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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.04.2026

Ein Buch der Superlative

JAPAN – Kultur, Landschaft, Menschen & ein Leben mit Ikigai
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Schäumende Wellen, Vollmond und Kraniche ergeben in stilisierter Form den Buchdeckel dieses faszinierenden Werkes. Eingeteilt in vier Hauptjahreszeiten, so wie wir sie auch kennen, geht das Buch aber viel ...

Schäumende Wellen, Vollmond und Kraniche ergeben in stilisierter Form den Buchdeckel dieses faszinierenden Werkes. Eingeteilt in vier Hauptjahreszeiten, so wie wir sie auch kennen, geht das Buch aber viel weiter. Faszinierende Ansichten, Feiertage und Feste, Rezepte und vieles mehr werden in diesem wunderschönen Buch vorgestellt.
Japan ist für uns Europäer ein zauberhaftes und geheimnisvolles Land. Wer einmal den langen Flug auf sich nimmt, erlebt eine unglaubliche Welt. Das Buch versucht, uns diese Welt näherzubringen, sie uns vorzustellen und auf eine Reise innerhalb des Buches mitzunehmen. Haupt- und Nebeninseln, Provinzen und Städte werden uns vorgestellt, mit ihren Eigenschaften und Besonderheiten. Interessant fand ich die Rezepte, die im Buch verstreut sind. Wer aber keinen gut sortierten Asia-Laden in der Nähe hat, tut sich mit dem Nachkochen schwer. Und Ersatzlösungen bringen nichts, der originale Geschmack geht so verschollen. Es wäre schade. Aber ein Besuch in einem japanischen Restaurant wäre vielleicht auch denkbar. Wenn es nicht zu weit weg liegt.
In den Landschaftsbildern hätte ich mich auf jeder Seite darin verlieren können. Schade, dass es nur in der Tintenwelt möglich ist, in einem Buch zu verschwinden. Bei diesem Japan-Buch hätte ich es Seite für Seite aufs Neue tun können.
Ich habe das Buch einer Freundin geschenkt, die vor einigen Jahren Japan besucht hat. Sie hat sogleich manche Gegenden wieder erkannt und erklärt, Japan ist immer noch lebendig in ihrem Herzen. Dieses Buch hat die Erinnerungen wieder nach oben gebracht und die Atmosphäre und den Zauber des Landes erneut zum Leben erweckt. Ich würde sagen, das Buch hat seinen Zweck voll erfüllt.

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Veröffentlicht am 17.04.2026

Wunderschönes Buch für Groß und Klein

Tiere und Pflanzen lebensgroß
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Wunderschönes Buch für Groß und Klein


Das Buch hat mich gleich mit Beschlag gelegt. Die Fülle an Informationen, die sehr strukturiert und übersichtlich geboten werden, macht neugierig. Dieses Buch kann ...

Wunderschönes Buch für Groß und Klein


Das Buch hat mich gleich mit Beschlag gelegt. Die Fülle an Informationen, die sehr strukturiert und übersichtlich geboten werden, macht neugierig. Dieses Buch kann man allein, für sich selbst im stillen Kämmerlein lesen, oder zusammen mit Kindern auf Entdeckungstour zuerst durch die Buchseiten, danach in Wald und Wiese gehen.
Schon das Bild, das den Frühling einläutet, das zarte Birkengrün, hat mein Herz erobert. Es werden die Jahreszeiten einzeln vorgestellt, in vier großen Kapiteln, gleich zu Anfang jeder Jahreszeit werden wir darauf hingewiesen, was man jetzt unternehmen könnte, was Spaß macht, was unsere Sinne und unseren Geist belebt.
Zwischen all den Tieren, Insekten, Pflanzen, die da vorgestellt werden, streuen die Autoren auch kleine Rezepte ein, leicht zum Nachmachen und dadurch den Genuß der NAtur verlängernd. Außerdem zeigen sie Tipps und Tricks, wie wir unsere Gärten insekten- und vogel- und tierfreundlicher gestalten können.
Dabei ist das Buch durch und durch “demokratisch”. Dem verborgenen Regenwurm oder der Schwebfliege wird genauso viel Platz eingeräumt wie dem Igel, dem Turmfalken oder den verschiedenen Schwalbenarten oder dem Giersch, den die Gärtner am liebsten ausrotten würden, so sie es denn könnten. Dabei kann der Giersch auch als leckere Speise herhalten. Die stolzen großen Baumarten unserer Wälder werden neben dem Bärlauch, dem Waldmeister, den Maiglöckchen und Veilchen usw. dargestellt. Wenn das nicht wahre Demokratie ist!
Immer wieder erklären die Autoren, wie wichtig es ist, in den Gärten auch eine Ecke Wildwuchs zuzulassen, damit Insekten und Vögel und Kleintiere dort Unterschlupf und Nistplätze finden können.
Genießen wir unsere vier Jahreszeiten, solange wir sie noch haben!

