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Veröffentlicht am 20.06.2026

Hass und Rache!

Sunshine Man
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In einem Dorf in Wiltshire lebt Birdie Keller mit ihrer Familie mehr oder weniger glücklich. Einzig der Verlust ihrer jüngeren Schwester belastet sie immer noch. 18 Jahre ist es her seit Providence, ihre ...

In einem Dorf in Wiltshire lebt Birdie Keller mit ihrer Familie mehr oder weniger glücklich. Einzig der Verlust ihrer jüngeren Schwester belastet sie immer noch. 18 Jahre ist es her seit Providence, ihre geliebte kleine Schwester, ermordet wurde.

Der Mörder James Maguiere ist im selben Dorf aufgewachsen, wurde verurteilt und sitzt seine Strafe ab. Die Nachricht, dass er entlassen wurde, lässt Birdie ihren Plan in die Tat umsetzen.

Einen Plan, den sie schon vor 18 Jahren geschmiedet hat. Der Täter soll sterben und erst wenn er tot ist, findet Birdie Ruhe.


Teil eins der Geschichte gehört Birdie. Sie wird getrieben von Hass. Hass auf den Mörder ihrer kleinen Schwester. Providence wurde 18 Jahre zuvor ermordet, der Mörder sitzt seither in Haft. Nun wird dieser entlassen und Birdie, mittlerweile Ehefrau und Mutter, hat nur auf diesen Tag gewartet. Denn jetzt will sie die Rechnung, die sie mit ihm noch offen hat, begleichen. Rückblicke in Birdies Kindheit, die in diesem Teil integriert sind, zeigen wie sehr sie an der kleinen Schwester hing. Die beiden wachsen bei der Grossmutter auf, da die Mutter keinerlei Interesse an ihren Töchtern zeigt.

Teil zwei widmet sich dem Mörder von Providence, der 18 Jahre lang seine Unschuld beteuerte. James Maguiere, aufgewachsen in einer destruktiven Familie, hatte von Beginn weg keinen guten Start in das Leben. Als jüngster Spross der weitaus berüchtigten "Säuferfamilie" des Dorfes gerät er sehr schnell auf die schiefe Bahn. Wird jemand mit einem solchen familiären Hintergrund automatisch zum Kriminellen? Mit dieser Frage setzt sich die Autorin auseinander und ich fand dies hochinteressant. Die Passagen, in denen James in Ich Perspektive erzählt, sind authentisch gehalten. Vom Schreibstil her merkt man, dass hier jemand mit einer tiefen Bildung seine Geschichte erzählt.

Danach gibt es weitere drei Teile mit beiden Protagonisten, zweitweise vermischt sich die Handlung. Diese ist einerseits dynamisch, dann wieder plätschert sie vor sich hin. Vor allem die Gedanken von James, die sich oft im Kreis drehen, sind zu sehr in die Länge gezogen.

Die Frage, ob dann schlussendlich Birdie James richtet, hat mich durch das Buch getragen. Warum sie zur Waffe greift, eröffnet sich nach und nach in den Rückblicken, die die Beziehung zwischen den Schwestern und den Maguire Brüder offenbaren. Hier zeigt sich, dass Schuld viele Gesichter haben kann und wie Rache oft Antrieb ist. Denn Birdie verlässt ihren sicheren Hafen, ihre Familie ... nicht nur um Rache zu üben, sondern auch um endlich ihre Trauer zu überwinden.

Dieses Buch ist kein Thriller, sondern ein Roman, in dem es um Gefühle wie Hass, Vergeltung, Schwesternliebe, aber auch um die Kindheit geht. Hier sieht man sehr schnell, weshalb ein Kind kriminell wird. Die vielen unterschwellig eingewobenen sozialen Probleme und Interaktionen haben mich gefesselt.

