literatur!

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Veröffentlicht am 31.05.2026

Hochspannend und beängstigend

Code Null. Dieses Spiel kennt keine Regeln
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"Code Null" von Florian Schwiecker ist ein Tech-Thriller, der beängstigend realistisch ist und so tatsächlich passieren könnte. Es ist der erste Teil einer Reihe.

Bereits der Prolog zieht die ...

"Code Null" von Florian Schwiecker ist ein Tech-Thriller, der beängstigend realistisch ist und so tatsächlich passieren könnte. Es ist der erste Teil einer Reihe.

Bereits der Prolog zieht die Lesenden in den Bann: Charlie wird von einem Mann namens Hora mit der Waffe bedroht und fürchtet um ihr Leben.
10 Tage zuvor in Berlin: für sehr kurze Zeit setzen alle Navigationsgeräte aus. Als Charlie recherchiert, stellt sie fest, dass zeitgleich auch andere bedrohliche Vorfälle stattgefunden haben und sie wittert Zusammenhänge. Sie setzt die von ihr in ihrer Zeit an der Uni Amsterdam entwickelte KI KIM auf die Ereignisse an. KIM ist hocheffektiv.
Zur gleichen Zeit in Brüssel; Die EU wird erpresst. Der Erpresser, der sich Timeout nennt, fordert Milliarden. Ansonsten wird es weitere Vorfälle geben. Spezialisten aus den verschiedensten Bereichen werden darauf angesetzt, Timeout zu entlarven.

Der Thriller hat mich sofort eingefangen und nicht mehr losgelassen, auch wenn ich anfangs nicht alle IT-Begriffe verstanden habe. Es war mir irgendwann egal, weil die Handlung extrem spannend aufgebaut ist und dazu beängstigend realistisch herausgearbeitet wird. Genau das was ich liebe: Sympathische Protagonist*innen, unsympathische Gegenspieler, Realitätsbezug, schnelle Perspektivwechsel und kurze Kapitel, gewürzt mit Politik! Schwiecker versteht es, die Lesenden mitten ins Geschehen zu ziehen, durch die bildhafte Sprache hatte ich permanentes Kopfkino. Charlie ist ein toller Charakter, hochspezialisiert und trotzdem menschlich. Selbst KIM wurde mir sympathisch, obwohl ich dem Thema KI insgesamt zwiegespalten gegenüber stehe. Auch das zeigt der Thriller, es gibt immer zwei Seiten!

Richtig unheimlich wurde es allerdings für mich, als passend zum Ende des Thrillers in meiner Stadt in einigen Stadtteilen über drei Stunden der Strom ausgefallen ist... Timeout? Blackout? Nicht Schwieker's Verdienst, aber durchaus passend...

Ich hoffe sehr, dass Band 2 dieser Reihe nicht allzu lange auf sich warten lässt und ich Charlie und KIM weiter begleiten kann. Für Lesende, die Blackout von Marc Elsberg und ähnliches verschlungen haben, eine Leseempfehlung. Von mir gibt es die volle Punktzahl!

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Veröffentlicht am 31.05.2026

Die Sprecherin war das Beste am Krimi

Die Therapeutin und ihre Mörder
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Ich habe "Die Therapeutin und ihre Mörder - Dr. Pat Philipps und der tote Klient" von Philippa Perry als Hörbuch gehört, gesprochen von Sonngard Dressler. Es sich handelt sich hier wohl um den ersten Band ...

Ich habe "Die Therapeutin und ihre Mörder - Dr. Pat Philipps und der tote Klient" von Philippa Perry als Hörbuch gehört, gesprochen von Sonngard Dressler. Es sich handelt sich hier wohl um den ersten Band einer Reihe und ist das Krimidebüt von Philippa Perry.

Dr. Pat Philipps ist Therapeutin und wohnt in der Nähe der Seven Sisters in Südengland. Eines Tages steht die Polizei vor ihrer Tür und teilt ihr mit, dass ihr Klient Henry Clayton an den Klippen Suizid begangen hat, wie viele andere Menschen vor ihm. Pat kann das nicht glauben, sie ist schließlich Henrys Therapeutin. Sie denkt eher, dass Henry ermordet wurde. Bei der Polizei läuft sie allerdings mit ihren Vermutungen vor die Wand, Für DS Stevens ist der Fall bereits abgeschlossen. Also ermittelt Pat selbst, unterstützt von Pritchard, ihrem Nachbarn und Freund.

Wir haben es hier mit einem Cozy-Crime zu tun, der sich als leichte Strand- oder Urlaubslektüre sicherlich eignet. Da der Krimi in Großbritannien spielt, hatte ich mir doch etas schwarzen Humor erwartet. Und der hat mir eindeutig gefehlt. Mit den Charakteren im Roman konnte ich nicht wirklich warm werden. Pat ist schon eine merkwürdige Therapeutin, das Thema Datenschutz und damit hier auch Patientenschutz ist ihr unwichtig. Ihre Aufzeichnungen (außer den Videos) sind eher dürftig und liegen einfach unabgeschlossen und für jedermann zugänglich in dem zur Praxis umfunktionierten Schuppen herum. Die Autorin ist selbst Therapeutin und wirft damit einen nicht gerade guten Blick auf ihre eigenen Kollegen. Mit Pat bin ich (wie mit einigen anderen Charakteren) nicht warm geworden. Gerade als Therapeutin müsste sie wissen, dass es nicht gut ankommt und auch nicht ergebnisorientiert ist, seine Meinung einfach aus sich heraussprudeln zu lassen. Ihr Umgang mit den anderen Dorfbewohnern führt auch dazu, dass sie aus der Dorf-Whatsapp-Gruppe ausgeschlossen wird. Warum wohl? Am ehesten konnte ich mich noch mit Pritchard anfreunden, der ein wenig zum Schmunzeln anregte, nicht nur wegen der von ihm selbst kreierten ausgefallenen Likörchen.

Der Krimi lässt sich leicht konsumieren, eine Unterbrechung fällt leicht und man ist auch schnell wieder im Geschehen. Mich hat die Sprecherin bei der Stange gehalten, da sie gut liest und jedem Charakter eine spezielle Stimme verleiht. Sie hat den Krimi unterhaltsam gemacht.

Ich habe zu diesem Hörbuch gegriffen, weil es als fesselnder Krimi bezeichnet wird. Meine Erwartung ging eher in Richtung Miss Marple. Das Cover lässt ebenfalls nicht auf Cozy-Crime schließen. Aufgrund des Klappentextes habe ich hier mehr (psychologische) Tiefe erwartet. Als Buch hätte ich wohl abgebrochen. Fans von Cozy-Crime werden wohl ihre Freude daran haben, meins war es nicht.

Dank der Sprecherin bekommt das Hörbuch von mir trotzdem 3 Sterne. Einen weiteren Band der Reihe werde ich allerdings weder hören noch lesen.

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