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Veröffentlicht am 16.05.2021

Brutal gut ...

Die Augenzeugin
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Mein neuestes Buch „Die Augenzeugin“ von Anna Bågstam ist ein Kriminalroman, der es in sich hat. Das broschierte Taschenbuch hat ein geheimnisvolles Cover. Der Betrachter sieht eine langhaarige Frau, die ...

Mein neuestes Buch „Die Augenzeugin“ von Anna Bågstam ist ein Kriminalroman, der es in sich hat. Das broschierte Taschenbuch hat ein geheimnisvolles Cover. Der Betrachter sieht eine langhaarige Frau, die es eilig zu haben scheint. Sie trägt einen gelben Mantel. Die Szenerie um sie herum deutet auf ein kräftiges Unwetter hin. Es regnet, der Untergrund ist steinig und im Hintergrund sieht man eine große Wasserfläche. Das Buch bekommt einen ersten düsteren Touch. Das Farbspiel blau-gelb gefällt mir sehr gut. Der gelbe Mantel wirkt für mich fröhlich, aktiv und kreativ. Der blaue Farbton beruhigt und kühlt, durch den Regen macht er mich aber auch etwas nervös und achtsam, zu gerne möchte ich erfahren, was da gerade passiert. Der Klappentext passt famos in mein Lesebeuteschema. Der Süden Schwedens passt mit seinen zahlreichen Wäldern und Seen perfekt zu diesem Plot, wie ich finde. Die Protagonistin Harriet Vesterberg ist fein erdacht und gut beschrieben. Ebenso wie die anderen Romanfiguren Yvonne, Eugen, Lia, Margaretha, Rikard, Lisa oder Paul, um nur einige zu nennen. Das viele „grün“ in Südschweden bedeutet für mich beim Lesen, Natur, Harmonie und Hoffnung. Grins, allerdings ist es dann ganz plötzlich mit der Ruhe nach dem Frauenmord vorbei. Und Entspannung setzt bei der rasanten Spannungslesekurve, die die Autorin gekonnt aufbaut, auch nicht ein. Der Schreibstil und die Wortwahl sind vortrefflich. Es gibt einige Gänsehautmomente und zahlreiche Finten. Teil eins, um die neue Ermittlerin, gefällt mir prima. Der Krimi geht auf einen kleinen Zeitraum in den Monaten August bis September 2017 ein, aber auch auf ein Ereignis, dass in der Vergangenheit stattgefunden hat und später wieder erwähnt wird. Nach und nach sehe ich beim Lesen etwas klarer. Allerdings bleibt auch einiges diffus und undurchsichtig. Kurz vor dem Ende setzt sich allerdings alles wie ein Puzzle gut zusammen und es ergibt für mich Sinn, so wie es ist. „Harriet“ gefällt mir als neue Ermittlerin sehr gut. Und ich bin schon sehr gespannt, was mich demnächst noch von ihr erwartet.

„Eine junge Anwältin kehrt zurück in das Dorf ihrer Kindheit“ …

Inhalt:
Die 29-jährige Harriet Vesterberg zieht aus Stockholm zurück in ihren kleinen Heimatort, das Fischerdorf Lerviken, an der südschwedischen Küste. Dort beginnt sie als Ermittlerin bei der hiesigen Polizei. Auch möchte sie ihrem Vater unter die Arme greifen, dem bekannten und mittlerweile pensionierten Jura-Professor, der erste Zeichen einer Demenz zeigt. Als eine Frau auf brutale Weise ermordet wird, hat Harriet es gleich mit einem hochkomplexen Mordfall zu tun. Und ist mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert: Kennt sie den Mörder?
„ … kennt Sie den Mörder?“

Die Autorin:
Anna Bågstam, geboren 1977, ist Anwältin, Autorin und Boxtrainerin. 2016 debütierte sie mit der gefeierten Hörbuchreihe »Stockholm Psycho«, die 2017 für den Crimetime Specsavers Award nominiert wurde. »Die Augenzeugin« ist der erste Teil der Serie um Ermittlerin Harriet Vesterberg. Anna Bågstam wohnt mit ihrem Mann und drei Kindern südlich von Stockholm.
Weitere Mitwirkende:
Julia Gschwilm, geboren 1977, studierte Skandinavistik, Germanistik und Philosophie in München und Lund (Schweden). Nach einem Volontariat im Lektorat und einer Teilzeitstelle bei einer Buchagentur arbeitet sie seit 2008 in Vollzeit als freiberufliche Übersetzerin und Lektorin. Sie übersetzt Belletristik und Sachbücher sowie Dialogbücher für den Synchronbereich aus dem Schwedischen, Norwegischen und Dänischen. Julia Gschwilm lebt und arbeitet in München.


