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Veröffentlicht am 27.04.2026

Cosy bis kriminell: Sektparty mit Mörderjagd

Mordseeparty
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Mit “Mordseeparty” hat die bekannte Autorin Emmi Johanssen bereits den siebenten Band ihrer Borkum- Krimireihe vorgelegt. Das humorvolle Cover stimmt auf einen heiteren Küstenkrimi ein, wieder mit den ...

Mit “Mordseeparty” hat die bekannte Autorin Emmi Johanssen bereits den siebenten Band ihrer Borkum- Krimireihe vorgelegt. Das humorvolle Cover stimmt auf einen heiteren Küstenkrimi ein, wieder mit den bereits aus den Vorbänden bekannten Hobbyermittlern Caro Falk und Jan Akkermann. Dennoch kann dieser Band ohne Vorwissen gelesen werden, die Geschichte ist in sich abgeschlossen.

Caro bereitet die Party zu ihrem vierzigsten Geburtstag vor, Jan hilft ihr natürlich. Auch wenn es zwischen ihnen immer wieder knistert, näher gekommen sind die beiden einander noch nicht. Da muss erst Caros Schwester Conny kommen, zur Party angereist und gleich von Jan begeistert. Caro ist verwirrt, aber sie hat jetzt etwas anderes im Kopf: Auf der Seehundbank vor dem Nordstrand wurde eine nackte männliche Leiche gefunden. Der Tote ist Uwe Petersen, ehemals Milchbudenkönig, mittlerweile pleite. Wer hat nach seinem Leben getrachtet? Diese Person, die ihre Wut und ihren Hass in der Ich- Form beschreibt, weiß, dass Petersen schwere Schuld auf sich geladen hat. Noch ist nicht erkennbar, ob ein Mann oder eine Frau die Tat begangen haben könnten. Jan und Caro ermitteln in alle Richtungen, denn viele Menschen hätten ein Motiv gehabt, sich an Petersen zu rächen. Er hat Tiere wie Menschen gleichermaßen gequält und schlecht behandelt. Waren es Tierschützer oder eine Frau, an der er sich vergangen hat? Neben Partyvorbereitungen und Familienchaos versuchen Caro und Jan, diesen verzwickten Mordfall zu lösen.

Emmi Johannsen hat mit “Mordseeparty” einen spannenden und gut durchdachten Küstenkrimi geschrieben, der Jan und Caro, genau so wie die Lesenden, immer wieder in die Irre führt und unerwartete Twists bietet. Die Charaktere der Protagonisten sind alle sympathisch und zugewandt. Caro erinnert sehr an Miss Marple, auch wenn sie jünger ist, ist sie doch genau so neugierig und hartnäckig. Jan, ein bodenständiger und verlässlicher Mann, ist sichtbar in Caro verknallt, doch zu schüchtern, um auf sie zuzugehen. So ist dieser Roman ein unterhaltsamer Cosy-Krimi, denn er bietet auch eine schöne, sich langsam entwickelnde Liebesgeschichte. Dazu gibt es jede Menge Familienleben, denn Caros Geschwister samt Nachwuchs, Eltern und Freunden wollen natürlich bei der Geburtstagsparty dabei sein. Auch hier hat die Autorin viele witzige Situationen eingebaut und die Lesenden würden Caro gerne einen kleinen Schubs geben, um ihre Beziehung mit Jan zu vertiefen.

Obwohl “Mordseeparty” heiter und fröhlich ist, zeigt das Buch doch auch Hintergründe eines Verbrechens auf. So war der Tote in der Kindheit selbst Opfer prekärer Familienverhältnisse, später dann manchmal großzügig der Gemeinde oder Menschen in Not gegenüber. Trotzdem wurde er in der Gemeinschaft nie akzeptiert und bekam als Kind keine Hilfe. So zeichnet das Buch ein differenziertes Bild des Mordopfers, der gleichzeitig Täter, aber in seiner Kindheit auch Opfer war.

Emmi Johannsen hat einen heiteren, gut lesbaren Kriminalroman geschrieben, der mit spektakulären Szenen genau so aufwartet wie mit unverhofften Wendungen. Die Protagonisten wirken lebendig, leichthändig erzählt die Autorin eine beschwingte und pointierte Geschichte. Sofort fühlt man sich auf die schöne Insel Borkum versetzt und würde an liebsten, dort am Strand liegend, dieses Buch lesen. So entsteht perfektes Urlaubsfeeling, daher empfehle ich diesen beschwingten und launigen Roman gerne weiter und bewerte ihn mit fünf Sternen.

