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Veröffentlicht am 03.02.2023

Die Arbeitswelt ist nicht mehr zeitgerecht

Die Welt geht unter, und ich muss trotzdem arbeiten?
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Corona hat unsere Arbeitswelt auf den Kopf gestellt: Kurzarbeite, Homeoffice, Hybridsysteme zur Bürobelegung. Aber schon davor hat es gebrodelt: immer mehr Arbeit muss durch immer weniger Personal gestemmt ...

Corona hat unsere Arbeitswelt auf den Kopf gestellt: Kurzarbeite, Homeoffice, Hybridsysteme zur Bürobelegung. Aber schon davor hat es gebrodelt: immer mehr Arbeit muss durch immer weniger Personal gestemmt werden, die Löhne sind oft nicht angemessen für die geleistete Arbeit und von Work-Life-Balance kann oft keine Rede sein. Journalistin Sara Weber hat sich diesem topaktuellen und stetig hochkochenden Thema angenommen. Unter dem charmanten Titel „Die Welt geht unter, und ich muss trotzdem arbeiten“ beschriebt sie Arbeitnehmersituationen und bietet Ideen und Lösungsansätze, wie die Arbeitswelt sich verbessern kann und muss.

Das Buch ist in zwei Teile und diverse Unterkapitel gegliedert, wobei man grob sagen kann, dass Teil 1 die aktuelle Situation, besonders beim Arbeitnehmer widerspiegelt und Teil 2 versucht, innovative Vorschläge zu machen, wie eine moderne Arbeitswelt aussehen kann. Dabei werden verschiedene Themenbereiche angesprochen, wie Arbeitszeitmodelle, Remote Arbeitsplätze, aber auch Diversität und Gleichberechtigung am Arbeitsplatz. Das Buch schlägt insgesamt einen schönen, umfassenden Bogen über die Themen, die Arbeitnehmer besonders beschäftigen und an denen Arbeitgeber dringend arbeiten müssen, um weiter qualifiziertes und motiviertes Personal rekrutieren zu können.

Ich habe das Gefühl das Buch spricht vor allem die jüngeren Generationen (<40 Jahre) an. Ich selbst habe mich und meine Gedanken und Gefühle bezüglich Arbeit und was ich mir davon erhoffe, in vielen Punkten wiedergefunden. Natürlich hat die Autorin nicht die Zauberwaffe gefunden, um Arbeit zu revolutionieren. Aber man merkt, dass hier wirklich Recherchearbeit im Buch steckt. Es werden viele Denkansätze und Ideen wiedergegeben, Beispiele für Chancen aufgezeigt und Probleme direkt angesprochen. Die Autorin beschäftigt sich hierbei auch mit den „Randgruppen“ des Arbeitsmarktes und zeigt auch hier klare Probleme unserer Gesellschaft und Denkweise auf.

Ich glaube das Buch erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit und die Preisgabe konkreter Lösungskonzepte für bestehende Probleme. Aber es regt auf jeden Fall zum Nachdenken an und öffnet die Augen dafür, dass sich „tot zu schuften“ eben nicht selbstverständlich ist. Ich finde das Buch daher sehr lesenswert und auch für mich einen kleinen Reminder mal zurückzutreten und Resümee zu ziehen.

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Veröffentlicht am 03.02.2023

Irgendwo zwischen Spannung, Lovestory und Erotik

With All My Heart
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Ich hab schon einige Bücher von Autorin Samantha Young gelesen und trotzdem hat sie es geschafft mich mit diesem Buch völlig zu überraschen, denn es war ganz anders als erwartet und für mich auch anders ...

Ich hab schon einige Bücher von Autorin Samantha Young gelesen und trotzdem hat sie es geschafft mich mit diesem Buch völlig zu überraschen, denn es war ganz anders als erwartet und für mich auch anders als die Bücher die ich bisher von ihr gelesen haben. Ich frage mich manchmal wo in diesem Genre die Grenze zwischen Liebesgeschichte und Erotikroman ist, denn die sexualisierten Inhalte nehmen vor allem in der ersten Hälfte des Buches schon recht viel Raum ein. Im zweiten Teil nimmt das Buch dann eine ganz andere Wendung, was ich sehr spannend fand.

Zum Inhalt: Jane hatte keine leichte Kindheit, denn sie ist im Pflegesystem groß geworden. Doch dann trifft sie auf die McKennas und endlich hat sie das Gefühl Teil einer Familie zu sein. Jane verliebt sich in Jamie McKenna, was die neue Kleinfamilie auf eine harte Probe stellt. Ein schwerer Schicksalsschlag scheint die Familie letztlich völlig zu zerbrechen. Als Jane und Jamie fünf Jahre später erneut aufeinandertreffen, ist nichts mehr, wie es war. Doch was geblieben ist, ist diese unbestreitbare Anziehung zwischen ihnen. Aber kann das reichen, um ein gebrochenes Herz zu heilen?

