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Veröffentlicht am 15.05.2026

Solider Beginn einer Reihe

Strandopfer
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"Strandopfer" von Frank Goldammer habe ich als Hörbuch gehört, eingelesen von Oliver Siebeck. Es ist der erste Teil der Reihe "Grenzfall Ostsee"

Lena Schulte vom BKA wird in die Nähe von Swinemünde beordert. ...

"Strandopfer" von Frank Goldammer habe ich als Hörbuch gehört, eingelesen von Oliver Siebeck. Es ist der erste Teil der Reihe "Grenzfall Ostsee"

Lena Schulte vom BKA wird in die Nähe von Swinemünde beordert. Am Ostseestrand wurde ein Tourist tot aufgefunden. Zuerst wird vermutet, er sei ertrunken, doch dann findet Lena in seinem Rachen ein großes Stück Bernstein. Wie ist es wohl da hinein geraten? war es doch Mord? Kurz nach Auffindung des Toten geht eine Vermisstenmeldung ein. Die Tochter von Freunden des Toten ist verschwunden. Lena und ihr polnischer Kollege Adam Krawczik ermitteln und befragen die Freunde und Angehörigen, die seit Jahren gemeinsam Urlaub in dem kleinen Ort machen. Die beiden Ermittler haben allerdings das Gefühl, nicht alles zu erfahren. Dann wird eine weitere Leiche gefunden...

Lena und Adam sind zwei sehr unterschiedliche Charaktere, die aber gut beschrieben sind. Beide haben eine Vergangenheit, unter der sie noch immer leiden. Besonders bei Lena kommt einiges wieder hoch. Lena spricht kein polnisch, Adam dagegen kann deutsch und fungiert als Übersetzer zwischen Lena und seinen Vorgesetzten. Ich habe Lena gemocht, obwohl sie in manchen Situationen für meinen Geschmack etwas überreagiert hat. Der kauzige Adam ist der Gegenpol. Einmal ein Urteil gefällt, lässt er sich so leicht nicht davon abbringen.

Der Spannungsaufbau ist Goldammer wie immer gut gelungen. Das Hörbuch zu unterbrechen, ist mir wirklich schwer gefallen. Er hat in den Krimi immer Twists eingebaut, die meine Spekulationen in nichts aufgelöst haben. Diese Spannung und das Rätseln steigern sich bis zum großen Finale, das mich wieder überrascht hat. Dazu werden wir als Lesende oder Hörende mit Vorurteilen, Bürokratie und auch Alltagsrassismus im Sprachgebrauch konfrontiert.

Oliver Siebeck liest richtig gut, seine Interpretation der unterschiedlichen Charaktere hat mir gut gefallen. Es macht Spaß, seiner Stimme zu lauschen.

Ein solider und logischer Krimi, der Lust auf Fortsetzung macht! Von mir bekommt er sehr gute 4 Sterne und eine Leseempfehlung !

Ob es im nächsten Teil wieder um Lena und Adam geht? Ich bin neugierig und hoffe auf baldige Fortsetzung!

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Veröffentlicht am 10.05.2026

Netter Cosy-Crime für zwischendurch

Die Glorreichen 77. Rache kennt keinen Ruhestand
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"Die Glorreichen 77. Reche kennt keinenn Ruhestand" von Angelika Niestrath und Andreas Hüging ist ein netter Krimi, in dem Senioren über 70 die Hauptrollen spielen.

Aufruhr in der Seniorenresidenz Leonardo ...

"Die Glorreichen 77. Reche kennt keinenn Ruhestand" von Angelika Niestrath und Andreas Hüging ist ein netter Krimi, in dem Senioren über 70 die Hauptrollen spielen.

Aufruhr in der Seniorenresidenz Leonardo in Berlin: ein Investor hat die Residenz gekauft, hat wohl Größeres damit vor und möchte die Bewohner rausekeln durch überhöhte Preise und Erpressung. Die Seele des Hauses, Renate, hat bereits die Kündigung erhalten. Die Senioren sinnen auf Rache und engagieren Jo Brenner, einen Killer, der nach einem missglückten Auftrag in die Residenz eingezogen ist. Dort hofft er in Sicherheit zu sein.

