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Veröffentlicht am 08.06.2026

Im Zwielicht: Zwischen Recht und Gerechtigkeit

Feine Risse
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Die bekannte und renommierte Autorin Elisa Hoven hat mit “Feine Risse” den zweiten Band über die Strafverteidigerin Eva Herbergen vorgelegt. Wie der Titel schon sagt, sind es oft minimale Unterschiede ...

Die bekannte und renommierte Autorin Elisa Hoven hat mit “Feine Risse” den zweiten Band über die Strafverteidigerin Eva Herbergen vorgelegt. Wie der Titel schon sagt, sind es oft minimale Unterschiede eines Tatherganges, die den Ausschlag geben, welches Urteil über einen Straftäter gefällt wird. Ebenso feine Unterschiede führen zu einer völlig anderen Sichtweise, wenn man ein Verbrechen vom Standpunkt der persönlichen Moral aus betrachtet. Was ist jetzt Recht- und was ist gerecht?

Die Autorin, selbst Juristin, die Strafrecht an der Universität Leipzig lehrt und Richterin im Sächsischen Verfassungsgerichtshof ist, greift für ihren Roman auf spektakuläre Kriminalfälle zurück, die sie an die Geschichte des Buches anpasst und mit einem fiktiven Ende versieht. So ergeben sich nicht nur Einsichten in die Arbeitsweise der Justiz und der Ermittlungsbehörden, sondern auch die spannende Aufarbeitung von Verbrechen mit all ihren Facetten wie der Berichterstattung in den Medien und der öffentlichen Meinung. Um diesen Roman zu lesen, muss man aber keine Rechtskenntnisse haben, es geht um Taten, die in der Realität begangen wurden und deren Beurteilung durch die Gerichte zu Diskussionen Anlass geben kann.

Elisa Hoven hat als Hauptfiguren für ihren Roman das Ehepaar Herbergen gewählt. Eva ist eine bekannte und gefragte Strafverteidigerin, ihr Ehemann Peter lehrt an der Universität und steht knapp vor dem Ruhestand. So erfahren die Lesenden nicht nur die Sichtweise von Eva über den Gang der Gerichtsverfahren, die Beurteilung der Mandanten, die Zweifel am richtigen Vorgehen der Verteidigung und die Bewertung von Beweisen, sondern Peter bringt auch eine andere, persönliche Meinung zu den Fällen ein. Diese Fälle werden einigen Lesenden bekannt sein: Die Fahrt eines Betrunkenen, der ein Kind niederfährt und Fahrerflucht begeht; der Bergunfall eines Managers, der mit Bergführer eine zu schwere Tour geht oder das entführte Kind, dessen Aufenthaltsort der Entführer nicht preisgeben will. Die Aufzählung ist nur beispielhaft für die sehr gut ausgewählten spektakulären Verbrechen und ihre Aufarbeitung.

Ebenso wichtig ist die schöne, innige und gleichberechtigte Beziehung der Eheleute Eva und Peter, die selbst in ein länger zurückliegendes Kapitalverbrechen verwickelt werden, das Peters Familie betrifft. Während Peter eher zögerlich ist, veranlasst Eva die Auswertung der alten Spuren, das Ergebnis ist schockierend. Soll Eva Peter damit konfrontieren, denn wie wird er sein bisheriges Leben im Licht dieser neuen Erkenntnisse bewerten?

Abseits der Verbrechen beschäftigt sich das Buch mit ernsten, persönlichen Themen. Wie will man das eigene Alter verbringen, wie sich auf den Ruhestand vorbereiten? Soll Eva auch beruflich kürzer treten, wenn Peter in Pension ist? Darf man alten Bekannten vertrauen oder wird dieses Vertrauen missbraucht? Hier geht es nicht um Recht und Gerechtigkeit sondern um wichtige Lebensentscheidungen, um Weichen, die man für das eigene Schicksal stellt.

“Feine Risse” ist ein in gut verständlicher Sprache geschriebener spannender und interessanter Roman, der zwischen Realität und Fiktion changiert, ein Buch, das man am liebsten im einem Rutsch lesen möchte. Die Charaktere aller Protagonisten sind lebensnah ausgearbeitet, die Lesenden fühlen sich direkt in das Geschehen versetzt und beziehen unwillkürlich Stellung zu den jeweiligen Rechtsfragen und Schicksalen. Dieses Buch beeindruckt einerseits durch große Sachkenntnis, andererseits aber auch durch Empathie, sowohl für die Opfer als auch manchmal sogar für die Täter. Für mich war es ein Lesehighlight, ich empfehle es gerne und bewerte es mit fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 02.06.2026

Wo das Licht am stärksten ist, ist der Schatten am dunkelsten (Leonardo da Vinci)

The Artist
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1957: Eine Frau steht in der National Gallery in London vor einem Gemälde, sie hat es gemalt. Als einziges hat es ein Inferno überstanden. Doch der Name des Malers auf dem kleinen Schild daneben lautet ...

