Unausgegorener Verschwörungsthriller - Ein Autor auf der Suche nach dem Schöpferwind
DoppelspielArne Dahl, einer der führenden Repräsentanten des Nordic Noir in Schweden, konnte mich mit seiner Reihe um Paul Hjelm und Kerstin Holm immer begeistern. Deshalb war ich sehr gespannt auf seinen neuen Roman ...
Arne Dahl, einer der führenden Repräsentanten des Nordic Noir in Schweden, konnte mich mit seiner Reihe um Paul Hjelm und Kerstin Holm immer begeistern. Deshalb war ich sehr gespannt auf seinen neuen Roman DOPPELSPIEL (im schwedischen Original SKAPAREN, was Schöpfer bedeutet). Diesmal hat er sich mit Jonas Moström zusammengetan, einem mir bislang unbekannten Autor. Das Cover des im Lübbe-Verlag erschienenen Taschenbuches ist gut gelungen. Farbwahl und Motiv gefallen mir sehr. Der Titel verschlingt geradezu einen Mann auf der Flucht und greift dadurch direkt das Thema des Buches auf. Aber ein schönes Cover macht noch kein gutes Buch aus.
Der Inhalt konnte mich dann leider weniger überzeugen. Die Handlung an sich ist nicht sehr originell. Krimiautor Tom Borg kämpft mit einer schweren Schreibblockade und begibt sich in zwielichtige Gesellschaft. Während Realität und Fiktion immer mehr verschwimmen, wird Borg durch Stockholm gejagt. Einziger Unterstützer ist sein invalider Freund und renommierter Dichter Lennart. Borg wird in einen Mordfall verwickelt, in dem die merkwürdige Polizistin Olivia ermittelt. Und dann ist da noch eine mysteriöse Gestalt im Hintergrund. Was als Kriminalroman verkauft wird, entpuppt sich mehr und mehr als kruder Verschwörungsthriller. Es geht rasant zu, doch entbehrt die Handlung aus meiner Sicht sowohl Tiefe als auch Logik. Die Charaktere sind plakativ und klischeehaft gestaltet, manche Sexszene ist befremdlich. Die Akteure wirken zum Teil wie aufgezogene Spielfiguren. Die Motivation hinter allem erscheint aufgesetzt. Ich möchte hier nicht zu viel verraten, deshalb klingt meine Kritik vielleicht etwas unpräzise. Da es sich um den ersten Band einer Trilogie handelt, endet das Buch mit einem Cliffhanger und nicht alle offenen Fragen werden gelöst.
Fazit
In Schweden kam der Roman offenbar so gut an, dass er für den begehrten Krimipreis nominiert wurde. Mich konnte das Buch aber nicht überzeugen. Dafür enthält es leider zu viele Ungereimtheiten und Ärgernisse. Ich komme nicht umhin hier nur zwei Sterne vergeben zu können. Schade. Den Nachfolgeband werde ich wahrscheinlich nicht lesen.