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  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 27.04.2026

Frag doch einfach mal Annie

Annie Knows Everything
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Die bekannte Autorin Rachel Wood hat mit ihrer RomCom “Annie Knows Everything” einen sehr unterhaltenden Roman geschrieben. Das fröhliche Hardcover weist schon darauf hin, dass sowohl das Arbeits- wie ...

Die bekannte Autorin Rachel Wood hat mit ihrer RomCom “Annie Knows Everything” einen sehr unterhaltenden Roman geschrieben. Das fröhliche Hardcover weist schon darauf hin, dass sowohl das Arbeits- wie das Privatleben von Annie richtig durchgerüttelt werden wird.

Annie ist eine toughe junge Frau, die in einer Tech- Firma arbeitet. Als sie plötzlich entlassen wird- der Roman spielt in New York - ist Annie wie vor den Kopf gestoßen. Doch warum hat man eine Freundin in der Personalabteilung? Carrie vermittelt Annie einen In-House Job, für den sie überhaupt nicht qualifiziert ist. Das denkt auch ihr neuer Chef Connor, doch Annie will ihn überzeugen, dass er sie braucht. Soft skills sind bei Tech- Nerds nicht gerade ausgeprägt. Aber warum führt ein kleiner grüner Dinosaurier durch Annies Eignungstest und will mit ihr Schmetterlinge fangen? Und warum ist Conner so verdammt attraktiv?

Auch privat hat Annie Probleme. Zwischen ihrer Schwester Shannon und ihr herrscht Eiszeit, denn Annie hat vor Jahren Shannons Verlobungsparty gecrashed. Jetzt will Shannon sich wieder mit dem selben furchtbaren Mann verloben, das muss Annie unbedingt verhindern und Shannon vor ihrem Unglück bewahren!

Rachel Wood hat einen witzigen und angenehm leicht zu lesenden Roman geschrieben, in dem Annie, eine unverbesserliche Optimistin, sich immer in Sachen einmischt, die sie eigentlich nichts angehen. Sie ist davon überzeugt, selbst Probleme lösen zu können, von denen Profis sicher wissen, dass das nicht geht. Während dieser Job Story mit lockeren und frechen Unterhaltungen zwischen Annie und Connor finden beide Gefallen an dem Geplänkel und am anderen. Doch Annies Selbstvertrauen wird erschüttert, als sie Connor enttäuscht. Hat ihre Liebe noch eine Chance?

“Annie Knows Everything” zeichnet liebevoll die Charaktere der Protagonisten, vor allem der scheinbare Gegensatz zwischen dem hochintelligenten und technikaffinen Connor und der lebenslustigen und fröhlichen Annie wird humorvoll beschrieben. Auch die anderen Protagonisten runden mit ihren auch einmal ausgefallenen und skurrilen Lebensgeschichten und Vorlieben das Bild von der Atmosphäre in der Tech- Welt gut ab. Geheimnisse, Intrigen, Befindlichkeiten und kleine Gemeinheiten sind an der Tagesordnung. Daneben läuft eine Liebesgeschichte, die ihre Zeit braucht, bis Annie und Connor einander näher kommen. Die Autorin hat hier ein gutes Gleichgewicht geschaffen zwischen Romantik und Humor, ein bisschen Spice darf natürlich auch nicht fehlen. Verena Ludorff trägt mit ihrer gelungenen Übersetzung aus dem Englischen wesentlich dazu bei, den Charme dieses Buches zu bewahren.

So ist “Annie Knows Everything” ein warmherziger Sommerroman, der sich hervorragend als Urlaubslektüre eignet. Annies umfassende Neugier und Zuversicht wirken ansteckend, so dass ein vergnügliches Leseerlebnis garantiert ist. Wer gut unterhalten sein will, hat hier sicher zum richtigen Buch gegriffen, das ich gerne weiterempfehle und mit fünf Sternen bewerte.

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Veröffentlicht am 26.04.2026

Socke macht Quatschi- Mist

Der kleine Rabe Socke: Alles wieder beste Freunde!
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Viele kennen den kleinen Raben Socke und seine Freunde schon aus Büchern, aus Filmen und vom Fernsehen. Doch jetzt gibt es das allererste Comic- Abenteuer dieser liebenswerten Truppe. Wer Socke und Freunde ...