1957: Eine Frau steht in der National Gallery in London vor einem Gemälde, sie hat es gemalt. Als einziges hat es ein Inferno überstanden. Doch der Name des Malers auf dem kleinen Schild daneben lautet Édouard Tartuffe.

Südfrankreich 1920: Auf einem einsamen Bauernhof, in einer Landschaft die von Staub und Sonne flirrt, lebt der bekannte Maler Tata, Édouard Tartuffe. Seine Gemälde sind hochpreisig, er, der Schüler Cézannes, gilt als Meister des Lichts. Doch sein Charakter ist dunkel, menschenfeindlich, egoistisch und brutal. Kunst ist alles, mit dem Leben kommt er nicht zurecht. Das organisiert seine Nichte Ettie, die nach dem Tod der Mutter alleine bei ihm wohnt. Ettie hat gelernt, sich unsichtbar zu machen, um Tatas Wut zu entgehen. Doch führt sie, die sich um alles kümmert, im Hintergrund Regie. Als Joseph Adelaide, ein Journalist, auf den Hof kommt, wird er von Tata schroff abgewiesen. Tata gibt keine Interviews. Aber Joseph darf Modell sitzen, Joseph darf bleiben.

Die preisgekrönte britische Autorin Lucy Steeds hat mit “The Artist: Die Farben des Lichts” einen Roman vorgelegt, der in kurzen Kapiteln ein Gesamtbild erschafft, so wie an einem Gemälde immer ein Stück weitergearbeitet wird. Durch die beschreibende, dichte und atmosphärische Sprache stehen die Lesenden beobachtend am Rand der Geschichte, die Joseph und Ettie abwechselnd aus der Ich- Perspektive erzählen.

In dieser einsamen Szenerie begegnet man einsamen Menschen. Tata, der nur für seine Kunst lebt, hat schon lange kein Gemälde mehr gemalt, auf dem Menschen zu sehen sind. Er ist besessen von seinem Schaffensdrang und unfähig zu jeder sozialen Beziehung. Ettie, die sich mit einem unfreien, kleinen Leben arrangiert hat, wollte als Kind selber malen. Doch hat Tata ihre Gemälde zerrissen- es kann nur einen Künstler geben! So wird Ettie zu einem Geschöpf der Nacht, in der ihr eigentliches Leben abläuft. Langsam findet sie an Joseph Gefallen, langsam näheren sich die beiden an. Auch Joseph hat eine kurze Kunstausbildung und doch- Ettie erkennt klar, dass Joseph nicht richtig “sehen” kann. Spät wird Joseph Etties Geheimnis lüften, denn Ettie hat Tata bei seiner Arbeit ganz genau beobachtet, Ettie hat gelernt, auch wenn sie keine Kunstschule besuchen durfte.

Geprägt sind die Figuren von den Auswirkungen ihrer Zeit. Der zweite Weltkrieg ist kaum zu Ende, die Autorin lässt Ettie in einem Lazarett Verwundete pflegen und sich das erste Mal verlieben. In infernalischen Bildern schildert Lucy Steeds die Zustände im Lazarett, die Schmerzen und Verzweiflung. In diesem der Kunst gewidmeten Roman findet sich ein schreckliches und erschütterndes Kriegsbild. Daneben hat Tata begonnen, Essen zu malen, jedoch erst, wenn die Speisen in Verwesung übergehen- auch diese Gemälde ein Bild der Endlichkeit und Zerstörung, wenn auch durchflutet von wunderbarem Licht. Joseph möchte mit Ettie weggehen, doch kann sie Tata, den sie liebt und gleichzeitig hasst, alleine lassen? Als Tata die Beziehung von Ettie und Joseph herausfindet, sind seine Schreie von Tierlauten nicht zu unterscheiden. Doch in der Ferne leuchtet ein roter Schein, Ettie ist im Atelier verschwunden.

