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Veröffentlicht am 16.07.2026

Guter Auftakt!

Schlafende Vulkane
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In einem Reitstall in Hafnarfjördur wird eine tote Frau gefunden. Die Tote liegt in einer leeren Pferdebox und ist splitterfasernackt. Die sofort aufgenommenen Ermittlungen ergeben, dass die alleinerziehende ...

In einem Reitstall in Hafnarfjördur wird eine tote Frau gefunden. Die Tote liegt in einer leeren Pferdebox und ist splitterfasernackt. Die sofort aufgenommenen Ermittlungen ergeben, dass die alleinerziehende Mutter ermordet wurde und von ihrem Sohn jede Spur fehlt. Der 10-jährige Kristofer ist aus der Wohnung, die er mit seiner Mutter bewohnt hatte, verschwunden.

Helga Jonsdottir vom Dezernat für Gewaltverbrechen, die ihren ersten Fall leitet, bittet Bjarki Gudmundsson, der sich in Island bestens auskennt, um Hilfe.

Noch während die Suche nach dem Jungen in vollem Gang ist, wird eine weitere Frau getötet.


Mit "Schlafende Vulkane" startet eine neue Thriller - Reihe, die in Island handelt. Eine Reihe, die gleich temporeich und mit vielen Opfern gespickt, beginnt. Das Autorenduo beschreibt die Morde schonungslos und es geht recht brutal zur Sache.

Die Protagonistin Helga Jonsdottir ist jung und relativ neu in dem Beruf. Sie ist in einem Team gelandet, in das sie sich erst einfinden muss. Da sie ausserdem Mutter und getrennt ist, muss sie oft den Spagat zwischen Kind und Beruf meistern. Einen Spagat, der sehr oft zugunsten des anspruchsvollen Falles geht. Etwas, woran ihr Exmann sie immer wieder erinnert.

Sie kniet sich ordentlich in den Fall hinein. Bis sie persönlich und mehr als ihr lieb ist in den Fall involviert wird. Mit Bjarki, der unter Freunden Grettir genannt wird, hat sie einen erfahrenen Ermittler zur Seite. Seine Funktion und Rolle in dem Ermittlerteam habe ich nicht so richtig verstanden.

Die Autoren haben viel Spannung ins Spiel gebracht. Ich fand es jedoch etwas schade, dass schon kurz nach der Hälfte des Buches die Ermittler die Identität des Serientäters kannten. Zuerst nahm dadurch die Spannung rapide ab ... bis Hjorth & Thorsson eine neue Komponente ins Spiel brachten. Denn plötzlich hat der Täter es auf die Ermittlerin abgesehen. Sein Motiv ist nicht neu, muss es auch nicht. Ich hätte mir jedoch gewünscht, dass dieses Motiv nicht so rasch völlig offen gelegt wird.

Medizinische Details, vor allem die während der Untersuchung der Toten, zeigen hervorragende Recherchen. Mit Kriminaltechnikerin Yvette agiert eine weitere starke Figur im Ermittlerteam.

Gruselig empfand ich die kursiv geschriebenen Kapitel, die die Sicht des Täters in den Mittelpunkt stellen. Hier liest man, was in seinem (kranken und irren) Kopf vor sich geht.

Ich freue mich auf weitere Bände der Ermittler vom Dezernat für Gewaltverbrechen der Polizei Reykjavik.

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Veröffentlicht am 13.07.2026

Authentisch und einfach

Mirabellentage
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Nachdem Anna Nass sehr lange als Pfarrhaushälterin tätig war, erschüttert sie das Ableben von ihrem Vorgesetzten sehr.

Pfarrer Josef Heubeck, den sie seit der Kindheit kannte, ist überraschend verstorben. ...

Nachdem Anna Nass sehr lange als Pfarrhaushälterin tätig war, erschüttert sie das Ableben von ihrem Vorgesetzten sehr.

Pfarrer Josef Heubeck, den sie seit der Kindheit kannte, ist überraschend verstorben. Sein Nachfolger noch jung und unerfahren.