Weitere Bücher: Serie

Fazit: **** Der Kriminalroman „Die Augenzeugin“ von Anna Bågstam ist im btb Verlag erschienen. Das Taschenbuch hat 442 spannende Seiten.


  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.04.2021

Steine ...

Wunderjahre - Aufbruch in eine neue Zeit
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Wunderjahre - Aufbruch in eine neue Zeit

Ich mag den Song „Steine“ von Bosse sehr und irgendwie passt er für mich auch sehr gut zu meiner neuesten Leselektüre. In „Wunderjahre - Aufbruch in eine neue ...

Wunderjahre - Aufbruch in eine neue Zeit

Ich mag den Song „Steine“ von Bosse sehr und irgendwie passt er für mich auch sehr gut zu meiner neuesten Leselektüre. In „Wunderjahre - Aufbruch in eine neue Zeit“ von Birgit Reinshagen geht es auch um einen Steinbruch und um das große Wirtschaftswunder. Das Cover ist geschmackvoll und erinnert an vergangene Zeiten. Nostalgisch angehaucht sieht man ein knallrotes Cabrio mit einer dem Betrachter zugewandten, lächelnden Frau mit flottem Kopftuch. Im Hintergrund sieht man Wälder und Kiesgruben-Seen. Der Klappentext versetzt den Leser ins Jahr 1952. Das finde ich recht spannend, denn es gab zu dieser Zeit umfassende politisch und gesellschaftliche Veränderungen. Das Taschenbuch zeichnet also das Bild eines äußerst dynamischen Jahrzehnts. Die Protagonisten Ruth Thelen, Kletterer Paul, Friedrich und Josef Thelen, Liliane, Heidi, Erika, um nur einige zu nennen, sind perfekt erdacht und fein beschrieben. Auch die Namen wirken authentisch und lebensecht. Der Plot ist unterhaltsam und spannend. Der Schreibstil und die Wortwahl, passen zum Inhalt und zu der Zeit um 1952. Die gesellschaftliche Entwicklung sowie das Rollenbild der Frau wird vortrefflich erfasst und wiedergegeben. Ruth wirkt frisch und behält ihre Ziele klar im Blick. Ich finde ihr Verhalten sehr mutig und faszinierend, da die Interessen der Frauen bislang eher nicht berücksichtigt worden sind. Gleichberechtigung, Wahlrecht, freie Berufswahl usw. steckte alles noch in den Kinderschuhen…. Um so taffer von der Protagonistin sich gegen alle Widerstände durchzusetzen und ihre Ziele tatkräftig zu realisieren. Die Geschichte gefällt mir sehr gut. Ich liebe und leide wie immer kräftig mit. Der Steinbruch als Ort des Geschehens ist für meinen Geschmack super gewählt. Die Steine oder das Geröll, wie im Lied vom Bosse, eine coole Metapher, für die ganzen Problemchen der damaligen Zeit und fein von der Autorin erdacht. Als Leser ist man mitten im Geschehen und fühlt förmlich den Aufschwung und den frischen Wind. Auch die kleinen Geheimnisse, die in jeder Familie, irgendwie unter der Oberfläche brodeln, kommen nach und nach ans Licht und fügen sich zusammen wie die Teile eines Puzzles. Der Epilog zum Ende des Buches gefällt mir sehr. Vielleicht hätte man auch noch einen kleinen Familienstammbaum im Buchdeckel verstecken können, da es doch als Leser darum geht, die ganzen Personen gut zuordnen zu können. Als geübter Vielleser hat mich das aber nicht wesentlich gestört oder beeinträchtigt, daher meine klare Leseempfehlung.