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Veröffentlicht am 12.06.2026

Unterhaltsam

Der Fjord
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Ziel erreicht, heisst es für Amelia Knox. Sie und ihr Freund Ford wurden zu der begehrten Sommerparty der Familie Fowley eingeladen. Ford ist der Cousin des wohlhabenden Gastgebers Lawrence Foley. Dieser ...

Ziel erreicht, heisst es für Amelia Knox. Sie und ihr Freund Ford wurden zu der begehrten Sommerparty der Familie Fowley eingeladen. Ford ist der Cousin des wohlhabenden Gastgebers Lawrence Foley. Dieser residiert in einer luxuriösen Villa an der norwegischen Küste, in der auch das Sommerfest stattfindet.

Einem Anwesen, von dem ein Jahr zuvor Amelias jüngere Schwester Rose verschwunden ist.

Amelia will herausfinden, was mit Rose geschehen ist und hat sich nur diesem Zweck an Ford herangemacht. Geht ihr Plan auf?




Nachdem ich von der Autorin schon "Die Yacht" und "Das Resort" gelesen habe, war ich gespannt auf ihren neusten Thriller. Einem Thriller, der dieses Mal in einem exklusiven Setting mit Figuren, die sehr wohlhabend sind, handelt. Die Reichen und Einflussreichen treffen sich zu einem längeren Partywochenende.

Sehr schnell habe ich mich gefragt, was mit Amelias jüngerer Schwester Rose geschehen ist und was Mysteriöses auf diesen Sommerpartys vorgeht. Dass ich mich dafür durch allerhand Partybeschreibungen lesen musste, hat mich zuerst nicht gross gestört. Irgendwann einmal wurde es jedoch langatmig und ich war froh um vereinzelt brisante Szenen, denen Amelia ausgesetzt wird.

Fast die ganze Geschichte lang steht Amelia im Mittelpunkt der Handlung. Eine junge Frau, die sich clever in die illustre Gesellschaft einschleicht. Sie hofft aufzudecken, was ein Jahr zuvor auf jener Sommerparty, von der Rose verschwunden ist, geschah.

In der Gegenwart wird ordentlich gefeiert und gebechert. So mancher Partygast übertreibt es und es gibt auch Tote. Diese Party könnte buchstäblich überall stattfinden. Beschreibungen der norwegischen Küste mit dem titelgebenden Fjord, gibt es nur zurückhaltend.

Sarah Goodwin hat es geschafft, dass trotz einiger Längen die Geschichte unterhaltsam bleibt. Gegen Ende gab es für mich auch noch zwei überraschende Wendungen betreffend Täter. Ehrlich gesagt, habe ich nicht mit dieser Auflösung gerechnet und so bleibt ein "Aha-Gefühl" zurück.

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Veröffentlicht am 07.06.2026

Sommerfeeling

Summer Heat
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Mia Hoffmann hat ihren sicheren Job in Deutschland gekündigt und hat eine Stelle an der Algarve angenommen. In Portugal wird sie in dem luxuriösen Plâto Beach Resort als Yogalehrerin arbeiten.

Doch die ...

Mia Hoffmann hat ihren sicheren Job in Deutschland gekündigt und hat eine Stelle an der Algarve angenommen. In Portugal wird sie in dem luxuriösen Plâto Beach Resort als Yogalehrerin arbeiten.

Doch die Traumstelle entpuppt sich für Mia als weniger glamourös als gedacht. Die junge Frau findet nur schwer Anschluss. Die anderen Animationsmitglieder benehmen sich seltsam. Nur Barkeeper Yanis ist freundlich und sie verliebt sich Hals über Kopf.

Doch nicht nur Yanis verbirgt etwas, auch Mia verheimlicht den Grund für ihren Aufenthalt in dem Luxusresort. Als eine Leiche an die Bucht des Hotels gespült wird, verdichten sich die Verdächtigungen...auch zwischen Mia und Yannis.