Anna muss den jungen Geistlichen Friedtjof nicht nur in die Gemeinde einführen, sondern sich auch an eine neue Routine gewöhnen. Doch das ist nicht das Einzige, was Anna in Blumfeld beschäftigt. Sie nimmt Fahrstunden und träumt davon wegzufahren. Denn sie hat eine Mission zu erledigen. Etwas, was sie ihrem verstorbenen Freund und Arbeitgeber zu Lebzeiten versprochen hatte.


Nachdem ich das Buch "Mühlesommer", das ebenfalls in Blumfeld handelt, gelesen hatte, freute ich mich sehr auf dieses Buch. Inhaltlich völlig unabhängig von "Mühlesommer" erzählt Martina Bogdahn hier die Geschichte der Pfarrhaushälterin Anna.

Die 54-jährige Anna hat den Haushalt des Pfarrers fest im Griff und sieht diesen als Lebensinhalt an. Denn neben dieser Arbeit und der Freundschaft mit ihrem Chef hat sie keine näheren Beziehungen. Sie ist zwar stark verwurzelt in dem kleinen Ort, dort ist sie aufgewachsen und wird wohl auch dort sterben. Jedoch tiefer gehende Beziehungen oder Freundschaften hat Anna nicht wirklich. Sie organisiert Pfadfindergruppe, Gesangsrunde und Kindermesse und nun ist ihr bester Freund, Pfarrer Josef, tot.

Authentisch und einfach ist Annas Leben. Damit zeichnet die Autorin das etwas klischeehafte Bild einer Pfarrangestellten von früher. Tatsächlich hätte die Geschichte sich vor rund 40 Jahren genauso abspielen können. Es geht sehr ländlich und einfach zu und her. Da werden selbst gepflückte Wiesensträusse in Fahrradkörben transportiert und der Herr Pfarrer schreibt seine Predigt im Büro von Hand.

Für Würze sorgen Klatsch und Tratsch und der oft humorvolle Schreibstil. Mit ab und zu hervorblitzendem Wortwitz ist die Erzählung, die vorwiegend in Ich Perspektive Annas gehalten ist, einfach und gradlinig. Humorvolles, wie ein Pfarrer, der den Leichenbestatter mit Details aus dem Beichtstuhl erpresst, muss man mögen. In Sachen Glaubwürdigkeit musste ich sicher ab und zu ein Auge zudrücken. Denn manchmal werden einzelne Handlungsansätze überzogen beschrieben. Interessant fand ich die gedanklichen Rückblicke Annas an ihre Jugend und Lehrzeit.

Mich hat "Mirabellentage" gut unterhalten, obwohl ich es etwas weniger fesselnd fand als "Mühlesommer".

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Veröffentlicht am 20.06.2026

Hass und Rache!

Sunshine Man
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In einem Dorf in Wiltshire lebt Birdie Keller mit ihrer Familie mehr oder weniger glücklich. Einzig der Verlust ihrer jüngeren Schwester belastet sie immer noch. 18 Jahre ist es her seit Providence, ihre ...

In einem Dorf in Wiltshire lebt Birdie Keller mit ihrer Familie mehr oder weniger glücklich. Einzig der Verlust ihrer jüngeren Schwester belastet sie immer noch. 18 Jahre ist es her seit Providence, ihre geliebte kleine Schwester, ermordet wurde.

Der Mörder James Maguiere ist im selben Dorf aufgewachsen, wurde verurteilt und sitzt seine Strafe ab. Die Nachricht, dass er entlassen wurde, lässt Birdie ihren Plan in die Tat umsetzen.

Einen Plan, den sie schon vor 18 Jahren geschmiedet hat. Der Täter soll sterben und erst wenn er tot ist, findet Birdie Ruhe.


Teil eins der Geschichte gehört Birdie. Sie wird getrieben von Hass. Hass auf den Mörder ihrer kleinen Schwester. Providence wurde 18 Jahre zuvor ermordet, der Mörder sitzt seither in Haft. Nun wird dieser entlassen und Birdie, mittlerweile Ehefrau und Mutter, hat nur auf diesen Tag gewartet. Denn jetzt will sie die Rechnung, die sie mit ihm noch offen hat, begleichen. Rückblicke in Birdies Kindheit, die in diesem Teil integriert sind, zeigen wie sehr sie an der kleinen Schwester hing. Die beiden wachsen bei der Grossmutter auf, da die Mutter keinerlei Interesse an ihren Töchtern zeigt.