Ich mochte die Geschichte um Jane und Jamie anfangs wirklich total gerne, besonders ihre zaghafte Annäherung, die sich erst mit der Zeit ergab, als die beiden immer mehr Gemeinsamkeiten entdeckten. Ich hab‘ einfach ein Herz für Slow-Burn-Romance. Vor allem konnte ich mich auch gut in die Schwierigkeiten, die ihre Beziehung mit sich bringt, hereinversetzen. Denn Jamies Schwester und Janes beste Freundin Lorna findet das gar nicht so witzig. Besonders die manipulative Freundschaft zwischen Lora und Jane steht im ersten Teil des Buches stark im Fokus. Als ihre Beziehung dann so langsam in fahrt kommt, fand ich sie aufgrund des Alters der Protagonisten irgendwie sehr grenzwertig und fast schon zu obsessiv.

Insgesamt enthält das Buch eine wahre Fülle an triggernden Inhalten, was den McKennas als Familie aber nichts an ihrer Güte und Offenheit genommen hat, die sie Jane entgegenbrachten. Im zweiten Teil entwickelt sich das Buch von einer Liebesgeschichte fast schon eher in Richtung Spannungsroman und thematisch verschiebt sich der Fokus völlig. Das ist ein interessanter Ansatz, der für mich sehr überraschend kam. Generell geht es in diesem Buch viel um Moral, Intrigen und Manipulation. Die Charaktere entwickeln sich gefühlt in eine ganz andere Richtung als erwartet, wodurch auch die Entwicklung der Beziehung im zweiten Teil des Buches eher auf der Strecke bleibt. Trotzdem habe ich den zweiten Teil als sehr mitreißend empfunden und konnte das Buch nicht aus der Hand legen.

Ich kann nicht alle Verhaltensweisen im Buch gutheißen und generell wirken die Charaktere oft wie ein Vorbild an schlechten Entscheidungen und als Beispiel dafür, wie viel Leid und Verrat eine Familie ertragen kann, bevor sie in die Brüche geht.
Insgesamt fand ich das Buch sehr wendungsreich und durchaus spannend, was ich bei einem Liebesroman nicht erwartet hätte.

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Veröffentlicht am 02.02.2023

Schöne Geschichte

Die Kinder von Schönbrunn (Die Schönbrunn-Saga 2)
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Weil mir „die Frauen von Schönbrunn“ so gut gefallen hat war ich sehr gespannt auf diesen zweiten Band, der sich nun statt mit dem Tierpark mit dem angegliederten Kinderheim beschäftigt. Leider hat mich ...

Weil mir „die Frauen von Schönbrunn“ so gut gefallen hat war ich sehr gespannt auf diesen zweiten Band, der sich nun statt mit dem Tierpark mit dem angegliederten Kinderheim beschäftigt. Leider hat mich die Geschichte diesmal nicht ganz so abgeholt und berührt wie Band 1. Trotzdem wieder eine schöne, leichte Geschichte für zwischendurch, die sich auch unabhängig von Band 1 lesen lässt.

Zum Inhalt: Fünf Jahre ist es her, dass Greta von Gustav getrennt wurde und er nicht aus dem Krieg heimgekehrt ist. Solange steht ihr Leben bereits auf Standby. Doch durch Zufall hört sie von der Erzieherinnenausbildung in Schönbrunn und will ihrem Leben eine neue Richtung geben. Und vielleicht kann sie dann auch Gustav endlich loslassen...

Die Geschichte hat sich leicht und flüssig lesen lassen und man ist quasi sofort drin in der Handlung. Die Kapitel sind nach ihren Handlungsorten unterteilt, was ich sehr übersichtlich fand. Die Anschnitte lassen sich grob in Gretas Perspektive/Leben und die von Emil, einem Heimkind, unterteilen.

Obwohl das Buch ja laut Titel die Kinder in den Fokus stellt habe ich davon im Buch recht wenig gemerkt. Stattdessen war es nach meinem Empfinden eine Liebesgeschichte mit Greta im Zentrum, deren Schauplatz und Nebenhandlung das Kinderheim war. Ja, erzieherische Gedanken wurden angesprochen, aber die Perspektive der Kinder und das Leben im Heim hätte mich mehr interessiert und ich hätte gerne mehr über die Schicksale der Kinder gelesen.

Stattdessen war der Fokus merkwürdig verrückt, vieles wurde nur angedeutet und dann nicht zu Ende erzählt. Das betrifft nicht nur Aspekte des Kinderheims sondern auch aus dem Privatleben von Gretas Umfeld. Ich weiß nicht, ob da vllt. ein weiterer Folgeband anknüpfen soll, aber dadurch hat das Buch für mich einfach keinen befriedigenden Abschluss gefunden.

Ansonsten aber eine nette Geschichte für zwischendurch, die ich gerne gelesen habe. Ich schwanke zwischen drei und vier Sternen.