Der Krimi eignet sich bestens, ihn auf einer längeren Fahrt "in einem Zug" durchzulesen. Eventuelle Umstiege sind nicht hinderlich, man ist sofort wieder in der Handlung drin. Die Senioren sind liebevoll und bildhaft gezeichnet, jede/r von ihnen hat seine Schrullen und ist etwas besonderes. Die eine ist sanft, der andere dominant, die dritte leicht durchgeknallt, die vierte konsumiert Alkohol im Überfluss. Ich musste ziemlich oft lachen, was mir seltsame Blicke meiner Mitreisenden eingebracht hat. Von wegen altes Eisen, diese Truppe zeigt auf humorvolle (natürlich zum Teil überspitzte) Weise, was möglich ist. Kann ein Killer sympathisch sein? Hier auf jeden Fall!

Für nebenbei, am Strand oder im Zug ist der Krimi sehr gut geeignet. Ich empfehle ihn Liebhaber*innen von Cosy-Crimes gerne weiter. 3,5 Sterne, für Plattformen ohne halbe Sterne runde ich auf 4! Und bald gibt es einen weiteren Band um die Glorreichen 77!

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Veröffentlicht am 04.05.2026

Beängstigend realistisch und superspannend!

Blendfeuer
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Mit "Blendfeuer" knüpft Ingar Johnsrud an den Vorgängerband "Echokammer" an und das sehr gelungen! Ich habe diesen Teil als Hörbuch gehört, hervorragend gelesen von Tim Gössler. Es ist der zweite Teil ...

Mit "Blendfeuer" knüpft Ingar Johnsrud an den Vorgängerband "Echokammer" an und das sehr gelungen! Ich habe diesen Teil als Hörbuch gehört, hervorragend gelesen von Tim Gössler. Es ist der zweite Teil einer Trilogie.

Nationalfeiertag in Norwegen: In einer Tiefgarage wird ein Mann brutal hingerichtet. Ein Militärflugzeug über der Ostsee explodiert, von den an Bord befindlichen acht ukrainischen Mitgliedern einer Spezialeinheit und den Piloten fehlt jede Spur. Um die Aufklärung des Mordes in der Tiefgarage will sich der Geheimdienst kümmern...Martin Tong und Liselott Benjamin sollen sich um die Aufklärung eines Hubschrauberabsturzes kümmern. Nach Ansicht von Tong und Benjamin scheint es aber Zusammenhänge zu geben. Zur gleichen Zeit finden streng geheime Friedenverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine in Norwegen statt, von denen niemand etwas erfahren darf. Ministerpräsident Greger von der Arbeiterpartei leitet die Verhandlungen. Sein neu ernannter Justizminister Jens Meidell , dessen Aufstieg in der Politik wir bereits im Vorgängerband verfolgen konnten, sieht sich wieder mit Herausforderungen konfrontiert.

Dieser Politthriller hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Er zeigt beängstigend realistisch die Machtspiele in der Politik und die Bemühungen um Frieden zwischen Russland und der Ukraine. Alles könnte genau so passieren! Die Charakterzeichnung aller Beteiligten ist Johnsrud auch in diesem Band gut und vor allem glaubwürdig gelungen. Das Ermittlerduo Tong und Benjamin steht vor Herausforderungen, sollen sie doch "nur" im Fall der Explosion ermitteln. Bereits im Prolog bin ich in die Handlung eingetaucht, mit jedem Kapitel steigt die Spannung. Die Zeit, in dem der Thriller spielt, wird durch die Kapitelüberschriften mit Zeitangaben verdeutlicht. Johnsrud schreibt sehr atmosphärisch und bildhaft, die Schauplätze hatte ich vor Augen und habe mich mittendrin im Geschehen gefühlt.

Tim Gössler, der nicht ohne Grund zu meinen Lieblingssprechern gehört, liest auch diesen Thriller großartig! Durch verschiedene Stimmlagen verleiht er dem Thriller noch mehr Leben.

Wer "Echokammer" gelesen oder gehört hat, wird auch "Blendfeuer" lieben. Eine absolute Empfehlung an Fans von Politthrillern und verdiente 5 Sterne! Ich hoffe, dass der dritte Teil der Trilogie nicht wieder ein Jahr auf sich warten lässt...

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Veröffentlicht am 04.05.2026

Soap-Opera ohne Tiefe

Der Sommer, der uns blieb
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"Der Sommer, der uns blieb" ist das Debüt von Greta Herrlicher und hat mich ehrlich gesagt enttäuscht.

Pia, Britta und Martin sind seit ihrer Jugend Freunde, doch ihre Freundschaft ist in einem Sommer ...