Inhalt:
Aufschwung liegt in der Luft

Wilmersbach in der Vulkaneifel 1952: Zwischen Wäldern, Wiesen und Maaren lebt die junge Ruth Thelen ein idyllisches Leben. Der väterliche Steinbruch scheint durch den Wiederaufbau der Bundesrepublik zu florieren. Und auch die selbstbewusste Ruth reizt das Neue. An Männern, die nur ein Heimchen am Herd suchen, hat sie kein Interesse. Eines Tages beobachtet sie im Steinbruch einen Kletterer, der ihr Herz höherschlagen lässt. Paul ist anders als die anderen Männer in Ruths Leben. Doch dann stirbt plötzlich Ruths Vater und Geheimnisse dringen ans Licht, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden. Das kann Ruth nicht davon abhalten, als neue Leiterin des Steinbruchs wieder auf Erfolgskurs zu gehen. Wäre da nur nicht ein unerwarteter Besuch aus ihrer Vergangenheit, der ihr Glück bedroht…

Die Autorin:
Birgit Reinshagen wurde 1953 im Bergischen Land geboren und hat Germanistik und Geschichte studiert. Sie arbeitete als Journalistin, bevor sie sich ganz dem Schreiben von Romanen widmete. Sie liebt es, Lebens- und Liebesgeschichten zu erfinden und diese mit historischen Fakten zu verbinden. Mit ihrer Schäferhündin Laska lebt sie in der Eifel und verbringt dort viel Zeit in der Natur. Wunderjahre ist ihr erster Roman bei Heyne.

Fazit: **** Das Taschenbuch „Wunderjahre – Aufbruch in eine neue Zeit“, von Birgit Reinshagen, ist im Heyne Verlag erschienen. Der Roman hat 400 lesenswerte Seiten.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.04.2021

Hüftgold …

Bretonischer Zitronenzauber
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Bretonischer Zitronenzauber

Es gibt Bücher, die verzaubern und laden zum Träumen ein. Mein neuester Roman „Bretonischer Zitronenzauber“ von Hannah Luis ist so ein Wundertaschenbuch. Das Cover sieht nach ...

Bretonischer Zitronenzauber

Es gibt Bücher, die verzaubern und laden zum Träumen ein. Mein neuester Roman „Bretonischer Zitronenzauber“ von Hannah Luis ist so ein Wundertaschenbuch. Das Cover sieht nach Frankreichurlaub aus. Ein kleines bretonisches Städtchen im letzten Sonnenlicht. Einsam streift eine weiße Katze durch die Gasse und ich bilde mir ein, den verführerischen Duft, des im Vordergrund des Bildes stehenden Zitronenstrauches zu riechen. Der Klappentext gefällt mir sehr. Ebenso die vielen köstlichen Rezepte, mit denen das Buch geheimnisvoll punktet. Der Plot ist locker und leicht, wie ein französisches Dessert. Die Schönheit der bretonischen Landschaft ist fantastisch beschrieben, am liebsten möchte ich sofort zwischen die Seiten hüpfen und dort mitmischen. Die Protagonisten Großmutter Josefine, Urgroßmutter Helene, Mona, Hund Flint, Yanis, Armelle, Celine sowie Louan sind fein erdacht und facettenreich beschrieben. Das Buch macht große Lust auf einen Urlaub in der Region. Die unzähligen Sehenswürdigkeiten, die Küste, das Meer, Land und Leute wachsen dem Leser, ebenso wie die kulinarischen Köstlichkeiten, schnell ans Herz. Der Schreibstil, der mir vorher unbekannten Autorin, gefällt mir sehr. Die Wortwahl und der Sprachgebrauch sind typisch. Genau so stelle ich mir das Leben dort vor. Lebensnah und sehr authentisch von Hannah Luis wiedergegeben. Irgendwie hoffe ich insgeheim, dass es diese Menschlein so tatsächlich dort gibt. Der Roman macht jedenfalls große Lust auf ein gemeinsames Backen, naschen und Kaffeetrinken mit meinem Lieblingsmenschen. „Cehes Zitronentorte“ (Buchdeckel) haben wir gleich nachgemacht und ratzfatz verkostet. Sehr, sehr lecker. Ich liebe solche Bücher über alles. Grins , da kommt das Herz und der Magen nicht zu kurz. Und meine Sehnsucht nach „Urlaub“ außerhalb der eignen vier Wände ist gerade noch größer geworden. Und vielleicht schreibt Hannah Luis schon am nächsten „Zauberbuch“, dass würde mich riesig freuen, denn mich hat sie mit ihrem Werk in den Bann gezogen.