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Die Andropause ist ein gar merkwürdig Ding

Wir Freitagsmänner
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Humorvolles Buch, manche Sachen sind überspitzt, manchmal karikiert, wie zum Beispiel Cindy, die beim ersten Date mit Henry mit Pablo textet und telefoniert, vier verschiedene alkoholische Getränke bestellt, ...

Humorvolles Buch, manche Sachen sind überspitzt, manchmal karikiert, wie zum Beispiel Cindy, die beim ersten Date mit Henry mit Pablo textet und telefoniert, vier verschiedene alkoholische Getränke bestellt, ohne davon zu trinken und dann zu diesem Pablo fährt. Oder, die gleiche Cindy will und hat später "Casual Sex" mit Henry und mit Felix, nur um den verheirateten Pablo eifersüchtig zu machen. Etwas übertrieben, aber sehr aussagekräftig.

Hingegen bahnt sich die Geschichte zwischen Henry und Emily Laurent filigran und viel ernsthafter dargestellt. Seine Monologe auf Emilys Anrufbeantworter sind ehrlich und herzergreifend.
Henry hat zu seinen Kindern ein lockeres aber liebevolles Verhältnis, hilft ihnen, greift auch wenn nötig finanziell unter die Arme. Auch zu seiner Ex-Frau hat er ein gutes Einvernehmen, auch wenn er nicht mit allem einverstanden ist, was sie tut oder sagt.

Wenn Frauen in den Wechseljahren sind, ist es längst salonfähig geworden, darüber zu sprechen. Männer sind da erst im Kommen. Hitzewallungen, Hormonschwankungen, Gewichtsabnahme oder -zunahme, erhöhter Blutdruck, schlechte Cholesterinwerte - typisch nur für Frauen? Mitnichten. Wäre aber höchst weibisch, so etwas zuzugeben.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Tragisches Schicksal unzähliger Menschen

Liefern
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Das Buch hat mich zutiefst berührt. Leider wüsste ich keinen Ausweg aus dieser Misere. Lieferkuriere auf Fahrräder, ob E-Bike oder klassisch auf Motorräder oder Kleinstwägen, gibt es mittlerweile auf ...

