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Veröffentlicht am 01.08.2021

Träume, die sich erfüllen

Das Auktionshaus
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London 1910: Durch einen glücklichen Umstand ändert sich Sarah Rosewells Leben mit einem Schlag. Endlich kann sie vor der Armut im elterlichen Haus und dem gewalttätigen Vater fliehen und in ein Leben ...

London 1910: Durch einen glücklichen Umstand ändert sich Sarah Rosewells Leben mit einem Schlag. Endlich kann sie vor der Armut im elterlichen Haus und dem gewalttätigen Vater fliehen und in ein Leben schnuppern, dass sie so nie für möglich gehalten hat. Lady Sudbury, die gleich das Potential das in Sarah steckt erkannt hat, bietet ihr alles, von dem sie jemals geträumt hat. Durch intensiven Unterricht lernt Sarah schnell sich immer selbstverständlicher in der Welt der Reichen zu bewegen. Lohn für diese Lehrjahre ist eine Anstellung im Auktionshaus Varnham`s. Auch hier kann sie mittlerweile durch ihr Wissen glänzen und so bleibt es nicht aus, dass sie zur Expertin für einflussreiche Auktionen wird, in der damaligen Zeit für eine Frau keine Selbstverständlichkeit. Das Leben könnte nicht schöner sein, wenn da nicht die Liebe zu einem Mann wäre, die leider unerfüllt bleiben muss.

Die Autorin Amelia Martin hat mit Das Auktionshaus Der Glanz Londons einen soliden Roman geschrieben, der mich gut unterhalten hat. Gerade diese Zeit um die Jahrhundertwende bis zum 1. Weltkrieg ist immer wieder spannend zu lesen. Ihr Schreibstil ist flüssig und bildlich einprägsam. Das Cover unterscheidet sich nicht wesentlich von Büchern dieses Genres. Auch die Charaktere sind gut beschrieben und mehr oder weniger sympathisch. Auch wenn mir manchmal die Beschreibungen verschiedener Kunstgegenstände etwas zu ausführlich war, so war es doch auch interessant die Geschichte dahinter zu erfahren. Gerne bin ich Sarahs Weg gefolgt, der leider sehr von den damaligen Standesdünkeln geprägt ist. Schon jetzt freue ich mich auf den Folgeband, der nächstes Jahr im Februar erscheint und Sarahs weiteren Weg beschreibt. Für alle Liebhaber dieses Genres spreche ich gerne eine Kaufempfehlung aus und vergebe gute 4 Sterne

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.05.2021

Dunkles Wien

Das Buch des Totengräbers
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Wien 1893: Leopold von Herzfeldt hat seine Heimatstadt Graz verlassen, um in dem quirligen Wien als Inspektor der Polizei seinen Dienst zu verrichten. Eigentlich ist er noch gar nicht im Dienst, als schon ...

Wien 1893: Leopold von Herzfeldt hat seine Heimatstadt Graz verlassen, um in dem quirligen Wien als Inspektor der Polizei seinen Dienst zu verrichten. Eigentlich ist er noch gar nicht im Dienst, als schon die erste Meldung eines Mordes die Polizeiinspektion erschüttert. Eine junge Dienstmagd wurde brutal ermordet und mit einem Weißdornblog gepfählt. Kurzentschlossen fährt Leopold zum Tatort am Prater, um seine neuen Kollegen zu unterstützen. Dies kommt aber gar nicht gut an, da er mit seinen neuartigen polizeilichen Methoden die eingefleischten Kollegen vor den Kopf stößt. Da er Hochdeutsch spricht wird er schnell als Piefke abgetan und mit nichtigen Arbeiten abgetan. Als der kauzige Totengräber Augustin Rothmayer immer wieder in seinem Büro auftaucht um ihn in einem anderen Fall um Rat zu fragen, ist Leopold nicht gerade begeistert. Doch schnell muss er erkennen, dass Augustin zwar sehr schrullig und, naja, etwas stinkt, aber ein hochintelligenter Mensch mit dem Herz am rechten Fleck ist. Leopold ahnt hier noch nicht, wie sehr er bald auf die Hilfe des Kauzes angewiesen sein wird, den immer öfters tauchen weitere Mordopfer am Prater auf.