Inhalt:

Das Geheimnis eines alten Kuchenrezeptes und der Zauber der Bretagne

Wenn Mona an ihre verstorbene Großmutter denkt, ist es noch immer, als läge der Duft von frisch gebackenem Kuchen in der Luft. In Oma Josefines Nachlass findet sie ein Rezept für eine ganz besondere Zitronentorte von ihrer Urgroßmutter Helene. Auf der Rückseite des vergilbten Papiers: eine Liste mit Mädchennamen – darunter auch Josefine – und der Hinweis auf eine Pension in der Bretagne. Könnte das endlich eine Spur zu ihrem unbekannten Urgroßvater sein? Spontan macht sich Mona mit Hund Flint auf nach Frankreich, um das Rätsel zu lösen. Umgeben von Crêpes, Tartes und Cidre wandelt sie auf den Spuren von Helene und sucht nach dem Ursprung des Rezepts. An der malerischen bretonischen Küste, wo die raue Brandung auf zerklüftete Felsen trifft, verliebt sie sich schließlich nicht nur in die wilde Landschaft …


Die Autorin:

Hannah Luis studierte Skandinavistik, Publizistik und Sozialanthropologie in Bochum und Kopenhagen. Nach verschiedenen Stationen in Australien, England und der Schweiz kehrte sie nach Deutschland zurück. Heute lebt und schreibt sie in Karlsruhe, aber es zieht sie noch immer regelmäßig in die Ferne. Sie liebt es, Rezepte aus anderen Ländern mitzubringen und zu Hause auszuprobieren.


Fazit:

Das Taschenbuch „Bretonischer Zitronenzauber“ ist im Heyne Verlag erschienen. Es hat 480 Seiten, die den Leser gekonnt verzaubern.






  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.04.2021

N (M) ordseeliebe …

Dunkler Grund
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Dunkler Grund: Ein Nordsee-Krimi

Diane Jordan


Draußen herrscht April-Wetter. Nass, kalt und ungemütlich. Das Wochenende bietet sich geradezu an, es sich gemütlich mit meinem neuesten Buch „Dunkler ...

Dunkler Grund: Ein Nordsee-Krimi

Diane Jordan


Draußen herrscht April-Wetter. Nass, kalt und ungemütlich. Das Wochenende bietet sich geradezu an, es sich gemütlich mit meinem neuesten Buch „Dunkler Grund“ von Hendrik Berg auf das heimische Sofa zurück zu ziehen. Das Cover des Nordsee-Krimis reiht sich harmonisch in die Serie ein. Und als waschechter Fan von Kommissar Theo Krumme habe ich mich tierisch auf das neue Taschenbuch gefreut. Band 7 gefällt mir mit seinen typischen Landschaftsbeschreibungen hervorragend. Als Leser spürt man das Küstenflair deutlich. Sonst hatte ich die Krimis immer im Urlaubsgepäck, aber durch Corona finden ja keine Reisen mehr statt. Um so wehmütiger verschlinge ich nun alles um die Hafenstadt Husum. Da ich im Bundesland Schleswig-Holstein lebe und jedes Jahr mindestens einmal selber dort zu Gast war, kann ich mir alles perfekt vorstellen. Mein Kopfkino zaubert sofort die richtige Kulisse zum Geschehen. Den Hafen mit seinen vielen, kleinen Häusern, die typischen Salzwiesen, das geschützte Wattenmeer, die lustigen kleinen Segelboote sowie die teils verschrobene Bevölkerung. Der Spannungsaufbau ist gelungen. Der Schreibstil und die Wortwahl ist passend und der Thematik angepasst. Die Handlung hat den richtigen Nervenkitzel. Die Figuren sind gut erdacht und detailreich beschrieben. Schräg und teils skurril, wie wir Nordlichter ebenso sind. Grins , mich eingeschlossen! Besonders gut gefällt mir der kleine Rückblick ins Jahr 1362. Das macht das Buch für mich besonders interessant, da ich zusätzlich ein Faible für historische Tatsachen/Begebenheiten habe. Meines Erachtens passt der Krimi hervorragend zur Gegend hier im Norden und zeigt auch die Vorliebe des Autors für diese Region. Meine rabenschwarze Krimiseele ist jedenfalls schwer begeistert und freut sich schon diebisch auf den nächsten Band, der hoffentlich alsbald erscheint. Darauf erst einmal einen frischen heißen Friesentee mit ordentlich Kluntjes, denn draußen ist es wirklich ungemütlich kalt. Und der Krimi hat zusätzlich für eine wohlige Gänsehaut beim Lesen gesorgt.