"Der Sommer, der uns blieb" ist das Debüt von Greta Herrlicher und hat mich ehrlich gesagt enttäuscht.

Pia, Britta und Martin sind seit ihrer Jugend Freunde, doch ihre Freundschaft ist in einem Sommer auseinander gebrochen. Sie haben sich aus den Augen verloren und sich nie ausgesprochen. 20 Jahre später treffen sie sich aus den unterschiedlichsten Gründen in ihrer Heimat wieder. Können sie ihre Freundschaft neu beleben und retten?

Der Roman lässt sich zwar flüssig lesen, hat mich aber insgesamt enttäuscht zurück gelassen. Keiner der Charaktere kam mir wirklich nah und ich konnte nicht mit ihnen fühlen. Es kam mir eher vor, als würde ich einen Zeitungsartikel lesen. Dazu kamen etliche Wiederholungen von Worten und Fehler. Wie kann z.B. ein Badezimmer, das immer schon so war, zunächst grün gefliest sein und einige Kapitel später ist es blau? Unsichere Senioren haben den Blick aufs Handy gesenkt? Ich weiß, das sind Dinge, die vielen Lesenden nicht weiter auffallen, aber genau diese haben mich genervt. Die Handlung habe ich persönlich als zu flach, ohne Tiefe und vorhersehbar empfunden.

Ich habe gerade tatsächlich in andere Rezensionen geschaut, hier wird überwiegend das tolle Cover und die allgemeine Aufmachung des Romans gelobt. Ein Coverfreak war ich noch nie, als Ebook-Leserin ist es mir außerdem egal, Für mich zählt der Inhalt eines Romans.

Mich hat die Autorin leider verloren, was bei mir eher selten vorkommt. Diesmal habe ich daneben gegriffen, schade. Ich persönlich kann den Roman nicht weiterempfehlen, und mehr als ein Stern ist bei mir nicht drin!

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Veröffentlicht am 02.05.2026

Eine Mischung aus Fantasy, Liebesgeschichte und einem Hauch Krimi

Zwei in einem Bild
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"Zwei in einem Bild" von Morgan Pager ist eine Mischung aus Fantasy, Liebesgeschichte und einem Hauch von Krimi.

Jean ist der Sohn von Henri Matisse und lebt in seinem Gemälde: Tagsüber sitzt er regungslos ...

"Zwei in einem Bild" von Morgan Pager ist eine Mischung aus Fantasy, Liebesgeschichte und einem Hauch von Krimi.

Jean ist der Sohn von Henri Matisse und lebt in seinem Gemälde: Tagsüber sitzt er regungslos da, nachts kann er durch andere Gemälde streifen. Claire, eine neue Reinigungskraft im Museum, ist fasziniert von den Gemälden. Recht schnell findet sie heraus, dass sie die Gabe besitzt, Gemälde zu betreten und sich dort mit den gemalten Personen zu unterhalten. So lernt sie Jean kennen und die beiden verlieben sich ineinander.

Der Roman ist leicht lesbar und lebt von der Interaktion zwischen Claire und den anderen Personen in den Gemälden. Sie erzählt Jean nicht alles über sich, ihr Geheimnis erfahren wir im Verlauf des Romans, Jean erst gegen Ende. Da Matisse bereits auf dem Klappentext erwähnt wird hatte ich gehofft, in diesem Roman auch mehr über den Maler Matisse zu erfahren. Leider Fehlanzeige! Claire ist eine sympathische Charaktere, die offen auf alle zugeht, egal ob Kollegin oder gemalte Person. Jean wird uns als ein sensibler Mensch beschrieben, der sein Dasein im Bild so annimmt, wie es ist. Im Gegensatz zu den anderen ist er am liebsten allein. Witzig fand ich die Museumsführer, die alle ihre eigene Version über die Gemälde haben.

Insgesamt hätte ich dem Roman etwas mehr Tiefe gegönnt. Die Grundidee ist richtig gut, die Autorin hätte allerdings mehr daraus machen können. Insofern ist der Roman als leichte Urlaubslektüre sicherlich geeignet, wer Tiefe erwartet, wird enttäuscht sein. Für den Urlaub oder als leichte Lektüre nebenher kann ich es weiterempfehlen, da es mich trotzdem gut unterhalten hat und die Fantasie anregt. Gute 3 Sterne gibt es von mir!

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