Ideal, wenn man diesen Sommerthriller an einem Strand lesen kann. Ich denke mit dem entsprechenden Urlaubsfeeling im Rücken kann dieses Buch punkten. Ein Luxus - Resort am Meer, Sommerpartys am Strand, Yogastunden, gutes Essen und Sonne bilden die Grundlage dieser Geschichte.

Es dauert hingegen eine Weile bis sich die Thriller - Seite zeigt. Erst mal geht es um die Ankunft Mias in dem Resort, ihr Einleben und die Versuche in der Crew der Animateure Anschluss zu finden. Das stellt sich als sehr schwierig heraus und die junge Frau ist kurz davor aufzugeben. Wenn da nicht ihre kurzen Gedanken wären, die sie den Lesern offenbart. Sehr schnell begreift man, dass noch eine andere Motivation sie antreibt, in dem Resort zu bleiben. Das und die unterschwellig unheimliche Stimmung hat mich dran bleiben lassen. Auch wenn ich mich durch Flirts, Sommerliebe und eifersüchtige Mitkollegen lesen musste.

Die auf dem Klappentext versprochene Leiche lässt sich Zeit, hat jedoch meine Vermutungen angekurbelt. Wer musste sterben und wer ist verantwortlich für diese Leiche? War es ein Unfall oder Mord?

Die Geschichte wird aus Sicht von Mia, von Yanis und einer weiteren Figur geführt. Da jede Figur in Ich Perspektive erzählt, sieht man Beziehungen, Geschehnisse und Erlebnisse jeweils in einem andern Licht. Etwas, was Tiefe in die Story bringt, denn die Sichten unterscheiden sich oft sehr.

Einige brenzlige Situationen retten diese Geschichte über die manchmal langatmigen Beschreibungen von Beziehungen hinweg. Erst gegen Schluss zeigt sich, dass dieses Buch eben doch ein Psychothriller ist. Über einige Klischees, die die Gäste des Hotels betreffen, musste ich schmunzeln. Der Schreibstil ist gut. Einzig das Wort "klebrig", das die Örtlichkeiten des Personals immer wieder mal beschreibt, hätte sparsamer eingesetzt werden dürfen.

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Veröffentlicht am 31.05.2026

Viele (weibliche) Figuren

Bachelorette Party
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Das Wochenende auf der kleinen Schäreninsel Isle Blind soll nicht nur in einem Yoga Retreat stattfinden, sondern zugleich ein Junggesellinnenabschied sein.

Eine Handvoll Freundinnen feiert das letzte ...

Das Wochenende auf der kleinen Schäreninsel Isle Blind soll nicht nur in einem Yoga Retreat stattfinden, sondern zugleich ein Junggesellinnenabschied sein.

Eine Handvoll Freundinnen feiert das letzte Wochenende, an dem Anneliese unverheiratet ist. Tessa, eine der Freundinnen, weiss jedoch als einzige, dass auf Isle Blind vor zehn Jahren vier Freundinnen spurlos verschwunden sind.

Die Journalistin hofft mehr über diesen Cold Case herauszufinden, will jedoch die anderen nicht beunruhigen. Was kläglich misslingt, denn eine der Freundinnen stirbt ...


Dieser Thriller spielt sich auf verschiedenen Zeitebenen ab. Zu der Zeit vor 10 Jahren, als die vier Freundinnen verschwunden sind und nun als Cold Case gehandelt werden. In der Gegenwart, der Zeit des Junggesellinnenabschieds. Aber auch ab und zu vor beiden Ereignissen oder kurz nach dem ersten. Es wird dadurch sehr unruhig und die grosse Figurenanzahl, zum grossen Teil weiblich, sorgen zusätzlich für Verwirrung. Ich musste immer wieder überlegen, wer denn jetzt wer ist und in welche Zeitebene ich die Figur einsortieren muss.

Die Frauen feiern unter sich und die Themen sind, wie der Titel so sagt, Bachelorette würdig. Trinkspiele, Gespräche über Männer und Frauen, Beziehungen untereinander, Karriere... dies über weite Passagen die vorherrschenden Themen. Oft sitzt die Frauengruppe beieinander und tauscht sich über die oben genannten Themen aus.