Teil zwei widmet sich dem Mörder von Providence, der 18 Jahre lang seine Unschuld beteuerte. James Maguiere, aufgewachsen in einer destruktiven Familie, hatte von Beginn weg keinen guten Start in das Leben. Als jüngster Spross der weitaus berüchtigten "Säuferfamilie" des Dorfes gerät er sehr schnell auf die schiefe Bahn. Wird jemand mit einem solchen familiären Hintergrund automatisch zum Kriminellen? Mit dieser Frage setzt sich die Autorin auseinander und ich fand dies hochinteressant. Die Passagen, in denen James in Ich Perspektive erzählt, sind authentisch gehalten. Vom Schreibstil her merkt man, dass hier jemand mit einer tiefen Bildung seine Geschichte erzählt.

Danach gibt es weitere drei Teile mit beiden Protagonisten, zweitweise vermischt sich die Handlung. Diese ist einerseits dynamisch, dann wieder plätschert sie vor sich hin. Vor allem die Gedanken von James, die sich oft im Kreis drehen, sind zu sehr in die Länge gezogen.

Die Frage, ob dann schlussendlich Birdie James richtet, hat mich durch das Buch getragen. Warum sie zur Waffe greift, eröffnet sich nach und nach in den Rückblicken, die die Beziehung zwischen den Schwestern und den Maguire Brüder offenbaren. Hier zeigt sich, dass Schuld viele Gesichter haben kann und wie Rache oft Antrieb ist. Denn Birdie verlässt ihren sicheren Hafen, ihre Familie ... nicht nur um Rache zu üben, sondern auch um endlich ihre Trauer zu überwinden.

Dieses Buch ist kein Thriller, sondern ein Roman, in dem es um Gefühle wie Hass, Vergeltung, Schwesternliebe, aber auch um die Kindheit geht. Hier sieht man sehr schnell, weshalb ein Kind kriminell wird. Die vielen unterschwellig eingewobenen sozialen Probleme und Interaktionen haben mich gefesselt.

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Veröffentlicht am 12.06.2026

Unterhaltsam

Der Fjord
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Ziel erreicht, heisst es für Amelia Knox. Sie und ihr Freund Ford wurden zu der begehrten Sommerparty der Familie Fowley eingeladen. Ford ist der Cousin des wohlhabenden Gastgebers Lawrence Foley. Dieser ...

Ziel erreicht, heisst es für Amelia Knox. Sie und ihr Freund Ford wurden zu der begehrten Sommerparty der Familie Fowley eingeladen. Ford ist der Cousin des wohlhabenden Gastgebers Lawrence Foley. Dieser residiert in einer luxuriösen Villa an der norwegischen Küste, in der auch das Sommerfest stattfindet.

Einem Anwesen, von dem ein Jahr zuvor Amelias jüngere Schwester Rose verschwunden ist.

Amelia will herausfinden, was mit Rose geschehen ist und hat sich nur diesem Zweck an Ford herangemacht. Geht ihr Plan auf?




Nachdem ich von der Autorin schon "Die Yacht" und "Das Resort" gelesen habe, war ich gespannt auf ihren neusten Thriller. Einem Thriller, der dieses Mal in einem exklusiven Setting mit Figuren, die sehr wohlhabend sind, handelt. Die Reichen und Einflussreichen treffen sich zu einem längeren Partywochenende.

Sehr schnell habe ich mich gefragt, was mit Amelias jüngerer Schwester Rose geschehen ist und was Mysteriöses auf diesen Sommerpartys vorgeht. Dass ich mich dafür durch allerhand Partybeschreibungen lesen musste, hat mich zuerst nicht gross gestört. Irgendwann einmal wurde es jedoch langatmig und ich war froh um vereinzelt brisante Szenen, denen Amelia ausgesetzt wird.