London 1957: Eine Frau steht in einer Kunstgalerie in London, ihre Bilder sind ausgestellt. Doch eines ihrer Bild hängt in der National Gallery, denn nur dieses eine wurde damals nicht vernichtet. Damals, als ein roter Schein Tatas Atelier erfüllte.

So gehen die Lesenden von Kapitel zu Kapitel, wie man in einem Museum von Saal zu Saal flaniert und bestaunen die mit Worten geschaffenen Bilder dieses außergewöhnlichen Romans, der historische Fakten und Fiktion vermischt, wunderbar zu lesen und zurecht preisgekrönt ist.

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Veröffentlicht am 01.06.2026

Anton findet Freunde und ein Kätzchen

Leserabe Vor-Lesestufe - Eine kleine Katze für Anton
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In der beliebten Leserabe- Reihe hat die bekannte Autorin Katharina E. Volk ein neues Buch für die Vor-Lesestufe vorgelegt. Schon das fröhliche, bunte und liebevoll gestaltete Hardcover zeigt Anton, dessen ...

In der beliebten Leserabe- Reihe hat die bekannte Autorin Katharina E. Volk ein neues Buch für die Vor-Lesestufe vorgelegt. Schon das fröhliche, bunte und liebevoll gestaltete Hardcover zeigt Anton, dessen Herzenswunsch eine Katze ist- aber dieser Wunsch ist schwierig zu erfüllen.

Anton zieht mit seinen Eltern in eine neue Stadt, wo er niemanden kennt. Anton ist unglücklich. Doch in der Wiese neben dem Haus sitzt ein Kätzchen. Ob Anton es behalten darf? Leider geht das nicht, sein Papa ist allergisch gegen Tierhaare. Und Mama meint, dass das Kätzchen sicher jemandem gehört. Tatsächlich meldet sich eine Familie mit zwei Kindern, die ganz in der Nähe wohnen. So findet Anton Freunde und kann das Kätzchen immer besuchen. Nun fühlt sich Anton nicht mehr fremd.

Diese kindgerechte Geschichte ist hervorragend geeignet für Kinder, die die Vorschule besuchen oder Leseanfänger sind, denn die Hauptwörter sind im Buch als Bilder dargestellt. So können sich die Kinder aktiv beteiligen, ein Leseerlebnis, das schnellen Erfolg bringt und zum Weiterlesen ermutigt. Dadurch wird das Lesen von Anfang an als positiv empfunden und die Scheu, diese für Kinder schwierige Aufgabe zu bewältigen, verschwindet. Sarah Garbers hat das Buch phantasievoll illustriert. Die kurzen Kapitel, die große Schrift und die großzügige Seiteneinteilung erhalten die Lesefreude. Das Buch ist hochwertig ausgestattet, das dicke Papier ermöglicht, dass man es problemlos oft zur Hand nehmen kann, denn diese Geschichte möchten die kleinen (Mit)-Lesenden sicher öfter hören. Am Ende des Buches finden sich lustige Rätsel und eine Wörterliste zum Ausklappen.

“Eine kleine Katze für Anton” zeigt, dass ein Neuanfang auch etwas Gutes haben kann und ermutigt die Kinder, Freundschaften zu knüpfen. Auch wenn sich Wünsche nicht gleich erfüllen lassen findet sich doch oft eine passende Lösung. Viele Kinder werden sich in diesem Buch wiederfinden, denn fast jedes Kind hätte gerne ein Haustier.

Ich habe das Buch mit meinem Enkel gelesen, der bald seinen fünften Geburtstag feiert. Er mochte die Geschichte, fand Anton nett und meinte, er würde auch gerne mit ihm befreundet sein. Und ein Kätzchen wünscht mich mein Enkel schon lange- daher war es für uns genau das richtige Buch, das wir gerne allen großen und kleinen Leseratten empfehlen.

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Veröffentlicht am 31.05.2026

Wie digitaler Hass Frauen die Stimme raubt

Feindbild Frau
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Die durch ihre fundierten Analysen von digitalen Entwicklungen bekannte Autorin Ingrid Brodnig hat sich mit ihrem neuen Buch “Feindbild Frau” der Aufgabe gestellt, an Hand von Interviews mit Politikerinnen ...

