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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.05.2026

Tradition zum Nachkochen

Von Generation zu Generation – Südtiroler Bauernküche
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Das im Athesia Verlag erschienene Buch „Von Generation zu Generation – Südtiroler Bauernküche“ begeistert bereits auf den ersten Blick durch seine besondere Haptik und die liebevolle Gestaltung bis ins ...

Das im Athesia Verlag erschienene Buch „Von Generation zu Generation – Südtiroler Bauernküche“ begeistert bereits auf den ersten Blick durch seine besondere Haptik und die liebevolle Gestaltung bis ins kleinste Detail. Insgesamt ist dieses Kochbuch wunderschön aufgemacht und lädt zum Schmökern und Nachkochen ein.
Schon im Vorwort erhält der Leser einen interessanten historischen Einblick in die Südtiroler Bauernküche. Dabei wird deutlich, wie unterschiedlich die Essgewohnheiten früher im Vergleich zu heute waren. Da die bäuerliche Arbeit körperlich sehr anstrengend war, mussten die Gerichte vor allem sättigend und nahrhaft sein.
Schmunzeln musste ich bei der Überschrift „Was der Bauer nicht kennt …“, denn dabei musste ich sofort an meinen Papa denken, dem neue und unbekannte Gerichte ebenfalls oft etwas suspekt waren.
Das Kochbuch ist übersichtlich aufgebaut und klar gegliedert. Gleich zu Beginn sorgt ein gut strukturiertes Inhaltsverzeichnis für Orientierung. Die einzelnen Rezepte sind ansprechend bebildert und enthalten neben einer kurzen Beschreibung des Gerichts auch genaue Mengenangaben, leicht verständliche Schritt-für-Schritt-Anleitungen sowie hilfreiche Tipps für ein gutes Gelingen.
Besonders schön fand ich, dass ich viele Gerichte wiederentdeckt habe, die ich bereits aus meiner Kindheit kenne und gerne gegessen habe, selbst aber noch nie zubereitet hatte wie etwa Saure Suppe oder Kalbsbeuschel.
Sehr gelungen finde ich außerdem, dass im Anhang nicht nur erfahrene, sondern auch jüngere Köchinnen und Köche vorgestellt werden. Es freut mich zu sehen, dass Traditionen weitergelebt und an die nächste Generation weitergegeben werden.
Von mir gibt es daher eine klare Empfehlung für dieses liebevoll gestaltete Kochbuch. Ich freue mich schon darauf, bald das eine oder andere Rezept daraus nachzukochen.

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Veröffentlicht am 24.05.2026

Humorvoller Cozy Crime mit liebenswerten Ermittlerinnen

Tote trinken keinen Riesling
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Tote trinken keinen Riesling ist der erste Band der Reihe „Mord im Gepäck“ von Lilly Hess, ein herrlich humorvoller Cozy Crime mit drei äußerst betagten, aber umso gewiefteren und charmanten Ermittlerinnen.
Im ...

Tote trinken keinen Riesling ist der erste Band der Reihe „Mord im Gepäck“ von Lilly Hess, ein herrlich humorvoller Cozy Crime mit drei äußerst betagten, aber umso gewiefteren und charmanten Ermittlerinnen.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht der Mord an der jungen Winzerin Anna. Ihre Leiche wird ausgerechnet während einer Pinkelpause von Rosis Reisegruppe entdeckt. Für Rosi war sofort klar, dass das nichts Gutes bedeuten konnte, als der Würstchenwärmer seinen Dienst verweigerte, denn Rosis Vorahnungen täuschen bekanntlich nie. Dabei ist sie Reiseleiterin aus Leidenschaft, und dieser Zwischenfall könnte ihre Chancen auf das heiß begehrte „goldene Fähnchen“ erheblich gefährden.
Doch anstatt den Kopf in den Sand zu stecken, nimmt Rosi gemeinsam mit ihren beiden Freundinnen die Ermittlungen kurzerhand selbst in die Hand einerseits mit Olga, einer ehemaligen Kommissarin mit scharfem Verstand, und mit Monique, einer lebensfrohen Tangotänzerin mit dem richtigen Gespür für Menschen. Weil die Polizei ihrer Meinung nach viel zu langsam vorankommt, versorgen die drei Damen die Ermittler immer wieder mit hilfreichen Hinweisen. Anfangs werden sie von den Polizisten noch belächelt, doch schon bald zeigt sich, dass man dieses betagte Trio keinesfalls unterschätzen sollte.
Dieser Cozy Crime bietet alles, was man sich als Leser des Genres wünschen kann, zahlreiche Verdächtige, spannende Motive, falsche Fährten und überraschende Wendungen. Dazu kommen jede Menge Humor, charmantes Lokalkolorit und drei Ermittlerinnen, die man sofort ins Herz schließt.
Ich habe mich beim Lesen köstlich amüsiert und freue mich schon sehr auf den nächsten Band dieser abwechslungsreichen, humorvollen und liebenswerten Reihe.

