Ein humorvoller Roman über Abschied und Neuanfang
MirabellentageDas Cover des Romans Mirabellentage von Martina Bogdahn ist wunderschön gestaltet und hat mich sofort an Mühlensommer erinnert.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht die 54-jährige Anna, langjährige Haushälterin ...
Das Cover des Romans Mirabellentage von Martina Bogdahn ist wunderschön gestaltet und hat mich sofort an Mühlensommer erinnert.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht die 54-jährige Anna, langjährige Haushälterin des Ortspfarrers Josef, der völlig überraschend im Alter von 57 Jahren verstirbt. Anna kennt ihn seit ihrer Kindheit, und die beiden verband eine tiefe Freundschaft. Daher steht für sie außer Frage, seinen ungewöhnlichen letzten Wunsch zu erfüllen.
Mit Josefs Tod gerät Annas Leben gehörig durcheinander. Nur wenige Tage später tritt Fridtjof auf den Plan, 28 Jahre alt, frisch zum Priester geweiht und als Nachfolger für die Pfarrstelle im bayerischen Dorf vorgesehen. Auch das Requiem für Josef soll er halten, doch es gibt ein Problem. Fridtjof spricht Plattdeutsch, das in Bayern kaum jemand versteht. Auch hier weiß sich Anna zu helfen.
Überhaupt ist Anna die gute Seele des Ortes. Sie hält nicht nur den Pfarrhaushalt, sondern auch das Dorfleben am Laufen, kennt jeden und hat unzählige Anekdoten parat. Diese oft humorvollen, mitunter leicht überzeichneten Geschichten werden geschickt in Form von Rückblicken und Erinnerungen in die Handlung eingeflochten.
Der Roman sorgt immer wieder für ein Schmunzeln, wobei man den Blick auf die katholische Kirche nicht allzu ernst nehmen sollte. So wird etwa angedeutet, dass Josef mit seiner Berufung gehadert hat, und auch eine Messe, die angeblich auf Latein gehalten wird, tatsächlich aber aus italienischen Kochrezepten besteht, könnte für manche Leserinnen und Leser irritierend sein.
Die Figuren sind lebendig und liebevoll gezeichnet, insbesondere die Hauptcharaktere wachsen einem schnell ans Herz. Auch der junge Pfarrer Fridtjof überzeugt durch seine einfühlsame Art.
Insgesamt erzählt der Roman auf charmant-humorvolle Weise vom Mut zum Neuanfang und davon, vertraute Wege zu verlassen. Eine klare Empfehlung für eine Geschichte, die nachhallt und in Erinnerung bleibt.