Das bisschen Spannung, das man in der ersten Hälfte spürt, wird hauptsächlich durch das Setting erzeugt. Eine kleine Schäreninsel, auf der das einzige Boot erst mal verloren geht. Damit fehlt erst einmal die Möglichkeit von der Insel zu kommen. Nicht neu als Setting, aber passend zu der Geschichte. Der Täter wird lange vor Schluss nebenbei präsentiert. Hier hat die Autorin mich durch eine zusätzliche Komponente versöhnen können.

Der Thriller hätte Potenzial, das aber leider mit unnahbaren und zu vielen Figuren verschenkt wurde.

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Veröffentlicht am 27.05.2026

Science-Fiction

REM
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Als Vierjährige bekommt Alysee Marek von ihrem Vater Jörg Steigemann die Anweisung nicht einzuschlafen. Jörg fleht seine Tochter regelrecht an. Doch das kleine Mädchen ist zu müde und schläft ein. Als ...

Als Vierjährige bekommt Alysee Marek von ihrem Vater Jörg Steigemann die Anweisung nicht einzuschlafen. Jörg fleht seine Tochter regelrecht an. Doch das kleine Mädchen ist zu müde und schläft ein. Als Alysee wieder erwacht, ist sie Waise. Nach ihrer Mutter ist nun auch ihr Vater tot.

Zwanzig Jahre später: Alysee ist in einer Pflegefamilie aufgewachsen und die traumatischen Erinnerungen an den Abend verfolgen sie immer noch. Sie tritt das Erbe ihres Vaters an und hofft herauszufinden, aus welchem Grund er sterben musste.




Das Autorenduo Fitzek und Strauss, die mit "REM" ihr gemeinsam geschriebenes Buch herausgaben, sind in der Buch-Welt bekannt. Von beiden habe ich schon mindestens ein Buch gelesen und so war ich gespannt auf diesen Horror-Thriller.

Mir war dabei bedauerlicherweise nicht bewusst, dass die Geschichte so sehr Richtung paranormale Phänomene geht. Ja, eigentlich ist die Einteilung "Horror" damit gegeben und ich musste mich doch sehr darauf einlassen. Es tummeln sich also Monster, spukende Hunde, KBI (künstliche biologische Intelligenzen) und Gestaltenwandler in der Geschichte. Wichtiges Werkzeug und Dreh- und Angelpunkt ist ein Somnakular, ein erfundener Gegenstand der Autoren. Mit dieser Brille können Träume aufgezeichnet und betrachtet werden. Sehr futuristisch und Science-Fiction angehaucht. Wie gesagt, ich musste mich darauf einlassen. Die Prise Liebe, die mitläuft, ist hingegen sehr real.

Belohnt wurde ich mit einem tollen Schreibstil. Immer wieder stiess ich auf Sätze, die mich berührt haben. " ... der Mensch, bei dem das Wort Liebe zu einem Gefühl wurde". (Seite 189).

Die vielen Perspektivwechsel und Zeitsprünge fand ich oft verwirrend. Gewaltbeschreibungen, bei denen ich mich oft gefragt habe, ob das nun von einer Figur geträumt oder in der Handlung geschieht, berechtigen das Wort "Thriller" hinter dem "Horror". Oft eklig und ab und zu nicht so richtig passend in der Handlung, die ja schon auch "Thriller" sein sollte. Manchmal habe ich mir gedacht, dass diese Gewaltbeschreibungen genau zu diesem Zweck eingefügt wurden. Vor allem der Aufenthalt Alysees und Weggefährten in einem alten Hotel zieht viele dieser Beschreibungen an und gipfelt in abstrusen Passagen.

Kann man lesen, man muss sich aber wirklich bewusst sein, dass es Richtung Science-Fiction geht.

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