Fast die ganze Geschichte lang steht Amelia im Mittelpunkt der Handlung. Eine junge Frau, die sich clever in die illustre Gesellschaft einschleicht. Sie hofft aufzudecken, was ein Jahr zuvor auf jener Sommerparty, von der Rose verschwunden ist, geschah.

In der Gegenwart wird ordentlich gefeiert und gebechert. So mancher Partygast übertreibt es und es gibt auch Tote. Diese Party könnte buchstäblich überall stattfinden. Beschreibungen der norwegischen Küste mit dem titelgebenden Fjord, gibt es nur zurückhaltend.

Sarah Goodwin hat es geschafft, dass trotz einiger Längen die Geschichte unterhaltsam bleibt. Gegen Ende gab es für mich auch noch zwei überraschende Wendungen betreffend Täter. Ehrlich gesagt, habe ich nicht mit dieser Auflösung gerechnet und so bleibt ein "Aha-Gefühl" zurück.

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Veröffentlicht am 07.06.2026

Sommerfeeling

Summer Heat
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Mia Hoffmann hat ihren sicheren Job in Deutschland gekündigt und hat eine Stelle an der Algarve angenommen. In Portugal wird sie in dem luxuriösen Plâto Beach Resort als Yogalehrerin arbeiten.

Doch die ...

Mia Hoffmann hat ihren sicheren Job in Deutschland gekündigt und hat eine Stelle an der Algarve angenommen. In Portugal wird sie in dem luxuriösen Plâto Beach Resort als Yogalehrerin arbeiten.

Doch die Traumstelle entpuppt sich für Mia als weniger glamourös als gedacht. Die junge Frau findet nur schwer Anschluss. Die anderen Animationsmitglieder benehmen sich seltsam. Nur Barkeeper Yanis ist freundlich und sie verliebt sich Hals über Kopf.

Doch nicht nur Yanis verbirgt etwas, auch Mia verheimlicht den Grund für ihren Aufenthalt in dem Luxusresort. Als eine Leiche an die Bucht des Hotels gespült wird, verdichten sich die Verdächtigungen...auch zwischen Mia und Yannis.


Ideal, wenn man diesen Sommerthriller an einem Strand lesen kann. Ich denke mit dem entsprechenden Urlaubsfeeling im Rücken kann dieses Buch punkten. Ein Luxus - Resort am Meer, Sommerpartys am Strand, Yogastunden, gutes Essen und Sonne bilden die Grundlage dieser Geschichte.

Es dauert hingegen eine Weile bis sich die Thriller - Seite zeigt. Erst mal geht es um die Ankunft Mias in dem Resort, ihr Einleben und die Versuche in der Crew der Animateure Anschluss zu finden. Das stellt sich als sehr schwierig heraus und die junge Frau ist kurz davor aufzugeben. Wenn da nicht ihre kurzen Gedanken wären, die sie den Lesern offenbart. Sehr schnell begreift man, dass noch eine andere Motivation sie antreibt, in dem Resort zu bleiben. Das und die unterschwellig unheimliche Stimmung hat mich dran bleiben lassen. Auch wenn ich mich durch Flirts, Sommerliebe und eifersüchtige Mitkollegen lesen musste.

Die auf dem Klappentext versprochene Leiche lässt sich Zeit, hat jedoch meine Vermutungen angekurbelt. Wer musste sterben und wer ist verantwortlich für diese Leiche? War es ein Unfall oder Mord?

Die Geschichte wird aus Sicht von Mia, von Yanis und einer weiteren Figur geführt. Da jede Figur in Ich Perspektive erzählt, sieht man Beziehungen, Geschehnisse und Erlebnisse jeweils in einem andern Licht. Etwas, was Tiefe in die Story bringt, denn die Sichten unterscheiden sich oft sehr.

Einige brenzlige Situationen retten diese Geschichte über die manchmal langatmigen Beschreibungen von Beziehungen hinweg. Erst gegen Schluss zeigt sich, dass dieses Buch eben doch ein Psychothriller ist. Über einige Klischees, die die Gäste des Hotels betreffen, musste ich schmunzeln. Der Schreibstil ist gut. Einzig das Wort "klebrig", das die Örtlichkeiten des Personals immer wieder mal beschreibt, hätte sparsamer eingesetzt werden dürfen.

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