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Veröffentlicht am 23.02.2026

Wer scheut das Sonnenlicht?

We Who Will Die
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Das Cover von „We Who Will Die” (Empire of Blood) von Stacia Stark ist außergewöhnlich geheimnisvoll und mystisch. Es wirkt recht düster. Als Betrachter sieht man eine goldgeprägte Münze mit Ehrenkranz. ...

Das Cover von „We Who Will Die” (Empire of Blood) von Stacia Stark ist außergewöhnlich geheimnisvoll und mystisch. Es wirkt recht düster. Als Betrachter sieht man eine goldgeprägte Münze mit Ehrenkranz. In der Mitte ist ein furchteinflößendes Tier, dass eine Mischung aus Greifvogel, Raubkatze und Drachen ist. Der Tierkörper ist blutbespritzt. Der Hintergrund hingegen zeigt, fühlbar gekörnten Sand mit einem kräftigen, für mich, bei Vampiren, typischen dunklen, Aubergine Farbton, der recht edel wirkt. Der Titelschriftzug ist in unschuldigen, reinem weiß und weist ebenfalls Blutflecken auf. Und mein Buch besitzt zudem einen wunderschönen, schwarz-goldenen Farbschnitt, der zum Dahinschmelzen ist. Diesen zieren goldene Blätter und zwei spitze Schwerter, die schon von außen zeigen, dass dort einiges passieren wird. Es ist lange her, dass ich mich mit Vampiren oder Fantasy lesetechnisch beschäftigt habe, aber meine Sorge, dass ich dafür vielleicht schon zu „alt bin“ ist unbegründet. Der Plot zieht mich ruckzuck in den Bann. Das spannende Abenteuer mit machtgierigen Herrschern, allen voran „Vallius Corvus“, politischen Intrigen, tödlichen Wettkämpfen und mörderischen oder verführerischen Vampiren hat es in sich und könnte meiner Meinung nach auch gut verfilmt werden. Es gibt zahlreiche Trigger, wie zum Beispiel: Gewalt, Mord, Erpressung, Trauer oder Verlust und die Alterslesebeschränkung ist meiner Meinung nach daher für ältere Leser bestens geeignet. Die Protagonisten sind ein „wilder Mix“ aus zahlreichen Geschöpfen. Als Leser war es am Anfang für mich nicht so leicht, den Überblick zu behalten. Meine Lieblingsromanfigur ist in Band 1 durchgehend Arvelle. Sie wirkt selbstbewusst und unerschrocken auf mich. Und ihr Ehrbewusstsein und die Liebe zu ihren Brüdern finde ich großartig.

… Ein unzerbrechlicher Schwur zwingt Arvelle in einen gnadenlosen Wettkampf, bei dem neben ihrem Leben auch ihr Herz auf dem Spiel steht. …

Der Schreibstil und die Wortwahl der Autorin sind fantastisch. An mancher Stelle zwar etwas derb formuliert, aber zu dieser Geschichte und zu dem „römischen Zeitalter“ passt es, für mich. Als Leser springt nach kürzester Zeit das Kopfkino an und man kann sich die beschriebenen Szenen supergut vorstellen. Im Einband (Buchdeckel vorne und hinten) ist je eine detailreiche, bunt gemalte Übersichtskarte vom „Empire of Blood“, die mir sehr gut gefällt und einem als Leser so einen besseren Überblick der geschilderten Szenen ermöglicht.

… Wer dem Tod geweiht ist, hat nichts mehr zu verlieren… Oder etwa doch? …

Ich leide ordentlich mit meiner Romanfigur Arvelle. Die zahlreichen Prüfungen und tödlichen Wettkämpfe in der Arena oder auf dem Gewässer in der Galeere, die sie überstehen muss, haben es in sich. Das Leben im gefährlichen Dorn Distrikt haben sie zwar etwas im Überlebenskampf geschult, aber dass was sie später alles erleiden und durchstehen muss, ist „kein Pappenstiel“. Der mitreißende Beginn gefällt mir sehr gut. Der Mix aus Magie, „im Geist wandeln“, Vampiren, wie „der Primus“, Rorrik oder Bran, die „andere Welt“, der Schulschwur und die Auswirkungen sind geheimnisvoll und betörend. Die Spannungskurve ist durchgehend hoch und der Verlauf dramatisch und fesselnd. Ich will unbedingt wissen, was da alles passiert und mag das Buch kaum aus der Hand legen.

… auf dem Sand zählen nur zwei Personen: jene, die dich töten will, und der Imperator selbst. …

Arvelle muss zahlreiche Prüfungen überstehen und der Verschwörung und den zahlreichen Intrigen auf den Grund gehen. Dabei ist es gar nicht so einfach, zu entscheiden, wem man in „diesem Reich“ vertrauen kann. Kicher und dass „forbidden love“ zu Tiernon dabei nicht wirklich hilfreich ist, weil man da ja nicht wirklich klar denken kann, ist wohl auch kein Geheimnis.
Jedenfalls bleibt es spannend bis zur letzten Seite. Und nun warte ich sehnsüchtig auf die Fortsetzung, denn ich will unbedingt erfahren, ob „Mortuss in seinem Käfig bleibt“ und ob Arvelle, ihre Brüder und Tiernon „das furchteinflößende Imperium“ verlassen konnten und wie es ihnen weiter ergeht.

Fazit: ***** „We Who Will Die“ (Empire of Blood) ist im dtv-Verlag erschienen. Das gebundene Buch hat mit Danksagung 622 Seiten, die mich mit tödlichen Prüfungen, Magie, Vampiren und einem kleinen Liebesdreieck in den Bann gezogen haben. Mein „must read“ für diesen Monat!

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Veröffentlicht am 16.02.2026

Dunkle Kapitel …

Eine vergessene Schuld
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Mein neuester Roman „Eine vergessene Schuld“ von Arne Jensen thematisiert ein Teilstück dunkler, deutscher Geschichte und deren dramatischer Folgen. Ich finde, dass der Plot hochaktuell und zeitgemäß daherkommt, ...

Mein neuester Roman „Eine vergessene Schuld“ von Arne Jensen thematisiert ein Teilstück dunkler, deutscher Geschichte und deren dramatischer Folgen. Ich finde, dass der Plot hochaktuell und zeitgemäß daherkommt, eingedenk des aktuell spürbaren deutlichen Rechtsrucks in der deutschen politischen Landschaft. Das Cover ist zudem passend gewählt, als Betrachter sieht man eine typische Häuserzeile aus den Niederlanden. Davor steht Auge in Auge ein altmodisch, wirkendes Paar. Das Buch startet mit einer Widmung:

…Für die Opfer von Gewalt, Verfolgung und Entrechtung…

Jetzt folgt ein treffendes Zitat von Albert Einstein:

Frieden kann nicht mit Gewalt erhalten werden. Er kann nur durch Verständnis erreicht werden.

Ich muss zum ersten Mal kräftig schlucken und muss ihm innerlich beipflichten. Vorsorglich lege ich mir mal ein paar Taschentücher bereit, denn dies scheint keine einfache Lektüre zu werden und es gibt auch ein paar Trigger (Gewalt, Krieg, Tote), die Zartbesaitete berücksichtigen müssen. Das Buch startet in Köln-Deutz, im Juni 2023. Es gibt verschiedene Zeitebenen, z.B. Görlitz, Sommer 1942 sowie verschiedene Handlungsorte, wie exemplarisch Wiesbaden oder Köln. Die verschiedenen Perspektiven, von den unterschiedlichsten Romanfiguren, auf die Sicht der Dinge gibt dem Buch enorme Spannung. Es geht um historische Geschichte, das Thema Schuld und zahlreiche Traumata. Die wichtigsten, fiktiven Romanfiguren sind der pensionierte Verfassungsrichter Rudolf Heppner, die Kriminalpsychologin Jasina Behrens, Mitarbeiter des Verfassungsschutzes und des BKA sowie der Halbjude Raimund Bach.

.. Schuld verjährt nicht. Niemals ...

Gleich zu Anfang wird auf den pensionierte Verfassungsrichter Heppner, während einer TV-Show ein Attentat verübt, dass den Leser in den Bann zieht. Der Charakter dieser Romanfigur, ist zudem sehr negativ belastet, denn im Vorfeld hatte Heppner „rechtsradikale Äußerungen zu Desserteuren und der NS-Justiz gemacht. Als Leser ist es zudem gar nicht so einfach „das Kuddelmuddel“ auseinanderzuhalten und im Blick zu behalten, welche Organisation da gerade agiert. Ich musste mich stark konzentrieren, um nicht den Überblick zu verlieren. Aber nach einiger Zeit ging es Seite um Seite besser und ich habe mich mehr in die „alten Zeiten“ eingelesen. Besonders bewegt haben mich dabei die Schilderungen von Raimund. Aber auch die syrische Kriminalpsychologin Jasina Behrens hat mich zum Nachdenken angeregt.
Fazit: *****Der Roman „Eine vergessene Schuld“ von Arne Jensen ist im Heyne Verlag erschienen. Das broschierte Taschenbuch hat mit Nachwort 477 Seiten, die den Leser teilweise fassungslos und sprachlos zurücklassen. Man wünscht sich nie wieder solche Zeiten und auch die Frage nach der „Schuld“ beschäftigt einen noch lange nach Beenden des Romans und lässt einen nicht mehr los.

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Veröffentlicht am 10.02.2026

Geschmacksache …

Richtig gutes Essen
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„Richtig gutes Essen“ von Junko Takase eine teils humorvolle und witzige Novelle, in einem ungewöhnlichen Format, dass sich leicht halten lässt. Der Schutzumschlag ist in rot-weiß gehalten, die Bebilderung ...

„Richtig gutes Essen“ von Junko Takase eine teils humorvolle und witzige Novelle, in einem ungewöhnlichen Format, dass sich leicht halten lässt. Der Schutzumschlag ist in rot-weiß gehalten, die Bebilderung ist in „Comic-Art“ und zeigt ein typisches japanisches Straßen- und Bar Flair. Alles wirkt sehr strukturiert und durchdacht. Der Einband darunter ist schlicht rot und wird von Essstäbchen geziert. Die wichtigsten Protagonisten sind Nitani, Oshio und Ashikawa. Diese sind von der Autorin detailreich und gut beschrieben. Die Bürogemeinschaft und deren Arbeitstage werden gekonnt aufs Korn genommen. Kicher, sympathisch sind sie mir aber alle drei nicht wirklich und das hat sich während der Lektüre auch nicht mehr geändert. By the way „Richtig gutes Essen“ beginnt in meinen Augen gleich mit einem krassen Widerspruch, denn Nitani könnte dreimal am Tag Instant-Ramen verputzen. Und, dass ist bestimmt auf Dauer nicht gesund oder hat etwas mit „Richtig gutem Essen“ zu tun, was meint ihr? Da ich Instantnudeln vorher nicht kannte, habe ich sie mir mittags auch mal zubereitet und danach das Büchlein noch intensiver gelesen, um diese „geheime Leidenschaft“ für diese Speise zu verstehen.

… Ich wünschte, ich könnte dreimal am Tag Instantnudeln essen und trotzdem alle Voraussetzungen für ein gesundes Leben erfüllen …

Der Kurzroman befasst sich mit vielen Metaphern und ist auch stellenweise etwas absurd. Einerseits wird die Auseinandersetzung mit dem „Da-Sein“ von Takase thematisiert und es geht viel um die “angepasste Gesellschaft“ und Normen, die erfüllt werden müssen, um anerkannt zu werden oder dazu zugehören. Als Leser beschäftigt man sich zum Beispiel mit der Frage: „Was sagen unsere Essgewohnheiten darüber aus, wer wir sind?“ Durchaus spannend, wenn man sich lesetechnisch darauf einlässt. Es ist ein wenig wie Sekt oder Selters, beides kribbelt, aber es hat eine unterschiedliche Wirkung. Bei Nitani rebelliert das Innere, aber äußerlich ist er angepasst.

… Als ich als Teenager meinen Studiengang gewählt habe, habe ich nicht dass genommen, was ich liebe, sondern das, was mein Leben leichter macht …

Mich erinnert Nitani ein wenig an einen Yuppie, der sich zu einem Bad-Girl hingezogen fühlt, wie hier zu seiner Trinkpartnerin und Arbeitskollegin Oshio. Aber eben nur „hinter dem Rücken“ und still und leise! Wie bei „richtig, gutem Essen“ wird das Buch noch mit etwas „Sex sells“ davor oder danach gewürzt, was mich eher gewundert hat, denn ich hätte vermutet, dass die Japaner eher prüder wären, aber vielleicht habe ich auch einfach nur zu wenig Kenntnis über diese Lebensweise. Abschließend wird die Frage, „warum wir im Leben falsch abbiegen“ abgeschlossen und das Ende hat mich daher nicht wirklich überrascht.

Fazit: **** „Richtig gutes Essen“ von Junko Takase ist im Dumont Verlag erschienen. Das Büchlein hat mit hilfreichem Glossar gut 159 Seiten, die einen als Leser gut unterhalten, nachdenklich machen und einmal über den Tellerrand schauen lassen.
Und ehe ich es vergesse, „Mochi“ sind mir etwas zu süssssssss!

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Was es ist …

Chasing Our Forever – Based on Roxy's & Abdul's Story
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Mein neues Buch “Chasing Our Forever” von Sofia Kus ist in meinen Augen genial. Es basiert auf der wahren Liebesgeschichte von Roxanne und dem pakistanischen Moslem Abdul, was ich bezaubernd finde. Der ...

Mein neues Buch “Chasing Our Forever” von Sofia Kus ist in meinen Augen genial. Es basiert auf der wahren Liebesgeschichte von Roxanne und dem pakistanischen Moslem Abdul, was ich bezaubernd finde. Der True-Fiction-Roman punktet außerdem mit einem wunderschönen Farbschnitt, der mich an ein Holi Farbrausch Festival erinnert. Die fiktiven Romanfiguren Riley und Zayn verkörpern das vorher genannte Liebespaar im Buch, dass in Berlin lebt. Sofia Kus hat einen außergewöhnlichen Schreibstil, der mir sehr gut gefällt. Die Wortwahl und die Beschreibungen sind zeitgemäß und passend. Kicher und sogar an die TV-Trendstaffel „Bridgerton“ oder aktuelle Musiktrends sowie Chatverläufe bei WhatsApp wurde gedacht, wodurch das Gelesene hochaktuell wirkt. Der Plot ist zudem sehr lesenswert und spannend. Das nähere Kennenlernen, die Gespräche, das Versteckspiel in der Öffentlichkeit, die Nächte im Auto, lassen mich das Gefühl haben, ganz nah dabei zu sein. Die mir vorher unbekannte Autorin zeigt dem Leser ebenfalls verschiedene Sichtweisen, kulturelle sowie religiöse Unterschiede von „Riley und Zayn“ mit viel Feingefühl auf. Man erfährt einiges über Moslems, Pakistan, Traditionen und strenge Regeln. Mir gefällt, dass die Autorin dabei sehr respektvoll und ohne Wertung vorgeht. Als Leser sollte man allerdings auch wissen, dass es einige Trigger, wie z.B. psychische Belastungen, Panikattacken, Depressionen oder auch einen Todesfall gibt, die daher beim Lesen emotional herausfordernd sein können. Die Seiten fliegen beim Lesen nur so vor meinen Augen dahin. Ich empfehle euch vorsorglich auch Taschentücher bereit zu legen, da es manchmal sehr traurig wird. Eins schafft der Roman vor allem, er geht ins Herz und unter die Haut. Cool und erwähnenswert finde ich auch, dass es am Ende eine Seite mit „sinngemäßen Übersetzungen“ gibt oder auch eine Playlist der Songs, die im Buch vorkommen und die für das Paar eine Bedeutung haben.

… Liebe kennt keine Religion.
Liebe sieht keine Hautfarbe.
Liebe ist
BEDINGUNGSLOS …

Und wie bei jedem guten Liebesroman, gibt es auch hier ein Happy End, dass mich von Herzen freut.

Fazit: *****Der Roman „Chasing Our Forever“ von Sofia Kus ist bei heartlines erschienen. Das broschierte Buch hat 445 Seiten, die mich tief berührt und verzaubert haben.

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Veröffentlicht am 20.01.2026

Auge um Auge

Das Unwetter
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Der Roman "Das Unwetter" von der norwegischen Autorin Brit Bildoen ist ganz anders, als ich es vorab erwartet hätte. Der Klappentext prangt im giftigen neongrün vom Buchrücken:
Sechs Menschen, drei Tage- ...

Der Roman "Das Unwetter" von der norwegischen Autorin Brit Bildoen ist ganz anders, als ich es vorab erwartet hätte. Der Klappentext prangt im giftigen neongrün vom Buchrücken:
Sechs Menschen, drei Tage- und ein Berg voller Lügen....
Das hört sich doch vielversprechend und nach Nervenkitzel und psychologischer Spannung an.
Der Plot hat aber sehr viele Trigger, wie zum Beispiel Quälerei oder Tod, die für Tier- oder Hundeliebhaber nur schwer erträglich sind und dass sollte man, meines Erachtens besser vorher wissen und auch Taschentücher bereit zu legen. Protagonisten der Story sind eine größere Familie, die sich zur „Goldenen Hochzeit“ der Eltern in einem abgelegenen Berghotel Innsetra zur Feier trifft. Die Autorin hat die Romanfiguren Dorte und Karl (Zwillinge), Anette, Jan Inge mit Familien-Hund Laban sowie die beiden Jubilare, gut erdacht und auch beschrieben. Die bürgerliche Fassade wirkt authentisch und die Familie könnte es so tatsächlich geben. Als Nebenfiguren gibt es noch den verheirateten Hotelbetreiber und Koch Ole sowie zwei unheimliche und zwielichtige Jäger. Die Erzählung gliedert sich in die Wochentage Freitag bis Sonntag und wird jeweils aus der Sicht von Dorte, Anette oder Karl geschildert.
Die Spannungskurve dümpelt so vor sich hin, am Freitag passiert nicht wirklich Spektakuläres, es ist eher wie bei einem Unwetter, was sich zusammenbraut und was man nur erahnen, aber noch nicht sehen kann. Am Samstag nimmt die Geschichte dann etwas Fahrt auf und lässt den Leser bestürzt, traurig und etwas fassungslos darüber nachdenken, was da gerade passiert. Tierquälerei, Tod, Angst, Wut und Rachepläne eines Familienmitglieds inbegriffen. Beim Lesen entstehen Bilder im Kopf, die man eigentlich so nicht möchte. Das Buch macht nachdenklich und bestürzt und der Höhepunkt ist, dass die „illegale Wolfsjagd“ der Jäger, mit vergifteten Frostschutzmittel-Ködern anders für Laban und die Verursacher endet, als man erwartet.
Ich möchte nicht zu viel verraten, diese Tat beeinflusst den weiteren Handlungsverlauf und ein Familienmitglied rächt sich „Auge um Auge“.
Das es nicht zu weiteren Katastrophen kommt ist ein „Roulette-Spiel“ sondergleichen. Als Leser denkt man spätestens jetzt über die „Verhältnismäßigkeit der Dinge“ nach.
Beim genaueren Hinsehen ist mir außerdem aufgefallen, dass das Buchcover von „Das Unwetter“ auch inhaltlich eher nicht zum Roman zu passen scheint. Als Betrachter sieht man dort ein Sprossen-Fenster und der Blick gibt eine schneebedeckte Landschaft wieder. Im Oktober scheint mir das eher ungewöhnlich und auch im Roman konnte ich dazu nichts lesen, denn dort wurde nur die trübe und nasse Umgebung beschrieben sowie die abgehende Schlamm und Geröll-Lawine, die das Hotel von der Umwelt abschneidet. Das würde ich bei einer Neuauflage ändern. Gut gefallen hingegen hat mir das Gedicht auf S.88:
„Doch ist der Weg an sich der Mühe wert

…wo du nur einmal schläfst, da ist der Raum, da ruhig dein Schlaf und voll Gesang dein Traum…“
(Karin Boye)


Fazit: *** Der Roman „Das Unwetter“ von Brit Bildoen ist im btb Verlag erschienen. Das broschierte Taschenbuch hat 234 Seiten, die mich nicht wirklich überzeugen konnten. Zu einem lag es an der Story, zum anderen mag ich als Tierliebhaberin, keine seitenlangen Todeskämpfe lesen. Auch das subtile und unterschwellige, dass einen als Leser immer auf den „großen Knall“ hat warten lassen, ohne dass augenscheinlich etwas passierte, war so neu für mich.


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