Viele kennen den kleinen Raben Socke und seine Freunde schon aus Büchern, aus Filmen und vom Fernsehen. Doch jetzt gibt es das allererste Comic- Abenteuer dieser liebenswerten Truppe. Wer Socke und Freunde vielleicht doch nicht kennt, findet gleich zu Beginn des Buches alle Tiere mit ihren Namen und natürlich auch abgebildet, denn in diesem Vorlesebuch gibt es wenig und leicht lesbaren Text von Nele Moost mit tollen Illustrationen von Annet Rudolph. Auf dem fröhlichen und bunten Hardcover sieht man die Hauptfiguren der Geschichte, Rabe Socke und Hase Löffel, die zeigen, dass sie beste Freunde sind. Aber das war nicht immer so. Was war da los?

Diesmal macht der kleine Rabe Socke wirklich Quatsch. Seine Freundschaft mit Hase Löffel wird auf eine harte Probe gestellt, denn manchmal sagt oder macht man Dinge, die man später bereut und die man wieder gut machen muss.

Wieder einmal braucht Socke die Hilfe seiner Freunde, denn auf seinem Heimweg findet er so viele Dinge, die er brauchen kann. Aber sein Nest ist schon voll. Da müssen die Freunde helfen, aufräumen, denn Socke weiß selbst, dass er ist ein Kuddelmuddel ist. Aber man muss doch nicht immer ordentlich sein! Doch, mahnt Frau Dachs und Hase Löffel weiß sowieso immer alles besser. Jetzt ist für Löffel klar: Socke ist ein Müllpups. Das ist nicht nett und Socke sinnt auf Rache. Als Löffel am nächsten Morgen aufwacht, traut er seinen Augen nicht. Überall hängen Zettel mit gemeinen Aussagen über ihn, wer macht denn so was? Socke weiß das ganz genau, aber die anderen dürfen es nicht wissen! Ob das gut geht? Und ob es Socke schafft, den traurigen Löffel wieder zum Lachen zu bringen? Denn am Ende ist doch nichts wichtiger als die Freundschaft!

Nele Moost und Annet Rudolph haben mit “Der kleine Rabe Socke- Alles wieder beste Freunde!” ein tolles Vorlesebuch für Vorschulkinder geschrieben. Leseanfänger können gut damit beginnen, die Geschichten selbst zu lesen, doch auch ältere Kinder werden an diesem Buch Freude haben. Es ist für Kinder von fünf bis zehn Jahren empfohlen. Die kurzen, in Fibelschrift gedruckten Texte lassen der Phantasie viel Raum und werden großartig ergänzt durch die detailreichen und lebendigen Illustrationen von Annet Rudoph. Die Kinder können anhand der Geschichte lernen, wie traurig es macht, wenn man wie Löffel plötzlich zum Außenseiter wird und wie schwierig es ist, die erlittenen Kränkungen wieder gut zu machen. Damit bietet das Buch einen guten Einstieg, diese Thematik mit den Kindern zu besprechen.

Altersgerecht, humorvoll und ohne erhobenen Zeigefinger wird für die Kinder gut nachvollziehbar geschildert, dass Freundschaft das Beste im Leben ist und dass sie leicht zerbrechen kann. Auch wenn sich der kleine Rabe Socke noch so bemüht, seinen Fehler wieder gut zu machen, letztendlich wird Löffel erst wieder fröhlich, als alle Tiere zusammen helfen. Für den kleinen Raben ist klar: So einen Quatschi- Mist wird er nie wieder anstellen- Ehrenwort!

Ich habe dieses tolle Kinderbuch mit meinem Enkel gelesen, wir hatten viel Spaß und finden, dass dieses fröhliche Buch in keinem Kinderzimmer fehlen sollte.

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Veröffentlicht am 21.04.2026

Furioses Finale: Der Kampf um das magische Schwert

Smaragour – Das ewige Feuer
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Mit “Smaragour- Das ewige Feuer” schließt die bekannte Autorin Anja Habschick ihre spannende Drachenreitertrilogie ab. Das einprägsame und magisch wirkende Hardcover zeigt den Helden der Geschichte, Jamie, ...

Mit “Smaragour- Das ewige Feuer” schließt die bekannte Autorin Anja Habschick ihre spannende Drachenreitertrilogie ab. Das einprägsame und magisch wirkende Hardcover zeigt den Helden der Geschichte, Jamie, und seinen Drachen Big Blue. Jamie ist der “Eine der Einen”, der die Welt der Drachen und Menschen zusammenbringen und die Drachen befreien kann.