Die durch ihre fundierten Analysen von digitalen Entwicklungen bekannte Autorin Ingrid Brodnig hat sich mit ihrem neuen Buch “Feindbild Frau” der Aufgabe gestellt, an Hand von Interviews mit Politikerinnen zu beleuchten, welchen Beleidigungen, Verfemungen und sexistischen Kommentaren Frauen ausgeliefert sind- natürlich vor allem dann, wenn sie sich auf öffentlicher Bühne bewegen.
In den geführten Interviews zeigen die Betroffenen sehr ehrlich, welchen negativen Einfluss auf ihr privates und berufliches Leben, ihren Gemütszustand und ihr Selbstbild Hasskommentare haben.

Die Autorin gibt Posts wieder, die Frauen auf Grund ihres Geschlechtes herabsetzen, sie obszön bedrohen und demütigen und - gerade für die interviewten Politikerinnen sehr wesentlich- ihnen die Kompetenz absprechen. So werden sie nicht nur persönlich, sondern auch fachlich diskreditiert. Dadurch wird der Transport politischer Botschaften schwierig, das Darstellen komplexer Sachverhalte fast unmöglich. Neben Drohungen gegen Leib und Leben schrecken Hassposter auch vor der Bedrohung der Familie nicht zurück. Betroffene überlegen, sich zurückzuziehen, eine Einengung des öffentlichen Diskurses und der Meinungsbildung ist die Folge.

Die Autorin empfiehlt Strategien, wie man solchen Hetzkampagnen in Internet begegnen kann und soll, von der Prüfung des eigenen Sicherheitslevels bis zum Vorgehen gegen Plattformen und Klagen vor Gericht. Hier möchte ich anmerken, dass die Frauen, die im Buch Raum bekommen, einerseits das Schicksal vieler anderer Frauen teilen, die in Sozialen Medien verbaler Gewalt ausgesetzt sind, andererseits den Politikerinnen sicherlich mehr Mittel und Unterstützung zur Verfügung stehen, auf die andere Frauen nicht zurück greifen können. Allerdings ist der Beruf der Politikerin besonders exponiert. Fake News, verkürzte oder polemisch dargestellte Sachverhalte im Internet können, vor allem wenn sie auch von den Printmedien aufgegriffen werden, das Karriereende bedeuten.

Besonders interessant fand ich, welche Rolle Ingrid Brodnig dem Humor zuschreibt. Humor kann und soll belustigen, wenn er jedoch auf Kosten anderer Menschen geht, ist er oft bösartig und kränkend. Besonders betroffen sind hier Menschen mit Migrationshintergrund oder nicht heterosexueller Orientierung sowie vulnerable Gruppen. Die Autorin nimmt auch Memes als Beispiele für die wiederkehrende Verunglimpfung, dafür, wie mit Bildsprache herabsetzende Inhalte transportiert werden.

“Feindbild Frau” wirft die Frage auf, ob es eine universale moralische Achtung gäbe. Würde sich unter dieser Annahme der Ton im Netz verändern? Meine persönliche Meinung dazu ist, dass ich diese universale Moral nicht sehe. Moral ist immer eine subjektive Norm und damit zu unterscheiden von Rechtsnormen. Hier bietet die Autorin den Ansatz, Opfer von Hass im Netz solidarisch zu unterstützen und zeigt dazu auch die Möglichkeiten auf. Viele Politikerinnen haben Social Media Abteilungen, um nicht direkt mit Hasspostings konfrontiert zu werden. Als “normale” Nutzerin könnte man jemand um Hilfe bitten, dem man vertraut. Und natürlich sollte man alle rechtlichen Möglichkeiten ausnutzen. Dazu und zu Ansprechstellen, die Hilfe bieten, finden sich eigene Anhänge im Buch. Ebenso findet sich im Anhang ein ausführliches Verzeichnis von Quellen und Anmerkungen.

“Feindbild Frau” ist ein hervorragendes Sachbuch, das mahnt, die Gesprächskultur im Netz zu hinterfragen und, wenn notwendig, Beiträge auch zu sanktionieren. Wenn Meinungen durch Falschinformationen, Drohungen oder Hass aus den öffentlichen Debatten verschwinden, Menschen sich aus der gesellschaftlichen Verantwortung herausnehmen, hat das auch demokratiepolitische Konsequenzen. Ingrid Brodnig stellt in ihrem Buch das Wissen bereit, dagegen anzukämpfen.

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Veröffentlicht am 26.05.2026

Wenn die Liebe ins Netz geht

Seven Rules For A Perfect Marriage
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Die bekannte Autorin Rebecca Reid hat mit ihrem Roman “Seven Rules For A Perfekt Marriage” erstmals ein Buch auf Deutsch vorgelegt. Wer jetzt denkt, einen Beziehungsratgeber gefunden zu haben, wird enttäuscht ...

