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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.04.2026

Ein humorvoller Roman über Abschied und Neuanfang

Mirabellentage
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Das Cover des Romans Mirabellentage von Martina Bogdahn ist wunderschön gestaltet und hat mich sofort an Mühlensommer erinnert.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht die 54-jährige Anna, langjährige Haushälterin ...

Das Cover des Romans Mirabellentage von Martina Bogdahn ist wunderschön gestaltet und hat mich sofort an Mühlensommer erinnert.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht die 54-jährige Anna, langjährige Haushälterin des Ortspfarrers Josef, der völlig überraschend im Alter von 57 Jahren verstirbt. Anna kennt ihn seit ihrer Kindheit, und die beiden verband eine tiefe Freundschaft. Daher steht für sie außer Frage, seinen ungewöhnlichen letzten Wunsch zu erfüllen.
Mit Josefs Tod gerät Annas Leben gehörig durcheinander. Nur wenige Tage später tritt Fridtjof auf den Plan, 28 Jahre alt, frisch zum Priester geweiht und als Nachfolger für die Pfarrstelle im bayerischen Dorf vorgesehen. Auch das Requiem für Josef soll er halten, doch es gibt ein Problem. Fridtjof spricht Plattdeutsch, das in Bayern kaum jemand versteht. Auch hier weiß sich Anna zu helfen.
Überhaupt ist Anna die gute Seele des Ortes. Sie hält nicht nur den Pfarrhaushalt, sondern auch das Dorfleben am Laufen, kennt jeden und hat unzählige Anekdoten parat. Diese oft humorvollen, mitunter leicht überzeichneten Geschichten werden geschickt in Form von Rückblicken und Erinnerungen in die Handlung eingeflochten.
Der Roman sorgt immer wieder für ein Schmunzeln, wobei man den Blick auf die katholische Kirche nicht allzu ernst nehmen sollte. So wird etwa angedeutet, dass Josef mit seiner Berufung gehadert hat, und auch eine Messe, die angeblich auf Latein gehalten wird, tatsächlich aber aus italienischen Kochrezepten besteht, könnte für manche Leserinnen und Leser irritierend sein.
Die Figuren sind lebendig und liebevoll gezeichnet, insbesondere die Hauptcharaktere wachsen einem schnell ans Herz. Auch der junge Pfarrer Fridtjof überzeugt durch seine einfühlsame Art.
Insgesamt erzählt der Roman auf charmant-humorvolle Weise vom Mut zum Neuanfang und davon, vertraute Wege zu verlassen. Eine klare Empfehlung für eine Geschichte, die nachhallt und in Erinnerung bleibt.

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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.04.2026

Vom Urknall bis zu uns – ein Bilderbuch voller Wunder

Was wir über Leben auf der Erde wissen
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Das Bilderbuch „Was wir über Leben auf der Erde wissen“ mit dem Untertitel „Urknall, Weltall und wir alle“ von Ziggy Hanaor ist Teil der Reihe künstlerischer Kinderbücher aus dem Hatje Cantz Verlag.
Mit ...

Das Bilderbuch „Was wir über Leben auf der Erde wissen“ mit dem Untertitel „Urknall, Weltall und wir alle“ von Ziggy Hanaor ist Teil der Reihe künstlerischer Kinderbücher aus dem Hatje Cantz Verlag.
Mit eindrucksvoll gestalteten, teils bewusst einfach gehaltenen Illustrationen wird die Entstehung der Erde – beginnend beim Urknall – anschaulich erzählt. Das Buch nimmt seine Leserinnen und Leser mit auf eine Reise durch die Evolution und wagt sogar einen Blick in mögliche Zukunftsszenarien.
Das komplexe Thema rund um die Entstehung unseres Universums wird dabei kindgerecht aufbereitet. Kurze, leicht verständliche Texte begleiten die Bilder und machen die Geschichte des Lebens greifbar.
Besonders hervorzuheben sind einzelne Illustrationen, wie etwa die Darstellung des Asteroideneinschlags auf der Erde, die zu meinen absoluten Highlights zählen.
Dieses Wissensbuch ist ein echter Schatz, sowohl für die ganze Familie als auch zum Selbstlesen ab der zweiten Schulstufe.
Auch als Geschenk eignet sich das liebevoll gestaltete Sachbuch hervorragend und sorgt garantiert für leuchtende Kinderaugen.