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Veröffentlicht am 02.02.2023

Moderner Klassiker

Skandal & Vorurteil
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„Stolz und Vorurteil“ ist eins meiner absoluten Lieblingsbücher, weshalb ich sehr neugierig auf diese moderne Adaption des Klassikers war, die nun Georgiana Darcy in den Vordergrund stellt. Leider hat ...

„Stolz und Vorurteil“ ist eins meiner absoluten Lieblingsbücher, weshalb ich sehr neugierig auf diese moderne Adaption des Klassikers war, die nun Georgiana Darcy in den Vordergrund stellt. Leider hat mich das Buch nicht in seinen Bann schlagen können. Stattdessen hatte ich das Gefühl mich beim Lesen mit Georgie gemeinsam im Kreis zu drehen.

Zum Inhalt: nach einem Drogenskandal im letzten Schuljahr ist Georgiana zurück an der Privatschule Pemberley. Nur knapp konnte sie einem Schulverweis entkommen und wird seitdem von allen geschnitten. Doch in diesem Schuljahr soll sich der ihr Schicksal ändern, dann sie will die perfekte Darcy werden. Doch bei ihrem schlauen Plan hatte sie nicht mit Wickhams Rückkehr gerechnet.

Ich fand es toll wie viele der Originalcharaktere vorkommen und dass einige Szenarien in Anlehnung an Jane Austens Werk gestaltet waren. Das schuf einen gewissen Wiedererkennungswert obwohl das Setting ein völlig anderes ist. Besonders Charlie Bingley war einfach fabelhaft hinreißend und hat sofort wieder mein Herz erobert. Dadurch kamen mit seine Gastauftritte viel zu wenig vor.

Mit Georgie hingegen bin ich überhaupt nicht warm geworden. Sie hat klassische Reiche-Mädchen-Problemen. Viel in der Dramatik der Handlung wirkt reichlich überspitzt und künstlich aufgeblasen. Georgie ist sehr Ich-fokussiert und dreht sich mit ihren Problemen häufig emotional im Kreis, statt sie rational anzugehen.

Was mich irgendwann sehr gestört hat ist, wie viel auf die fiktive Serie Sage Hall verwiesen wird. Die Fan Fiction und Handlung der Serie nahm gefühlt mehr Raum ein als Georgies eigenes Liebesleben, das sehr eindimensional blieb, obwohl es genug Entwicklungspotenzial bot. Mehr Fokus hätte der Haupthandlung in meinen Augen gut getan.

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Veröffentlicht am 02.02.2023

Das Fräulein ermittelt wieder

Fräulein vom Amt – Der Tote im Kurhaus
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„Der Tote im Kurhaus“ ist der zweite Band einer Reihe um das Fräulein vom Amt Alma Täuber und nimmt uns wieder mit in die 20er Jahre in Baden-Baden. Obwohl es sich um eine Reihe handelt sind die Bände ...

„Der Tote im Kurhaus“ ist der zweite Band einer Reihe um das Fräulein vom Amt Alma Täuber und nimmt uns wieder mit in die 20er Jahre in Baden-Baden. Obwohl es sich um eine Reihe handelt sind die Bände in meinen Augen gut unabhängig lesbar. Der Fall ist wieder sehr atmosphärisch und konnte mit den fantastischen Figuren wieder auf ganzer Linie überzeugen.

Zum Inhalt: das Stück Aida erobert dir Bühnen von Baden-Baden und lockt die Kurgäste an. Dich dann wird der Tenor des Stückes ermordet aufgefunden und Alma Täuber befindet sich mitten in einem neuen Fall, denn den festgenommenen Verdächtigen kennt sie persönlich. Kann das Fräulein vom Amt den Fall lösen?

Ich bekomme bei dieser Reihe immer Miss Marple Vibes. Denn Alma hat diese etwas sittenstrenge, seriöse Art, gepaart mit einem scharfen Verstand und einer Portion Neugierde, durch die sie sich selbst öfter mal in Schwierigkeiten bringt. Schön finde ich, dass Alma in diesem Band ein bisschen über den biederen Gesellschaftschatten springt und überlegt, was sie selbst eigentlich will.
Hinzu kommen die vielen bunten Nebencharaktere von denen ich vor allem Wölkchen und Almas schrullige aber herzensgute Familie ins Herz geschlossen habe.

Wie schon in Band 1 ergeben sich hier auch wieder viele Hinweise aus den unzähligen Gesprächen, die Alma führt, sodass man gut miträtseln kann, wer der Täter sein könnte. Das Ägypten-Thema hat mir gut gefallen und ist ansprechend umgesetzt. Der Fall wird langsam aufgebaut und zusammengesetzt.

Neben dem Fall geht es auch um den Wandel in der Moral und der Gesellschaft, sowie Almas eigenes Hadern mit ihrer Stellung und dem Zwiespalt ihrer Gefühle. Das wirkt sehr authentisch und sympathisch und es ist leicht, sich in Alma hineinzuversetzen und mit ihr zu fühlen.

Ich fand den Fall wieder anschaulich konstruiert und das Buch sehr unterhaltsam.

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