Die bekannte Autorin Rebecca Reid hat mit ihrem Roman “Seven Rules For A Perfekt Marriage” erstmals ein Buch auf Deutsch vorgelegt. Wer jetzt denkt, einen Beziehungsratgeber gefunden zu haben, wird enttäuscht sein, wer jedoch einen modernen, heiteren, aber doch tiefgründigen Liebesroman erwartet hat genau zum richtigen Buch gegriffen. Das humorvolle Cover zeigt bereits, wie schwierig es ist, in einer Ehe den richtigen Weg zu finden um schließlich am Ziel, einer gelungenen Langzeitbeziehung, anzukommen.

Als Jack und Jessica heiraten, ist die Liebe groß und das Einkommen klein. Das ändert sich, als Jessica beginnt, auf ihren Social- Media- Kanälen Beziehungsratschläge zu geben und die sieben Regeln für eine perfekte Ehe zu promoten. Die Zahl der Follower steigt, Werbedeals folgen und ein Verlag bringt den Beziehungsratgeber “Seven Rules For A Perfekt Marriage” heraus. Jack und Jessica sind zu einer Marke geworden. Doch was ist mit der Liebe?

Jessica ist glücklich mit ihrer Arbeit und über ihr hohes Einkommen. Allerdings versucht sie schon lange, schwanger zu werden, aber es klappt nicht. Das belastet auch ihre Ehe. Jack ist unglücklich, er ist kein Instragram- Husband sondern sehnt sich zurück in seinen Journalistenberuf bei der BBC. Jessicas Arbeit hält er für oberflächlich, spät wird er erkennen, dass er sich getäuscht hat. Jessica findet, dass Jack sie nicht genug unterstützt. Doch was ist mit der Liebe?

Rebecca Reid lässt in ihrem Roman die beiden Protagonisten abwechselnd in der Ich- Form erzählen, Rückblenden zeichnen den Werdegang des Paares nach. Aus der Marke “Jack und Jessica” wird ein Paar, das unterschiedliche Lebensziele verfolgt. Jack betet Jessica an, aber hat das Gefühl, nie genügen zu können, ein Minderwertigkeitskomplex, der aus seiner Kindheit herrührt. Jessica verfolgt diszipliniert ihre beruflichen Ziele und leidet furchtbar unter ihrer Kinderlosigkeit. Denn was würde man von einem “Vorzeigeehepaar” mehr erwarten, als die Krönung ihrer Liebe durch ein süßes Baby. Vielleicht bringt ein Paar- Retreat Hilfe, den der Verlag veranstaltet und an dem auch fremde Paare teilnehmen. Doch dort macht Jack seiner Seele Luft- leider vor der falschen Person und mit unabsehbaren Folgen.

Rebecca Reid hat einen Liebesroman geschrieben, der auf authentische Weise schildert, wie Schwierigkeiten in einer Ehe entstehen, wenn beide Partner unterschiedliche Zukunftsvorstellungen haben, aber trotzdem an ihrer Liebe festhalten. Helfen die sieben Regeln, die Jessica und Jack aufgestellt haben wirklich, eine glückliche Ehe zu führen oder sollte man diese Regeln überdenken?

So versuchen Jessica und Jack, aus einer verfahrenen Situation, in der Eifersucht und Unehrlichkeit eine Rolle spielen, wieder zu einander zu finden. Auch wenn der Roman in seiner Tonalität heiter ist, hat die Autorin durchaus ernste Probleme ins Visier genommen. Es zeigt sich, wie belastend ein unerfüllter Kinderwunsch sein kann. Die Familien der beiden machen das Leben nicht leichter, denn ihre Ansichten sind grundverschieden. Und doch, kann Liebe all diese Hindernisse überwinden?

“Seven Rules For A Perfekt Marriage” ist mit locker- leichter Hand geschrieben und macht Spaß beim Lesen. Die Charaktere der Protagonisten sind sympathisch und gut ausgearbeitet, so nehmen die Lesenden unwillkürlich an den Problemen des Ehepaares teil und wünschen ihnen, eine Lösung zu finden. Rebecca Reid erzählt eine warmherzige Geschichte, die von großer Liebe und großen Herausforderungen handelt. Reichen sieben Regeln für das Glück? Um eine Antwort zu finden, empfehle ich gerne dieses romantische und unterhaltsame Buch.

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