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Veröffentlicht am 02.10.2019

Erschütterndes Tagebuch

Wann wird diese Hölle enden?
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Mary Berg, die im richtigen Leben eigentlich Miriam Wattenberg heißt, lebte mit ihrer Familie in Warschau ein angenehmes Leben. Doch kurz vor ihrem 15. Geburtstag wird sich das Leben für sie und ihre Familie ...

Mary Berg, die im richtigen Leben eigentlich Miriam Wattenberg heißt, lebte mit ihrer Familie in Warschau ein angenehmes Leben. Doch kurz vor ihrem 15. Geburtstag wird sich das Leben für sie und ihre Familie dramatisch verändern. Was schon länger gemunkelt wurde wird traurige Gewissheit. Sie wird mit der ganzen Familie im Warschauer Ghetto interniert. Auf engstem Raum werden 300000 Menschen zusammengepfercht. Hunger und Angst steht auf der Tagesordnung. Mary beschließt diesen Wahnsinn in einem Tagebuch festzuhalten. Sie beschreibt eindringlich die Not, die die Menschen beherrscht. Anfangs noch voller Hoffnung, doch je mehr Zeit vergeht greift die Mutlosigkeit und Existenzängste um sich. So muss sie beobachten, wie Menschen einfach so, ohne geringsten Grund geschlagen, gedemütigt und erschossen werden. Kinder und Greise liegen verhungert auf der Straße und die Kälte lässt so manchen erfrieren. Manchmal musste ich aufhören zu lesen, da es einfach nicht in meinen Kopf wollte zu welchen Grausamkeiten Menschen fähig sind. Wann wird diese Hölle enden ist ein eindringlicher Appell diese unmenschliche Zeit niemals zu vergessen. Mary Berg, alias Miriam Wattenberg rüttelt auf und sensibilisiert mit ihrem Tagebuch. Man möchte sagen so etwas darf niemals wieder passieren und doch geschieht es immer noch. Wann wird endlich die Zeit kommen, wo Menschen nicht mehr auf der Flucht sein müssen und einfach nur Leben dürfen?

Veröffentlicht am 12.09.2019

Etwas schwächer als Band 1

Die Charité. Aufbruch und Entscheidung
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Berlin 1903. Rahel Hirsch kämpft für ein Leben, in dem sie ihren Beruf selbst wählen darf. Ihre Leidenschaft gilt der Medizin und allen Unkenrufe zum Trotz erfüllt sich ihr Wunsch und sie wird die erste ...

Berlin 1903. Rahel Hirsch kämpft für ein Leben, in dem sie ihren Beruf selbst wählen darf. Ihre Leidenschaft gilt der Medizin und allen Unkenrufe zum Trotz erfüllt sich ihr Wunsch und sie wird die erste Ärztin, die an der Charité arbeitet. Von Gleichberechtigung ist sie allerdings noch sehr weit entfernt. Von ihren männlichen Kollegen wird sie kaum akzeptiert und ihr Kampf, endlich gleichwertig zu sein, ist noch lange nicht zu Ende. Auch die junge Barbara, die als Wäscherin in der Charité ihren kargen Lohn verdient, führt einen endlosen Kampf gegen die Ungleichstellung von Mann und Frau. Der Zufall will es, dass die beiden Frauen sich über den Weg laufen und es beginnt eine Freundschaft fürs Leben. Während Rahel sich in einen schneidigen Fliegerpionier verliebt, schließt sich Barbara einer Frauenbewegung an um endlich das Frauenwahlrecht durchzusetzen. Auch Jahre später ist noch nicht wirklich ein Erfolg zu verbuchen. Das Leben von Rahel und Barbara ändert sich aber schlagartig, als der erste Weltkrieg ausbricht und das tägliche Überleben ein einziger Kampf wird. Dazu kommt noch die Angst, denn auch einige Familienmitglieder und Freunde ziehen in den Krieg und ein Wiedersehen ist nicht garantiert.

Ulrike Schweikert hat wieder einen tollen Roman in Szene gesetzt, der Fiktion und Realität sehr gut miteinander verbindet. Die Protagonisten, die in der damaligen, für Frauen schwierigen Zeit, ihren Weg finden sind liebevoll und authentisch beschrieben. Auch die stellenweise schlimmen Zustände, die die Bevölkerung in den Kriegsjahren erleben musste, sind realistisch dargestellt. Man darf erleben, wie in der Charité der Fortschritt Einzug hält und viele reale Personen, wie der rote Baron, die Schauspielerin Asta Nielsen, Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht geben ein kurzes Stelldichein. Mir hat der 2. Band von Die Charité sehr gut gefallen, einzig die etwas zu ausgiebig beschriebenen medizinischen Details waren für mich als Laie etwas zu viel

Veröffentlicht am 01.09.2019

Tom Babylon ist wieder im Einsatz

Zimmer 19
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Eigentlich sollte die Eröffnungsveranstaltung der Berlinale das Ereignis des Jahres werden. Doch die geladene Prominenz wird jäh aus ihrer guten Stimmung gerissen. Denn nicht der mit Freude erwartete Film ...

Eigentlich sollte die Eröffnungsveranstaltung der Berlinale das Ereignis des Jahres werden. Doch die geladene Prominenz wird jäh aus ihrer guten Stimmung gerissen. Denn nicht der mit Freude erwartete Film wird gezeigt, sondern ein Snuff-Movie. Zu sehen ist eine Frau, die förmlich zu Tode gejagt und vergewaltigt wird. Zum Entsetzen aller handelt es sich bei dem Opfer um die Tochter des regierenden Bürgermeisters Otto Keller. Doch ist der Film echt oder nur gespielt? Tom Babylon vom LKA und die Psychologien Sita Johanns ermitteln. Allerdings treffen sie auf eine Spur des Schweigens, niemand will so richtig mit der Sprache heraus. Der Bürgermeister scheint ein dunkles Geheimnis zu haben, doch er und seine Freunde mauern. Tom Babylon wird stutzig, als er auf den Überwachungskameras einen älteren Mann sieht, der mit einem Mädchen eilig das Gelände verlässt. Das Kind sieht Tom`s Schwester, die vor 20 Jahren spurlos verschwunden ist, zum verwechseln ähnlich. Doch wie kann das sein? Das nächste Opfer lässt nicht lange auf sich warten und Sita muss mit Erschrecken feststellen, dass ihre Jugend und ein damaliges schreckliches Erlebnis ganz eng mit diesem Fall verbunden ist. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt und Sita muss sich der Vergangenheit stellen.

Marc Raabe versteht es immer wieder seine Leser von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln. Schon in Schlüssel 17, den ersten Band rund um Tom Babylon, konnte er mich überzeugen. Der spannende Schreibstil erzeugt mehr als einmal Gänsehautfeeling. Die Rückblicke in die Jugend Sita`s lassen erkennen, durch welchen Alptraum sie damals gehen musste. Marc Raabe hat ein leider immer noch aktuelles Thema in einen grandiosen Thriller gepackt. So macht das Lesen Spaß. Gerne vergebe ich 5 Sterne und spreche eine Leseempfehlung für alle Thrillerfreunde aus.

Veröffentlicht am 08.08.2019

7. Teil der Georgia-Reihe

Die letzte Witwe
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Die Welt steht still an diesem gewöhnlichen Tag. Gerichtsmedizinerin Sara Linton und Special Agent Will Trent sind zu Besuch bei Saras Eltern und Beide freuen sich schon auf das Mittagessen. Doch zwei ...

Die Welt steht still an diesem gewöhnlichen Tag. Gerichtsmedizinerin Sara Linton und Special Agent Will Trent sind zu Besuch bei Saras Eltern und Beide freuen sich schon auf das Mittagessen. Doch zwei große Explosionen erschüttern die Stadt und ganz in der Nähe von Sara und Will gibt es einen schrecklichen Autounfall. In aller Eile rennen sie zu dem Unfallort um den Unfallbeteiligten zu helfen. Doch es sieht alles andere als gut aus, schon von der Ferne erkennt man die Schwere des Unfalls. Doch irgendetwas macht Sara stutzig, hier stimmt etwas ganz und gar nicht. Sehr schnell sieht sich Sara in ihrer Vermutung bestätigt, plötzlich ist sie mittendrin im reinsten Chaos. Die Unfallbeteiligten sind keine Geringeren als die Bombenattentäter, die noch vor wenigen Minuten auf dem Campus, in der Nähe des Krankenhauses zwei Bomben hoch gehen ließen. Dieser Tag wird in einem Alptraum für Sara und Will enden. Sara wird entführt und Will bleibt verletzt zurück. Niemand kann ahnen, in was für einer gefährlichen Situation Sara gelandet ist. Will bleibt nichts anderes übrig, als verdeckt zu ermitteln, doch die Zeit scheint gegen ihn zu laufen.

Wie immer ist Karin Slauther ein Garant für spannende Unterhaltung. Auch der 7. Band der Georgia-Reihe konnte mich vollauf überzeugen. Die Autorin versteht es eben meisterlich das Thrillerherz höher schlagen zu lassen. Immer wieder fragt sich der Leser was dahinter stecken könnte. Was treibt die Neonazi- Gruppierung an und warum wird Sara so dringend als Ärztin gebraucht? Alles Fragen, die sich erst ganz zum Schluss auflösen. Ein kleiner Kritikpunkt hätte ich allerdings anzumerken. Am Anfang wird die Sicht von Sara und Will aus zwei Perspektiven erzählt, logisch ist das allerdings nicht, da beide das Gleiche erleben und somit hat man das Gefühl, dass die Seiten sich wiederholen.

Veröffentlicht am 11.07.2019

Ein Alptraum der besonderen Art

Nadelherz
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Tessa und ihre Freundin Jasmin wurden bei einem Wanderausflug in der schwäbischen Alp entführt und in ein Verlies gesperrt. Fast ein ganzes Jahr dauerte dieses Martyrium. Nur durch einen glücklichen Umstand ...

Tessa und ihre Freundin Jasmin wurden bei einem Wanderausflug in der schwäbischen Alp entführt und in ein Verlies gesperrt. Fast ein ganzes Jahr dauerte dieses Martyrium. Nur durch einen glücklichen Umstand wurde Tessa rechtzeitig gefunden, ihre Freundin hatte leider nicht ganz so viel Glück und stirbt bei der Befreiung. Doch auch in Tessa ist etwas zerbrochen, zur Ruhe finden kann sie nicht. Dieser Umstand wird noch erschwert, als ihr ein Paket mit grausigem Inhalt zugeschickt wird. Die Ermittler identifizieren es als ein menschliches Herz, in dem dutzende Nadeln stecken. Schnell ist klar, dass es mit dem Entführungsfall zu tun hat. Doch wer könnte das sein, auch der Täter starb bei der Befreiung von Tessa und einen zweiten Täter gab es nicht. Oder wurde von der dortigen Polizei doch schlampig gearbeitet? Die Mühlen der Mannheimer Polizei laufen auf Hochtouren, doch schon bald taucht das nächste Paket auf. Tessa bleibt keine Wahl, falls sie jemals wieder ruhig schlafen will muss sie sich der Herausforderung stellen.

Bisher kannte ich die Autorin Julia Corbin noch nicht. Doch das will ich, nach dem 3.Band dieser Reihe, ganz schnell ändern. Gekonnt baut sie den Spannungsbogen schon von der ersten Seite an auf und lässt den Leser bis zur letzten Seite im Ungewissen wer denn jetzt der Täter sein könnte. Der Schreibstil ist sehr flüssig und gut zu lesen. Alles ist nachvollziehbar und logisch. Einzig die vielen biologischen Details empfand ich etwas störend. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich freue mich schon auf den nächsten Fall des sympatischen Ermittlerduos Hall& Hellstern