Smaragour ist eine Insel im Nordmeer, auf der sich drei berühmte Drachenreiterschulen befinden. In der Eldurskóla ist Jamie als Docker tätig, er pflegt die Drachen. Doch mit Big Blue, der Anführerin der Drachenherde, verbindet ihn ein besonderes Band, er kann ihre Gefühle spüren. Nur Jamie und Big Blue können “die Zeiten wenden”, dafür sorgen, dass die Drachen endlich in Freiheit leben können. So bleibt ein letzter Kampf gegen Rönrök, einen ehemaligen Drachenreiter, der die Drachen unterjochen und Smaragour beherrschen will. Denn Rönrök ist nicht tot, wie alle geglaubt haben. Jetzt baut er an einem Techno- Drachen, den er mit dem Ei eines schwarzen und bösartigen Drachenweibchens zum Leben erweckt. Plötzlich sind auch die Drachen in den drei magischen Schulen von Zecken befallen, hat auch hier Rönrök ein Mittel gefunden, die Drachen seinem Willen zu unterwerfen?

Jamie und seine Freunde Tex und Noah sind entschlossen, den Drachen die Freiheit zu bringen. Dazu benötigen sie die Spitze eines magischen Schwertes, das in den tiefsten Tiefen eines Berges von den Drachen versteckt wurde. Doch auch Rönrök und seine Tochter Emine suchen das Schwert. Der Kampf um die Freiheit der Drachen beginnt.

Mit “Smaragour- Das ewige Feuer” schließt Anja Habschick auf beeindruckende und phantasievolle Weise die Geschichte über das Schicksal der wunderbaren Drachen und der Drachenreiterschulen ab. Doch diesmal trachtet nicht nur Rönrök Jamie und Big Blue nach dem Leben, sondern auch Emine, Rönröks Tochter, hat sich plötzlich auf die Seite ihres grausamen Vaters geschlagen. Jamie ist enttäuscht und kann gar nicht glauben, dass Emine bereit ist, die Drachen zu verraten. Mit seinen mutigen und treuen Freunden Tex und Noah macht sich Jamie auf die Suche nach der Schwertspitze, ein ungeheuer gefährlicher Weg. Auch muss er die Drachen von Rönröks Einfluss befreien. Doch Big Blue ist eine ruhige und überlegte Begleiterin und Führerin der Drachenherde. Werden die Drachen später noch bereit sein, mit den Menschen zusammenzuarbeiten, die sie so oft schlecht behandelt haben?

In diesem furiosen Finale zeichnet die Autorin ein Bild des Kampfes um die Freiheit der einzigartigen Drachen. Doch nicht nur Action zählt, besonders betont werden Freundschaft und der dafür unersetzliche Wert, gegenseitiges Vertrauen. Auch dieser Band besticht durch seinen ungeheuren Ideenreichtum, viele magische Wesen tragen zum glücklichen Ausgang der Geschichte bei. Im Mittelpunkt steht jedoch der Wert der Freiheit, denn niemals sollte ein Schwert dazu dienen, über andere zu herrschen.

Das Buch ist angenehm und leicht zu lesen, Spannung bis zum Schluss ist garantiert. Anja Habschick schreibt bildhaft und entwirft magische Welten, die die Lesenden in ihren Bann ziehen, man fiebert, lebt und leidet mit den Protagonisten mit. Drachenfreunde ab zehn Jahren erwarten unzählige aufwühlende Abenteuer. Empfehlenswert wäre es, auch die Vorgängerbände der Drachenreitertrilogie zu kennen, um besser in diese aufregende Geschichte einzutauchen.

Ich habe das Buch mit meinem Enkel gelesen, uns hat die actiongeladene Drachenreiter- Fantasy um Jamie und die Drachen sehr gut gefallen. Wir empfehlen das Buch daher gerne weiter und bewerten es mit fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 18.04.2026

Ein Opfer sucht seinen Mörder

Noch fünf Tage
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Dieses Opfer ist Liz, Sterneköchin und angestellt bei Familie Harman, Milliardäre, mit diversen Wohnsitzen und zu Sylvester in ihrem Chalet in Davos, das die Lesenden schon auf dem gelungenen und düster-einprägsamen ...

Dieses Opfer ist Liz, Sterneköchin und angestellt bei Familie Harman, Milliardäre, mit diversen Wohnsitzen und zu Sylvester in ihrem Chalet in Davos, das die Lesenden schon auf dem gelungenen und düster-einprägsamen Cover kennen lernen. Liz wird ein besonderes Sylvesterdinner vorbereiten, das sie natürlich abschmecken muss. Dazu taucht sie immer einen Zahnstocher in die Speisen und leckt ihn ab. Doch das Dinner läuft anders als erwartet: Die Harmans sind tot, die Eltern John und Reeta, die Kinder Calliope und Percy. Und Liz weiß, sie hat nur noch fünf Tage zu leben.