Die Bücher von Oliver Pötsch konnten mich bisher immer wieder sehr begeistern. Sein flüssiger Schreibstil, die stets hochgehaltene Spannung und seine sympathischen Protagonisten lassen das Leserherz höher schlagen. Oft sind es seine etwas knurrige Personen, die besonders liebenswert sind. Das ist dieses Mal der Totengräber Augustin Rothmayer, der mich öfters zum schmunzeln gebracht hat. Sein Almanach, dass er schrieb, ist sehr interessant und bringt einiges Wissenswerte. Sehr schön war es auch Wien um die Jahrhundertwende kennenzulernen. Die Geschichte ist absolut stimmig und glaubwürdig und gut umgesetzt. Auch das Cover ist äußerst gut gelungen und macht neugierig. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und kann deshalb eine uneingeschränkte Leseempfehlung abgeben. Gerne vergebe ich 5 Sterne

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.05.2021

Blutige Skulpturen

Der Blutkünstler
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Tom Bachmann kann eigentlich nichts so leicht erschüttern. Er gilt als der beste Profiler seiner Zeit und trägt den Spitznamen Der Seelenleser. Erst seit kurzem ist er wieder nach Deutschland zurückgekehrt ...

Tom Bachmann kann eigentlich nichts so leicht erschüttern. Er gilt als der beste Profiler seiner Zeit und trägt den Spitznamen Der Seelenleser. Erst seit kurzem ist er wieder nach Deutschland zurückgekehrt und ist sich noch nicht sicher wie sein weiterer Weg aussieht. Doch das soll sich schnell ändern, als das BKA seine Dienste in Anspruch nehmen will. Selbst für Tom ist dieser spezielle Fall einzigartig. Ein brutaler Serienmörder stellt aus seinen Leichen abscheuliche Kunstwerke her, die an Grausamkeit nicht zu überbieten sind. Schnell ist ein Namen für den Killer gefunden, der jetzt als Blutkünstler in die Akten der Polizei eingeht. Immer mehr scheint Eile geboten zu sein, den die Abstände zwischen den Morden wird immer kürzer und verteilen sich mittlerweile über ganz Deutschland. Für Tom Bachmann beginnt ein Rennen gegen die Zeit.



Der Autor Chris Meyer versteht es meisterlich, den Leser mehr als einmal zu schocken. Seine blutrünstigen Morde lassen einem den Atem stocken und erzeugen wahre Gänsehautschauer. Der Schreibstil ist flüssig und spannend zu lesen. Man möchte kaum das Buch aus der Hand legen, da immer wieder etwas Neues und gleichzeitig Abartiges passiert. Die Personen sind sehr authentisch beschrieben und schnell leidet man mit ihnen mit. Die schmerzerfüllten Schreie schrillen einem quasi in den Ohren. Auch das Cover zeigt sofort, dass es sich hier um einen heftigen Thriller handelt, da man das Gefühl hat, dass sich das Blut über das ganze Buch zieht. Ich finde es mehr als gelungen. Alle Thrillerfans, denen es nicht blutig genug sein kann, können hier definitiv nichts falsch machen. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und spreche eine uneingeschränkte Leseempfehlung aus, gerne vergebe ich 5 Sterne und freue mich schon auf ein nächstes Buch des Autors.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.04.2021

Der Traum vom Senf

Die Senfblütensaga - Zeit für Träume
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Metz im Jahre 1908. Emma ist nicht gerade das was man ein folgsames Mädchen nennt. Liebend gern würde sie studieren, doch das kommt für ihre Eltern absolut nicht in Frage. Sie soll eine gute Partie heiraten, ...

Metz im Jahre 1908. Emma ist nicht gerade das was man ein folgsames Mädchen nennt. Liebend gern würde sie studieren, doch das kommt für ihre Eltern absolut nicht in Frage. Sie soll eine gute Partie heiraten, um den Eltern auch weiterhin ein Leben in höheren Kreisen zu sichern. Ein geeigneter Kandidat ist auch schnell gefunden. Carl, dessen Vater ein gutgehendes Fuhrunternehmen besitzt, soll der Auserwählte sein. Für Emma kommt diese Verkuppelung nicht in Frage, aber sie macht gute Miene zum bösen Spiel. Doch zur Überraschung aller verstehen sich die Beiden auf Anhieb. Aber auch Carl hat für sein Leben ganz andere Pläne. Sein größter Wunsch ist eine eigene Senffabrik, die er gegen den Willen seines Vater gründen will. Auch Emma ist Feuer und Flamme und würde gerne bei der Gründung mithelfen. Was bleibt ist ein ausdauernder Kampf gegen die Eltern, die sich das Leben der jungen Leute so nicht vorgestellt haben. Die Träume der Beiden scheinen ganz schnell Rauch aufzugehen



Mir hat der erste Teil Der Senfblütensaga Zeit für Träume sehr gut gefallen. Die Autorin Clara Langenbach, die mir bis dahin nicht bekannt war, konnte mit ihrem flüssigen Schreibstil ein tolles Kopfkino entstehen lassen. Die Charaktere sind, mal mehr mal weniger, sehr sympathisch dargestellt und man wird dazu verleitet Partei zu ergreifen. Was früher jungen Menschen befohlen wurde ist heute zum Glück undenkbar. Auch wenn es sich um einen Roman handelt, so gibt es in dem Buch doch einige historisch belegte Personen. Auch die Senffabrik, die in dem Buch beschrieben wurde, gab und gibt es noch heute. Schon jetzt freue ich mich auf ein Wiederlesen mit den sympathischen Protagonisten.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.03.2021

Traurige Kindheit

Als wir uns die Welt versprachen
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Das Leben der fast 90 jährigen Südtirolerin Edna verläuft in recht ruhigen Bahnen. Doch nun soll sie in ein Seniorenheim. Wirklich behagen tut ihr das nicht, denn ihren Papagei Emil, der sie nun schon ...

Das Leben der fast 90 jährigen Südtirolerin Edna verläuft in recht ruhigen Bahnen. Doch nun soll sie in ein Seniorenheim. Wirklich behagen tut ihr das nicht, denn ihren Papagei Emil, der sie nun schon fast ihr ganzes Leben begleitet, darf sie dorthin natürlich nicht begleiten. Adele, eine freundliche Nachbarin die ihr jeden Donnerstag eine deutsche Zeitschrift vorbei bringt, ahnt nicht, dass sie genau mit dieser Zeitschrift das Leben von Edna grundlegend verändern wird. Ein Bericht und ein Bild ihres Kinderfreundes Jacob lässt ihre Erinnerungen an ihre schwere Kindheit wieder erwachen. Kurzentschlossen packt Edna ihren Rucksack, Papagei Emil in eine Transportbox und macht sich auf den langen Weg ihrer Kindheit. Damals, im Alter von 10 Jahren, ging sie diesen Weg schon einmal. Ihr Vater, ein armer Bergbauer, hatte sie an einen Landbesitzer im Schwäbischen verkauft und sie musste als sogenanntes Schwabenkind harte Arbeit verrichten. Auch Jacob teilte dieses harte Schicksal. Jetzt, da sie endlich Jacobs Aufenthaltsort kennt, kann sie endlich ihre schwere Schuld, die sie damals auf sich geladen hat, begleichen.



Mir hat die Geschichte rund um Edna recht gut gefallen, auch wenn es manchmal ein bisschen unglaubwürdig war. Welche 90 jährige schafft es schon zu Fuß über die Alpen, zumal sie noch eine Transportbox hinter sich herzieht. Doch ihre zum Teil recht lustigen Begegnungen der unterschiedlichsten Menschen entschädigt dann wieder und ich musste mehr als einmal schmunzeln. Sehr zum Nachdenken brachte mich aber das Schicksal der Schwabenkinder. Diese Praktiken gab es leider sehr lange und die Kinder wurden regelrecht ausgebeutet. Eine Kindheit war so nicht möglich und nur wer viel Glück hatte kam zu einem weniger grausamen Landbesitzer. Alles in allem eine sehr unterhaltsame Geschichte, die auch manchmal ganz schön ans Herz geht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere