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Veröffentlicht am 03.04.2026

Mini-Plot-Twist

Die Ehefrau – Was hat sie zu verbergen?
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In einem Café lernt Sylvia Robinson den attraktiven Schriftsteller Adam Barnett kennen. Er bietet ihr einen Job als Gesellschafterin für seine Frau Victoria an. Sylvia, die auf Jobsuche ist, nimmt an und ...

In einem Café lernt Sylvia Robinson den attraktiven Schriftsteller Adam Barnett kennen. Er bietet ihr einen Job als Gesellschafterin für seine Frau Victoria an. Sylvia, die auf Jobsuche ist, nimmt an und zieht in das Haus des Paares in Montauk, Long Island. Victoria ist seit einem Sturz halbseitig gelähmt, kann weder gehen noch sprechen.

Kaum hat sich Sylvia in dem grossen und luxuriösen Haus eingelebt, ist sie überzeugt, dass Victoria versucht etwas Wichtiges mitzuteilen. Durch die Andeutungen findet Sylvia Victorias Tagebuch und beginnt darin zu lesen. Je länger sie liest, je mehr beschleicht sie der Verdacht, dass etwas Dunkles in dem Haus vorgeht.


Der Plot ähnelt sehr den älteren Geschichten von Freida McFadden. Ein prachtvolles Haus, in dem etwas Dunkles vorgeht, reiche Arbeitgeber und eine junge und hübsche Frau, die für diese arbeitet. Die erste Hälfte des Buches habe ich mir gedacht, dass die Geschichte doch sehr vorhersehbar ist. Das Verhalten einer Schlüsselfigur ist offensichtlich und plump beschrieben.

Die zweite Hälfte habe ich gehofft, dass es nicht so offensichtlich ist, wie es aussieht. Ich habe auf den bekannten Freida McFadden-Effekt gewartet. Ein oder mehrere gut platzierte Plot-Twists, die die Geschichte zum Schluss ganz anders aussehen lassen. Genau diese Erwartung, das Warten auf den grossen Knall namens Plot-Twist, hat mich durch das Buch getrieben. Meine Erwartungen haben sich nur bedingt erfüllt. Das Ende und die Auflösung fand ich dann doch etwas enttäuschend.

Das Setting ist wie gehabt gelungen. Ein einsam gelegenes Haus versinkt in Massen an Schnee. Ein aufkommender Sturm, der den Strom und die Heizung kappt. Mittendrin eine etwas naive, junge Frau und ihr Arbeitgeber, dem ich nicht über den Weg getraut habe. Gefesselt an den Rollstuhl lebt im Obergeschoss die kranke Herrin des Hauses, der ich auch nicht über den Weg getraut habe. Die Autorin hat eine düstere Atmosphäre geschaffen, die bei mir ankam.

In loser Folge wurden Tagbucheinträge aus gesunden und mehr oder weniger glücklichen Zeiten Victorias eingebunden. An und für sich eine gute Idee. Bedauerlicherweise kamen diese als Handlung mit direkter Rede usw. daher. Ich hätte es authentischer gefunden, wenn sie so geschrieben gewesen wären, als ob Victoria diese erzählend schrieb. Nichtsdestoweniger waren sie aufschlussreich und lassen hinter die Fassade wichtiger Figuren sehen.

Die Figuren sind sehr schwarz-weiss charakterisiert, dies jedoch auf eine unterhaltsame Art. Adam, reich, exzentrisch, holt sich ein Betthupferl, eine junge und hübsche Frau ins Haus. Sylvia, naiv, leicht beeinflussbar und mit Liebeskummer, lässt sich nur zu gerne von Haus, Arbeitgeber und seinem Geld blenden. So komisch es klingt, einzig die kranke und gelähmte Victoria konnte ich weder einschätzen noch war sie vorhersehbar.

Freida Mc Fadden hat einen unterhaltsamen, gut zu lesenden und leicht vorhersehbaren Thriller mit Mini-Plot-Twist geliefert.

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Erfolgreiches Trio!

Ungelöst – Die erste Zeugin
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Eine vermisste Frau wird von ihrer Lebensgefährtin, per Fahndungszettel, gesucht. Medizinstudentin Louise Menkhoff erkennt die Frau auf dem Plakat sofort. Der Exfreund der gesuchten Nicole Klement hatte ...

Eine vermisste Frau wird von ihrer Lebensgefährtin, per Fahndungszettel, gesucht. Medizinstudentin Louise Menkhoff erkennt die Frau auf dem Plakat sofort. Der Exfreund der gesuchten Nicole Klement hatte Louisa als Fünfjährige entführt. Nun ist diese verschwunden und Louisa meldet sich bei der Kripo München.

Hauptkommissar Ramin Brunner, der gerade die Leitung der Abteilung für Cold Cases übernommen hat, vermutet sehr schnell, dass Louisas ehemaliger Entführer verantwortlich für Nicole Klements Verschwinden ist. Denn er wurde gerade aus der langjährigen Haft entlassen.

Als zudem ein kleines Mädchen vermisst wird, engagiert die Kripo Louisa als externe Beraterin. Denn Louisa kennt nicht nur den Täter und die vermisste Frau, sondern verfügt auch über ein eidetisches Gedächtnis.


Die Mischung aus aktuellen Fällen und Cold Cases mag ich sehr gerne und so war ich gespannt auf die neue Serie "Ungelöst" aus der Feder von Arno Strobel. "Die erste Zeugin" ist der Auftakt in diese neue Reihe. Dazu kommt, dass hiermit der Grundstein für die Zusammenarbeit eines neuen Ermittlerteams gelegt wurde. Wobei Louise Menkhoff nicht unbedingt eine Ausbildung in Ermittlerkreisen hat. Sie mischt mit Wissen aus eigener Erfahrung mit. Denn sie wurde als Fünfjährige vom potenziellen Täter entführt. Sie weiss also, wie dieser denkt und handelt. Ich habe gestaunt, wie problemlos und diskussionslos sie, als Aussenstehende, in interne Abläufe und Informationen einbezogen wird. Der Datenschutz lässt grüssen.

Ihr zur Seite steht Ramin Brunner. Er ist ein versierter Polizist, der neu die Abteilung für Cold Cases übernimmt und dem Louise sofort gefällt. Hier kommt ein Hauch Amore in die Geschichte. Der Dritte im Bunde ist der unkonventionelle Sebastian Grohmann, dessen witzige und sarkastische Art mir zugesagt hat.

Diese bunt zusammengewürfelte Truppe mausert sich zum erfolgreichen Trio.

Bis zur Mitte des Buches war ich voll bei der Sache. Denn ich fand die Geschichte fesselnd. Leider wird sehr früh der Verbleib und Details rund um das Verschwinden von der vermissten Nicole Klement aufgedeckt. Was danach kam, war weitschweifig erzählt. So hat sich zeitweise sogar Langeweile eingeschlichen. Gegen Schluss punktet der Autor noch mit einer Wendung, die mich überrascht hat. Bedauerlicherweise wurden nicht alle meine Fragen aufgelöst, was mich dann doch etwas frustriert das Buch hat zuklappen lassen.

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Veröffentlicht am 27.03.2026

Gute Unterhaltung!

Tödliches Angebot
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Ein Haus - ein Baby - einen Hund - ein ausgefülltes Leben. Genau in dieser Reihenfolge plant Margo Miyake ihr Leben. Mit Ehemann Ian lebt sie in einer winzigen Wohnung. Das Ziel des Paares, ein Haus zu ...

Ein Haus - ein Baby - einen Hund - ein ausgefülltes Leben. Genau in dieser Reihenfolge plant Margo Miyake ihr Leben. Mit Ehemann Ian lebt sie in einer winzigen Wohnung. Das Ziel des Paares, ein Haus zu kaufen, verschiebt sich auf ungewisse Zeit. Denn für all die guten Häuser, für die sich das Paar interessiert und bewirbt, bekommen sie den Zuschlag nicht.

Dann erfährt Margo über eine Bekannte, dass erneut ein Haus, in der von ihr bevorzugten Gegend, auf den Markt kommen soll. Sie beschliesst ihrem Glück nachzuhelfen.

Sie stalkt das Besitzerpaar, sucht deren Bekanntschaft und umgarnt sie. Doch dieser Plan geht nach hinten los. Nun bleibt Margo nur noch Erpressung.


Ich fand die Geschichte äusserst amüsant zu lesen. Auch wenn ich die Genreeinteilung "Psycho Thriller" in der ersten Hälfte des Buches nicht so unterschreiben konnte, hat mich die Geschichte völlig in den Bann gezogen. Von dem Moment an, als ich kapiert habe, dass Psycho Thriller das Verhalten und den Charakter von Margo bedeutet und nicht die Handlung an sich, konnte ich mich komplett auf die Story einlassen. Allerdings kommt gegen Schluss doch noch Krimidrive hinein und es wird gemordet.

Dreh - und Angelpunkt dieser Story ist die Protagonistin Margo. Sie erzählt in Ich Perspektive und hat eine ... sagen wir mal ... manchmal schräge Art sich die Dinge so zurechtzubiegen, dass sie passen. Nah an der Grenze zur Manipulation setzt Margo ihren Kopf durch. Sie bestimmt, wohin es geht im gemeinsamen Leben mit Ian. Margo hat sich nämlich in den Kopf gesetzt, dass das Paar ein Haus mit Garten braucht. Denn nur dort will sie den zukünftigen Nachwuchs aufziehen. Immobilien sind Mangelware, denn Margo weiss natürlich auch wo das Objekt stehen soll. Grovemont, die beste Wohngegend mit guten Schulen für das nicht nur ungeborene, sondern auch noch nicht gezeugte Kind. Nun versucht sie also mit ihren teilweise skurrilen Ideen, in die engere Auswahl der Bewerber für ihr Traumhaus zu kommen.

Die Autorin hat die Figur leicht überzeichnet. Jedoch nicht so, dass es mich gestört oder Margo mich genervt hat. Es war eher so, dass ich oft dagesessen bin und gedacht habe: Sie wird doch wohl nicht... Nein, sie kann doch nicht ... und meist machte sie genau das. Margo kennt weder Hemmungen, noch leidet sie unter Zurückhaltung. Moralische Bedenken oder Scham? In geringem Masse vorhanden.

Treffend ist das Cover gestaltet. Ein Haus und die Farbe feuerrot! Genau wie Margos Wut, als ihr Traumhaus ihr durch die Lappen zu gehen droht. Die Farbe symbolisiert aber auch Margos Verbissenheit mit der sie ihr Ziel verfolgt.

Marisa Kashino hat eine tolle Protagonistin geschaffen, deren Gedankengänge meiner zwar fremd waren, die mich aber äusserst gut unterhalten hat. Die Gratwanderung von Humor und überspitzter Charakterisierung hat die Autorin hervorragend geschafft.

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Veröffentlicht am 25.03.2026

"Was hat er denn?"

Pina fällt aus
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Leo Luxen ist zwanzig Jahre alt und ganz auf die Hilfe von seiner Mutter Pina angewiesen. Denn Leo lebt in seiner eigenen Welt und ohne feste Struktur läuft sein Tag nicht rund. So steht Leo erst auf, ...

Leo Luxen ist zwanzig Jahre alt und ganz auf die Hilfe von seiner Mutter Pina angewiesen. Denn Leo lebt in seiner eigenen Welt und ohne feste Struktur läuft sein Tag nicht rund. So steht Leo erst auf, wenn in seiner Lavalampe eine grüne Blase aufsteigt. Treppen geht er nur mit zwei Schritten vor und einem zurück. Auch beim Essen ist er eigen. Er isst ausschliesslich eine einzige Sorte Frühstücksflocken, mit Milch und durchweicht.

Eine Katastrophe bahnt sich an, als Pina eines Tages nach dem Einkaufen einfach umfällt und auf die Intensivstation eingewiesen wird.

Die Nachbarn fühlen sich nicht verantwortlich für den sonderbaren jungen Mann in der Nachbarwohnung. Bis sie merken, dass Leo momentan niemanden hat und er sie braucht. Zola, die 16-jährige Schulabbrecherin, der merkwürdige Wojtek und die 86 Jahre alte Inge merken jedoch sehr schnell, wie anspruchsvoll die Betreuung von Leo ist.


WoW! Was für eine Geschichte.

Berührend und mit nachdenklich machenden, lauten und leisen Zwischentönen hat die Autorin eine Geschichte geschrieben, die Hoffnung und Empathie symbolisiert. Da sind Nachbarn, in einem Mietshaus mit vier Wohnungen, die mehr oder weniger anonym nebeneinander leben. Bis ein grosser Knall das Leben der Nachbarn erschüttert. Der Zusammenbruch und die Einlieferung ins Krankenhaus von Pina kitzelt das Beste aus jeder und jedem der Nachbarn.

"Was hat er denn?" mit solchen Fragen sehen sich Zola, Inge und Wojtek schon bald konfrontiert. Denn sie übernehmen Verantwortung und kümmern sich um Leo. Dabei merken sie, wie einschränkend die Grenzen für Menschen mit einer Beeinträchtigung sind. In einer Welt, die gemacht ist für Normalos.