Das Buch hat mich zutiefst berührt. Leider wüsste ich keinen Ausweg aus dieser Misere. Lieferkuriere auf Fahrräder, ob E-Bike oder klassisch auf Motorräder oder Kleinstwägen, gibt es mittlerweile auf allen Kontinenten. Tomer Gardi lässt sie zu Wort kommen, lässt uns ihr hartes Leben durch ihre Augen sehen. Für mich hat der Perspektivwechsel von Seite Eins nun definitiv stattgefunden. “Mitbewohner des globalen Dorfes [that’s me], Perspektivwechsel! Hilft auch gegen Selbstmitleid! Auch gegen Aussichtslosigkeit! Erlöst von chronischem Purismus! Lindert Erbnabelschau! Lockert identitäre Fixationen! Hilft zudem gegen Opferglorie! Perspektivwechsel!” (S. 7) Egal, wie schlecht es uns geht, als Mitteleuropäer mit der richtigen Hautfarbe, als deutsche Staatsbürger, sind wir immer noch besser dran. Essenskuriere werden auf allen Kontinenten, in allen Städten aller Länder gnadenlos ausgebeutet. Um einen Job überhaupt zu ergattern, müssen sie hohe Kautionen zahlen, müssen substantielle Abgaben an windige Geschäftsleute zahlen, fahren immer gegen die Zeit, sind auf die Likes der belieferten Kunden angewiesen, auf die Betreiber diverser Imbissbuden und Restaurants, wo sie das Essen herholen. Das ist moderne Sklaverei. Ein Unfall, rachsüchtige Polizisten, und die Arbeit ist verloren oder auch das Leben.
Ich habe diese Kuriere mit verschiedenfarbigen eckigen Rucksäcken schon oft auf den Straßen gesehen, aber bisher nie über die Menschen nachgedacht, die dahinterstecken. Sie sind immer in Eile, kaum sieht man sie, sind sie schon vorbei. Oder ich sehe sie bei meinem Lieblingsitaliener, Inder, Chinesen, Dönerbetreiber, holen ihre Bestellungen ab und schon sind sie weiter. Sie strampeln buchstäblich gegen die Zeit und für positive Likes. Ich habe mir nie Gedanken gemacht, was sie mit dem kargen Lohn alles bewerkstelligen müssen: Erpresserische Abgaben an Betreiber, Miete, Essen, Zahlungen an die Familie im Herkunftsland oder in die neue Wahlheimat. Richtig Geld für Rücklagen bleibt nicht.
Das Buch beginnt mit Filmon, aus Eritrea, er jobbt in Tel Aviv, wird auch Kurierfahrer. Seine Frau und seine Tochter sind in Berlin. Er versucht alles, um nach Berlin einreisen zu dürfen. Wenn er in Deutschland ankommt, wird er auch kein besseres Schicksal haben. Als Essenskurier wird er im selben Hamsterrad sein wie in Tel Aviv. Jederzeit kann ihm und seiner kleinen Familie die Abschiebung drohen. Und dann?
Das Buch besteht aus Episoden, die lose miteinander verbunden sind. Gemeinsam ist ihnen allen, es sind Kurierfahrer, in Berlin, Delhi, Tel Aviv, Istanbul, Buenos Aires. Kurierfahrer, die am Existenzminimum darben. Nur das letzte Kapitel spielt in Kenia, aber nicht im Kurierfahrer Milieu, sondern Blumen Pflückerinnen in den Glashäusern. Die Frauen da haben es genauso schwer: Sie müssen im Akkord Blumen pflücken, mindestens 2.000 Rosen täglich für den Valentinstag in Europa. Hinzu kommt noch Beete bearbeiten und pflegen, so dass die Rosensträuche weiter blühen und treiben.
Das Titelbild mit dem Fahrer im Hamsterrad zeigt die Ausweglosigkeit dieser Menschen. Sie schuften und mühen sich, aber andere profitieren von ihrer Arbeit. Sie selber kommen nicht vom Fleck.
Das Buch hat mich ein wenig an Hans Falladas Romane erinnert. Dieselbe Ausweglosigkeit, derselbe Kampf ums Überleben der “kleinen einfachen” Leute.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Das stimmt. Das letzte Kind sieht anders aus.

Das letzte Kind hat Fell
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Tessa Hennig hat uns einen charmanten und humorvollen kleinen Roman vorgelegt. Spritzig, mit witzigen Dialogen und einem Showdown, nein, nicht Hollywoodreif, eher Bavaria-Studios, ist dies alles in allem ...

Tessa Hennig hat uns einen charmanten und humorvollen kleinen Roman vorgelegt. Spritzig, mit witzigen Dialogen und einem Showdown, nein, nicht Hollywoodreif, eher Bavaria-Studios, ist dies alles in allem eine unterhaltsame Lektüre.
Manche Sachen sind etwas überspitzt dargestellt, wie das Backpulver, das in kleinen Tütchen gekauft und dann mühselig in große Pakete umverpackt wurde, ist unglaubwürdig. Jeder Großmarkt hat auch Großpackungen von Backpulver im Angebot. Aber zur friedlichen Lösung des vermeintlichen Konflikts und der möglichen Bedrohung bestens geeignet.
Am Ende löst sich alles in Friede Freude Eierkuchen auf.

Die Algarve wird zur neuen Heimat für die Auswanderer. Finn will in Faro ein Auslandssemester studieren und wieder Fußball spielen, seine Mutter will ein kleines Transportunternehmen an der Algarve gründen, die Großeltern sind schon da, genauso wie Zach, der Nachbar oder Alexander, der Hundetrainer. Ende gut, alles gut.

Es ist die perfekte Lektüre zum Ent- und Ausspannen.

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