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Eine fantastische Reise durch geheimnisvolle Welten

Flora Brimble und der verlorene Frühling
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Bei „Flora Brimble und der verlorene Frühling“ von Marcus Raffel hat mich vor allem das ausdrucksstarke Cover mit seinem wunderschönen Farbschnitt sofort in den Bann gezogen.
Die Geschichte spielt in einer ...

Bei „Flora Brimble und der verlorene Frühling“ von Marcus Raffel hat mich vor allem das ausdrucksstarke Cover mit seinem wunderschönen Farbschnitt sofort in den Bann gezogen.
Die Geschichte spielt in einer Küstenstadt, in der Flora gemeinsam mit ihrem kranken Vater lebt. Ein dichter Nebel liegt über der Stadt, die Sonne kann ihn nicht durchdringen und der Frühling scheint einfach nicht kommen zu wollen. Die einzige Hoffnung ist die geheimnisvolle Maikönigin. Doch wo soll Flora sie finden?
Gemeinsam mit dem sprechenden Eichhörnchen Parzival und einem Kobold, dem man nicht unbedingt trauen sollte, begibt sie sich auf eine abenteuerliche Suche voller Herausforderungen und überraschender Wendungen. Dabei trifft sie auf Harriet, eine Figur, die sie selbst einst in ihrer Geschichte erfunden hat. Doch Harriet lebt bei Ych, einer mächtigen und bösen Hexe, die danach strebt, die Welt in Finsternis zu stürzen.
Ob es den ungleichen Gefährten gelingt, die Maikönigin zu finden und den Frühling zurückzubringen?
Die Leser*innen erwartet ein fantasievolles Abenteuer, das in unterschiedliche magische Welten entführt und von Anfang bis Ende spannend und fesselnd erzählt ist. Besonders Parzival und der zwielichtige Kobold haben mir als Nebenfiguren sehr gut gefallen, vor allem das Eichhörnchen sorgt immer wieder für humorvolle Momente.
Auch Flora und Harriet sind vielschichtige Charaktere, die im Verlauf der Geschichte eine spürbare Entwicklung durchmachen.
Für alle, die gerne in magische und fantastische Welten eintauchen und spannende Abenteuer erleben möchten, ist dieses Buch eine klare Empfehlung.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Mut beginnt mit einem Schritt – eine starkmachende Geschichte für Kinder

Ferri
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Das Buch Ferri – Mutig ist, wer Hilfe holt! ist eine ganz besondere Geschichte, die ein wichtiges Thema einfühlsam aufgreift. Es richtet sich gleichermaßen an Kinder und Eltern und sensibilisiert für die ...

Das Buch Ferri – Mutig ist, wer Hilfe holt! ist eine ganz besondere Geschichte, die ein wichtiges Thema einfühlsam aufgreift. Es richtet sich gleichermaßen an Kinder und Eltern und sensibilisiert für die Anfänge von Mobbing sowie für den richtigen Umgang damit.
Im Mittelpunkt steht Ferri, ein fröhlicher Fisch, der es liebt, durchs Meer zu schwimmen und zu singen, bis plötzlich Rocho, der Rochen, auftaucht und ihm diese Freude nimmt. Rocho beschimpft und bedroht ihn. Als Ferri versucht, sich zu wehren, verschlimmert sich die Situation: Immer mehr Meerestiere scheinen sich gegen ihn zu stellen. Nur Qualli hält zeitweise zu ihm, allerdings nur, solange keine anderen dabei sind.
Zu Hause verschweigt Ferri, was passiert ist. Er glaubt, selbst schuld zu sein, und leidet still vor sich hin. Nach einer schlaflosen Nacht fehlt ihm jede Freude am Spielen, er hat Bauchschmerzen und würde sich am liebsten zu Hause einigeln.
Zum Glück gibt es Wali, den klugen Wal, der alles beobachtet hat. Bei ihm findet Ferri schließlich ein offenes Ohr und gemeinsam entwickeln sie einen Weg aus der schwierigen Situation.
Ich finde das Buch sehr gelungen, da es ein hochaktuelles und leider weit verbreitetes Thema behandelt. Viele betroffene Kinder trauen sich nicht, über Mobbing zu sprechen, weil sie, wie Ferri, die Schuld bei sich selbst suchen. Umso wichtiger ist es, Kinder schon früh dafür zu sensibilisieren, damit Mobbing gar nicht erst entsteht oder frühzeitig erkannt und gestoppt werden kann.
Besonders hervorzuheben sind die liebevollen, kindgerechten Illustrationen, die sowohl auf dem Cover als auch im Buch zu finden sind und die Zielgruppe optimal ansprechen.
Ein weiterer Pluspunkt ist der Anhang mit hilfreichen Tipps für Eltern. Diese machen auf Warnsignale aufmerksam und bieten Unterstützung im Umgang mit dem sensiblen Thema Mobbing.
Große Empfehlung für diese warmherzig erzählte Geschichte zum Thema Ausgrenzung, Mut und Zusammenhalt, die das Selbstbewusstsein stärkt!

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Veröffentlicht am 29.03.2026

Eine Hofdame ermittelt: Spannend, witzig und überraschend

Lady Grace Mysteries
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Lady Grace Mysteries – Giftmord ist der Auftaktband der gleichnamigen Reihe und entführt in die faszinierende Welt des elisabethanischen Hofes.
Im Mittelpunkt steht Lady Grace Cavendish, die Lieblingshofdame ...

Lady Grace Mysteries – Giftmord ist der Auftaktband der gleichnamigen Reihe und entführt in die faszinierende Welt des elisabethanischen Hofes.
Im Mittelpunkt steht Lady Grace Cavendish, die Lieblingshofdame von Königin Elisabeth I. Seit dem Tod ihrer Mutter steht sie unter dem besonderen Schutz der Königin. Kurz vor ihrem 13. Geburtstag soll Grace standesgemäß verheiratet werden, eine Aussicht, die ihr alles andere als gefällt. Zur Auswahl stehen drei denkbar ungeeignete Kandidaten: der zwar freundliche, aber deutlich ältere Sir Charles, der überhebliche Sir Gerald und der schüchterne Sir Robert, der kaum ein Wort herausbringt. Keinen von ihnen möchte Grace heiraten, doch das höfische Protokoll zwingt sie zur Entscheidung.
Als schließlich Sir Robert ausgewählt wird, wird dies gebührend gefeiert, doch die Freude währt nur kurz: Am nächsten Morgen wird Sir Gerald ermordet in seinem Bett aufgefunden. Schnell fällt der Verdacht auf Sir Robert. Grace jedoch zweifelt an seiner Schuld.
Gemeinsam mit ihren Freunden, der Wäschereigehilfin Ellie und dem jungen Akrobaten Masou, beginnt sie, auf eigene Faust zu ermitteln. Ein Verhalten, das am Hof alles andere als schicklich ist und ihr nicht nur Zustimmung einbringt. Die Suche nach dem Täter erweist sich als äußerst knifflig und bringt die drei immer wieder in brenzlige Situationen, in denen sie auch auf Unterstützung angewiesen sind.
Der Roman ist in Tagebuchform geschrieben und wird aus Graces Perspektive erzählt. Mit viel Witz und Charme gewährt sie Einblicke in das Leben am Hof des 16. Jahrhunderts. Die Königin erscheint dabei als streng, aber zugleich warmherzig. Grace selbst überzeugt als starke, eigensinnige Protagonistin, die sich nicht immer an die starren Regeln hält und mit Mut und Neugier ihren eigenen Weg geht. Besonders schön ist auch die Freundschaft zu Ellie und Masou, die trotz unterschiedlicher sozialer Herkunft von Vertrauen und Zusammenhalt geprägt ist.
Ein unterhaltsamer, humorvoller Krimi mit überraschenden Wendungen und einer sympathischen Heldin – absolut empfehlenswert!

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