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Veröffentlicht am 20.05.2026

Ein literarisches Mosaik voller Weisheit

Das Mosaik der Frauen
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Rafik Schami ist für mich ein Meister der Erzählkunst, was er in seinem neuen Roman Das Mosaik der Frauen erneut eindrucksvoll unter Beweis stellt.
Said Mardini und Klaus Rosenbaum verbindet ihre Leidenschaft ...

Rafik Schami ist für mich ein Meister der Erzählkunst, was er in seinem neuen Roman Das Mosaik der Frauen erneut eindrucksvoll unter Beweis stellt.
Said Mardini und Klaus Rosenbaum verbindet ihre Leidenschaft für Literatur; kennengelernt haben sie sich während ihres Studiums. Während Said den Weg des Schriftstellers einschlägt, wird Klaus Arzt. Da Klaus immer wieder arabischsprachige Patienten betreut, kreuzen sich die Wege der beiden regelmäßig. Schließlich bittet Klaus seinen Freund, den todkranken Nadim Suri zu besuchen, der in Damaskus aufgewachsen ist.
Nadim spürt, dass seine Zeit zu Ende geht und möchte seine Geschichte erzählen. Jedes Kapitel, das jeweils an einem Tag berichtet wird, widmet er einer Frau, die sein Leben nachhaltig geprägt hat.
Das erste Kapitel gilt seiner Mutter Elisabeth, einer deutschen Jüdin, die 1933 im Alter von acht Jahren mit ihrer Familie aus Deutschland fliehen musste. Während seiner Erzählungen schweift Nadim immer wieder ab, um anschließend über persönliche Erinnerungen zum Kern seiner Geschichte zurückzufinden. Gerade diese Erzählweise macht den Roman lebendig, als würde man einem vertrauten Gespräch mit einer Freundin oder einem Freund lauschen. Wie bei einem Mosaik fügen sich die einzelnen Teile nach und nach zu einem großen Ganzen zusammen.
Die weiteren neun Kapitel sind jeweils Frauen gewidmet, die Nadim begehrt hat oder die ihn auf einem Stück seines Lebenswegs begleitet haben. Dabei begegnet er ihnen stets mit großer Ehrfurcht und tiefem Respekt.
In die Handlung sind zudem politische Hintergründe zur Geschichte Syriens eingeflochten, die für mich teilweise neu und äußerst interessant waren, gerade weil sie so selbstverständlich und unaufdringlich in die Erzählungen eingebunden werden.
Ich denke, dass der Autor auch durch seine Lebenserfahrung viel Weisheit in diesen Roman einfließen lässt. Für mich war dieses Buch ein absolutes erzählerisches Highlight, das ich uneingeschränkt empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 19.05.2026

Vergangenheit, die bis in die Gegenwart wirkt

Bis ans Meer
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In Bis ans Meer erzählt Peggy Patzschke eindrucksvoll eine bewegende Lebensgeschichte, die sich über drei Frauengenerationen erstreckt und auf wahren Begebenheiten beruht.
Im Mittelpunkt steht Frieda, ...