Inhalt:
Eine Tote auf einer Segeljacht, die gespenstisch stille Nordsee und tödliche Rache ...

Eine entsetzliche Entdeckung zerreißt die sommerliche Idylle Nordfrieslands: Auf einer Segeljacht im Husumer Hafen liegt eine erstochene Frau. Wer konnte der reizenden Nantje, die mit ihrem Mann ein beliebtes Fischrestaurant führte, nur so etwas antun? Kommissar Krumme und seine Kollegin Pat haben Nantjes Mann in Verdacht. Doch dann verschwindet der Restaurantbesitzer unter mysteriösen Umständen. Bei seinen Ermittlungen muss Krumme ein großes Risiko eingehen und kommt auf die Spur einer Wahrheit, so tief und dunkel wie die Nordsee …

Autor:
Hendrik Berg wurde 1964 in Hamburg geboren. Nach einem Studium der Geschichte in Hamburg und Madrid arbeitete er zunächst als Journalist und Werbetexter. Seit 1996 verdient er seinen Lebensunterhalt mit dem Schreiben von Drehbüchern. Er wohnt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Köln.

Weitere Bücher:
Deichmörder, Eisiger Nebel, Lügengrab, Küstenfluch, Schwarzes Watt, Kalte See, Dunkle Fluten,

Fazit:
***** Der Krimi „Dunkler Grund“ von Hendrik Berg ist im Goldmann Verlag erschienen. Das Taschenbuch hat 352 Seiten.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.04.2021

Ab ins Beet ...

Die Hofgärtnerin − Frühlingsträume
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Die Hofgärtnerin

Grins , sobald die Sonne vom Himmel lacht, habe ich Lust im Garten zu werkeln. Da der April aber oft noch launisch ist und das Wetter nicht so mitspielt, momentan Schneeregen und Eis, ...

