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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.08.2026

Fantasy at its best

Dragon Cursed – Zeig keine Gnade (Deluxe-Ausgabe)
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Eine faszinierende neue Welt tut sich vor unseren lesenden Augen auf. Drachen sind wieder mal die Bösen. Vermeintliche kalte Feinde werden irgendwie doch zu Freunden oder sogar mehr, Menschen, die sich ...

Eine faszinierende neue Welt tut sich vor unseren lesenden Augen auf. Drachen sind wieder mal die Bösen. Vermeintliche kalte Feinde werden irgendwie doch zu Freunden oder sogar mehr, Menschen, die sich in Drachen verwandeln können, werden gnadenlos gejagt und getötet. Um festzustellen, welcher Mensch den Fluch des Drachenverwandelns in sich trägt, werden die Jugendlichen alle in einem Gebäude gefangen gehalten, wo sie unterschiedliche Prüfungen bestehen müssen. Erinnerungen an die Tribute von Panem kommen da auf. Nur hier muss nicht einer überleben, sondern der potentielle Drache entdeckt werden.
Isola und ihre beste Freundin Saipha bestehen gemeinsam alle Prüfungen. Lucan, der Ziehsohn des Vikars Darius, spielt zuerst eine zwielichtige Rolle, als inoffizieller Aufpasser und Verräter von Isolas Taten, entwickelt sich aber im Lauf der Geschichte zu einem wertvollen Freund und Verbündeten. Die drei Protagonisten kommen sehr sympathisch rüber, ich mochte auch die Art, wie sie miteinander kommunizieren und agieren, die Liebesgeschichte, die sich zwischen Isola und Lucan entfaltet.
Elisa Kova hat mit ihrem flüssigen Schreibstil und für permanente Spannung gesorgt, so dass ich das Buch kaum aus der Hand lassen konnte. Geschrieben aus Isolas Perspektive, erleben wir alles mit hautnah. Näher auf die Handlung oder Charaktere eingehen würde die Gefahr des Spoilers herauf beschwören

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Veröffentlicht am 25.07.2026

KI personalisiert und personifiziert

Code Null. Dieses Spiel kennt keine Regeln
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Nach dem etwas verstörenden Prolog folgt eine Szene einer Komödie würdig. Charlies Chef und sein Kunde führen sich wie richtige Machos auf und provozieren, ohne es zu merken, Charlie. Nun, sie deckt die ...

Nach dem etwas verstörenden Prolog folgt eine Szene einer Komödie würdig. Charlies Chef und sein Kunde führen sich wie richtige Machos auf und provozieren, ohne es zu merken, Charlie. Nun, sie deckt die krummen Geschäfte und die geheimen Konten des Kunden auf und kündigt gleichzeitig ihren Chef. Slapstick vom Feinsten.
Kurz darauf hat sie einen neuen Job. Terroristen greifen das Satellitensystem Galileo an und Charly zusammen mit Lukas und Nicola decken eine ungeheure Verschwörung auf. Mitverschwörer reichen bis in die höchsten europäischen politischen Kreise und auch in den deutschen Behörden sind nicht alle das, was sie zu sein scheinen. Szenen akuter Gefahr und Bedrohung die hollywoodreif sind, und dazwischen immer wieder die Künstliche Intelligenz. Wobei es hier eine “gute” KI gibt, KIM und eine böse gibt, “Hora”. Ganz glaubwürdig erscheint mir das nicht, es gibt keine gute und böse KI. Nur gute und böse Absichten dahinter. So wie Drohnen einerseits Pakete und Medikamente ausliefern können, andererseits aber auch Bomben und Raketen. Merkwürdigerweise beginnt ausgerechnet die gute KI selbst zu entscheiden, welche Teile und Pfade, die vorher von ihrer Autorin ausgeschaltet wurden, zu aktivieren und damit zu arbeiten, obwohl gegen Charlies ausdrücklichen Befehl. Das weckt nicht gerade mein Vertrauen in die KI.
Die Hauptfiguren sind glaubwürdig und sympathisch. Mein Liebling ist Charly, die sich nie unterkriegen lässt. Die Handlung ist spannend aufgebaut und das letzte Kapitel lässt auf eine Fortsetzung deuten, denn die böse KI verfolgt schon andere Pläne. Der Stil ist sehr fließend und klar, aber ohne Ansprüche. Aber ich kann mir auch schwer Thomas Mann Stil zu diesem Thema vorstellen. Etwas allerdings hat mich irritiert: Für Schwiecker sind anscheinend alle Computer-Profis und -Nerds Spezialisten, wenn ihre Finger auf den Tastaturen nur so hinfliegen. Sorry, stimmt nicht ganz. Ich habe eine hohe Geschwindigkeit beim Schreiben am PC, bin trotzdem nur so etwas wie eine “Tippse” und habe von Computerprogrammen keine Ahnung. 🙂

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Veröffentlicht am 30.06.2026

Den trockenen Humor möchte ich haben!

Hope Joanna
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Allein der Anfang trieft vor trockenen und schwarzen Humor. Warum geht frau zur Polizei? Um Olympionikin zu werden. Dann bleibt sie auch gleich dabei, bei der Polizei, in Ermangelung von was Besserem, ...

Allein der Anfang trieft vor trockenen und schwarzen Humor. Warum geht frau zur Polizei? Um Olympionikin zu werden. Dann bleibt sie auch gleich dabei, bei der Polizei, in Ermangelung von was Besserem, nachdem Ihre Karriere als aktive Sportlerin altersbedingt vorbei ist. Meistens lesen wir von Polizeibeamten, die mit Leib und Seele Polizisten sind, die ihre Berufung bei der Polizei finden. Aber Hope Joanna gibt ehrlich zu, sie ist einfach bei der Polizei geblieben, mangels einer besseren Alternative. Dass es ihr mittlerweile gefällt, dass sie mit Kollegen und dem ganzen drumherum gut klarkommt, ist ein großes Plus und spricht für sie.
Wie kann ein Polizist auf eine Leiche fallen, nachdem er schon weiß, dass dies ein Tatort ist?!?! Auch wie diese Tatort Kontaminierung anschließend behoben wird, ist filmreif. Dabei ist der “gefallene” Polizist eigentlich intelligent, findet gute Lösungsansätze und bringt sich gut ins Dreierteam ein.
Slapstick Szenen lösen sich mit hollywoodreifen Actionszenen ab. So die Pressekonferenz, bei der alles aus dem Ruder läuft und die Kampfszene auf dem Dach um und im riesengroßen Mercedes-Stern.
Was auf dem Gelände der Bierbrauerei Walhalla geschieht, das Pseudo-Gottesurteil das letztendlich doch zu einem richtigen Gottesurteil wird, der Pseudo-Baron, der sich Gottgleich über allem erhebt nur um seine Strafe danach zu erhalten. Das lässt uns an ausgleichende Gerechtigkeit glauben. Wie der Pseudobaron die Tatsachen verdreht, wie sie ihm am besten ins Konzept passen, da musste ich an so manch einem Politiker denken.
In diesem Buch kommt eine neue und sehr originelle Tatwaffe zum Einsatz, die ich so noch nie erlebt habe in einem Buch oder Film: ein Caduceus, der mittels Schlangengift tötet. Der Caduceus entstammt der althebräischen Mythologie (geht auf Moses zurück), und vom anfänglichen Heilungssymbol wird er im Buch zur tödlichen Waffe. Im Buch kommt auch ein mysteriöser Orden vor, der “Ordo Mercatorum Umbrae”, der die Abwicklung zwielichtiger Geschäfte ermöglicht. Die Ordensmitglieder bezeichnen sich als “Notare der Dunkelheit….Eine jahrhundertealte unbestechliche Institution” (S. 174)
Die Morde werden durch ein sagenumwobenes Elixir aus Hitlers Nachlass angeblich, ausgelöst. Das Elixir soll Riesenkräfte verleihen und unbesiegbar machen. Kein Wunder, dass rechtsradikale Fanatiker dieses Elixir in ihren Besitz bringen wollen. Letztendlich werden die Fälle lückenlos geklärt und das Buch endet im wohlverdienten Wohlklang und lässt gleichzeitig auf eine Fortsetzung hoffen.
Die Dialoge sind wunderbar, locker und spritzig. Bitte mehr davon!
Ein Wort noch über die Protagonistin: Hope Joanna Marlow. Sie kann nichts für diesen Namen. Zum Zeitpunkt ihrer Geburt war das der Hit, der in Dauerschleife auf allen Radiosendern lief und ihre Eltern liebten den Song. Was die Eltern damit für das Mädchen anrichteten, haben sie sich vorher nicht überlegt. Aber uns, den Lesern, lieferten sie dadurch manche Gelegenheit zum Schmunzeln und auch das Kind zu bedauern.

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Veröffentlicht am 18.06.2026

Bleibt hinter Wilde Schwäne zurück

Fliegt, Wilde Schwäne
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Nicht schlecht geschrieben, erreicht aber nicht die Höhe des Vorgängerromans Wilde Schwäne. Der neue Roman Fliegt, wilde Schwäne ist sehr emotional geschrieben, handelt aber mehr von der Autorin und ihrer ...

Nicht schlecht geschrieben, erreicht aber nicht die Höhe des Vorgängerromans Wilde Schwäne. Der neue Roman Fliegt, wilde Schwäne ist sehr emotional geschrieben, handelt aber mehr von der Autorin und ihrer Familie als vom Schicksal Chinas. Und eine Familie, sei sie noch so groß oder bedeutend, kann nicht stellvertretend für eine Milliarde Menschen sein.

In beiden Büchern war ich erschüttert von Maos “Langem Marsch” durch das riesige Reich, gefolgt von Würdenträgern und einfachem Volk. Mao hatte ihn zwar als Fußmarsch angeordnet, aber er und seine ausgewählten Würden- und Wasserträger sind nur am Anfang und am Ende tatsächlich zu Fuß gegangen, während alle anderen zu Fuß gehen mussten, inklusive der schwangeren Frau eines der begünstigten Würdenträger. Die Frau, die Mutter der Autorin, verlor ihr erstgeborenes Baby.
Auch in diesem Buch geht es oft um Vergünstigungen, die der Vater der Autorin, ein lange Zeit überzeugter dogmatischer Kommunist, nicht gewährte oder sích sogar gegen den Bittsteller aussprach, weil es um Familienangehörige ging und er wollte nicht seine eigene Familie bevorteilen.

Interessant fand ich Jung Changs Recherchearbeiten zu dem Buch über Mao und anderen ihrer Werke, was für Verbrechen sie dadurch zu Tage förderte. Verbrechen, die der große Vorsitzende persönlich beging oder anordnete. Aber einiges davon war schon in Wilde Schwäne ersichtlich. Man denke nur an den Langen Marsch.
Ebenso fand ich faszinierend, wie Jung Interviews mit Ehefrauen ehemaliger Potentaten führt und was für interessante Einzelheiten sie über die recherchierten Personen dadurch erfährt.
Etwas ist allen Diktaturen gemeinsam: Auflockerung der Zensur und Öffnungen Richtung Freiheit und Demokratie sind immer nur kurzfristig und zum Schein. Im Hintergrund lauert immer der übermächtige Polizeiapparat als Werkzeug des Staates und der Partei.

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Veröffentlicht am 27.05.2026

Bad Boy & Upper Class Girl

Liars all around me
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Das war ein spannendes Buch. Vielleicht (aber nur ein ganz kleines Vielleicht), wurden die sozialen Stereotypen etwas zu sehr betont, zumindest zu Anfang.
Avery, die Tochter der Bürgermeisterin muss immer ...

Das war ein spannendes Buch. Vielleicht (aber nur ein ganz kleines Vielleicht), wurden die sozialen Stereotypen etwas zu sehr betont, zumindest zu Anfang.
Avery, die Tochter der Bürgermeisterin muss immer perfekt, freundlich, liebenswürdig sein und die besten Noten haben. Wenigstens lebt Ryle, Bad Boy, der schon mal mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist, nicht im Trailerpark am Stadtrand. Sonst wäre das Klischee perfekt.
Bei genauerem Hinsehen entpuppt sich Ryle als sehr empathisch, intelligent, bereit zu helfen und zu beschützen.Deshalb willigt er ein, Avery bei den Mordermittlungen zu unterstützen. Von der Polizei ist keine große Hilfe zu erwarten.
Avery verlangt von ihm, ihr eine Pistole zu beschaffen, Ryle weigert sich. Als ein paar Tage später Averys Erzrivalin und Schulfeindin tot aufgefunden wird, verlangt Ryle von Avery eine Erklärung. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach dem wahren Mörder. Und nun entfaltet sich Clara Blais Erzähltalent: Wir erfahren, dass so ziemlich jeder in dieser reichen Kleinstadt Dreck am Stecken hat, etwas verbergen muss. So rutschen abwechselnd verschiedene Personen in den Fokus als Verdächtige in diesem Mordfall, nur um nachher entlastet zu werden und jemand anderes rückt nach. Clara Blais legt diverse falschen aber brisante Fährten auf, bis zum Schluss der Mord geklärt wird.
Das Thema ist interessant. Eine Kleinstadt, die doch nicht so idyllisch und rechtschaffen zu sein scheint, die ihre Funktion als Postkartenstädtchen so treuherzig erfüllen möchte, aber irgendwie, sobald man genauer hinschaut, entdeckt man die Risse in der Fassade. Das Ausweiten von einem kleinen Schuldrama auf einen richtigen Mord und Stadtskandal macht den Plot zum faszinierenden Pageturner.

Blais lässt Avery zu Wort kommen, alternierend mit Ryle. Dadurch haben die Lesenden das Gefühl, direkt involviert zu sein und mehr zu wissen, was in den Protagonisten vor sich geht. Dazu der direkte Stil, die natürlich wirkenden Dialoge, so dass wir uns schnell in der Kleinstadt und in der Handlung zurechtfinden.
Von mir eine klare Leseempfehlung

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