Unausweichlich zeigt die Digitaluhr ihres Krankenzimmers die verrinnende Zeit. Liz möchte nur eines, ihre Tochter Cosima bei sich haben. Doch das erlaubt die Polizei nicht, Liz ist verdächtig. Um sich zu entlasten muss Liz schnellstens ihren Mörder finden.

Helena Falke hat ihren Roman “Noch fünf Tage” eingeteilt in die verbleibenden Tage, Stunden, Minuten und Sekunden. Die Lesenden fühlen mit Liz, wie ihr die Zeit zwischen den Fingern zerrinnt und sie versucht, im Geist ihre Anstellung im Milliardärshaushalt und das Sylvesterdinner zu rekonstruieren. So überprüft sie alle Familienmitglieder und findet kein Motiv, wiewohl John entschlossen war, gesellschaftlich und politisch weiter aufzusteigen. Auch ist er überzeugt, dass Reichtum dazu benutzt werden sollte, die Welt nach seinen Vorstellungen umzuformen- hat er sich dadurch Feinde gemacht?
Reeta gehört eigentlich nicht in diese Kreise und braucht Tipps von Liz, um ihren Platz zu finden. Allerdings ist sie arrogant und rücksichtslos. Zudem stellt sich heraus, dass die Familie durch ein ungewöhnliches, schwer zu beschaffendes und teures Gift getötet wurde. Auch an ihre frühere Anstellung in einem Nobelrestaurant denkt Liz. Da gab es einmal einen Vorfall, an dem Liz keine Schuld traf, trotzdem verlor sie ihren Arbeitsplatz. Ist dieser Vorfall mittlerweile vergessen? Auf Empfehlung ihres damaligen Chefs kam sie zu den Harmans.

In beklemmender Weise fühlen die Lesenden in diesem Thriller die Unausweichlichkeit des Geschehens und den verzweifelten Versuch von Liz, ihre Tochter auch nach ihrem Tod versorgt zu wissen. Der unaufhaltsame Verfall ist spürbar und immer wieder erinnern sie die sich verändernden Digits daran, wie wenig Zeit ihr bleibt. Soll sie das Angebot von Esme, ihrer Pflegerin, annehmen, und sich sedieren lassen? Nein, Liz muss klar denken können und Esme muss ihr bei ihrer atemlosen Suche nach dem Mörder helfen. Hier beschreibt der Roman weitläufig, welche Essen Liz zubereitet hat und wie sich ihr Leben im Nobelhaushalt gestaltete. Dazu auch alle Macken dieser reichen Familie und die Demütigungen, die Liz hinzunehmen hatte. Dabei gab sie sich wirklich Mühe, auf alle Vorlieben und Neurosen einzugehen, immer im Bestreben, das Leben der Familie zu verbessern.

Wenig schreibt die Autorin über Cosima, die geliebte Tochter von Liz, in den Schilderungen über das Leben bei den Harmans kommt sie kaum vor. Umso berührender ist die Szene, als Cosima von Liz erfährt, dass sie sterben werde. Doch Liz hat sich mit ihrem Schicksal abgefunden, seit sie weiß, dass Cosima versorgt sein wird. Allerdings hätte ich mir hier gewünscht, mehr über das Verhältnis von Cosima und Liz zu erfahren.

Mein Fazit:

“Noch fünf Tage” beschreibt in beklemmender Weise, wie es sich anfühlt, in kurzer Zeit dem sicheren Tod entgegen zu gehen. Der Roman ist ebenso traurig wie spannend geschrieben, durch die genauen Zeitangaben fühlt man mit der sterbenden Protagonistin und ist wie sie lange nicht bereit, das Schicksal zu akzeptieren und entschlossen, den Mörder zu stellen. Mit großer Empathie wird das entsetzliche Geschehen erzählt, das extravagante Leben der Milliardärsfamilie spiegelt gesellschaftliche Vorgänge. Helena Falke wird somit zu einer sprachsensiblen Chronistin des letzten Weges, ohne je pathetisch zu werden. Auch wenn dieser Roman kein positives Ende zulässt, lohnt es sich, die Protagonistin bei ihrem Abschiednehmen zu begleiten.

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