Die drei Nachbarn, die sich um Leo kümmern, ziehen jedoch auch einen Nutzen aus der Situation: Zola, Tochter des Mietshausbesitzers, rebellisch, Zockerin, Schulabbrecherin und stark in Ausbildungsverweigerung, entdeckt in der Betreuung von Leo ihre soziale und empathische Seite. Sehr schön beschrieben, wie sie nach und nach Verantwortung übernimmt. Inge, die denkt mit 86 und lieblosen Jahren nach dem Tod von Ehemann Helmut ist es nun genug an Leben, entdeckt, dass sie doch noch gebraucht wird. Der Einsiedler Wojtek, der sich von einer geschickten Onlineverkäuferin ausnehmen lässt, schliesst eine Männerfreundschaft mit Leo.

Vera Zischke hat mit "Pina fällt aus" eine Basis geschaffen, Menschen mit ASS greifbarer zu machen. Zu verstehen, in was für Zwängen sie stecken und wie auch ihr Umfeld, allen voran die Betreuungspersonen, damit konfrontiert sind. Das konnte die Autorin hervorragend vermitteln. Der Punkt, an dem die nebeneinander lebenden Mieter zu einer Hausgemeinschaft werden, hat mich berührt. Dass die Autorin, eigene Erfahrung mit Menschen mit ASS hat, merkt man gut. Nichts wird verniedlicht. Obwohl einige Situationen urkomisch, aber nie lächerlich, sind.

Ein starkes Buch über Inklusion, Verantwortung für Mitmenschen und ASS.

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Veröffentlicht am 23.03.2026

Blut macht noch keinen guten Thriller aus...

Blutwild
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Seit ihrem Ausscheiden aus dem aktiven Polizeidienst arbeitet Anka Jessen als Resilienztrainerin. Sechs Jahre zuvor wurde sie entführt und konnte entkommen. Verständlich, dass eine eingehende SMS sie sofort ...

Seit ihrem Ausscheiden aus dem aktiven Polizeidienst arbeitet Anka Jessen als Resilienztrainerin. Sechs Jahre zuvor wurde sie entführt und konnte entkommen. Verständlich, dass eine eingehende SMS sie sofort in den Alarmzustand versetzt. Mit dieser Nachricht hat ein unbekannter Absender GPS-Daten und das Wort Hilfe gesendet.

In einer einsam gelegenen Waldhütte findet Anka menschliche Körperteile, arrangiert wie in einer Ausstellung. Vieles erinnert die junge Frau dabei an ihre eigene Entführung. Da der Täter nie dingfest gemacht werden konnte, sieht sie ihre schlimmsten Albträume wahr werden!

Ist der Täter zurück und hat er es ein zweites Mal auf Anka abgesehen?


Schon nach wenigen Kapiteln habe ich mir gesagt, dass ich wohl wieder den zweiten Teil einer Reihe erwischt habe. Denn ich hatte den Eindruck nicht das erforderliche Vorwissen zu haben, um der Geschichte folgen zu können.

Ein Blick auf die Verlagsseite widersprach jedoch meiner Annahme. Denn "Blutwild" ist das Debüt der Autorin. Immer wieder wird angedeutet, was Jahre zuvor geschehen ist. Bedauerlicherweise hat es die Autorin verpasst, hier eine sorgfältige Ausarbeitung zu machen.

Damit muss ich leider sagen, dass hier grundlegend etwas falsch lief im Aufbau der Story. Zumindest aus meiner Sicht. Dazu kommt, dass die Handlung abgehackt und oftmals nicht rund ist. Kapitelweise wird mal hier, dann wieder mal da etwas erzählt. Der rote Faden fehlt jedoch oft. Dadurch hatte ich so meine Probleme am Ball zu bleiben.

Explizit und grauenhaft werden Tatorte beschrieben, aber auch Verletzungen werden beängstigend blutig und roh erwähnt. Leider machen blutig beschriebene Details noch lange keinen guten Thriller aus. "Blutwild" ist das beste Beispiel dafür.

Die grösste Baustelle ist meiner Meinung nach jedoch die Protagonistin. Anka Jessen ist seit der Entführung, mit folgender Unterschenkelamputation, schwer traumatisiert. Dies wird mehrmals erwähnt und auch ihre Albträume deuten auf ein Trauma hin. Trotzdem geht sie mutterseelenallein in diese Hütte in den Wald, ohne Hilfe anzufordern? Das passte für mich einfach nicht zusammen und sonderlich spannend waren ihre Ermittlungen auch nicht. Vieles geschieht durch Zufall und sehr oft konnte ich Ankas Handlungen nicht nachvollziehen.

Idee gut, Ausführung und vor allem der Erzählstil hat mir nicht zugesagt.

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