In Bis ans Meer erzählt Peggy Patzschke eindrucksvoll eine bewegende Lebensgeschichte, die sich über drei Frauengenerationen erstreckt und auf wahren Begebenheiten beruht.
Im Mittelpunkt steht Frieda, die nach dem Ersten Weltkrieg Karl kennenlernt und sich in ihn verliebt. Die beiden heiraten und bekommen zwei Kinder. Während des Krieges bleibt Karl zunächst durch seine Arbeit vom Militärdienst verschont, bis er gegen Ende des Krieges doch beruflich versetzt wird. In den Wirren der letzten Kriegsmonate bricht der Kontakt zu ihm plötzlich ab, und Frieda muss gemeinsam mit ihrer Tochter aus Schlesien fliehen.
Jahrzehnte später kämpft ihre Enkelin mit eigenen Ängsten und Unsicherheiten. Sie zweifelt an sich selbst, kann keine feste Bindung eingehen und ist ungeplant schwanger, kurz nachdem sie sich von ihrem Freund Bruno getrennt hat. Auf der Suche nach den Ursachen für ihr Verhalten beginnt sie, die Briefe ihrer Großmutter zu lesen. Dabei hofft sie, Antworten auf ihre Fragen zu finden. Doch ihre Mutter Erika reagiert ausweichend, sobald das Gespräch auf Frieda kommt.
Erzählt wird auf verschiedenen Zeitebenen, was das Geschehen dynamisch erscheinen lässt und den Spannungsbogen hochhält.
Peggy Patzschke gelingt es, Zeitgeschichte auf eindrucksvolle Weise lebendig und greifbar zu machen. Mit großer Bildkraft beschreibt sie Orte, Gefühle und Situationen so intensiv, dass man sie unmittelbar vor Augen hat. Gleichzeitig erschafft sie starke Figuren und äußerst emotionale, erschütternde Zeitzeugnisse. Besonders Frieda berührt als starke Protagonistin, die trotz aller Schicksalsschläge an ihrer Liebe zu Karl festhält und ihr Versprechen, ihn niemals aufzugeben, mit bewundernswerter Stärke trägt, bis sie selbst daran zu zerbrechen droht.
Dieser Roman geht tief unter die Haut und lässt einen nicht mehr los. Eine klare Leseempfehlung für alle, die bewegende Familiengeschichten und eindrucksvolle historische Romane lieben.

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Veröffentlicht am 17.05.2026

Ein ungleiches Ermittlerduo

Léon und die Frau im blauen Kleid
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Der Côte d’Azur-Krimi Léon und die Frau im blauen Kleid ist der erste Band der Reihe de Cavallier und Bentaleb ermitteln von Alexander Oetker.
Die Handlung spielt an den berühmten Schauplätzen Nizza, Antibes ...

Der Côte d’Azur-Krimi Léon und die Frau im blauen Kleid ist der erste Band der Reihe de Cavallier und Bentaleb ermitteln von Alexander Oetker.
Die Handlung spielt an den berühmten Schauplätzen Nizza, Antibes und Monaco an der malerischen Côte d’Azur. Direkt vor dem traditionsreichen Hotel Negresco wird eines Morgens die Leiche einer Frau angespült. Da sie keinerlei Papiere bei sich trägt, tappt die Polizei zunächst im Dunkeln.
Der zuständige Commissaire Léon de Cavallier stammt aus adligem Hause und hätte es finanziell gar nicht nötig zu arbeiten. Seine neue Kollegin Nadia Bentaleb, eine Polizistin mit nordafrikanischen Wurzeln, könnte unterschiedlicher kaum sein. Sie ist in den Banlieues von Paris aufgewachsen, musste sich früh durchsetzen und ging aus Überzeugung zur Polizei, um gegen Kriminalität vorzugehen.
Léons zweifelhafter Ruf eilt ihm voraus, weshalb sich die beiden zunächst vorsichtig und mit zahlreichen Wortgefechten annähern. Die Dialoge sind pointiert und spiegeln die unterschiedlichen Lebenswelten und Ansichten der beiden wider. Trotz seiner arroganten und versnobten Art zeigt Léon jedoch auch Herz. Anfangs begegnet er Nadia noch mit Distanz, doch nach und nach erkennt er ihre Fähigkeiten und beginnt, sie zu schätzen. Was die beiden miteinander verbindet, ist, dass jeder ein Geheimnis mit sich trägt, Nadia insbesondere eine offene Rechnung aus ihrer Vergangenheit.
Der Krimi überzeugt durch eine gelungene Mischung aus Humor, Spannung und eindrucksvollem Lokalkolorit. Die Côte d’Azur wird so atmosphärisch beschrieben, dass man sofort Fernweh bekommt. Wer die Region bereits besucht hat, wird viele Schauplätze direkt wiedererkennen. Besonders schön fand ich auch die eingestreuten französischen Begriffe, die meist direkt im Text erklärt werden und so für eine authentische Atmosphäre sorgen.
Ich habe den Auftakt dieser Krimireihe sehr genossen und freue mich bereits auf die Fortsetzung, auf die das Ende vielversprechend vorbereitet. Hoffentlich lässt sie nicht allzu lange auf sich warten.

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