Nicht schlecht...
Supertoskana"Supertoskana" von Max Küng ist ein Roman, der mich zwiespältig zurückgelassen hat.
Ein Ehepaar lädt nach einigen Jahren, in denen sich eigentlich alle auseinandergelebt haben, zu einem Sommerurlaub in ...
"Supertoskana" von Max Küng ist ein Roman, der mich zwiespältig zurückgelassen hat.
Ein Ehepaar lädt nach einigen Jahren, in denen sich eigentlich alle auseinandergelebt haben, zu einem Sommerurlaub in die Toskana ein. Alle erwarten Toskana-Feeling, entspannte Tage, gutes Essen und guten Wein. Aber alle haben sich verändert. Der eine hat eine neue Partnerin, die zwischen Baby und und ihrem Social-Media-Account switcht, einer der Ehemänner lädt einen seltsamen Schriftsteller ein, Der dritte Ehemann kocht für alle und tritt finanziell in Vorlage. Die Urlauber gehen sich zunehmend mehr auf die Nerven und dann zieht auch noch Regen und Sturm auf.
Der Autor zeichnet seine sehr unterschiedlichen Charaktere sehr bildhaft und genau. Auch die Stimmung am Urlaubsort weit ab der Zivilisation hat er gut eingefangen. Trotz der sprachlich gut ausgefeilten Story konnte ich mit keinem der Charaktere warm werden. Irgendwie sind sie mir alle auf die Nerven gegangen, allen voran Chrissy, bei der das Wort Rücksicht offensichtlich nicht zum Sprachgebrauch gehört. Die Marotten jedes einzelnen Charakters sind präzise beschrieben, aber mögen muss man sie nicht. Wenigstens einen sympathischen Menschen hätte ich mir gewünscht. Weglegen wollte ich den Roman allerdings auch nicht, denn die zwischenmenschliche Spannung war immer greifbar und ich wollte schon wissen, wie dieser Urlaub endet. So wirklich weiß ich es allerdings immer noch nicht. Warum? Verrate ich hier nicht, das selbst erlesen werden....
Als Charakterstudie ist der Roman gut geeignet, die Lesenden finden sicherlich einen Charakter, den sie "kennen". Schräge Figuren, viel köstliches Essen (das keiner zu würdigen weiß)...
Für die sprachliche Ausarbeitung der Charaktere gebe ich gute drei Sterne. Bei der Leseempfehlung gibt es von mir ein "kommt drauf an", da ich nur Bücher empfehle, die ich genossen habe.