Die Hofgärtnerin

Grins , sobald die Sonne vom Himmel lacht, habe ich Lust im Garten zu werkeln. Da der April aber oft noch launisch ist und das Wetter nicht so mitspielt, momentan Schneeregen und Eis, ziehe ich mich mit meinem neuesten Roman „Die Hofgärtnerin - Frühlingsträume“ aufs heimische Sofa zurück. Das Buch punktet auf den ersten Blick mit einem traumhaften Cover. Man sieht eine hübsche junge Frau im blau geblümten Kleid. Ein Strohhut hängt locker und lässig am Band auf dem Rücken. In der Hand hält sie ein kleines lilafarbenes Fliedersträußchen. Ich mag so etwas sehr und habe mit meinem Lieblingsmenschen selber Flieder rund um unseren Bungalow gesetzt. Ein gepflasterter Weg zieht den Blick auf ein hübsches Gebäude, das ebenfalls auffällig mit duftendem Flieder umrankt ist. Der Titel ist erhaben aufgetragen und sorgt für einen zusätzlichen, taktilen Reiz, wie ich finde. Der Klappentext liest sich vielversprechend. Das scheint ein Buch ganz nach meinem Geschmack zu sein. Stimmungsvoll, emotional, historisch und dazu ein interessantes Thema. Da hat die Autorin Rena Rosenthal etwas ganz Feines zum Auftakt ihrer mitreißendenden dreiteiligen Saga geschrieben. Der Schreibstil der mir vorher unbekannten Autorin gefällt mir sehr. Die Wortwahl ist passend, ebenso die Protagonisten Marleene, Frieda, Greta, Julius, Konstantin, um nur einige zu nennen. Der Spannungsaufbau ist geglückt. Die Dialoge passen hervorragend in die vorgegebene Zeit. Die Charaktere sind liebevoll erdacht und detailreich beschrieben. Da ich mitten im Baumschul-Land lebe, ist mir die beschriebene Umgebung nicht unbekannt. Sie scheint mir sogar irgendwie vertraut und magisch. Toll fand ich in diesem Zusammenhang auch die kleinen Einblicke in die Botanik, die mich ein wenig an meinen Bio-Leistungs-Kurs erinnert hat, der lange zurück liegt. Vielschichtig sind für mich die Protagonisten beschrieben. Gut vorstellbar, dass es sie so früher oder auch jetzt noch gäben könnte. Fasziniert habe ich daher den Lebensweg von Marleene verfolgt. Die Seiten sind vor meinen Augen nur so dahingeflogen. Begeistert von den vielen schönen Beschreibungen ist schnell mein Kopfkino in Gang geraten. Ich habe wie so oft, bei guten Büchern, mitgelitten und geliebt. Die Natur, die Blumen und die Leidenschaft zum Beruf der Gärtnerin, hat die Autorin vortrefflich zu übermitteln gewusst. Gut recherchiert und aufbereitet, wie ein kleiner erfrischender Frühlings-Cocktail. Bestürzt hat mich nur das Rollenbild in der damaligen Zeit. Frau zu sein und seine Träume zu verwirklichen war mega schwer, wie ich finde. Doppelt erstaunlich diese Liebe und Leidenschaft zu den Blumen, um dann mit soviel Wagnis und Mut (vorsichtig Spoiler) als verkleideter Gärtner-Lehrling ihren Traum durchzuziehen. Ich bin sehr beeindruckt und freue mich riesig auf die baldige Fortsetzung dieser gelungenen, kleinen, aber feinen Geschichte. Und ich spinne jetzt ein wenig weiter , vielleicht mit ein paar typischen Rezepten oder sogar einigen Saatproben für den eigenen Garten. Oder dass der Flieder oder die Blumen (ähnlich wie eine Duftprobe in der Parfümerie) auf dem Cover aufgebracht sind. Das wäre dann mein Highlight 2021. Aber lest bitte gerne selber, es lohnt sich.

Inhalt:
Blumen sind ihre Leidenschaft. Liebe ist ihr Schicksal. Wird sie es schaffen, ihren großen Traum zu leben?

Oldenburg, 1891. Als Gärtnerin in der Natur zu arbeiten und die schönsten Blumen dieser Welt zu züchten, davon träumt Marleene schon ihr ganzes Leben. Doch ihr Wunsch scheint unerreichbar, denn eine Gärtnerlehre ist allein Männern vorbehalten. Aber Marleene gibt nicht auf: Kurzerhand schneidet sie sich die Haare ab und verkleidet sich als Junge – und bekommt eine Anstellung in der angesehenen Hofgärtnerei. Marleene ist überglücklich! Doch die anderen Arbeiter machen ihr den Einstieg alles andere als leicht, und es wird zunehmend komplizierter, ihre Tarnung aufrechtzuerhalten. Als sie dann auch noch die beiden charmanten Söhne der Hofgärtnerei kennenlernt, werden ihre Gefühle vollends durcheinandergewirbelt. Marleene muss sich entscheiden – folgt sie ihrem Traum oder ihrem Herzen …
Der Auftakt der großen Familiensaga in hochwertig veredelter, liebevoller Ausstattung!

Autorin:
Rena Rosenthal hat schon als Kind jede freie Minute in der Baumschule ihrer Eltern verbracht. Die Baumschule in einem kleinen Örtchen in der Nähe von Oldenburg wird heute von ihrer Schwester geführt. Obwohl sie – im Gegensatz zum Rest ihrer Familie – nicht den Beruf der Gärtnerin ergriffen hat, ist ihre Liebe zu Blumen geblieben. Daher war schnell klar, dass ihre erste Familiensaga von duftenden Fliederbäumen und prächtigen Rhododendren handeln soll. Rena Rosenthal lebt heute mit ihrer Familie in Köln.

Fazit: ***** Der Roman „Die Hofgärtnerin“ – Frühlingsträume ist im Penguin Verlag erschienen. Das Taschenbuch hat 688 Seiten die verzaubern und Lust auf den Frühling im eigenen Garten machen.



  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere